Verbandsjurist RA Dr. Sebastian Rengshausen hat einen aktuellen Leitfaden zum Thema „Impressum“ verfasst. Mitglieder finden ihn hier.


Mutterschutz darf für Selbstständige keine Frage des Versicherungsstatus sein. Deshalb begrüßt :Freischreiber den Vorstoß von Bundesbauministerin Verena Hubertz, Mutterschutz und bessere Rahmenbedingungen für selbstständige Eltern gesetzlich zu regeln. Dass Handlungsbedarf besteht, ist seit Langem bekannt – umso wichtiger ist, dass auf die Forderung nun zügig gesetzliche Schritte folgen. Besonders für freie Journalistinnen ist die aktuelle Lage inakzeptabel. Viele stehen vor der Frage, ob sie sich Kinder überhaupt leisten können.

Für diejenigen, die über die Künstlersozialkasse gesetzlich krankenversichert sind, gibt es grundsätzlich Mutterschaftsgeld – allerdings nur während der Schutzfrist, also in der Regel sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt.

Für freie Journalistinnen ohne gesetzliche Krankenversicherung bleiben Schwangerschaft und Elternzeit mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden. „Wer zudem in einer atypischen Lebenssituation arbeitet, etwa mit mehreren Wohnsitzen in verschiedenen Ländern, für den sind die Rahmenbedingungen meist noch unsicherer”, ergänzt die freie Auslandskorrespondentin und :Freischreiber-Co-Vorsitzende Elisa Kautzky.

Eine gesetzliche Regelung könnte hier für Absicherung sorgen. „Eine längst überfällige Entscheidung“, findet Freischreiberin Nathalie Klüver, die selbst Mutter ist. „Gerade die letzten Wochen der Schwangerschaft und das Wochenbett sind für Frauen körperlich und mental fordernd – eine Zeit, in der nicht auch noch finanzielle Sorgen hinzukommen sollten“, betont sie.

Freie Journalistinnen – egal ob im In- oder Ausland – sind ein unverzichtbarer Teil der Medienlandschaft. Sie recherchieren, ordnen ein, machen gesellschaftliche Entwicklungen sichtbar. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet diejenigen, die ohnehin unabhängig arbeiten, während Schwangerschaft und Wochenbett mit erheblichen Unsicherheiten umgehen müssen.

:Freischreiber fordert deshalb die Bundesregierung auf, auch Selbstständigen einen verlässlichen Mutterschutz zu ermöglichen. Mutterschutz darf nicht davon abhängen, ob eine Journalistin angestellt oder selbstständig ist. In dieservulnerablen Phase sollte niemand gezwungen sein, aus wirtschaftlichem Druck Aufträge anzunehmen.

Deshalb: Wer die Gleichstellung ernst nimmt, muss auch Selbstständige absichern.

Freie Journalistinnen – egal ob im In- oder Ausland – sind ein unverzichtbarer Teil
der Medienlandschaft. Sie recherchieren, ordnen ein, machen gesellschaftliche
Entwicklungen sichtbar. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet
diejenigen, die ohnehin unabhängig arbeiten, während Schwangerschaft und
Wochenbett mit erheblichen Unsicherheiten umgehen müssen.
:Freischreiber fordert deshalb die Bundesregierung auf, auch Selbstständigen
einen verlässlichen Mutterschutz zu ermöglichen. Mutterschutz darf nicht davon
abhängen, ob eine Journalistin angestellt oder selbstständig ist. In dieser
vulnerablen Phase sollte niemand gezwungen sein, aus wirtschaftlichem Druck
Aufträge anzunehmen.
Deshalb: Wer die Gleichstellung ernst nimmt, muss auch Selbstständige
absichern. Der Mutterschutz für alle kann bestehende Lücken schließen.
:Freischreiber ist der einzige Berufsverband, der sich exklusiv für die Rechte
hauptberuflich freier Journalistinnen und Journalisten einsetzt. Ihm gehören
über 800 Mitglieder an.

Das Bundesjustizministerium hat uns :Freischreiber bis Ende Februar 2026 um eine Stellungnahme gebeten. Im Fokus steht das Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG). Es regelt Urheber*innen- und ihnen verwandte Schutzrechte durch Verwertungsgesellschaften. Konkret geht es für uns freie Journalist*innen also um die Rechte an unseren journalistischen Werken.

Erreichen die Vorschriften des VGG ihre beabsichtigte Wirkung? Welche Punkte muss das Ministerium anpassen? Mehr Infos dazu findet ihr auf der Homepage des BMJV.

Unsere Stellungnahme, verfasst von Freischreiber Oliver Eberhardt, lest ihr hier. Danke für deine Unterstützung, Oli!

Was verdienst du als freie Journalistin und freier Journalist? Das klärt unsere neue Honorar-Umfrage. Jede*r Kolleg*in kann dort anonym Infos über die Zahlungsmoral von Auftraggebenden eintragen. Das Mitmach-Projekt ist die neue Version unseres altbekannten Honorartools. Es bringt Transparenz und Bewegung in die Gehaltsdebatte – für Print, Audio, Video und Onlinemedien.

„Wir reden alle unglaublich gerne über unsere Geschichten. Aber niemand spricht über Geld. Honorare zu verschweigen schadet uns allen“, sagte schon 2018 unsere damalige Vorsitzende Dr. Carola Dorner.

Daran hat sich nichts geändert. Viele freie Kollegen und Kolleginnen fragen sich vor Verhandlungen, welchen Spielraum sie haben. Wir antworten mit unserer neuen Umfrage: Bildet Banden, tauscht Wissen aus, macht euch gegenseitig stark!

Im Sommer stellen wir die Analyse der neuen Datenspenden vor und zur freien Verfügung. So ermöglichen wir es Journalist*innen, schon vor der Verhandlung übliche Zeilen-, Seiten-, Minuten- oder Stundensätze sowie Pauschalen zu recherchieren. Dieses Wissen stärkt die Verhandlungsposition und soll zu einer gerechten Entlohnung beitragen. Außerdem setzt es solche Verlage und Medien unter Druck, die ihre freien Autor*innen besonders schlecht bezahlen. Denn wer schlecht bezahlt, verdient keinen guten Journalismus.

Hier geht es zur Umfrage (auch für Nicht-Freischreiber).

Ein offenes Ohr für freie Journalist*innen, das wünschen wir uns in allen Redaktionen. Bei einigen Häusern haben wir dafür Ombudsleute gefunden: ausgewählte Vertrauenspersonen, die bei Schwierigkeiten neutral vermitteln.

:Freischreiber-Ombudsleute findet ihr bei:

  • DIE ZEIT: Dorothée Stöbener hat ein Herz für freie Journalist*innen.
  • Spiegel Online: Jochen Leffers und Olaf Kanter sind bei SPON die Ansprechpartner für Freie.
  • Der Freitag: Hier sind Chefredakteur Philip Grassmann und Stellvertreter Sebastian Puschner für euch da.
  • taz: Anja Krüger und Kerstin Noll haben ein offenes Ohr für die Probleme rund um Gleichstellungs- und Freien-Fragen.
  • Wort & Bild Verlag: Anne-Bärbel Köhle ist hier unsere Unterstützerin.

Und: Wir haben zwei neue Ombudsleute gewonnen! Sascha Karberg und Birgit Herden vom Tagesspiegel stehen ab sofort bereit, falls ihr in der Kooperation mit der Zeitung Fragen oder Sorgen habt. Auch für ein vertrauliches Gespräch und Rat im Umgang mit der Redaktion des Hauses sprecht bitte die Kolleg:innen an. Beide kennen den Alltag im freien Journalismus aus eigener Erfahrung. Mittlerweile leitet Sascha das Wissensressort beim Tagesspiegel, Birgit ist seine Stellvertreterin.

Ihre Kontaktdaten findet ihr hier.

Ihr vermisst bei einem eurer Auftraggeber eine ähnliche Anlaufstelle für freie Journalist:innen? Sagt uns Bescheid, wir gehen gern ins Gespräch.

Foto: Anna Heidelberg-Stein

Viele freie Journalist:innen arbeiten auch im Alter, um besser über die Runden zu kommen. Das Bundeskabinett hat nun beschlossen, ab 2026 Erwerbseinkommen im Ruhestand mit bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei zu gewähren. Allerdings nur, wenn es im Rahmen eines Arbeitsvertrags erzielt wird. Freie Journalist*innen und andere Selbstständige sind davon ausdrücklich ausgenommen. „Der aktuelle Entwurf diskriminiert Selbstständige”, stellt unser Co-Vorsitzender Robert Hofmann fest.

:Freischreiber schließt sich deshalb den Forderungen von DJVver.di und der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV) an, die sogenannte Aktivrente auf Einkommen aus selbstständiger Mitarbeit auszudehnen. 

„Der Gedanke hinter der Aktivrente ist klar: Das Sicherungssystem der Rente erodiert, also sollen wir länger arbeiten. So fragwürdig das Konzept ist, so unfair ist der aktuelle Entwurf gegenüber den freiberuflich Tätigen”, sagt Robert. „Wer länger arbeitet, soll dafür gleich behandelt werden – egal ob angestellt oder frei”, ergänzt Co-Vorsitzende Elisa Kautzky

Wir fordern gleiche Rechte für alle Erwerbstätigen – unabhängig von ihrer Beschäftigungsform. Daher haben wir die entsprechende Petition der BAGSV mitunterzeichnet.

Im Idealfall hätten es freie Journalist*innen natürlich nicht nötig, im Alter noch zu arbeiten und würden ihre Rente genießen. Das ist aber aufgrund der prekären Situation im Journalismus oft nicht möglich. Freelancer*innen sind besonders von Altersarmut bedroht und arbeiten ohnehin häufig bis ins hohe Alter.

Sie schlechter zu stellen, könnte noch mehr Menschen dazu verleiten, den Beruf aufzugeben. Dabei ist ihr Wert für die Gesellschaft und demokratische Teilhabe unbestreitbar. Viele haben sich jahrzehntelang Expertise in einem Bereich erarbeitet, die der Öffentlichkeit verloren geht, wenn sie aus dem Beruf ausscheiden. Gerade hier wäre es sinnvoll, Anreize zu schaffen, damit ihr Können und Wissen der Allgemeinheit nicht verloren geht. 

:Freischreiber, der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, fordert die israelische Regierung auf, die freie Berichterstattung von Journalist*innen in Gaza sicherzustellen, das Töten von Medienschaffenden zu beenden und Menschen mit ausreichenden Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe zu versorgen.

Wir schließen uns dem Aufruf von Associated Press, AFP, BBC News und Reuters an. Dort heißt es unter anderem: „Journalisten müssen in Kriegsgebieten viele Entbehrungen und Strapazen erdulden. Wir sind zutiefst beunruhigt darüber, dass nun auch die Gefahr des Hungertodes dazu gehört. Wir fordern die israelischen Behörden erneut auf, Journalisten die Ein- und Ausreise nach Gaza zu gestatten.“

Elisa Kautzky, Freischreiberin und Mitglied im Vorstand von :Freischreiber, sagt:

„Was in Gaza geschieht, betrifft uns alle. Wenn die Pressefreiheit leidet und das ohne Konsequenzen bleibt, hat das auch Auswirkungen auf Freie. Noch nie wurden zu Beginn eines Krieges so viele Journalist*innen getötet wie in diesem. Viele von ihnen waren freie, lokale Reporter*innen.”

Mehr Pressemitteilungen von :Freischreiber gibt es hier.

Seit Jahren macht uns freien Journalist*innen das Honorartool das Leben leichter. Auf dem digitalen Portal konnten Feste und Freie anonym ihre Honorare eintragen und vergleichen. Mittels anonymer Datenspenden wollten wir ermitteln und öffentlich machen, welches Medium im Schnitt wie viel zahlt – und wofür. In 2021 schlossen wir für eine noch breitere und genauere Datenbasis eine Honorartool-Kooperation mit dem Oberauer Verlag.

Seither legten wir mit euch zusammen fast 4.000 Honorare und Gehälter bei mehr als 600 Medien offen. Was für ein Erfolg! Auch, weil unsere Honorarreports immer wieder Diskussionen über die – teils prekäre – Bezahlung freier Journalist*innen anstießen. Wir danken allen, die bis heute mitgemacht haben. Und: Wir fordern faire Honorare mehr denn je, weil nur sie einen nachhaltigen, freien Journalismus garantieren, der nicht auf Selbstausbeutung oder Interessenkonflikten fußt.

Doch die Möglichkeiten des Datenjournalismus haben sich verändert. Aus Diskussionen mit Datenjournalist*innen wissen wir, dass unser Honorartool nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist: Die Datenbasis reicht in einigen Fällen nicht für belastbare Ergebnisse aus, ist im Durchschnitt oder über längere Zeiträume zu ungenau. 

Heute läuft unsere Kooperation mit dem Oberauer Verlag regulär aus. Das nehmen wir zum Anlass, das bisherige Honorartool abzuschalten. Zugleich arbeiten wir an einer neuen Lösung, um in Zukunft bessere, zielgenauere und belastbare Reports zu schreiben.

Wir sind also dran und hoffen, wenn es soweit ist, wieder auf eure Unterstützung. Faire Honorare bleiben nach wie eines unserer wichtigsten Themen!

Wenn ihr Ideen und Wünsche für ein neues Honorartool habt und uns bei der Umsetzung unterstützen wollt, meldet euch bei uns. Bis dahin könnt ihr euch wie gewohnt im Vereinsheim auf Slack über die Höhe üblicher und / oder notwendiger Honorare austauschen, fiese Auftraggeber*innen anprangern – und vor allem Tipps für bessere Honorare teilen. Hilfe bei der Berechnung bietet auch unser Tagessatzrechner. Diese Optionen haben allerdings nur Mitglieder – hier geht es zum Antrag.

Wir brauchen eure Unterstützung, um freien Journalismus noch fairer und besser zu machen. Dafür steht :Freischreiber.

Euer Vorstand

Das fordern wir zusammen mit mehr als 40 anderen Organisationen und Projekten. In einem öffentlichen Brief wenden wir uns heute gemeinsam an die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil. Wir appellieren: Die SPD darf den Forderungen der Union, das Informationsfreiheitsgesetz abzuschaffen, nicht nachgeben!

Eine Einschränkung der Informationsfreiheit ist eine Gefahr für die Demokratie. Gerade angesichts einer erstarkenden autoritären Rechten und der wachsenden AfD im Bundestag brauchen wir Zugang zu Informationen und Transparenz statt einem Staat, der sich abschottet.

Es ist jetzt an der Zeit, Informationsfreiheit zu stärken, statt sie abzuschaffen!

Die unterzeichnenden Organisationen, Vereine und Projekte stammen aus Bereichen wie Menschenrechte, Transparenz und Journalismus. Wir machen uns stark für eine resiliente Demokratie, einen transparenten Staat und eine Bundesregierung, die das Vertrauen der Bürger*innen nicht nur einfordert, sondern auch die notwendigen Bedingungen dafür schafft.

Den ganzen offenen Brief gibt es hier.

Wir :Freischreiber gehen am Sonntag auf die Straße: Für eine starke Zivilgesellschaft. Für die Demokratie. Für den Schutz und die Freiheit unserer journalistischen Rechte. Kommt ihr mit?

Demokratie ist Arbeit. Freiheit ist Arbeit. Dafür machen wir uns stark. Und das geht besser gemeinsam, das wissen wir als :Freischreiber besonders gut. Hand in Hand können wir so viel erreichen!

Als Journalist*innen recherchieren wir, decken auf, fügen Fakten zusammen, ordnen sie ein. Wir machen Wissen verfügbar, sorgen für Transparenz. Damit übernehmen wir Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Ohne die Pressefreiheit, verankert im Grundgesetz, wäre das nicht möglich. 75 Jahre Grundgesetz sind allerdings keine Garantie, dass es immer so weitergeht. Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit.

Darum:

  • Begleitet uns zur Demo in Berlin!
  • Sonntag, 16. Februar 2025, 13.45 Uhr
  • Treffpunkt U-Bahnhof Museumsinsel, Ausgang Unter den Linden / Kronprinzenpalais

Haltet Ausschau nach unserer großen, grünen Freischreiber-Fahne (danke, Guillaume!).

Wir freuen uns auf euch!