Liebe Kolleginnen und Kollegen, lieber Freischreiberinnen, liebe Freischreiber,

seid fair – so ließe sich der Appell des Code of Fairness zusammenfassen. Aber weil das mit Fairsein seitens der Verlage manchmal etwas hakt, haben wir Freischreiber den Code of Fairness auf den Weg gebracht. Der Code, das ist unser Freischreiber-Regelwerk zum fairen Umgang zwischen Redaktionen und freien Journalistinnen und Journalisten in zehn Punkten. Manchmal wissen Redaktionen wirklich nicht, wie sie es besser machen können, manchmal machen sie es schon gut und wollen sich mit dem Code eine Richtlinie geben. Mehr Struktur in den Umgang bringen. Bisher haben Krautreporter, DIE ZEIT, der Freitag, Eltern, die P.M.-Gruppe und National Geographic den Code unterzeichnet. Seit kurzem haben wir einen weiteren Unterzeichner: Übermedien. Wir freuen uns sehr, dass Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz für Übermedien den Code unterzeichnet haben und hoffen auf reichlich Nachahmer unter den Verlagen (Foto: Sabine Gudath).

Mutige Menschen verdienen unser Wohlwollen und unser Lob. Zu diesen gehört Michael Rappe, Initiator eines neuen, für den Fußball in Deutschland komplett ungewöhnlichen Projekts: ein Online-Magazin für und über Frauenfußball. Der Name: FiDo – Frauenfußball in Deutschland online. Hierfür sucht Michael Rappe Sportjournalistinnen, die ab Mitte August für das Online-Magazin schreiben möchten. Leider, meint Michael Rappe, bestehe die Redaktion bislang nur aus Männern. Also, liebe sport- und fußballaffine Kolleginnen, traut euch. Michael Rappe ist unter der E-Mail-Adresse michael.rappe@battv.de erreichbar. Übrigens läuft für das Projekt seit dem 21. Juni ein Crowdfunding. Hier geht es zur Projektseite.

Neue Wege im Lokalen geht Correctiv seit geraumer Zeit mit CORRECTIV.Lokal. Das Büro recherchiert Themen, die auch im Lokalen wichtig sind, aber für die es in den Medienhäusern und Redaktionen entweder keine personellen Ressourcen oder schlichtweg kein Geld gibt. Gleichwohl gibt es viele Kolleginnen und Kollegen, die trotz allem fürs Lokale brennen und die sich weiterentwickeln möchten. Für sie bietet CORRECTIV.Lokal monatlich einen kostenlosen Online-Recherche-Workshop an. Als Dozentinnen und Dozenten sind unter anderem Pascale Müller, Daniel Drepper, Arne Semsrott und einige Kolleginnen und Kollegen aus dem CORRECTIV-Team an Bord. Wer Interesse an einer Mitarbeit in diesem schon gut bestückten Netzwerk hat, kann sich kostenlos auf der Seite von CORRECTIV.Lokal anmelden. Alle weiteren Informationen gibt es dann per E-Mail. Eine Übersicht über die Workshops gibt es hier.

Noch etwas Neues: Im Herbst startet die Hamburg Media School das Journalism Innovators Program. Es ist eine kostenlose, auf sechs Monate begrenzte Fortbildung auch für Freie, die ihre eigenen Projekte entwickeln möchten. Interessierte können sich ab sofort bewerben. Dass das Angebot kostenlos ist, kommt nicht von ungefähr: für das Journalism Innovators Program gibt es Geld von Facebook.

Wichtig für uns Freie außerdem: Der Bundesrat hat die Abgabefrist für die Steuererklärungen 2020 um drei Monate verlängert. Wer seine Steuererklärung selbst macht, hat dafür jetzt bis Ende Oktober 2021 Zeit; falls ihr eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater beauftragt habt, fällt der Hammer am 31. Mai 2022.

Medizinjournalisten sollten sich beim Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose (BfO) umschauen. Dieser schreibt einen Medienpreis für journalistisch hochwertige Beiträge zum Thema Osteoporose aus. Beiträge dürfen nicht älter als zwei Jahre sein und müssen in einer deutschen Publikation veröffentlicht worden sein. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert, er wird am 4. Dezember verliehen. Bewerbungsschluss ist der 15. September. Die Kontaktdaten: Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V. (BfO), Kirchfeldstraße 149, 40215 Düsseldorf, Telefon 0211/30 13 14 -0, E-Mail info@osteoporose-deutschland.de.

Und noch etwas Interessantes: Die Reportageschule bietet den Masterclass-Workshop „Die Reportage als Buch“ an. In der Ausschreibung heißt es: „Ist es literarischer Journalismus oder sind es erzählende Sachbücher? Ganz gleich, wie du es nennst: Wir möchten dich ermutigen, dich einem großen Stoff zu stellen. Freier zu schreiben, experimentierfreudig, redlich und wahr. Fünf, die es vorgemacht haben, leiten uns an. Recherche und Dramaturgie, Szene und Dialog, Verlagssuche und Finanzierung. Und immer wieder: der gemeinsame Blick auf dein Projekt.“ Dabei sind Wolfgang Bauer, Wolfgang Büscher, Julia Friedrichs, Isabelle Lehn, Thomas Pletzinger. Als Gäste: Martin Breitfeld (kiwi) und Daniel Puntas Bernet (Reportagen). Mehr Informationen gibt es hier.

Ein Hoch auch auf Freischreiberin Petra Reski. Ihr ist der Ricarda-Huch-Preis 2021 der Stadt Darmstadt verliehen worden. „Mit dieser Auszeichnung wird die Schriftstellerin und Journalistin für ihr Gesamtwerk geehrt“, heißt es dazu von ihrem Verlag Droemer. Dort ist im März ihr neues Buch „Als ich einmal in den Canal Grande fiel“ erschienen, in dem Petra Reski einen wehmütigen Blick hinter die Kulissen Venedigs wirft und erzählt, wie es ist, in einer Stadt zu leben, der es zum Verhängnis wird, von aller Welt geliebt zu werden.

Die Heinrich-Böll-Stiftung verleiht in diesem Jahr drei Journalismus-Fellowships. Zielgruppe sind Journalisten, Blogger und Medienschaffende, „die Ursachen, Gefahren und Präventionsmöglichkeiten der Verbreitung verschwörungstheoretischer Ideologien und rechtsextremen Gedankenguts in europäischen Ländern untersuchen“ möchten, wie es heißt. In diesem Rahmen gibt es ein Recherche- und Reisehonorar in Höhe von 2.000 Euro und Unterstützung bei der Organisation von Interviews Die Reise soll übrigens bis 31. Oktober 2021 abgeschlossen sein. Das Reisehonorar wird zur Hälfte vor Antritt der Reise gezahlt, das restliche Honorar nach Veröffentlichung der Artikel. Weitere Informationen: www.boell.de.

Hat jemand ein besonderes Interesse an Osteuropa? Wer diese Frage für sich bejaht, sollte den Blick auf das Projekt „Belarus Now! Covering Human Rights and LGBTQ issues in cross-border journalism“ der Deutschen Gesellschaft e.V. werfen. Es wird durch das Auswärtige Amt gefördert. Journalist*innen aus dem deutschsprachigen Raum gehen im September auf eine digitale Recherchereise nach Belarus. Das Ziel: Stärkung der Berichterstattung über die aktuelle Menschenrechtslage in dem Land sowie die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit. Die Bewerbung ist bis zum 22. Juli möglich. Mehr Infos auf Facebook sowie unter www.deutsche-gesellschaft-ev.de.

Wer Interesse am Austausch über Grenzen hinweg hat, ist bei den Internationalen Journalisten-Programmen e.V. gut aufgehoben. Der Verband bietet aktuell unter anderem ein deutsch-türkisches, ein deutsch-polnisches und ein deutsch-osteuropäisches Programm an. Eine Übersicht gibt es hier.

Freischreiberiges und Termine

Unsere diesjährige Mitgliederversammlung ist für Samstag, 2. Oktober, geplant. Diese wird nach aktuellem Stand digital über die Bühne gehen. Abends laden wir euch im ganzen Land zu Regio-Treffen ein, und zwar je nach regionaler/lokaler Inzidenz und Erlaubnis. Weitere Infos folgen. Wir freuen uns und haben schon #grueneLaune.

Apropos: Wir haben ein neues Regio-Team in Leipzig. Insa van den Berg und Carolin Wilms bringen Leben in die Bude beziehungsweise ins Team. Herzlichen Dank!

Dass wir mit unserer Strategie, die Umsätze der Freien so transparent wie möglich darzustellen, richtigliegen, zeigt sich mal wieder im aktuellen Newsletter des Netzwerks Recherche. Darin geht es um die Einkünfte der Freien, unter anderem bei Stipendien und überhaupt im Reisejournalismus. 

Wir Freischreiber sind eben nicht nur digital, sondern auch gerne noch analog unterwegs – zum Beispiel mit unserer Freienbibel 2, die bald erscheinen wird. Zum Hineinschnuppern lohnt sich der Blick in die kommende Ausgabe des Medium Magazins. Freischreiber und Redaktionsmitglied Florian Sturm hat darin zwei Freien-relevante Stücke geschrieben: eines verpackt als offenen Brief an Redaktionen, welche Sätze wir nicht mehr hören können, und eines darüber wie Journalismus und Kunst zusammenpassen. Außerdem hat er KI-Transkriptionsdienste getestet. 

Ab August gibt es etwas aus der Abteilung „Arbeite, lebe und fühle dich wohl dabei“: Verena Hagedorn gibt zehn Self-Care-Tipps speziell für Freie. Diese werden auf zehn folgende Ausgaben unseres Newsletters verteilt. Also: Vormerken, aufmerksam lesen und vor allem umsetzen. 

Termine

21. Juli, 12 Uhr, Zoom: „Drehbuch? Serie? Writers’ Room?“ mit Freischreiberin Lisa Rüffer. Sie arbeitet seit dem Jahr 2016 als Drehbuchautorin. Den Einstieg bot ein Stipendium der Münchner Drehbuchwerkstatt und die Arbeit als Autorin für die Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Wie sich fiktionales Drehbuchschreiben und journalistische Reportagen (aka Storytelling und Figurenentwicklung) gegenseitig befruchten, was mehr Spaß macht, welche Branche die härtere ist und was ein Writers’ Room ist – eure Fragen beantwortet euch Lisa im Zoom-Gespräch.

Montag, 26. Juli, 12 Uhr, Online: Digitale Mittagspause „Reden schreiben“. Das Hamburger Regio-Team lädt dazu mit Christoph Schlegel ein. Der Kollege war Redakteur der Stuttgarter Zeitung und im Spiegel-Hauptstadtbüro. Seit 2004 ist er Redenschreiber für Leute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und Dozent zum Thema Reden schreiben.

Am Donnerstag, 29. Juli, steht ab 17 Uhr der „Digitale Gründer*innen-Stammtisch #2“ auf dem Programm – natürlich schön mit Abstand auf Zoom. Gründen heißt auch, aus Fehlern zu lernen. Über ihre Erfahrungen sprechen Pia Frey (Opinary) und Marvin Schade (Medieninsider). Pia ist Chief Content Officer bei „Opinary“ und kümmert sich darum – grob gesagt – die Beziehungen zwischen User*innen und Medienunternehmen zu verbessern. Tools, die „Opinary“ entwickelt, ermöglichen, das Publikum stärker einzubinden, zu verstehen und auch zu monetarisieren. Marvin Schade bezeichnet sich als „Hausmeister, Praktikant, Assistent und Chefredakteur in Personalunion“. Seit einem Jahr baut er mit seinem Co-Gründer Matthias Bannert das digitale Magazin „Medieninsider“ auf und versteht dadurch immer mehr über den Wandel der Medien und ihre wirtschaftlichen Bedingungen. Organisiert und moderiert wird das Ganze von Freischreiber-Mitglied Pauline Tillmann, die 2015 das digitale Magazin „Deine Korrespondentin“ aufbaute. Hier geht es zum Zoom-Meeting.

Dienstag, 7. September, Zoom: „Crashkurs: Honorare verhandeln“ mit Freischreiberin Katharina Jakob. Wir sind Profis. Wir recherchieren hartnäckig und schreiben packende Texte. Doch wenn es darum geht, unsere Arbeit gut zu verkaufen, kriegen wir kalte Füße? Honorarverhandlungen gehören für uns Freie zum Kerngeschäft, wir müssen sie genauso beherrschen wie das Recherchieren und Schreiben. Dafür gibt es ein paar Regeln – und Tricks. 

Freitag, 17. September, 9 Uhr, Zoom: „Crashkurs: Besser schreiben“ mit Ariel Hauptmeier (Reportageschule Reutlingen). Na klar bist du ein Text-Profi. Du kennst die Regeln guter Sprache, du hast deinen Wolf Schneider gelesen, weißt, wie Wörter wirken. Aber – ist da vielleicht noch mehr drin? Mehr Präzision und Tempo, mehr Sprachgefühl und Rhythmus, mehr Spaß? Finde es heraus! Teilnahmegebühr: Freischreiber-Mitglieder 49 Euro; begrenztes Kontingent für Mitglieder von wpk, Reporter-Akademie, freelens, ndm: 89 Euro; Externe: 129 Euro. Maximal 12 Teilnehmer. Anmeldung unter kontakt@freischreiber.de.

Eine ganze Sammlung von Fortbildungen bietet auch wieder die Berliner Journalistenschule (BJS) in den kommenden Wochen an – zum Beispiel „Texten im Internet“ am 16. und 17. August, „Suchmaschinenoptimierung SEO“ am 23. August sowie „Humorvoll kommunizieren“ am 30./31. August. Das jeweils aktuelle Programm findet sich im BJS-Seminarkalender.

Wir treffen uns via Zoom am Donnerstag, 8.7., um 12 Uhr. Bitte melde dich hier an.

Seit 2016 arbeitet Freischreiberin Lisa Rüffer neben dem Journalismus als Drehbuchautorin. Den Einstieg bot ein Stipendium der Münchner Drehbuchwerkstatt und die Arbeit als Autorin für die Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“.

Wie sich fiktionales Drehbuchschreiben und journalistische Reportagen (aka Storytelling und Figurenentwicklung) gegenseitig befruchten, was mehr Spaß macht, welche Branche die härtere ist und was ein Writers’ Room ist – eure Fragen beantwortet euch Lisa in unserer digitalen Mittagspause. Mitglieder melden sich hier an.

Dienstag und Mittwoch, 19.10. & 20.10. 2021 von 9-10.30 Uhr

Freischreiber-Mitglieder 49 Euro; 
begrenztes Kontingent für Mitglieder von wpk, Reporter-Akademie, freelens, ndm: 89 Euro; Externe: 129 Euro

Max. 12 Teilnehmer*innen.

1. Hier meldet ihr euch verbindlich an.
2. Ihr bezahlt die Rechnung
3. Wir freuen uns auf euch!
4. Bei Fragen: kontakt@freischreiber.de

Foto-Credit: c/o Robert Bosch Stiftung/David Ausserhofer

Dienstag, 7. September 2021 von 9-13 Uhr

Teilnahmegebühr: 
Freischreiber-Mitglieder 49 Euro; 
begrenztes Kontingent für Mitglieder von wpk, Reporter-Akademie, freelens, ndm: 89 Euro; Externe: 129 Euro

Max. 12 Teilnehmer*innen.

  1. Hier meldest du dich verbindlich an.
  2. Du bezahlst die Rechnung
  3. Wir freuen uns auf dich!
  4. Bei Fragen: kontakt@freischreiber.de

Das Zoom-Treffen mit Lisa Rüffer startet am 21. Juli 2021 um 12 Uhr.

Über dieses Formular erhältst du den Link zum Meeting.

Wir finden: Es sollte mehr Journos geben, die ihr eigenes Ding wuppen und sich mit Projekten oder Startups von etablierten Medienhäusern unabhängig machen. Um angehende und etablierte Medien-Entrepreneure zu vernetzen, haben wir einen digitalen Gründer*innen-Stammtisch gestartet. Dabei teilen wir Learnings, sprechen über Fehler und werden gemeinsam schlauer.

In der zweiten Ausgabe sprechen Pia Frey (Opinary) und Marvin Schade (Medieninsider) über ihre Erfahrungen. Pia ist Chief Content Officer bei „Opinary“ und kümmert sich – grob gesagt – darum, die Beziehungen zwischen User*innen und Medienunternehmen zu verbessern. Tools, die „Opinary“ entwickelt, ermöglichen, das Publikum stärker einzubinden, zu verstehen und zu monetarisieren.

Marvin Schade bezeichnet sich als „Hausmeister, Praktikant, Assistent und Chefredakteur in Personalunion“. Seit einem Jahr baut er mit seinem Co-Gründer Matthias Bannert das digitale Magazin „Medieninsider“ auf und versteht dadurch den Wandel der Medien und ihre wirtschaftlichen Bedingungen immer besser.

Bei unserem Stammtisch geben die beiden Mitgründer*innen einen kurzen Input. Danach könnt ihr sie mit Fragen löchern. Hier geht’s zur Anmeldung.

Das Ganze organisiert und moderiert Freischreiberin Pauline Tillmann, die 2015 das digitale Magazin „Deine Korrespondentin“ gegründet hat, das über inspirierende Frauen weltweit berichtet. Bis Ende des Jahres will sie das Format insgesamt drei Mal anbieten und dafür sorgen, dass wir alle enger
zusammenarbeiten und noch mehr tolle neue journalistische Formate entstehen.

Vier Stunden für funkelnde Sätze

Na klar bist du ein Text-Profi. Du kennst die Regeln guter Sprache, du hast deinen Wolf Schneider gelesen, weißt, wie Wörter wirken. Aber – ist da vielleicht noch mehr drin? Mehr Präzision und Tempo, mehr Sprachgefühl und Rhythmus, mehr Spaß? Find es heraus! Lass uns einen halben Tag in kleiner, feiner Runde zusammen schreiben, Bilder malen, Wortwelten erobern. Lass uns erste Sätze schmieden und Absätze meißeln, die auf den Punkt kommen. Und schau danach mit neuem Blick auf deine Texte.   

Vita:
Ariel Hauptmeier war Redakteur bei Geo, Textchef bei Correctiv und leitet heute die Reportageschule in Reutlingen. 

„Super inspirierend.“ Barbara Achermann, Annabelle

„In 90 Minuten habe ich mehr gelernt als in anderen Seminaren, die mehrere Tage dauerten.“ Samuel Burgener, NZZ

Teilnahmegebühr: 
Freischreiber-Mitglieder 49 Euro; 
begrenztes Kontingent für Mitglieder von wpk, Reporter-Akademie, freelens, ndm: 89 Euro; Externe: 129 Euro

Termine:
Montag, 22. März 2021 von 9-13 Uhr (AUSGEBUCHT)
Montag, 19. April 2021 von 9-13 Uhr (AUSGEBUCHT)
Montag, 17. Mai 2021 von 9-13 Uhr (AUSGEBUCHT)

Montag, 21. Juni 2021 von 9-13 Uhr (AUSGEBUCHT / WARTELISTE)
Freitag, 17. September 2021 von 9-13 Uhr

Anmeldung für Mitglieder für den 17. September hier. max 12 Teilnehmer*innen.
Freunde und Externe melden sich bitte kurz bei uns im Büro.

Liebe Kolleg*innen, liebe Freischreiber*innen und Freischreiber-Freund*innen,

normalerweise steigen wir an dieser Stelle locker-flockig ein, mit blumigen Phrasen, freischreiberigen Wortkonstruktionen und – ja – Euphorie. 
Aber dieses Mal ist die Lage ernst. Sehr ernst. Deshalb bitten wir heute – und mahnen. Denn das hier ist wichtig: Die Ausschüttungen der VG Wort sind in Gefahr. Auch in diesem Jahr werden die Beschlüsse, die dafür notwendig sind, im Umlaufverfahren getroffen. Das bedeutet, dass die Mitglieder per Post abstimmen. Und dem Gesetz nach muss dabei nicht nur eine Mehrheit erzielt werden, sondern auch die Hälfte aller Mitglieder an der Abstimmung teilnehmen. Die Briefe müssen bis spätestens 7. Juni 2021 bei der VG Wort eingegangen sein. 

Diejenigen, die Mitglieder der VG Wort sind, haben vor einigen Tagen einen dicken, großen weißen Umschlag erhalten, in dem auch ein Stimmzettel und vorfrankierter blauer (je nach Lichteinfall eher türkisfarbener) Umschlag liegen. Zur Abstimmung stehen drei Punkte: Jahresabschluss 2020, Transparenzbericht 2020 und die Schaffung von Stipendien für Belletristiker*innen und Journalist*innen, die im Kultur- und Feuilleton-Bereich tätig sind. Nur dann, wenn die Mitgliederversammlung Jahresabschluss und Transparenzbericht zustimmt, werden die Ausschüttungen wie geplant Anfang Juli und Anfang September überwiesen. Wir haben beides geprüft, sehen keine Mängel und empfehlen deshalb eine Ja-Stimme.

Bei den Stipendien handelt es sich um Mittel der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), die von der VG Wort vergeben werden sollen. Die Rahmenbedingungen wurden von der BKM vorgegeben. Die Vergabe der Stipendien wird die regulären Finanzen der VG Wort nicht belasten. Auch hier bitten wir deshalb um Zustimmung. Und damit nun das übliche Kleingedruckte: Alle, die Ausschüttungen der VG Wort erhalten, sind Wahrnehmungsberechtigte. Die Mitgliedschaft muss man eigens beantragen. Dies ist möglich, wenn man in den vorangegangenen drei Kalenderjahren entweder im Durchschnitt 400 Euro im Jahr oder insgesamt 1.200 Euro an Ausschüttungen der VG Wort erhalten hat. Die Mitgliedschaft wird formlos per Mail an vgw@vgwort.de beantragt und kostet 10 Euro im Jahr. War doch gar nicht so schlimm. Kommen wir nun zu den schönen Dingen!

Freischreiberiges
Manchmal knirscht es gewaltig im Getriebe rund um Aufträge, Abrechnungen, Briefings und was da sonst noch an Konfliktstoff anfällt. Weil unsere Leute sich nicht immer direkt an ihre*n Redakteur*in wenden wollen oder können, gibt es seit einigen Jahren Ombudsleute in verschiedenen Redaktionen. Sie vermitteln, klären und schaffen vieles vom Tisch. Beim Spiegel, bei P.M. und Geo, bei der Zeit und beim Freitag haben wir bisher Ansprechpartner für Freie. Jetzt freuen wir uns besonders, dass sich bei der taz zwei Ombudsleute gemeldet haben. Marah Hambrecht und Kaspar Zucker haben schon länger ein offenes Ohr für die Probleme rund um Gleichstellungsfragen, jetzt kommen die Freienfragen dazu. Sie sind erreichbar unter der schönen Mailadresse vertrauensstelle-at-taz.de. Übrigens – wenn Redaktionen ihre Zusammenarbeit mit Freien verbessern wollen: Wir beraten gerne rund um den Code of Fairness, unser Regelwerk für den guten Umgang mit Freien, und freuen uns über weitere Ansprechpartner für Freienbelange. 

In eigener Sache: Netzwerken und Austausch – für uns Schreiber*innen unverzichtbar. Welche*r Auftraggeber*in fällt mal wieder durch abgrundtief schlechte Vertragsklauseln auf? Wie muss ich was auf Rechnungen ausweisen? Denkt dran: Freischreiber hat für Mitglieder einen Raum auf Slack. Dort können wir uns unkompliziert austauschen, Fragen stellen und Antworten geben, Regio-Gruppen finden und Jobs anbieten. Wir sehen uns dort!

Freischreiber-Termine
Wir halten die Spannung – auch im Juni. Selbstverständlich. Deshalb gibt es ’nen Crashkurs und ’nen Webinar, die es beide in sich haben:

Ihr habt es mehr als deutlich gemacht: Freischreiber*innen sind stets auf der Suche nach funkelnden Sätzen, fantastischen Wortwelten und Szenen wie gemalt. Deshalb haben wir erneut Ariel Hauptmeier – Leiter der Reportageschule in Reutlingen – eingeladen. In seinem „Crashkurs: Besser Schreiben“ am 21. Juni von 9 bis 13 Uhr setzt er sich mit euch zusammen und kreiert erste Sätze, die ihresgleichen suchen. Der Kurs ist bereits ausgebucht, aber ihr könnt euch auf die Warteliste setzen lassen. Oder ihr geht auf Nummer sicher und meldet euch direkt für den nächsten Kurs am 17. September an. 

photo: ninasimone.de

Freudige Aufregung oder blanke Panik – jede*r Freie schaut wohl mit anderen Gefühlen auf die jährliche Steuererklärung. Für alle gilt aber: Mit hilfreichen Tipps und Tricks läuft‘s rund. Deshalb erklärt Fachjournalistin Constanze Elter am 25.06. ab 16 Uhr „Wie wuppe ich meine Steuererklärung?“. Welche Ausgaben sind für die UstV relevant, welche für die EÜR und welche erst bei der Jahressteuerberechnung? Wo verbuche ich die KSK? Und wie berücksichtige ich Beiträge für die Freischreiber? Hier erfahrt ihr es.

Zweitverwertung: Einmal geschrieben, x-mal verkauft. Unter diesem Motto trifft sich am 10. Juni die Regio-Gruppe Bonn und tauscht sich über Zweit-, Dritt- oder sogar Viertverwertungen von journalistischen Texten aus. Aber: Welche Texte eignen sich zur Zweitverwertung? Wie sieht es rechtlich aus? Wie bietet man einen bereits erschienenen Text am besten an? Und wo findet man die passenden Redaktionen? Freischreiber Steve Przybilla erklärt‘s und lädt zur Diskussion.

Unsere aktiven Regio-Gruppen rufen regelmäßig zu Stammtischen. Schaut am besten immer mal wieder in unseren Terminkalender, damit ihr nichts verpasst. Aktuell findet das meiste noch virtuell statt. Aber stetig fallende Inzidenzen und die hier und da gar bereits geltenden Lockerungen lassen hoffen: Demnächst wieder Bier, Wein und grüne Cocktails in lustiger Runde ohne Bildschirm? Wir wünschen es euch und uns.

Ihr habt es sicherlich gemerkt – einige Angebote sind nur Freischreiber-Mitgliedern zugänglich. Du bist noch kein Freischreiber-Mitglied? Kein Problem – hier kannst du dich anmelden.

Seminare & Kurse
Das Millennial Lab von Vocer bietet den Workshop „Media for Millennials: Wie können klassische Medien junge Menschen erreichen?“ für sechs Freischreiber*innen kostenfrei an. Der Online-Workshop findet am 11. und 12. Juni statt (Fr., 14–18 Uhr; Sa., 9–13 Uhr). Anmelden können sich freie Journalist*innen jeden Alters, die sich mit jüngeren Zielgruppen und deren Ansprache auseinandersetzen sowie entsprechende Formate entwickeln möchten. Der Workshop möchte folgende Fragen beantworten: Wie schaffen es Journalist*innen, mit ihrer Arbeit gezielt ein jüngeres Publikum zu adressieren? Welche Plattformen müssen Journalist*innen dafür bespielen und wie müssen sich die Inhalte ändern? Gemeinsam mit Menschen unter 30 Jahren entwickeln die Workshop-Teilnehmenden digitale Storytelling-Formate. Die Anmeldefrist läuft bis morgen, 2. Juni. Die Anmeldung erfolgt bitte per E-Mail an millenniallab-at-vocer.org.

Projekte
Radio Utopistan mit und von (unter anderem) Freischreiberin Elisabeth Weydt ist ein frisch gegründetes Medienhaus für mutige Visionen aus aller Welt. Der Podcast und die Community sammeln gemeinsam konstruktive Geschichten für eine gerechtere, utopische Zukunft. Erzählt und diskutiert werden sie im Internet, in der Zeit nach Corona dann auch in echten Räumen. Die Geschichten handeln bisher zum Beispiel von einer Ingenieurin in Gaza, die mit Kopftuch und Highheels unter Hamas und Besatzung zwei Unternehmen gegründet hat. Von Plastiksammlern in der mexikanischen Karibik oder von einer Anwältin in Guyana, die sich mit Exxon Mobile und der Weltbank anlegt.

Freischreiber Steve Przybilla hat bei RiffReporter das neue Online-Magazin „Zukunft Elektroauto“ gestartet, das sich kritisch-konstruktiv mit der Elektromobilität auseinandersetzt. Im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz, Rohstoff-Knappheit und Ladesäulen-Wirrwarr ordnet er die Chancen und Risiken ein, die der elektrische Wandel mit sich bringt. Zum Auftakt ist eine große Reportage erschienen, bei der er ausprobiert, wie gut man mit einem Elektroauto in den Urlaub fahren kann.

Eigentlich scheint die deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte zu sein. Doch wie eng sind die beiden Teile Deutschlands drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung wirklich zusammengewachsen? Warum wird immer noch auf OST oder WEST abgestellt als handle es sich um schwerwiegende Vorerkrankungen, auf die Rücksicht zu nehmen ist? Freischreiberin Carolin Wilms hat darüber gemeinsam mit Ilka Wild ein Buch geschrieben: Sind wir uns wirklich einig? 

Im Alltag passiert es erstaunlich oft, dass wir mit Verschwörungserzählungen konfrontiert werden. Ob mit einem Freund in der Kneipe, der über „geheime Mikrochips in Impfungen“ referiert, ein Kollege, der davon überzeugt ist, dass uns die „Lügenpresse“ manipuliert oder der Bruder, der die „Pharmalobby“ für alle Erkrankungen verantwortlich macht. Nach ihrem Bestseller „Fake Facts“ geben Freischreiberin Katharina Nocun und Pia Lamberty mit ihrem Ratgeber „True Facts“ Tipps und verraten Kniffe, wie wir solche Aussagen als Verschwörungserzählungen entlarven können. 

Die Ausstellung „LandRush – Ventures into Global Agriculture“ am „Centre national de l‘audiovisuel“ in Dudelange (Luxemburg) ist eine künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzung mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen globaler Landwirtschaft. Frauke Huber und Freischreiber Uwe H. Martin dokumentieren seit 15 Jahren das Leben von Bauern und Landarbeiter*innen, Indigenen und Fischer*innen, sprechen mit Aktivisten, Politikern und Wissenschaftler*innen. Sie zeigen die komplexen Zusammenhänge und Lieferketten, die nötig sind, um uns mit Nahrung zu versorgen und wie wir durch Umweltzerstörung die Basis unserer Ernährung weiter erodieren.
Am 12. Juni erscheint passend hierzu der analog-digitale Katalog „LandRush –Ventures into Global Agriculture“. Infos findet ihr demnächst hier: https://cna.public.lu/en/events/2020/landrush.html.

Preise & Stipendien
Seit dem 1. April läuft die Ausschreibung zum Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus 2021. Bis einschließlich 30. Juni können Bewerbungen online eingereicht werden. Der Preis wird in den Kategorien „Allgemein“, „Newcomer“, „Medienprojekt“ und für bis zu drei Recherche-Stipendien ausgelobt und ist mit einem Preisgeld von insgesamt 47.000 Euro dotiert. Alle Informationen zum Otto Brenner Preis und den Bewerbungsmodalitäten sind auf der Webseite www.otto-brenner-preis.de zu finden.

Für Kurzentschlossene – das Media Innovation Fellowship des Journalismus Lab: Nur noch heute (1. Juni) können sich Medien-Start-ups bewerben, die professionellen Journalismus, Medien und Innovation zusammenbringen und aus ihrer validierten Idee ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen aufbauen möchten. 

Zum Schluss …
… erinnern wir noch einmal an den Anfang und mahnen: Nun packt euren blau bis türkisfarbenen Stimmzettel (natürlich vorher ausfüllen!) in den blau bis türkisfarbenen Umschlag und ab damit in den nächsten – mit extrem großer Wahrscheinlichkeit gelben – Postkasten. Dann gibt es auch im Juli wieder Grund zur Freude. 
In diesem Sinne: Bleibt gesund und frei!

Eure Freischreiber*innen

Jedes Jahr auf’s Neue baut sich vor Freien die Steuererklärung auf wie eine unüberwindbare Wand. Fachjournalistin Constanze Elter erklärt, mit Hilfe welcher Basics ihr sie erklimmt.

In rund 1 1/2 Stunden beantwortet sie etwa folgende Fragen: Welche Ausgaben sind für die UstV relevant, welche für die EÜR und welche erst bei der Jahressteuerberechnung (Kinderbetreuung, Arztkosten, private Versicherungen…)? Wo verbuche ich die KSK? Und wie berücksichtige ich Beiträge für die Freischreiber? Teilnehmende können bis zu zehn Tage vor dem Webinar weitere Fragen einreichen. In Kürze eröffnen wir die Anmeldung. Wer vorab Fragen hat, schickt eine Mail.

Teilnahmegebühr: 
Freischreiber-Mitglieder 19 Euro; 
begrenztes Kontingent für Mitglieder von wpk, Reporter-Akademie, freelens, ndm: 49 Euro; Externe: 79 Euro

Bitte unbedingt verbindlich anmelden, die Plätze sind begrenzt (max. 20 Teilnehmer*innen)
Die Teilnehmerplätze werden in der Reihenfolge der verbindlichen Anmeldungen vergeben. Anmeldung für Mitglieder hier.

WO: Zoom
WANN:
Freitag, 25. Juni 2021 von 16–17.30 Uhr