4. September 2013

Albträume in Wei

Gestern hat „P.M.“-Chefredakteur und -Herausgeber Hans-Hermann Sprado gesagt, dass die Freien bei „P.M.“ zunehmend den Job der Festen übernehmen. Sabine Böhne, lange Jahre freie Wissenschaftsautorin für Magazine wie „Stern“ oder „Geo“, ist heute Professorin für Print-Journalismus an der Hochschule Ansbach. Sie hat sich für uns die Freifläche „P.M.“ angeschaut und schreibt über die Bedeutung freier Journalisten gerade im Wissenschaftsjournalismus: „Weiße Seiten sind der Albtraum von Redakteuren. Ohne gedruckte Geschichten und Informationen ist das Papier so wertlos wie ein Kamm ohne Zinken. In jeder Ausgabe kämpfen die Blattmacher daher aufs Neue darum, die leeren Flächen mit relevanten Texten zu füllen. Die Herausforderung ist groß, denn besonders in den Wissensmagazinen steckt in jeder geschriebenen Zeile ein hoher Recherche- und Schreibaufwand. Für den Job kommen vor allem freie Profis zum Einsatz. Die „P.M.“-Redaktion in München ließ beispielsweise für das Juni-Heft von seinen 86 Seiten weit über die Hälfte durch externe Autoren füllen. Ob das historische Stück über Geheimbünde oder der Report über den Abbau des Eisenerzes Coltan im Kongo: Alle großen Strecken im Blatt stammen aus der Feder von Freien. „Sie sind für uns lebenswichtig – und werden gerade in der aktuellen Medienkrise immer wichtiger“, sagt Herausgeber Hans-Hermann Sprado. Der langjährige Chefredakteur von „P.M.“ kennt eben das Handwerk und die Last, weiße Seiten mit guten Geschichten zu füllen. Auch die Verlagsleiter müssten wissen, woraus sie ihren Mehrwert schöpfen.


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