Dass beim Zeitschriftenhaus Gruner+Jahr die Zeichen auf Krise standen, war schon lange klar. Im Herbst machte Bertelsmann-CEO Thomas Rabe erste Andeutungen, RTL müsse das gesamte Gruner-Magazinportfolio auf den Prüfstand stellen. Kurz vor Weihnachten platzte die Bombe in Form eines Artikels von Anna Ernst in der Süddeutschen Zeitung[1]. Da waren wir als Menschen des Wortes kurz sprachlos: Bis auf den „Stern“ stünden sämtliche Gruner-Titel mutmaßlich zum Verkauf, darunter Traditionsmagazine wie „Brigitte“, „Eltern“, „Schöner Wohnen“ und sogar die sicher geglaubte „Geo“. 

Dabei geht es dem Gesamtkonzern wirtschaftlich einigermaßen gut – Krisenzeiten, Papierpreise und Inflation hin oder her.

Die SZ zitiert die Bertelsmann-Geschäftsberichte der letzten Jahre: 143 Millionen Euro Gewinn vor Steuern im Jahr 2021, deutlich mehr also als die 127 Millionen im Corona-Jahr 2020. Aber offenbar zu wenig für die ambitionierten Finanzziele des Vorstandsvorsitzenden von Bertelsmann und Geschäftsführers der RTL-Group. 

Was nach der „Portfolioanalyse“ im Lauf der nächsten Wochen ansteht, ist aller Wahrscheinlichkeit nach so düster wie erwartbar: Titel, die direkte Mitbewerber wegkaufen, aber nicht weiterführen; und Titel, die zwar andere Verlage übernehmen, aber aus den eigenen Redaktionspools bedienen und bei denen künftig Renditeziele über allen anderen stehen – also über journalistischer Qualität, Genauigkeit, Originalität in Text und Bild. 

Freischreiberin Verena Hagedorn beim Protest gegen den Ausverkauf am 25.1. in Hamburg. Foto: privat

Wir wissen genauso wenig wie alle anderen (außer vielleicht Thomas Rabe), wer am Ende den Deal machen wird, aber er wird nur für eine Seite Gewinn bringen: für die kaufmännische Führungsriege und die Aktionär:innen von Bertelsmann. Verlieren werden alle anderen: die fest angestellten Redakteur:innen, die Leser:innen, der journalistische Nachwuchs. 

Die freien Journalist:innen – ob Mitglieder der :Freischreiber oder nicht – sind in der Debatte bisher erstaunlicherweise noch gar nicht aufgetaucht.

Viele der Gruner-Magazine verdanken in den letzten Jahren vor allem uns und unserer Arbeit als freie Reporter:innen, Autor:innen, Kolumnist:innen und Service-Journalist:innen, dass der Verlag die Magazine nicht mit leeren Seiten ausliefern musste. In Zeiten ständig schrumpfender Redaktionsteams waren wir Freien über Jahre ein wichtiges und verlässliches Rückgrat des Verlages. 

Und auch wenn wir häufig genug Grund zur Klage hatten – etwa über Total-Buyout-Rahmenverträge und seit Jahren stagnierende Honorare – haben wir immer wieder gerne mit dem Verlag und vor allem den Redakteur:innen zusammengearbeitet, weil Gruner einer der letzten Garanten für guten Magazinjournalismus in Deutschland war. 

Für viele von uns war und ist Gruner & Jahr journalistische Heimat und wichtigstes Standbein. Das droht uns jetzt gnadenlos wegzuknicken. 

Wir sind traurig und wütend über diesen Kurs, der von rein monetären Interessen getrieben ist und nicht einen Funken vom „Bekenntnis zum Journalismus“ übriglässt, das Thomas Rabe auch nach der Fusion von Gruner & Jahr mit RTL häufig und vollmundig geäußert hat. 

Wir appellieren an Bertelsmann und Thomas Rabe: 

Stoppen Sie den Ausverkauf, erhalten Sie das publizistische Schwergewicht Gruner + Jahr – zugunsten Ihrer Leser:innen, Ihrer Mitabeiter:innen und der freien Journalist:innen, die mit ihren Inhalten die Magazine zu den begehrten Verkaufsobjekten gemacht haben, mit denen der Verlag gut verdient hat. 

Hamburg, 19. Januar 2023

Der Vorstand der Freischreiber


[1] https://www.sueddeutsche.de/medien/gruner-und-jahr-brigitte-geo-verkauf-rtl-bertelsmann-1.5719250?reduced=true

Im November verschickten wir Freischreiber einen offenen Brief an mehr als 370 Tages- und Wochenzeitungen, Online-Medien und Magazine in Deutschland. Unsere Forderung: #15Prozent mehr Honorar für alle Freien! Warum? Als Inflationsausgleich, aber auch, weil die meisten Zeilen-, Stunden- und Tagessätze seit Jahren nicht gestiegen sind. #FreieSindMehrWert!

Was seither geschah; ein Überblick.

  1. Fast 400 freie Journalist*innen, Verbände und sogar Chefredakteur*innen haben den Brief unterzeichnet. Du noch nicht? Mail uns deinen Namen und Status, wir tragen dich ein.
  2. Bei mehreren Treffen tauschten wir uns digital und live über unsere Erfahrungen mit Honorarverhandlungen aus, etwa beim Kaminabend zu fiesen Auftraggebern, in der Radio-Frühstückspause zu Tarifverhandlungen und beim 15%-Glühwein in Bonn. Der Zuspruch war riesig, nicht nur zum Glühwein, vor allem in der Diskussion. Das hat uns begeistert. Weitere Termine folgen.
  3. Einige der rund 600 Adressat*innen des Briefs antworteten uns und zeigten Verständnis, manche sicherten sogar direkt eine Erhöhung der Honorare zu. Zugegeben: Sie waren und sind in der Minderheit. Die meisten Häuser haben das Schreiben schlicht ignoriert. Das lassen wir natürlich nicht auf uns sitzen.
  4. Im neuen Jahr gehen wir in die angekündigten persönlichen Gespräche mit Redaktionen im ganzen Land. Duette aus Vorstand und Mitgliedern treffen Auftraggeber, diskutieren, verhandeln. Du möchtest dabei sein? Mail uns!
  5. Wir gaben euch für eigene Verhandlungen Tipps und eine schriftliche Vorlage an die Hand, damit ihr mit dem Rückenwind der Kampagne auf eure Auftraggeber zugehen könnt. Viele Kolleg*innen haben das getan. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön: Nur, wenn wir an einem Strang ziehen und von vielen Seiten unsere Forderungen stellen und erklären, haben wir Erfolg. Ihr macht das großartig – und mit teils erstaunlichen Ergebnissen.

Einige Ausschnitte:

„Ich traue mich immer erst sehr spät, mein Honorar zu erhöhen. Jetzt habe ich bei einem Auftraggeber nach drei Jahren endlich mal nachgefragt – und sogar 25% ausgehandelt! Die Freischreiber haben mir mit der 15%-Kampagne dazu den Impuls gegeben.“ (Jessica Wittmann-Naun)

„Ich bin seit 20 Jahren Musikjournalist und arbeite für viele Redaktionen. Die letzte Honorarerhöhung ist lange her – bei einzelnen Redaktionen gab es noch nie eine. Ich habe nach dem Start der 15%-Kampagne also mehrere Auftraggeber angeschrieben, den Link von Freischreiber aufgenommen und einige positive Reaktionen erhalten. Da geht noch was!” (Georg Rudiger)

„Ich habe das Gefühl, in Österreich verhandeln die Leute noch viel weniger. In Deutschland ist durch die Arbeit der Freischreiber schon viel passiert, auch im Selbstbewusstsein der freien Kolleg*innen.“ (Ruth Eisenreich)

„Natürlich habe ich immerzu gehört: Wir können nicht so viel zahlen! Dann habe ich aber zumindest in puncto Berechtigung zur Weiterverwertung verhandelt. Meist wollen die Medien ja alles exklusiv. Bei einer Zeitung konnte ich direkt am nächsten Tag nach Veröffentlichung, bei einem anderen Medium wenigstens nach 2 Wochen weiterverwerten.“ (Steve Przybilla)

„Ich habe vergangenes Jahr mein Honorar als freie Textchefin immerhin um 10 % erhöhen können. Nicht viel, aber besser als nichts. Was man nicht verlangt, kann man nicht bekommen. Danke für Eure Kampagne, die uns Mut macht, zu verlangen, was uns zusteht.“ (Barbara Esser)

Und sonst so? Zur Presseschau geht es hier entlang. Der Vorstand plant, diskutiert, macht unfassbar viele Überstunden – ehrenamtlich. Bringt euch bitte ein, um uns zu unterstützen!

Unsere Social-Media-Arbeit begleitet die Kampagne intensiv. Folgt uns (weiterhin) via Insta, Facebook, Mastodon und Twitter, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Wir erreichen hier eine Öffentlichkeit, die über unsere Bubble hinausgeht. Auch mit eurer Hilfe: Danke fürs Teilen, Liken und Kommentieren.

Wir halten euch auf dem Laufenden. Eure Freischreiber

Uns selbstständige Journalist:innen trifft die aktuelle Hochinflation besonders hart. Zugleich zahlen Verlage für freie Mitarbeit seit Langem dieselben Sätze. De facto sanken unsere Einnahmen also stetig. Das zeigt eine Geringschätzung unserer Arbeit, die wir scharf kritisieren.

Wir :Freischreiber verschicken deshalb heute, 15.11.2022, einen offenen Brief an mehr als 200 Tages- und Wochenzeitungen, Online-Medien und Magazine in Deutschland.

Wir fordern Wertschätzung in Form von fairen Honoraren!

„Sehr geehrte Redaktionen, Verlage und Medienhäuser,

die Inflation im Oktober 2022 liegt bei 10,4 Prozent.* Uns freie Journalist:innen trifft diese reale Preissteigerung besonders hart. Wir sorgen nicht nur für unseren privaten Lebensunterhalt, sondern kommen auch für unsere beruflichen Kosten wie Büromiete, Nebenkosten und Arbeitsmaterialien selbst auf. Auch diese Posten werden gerade rasant teurer.

Hinzu kommt: Verlage haben die Honorare für freie Mitarbeiter:innen seit Jahren gleich gehalten oder nur minimal angehoben. Zwar haben Verleger und Gewerkschaften immer wieder höhere Honorare ausgehandelt, aus dem Honorarreport der :Freischreiber aber geht hervor, dass davon wenig bis nichts bei den Freien angekommen ist. 

De facto sanken die Honorare also jedes Jahr um ein paar Prozent – entsprechend der Inflation. Das ist ein falsches Signal, zeigt es doch die Geringschätzung unserer Arbeit.

Wir :Freischreiber setzen uns seit Bestehen unseres Verbandes für faire Honorare ein. Fair bedeutet, dass Verlage sie – entsprechend der Gehaltserhöhungen der festen Mitarbeiter:innen – regelmäßig anheben. Leider sind nur wenige Redaktionen unseren Forderungen bislang nachgekommen; stattdessen kürzten sie Honorare in der Vergangenheit sogar. Damit muss nun, in Zeiten der Hochinflation, Schluss sein.

Verlage müssen jetzt Verantwortung für uns freie Mitarbeiter:innen übernehmen. Schließlich profitieren Redaktionen seit Jahren von unserer Arbeit. Ein großer Teil der journalistischen Produkte könnte nicht ohne die Mitarbeit freier Journalist:innen entstehen. Wenn Verlage in der Krise nur die Teuerung des Papiers und der Energiepreise in Kauf nehmen, sparen sie ihre wichtigste Ressource tot: die freien Mitarbeiter:innen, die ihre mitunter preisgekrönten journalistischen Beiträge initiieren, recherchieren und verfassen.

Wir fordern Sie auf:

  • Erhöhen Sie Honorare für freie Mitarbeiter:innen unverzüglich um mindestens 15 Prozent. Denn die Anhebung muss sowohl die aktuell hohen Inflationsraten abfangen als auch versäumte Honorarerhöhungen vergangener Jahre nachholen.
  • Erhöhen Sie Honorare auch künftig regelmäßig, und zwar in Relation zur Inflationsrate und zu den Tarifrunden der festen Mitarbeiter:innen.

Sie sehen, es gibt Diskussionsbedarf. Sprechen Sie mit uns! Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an: 040 22 86 71 52.

Ihre :Freischreiber

Stellvertretend die :Freischreiber-Vorstandsvorsitzenden

Joachim Budde & Dr. Sigrid März“

Solidarisiere auch du dich mit deiner Unterschrift mit freien Journalist*innen. Schick eine Mail mit deinem vollständigen Namen und Status (z. B. „Freie Journalistin“ oder „Redakteur bei xy“).

Folgende Unterschriften sind bisher eingegangen:

Vorstand des journalists.network

Gesamtvorstand, Weltreporter.net

Tanja Krämer, Vorstand RiffReporter

Christian Schwägerl, freier Journalist & Mitgründer RiffReporter

Christoph Reinhardt, Vorsitzender rbb-Freienvertretung

Christoph Hölscher, stellvertr. Vorsitzender rbb-Freienvertretung

Stephanie Funk-Hajdamowicz, Vorsitzende des Freienrats des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Tina Groll, Bundesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union

Johann Stephanowitz, Mitglied im Bundesvorstand der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union

Markus Pfalzgraf für den Landesvorstand DJV Baden-Württemberg e.V.

Christin Fink, Vorstand DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband AG

Vorstand der Berufsvereinigung deutscher Medienjournalisten

Rebecca Roth, Projektleitung Neue deutsche Medienmacher*innen e.V.

Nicola Kuhrt, Chefredakteurin medwatch.de

Rike Uhlenkamp, Reporterin & Geschäftsführerin Zeitenspiegel Reportagen 

Jakob Vicari, Gründer tactile.news

Burkhard Schäfers, Studienleiter katholische Journalistenschule ifp & freier Journalist

Ariel Hauptmeier, Leiter Reportageschule Reutlingen

Gesamtvorstand next media makers e.V.

Rainer Brandes, freier Journalist

Joachim Budde, freier Wissenschaftsjournalist

Sigrid März, freie Wissenschaftsjournalistin

Anna Heidelberg-Stein, Büroleitung Freischreiber & freie Journalistin

Yvonne Pöppelbaum, Büroleitung Freischreiber & Weltreporter

Tomma Schröder, freie Wissenschaftsjournalistin

Assata Frauhammer, freie Journalistin

Oliver Eberhardt, freier Journalist

Dr. Sven Scherz-Schade, freier Journalist

Regine Marxen, freie Redakteurin & Podcasterin

Dr. Carola Göring, freie Journalistin

Georg Rudiger, freier Musikjournalist

Julia Wadhawan, freie Journalistin

Ulrich Winter, freier Journalist

Verena Mörath, freie Journalistin

Klaus Sieg, freier Journalist 

Dr. Ulrike Brenning, freie Journalistin

Martin Halter, freier Journalist

Gabriele Meister, freie Journalistin

Michael Brüggemann, freier Journalist

Kerstin Beckert, freie Wissenschaftsjournalistin

Andrea Mertes, Journalismustrainerin & freie Seminarleiterin der Akademie der Bayerischen Presse München

Ruth Eisenreich, freie Journalistin

Johannes Strempel, freier Journalist

Beate Wand, freie Journalistin

Verena Mörath, Autorin, Fotografin & Ethnologin

Sandra Weiss, freie Auslandskorrespondentin

Florian Bayer, freier Journalist

Gunthild Kupitz, freie Journalistin & Textchefin

Florian Sturm, freier Journalist

Emmelie Öden, freie Journalistin

— 50 —

Marlene Halser, freie Reporterin

Martina Wimmer, freie Journalistin & Redakteurin

Björn Bischoff, freier Journalist & Autor

Jörg Spaniol, freier Journalist & Fotograf

Agnes Fazekas, freie Reporterin

Timo Stukenberg, freier Journalist

Katja Richter, freie Fachjournalistin & Autorin

Dr. Michael Plote, freier Journalist & Blogger

Gudrun Heyder, freie Autorin

Christopher Trinks, freier Lokaljournalist

Steve Przybilla, freier Journalist

Judith Weibrecht, freie Journalistin 

Gabriele Summen, freie Journalistin

Hanne Walter, freie Journalistin

Susanne Pahler, freie Journalistin 

Klaus Braeuer, freier Journalist

Ulli Safferling, freier Journalist

Pat Scheidemann, Fotojournalist*in

Charly Kowalczyk, freier Hörfunkjournalist

Anja Reiter, freie Journalistin

Antje Rößler, Kulturjournalistin

Katharina Müller-Güldemeister, freie Journalistin

Andreas Spaeth, freier Journalist

Karin Charlotte Melde, freie Autorin & Bloggerin

Stephanie von Selchow, freie Journalistin

Nadja Bossmann, freie Journalistin

Birgit-Sara Fabianek, freie Journalistin

Christian Eßer, freier Journalist

Dirk Auer, freier Journalist

Beate Erler, freie Journalistin

Sabine Oberpriller, freie Journalistin

Barbara Behrendt, freie Journalistin

Lisa Winter, freie Journalistin

Minh An Szabó de Bucs, freie Kulturjournalistin und Filmemacherin

Birgit Holzer, freie Journalistin

Caroline Becker, freie Journalistin

Beate Spindler, freie Journalistin

Valentin Beige, freier Hörfunkjournalist

Nico Schäffauer, freier Journalist

Nadine Effert, freie Redakteurin / Journalistin 

Hellmuth Nordwig, freier Wissenschaftsjournalist

Kristin Kasten, freie Journalistin

Michael Rappe, freier Sportjournalist

Anke Lübbert, freie Journalistin

Helena Piontek, freie Journalistin

Katharina Mau, freie Journalistin

Franziska Wolffheim, freie Journalistin

Christian Bartlau, freier Journalist

Simon Ludger Helmers, freier Journalist

Kirsten Wulf, freie Journalistin

— 100 —

Lutz Jäkel, freier Fotojournalist & Autor

Christine Prußky, freie Wissenschaftsjournalistin

Josefine Bauer, freie Journalistin

Katharina Schuster, freie Journalistin

Richard Fuchs, freier Journalist

Benjamin Breitegger, freier Journalist

Gabriela Beck, freie Fachjournalistin Architektur

Nicole Graaf, freie Autorin & Auslandsreporterin

Insa van den Berg, freie Journalistin

Stefan Rambow, freier Journalist

Falk Schreiber, freier Redakteur „tanz – Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance“, freier Kulturjournalist

Hildegard Willer, freie Journalistin

Julia Flöter, freie Journalistin

Anna Marie Goretzki, freie Journalistin

Annika Eßmann, Volontärin bei acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften 

Tanja Schuhbauer, freie Journalistin

Beate Krol, freie Journalistin

Dr. Raymond Wiseman, freier Journalist

Christian Erll, freier Journalist

Eva Morlang, freie Kulturjournalistin für Podcast & Radio

Lisbeth Schröder, freie Journalistin

Annika Bischof, Mediennutzerin

Christa Hasselhorst, freie Journalistin

Astrid Därr, freie Journalistin

Bernd Müllender, freier Journalist & Buchautor

Julia Sausmikat, freie Autorin

Ulrike Prinz, Redakteurin & freie Journalistin

Karl Urban, freier Wissenschaftsjournalist

Elena Matera, freie Journalistin

Dr. Herbert Hoven, freier Journalist

Jana Hauschild, freie Journalistin

Jens Uthoff, freier Journalist

Stefanie Witterauf, freie Journalistin

Christoph Borgans, Reporter

Dr. Angela Bechthold, freie Wissenschaftsjournalistin

Carina Frey, freie Wissenschaftsjournalistin

Silke Jäger, freie Medizinjournalistin

Hannah Küppers, freie Journalistin

Dr. Christian J. Meier, freier Wissenschaftsjournalist & Autor

Daniela Gschweng, freie Journalistin

Angelika Ohland, Senatskanzlei Hamburg

Pia Stendera, freie Journalistin

Jan Rübel, Reporter, Zeitenspiegel Reportagen

Christine Frischke, freie Journalistin

Helena Weise, freie Journalistin

Christian Rath, rechtspolitischer Korrespondent

Brigitte Wenger, freie Journalistin

David Krenz, freier Journalist

Michel Mayr, freier Journalist

Anne Klesse, freie Journalistin

— 150 —

Sarah Bioly, freie Journalistin

Alina Schwermer, freie Journalistin

Kay-Christian Heine, freier Journalist & Fotograf

Nicholas Brautlecht, freier Journalist

Andrew Müller, freier Journalist

Anke Nolte, freie Medizinjournalistin

Claus Lochbihler, freier Journalist und Seminarleiter an der Akademie der Bayerischen Presse e. V. 

Rainer Kurlemann, freier Wissenschaftsjournalist & Autor  

Andreas Holzapfel, freier Journalist

Hannah Möller, freie Journalistin, Zeitenspiegel

Annette Bolz, freie Journalistin & Dozentin

Gudrun Heyder, freie Journalistin

Christiane Schulzki-Haddouti, freie Journalistin 

Christina Mikalo, freie Journalistin

Charis Stank, freie Journalistin

Adriana Jodlowska, freie Journalistin

Lorenz Schröter, freier Radiojournalist

Sarah Mersch, freie Journalistin

René Denzer, freier Journalist

Inken Paletta, freie Journalistin & Finnlandexpertin

Sascha Montag, freier (Foto-) Journalist

Johannes Klostermeier, freier Journalist

Claudia Krause, freie Journalistin

Jeannette Goddar, Journalistenetage

Virginia Kirst, freie Auslandskorrespondentin

Sylvia Meise, freie (Foto-) Journalistin

Lukas Kohlenbach, freier Journalist

Susanne Wedlich, freie Wissenschaftsjournalistin 

Dr. Oliver Pfohlmann, freier Literaturkritiker & -wissenschaftler

Christine Werner, freie Radiojournalistin & Autorin

Cristina Helberg, freie Journalistin

Anke Kotte, freie Journalistin

Dr. Frank Frick, freier Wissenschaftsjournalist

Jan Berndorff, freier Wissenschaftsjournalist

Christoph Weymann, freier Journalist

Dr. Astrid Viciano, freie Medizinjournalistin

Heribert Rösgen, freier Journalist

Marion Klötzer, freie Kulturjournalistin

Henrik Müller, freier Wissenschaftsjournalist

Monika Johna, freie Journalistin

Christina Felschen, freie Auslandskorrespondentin

Carola Kleinschmidt, freie Journalistin

Jan Oliver Löfken, freier Wissenschaftsjournalist

Güven Purtul, freier Journalist

Daniel Hautmann, freier Journalist & zweifacher Vater

Martin Rücker, freier Journalist

Oliver Jensen, freier Journalist

Julia Vorkefeld, freie Autor:in & Creative/Podcast Producer:in

Alexander Werth, freier Journalist

Peggy Lohse, freie Journalistin

— 200 —

Elke Reinhold, freie Journalistin

Norma Schneider, freie Journalistin 

Lisa Kuner, freie Journalistin

Silke Burmester, Publizistin

Carolin Wilms, freie Journalistin

Katrin Wienefeld, freie Journalistin

Sarah Tekath, freie Auslandskorrespondentin & Podcasterin

Katja Hanke, freie Journalistin

Sylvia Heinlein, freie Autorin 

Sarah Alberti, freie Journalistin

Sünje Nicolaysen, freie Autorin

Silke Feltes, freie Journalistin 

Dr. Margit Roth, freie Journalistin, Chefredakteurin BISS

Sarah Ulrich, freie Reporterin

Jannik Jürgens, freier Journalist

Anita Rüffer, freie Journalistin 

Gerhard Strohmann, freier Sportjournalist & Fotograf

Robert B. Fishman, freier Journalist

Bettina Maria Brosowsky, freie Autorin

Frank Keil, freier Kulturjournalist

Annika Stricker, freie Journalistin

Jonas Seufert, freier Journalist

Samuel Müller, freier Journalist

Eileen Kelpe, freie Journalistin

Stefan Jehle, freier Journalist

Ulrike Märkel, freie Journalistin

Tim Winter, freier Journalist

Francoise Hauser & Geraldine Friedrich, freie Journalistinnen & Gründerinnen des Freien-Podcast

Jan Schwenkenbecher, freier Wissenschaftsjournalist

Michael Stang, freier Wissenschaftsjournalist & Moderator

Anne-Sophie Lang, freie Journalistin

Nina Höhne, freie Journalistin

Jasmin Siebert, freie Journalistin

Dietmar Pühler, freier Journalist

Verena Carl, freie Journalistin & Buchautorin

Detlef Dreßlein, freier Autor, Journalist & Dozent

Cord Aschenbrenner, freier Journalist

Jan Paersch, freier Journalist

Mirjam Ratmann, freie Journalistin

Christine Rohrer, freie Redakteurin

Steffi Machnik, freie Redakteurin & Journalistin

Tim Kalvelage, freier Wissenschaftsjournalist

Antonia Schaefer, freie Auslandskorrespondentin 

Christoph Lixenfeld, freier Journalist & Autor

Barbara Bachmann, freie Reporterin

Michael Masson, freier Journalist

Nora Voit, freie Journalistin

Christiane Enkeler, Journalistin & Autorin

Iris Hinneburg, freie Medizinjournalistin

— 250 —

Silke Hartenstein, freie Journalistin 

Christiane Zwick, Freie DLF

Dr. Lydia Polwin-Plass, freie Journalistin & Autorin

Thomas Loisl Mink, freier Journalist

Markus Wanzeck, Reporter & Redakteur, Zeitenspiegel Reportagen

Martin Theis,  freier Reporter

Stefan Scheit, freier Journalist

Sabine Hebbelmann, freie Journalistin

Karin Ait Atmane, freie Journalistin

Thea Marie Klinger, freie Fotografin & Journalistin

Birgit-Cathrin Duval, freie Journalistin 

Gabi Fischer von Weikersthal, freie Medizin- & Wissenschaftsjournalistin

Gabriele Hennicke, freie Journalistin

Benno Stieber, freier Korrespondent & Autor

Christiane Neubauer, Chefredakteurin von RADtouren, freie Reisejournalistin

Gudrun Ambros, freie Fachjournalistin

Andrea Schwendemann, Journalistin & Kinderbuchautorin

Stefanie Helbig, freie Journalistin

Katharina Wojczenko, freie Journalistin & Auslandskorrespondentin

Sophie Schädel, freie Journalistin

Lea De Gregorio, freie Journalistin

Linda Tutmann, freie Reporterin 

Lisa Erzsa Weil, freie Journalistin

Lena Högemann, freie Journalistin

Lisa Hilbich, freie Journalistin, Autorin & Ghostwriterin

Marius Münstermann, freier Journalist

Verena Mörath, freie Journalistin, Fotografin & Sozialwissenschaftlerin

Dunja Batarilo, freie Journalistin & Redakteurin „Zukunft“ bei der taz

Lena Böllinger, freie Journalistin

Jürgen Stryjak, Nahostkorrespondent (ARD, Weltreporter)

Christoph Otto, freier Journalist

Jessica Wittmann-Naun, freie Journalistin

Hilmar Poganatz, Blockfrei, freier Chefredakteur Zukunft Jetzt

Christina Schott, freie Journalistin, Weltreporter

Ann-Christin Baßin, freie Journalistin & Fotografin

Kira Brück, freie Journalistin

Julia Becker, freie Journalistin

Brigitte Stahl-Busse, Wissenschaftsjournalistin

Vivien Valentiner, freie Journalistin

Sebastian Höhn, freier Journalist und Fotograf

Nicole Friesenbichler, freie Journalistin

Friederike Kenneweg, freie Journalistin

Andrea Potzler, freie Journalistin

Mechthild Klein, freie Journalistin & Autorin

Juliette Irmer, freie Wissenschaftsjournalistin

Christian Bartels, freier Medienjournalist

Jürgen Bischoff, Medienjournalist

Eva Bodenmüller, freie Redakteurin

Karina Scholz, freie Journalistin & Texterin

Lucia de Paulis, freie Journalistin

— 300 —

Leonie Sontheimer, freie Journalistin

Anja Reumschüssel, freie Journalistin

Ann Esswein, Selbstlaut Kollektiv

Alicia Prager, Selbstlaut Kollektiv

Anina Ritscher, Selbstlaut Kollektiv

Anna-Theresa Bachmann, Selbstlaut Kollektiv 

Bartholomäus Lafferty, Selbstlaut Kollektiv 

Eser Aktay, Selbstlaut Kollektiv

Vera Deleja-Hotko, Selbstlaut Kollektiv

Eva Hoffmann, Selbstlaut Kollektiv

Felie Zernack, Selbstlaut Kollektiv 

Friederike Oertel, Selbstlaut Kollektiv 

Helena Lea Manhartsberger, Selbstlaut Kollektiv 

Christian Kaiser, freier Journalist & Fotograf

Pascal Hesse, freier Journalist & Publizist

Stefan Mey, freier IT-Journalist

Lars Meyer, freier Journalist

Julia Schoon, freie Food- und Reisejournalistin

Juliane Eva Reichert, freie Journalistin

Jens Lubbadeh, Redakteur bei Zeit Online, Wissenschafts-Ressort

Katharina Finke, freie Journalistin/Autorin

Martin Krauss, freier Sportjournalist und Buchautor

Marie Hecht, freie Journalistin, Berlin

Christa Roth, freie Journalistin

Hendrik Bensch, freier Journalist

Miriam Braun, Auslandsfreie in New York

Christina Gräwe, freie Journalistin, kuratorenwerkstatt

Hans Wille, freier Journalist

Doris Neubauer, freie Journalistin

Tobias Scharnagl, Reporter beim Stern

Katrin Poese, freie Journalistin

Dr. Sabine Theadora Ruh, freie Wirtschaftsjournalistin 

Marietta Miehlich, freie Journalistin & redaktionelle Mitarbeiterin

Dr. Peter Spork, freier Wissenschaftsautor

Regine Ounas-Kräusel, freie Journalistin

Henry Steinhau, Redakteur beim iRights.Lab, ThinkTank für die digitale Welt

Margot Weber, freie Journalistin

Christine Schulz-Reiss, freie Journalistin

Barbara Burckhardt, Kulturjournalistin

Kati Krause, freie Journalistin

Barbara Weidmann, freie Journalistin & Trainerin

Nina Praun, freie Journalistin

Anke Pedersen, freie Journalistin

Jelka Louisa Beule, freie Journalistin

Maren Preiß, freie Journalistin

Stefan Rambow, freier Journalist

Martina Keller, freie Journalistin

Volker Jost, freier Journalist

Jochen Paulus, freier Journalist

Guido Krawinkel, freier Journalist

–350 —

Cornelius Wüllenkemper, freier Autor & Reporter

Nelly Ritz, Podcastredakteurin & freie Journalistin

Andreas Ammer, freier Journalist

Ralf Falbe, Fotografie & Medien, DFJV

Robert Rutkowski, freier Fotojournalist

Patrick Rosenberger, freier Fachjournalist & Autor

Thomas Röbke, freier Journalist

Urs Kluyver, freier Fotojournalist

Wolf Lotter, Essayist

Friedrich Wilhelm Rödding, freier Autor

Julia Laatsch, Fotografin

Corinna Hartmann, freie Journalistin

Mira Unkelbach, freie Fotografin & Fotojournalistin

Nora Ederer, freie Wissenschaftsjournalistin

Alexander Keuk, freier Musikjournalist & Autor

Tobias Hürter, freier Journalist

Felicitas Witte, freie Journalistin 

Marco Urban, freier Fotojournalist

Frank Krems, freier Fotojournalist

Martin Leissl, freier Fotograf

Bertram Solcher, freier Fotojournalist

Majka Gerke, freie Journalistin

Murat Türemis, freier Fotojournalist, Gründungsmitglied der laif Genossenschaft der Fotograf:innen

Dr. Friedhelm Kring, freier Fachjournalist & Autor

Holger Leue, freier Fotojounalist

Thomas Pirot, freier Fotograf & Fotojournalist

Sebastian Gabriel, freier Fotojournalist

Jens Schlüter, freier Fotograf

Heike Steinweg, freie Fotografin 

David Klammer, freier Fotograf

Verena Brüning, freie Fotojournalistin

Stefan Boness, freier Fotojournalist

Jürgen Escher, Design & Fotografie

Franziska Gilli, freie Fotojournalistin

Bethel Fath, Fotografin

Debra Bardowicks, Fotografin & Autorin

Flo Hagena, freier Fotojournalist

Gordon Welters, freier Fotojournalist 

Julia Knop, freue Fotojournalistin

Markus Bollen, Fotograf

Jann Wilken, freier Fotograf

Stephan Görlich, freier Fotograf

Oliver Mengedoht, freier Journalist & Fotograf

Tristan Berger, Reporter

Dr. Tina Weinberger, freie Journalistin

Nora Klein, freie Dokumentarfotografin

Axel König, freier Fotograf und Journalist

Mathias v. Hofen, freier Journalist

Christian Werner, Fotojournalist

Susanne Grautmann, freie Journalistin 

Dr. Bettina de Cosnac, freie Journalistin & Buchautorin

Sonja Ernst, freie Journalistin

Lottemi Doormann, freie Journalistin

— 400 —

Ramona Seitz, freie Journalistin in Tansania

Christoph Löhr, freier Journalist & Autor

Özgün Kaya, freier Journalist

Alicia Lindhoff, freie Radio- & Zeitungsjournalistin

Dr. Lisa Auffenberg, freie Wissenschaftsjournalistin

Matilda Jordanova-Duda, freie Journalistin

Sonja Bettel, freie Journalistin

Barbara Esser, freie Journalistin

Kathrin Hollmer, freie Journalistin

Michael Pöppl, freier Journalist & Autor

— 410 —

*Deutschland; Quelle: Statistisches Bundesamt

Medienpolitischer Dialog. Deutschland braucht weiterhin ein duales System mit öffentlich-rechtlichen und privaten Medienanstalten. Dafür braucht es nun mehr Transparenz, mehr Teilhabe und Dialog mit den Nutzer:innen der Angebote der Öffentlich-Rechtlichen. Darin waren sich alle Redner:innen des Medienpolitischen Dialogs einig, zu dem die SPD-Bundestagsfraktion am 22. September vor dem Hintergrund der Geschäftspraktiken beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) geladen hatte. 

Von einer Vertrauenskrise sprach Staatssekretärin Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund für Europa und Medien. Dr. Susanne Pfab, Generalsekretärin der ARD, bezeichnete die Vorkommnisse der letzten Monate gar als größte Krise in der ARD. Eine Krise sah auch Prof. Frank Überall, Bundesvorsitzender Deutscher Journalisten Verband (DJV). Es sei zwar eine Krise des Systems, aber keine Systemkrise.

Dr. Sigrid März, Freischreiber-Vorsitzende, wandte sich mit einem Appell an alle Anwesenden: „Es wurde heute viel über Kontrolle, Transparenz und Teilhabe gesprochen. Ich möchte an dieser Stelle eine Gruppe von Menschen ansprechen, die bisweilen unter den Tisch fallen, wenn es um Kontrolle und Teilhabe geht.

Lassen Sie mich dafür ein paar Zahlen nennen. Auf etwa 28.000 Festangestellte bei den Öffentlich-Rechtlichen kommen etwa 18.000 feste Freie. Wie viele – ich nenne sie mal – freie Freie es darüber hinaus gibt, ist unklar, denn die zählt niemand. Beim rbb sind die Zahlen ähnlich, dort kommen auf 2.000 Festangestellte rund 1.500 Arbeitnehmerähnliche.

Sigrid März

Diese freien Journalist:innen liefern als freie Autor:innen, Redakteur:innen und Reporter:innen einen Großteil des Programms. Sie machen den kritischen und unabhängigen Journalismus, von dem hier immer wieder gesprochen wird.

Gleichzeitig haben die Freien in einigen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nach wie vor keine Stimme, kein Mitsprache- oder Wahlrecht.

Und gleichzeitig sind die Freien die, die als erste weggespart werden, wenn Sender verschlankt werden oder Kürzungen anstehen. Das bringt die freien Journalist:innen in eine prekäre Situation, abgesehen von den sowieso dringend überarbeitungswürdigen Honorierungsmodellen.

Herr Überall, Sie sprachen es eben an: Die Zahl der Angriffe auf Reporter:innen hat in den letzten Jahren erneut zugenommen. Häufig sind es die Freien, die die Wut der Öffentlichkeit hautnah miterleben, wenn sie auf der Straße oder in den sozialen Medien verbal oder gar physisch angegriffen werden.Um es noch einmal zu veranschaulichen: Im Fall des rbb sind also mehr als 40 Prozent der rbb-Beschäftigten, die gleichzeitig einen Großteil der kritischen Berichterstattung stemmen, stimm- und damit machtlos sowie mit prekären Arbeitsbedingungen konfrontiert.

Damit entfällt eine immens wichtige interne Kontrollfunktion, die möglicherweise manch Krise verhindert hätte.

Freienvertretungen in betroffenen Öffentlich-Rechtlichen fordern schon lange Sitze in Personalvertretungen und anderen Kontrollgremien, kurzum mehr Mitbestimmungsrecht.

Wir fordern, wie die Freienvertretungen auch, angemessene Honorare und soziale Absicherung, damit wir von unserer Arbeit leben und weiterhin unabhängig und kritisch berichten können.

Frau Raab, Sie sagten es vorhin: Wir müssen über Kontrolle und Teilhabe sprechen, über Veränderungen der Strukturen. Auch Sie sprachen dies an, Frau Pfab: Teilhabe und Dialog mit den Nutzer:innen der Programminhalte sei wichtig. Ich stimme Ihnen zu, aber erweitern Sie den Kreis der Menschen, mit denen Sie in den Dialog treten, um Ihre freien Mitarbeiter:innen.

Sie können viel über Transparenz und Compliance sprechen. Aber planen Sie Neustrukturierungen und Reformen bitte nicht erneut ohne die Freien!“

Die Medienanstalten haben nicht nur eine Verantwortung den Konsument:innen der Programminhalte gegenüber, sondern ebenso ihren freien Mitarbeiter:innen. Denjenigen, die zu großen Teilen die Programminhalte produzieren. Freischreiber steht für Gespräche zur Verfügung.

Hintergrund:

Am 22. September trafen sich auf Einladung der SPD-Fraktion Medienschaffende sowie Menschen aus Politik und Medienlandschaft im Deutschen Bundestag zum Medienpolitischen Dialog. Das Thema: „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk – wie geht es weiter? Transparenz und Compliance für mehr Bürgernähe“.

Unsere Freischreiber-Feierei am 3. September beglückte uns nicht nur, weil wir gemeinsam den letzten Sommertag des Jahres erlebten. Die Party war auch das erste größere Live-Treffen seit 2019. Sie erfüllte uns den Traum vom gemeinsamen Segeln. Tanzte im pailletten-grünen Kleid von ZUSTRA über die Bühne. Und das in der schönsten Location auf der Havel: dem Hausboot der Segelschule Hering.

Unser VJ Stephan Obel hat das Event für uns im Film festgehalten. Genießt ihn!

Wir haben’s getan: uns getroffen. Live! Mit Freischreibern aus ganz Deutschland, Weltreporter*innen und Preisträgern, mit der Sängerin ZUSTRA, froschgrünen Lotsen und Lotsinnen aus dem freien Journalismus. Wir haben Steg und Hausboot zum Schunkeln gebracht, unverhofft mit Sekt getauft, uns und euch gefeiert – und die Freiheit. Ahoi, es war schön: bei der Himmel- und Hölle-Preisverleihung am 3. September in Berlin.

Berlin, 3. September 2022. Freischreiber kürte in diesem Jahr die Engel und Teufel der freien Auslandsberichterstattung. Die himmlische Auszeichnung erhielt die Redaktion „Hintergrund“ des Deutschlandfunks. In der Hölle müssen (fast) alle anderen schmoren. 

Pressemitteilung als PDF
Laudatio Himmel-Preis 2022 als PDF / Dankesrede Preisträgerin Anne Raith als PDF
Rede Himmel-und-Hölle-Preis 2022 als PDF
Alles zum Himmel-und-Hölle-Preis, inklusive Archiv
Logo:

Der Himmel-und-Hölle-Preis der Freischreiber 2022 stand ganz im Zeichen der Auslandsberichterstattung. Freischreiber rückt damit Redaktionen oder Einzelpersonen in Rampenlicht, die sich in besonderer Weise um den freien Journalismus verdient machen – oder diesen schädigen. In einer Zeit, die geprägt ist von Kriegen und Krisen in der Welt, wählte der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten den Schwerpunkt Auslandsberichterstattung. Deshalb gehörte in diesem Jahr der Jury neben dem Vorstand von Freischreiber auch Leonie March an, Vorsitzende von Weltreporter, dem größten Netzwerk deutschsprachiger Auslandskorrespondent*innen.

Den Himmel-Preis 2022 verlieh Freischreiber am 3. September 2022 in Berlin an die Redaktion „Hintergrund“ des Deutschlandfunks. Stellvertretend für das Team erhielten die beiden Reaktionsleiterinnen Anne Raith und Ursula Welter die Auszeichnung. Sie verantworten die Sendungen „Hintergrund“, „Europa heute“, „Eine Welt“ und „Gesichter Europas“. 

Der Umgang der Redaktion mit Freien im Ausland sei fair, kompetent und freundlich, lobte Laudatorin Katharina Wojczenko, Vorstandsmitglied bei Freischreiber und selbst freie Korrespondentin in Bogotá (Kolumbien). Die Zusammenarbeit sei eng und intensiv, die Redigatur der Texte stets auf Augenhöhe und die Honorare angemessen. „Was den entscheidenden Unterschied macht – besonders für uns freie Journalist*innen – sind die Menschen, die in diesen Strukturen arbeiten und sich für Fairness und angemessene Honorare einsetzen“, sagte Katharina Wojczenko.

Dass Wertschätzung auf Gegenseitigkeit beruht, machte Redaktionsleiterin Anne Raith in ihren Dankesworten deutlich: „Was wären wir ohne Sie?“ sagte sie mit Blick darauf, dass ein Löwenanteil der Auslandsberichterstattung in deutschen Medien von Freien kommt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe unter Druck, Arbeitsabläufe würden dichter, die Ausspielwege immer vielfältiger, der Ton in den Debatten rauer, und immer mehr Journalist*innen gerade im Ausland kehrten dem Beruf den Rücken. Die Nachricht von der Auszeichnung sei deshalb genau im richtigen Moment gekommen: „Was ist mehr wert als diese Wertschätzung von den Freischreibern?“, sagte sie. 

Katharina Wojczenko hatte in ihrer Laudatio unterstrichen, der Himmel-Preis solle auch ein Ansporn sein, die Bastion „Hintergrund“ zu verteidigen. Das traf auf offene Ohren, denn Anne Raith schloss mit den Worten: „Wir müssten den Himmel-Preis sofort wieder weiterreichen an die freien Kolleginnen und Kollegen, behalten ihn aber noch einen Moment gepaart mit dem Versprechen, dass Sie und ihr mit uns, mit mir und meinen Kolleginnen weiter hartnäckige und furchtlose Mitstreiterinnen habt – für gute internationale Berichterstattung. Und für ein gutes Auskommen mit den freien Kolleginnen und Kollegen überall auf der Welt.“

„Fehlen die Korrespondent*innen, wachsen blinde Flecken auf der Weltkarte.“

Dr. Sigrid März, Vorsitzende von Freischreiber, betonte die wichtige und wertvolle Arbeit freier Korrespondent*innen. Sie begleiten politische Entwicklungen weltweit und erklären Zusammenhänge. Sie berichten unabhängig und leisten einen essenziell wichtigen Beitrag zur globalen Pressefreiheit: „Fehlen die Korrespondent*innen, wachsen blinde Flecken auf der Weltkarte. Räumen diese Journalist*innen das Feld, entsteht ein Vakuum, in dem sich im schlimmsten Fall Propaganda breit macht.“

Die Arbeitsbedingungen für freie Auslandskorrespondent*innen verschlechtern sich immer weiter: Zeilenhonorare sind seit Jahren auf demselben niedrigen Niveau eingefroren, manche Verlage haben sie sogar gekürzt. Mit Total-Buyout-Verträgen verhindern viele Medienhäuser, dass Freie ihre Recherchen für mehrere Kunden aufarbeiten, wie es wirtschaftlich sinnvoll und notwendig ist. Häufig weigern sich Medienhäuser, Reisekosten zu übernehmen. „Damit entziehen Verlage und Sender den Auslandskorrespondent*innen – und hier vor allem den freien – nach und nach ihre Arbeits- und Lebensgrundlage“, sagte März. 

In der Ukraine etwa könne man sehen, dass freie Journalist*innen teils unter Lebensgefahr berichteten, oft jedoch weder ausreichend abgesichert noch für solche Kriseneinsätze geschult seien. „Während Medienhäuser ihre Festangestellten unterstützen, fehlt es den Freien an bezahlbaren Lebens- und Unfallversicherungen oder elementaren Dingen wie Schutzausrüstung und psychologischer Betreuung.“

Ignoranz, Wegschauen und ein Wird-Schon-Gut-Gehen-Denken sind ein branchenweites Phänomen. Freischreiber hat daher in diesem Jahr entschlossen, den Hölle-Preis nicht einer einzelnen Redaktion zu verleihen. „Einen einzigen Kandidaten, eine einzige Kandidatin mit dem Hölle-Preis zu prämieren, wäre zu kurz gefasst“, so Sigrid März.  „Die Hölle liegt in den Strukturen.“

In der Hölle müssen (fast) alle anderen schmoren 

Freischreiber klagt daher alle Redaktionen an, die sich zu wenig um ihre Auslandsfreien kümmern, sie schlechte bezahlen, sie ausbooten und knebeln. Doch März’ die Kritik richtete sich auch an die Bundesregierung: „Wir klagen die deutsche Politik an, die Auslandsfreien keine rechtliche Sicherheit bietet, wenn es um Altersvorsorge oder Krankenversicherung geht.“ Die Gesetzgeber müssten einen praktikablen rechtlichen Rahmen für Auslandsfreie zu schaffen. Kolleg*innen, die ins Ausland gehen, um für deutsche Medien zu berichten, müssen Zugang zum deutschen Sozialsystem haben, etwa indem sie in der Künstlersozialkasse verbleiben können. Außerdem sollte es ihnen erleichtert werden, sich gegen Krankheit abzusichern und fürs Alter vorzusorgen. 

Noch einmal: Es liegt nicht an den Reportern, es liegt an den Strukturen. Und die gilt es zu ändern. „Wer Anregungen braucht: Wir Freischreiber stehen für Gespräche zur Verfügung.“

Preisverleihung anschauen (Twitter-Stream)

Fotograf: Stephan Obel, ein Video folgt in Kürze.

Über Freischreiber: 
Freischreiber wurde 2008 von freien Journalist*innen gegründet. Heute hat der Verband rund 900 Mitglieder und setzt sich für gute Arbeitsbedingungen und faire Honorare für Freie ein. 2022 erschien mit der Neuauflage der Freienbibel 2 DAS Handbuch für freie Journalist*innen mit 468 Seiten Praxiswissen. Neben kompetenter Rechtsberatung, insbesondere zu Vertragsfragen, steht den Mitgliedern unter anderem ein Tandem-Programm und ein Slack-Kanal für den internen Austausch offen. (Digitale) Workshops und Veranstaltungen ergänzen das Angebot.

Dem Vorstand gehören an: Dr. Sigrid März (Münster), Joachim Budde (Bonn), Regine Marxen (Hamburg), Katharina Müller-Güldemeister (Berlin), Anja Reiter (Bonn), Jan Schwenkenbecher (Gießen) und Katharina Wojczenko (Bogotá). 

………………..

: Freischreiber e. V.  
Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten
Kontakt: Anna Heidelberg-Stein und Yvonne Pöppelbaum 
Telefon: 040 / 22 86 71 52, kontakt@freischreiber.de

Informationen zum Himmel- und Höllepreis unter: 
https://freischreiber.de/ziele/fair-versus-fies/

Allgemeine Infos unter: 
www.freischreiber.de

Überlegst du noch, oder freust du dich schon? Wir wienern bereits die Planken für unsere große Himmel- und Hölle-Sause am 3.9. in Berlin. Zwischen Freibeuter-Buffet und Buddeln voll Sekt / Wasser / Gin wird es Live-Musik von ZUSTRA und ein freischreiberiges Programm geben.

Ein paar Plätze an Deck sind noch frei, meld dich flux hier an! Auf dem Hausboot der Segelschule Hering verleihen wir also endlich wieder in persona unseren ehrwürdigen Himmel- und Höllepreis. Wer hat sich gegenüber freien Journalist*innen im vergangenen Jahr als besonders fair, wer als besonders fies erwiesen? Der Schwerpunkt liegt 2022 auf Auslandsjournalismus.

Außerdem fragen wir journalistische Lotsen und Lotsinnen aus, lassen die Füße ins Wasser baumeln und feiern – uns!

Der offizielle Teil beginnt am 3. September ab 17.30 Uhr an der Segelschule Hering am Großen Fenster an der Havel in Berlin. Um 20 Uhr startet die Preisverleihung, samt Knallkorken, Konfetti und ZUSTRA.

Und nun zum inoffiziellen Teil: Aufgrund höllisch hoher Versicherungspolicen haben wir uns dagegen entschieden, das Segeln vor Ort als offiziellen Veranstaltungspunkt anzubieten. Deshalb treffen wir uns privat und auf eigenes Risiko um 16 Uhr an der Segelschule. An Bord der Jollen begrüßen dich erfahrene Skipper*innen wie Carola Dorner (ehem. Vorständin), Joachim Budde (Vorstand) und Katharina Müller-Güldemeister (Vorstand).

Mach die Leinen los und meld dich an, wir freuen uns auf dich!

Jetzt ist es offiziell: Der RBB-Rundfunkrat hat in seiner heutigen Sondersitzung mit sofortiger Wirkung Patricia Schlesinger von ihrer Position als Intendantin abberufen. Die Details der Vertragsauflösung muss jetzt der RBB-Verwaltungsrat beschließen. Sie selbst hat sich zwar entschuldigt, bestreitet aber die Vorwürfe. Und jetzt?

Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen sparen, und sie tun es seit Jahren bis an die Schmerzgrenze. Aber: Anscheinend sparen zumindest einige Anstalten nicht überall gleich konsequent. Das kann einem schon die Zornesröte ins Gesicht treiben. Uns auch.

Viele Freischreiberinnen und Freischreiber arbeiten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Redaktionen haben die Sparmaßnahmen zu spüren bekommen und geben sie an die Freien weiter. Die bekommen weniger Aufträge, ihre Einnahmen schrumpfen – oder die Freien müssen fürs gleiche Geld mehr arbeiten. Qualität und Vielfalt in der journalistischen Berichterstattung aber ist nur mit Hilfe der freien Kollegen und Kolleginnen möglich. Wie sähe ein Programm ohne sie wohl aus? Die Sender müssten viel Musik spielen.

Schaden für die Öffentlich-Rechtlichen

Ethisch und moralisch ist Patricia Schlesingers Gebaren nicht tragbar; sich vom Amt zu verabschieden, ist die einzig richtige Entscheidung. Der Schaden für die Öffentlich-Rechtlichen ist dennoch groß. Diejenigen, die sich die Abschaffung von ARD, ZDF & Co. wünschen, kriegen gerade richtig Futter und nehmen gleich alle Sendeanstalten in Sippenhaft. CDU-Chef Friedrich Merz zum Beispiel. Die Schlesinger-Affäre habe das Potenzial, „dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland endgültig die Legitimationsgrundlage und öffentliche Akzeptanz zu entziehen“, lesen wir in der ZEIT.

Medienjournalist Stefan Niggemeier hatte genau vor dieser unlauteren Taktik gewarnt: „Entweder man schaut, was man aus [dem Skandal] lernen kann, damit das System besser wird – weniger anfällig für Filz, Machtmissbrauch, Selbstbereicherung. Oder man nutzt ihn als Anlass, das System zu schwächen und möglichst ganz abzuschaffen“, schreibt er auf Übermedien.

Wir als :Freischreiber wünschen uns den konstruktiven Ansatz. Wir wollen einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der für Qualitätsjournalismus steht und damit eine tragende Säule unserer Demokratie ist. Dafür arbeiten viele unserer Mitglieder mit Leidenschaft und Engagement. Wir sind der Überzeugung, dass die vom Wettbewerb geprägte Medienlandschaft so einen Rundfunk weiterhin braucht.

Faire Arbeitsbedingungen, faire Honorare, das ist Teil unserer :Freischreiber-Agenda. „Geld zurück ins Programm!“ und „Weg mit den Boni“ forderten am Rande der Rundfunkrats-Sitzung Beschäftigte des RBB. Wir unterstützen diese Forderungen. Dass Führungskräfte mehr verdienen – grundsätzlich geschenkt. Aber Bezüge müssen im Rahmen bleiben.

„Wer seinen Freien abverlangt zu sparen, muss mit gutem Beispiel vorangehen. Und dafür sorgen, dass auch die freien Journalistinnen und Journalisten von ihrer Arbeit leben können. Damit sie ihren Job nicht nur gut, sondern auch gerne machen”, sagt Joachim Budde, Vorsitzender von Freischreiber. „Das geht nur mit angemessenen Honoraren, mit Bezahlung nach Aufwand und nicht mit Sparen auf Kosten derer, die Tag für Tag die Sendeplätze füllen.”

Wer ernstgemeinte Reformen plant, dem können wir als Berufsverband sagen, wo bei den Freien der Schuh drückt – und wie man das beheben kann. Wir sind bereit für einen Dialog; wir freuen uns darauf.

Am Samstag, 3. September, laden wir an die Havel in Berlin ein. Wir stoßen endlich wieder live mit euch an! Tauchen die Füße ins Wasser, tauschen uns über das Freisein aus. Und: Wir küren die Sieger*innen des Himmel- und Höllepreises 2022. Ab sofort könnt ihr euch anmelden!

Auf den Fotos seht ihr unsere romantische Location: das Bootshaus der Segelschule Hering. Los geht es dort ab 16 Uhr.

Was euch erwartet?

Wir singen von Piratinnen, wir spielen „wie machst du das?“, wir köpfen Flaschen auf dem Bootshaus. Außerdem laden wir journalistische Lotsinnen und Lotsen ein, die Freischreiberiges besonders gut können und ihr Wissen mit euch teilen. Honorare verhandeln, Texte mehrfach verwerten, moderieren? Lasst euch überraschen! 

Und dann:

Preisverleihung, Knallkorken und Konfetti!

Hier geht es zur Anmeldung.

Alle Jahre wieder – im Juni – bewegt eine Frage die Urheber und Urheberinnen: Wann kommt das Geld der VG Wort? Und wie viel wird’s?

Wie wir in der VG Wort-Mitgliederversammlung vergangenen Samstag (18.6.22) erfahren haben, überweist die Gesellschaft das Geld dieses Mal in zwei Tranchen. Der Grund: Bis zum 7. Juni 2021 galt die sogenannte „Zustimmungslösung“; seitdem steht den Verlagen in einigen Ausschüttungsbereichen eine Beteiligung von maximal einem Drittel zu. Zwischen Werken, die vor dem Stichtag und nach diesem Datum veröffentlicht wurden, muss also unterschieden werden.

Allerdings: In einigen Bereichen, unter anderem in Bezug auf die Presse, wird derzeit noch über die endgültige Höhe der Verlagsbeteiligung verhandelt. Wie das gehandhabt werden soll, ist auch am Samstag nicht klarer geworden.

Kurz und knapp:
Ausschüttungen für Werke, die noch unter die Zustimmungslösung fallen, kommen Anfang Juli. Den Rest überweist die VG Wort voraussichtlich Ende September. Die Metis-Ausschüttung erfolgt wie gehabt im Oktober. Und alles, wofür keine Verlagsbeteiligung gilt, wird auch wie immer ausgezahlt.

Mangelnde Transparenz wurde in der Mitgliederversammlung mehrmals thematisiert: So monierte ein Mitglied, dass sich im Transparenzbericht der Verbleib von über 30 Millionen Euro im Bereich Texte im Internet nicht nachvollziehen lässt. Und in einem Mitgliedsantrag forderten einige Kolleg*innen vom DJV, dass die VG Wort sich um klarere Erläuterungen des Metis-Systems (das ist die Sache mit den Zählpixeln) kümmert. Natürlich haben wir diesen Antrag gerne unterstützt, denn wie oft haben selbst die Expert*innen in unseren Reihen vor Metis gestanden wie vor einer Lichterkette nach Weihnachten? Der Antrag wurde mit 60 Prozent der Stimmen angenommen.

Mehr Interesse, mehr Wumms

93 % schaffte sogar ein Mitgliedsantrag, der eher einer Resolution gleichkommt: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender sollen dazu bewogen werden, in Bezug auf die Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften zu kooperieren, denn das tun sie derzeit nicht. Gerade im Online-Bereich fallen die Ausschüttungen deshalb oft unverhältnismäßig gering aus.

Das gestiegene Interesse an der VG Wort hat dazu geführt, dass sich in unserer Berufsgruppe verbandsübergreifend Menschen gefunden haben, die mit Sachkunde und großem Engagement an der Durchsetzung der Interessen freier Journalist*innen arbeiten.

Und das ist wohl die beste Nachricht: Die Verlage haben Vorzimmer und Rechtsabteilungen. Wir Urheber*innen haben die geballte Power des Ehrenamts – was die VG Wort nachhaltig verändert.

Anträge zur Änderung von Satzung, Verteilungsplan und Wahrnehmungsvertrag etwa müssen in allen sechs Berufsgruppen mit Zwei-Drittel-Mehrheiten angenommen werden. Dennoch war es lange Zeit seltene Ausnahme, dass ein solcher Antrag scheiterte. Jetzt muss sich die VG Wort daran gewöhnen, dass es keine sicheren Mehrheiten mehr in der Mitgliederversammlung gibt. Sie muss die Interessengruppen besser und frühzeitiger einbinden. Und sie muss darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, Anträge von Kommissionen ausarbeiten zu lassen, von deren Existenz und Arbeit außerhalb kaum jemand mal erfährt.

Denn auch kleine Dinge können großes Geld kosten. Zum Beispiel die geplante Verlängerung des Nachtprogramms im Radio. Beiträge, die zwischen bestimmten Uhrzeiten laufen, erhalten nur einen Teil des Ausschüttungsbetrags für Sendungen am Tag. Nur ist es so, dass Unterhaltung und Journalismus aus den gleichen Töpfen vergütet werden. Ein genauer Blick zeigt, dass hier Geld aus den Taschen unserer Radio-Journos, deren Beiträge eher auch mal zu Tagesrandzeiten laufen, in Richtung Unterhaltung verschoben werden sollten. Weniger da, bedeutet mehr dort. Diese Sache ist erstmal vom Tisch.

Noch ein Tipp für die Agenturjournalist*innen unter euch: Ihr könnt für die Online-Veröffentlichung eurer Agenturtexte weiterhin rückwirkend Ausschüttungen erhalten. Wenn eine Seite Zählpixel setzt, aber der Text von einer Agentur kommt, können euch die Zählpixel nicht zugeordnet werden. Deshalb: Klickt euch superschnell im TOM zu Metis und wählt dort „Meine Meldungen → Meldung erstellen → Expertenmodus → Meldung von Texten, die für eine Agentur geschrieben wurden“. Dort müsst ihr nur noch die Zahl der Texte, die über eine Agentur veröffentlicht wurden, eintragen und fertig. 

Falls jemand den VG Wort-Kanal im Freischreiber-Vereinsheim auf Slack noch nicht kennt – ihr findet ihn hier (Channels → Channels durchsuchen → #vgwort).