Manchmal fühlt man sich  als freie*r Journalist*in wie ein Fabelwesen mit fünfzehn Beinen (ein Bein steht jeweils für eine Kundin oder einen Auftraggeber). Läuft man zu schnell, kann es passieren, dass man sich verheddert und auf die Nase fällt. Andererseits: Man kann auch dann noch stabil stehen, wenn man einen Auftraggeber verliert – oder absägt, weil er schlechte Honorare zahlt oder Themen klaut. Auf mehreren Beinen gleichzeitig zu stehen, kann stressig sein. Aber eben auch befreiend, weil es unabhängiger macht. Trau dich in diesem Monat mal, ein paar ganz neue Auftraggeber*innen anzuschreiben. Vielleicht klappt es ja!

Vergangenes Wochenende bissen wir mit euch in süß-saure Äpfel. Mit nassen Füßen und einem Pavillon, der sich in den Böen bog. Und es war schön! Anlass war die Jahrestagung des Netzwerks Recherche in Hamburg. Sie bedeutet für freie Journalist*innen wie uns, mindestens einmal im Jahr die eigene Bande zu treffen. Sich zu wärmen am Lagerfeuer der Freien. Und Blicke über den Schein des Feuers hinaus zu werfen. 

:Pommes, Panels und Palmen

Etwa mit Freischreiber Florian Sturm und seinem Panel „Zwischen Wahrheit und Täuschung: Was Journalist:innen über Wissenschaftsbetrug wissen sollten“. FreischreiberinEva Wolfangel erklärte den Nutzen von „KI in der Investigation“. Und :Freischreiber-Vorstandsmitglied Hannah El-Hitami packte im voll besetzten Saal das „Starterpaket Freier Journalismus“ aus. Zahlreiche weitere Freischreibende verdeutlichten  auf den Podien wieder einmal die ganze Bandbreite der Expertise unseres Verbands . Das macht uns stolz (auf euch!) und froh. Denn wir wissen: ohne Freie geht es einfach nicht!  Das Scheinwerferlicht bei #nr26 tat deshalb besonders gut. 

Einige Mitschnitte der Tagung gibt es hier zu sehen.

Freischreiber Pascal Alius. Foto: ahs

:VG-Wort-Mitgliederversammlung

Das Wichtigste zuerst: Die Sommer-Ausschüttung der VG Wort wird am 26. Juni überwiesen. Hurra! Es kann jedoch sein, dass ihr den Ausschüttungsbrief erst ein paar Tage später bekommt, sagt Freischreiber und VG-Wort-Experte Oliver Eberhardt in unserem Vereinsheim auf Slack. 

Genauso wichtig: Am 6. Juni war die Mitgliederversammlung der VG Wort. Ein großes Danke an alle, die dabei waren! Auf Slack findet ihr alle Ergebnisse der Sitzung, liebevoll von Oli gesammelt. Hier ein kurzer Einblick: „Die VG Wort hat sich mit der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die ‚digitalen Semesterapparate‘ geeinigt; das sind Intranets an Hochschulen, in denen urheberrechtlich geschützte Werke zum Abruf bereitgestellt werden. Bis 2030 werden dafür über 100 Millionen Euro für die vergangenen zehn Jahre an die VG Wort fließen; hinzu kommen die Zahlungen für die laufenden Jahre. In den kommenden Jahren wird es also sehr viel zusätzliches Geld zu verteilen geben.“ Das gilt auch für uns Journalist*innen.

Außerdem haben sich die Ausschüttungen für Dokumentarfilmer*innen und die Urheber*innen von Filmreportagen verbessert: „Sie müssen nun nicht mehr ihren eigenen Wortanteil ausrechnen. Stattdessen melden sie künftig den gesamten Film. Davon werden dann pauschal 18 Prozent für fremde Sprachanteile abgezogen. Unter dem Strich ist das eine deutliche Verbesserung, die wir auch gerne für die Autor*innen von Radio-Features und Reportagen erreichen möchten.“

:Schutzkodex

Kennst du schon den Schutzkodex? Ein Bündnis aus Verbänden, Mediengewerkschaften und Beratungseinrichtungen, unter anderem Reporter ohne Grenzen und NdM, hat 2022 den Schutzkodex ins Leben gerufen, um die Situation für Freie zu verbessern. Denn ohne Redaktion werden sie regelmäßig zur Zielscheibe von Hate Speech, Gewalt und SLAPP-Klagen. Medienhäuser sind durch den Schutzkodex verpflichtet, ihre Mitarbeitenden aktiv zu schützen. Das hilft Freien, Unterstützung auch einzufordern, beispielsweise Geleitschutz oder psychologische und rechtliche Unterstützung. Ist dein Auftraggeber noch nicht dabei? Zeig ihm den Schutzkodex!

ANZEIGE

Einladung für Freischreibende nach Straßburg ins Europäische Parlament

Vom 6. bis 9. Juli 2026 tagt das Europäische Parlament in Straßburg. Wir laden freie Journalist*innen herzlich ein, dabei zu sein.

Tipp für Freie: Für teilnehmende Journalist*innen besteht die Möglichkeit, sich Reise- und Hotelkosten erstatten zu lassen.

In der Plenarwoche stehen unter anderem diese Themen auf der Tagesordnung:

  1. Die Prioritäten der irischen Ratspräsidentschaft
  2. Strategie für Medienkompetenz und digitales Lernen
  3. 28. Steuerregime
  4. Hilfen für hohe Düngerpreise für Landwirte
  5. Reform der Fluggastrechte (finale Abstimmung)
  6. EZB-Jahresbericht 2025 mit Christine Lagarde
  7. EU-Wettbewerbsbericht 2025
  8. EU-UK-Gipfel
  9. Umweltschutz durch Strafrecht
  10. Koordinierung der sozialen Sicherheitssysteme
  11. Fortschrittsberichte 2025 für den EU-Beitritt der Ukraine, Moldaus, Serbiens und Bosnien und Herzegowinas
  12. Handelsabkommen EU-Mexiko

Meldet euch an unter presse-berlin@europarl.europa.eu und berichtet live aus dem Herzen der europäischen Politik!

 FREISCHREIBERIGES

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 

Dieses Mal: @lenogator. Lena Kirchner ist freie Journalistin im Süden Frankreichs, ihr Büro sind jedoch oft Züge, die sie nach Paris oder in den hohen Norden Deutschlands bringen. Sie arbeitet hauptsächlich für True-Crime-Podcasts, das Schweizer Magazin Doppelpunkt und impact.info. Vor kurzem hat sie ihren Newsletter Counterpoint gestartet.

Lena Kirchner. Foto: Privat

Wo arbeitest Du am liebsten?

Bei meiner Schwägerin auf dem Weingut arbeitet es sich am besten. Dort sitze ich entweder in der großen Küche mit viel Licht oder im Garten und genieße die Sonnenstrahlen und das Vogelzwitschern. So fließen die Worte von ganz alleine aufs Blatt.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Ohne meinen Laptop bin ich aufgeschmissen. Und obwohl ich sehr gerne digitalisiere, kann ich einfach nicht anders, als meine tägliche To-do-Liste handschriftlich auf schönem Papier oder in einem schönen Notizbuch zu verfassen. Wegstreichen ist viel befriedigender als einfach nur wegzuklicken.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Wenn ein Text schon verkauft ist, das geplante Interview aber abgesagt wird und ich dann auch keine Rückmeldung mehr bekomme, um einen neuen Termin abzumachen. Und natürlich eine fehlende Internetverbindung. Da bin ich manchmal ganz schön aufgeschmissen, wenn das Landleben und die schlechte Verbindung mir einen Strich durch die Rechnung machen.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Freischreiber-Horoskop

Die Berliner Drag-Künstlerin Brigitte Skrothum (aka Long Island Ice Tea Medium) hat uns ein Freischreiber-Horoskop erstellt. Hier ein kleiner Einblick (und bitte ganz ernst nehmen!):

„Der Freischreiber-Verband wurde im November 2008 in Berlin gegründet. Die ‚Sonne‘ des Verbandes steht also im Skorpion. Das passt absolut perfekt zur DNA dieses Verbands: Die Skorpion-Energie gräbt unerbittlich tief, legt den Finger furchtlos in die Wunde (ob bei Recherchen oder bei unverschämten Honorar-Angeboten) und gibt sich nie mit weichgespülten PR-Antworten zufrieden. Die mediale Landschaft steht in den kommenden Jahren vor historischen Umbrüchen. Hier ist also das strategische Horoskop für Freischreiber, basierend auf den realen planetaren Transiten, für Mai bis Dezember 2026. Der digitale Tsunami und das Rampenlicht: Das zweite Halbjahr 2026 wird für Schreibende extrem unruhig, bietet aber gewaltige Chancen für diejenigen, die sich schnell anpassen.

Der KI-Schock (Uranus in den Zwillingen ab Sommer 2026): Uranus, der Planet der Disruption und Technologie, wandert in die Zwillinge – das absolute Herrscherzeichen für Journalismus, Text und Kommunikation. Die Realität: Die Verlage werden versuchen, den Einsatz von KI-generierten Texten massiv auszuweiten und Budgets für Freie weiter zu kürzen. Gleichzeitig toben Urheberrechtskämpfe um das Trainieren von KI mit journalistischen Texten.

Fokus für Freischreiber: Der Verband muss hier juristisch und politisch in den Angriffsmodus schalten. Gleichzeitig gilt es, die Mitglieder darauf vorzubereiten, dass das reine ‚Texte abliefern‘ an Wert verliert. Nischenwissen, extreme Aktualität und investigativer Tiefgang sind jetzt der Schutzschild gegen die Maschine.

Kosmisches Fazit für Freischreiber: Bis Ende 2026 geht es darum, den technologischen Sturm (Uranus) zu reiten und sich nicht von sinkenden Verlagshonoraren einschüchtern zu lassen, sondern lautstark den eigenen Wert zu betonen (Jupiter).“

Mehr dazu erfahrt ihr auf unserer Party am 12. Dezember in Berlin ….

:Glückwunsch!

Der Tagesspiegel-Beitrag „‚Niemand weiß, was noch selbst erdacht ist.‘ Wie KI-generierte Fake-Forschung das Vertrauen in die Wissenschaft untergräbt“ von Freischreiber Florian Sturm ist in der Kategorie „Zukunft & Verantwortung“ für den Theodor-Wolff-Preis nominiert. Die Preisverleihung ist am 6. Oktober in Berlin. Hier geht’s zum Text. Und weiter geht’s für Florian: Das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin zeichnet ihn mit dem Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“ 2026 aus für den Beitrag „Wie Betrug die Wissenschaft überschwemmt“, erschienen auf Spektrum.de. Doppelt Glückwunsch!

:Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Deepworld“ von Freischreiberin Anja Reumschüssel.

Ruby ist neu in der Klasse und zeichnet ständig Wölfe mit monsterlangen Zähnen oder Riesenhornissen in ihre Hefte. Gustav wüsste zu gern, was es damit auf sich hat. Stammen die etwa aus Deepworld, dem geheimnisvollen Computerspiel, das Ruby zu Hause hat? Als sie ihn eines Tages einlädt, mitzuspielen, stellt er schnell fest, dass diese Figuren längst nicht das Gefährlichste sind, was dort auf sie wartet. Denn das Spiel scheint ein Eigenleben zu führen. Werden sie am Ende trotzdem gewinnen? Das erste Kinderbuch der vielfach ausgezeichneten Autorin Anja Reumschüssel! 

Interessiert? Schreib uns bis zum 30. Juni eine E-Mail mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Viel Glück! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es können nur Abonnent*innen des Newsletters teilnehmen.

Danke für eure Zusendungen im Mai. Das Buch „Weniger macht Schule – Wie De-Implementierung schulische Freiräume schafft von Benedikt Wisniewski und Barbara Gottschling geht an: Fabian Weiss. Herzlichen Glückwunsch!                   

Hast du gerade ein neues Buch veröffentlicht, oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann melde dich, damit wir es verlosen können. Du bekommst Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich – Win-win!

:Auslandsstammtisch

Unser Auslandsstammtisch bekommt Zuwachs in der Orga! Freischreiberin Stefanie Eisenreich (Frankreich) wird zukünftig zusammen mit Elisa Kautzky (ebenfalls Frankreich) Online-Treffen planen für alle Freien im Ausland (keine Sorge: nicht nur für Journos aus Frankreich). Herzlich willkommen und danke für dein Engagement! Als Freischreiber-Mitglieder findest du Infos zum Freisein im Ausland und zum nächsten Stammtisch immer im Slack-Channel @frei_im_ausland

Stefanie Eisenreich.

:Lesetipp

Per E-Mail kommt die Absage der Redaktion: „Danke für deinen Pitch, aber wir planen bereits etwas Ähnliches.“ Oder: „Leider hat es das Thema nicht ins Blatt geschafft.“ Ein paar Wochen später liest du im Heft genau diese Geschichte; die selben Protagonisten, derselbe Dreh. Nur eben nicht von dir. Kommt dir bekannt vor? Damit bist du nicht allein. Themenklau gehört zu den Erfahrungen, über die im Journalismus oft nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Auch, weil es so unfassbar schwer nachzuweisen ist. Das gilt besonders für Freie, die weder Redaktion noch Rechtsabteilung im Rücken haben. Vorständin Elisa Kautzky hat darüber im Medium Magazin geschrieben.

:FREISCHREIBER-TERMINE

23. Juni, 13 Uhr, Zoom – Dein Pitch für das Medium Magazin

Wie schaffe ich es mit meinem Beitrag ins Medium Magazin? Welche Themen gehen, welche nicht? Und was wünschen wir Freischreiber*innen uns in der Kommunikation mit der Redaktion? Chefredakteur Frederik von Castell hört zu und steht uns Rede und Antwort.

VERSCHOBEN, bitte hier neuen Termin anschauen.

24. Juni, 12 Uhr, Zoom – Buchhaltung & Steuerkram: Wie machst du das?

Frei im Journalismus zu arbeiten, bedeutet, für alles selbst verantwortlich zu sein. Neben Deadlines und Akquise müssen wir uns regelmäßig mit Buchhaltung und Steuerfragen beschäftigen. Dabei hilft unsere Community! Wir treffen uns zur digitalen Mittagspause und tauschen uns über die besten Strategien gegen Prokrastination, Do’s und Dont’s bei der Steuererklärung und aktuelle Tools aus. :Freischreiber und die WPK, die Kammer der Wirtschaftsprüfer, laden ein.

25. Juni, 18:30 Uhr, München – Frei arbeiten für G/Geschichte

Zusammen mit den Kolleg*innen von der WPK organisieren wir im Juni ENDLICH wieder einen München-Stammtisch. Diesmal werden wir mindestens einen Referenten zu Gast haben, der über seine journalistische Tätigkeit berichtet und über Möglichkeiten, für sein Magazin zu arbeiten.

Anmeldung bis 25. Juni hier.

25. Juni, 12:30 Uhr, Zoom – We proudly present: „Support Desk Lokale Recherche“

Bestimmt hast du schon vom neuen Support Desk Lokale Recherche gehört – aber weißt du auch, was das ist? Hier erfährst du mehr.

Anmeldung hier.

25. Juni, 18:30 Uhr, Berlin –  Sundowner am Kotti

Liebe Freischreiber*innen in Berlin, es wird langsam Zeit für die Sommerpause, oder? Schwimmen, lesen und entspannen – ein Traumausblick für alle, die in den letzten Monaten zu viel Zeit am Schreibtisch verbracht haben…

14. Juli, 19 Uhr, Fürth – Freie Franken

Nachdem es sehr lange ruhig war bei den Franken-Freischreibern, wollte sich Lea endlich mal wieder treffen. Bitte anmelden

Foto: ahs

UND:

Haltet euch schon mal den 12. Dezember frei! Wir planen ein Barcamp und eine Party! Weitere Infos gibt es bald. Wir wollen mit euch feiern und in Berlin aufs Freisein anstoßen.

:Dies & Das

Aus für Cosmo

Am 3. Juni hat der WDR-Rundfunkrat beschlossen, den Radiosender Cosmo ab April 2027 nicht mehr weiterzuführen. Cosmo war der einzige interkulturelle und mehrsprachige Radiosender der ARD. Jetzt soll er zu einer Hip-Hop-Welle namens 1LiveStreet werden. Ein Drittel der Menschen in Deutschland hat eine Migrationsgeschichte. „Wer COSMO auf ‚jungen Mainstream-Hip-Hop‘ reduziert, löst die DNA des Senders auf und entzieht diesen Communities ihre mediale Repräsentanz“, schreiben die NdM in einer Stellungnahme. So sehe keine strategische Zukunft des ÖRR aus.

Der Digitalminister und die KI

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat einem Medienbericht der ZEIT zufolge offenbar mehrere Reden sowie Gastbeiträge für große Zeitungen zu weiten Teilen von einer künstlichen Intelligenz schreiben lassen. So stamme ein unter Wildbergers Namen im Handelsblatt veröffentlichter Artikel aus dem April 2026 fast vollständig von einer KI, ein Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom März zum überwiegenden Teil, berichtet auch der Spiegel. In einer Stellungnahme vom 15. Juni verteidigt sich das Ministerium, Wildberger nutze KI als „reguläres Arbeitswerkzeug“. Zuvor hatte auch schon der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt einen Zeitungsbeitrag mit KI geschrieben.

Lässt sich nur hoffen, dass zumindest die Stellungnahme des Digitalministeriums ohne KI geschrieben wurde. 

Deutschlandfunk soll nicht mehr spazieren

Einem der letzten Reisemagazine im deutschen Radio droht das Aus: Ende November will der Deutschlandfunk sein vielfach ausgezeichnetes Magazin „Sonntagsspaziergang“ einstellen. Die Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ) protestiert in einer Medienmitteilung gegen diesen Kahlschlag im Rahmen der Programmreform. Die Sendung gibt es bereits seit 30 Jahren, sie nimmt die Zuhörerschaft mit auf Reise- und Kulturerkundungen. Das Format soll ersatzlos gestrichen werden. Zahlreiche freie Fachjournalist*innen werden dadurch einen ihrer letzten Ausspielwege verlieren. Welche (Fach-)sendungen noch wegfallen sollen, könnt ihr hier und hier lesen.

FairShare-Newsletter

Kennt ihr schon den FairShare-Newsletter von Antonia Wille und Michèle Loetzner? Dort findet ihr Jobangebote und spannenden Input, zum Beispiel von Charlotte Morré, der Chefredakteurin beim Tagesspiegel Background. Zur Frage: Worauf sollten sich freie Medienschaffende in den nächsten Jahren spezialisieren? Sagt sie: „Jede:r sollte sich spezialisieren, nicht nur Freie. KI wird unser aller Jobs massiv verändern. Ich würde immer raten: Tu das, was du liebst. Und das richtig gut. Idealerweise sind das Dinge, die die KI nicht so einfach reproduzieren kann. Recherchen, die sonst keiner hat. Eine Art, diese Geschichten zu präsentieren, die nur du kannst.“

:Externe Termine

27. und 28. Juni – Jahrestagung des Journalistinnenbundes in Nürnberg

Medien stehen immer mehr unter Druck, doch der Journalistinnenbund (jb) lässt sich nicht entmutigen. Er will Frauen in den Medien voranbringen und sichtbarer machen, ob als Reporterinnen oder als diejenigen, über die berichtet wird. Der Journalistinnenbund, 1987 gegründet, trifft sich zu seiner Jahrestagung – zum ersten Mal in Nürnberg –, um über seine Zukunft und die des Journalismus zu diskutieren. Am Abend des 27. Juni lädt er zur Verleihung der jb-Medienpreise ein. Am Sonntag, den 28. Juni, um 11:30 Uhr findet eine öffentliche Diskussion über KI und Journalismus statt, diese ist ohne Anmeldung zugänglich. Für die Tagung und Preisverleihung am Samstag bitte anmelden.

VG-Wort-Beratungstag am 20. Juni

Das Berliner Förderprogramm „Schreiben & Leben“ ermöglicht freien Autor*innen in Berlin (oder online) kostenlose Beratungen zu Themen des Freiseins, unter anderem auch zur VG Wort. Bei Interesse hier für den 20. Juni anmelden.

BJS-Termine

1./2. Juli

Moderieren vor Publikum – Aufbaukurs (BJS-K)

2. Juli

Souveränes Texten mit KI (BJS-K)

2. September

Alternative KI-Modelle: lokal und sicher arbeiten

Exklusiv für Freischreiber*innen:

Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle. (mailto: kontakt ät freischreiber.de)

——-

Wie sieht dein freies Fabelwesen aus? Schick uns gerne deine Zeichnung!

Und vergiss nicht, die Sonne zu genießen (oder den Schatten zu suchen).

Robert Hofmann & Elisa Kautzky

Dieser Newsletter ist ein portugiesischer. Ich – Robert – sitze im abgedunkelten Zimmerchen und schreibe ihn, während draußen die Sonne der Algarve ballert. Sie ballert lieb, noch nicht so erbarmungslos wie im Juli und August, aber Kraft hat sie trotzdem. 

Ich hoffe, dass ihr euch nun fragt, warum ich im Urlaub Newsletter schreibe. Denn das wäre der gesunde Ansatz. Urlaub sollte auch für Menschen, die freiberuflich arbeiten, eben das sein: Erholung, eine Auszeit, ein kleiner Kater zur Mittagszeit.

Robert außerhalb des dunklen Zimmerchens.

Nun ist das nicht immer möglich. Erst gestern rief mich ein Redakteur an. Der Text, den ich vor Monaten abgegeben hatte, solle nun bald veröffentlicht werden, ob ich nochmal drauf schauen könne, ihn gegebenenfalls aktualisieren. Auch das habe ich im dunklen Zimmerchen gemacht, während draußen die Algarve war und ich nicht. 

Freiberuflichkeit ist toll. Immerhin bin ich in Portugal. Nur würde ich mir manchmal wünschen, dass ich standhafter bliebe. Und euch wünsche ich das auch.

:Der Honorarreport kommt

Unsere Umfrage dazu, wie viel Medien für was zahlen, ist beendet. Viele von euch haben mitgemacht, dafür schon jetzt Tausend Dank, ach was, wir sind nicht „so ziemlich jeder Verlag“ in Deutschland, müssen mit großen Zahlen nicht geizen: eine Million Dank!

Wir arbeiten nun daran, die Daten zu säubern, zusammenzuführen, vergleichbar zu machen und dann bald schon zu veröffentlichen. Denn die Vergleichbarkeit von Honoraren und das solidarische Einstehen für bessere ist unsere größte Stärke im Kampf für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. 

:Aktivrente die Letzte

Anfang Mai haben wir uns zu einer digitalen Mittagspause getroffen, um ein letztes Mal über die Causa Aktivrente zu sprechen. Viele von euch waren dabei, Robert, Hannah und Guillaume aus dem Vorstand auch. Die Positionen waren klar verteilt: Ihr werdet nicht gern übergangen und wünscht euch mehr Mitsprache. Wir aus dem Vorstand haben das gehört und überlegen, wie sich das umsetzen lässt, ohne dass wir handlungsunfähig werden. Allgemein lieben wir aber die Idee, dass Mitglieder und Vorstand enger zusammenarbeiten. 

Und die Aktivrente, die wünschen wir uns auch. Selbst wenn wir es traurig finden, dass wir in einem Staat leben, in dem solche Dinge nötig sein sollen.

:Freischreiber goes Perugia #3: Das Recap

Hannah, Robert und Konstantin sind Ende April zum Journalismusfestival nach Perugia gereist und empfehlen euch allen, das nächstes Jahr auch zu tun! An vier sonnigen Tagen war dieses malerische Städtchen gefüllt von Journalist*innen aus aller Welt. Neben einem spannenden Panel-Programm (das ganz nebenbei kostenlos ist!) gab es jede Menge Gelegenheiten, einen Spritz zu trinken und sich auszutauschen – zum Beispiel bei unserem kleinen Freischreiber-Meetup für freie Journalist*innen.

:Freischreiber Österreich startet Kampagne. #KeinSteuergeldFürAusbeutung

Unsere Schwesterorganisation im Süden hat ein Anliegen, das uns zwar nicht unmittelbar betrifft, aber auf Dauer betreffen könnte. Denn in Österreich ist die Lage des Journalismus noch prekärer als bei uns. Verlage entlassen Mitarbeitende und zahlen gleichzeitig albern niedrige Honorare an Freie. Immer mehr Freie verlassen deshalb die Branche, kaum einer kann es sich noch leisten, nur vom Journalismus zu leben.

Freischreiber Österreich fordert deshalb, dass die staatliche Medienförderung an Standards gekoppelt wird. Nur wer freie Journalist:innen fair bezahlt, soll davon profitieren können. Hier findet ihr mehr Infos dazu. 

ANZEIGE 

Einladung für Freischreibende nach Straßburg ins Europäische Parlament

Vom 15. bis 18. Juni 2026 tagt das Europäische Parlament in Straßburg. Wir laden freie Journalist*innen herzlich ein, dabei zu sein. 
📣 Tipp: Für teilnehmende Journalist*innen besteht die Möglichkeit, sich Reise- und Hotelkosten erstatten zu lassen.

In der Plenarwoche stehen unter anderem diese Themen auf der Tagesordnung

1.     Reform der KI-Gesetze (finale Abstimmung über den Digital-Omnibus)

2.     EU-US-Handelsdeal (Finale Abstimmung über das Turnberry Agreement)

3.     Stellung der Landwirte in der Lieferkette (finale Abstimmung, enthält auch das umstrittene Verbot von Veggie-Schnitzlen)

4.     Beschleunigung der Genehmigungsverfahren

5.     EU-Strategie zur Bekämpfung neuer Theorien gegen die Demokratie

6.     Neue Genomtechniken (NGT) (2. Lesung, endgültig)

7.     Überarbeitung der Richtlinie zur Tabakbesteuerung

8.     EU-Erweiterung

9.     EU- Unternehmenssteuerpolitik

10.    Vorbereitung des EU-Gipfels

Meldet euch an unter dieser Mailadresse und berichtet live aus dem Herzen der europäischen Politik!

:Frei im Ausland

Elisa Kautzky mit Pariser Köstlichkeit.

Ohne festes Medium im Rücken kann eine Auslandskorrespondenz schwierig sein. In seiner neuen Reihe befragt das medium magazin freie Journalist*innen im Ausland dazu, wie die Arbeitsbedingungen sind, wie die Erfolgsaussichten, wo die Fallstricke und wie groß der Spaß daran ist. Den Aufschlag macht unsere Co-Vorsitzende Elisa Kautzky aus Paris. Sie sagt, sie habe ihre Nische erst finden müssen, fühle sich jetzt aber super wohl in ihrer Rolle als freie Korrespondentin.

Was ihr geholfen hat: sich inhaltlich und medial breit aufzustellen. “Ich habe angefangen, Radio zu machen, arbeite fürs Fernsehen, schreibe für Print und Online. Gerade Radio ist zum Beispiel ein Bereich, in dem man meiner Erfahrung nach auch als Einsteigerin gute Chancen hat und oft gut bezahlt wird.” Ein Vögelchen hat gezwitschert, dass eine weitere Freischreiberin aus dem Ausland bald in der Reihe erwähnt wird…

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 

Dieses Mal: Mareice Kaiser. Sie arbeitet als Journalistin, Autorin und Moderatorin in Berlin und im Internet. Sie recherchiert, schreibt und spricht zu Gerechtigkeitsthemen. Vom medium magazin wurde sie 2022 in die TOP 10 der deutschen Wirtschaftsjournalist*innen gewählt. In ihrem Newsletter Utopie + Alltag schreibt sie über das gute Leben, wie es sein könnte – und was sich dafür ändern muss. Im Podcast spricht Mareice mit Josephine Apraku über das, was wir alle brauchen: Revolution & Ferien. Kürzlich hat sie für journalist außerdem einen Text veröffentlicht, wie lange wir noch vom Journalismus leben können.

Mareice Kaiser. Foto: Jana Rodenbusch

Wo arbeitest du am liebsten?

In einem Zimmer für mich allein. Zum Beispiel in meinem Büro (das hab ich allerdings nicht immer für mich allein). Ich bin aber auch gern unterwegs und spreche mit Menschen. Was für mich auch gut geht, ist die Mischung aus Unterwegssein und Schreiben, zum Beispiel im Zug. Frei nach Virgina Woolf: Ein 2-er Platz im Zug und Noise Cancelling-Kopfhörer für mich allein.[1] [2] 

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Mein Gehirn; Menschen, die mit mir sprechen; Laptop; zweiter Bildschirm; Tastatur; Maus; Kopfhörer; Musik.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Als machtkritische Journalistin schwingt seit einigen Jahren immer eine mögliche Bedrohungssituation mit – für mich und manchmal auch für meine Protagonist*innen. Das hasse ich.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Dies & Das

Tech-Unternehmen in die Pflicht 

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stärkt Europas Medienhäuser im Streit mit Big Tech: EU-Staaten dürfen Plattformen wie Facebook und Instagram verpflichten, Verlage für journalistische Inhalte zu bezahlen. Ein Urteil aus Luxemburg bestätigt Italiens Vorgehen gegen Meta und gibt damit auch anderen Mitgliedstaaten Rückenwind, Tech-Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen.

Correctiv und Katapult starten NSDAP-Suchfunktion

Analog zu den Angeboten der Zeit und des Spiegels bieten Correctiv und Katapult eine eigene Plattform an, über die Nutzer*innen die NSDAP-Mitgliederkartei durchsuchen können. Die Webseite heißt https://brownarchive.org/ und ist, im Gegensatz zu jenen der beiden großen Verlage, kostenfrei.

Wo Freie gebraucht werden

Das Medium Magazin hat im letzten Monat ein Interview mit Daniel Lingenhöhl, dem Chefredakteur von Spektrum der Wissenschaft geführt. Darin sagt er, wo sein Team und er auf Freie setzen. Wenn ihr also wissenschaftsaffin seid: Schaut euch das mal an. 

Andererseits kämpft ums Überleben

Das inklusive Medium „andererseits“ ringt um sein Überleben. Zwölf behinderte und nicht behinderte Menschen arbeiten in der Redaktion und decken Missstände auf. Sie berichten über den Alltag in einer Welt, deren Norm sich nicht auf behinderte Körper und Köpfe bezieht. Jetzt ruft das Medium dazu auf, ein Abo abzuschließen, damit sein Team weiterhin dieses wichtige Feld beackern kann. Vielleicht möchtet ihr das ja unterstützen.  

:Externe Termine

12. und 13. Juni

Zukunftsfestival in Halle

Sandra Maischberger, Robin Alexander, Dagmar Rosenfeld, Jakob Springfeld, Jan Plewka und Band sowie die beiden Staatsministerinnen Elisabeth Kaiser und Christiane Schenderlein kommen in Halle zusammen, um über die produktive Kraft von Kunst und kultureller Bildung für Dialog und in kontroversen Debatten zu diskutieren.

Workshop Mehrfachverwertung

5. – 6. Juni in Berlin, WPK – Die Wissenschaftsjournalisten

Der Workshop richtet sich an alle freie:n Journalist:innen, die sich mit der Dreigleisigkeit (noch) schwer tun. Freie Printjournalist:innen bekommen Tipps, wie sie ihre Themen auch für den Hörfunk anbieten. Hörfunkjournalist:innen lernen, wie sie die Themen der Online- oder Printredaktion schmackhaft machen. Freischreiber*innen erhalten einen Rabatt.

The Roots of Everything

Wann? 19.- 20. Mai (und fortlaufend)

Wo? Spore Initiative, Hermannstraße 86, 12051 Berlin

Wie kommen wir weg von der reinen Krisenbeschreibung („Doom and Gloom“) hin zu „realen Utopien“? Hier geht es um Klima, globale Gerechtigkeit und soziale Bewegungen. Die Workshop-Reihe soll neue Perspektiven und direkten Kontakt zu Protagonist*innen eröffnen. Die Gäste und Expert*innen kommen aus den Berliner Kiezen und aus Ecuador. (Mit-)organisiert von Freischreiberin Elisabeth Weydt.

  • 5. – 6. Mai: Die Kraft der Vorstellung: Der Nebelregenwald als reale Utopie
  • 19. – 20. Mai: Von Würde und Gerechtigkeit: Rechte der Natur vor Gericht
  • 2. – 3. Juni: Radikale Regeneration: Für Wälder und Seelen
  • 30. Juni – 01. Juli: Resiliente Gemeinschaften: Wachstum statt Zerfall
  • 7. – 8. Juli: Alternative Ökonomien: Reichtum neu definieren
  • 10. – 11. Juli: Utopien-Ernte und Fiesta

Anmeldung: Per Mail an rootsofeverything ät posteo.de. Mehr Infos: Spore Website oder noch mehr bei Radio Utopistan auf Instagram.

Vision Lab 2026 

9. Juni – 4. Juli CNA Dudelange (Luxemburg)

Vom 29. Juni bis 4. Juli findet am Centre national de l’audiovisuel in Dudelange das Vision Lab statt, in dem Fotograf*innen, Filmemacher*innen, Journalist*innen und Künstler*innen eine Woche lang in einer transdisziplinären Gruppe an ihren eigenen Projekten arbeiten. Die Sprache des Labs ist Englisch und die Teilnehmerzahl begrenzt. 

Kosten: 300 Euro regulär, 150 Euro ermäßigt. Bewerbungsschluss ist der 30. Mai, Bewerbung mit kurzer Beschreibung der eigenen Fragen und Ziele, Kurzbio und Links zur Arbeit an: formation ät cna.etat.lu (CC: contact ät uwehmartin.de)

BJS-Termine

02. – 03.06. Videos drehen mit dem Smartphone – Grundkurs

05. – 06.06. Interview für Print und Online

08. – 09.06. Datenjournalismus 2.0 – für starke Storys mit Code, KI und Visualisierungen (1)

10. – 12.06. Die Reportage

Exklusiv für Freischreiber*innen:

Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle.

Und mit dem Ende des Newsletters endet auch meine Urlaubspause. Habt es schön, wo auch immer ihr seid!

Robert Hofmann & Elisa Kautzky aus der Newsletter-Redaktion

Titelfoto: Anna Heidelberg-Stein

Manchmal wünschten wir uns, manche Honorarangebote wären ein Aprilscherz. Leider sind sie es nicht. Umso wichtiger ist es deshalb, IMMER zu verhandeln. Das sagt sich so leicht. Auch wir im Vorstand kennen dieses mulmige Gefühl, dieses Ziehen in der Magengegend, sobald die Mail mit der Nachfrage nach mehr Geld raus ist. Als wäre es unerhört, vom eigenen Beruf leben zu wollen.

Aber ist nicht vielmehr das Gegenteil unerhört? Festangestellte erhalten Inflationsausgleich, Weihnachtsgeld und Gehaltserhöhungen. Warum sollen wir also zögern, unseren Wert klar zu benennen? Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind. Wir arbeiten auf Augenhöhe, denn wir haben etwas zu bieten. Also: Beim nächsten Mal – Augen zu und durch. Im schlimmsten Fall kommt ein Nein, sehr wahrscheinlich aber mehr Geld.

Was uns bewegt: Money Money Money

Die schlechte Bezahlung von freien Journalist*innen ist regelmäßig Thema bei :Freischreiber. Nun hat auch die Berliner Zeitung darüber geschrieben. (Wie viel sie wohl ihrem Freien dafür bezahlt hat?) Grundaussage des Artikels ist: So kann es nicht weitergehen. Wer freien Journalismus nicht ordentlich bezahlt, sorgt für schlechtere Qualität, vertreibt erfahrene Leute aus dem Journalismus und schadet so am Ende auch der Demokratie.

Nun steht die Berliner Zeitung seit einigen Jahren nicht mehr unbedingt für journalistische Integrität oder demokratische Überzeugungen, aber Recht hat sie doch.

In dem Artikel wird auch unser Verband erwähnt: „Der Verband der Freischreiber, der die Interessen von freien Journalisten vertritt, empfiehlt, pro 1000 Zeichen ein Honorar von 100 Euro zu verlangen. Ich kenne kaum ein Haus, bei dem das durchsetzbar ist. Selbst die Hälfte ist dafür nur in Ausnahmefällen und nach harten Verhandlungen zu erreichen.“ 

Leider ist unsere Empfehlung auch schon ein paar Jährchen alt und enthält keine Inflation. Was denkt ihr dazu? Schreibt uns gerne!

:Freischreiber goes Perugia I

Am 15. April wird Vorstandsmitglied Hannah El-Hitami mit Kolleg*innen beim Internationalen Journalismus-Festival in Perugia (Italien) über die Frage diskutieren: „Justice at last? Covering Syrian justice playing out on multiple stages.“

:Freischreiber goes Perugia II: Freiheit an der Piazza

Auch unsere Vorstandsmitglieder Robert Hofmann und Konstantin Klenke werden in Perugia sein. Mit Hannah organisieren sie am Donnerstag, 16. April ein kleines Get-Together, wobei Get in dem Fall Drink bedeutet. Nämlich um 17 Uhr in der Snack Bar hier.

:Pro oder Kontra Aktivrente? 

Was denn jetzt? Ist :Freischreiber nun für oder gegen die Aktivrente für Selbstständige? Nun, auch ein Vorstand ist, wie seine Mitglieder, nicht immer einer Meinung. Im Oktober 2025 haben wir in einer Pressemitteilung geschrieben, dass sich :Freischreiber „den Forderungen von DJV, ver.di und der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV) an(schließt), die sogenannte Aktivrente auch auf Einkommen aus selbstständiger Mitarbeit auszudehnen.“ :Freischreiber forderte gleiche Rechte für alle Erwerbstätigen – unabhängig von ihrer Beschäftigungsform. Im Idealfall hätten es freie Journalist*innen natürlich nicht nötig, im Alter noch zu arbeiten, und würden ihre Rente genießen. Das ist aber aufgrund der prekären Situation im Journalismus oft nicht möglich. 

Gleichzeitig arbeiten wir mit dieser Forderung „an der Dekonstruktion des Sozialstaats“ – so hat es Co-Vorsitzender Robert Hofmann in seinem Kommentar für das Medium Magazin beschrieben.

Robert ergänzt: „Wie jeder Mensch, der sich über mehr Geld freut, wollen wir, dass Freie im Alter genug davon haben. Wenn das bedeuten muss, dass wir nach Erreichen des Rentenalters steuerfrei weiterarbeiten können, ist das so. Zumindest wenn es keine Alternative gibt. In meinem Text lehne ich die Aktivrente ab. Sie ist das Eingeständnis einer Regierung, die nicht fähig oder willens ist, unsere Sozialsysteme zu erhalten. Sie ist der Anfang vom Ende des Ruhestands der Leute, die nicht erben oder schon Vermögen haben.

Was wäre eine Alternative, die es uns ermöglicht, im Alter das zu machen, wofür es da ist: Mit den Enkeln durch die Orangenpflanzen laufen, die letzten Punkte auf der Bucket List abhaken oder auf der Veranda sitzen und in die Ferne starren. Deshalb: Wir unterstützen das Anliegen, die Aktivrente auch auf Selbstständige auszuweiten. Gleichzeitig lehnen wir die Aktivrente ab. Auch aus Solidarität mit denen, die im Alter nicht einfach noch ein paar Jahre weiterarbeiten können.”

Auch für Reportagen.FM und in unserem Slack-Vereinsheim hat er seine Position dargelegt. Was sind eure Ideen, wie können wir der Erosion der Sozialsysteme etwas entgegensetzen, ohne dafür den Ruhestand aufgeben zu müssen? Schreibt uns gern!

—ANZEIGE —

Einladung für Freischreibende nach Straßburg ins Europäische Parlament

Vom 27. bis 30. April tagt das Europäische Parlament in Straßburg. Wir laden freie Journalist*innen herzlich ein, dabei zu sein und vor Ort zu recherchieren.

Im Parlament gibt es ein Großraumbüro für Journalist*innen sowie kostenlos buchbare TV-Studios, Radio- und Podcaststudios und Fotograf*innen.

📣 Tipp für Freie: Für teilnehmende Journalist*innen besteht die Möglichkeit, sich Reise- und Hotelkosten erstatten zu lassen.

Meldet euch an unter presse-berlin ät europarl.europa.eu und berichtet live aus dem Herzen der europäischen Politik! 

In der Plenarwoche stehen unter anderem diese Themen auf der Tagesordnung:

  • EU-weit einheitliche Definition von Vergewaltigung: Nur ja bedeutet ja
  • Schutz von Hunden und Katzen, Verpflichtung zum Chippen
  • ETS 2 – Emissionshandel für Gebäude und Transport
  • Schutz vor Missbrauch von EU-Geldern
  • Verschlechterung der Grundrechtslage in der EU
  • EP-Position zum EU-Haushalt 2028 – 2034
  • Schutz von Unternehmen, Arbeitsplätzen und Produkten aus der EU vor unlauterem Wettbewerb
  • Gefährdet die neue EU-Abwasserrichtlinie die Versorgung mit Medikamenten?
  • Niedrigere Zölle für am wenigsten entwickelte Staaten
  • Übermittlung von Fluggastdatensätzen zur Bekämpfung von Terrorismus und schwerer Kriminalität (EU-Norwegen, EU-Island, EU-USA)
  • Bedeutung der Meeresdiplomatie für die Wettbewerbsfähigkeit von Fischerei und Aquakultur in der EU

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 

Credits: Luna Gebauer

Dieses Mal: Judith Goetsch. Die Kollegion ist professionelle Besserwisserin, arbeitet vor Allem für Storytelling-Podcast-Formate und wenn sie nicht schreibt oder was besser weiß, singt sie am liebsten.

Wo arbeitest du am liebsten?

Tatsächlich im Büro, umgeben von netten Kolleg*innen. Auch im Studium war ich immer schon eine, die fürs Lernen oder Hausarbeiten in die Bibliothek gegangen ist. Ich bin jetzt ganz frisch in einer Bürogemeinschaft in Berlin Kreuzberg dabei und freue mich, wenn ich Arbeit und privat räumlich etwas mehr trennen kann.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Die Notizen-App von meinem Handy auf der meine Themen-Ideen meist zuerst entstehen, meine digitale To-do-Liste und meine Noise-Cancelling-Kopfhörer.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Für einen Podcast oder einen Radiobeitrag ein super spannendes Interview führen und dann feststellen, dass das Mikrofon die ganze Zeit nicht mitgelaufen ist.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Hörtipp

Der freie Journalismus kann einsam und umkämpft sein – muss er aber nicht. In der dritten Folge der neuen Staffel von „Reporter Insights“ der Reportageschuleund Reportagen.FM spricht Host David Pister mit Johannes Greß über investigativen Journalismus, prekäre Arbeitsbedingungen und warum wir Journalist*innen uns zusammenschließen sollten. Johannes ist Vorstandsmitglied der Freischreiber:innen Österreich.

Hier reinhören.

:Lesetipp

Von freien Journalistinnen und Journalisten wird heute erwartet, dass sie eine Reichweite haben. Dabei sind Aufbau und Betreuung einer Community ein zweiter Vollzeitjob – die Trennlinie zum Content Creator verwässert. Wie sollen wir damit umgehen, dass heute alle ein bisschen berühmt sein müssen?

Kira Brück hat es im Journalist-Magazin aufgeschrieben.

:Pressemitteilung Mutterschutz

Mutterschutz darf für Selbstständige keine Frage des Versicherungsstatus sein. Deshalb begrüßt :Freischreiber den Vorstoß von Bundesbauministerin Verena Hubertz, Mutterschutz und bessere Rahmenbedingungen für selbstständige Eltern gesetzlich zu regeln. Dass Handlungsbedarf besteht, ist seit Langem bekannt – umso wichtiger ist, dass auf die Forderung nun zügig gesetzliche Schritte folgen. Besonders für freie Journalistinnen ist die aktuelle Lage inakzeptabel. Viele stehen vor der Frage, ob sie sich Kinder überhaupt leisten können. Unsere Pressemitteilung findet ihr hier.

:FREISCHREIBER-TERMINE

20. April, 16 Uhr, Tandem Kick-off: Gemeinsam wollen wir das frische Tandem-Jahr einläuten. Bitte gebt uns Bescheid, ob ihr dabei sein könnt. Den Link zum Raum erhaltet ihr per E-Mail.

23. April, 12 Uhr, Mittagspause mit der ZEIT. So arbeiten Ressort X & ZEIT-Dossier: Welche Themen punkten bei der Redaktion, wen sprechen Freie an – und welchen Honorarrahmen setzt die ZEIT

27. April, 9 Uhr, Starterpaket Freier Journalismus: Das Leben als freie Journalistin, freier Journalist kann wunderbar sein. Und doch fühlen sich anfangs viele Kolleg*innen lost. Unser Webinar „Starterpaket Freier Journalismus“ bietet einen Überblick an Tipps, die den Einstieg erleichtern.

4. Mai, 19 Uhr: Mini-Stammtisch in Paris!

Wir, Stefanie Eisenreich & Elisa Kautzky, möchten uns mit Freien und Freischreiber*innen in Paris vernetzen. Kommt gern dazu.

8. Mai, 13 Uhr, Rundfunkreform

Welche Programme werden gestrichen? Welche Sendeplätze werden zusammengezogen? Viele Freie sind gestresst von der Unsicherheit und machen sich Sorgen um ihre zukünftige Auftragslage. Kathy Ziegler von der Freienvertretung beim Deutschlandradio wird uns konkret erklären, was es mit der Programmreform auf sich hat.

  • Und: Haltet euch schon mal den 12. Dezember frei! Wir planen ein Barcamp und eine Party! Weitere Infos gibt es bald. Wir wollen mit euch feiern und in Berlin aufs Freisein anstoßen.
  • Alle Termine findet ihr hier.

:Dies & Das

Die Entlastungsvorschläge der Regierung

Ein bisschen schade finden wir es schon. Denn schon wieder merken wir, wie wenig Gedanken die Regierung sich über uns Freie macht. Als die Unions- und SPD-Spitzen am Morgen des 13. April bekannt gaben, wie sie die Bürger*innen angesichts des stetig teurer werdenden Lebens entlasten wollen, war kein Vorschlag dabei, der uns mitdenkt. Die 1000 Euro „Krisenbonus“, die Arbeitgebende ihren Angestellten steuerfrei zahlen können, werden uns nicht erreichen. Die 17-Cent-Senkung der Kraftstoffsteuern gilt natürlich auch für uns, aber wie viel das wert ist, wird sich zeigen.

KI-Bilder im Lokalen

Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (shz) illustriert neuerdings regionale Themen immer öfter mit KI-generierten Abbildungen, berichtet Übermedien. Zwar würden die Motive transparent gekennzeichnet, dennoch stellt sich die Frage, was das für den Lokaljournalismus bedeutet. Fast zwei Drittel der Deutschen ordnen Lokaljournalismus laut Digital News Report des Reuters Institute an der University of Oxford als vertrauenswürdig ein. Es lässt sich nur hoffen, dass die Lokalmedien das Vertrauen ihrer Leser*innen damit nicht verspielen.

Marktlücke Rüstungsindustrie 

Mehr denn je suchen Redaktionen Journalist*innen, die sich mit Rüstungsindustrie und Sicherheitspolitik auskennen. (Vielleicht eine Marktlücke für einige von euch?) Vor 2022 wurden militärische Expertise und Connections in die Rüstungsindustrie noch skeptisch beäugt, heute sind Drohnenexpert*innen in den Redaktionen heiß begehrt. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Civey von 2025 wünschen sich 77 Prozent der Deutschen mehr Informationen dazu, welche Vorkehrungen die Bundesregierung trifft, um die Verteidigungsfähigkeit zu steigern. Doch was macht eine gute Berichterstattung über Krisen und Kriege aus? Diese Frage hat sich der Journalist gestellt. Wichtig sei es vor allem, sachlich zu unterscheiden, welche Szenarien real und welche von Akteuren gesteuert sind. Was hilft: „ein breites Netz an Informanten und unabhängigen Experten. Nur so könnten Journalist*innen die unterschiedlichen Interessen von Rüstungswirtschaft und Gemeinwohl aufzeigen.“

Ungarn: Medien und Wahlkampf

Am 12. April hat Ungarn gewählt – und Viktor Orbán nach 16 Jahren Amtszeit abgewählt. In der letzten Ausgabe des Newsletters Blaupause beschreibt Steady-Gründer Sebastian Esser, inwiefern investigative Recherchen den ungarischen Wahlkampf auf den Kopf gestellt haben. Zum Beispiel Direkt36, ein ungarisches Investigativportal, das in den vergangenen Jahren immer wieder Recherchen veröffentlicht hat, zum Beispiel über die Pegasus-Überwachung der eigenen Reporter*innen, die Offshore-Geschäfte der Familie Orbán oder wie die Regierung die EU-Antibetrugsbehörde OLAF ausspionierte. Ein Beispiel, wie viel Macht unabhängiger Journalismus haben kann.

:Externe Termine

DW-Freienkongress

Vom 24. bis 25 April findet in Bonn der DW-Freienkongress statt. Veranstalter ist der ARD-ZDF-Freienrat. Auf dem Programm: Podiumsdiskussionen über Pressefreiheit, freie Krisenreporter*innen, Homeoffice, Rente, KI und Honorare – alles, was für freie Mitarbeitende im öffentlich-rechtlichen Rundfunk von besonderer Relevanz ist.

Anmeldung hier. Das komplette Programm:  Freienrat – Die Interessenvertretungen für Freie bei ARD, ZDF und Deutschlandradio

BJS-Termine

Exklusiv für Freischreiber*innen: Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle.

Kauft euch was Schönes vom verhandelten Geld!

Robert Hofmann & Elisa Kautzky aus der Newsletter-Redaktion

Noch immer ganz beschwingt von unserem Klausur-Wochenende in Frankfurt am Main planen wir für euch und uns schon eine Million Dinge. Den 12. Dezember zum Beispiel solltet ihr euch bereits freihalten. Zum Glück seid ihr frei und kommt nicht in Verlegenheit, Weihnachtsfeiern absagen zu müssen. Und wenn doch: Sorry! Aber es wird sich lohnen.

Bis dahin müssen wir allerdings noch ein paar Jahreszeiten durchstehen. Und wahrscheinlich auch noch ein paar halbgare Vorschläge aus der Politik. 

Na ja. Wir bleiben dran und freuen uns, dass es euch gibt!

:Freischreiber analog

Workshop zum Freisein bei der taz

Als Volontärin oder Praktikant schwirren oft Fragezeichen durch den Kopf, wenn es um die Option geht, in den freien Journalismus zu starten. Deshalb waren unsere Vorstandsmitglieder Hannah El-Hitami und Robert Hofmann im Februar zu Gast im „Hausunterricht“ der taz.

Und bekamen tiefe Einblicke in den freien Journalismus. Ein besonders wichtiger Ratschlag war, sich mit anderen für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen, Netzwerke zu bilden – eben nicht allein vor sich hin zu tüfteln. Bildet Banden! Am besten bei :Freischreiber. :unschuldig:

Danke für die Einladung, liebe taz.

Frei in Frankfurt

Zum ersten Mal trafen wir uns zu einer Vorstandsklausur mit Blick auf MainHattan.  Und Frankfurt war gut zu uns! Neben Teambuilding im Ebbelwei-Express und am Karaoke-Mic (Hol den Vorschlaghammer!) ging es um das Programm der nächsten zwei Jahre.

Unsere klare Mission: Wir machen Festangestellte neidisch. Zum Beispiel, indem wir uns :Freischreiber als Restaurant mit Garten vorstellen. Unsere Mitglieder sind die Chefinnen und Chefs, sie füllen den Vorstand, leiten die Regio-Gruppen – und genießen als Gäste beste Kost. Grüne Sauce, grünes Eis und prickelndes Pils, interessante Menschen an der Bar, der freie Soundtrack schwingt im Raum. Caro und Anna aus der Geschäftsführung füllen ohne Luft zu holen Weinkeller und Bierfässer. Dazu: Halbschatten im Biergarten, während Festangestellte in der Redaktion schwitzen. Wir haben hier noch Platz, liebe Kolleg*innen, legt euch doch in die freien Hängematten!

Fehlt was auf der Speisekarte? Wir freuen uns immer über Input.

Beim Planen der nächsten Kampagne schwankten wir zwischen Grundsicherung für Freie, Tandem-Fahrten von Redaktion zu Redaktion und der großen Freiheits-BWL-Party. Was genau auf euch zukommt, erfahrt ihr bald hier, im Newsletter und auf allen Social-Media-Kanälen. Der Ohrwurm zum Plan geht auf jeden Fall eher in Richtung „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ und ist hier nachzuhören. Die Schulklassen aus unserer Jugendherberge kennen ihn jetzt auch ganz gut.

Erhaltet das IFG!

Wir unterstützen die Kampagne von FragDenStaat (FdS), die das Informationsfreiheitsgesetz in seiner aktuellen Form vor Angriffen aus der Politik schützen will.

Sabrina Winter ist Redakteurin bei FdS und erklärt, warum das wichtig ist.

„Gäbe es das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) nicht, wären einige meiner Recherchen kaum möglich gewesen. Über IFG-Anfragen bekam ich Dokumente, die zeigten, wie der Berliner Maßregelvollzug in sich zusammenfällt. Und ich erlangte Daten dazu, wie oft Menschen in deutschen Gefängnissen in Isolationszellen gesperrt werden.

Nun wollen mehrere Bundesländer das IFG ändern. In Berlin plant die schwarz-rote Regierung gerade, Ausnahmen in das Gesetz einzuflechten. Auch Schleswig-Holstein will den Zugang zu Akten erschweren. So würden die Länder die Transparenz einschränken, öffentliche Kontrolle erschweren und ein wichtiges Recherche-Werkzeug für Journalist*innen verschlechtern.“

Sabrina Winter arbeitet als Investigativjournalistin bei FragDenStaat und als freie Journalistin. Sie hat Internationale Kriminologie, Soziologie und Politikwissenschaft studiert. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie an der Henri-Nannen-Schule. Ihr findet sie auf LinkedIn und Torial

:Freischreiberiges

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 

Dieses Mal: Christina zur Nedden. Sie ist freie Journalistin und berichtet auf Deutsch und Englisch über Politik und Gesellschaft im asiatischen Raum.

Wo arbeitest du am liebsten?

Ich arbeite am liebsten zu Hause mit Blick auf die tropische Kulisse Singapurs. Von meinem Schreibtisch aus sehe ich oft gelbe Kanarienvögel von Palme zu Palme  fliegen. Um die Ecke ist auch das älteste Café der Stadt. Wenn ich Inspiration brauche oder mir die Decke auf den Kopf fällt, gehe ich dorthin und bestelle Kopi und Kaya-Toast. Unterwegs arbeiten ist anstrengend, aber belebend. Ich liebe es, nach einem langen Tag abends meine Notizen und Aufnahmen bei einem lokalen Gericht zu ordnen und danach in mein Reisetagebuch zu schreiben, um die Eindrücke zu verarbeiten.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Es klingt unspektakulär, aber es ist: Mein Handy und eine Powerbank. Es ist erstaunlich, was man heute alles mit dem Handy machen kann: Ton-Aufnahmen, Filme drehen und schneiden, ganze Texte recherchieren und schreiben. Deswegen trage ich es meist griffbereit an einer Kette.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Neulich habe ich besagtes Reisetagebuch, in dem ich handschriftlich alle meine Reisen in Asien seit fünf Jahren festhalte, nicht mehr gefunden. Ich habe das ganze Haus durchsucht. Es ist dann schließlich auf einer Insel in Indonesien wieder aufgetaucht, wo ich zufällig im März wieder hinreise und es dann abholen werde. Ansonsten ist es ärgerlich, wenn ich ganze Texte schreibe und die Redaktion dann eine unpassende Überschrift dazu wählt, die ich nicht beeinflussen kann.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

Jahrescoaching

Journalismus ist manchmal ein einsames Geschäft. Man sitzt daheim, quält die KI und hofft auf einen Geistesblitz. Damit ist jetzt Schluss: Das neue Jahrescoaching mit Ariel Hauptmeier und Heike Faller ist im Februar gestartet. „Erstes Wochenende in Berlin: inspirierend, intensiv und handfest“, berichtet Ariel. „Wir reden nicht über abstrakte Theorie, wir röntgen Texte. In den nächsten zehn Monaten wird das Schwere leicht gemacht. Es geht um Dramaturgie, um den passenden Sound und darum, die Sicherheitszone des ‚soliden‘ Schreibens endlich mal zu verlassen.“

:Stellungnahme zu Urheberrechten

Das Bundesjustizministerium hat uns :Freischreiber bis Ende Februar 2026 um eine Stellungnahme gebeten. Im Fokus steht das Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG). Es regelt Urheber*innen- und ihnen verwandte Schutzrechte durch Verwertungsgesellschaften. Konkret geht es für uns freie Journalist*innen also um die Rechte an unseren journalistischen Werken.

Erreichen die Vorschriften des VGG ihre beabsichtigte Wirkung? Welche Punkte muss das Ministerium anpassen? Mehr Infos dazu findet ihr auf derentsprechenden Webseite des BMJV.

Unsere Stellungnahme, verfasst von Freischreiber Oliver Eberhardt, lest ihr hier. Sein Fazit: das VGG funktioniert, aber einige der Regelungen sollten nachgebessert werden. Danke für deine Unterstützung, Oli!

Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Was ist Was: Unter der Erde. Verborgene Welten“ von Florian Sturm.

In einer Handvoll Bodenerde tummeln sich mehr als 1,5 Milliarden Lebewesen – vom Bakterium bis zum Regenwurm. Es ist also ganz schön was los unter unseren Füßen. Wir seilen uns hinab in Höhlen, erkunden Minen, U-Bahn-Schächte und die Kanalisation. Dort stolpert man manchmal auch über Schuhe oder Einkaufswagen. Wir beobachten einen Tunnelbau und steuern die U-Bahn in einer Großstadt. Wir entdecken eine geheimnisvolle Welt, die viel über die Vergangenheit verrät und eine Menge Überraschungen bereithält. Eine spannende Reise in verborgene Welten für Kinder ab 8 Jahren.

Wie ihr an dem Gewinnspiel teilnehmen könnt, wisst ihr, wenn ihr Abonnent*innen des Newsletters seid. Gewinnen können nur Abonnentin*innen des Newsletters. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! 

Danke für eure Zusendungen im Februar. Gewonnen hat Sara Meyer.

Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei uns (redaktion@freischreiber.de), damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich. Win-win!

:Lesetipp

Von freien Journalistinnen und Journalisten wird heute erwartet, dass sie eine Reichweite haben. Dabei sind Aufbau und Betreuung einer Community ein zweiter Vollzeitjob – die Trennlinie zum Content Creator verwässert. Wie sollen wir damit umgehen, dass heute alle ein bisschen berühmt sein müssen?

Kira Brück hat es im Journalist-Magazin aufgeschrieben.

:Hörtipp

Die Revolution ist das Ziel – aber was machen wir bis dahin? Am besten: Ferien! Josephine Apraku und Freischreiberin Mareice Kaiser sprechen in ihrem Podcast über kleine und große Revolutionen und die dringend nötigen Pausen zwischendurch. Hier könnt ihr ihn anhören.

_______________

:FREISCHREIBER-TERMINE

Verträge im freien Journalismus

Wo: Zoom

WANN: 23.03. ab 12:00 Uhr

Frei im Journalismus arbeiten und zugleich Verträge unterschreiben – wie passt das zusammen? Der Fokus der digitalen März-Mittagspause mit unserem Verbandsjuristen Dr. Sebastian Rengshausen liefert Antworten. Dort erfährst du die wichtigsten Infos rund um Verträge für freie Journalist*innen.

„Sip and Write“

WO: Berlin
WANN: 24.03. ab 19:00 Uh
r

Für uns Journalist*innen gehört das Schreiben zum Arbeitsalltag. Mal geht es dabei trocken und sachlich zu, mal literarisch, persönlich, kreativ. Aber ganz frei von Regeln ist das journalistische Schreiben nie. Wir müssen Fakten genau überprüfen, möglichst objektiv bleiben, nur berichten, was wirklich passiert ist.

Mittagspause mit der ZEIT: So arbeiten Ressort X & ZEIT-Dossier

WO: Zoom

WANN: 23.04. ab 12:00 Uhr

:Freischreiber, Süddeutsche Zeitung und DIE ZEIT bilden Freischreiber:innen gemeinsam kostenlos fort. Am 23. April gibt es für euch folgenden Input:

Das ZEIT-Dossier und das Ressort X sind bekannt für Reportagen, Porträts und Essays zu den großen Themen des Lebens. Viele freie Journalist*innen bedienen mit Vorliebe diese Formate. Wie kommen sie bei der ZEIT und bei X zum Zug? Welche Themen punkten bei der Redaktion, wen sprechen Freie an – und welchen Honorarrahmen setzt die ZEIT?

Starterpaket Freier Journalismus

WO: Zoom

WANN: 27.04.ab 09:00 Uhr

Das Leben als freie Journalistin, freier Journalist kann wunderbar sein. Und doch fühlen sich anfangs viele Kolleg*innen lost. Unser Webinar „Starterpaket Freier Journalismus“ bietet einen Überblick an Tipps, die den Einstieg erleichtern.

Crashkurs: Mehrfachverwertung

WO: Zoom

WANN: 12.05 ab 09:00 Uhr

Neuer Zusatztermin eines unserer beliebtesten Webinare: Gute Recherchen sind wie Kaugummi. Sie ziehen und ziehen und ziehen sich. Meist über Wochen, manchmal über Monate und Jahre. Da wäre es verschenkt, das Thema nach nur einer Veröffentlichung abzuhaken. Und mit einem einzigen Honorar, das all der Zeit und Energie, die wir in unsere Story investiert haben, vermutlich nicht gerecht wird.

Selbstständig & sicher: Welche Versicherungen brauchen wir?

WO: Zoom

WANN: 21.05. ab 12:00:00 Uhr

Ob Reportage aus dem Ausland, TV-Dreh oder Recherche im Homeoffice – wer als freie*r Journalist*in arbeitet, trägt viele Risiken allein. Wir laden daher alle Freischreiber*innen zur „sicheren Mittagspause“ ein. 

:Dies & Das

Das EU-Parlament hat eine Transparenzpflicht für KI-Unternehmen beschlossen

Mit großer Mehrheit haben die Abgeordneten „Empfehlungen“ verabschiedet, zu denen auch eine faire Vergütung von Presse und Kreativen gehört.

Unterstützt ProQuote e. V.

Nach dem Förderstopp durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend startet ProQuote Medien e. V. ein Crowdfunding, um seine zentrale Arbeit in den nächsten 12 Monaten fortzuführen. Ziel ist es, mindestens 30.000 Euro zu sammeln, um die Leitmedienzählung sowie die öffentliche Kommunikation des Vereins weiterhin zu ermöglichen. ProQuote Medien untersucht systematisch den Frauenanteil in Führungspositionen von überregionalen Print- und Onlinemedien.

Die Rheinische Post Mediengruppe will die Westfälische Medien Holding übernehmen

Zur Westfälischen Medien Holding gehören Westfälische NachrichtenMünstersche ZeitungWestfalen-Blatt und dessen Paderborner Ableger Westfälisches Volksblatt sowie die Allgemeine Zeitung Coesfeld.

:Externe Termine

30. März bis 1. April

International Conference on AI in Work, Innovation, Productivity and Skills

Die Konferenz bringt  Fachpersonen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über die Auswirkungen von KI auf Beschäftigung, Qualifikationen, Produktivität und Innovation zu sprechen und anschließend zu erörtern, wie die Politik darauf reagieren kann. Von der Entwicklung agentenbasierter KI bis hin zur Steuerung algorithmischer Prozesse wird unter anderem auch das Potenzial zur Unterstützung neurodiverser Lernender diskutiert.

Mentoring-Programm und Stipendium des Journalistinnenbundes

Der Journalistinnenbund (jb) fördert sowohl junge Journalistinnen und Neueinsteigerinnen als auch Kolleginnen, die sich umorientieren wollen. Bewirb dich für das Mentoring-Programm oder für das Hedwig-Dohm-Recherchestipendium.

Tandems aus Mentees und Mentorinnen

Der neue Jahrgang des jb-Mentoring-Programms läuft von Ende Juni 2026 bis Juni 2027. Es gibt keine Altersbeschränkung, das Programm ist kostenlos. Bewerbungsschluss ist der 31. April. Hier gibt es weitere Infos und das Bewerbungsformular.

Anspruchsvolles Recherchestipendium 

Das Hedwig-Dohm-Recherchestipendium für Nachwuchsjournalistinnen fördert ein journalistisches Vorhaben zu einem Thema mit geschlechterpolitischer Relevanz. Das Stipendium beträgt einmalig 2.000 Euro. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai. Hier gibt es mehr Infos zum Bewerbungsverfahren.

BJS-Termine

Exklusiv für Freischreiber*innen:

Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle. (mailto: kontakt@freischreiber.de)

KI-Tools wie ChatGPT in der Praxis – Einstiegskurs

Was bedeutet künstliche Intelligenz für meine Arbeit, meinen Arbeitsplatz, die Firma? Welche Chancen und Risiken birgt KI für Journalismus, PR und Kommunikation? Erfahre in diesem Einstiegskurs alles Wissenswerte zu den aktuellen Entwicklungen. 23. – 24.03. 

Mit Witz und Pointe hervorragend schreiben (Webinar)

Humor erzeugt Aufmerksamkeit, Leichtigkeit und kann komplexe Sachverhalte verständlicher machen. Dieses Seminar vermittelt das Handwerk des Humors und beantwortet auch die Frage: Wann und wie hilft dabei künstliche Intelligenz (KI)? 23. – 24.03.

Sprache und Stil – einfach gut schreiben (Webinar)

Elegant in Texte einsteigen, eine stringente Struktur entwickeln und lebendig und dynamisch schreiben – das nötige Handwerkszeug mit und ohne künstliche Intelligenz bietet dieses Seminar. 23. – 24.03.

Datenjournalismus 2.0 – für starke Storys mit Code, KI und Visualisierungen (2)

Mühsame Handarbeit eine KI oder einen klassischen Algorithmus machen lassen, Daten selbst sauber analysieren, Geschichten visuell erzählen – Datenjournalismus eröffnet neue Methoden der Recherche und des Storytellings. Die erforderlichen Fertigkeiten vermittelt dieses Seminar.27.03.

Videos drehen mit dem Smartphone – Grundkurs

Mobil Videos aufzeichnen, professionell am Smartphone oder Tablet schneiden und gleich ins Internet hochladen: In Journalismus, PR und Öffentlichkeitsarbeit ist das Alltag. Die Besten werden mit Reichweite belohnt. Dieses Seminar macht aus euch einen besseren Mobile Reporter.30. – 31.03. 

Wir hoffen, dass ihr nun freudig erregt dem Frühling entgegenblickt und euch von der Welt nicht unterkriegen lasst. Passt auf euch auf und freut euch auf den Dezember. Dann sind Frühling,Sommer und Herbst zwar vorbei, aber das Schönste, beziehungsweise die Schönsten, kommt und kommen, ihr kennt es, zum Schluss.

Elisa Kautzky & Robert Hofmann

Mitglied bei :Freischreiber zu sein, ist wie Ingwer, Honig und Zitrone im Winter: kein Wundermittel, aber ein eventueller Schutz vor größeren Komplikationen – oder zumindest eine Linderung der Schmerzen. Vorausgesetzt, man greift regelmäßig zu ihnen, sprich: den Angeboten,  die wir haben. Ein verständnisvolles „Mir geht es auch so“ von Kolleg*innen, ein hilfreicher Tipp für einen Auftrag im Slack-Channel, ein aufmunterndes „Du schaffst das!“ aus der Regio-Gruppe. In der kalten, dunklen Jahreszeit hilft kaum etwas mehr als der wärmende Austausch unter Gleichgesinnten. Und bald kommt ja auch der Frühling. Und irgendwann auch das Geld von der VG Wort.

:Honorartool

Wir starten mit unserer neuen Umfrage zur Bezahlung im freien Journalismus. Im Sommer wollen wir die Ergebnisse veröffentlichen. Hilfst du mit? Je mehr Ergebnisse, desto genauer die Analyse.

Was hast du 2025 bei welchem Medium in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verdient? Wer bezahlt freie Journalist*innen besonders fair, wer unterirdisch? Bitte trag es ein! Das ist komplett anonym, braucht nur 3 1/2 Minuten und hilft, unsere Verhandlungsposition zu stärken. Die Umfrage richtet sich auch an Nicht-Freischreiber*innen.

:Medienförderung Österreich

Unsere Freischreiber-Kolleg*innen in Österreich starten im März eine Kampagne zur Reform der dortigen Medienförderung unter dem Namen #KeinSteuergeldfürAusbeutung. Die Situation freier Journalist*innen in Österreich ist schon lange prekär, aufgrund der Inflation der vergangenen Jahre kämpfen viele mittlerweile ums wirtschaftliche Überleben.

Doch die Arbeit freier Journalist*innen bleibt unverzichtbar und für die Demokratie systemrelevant. In ihrer Kampagne fordern die österreichischen Freischreiber, dass staatliche Förderungen an privatwirtschaftliche und profitorientierte Medien nur vergeben werden, wenn diese ihre Freien zu fairen Konditionen beschäftigen.

Dafür sammeln die :Freischreiber Österreich aktuell Statements von Persönlichkeiten aus Journalismus, Zivilgesellschaft und Politik, die sie anschließend auf ihrer Website und auf Social Media veröffentlichen werden. 

Falls ihr also in Österreich lebt oder für österreichische Medien arbeitet, sendet gern eine kleine Wortspende und ein Foto bis zum 28. Februar an vorsitz ät freischreiber.at.

Das Statement kann eine Antwort auf folgende Fragen sein: 

  • Warum soll die Medienförderung an eine faire Bezahlung freier Journalist*innen gebunden sein?
  • Warum braucht es bessere Bedingungen für freie Journalist*innen – und welche?
  • Inwiefern sind freie Journalist*innen für den Journalismus unverzichtbar?

Fragen, die uns auch teilweise in Deutschland beschäftigen. Einen Überblick der Forderungen findest du hier. Und hier einen aktuellen Bericht des Standard (erschienen am 3. Februar).

:Freischreiber in Frankfurt

Ende Februar trifft sich der :Freischreiber-Vorstand analog in Frankfurt am Main, um neue Kampagnen zu planen, Inhalte zu besprechen –  aber auch, um sich besser kennenzulernen. Das geht bekanntermaßen mit einem Schoppe (Apfelwein) am allerbesten. Falls ihr noch Themen habt, die wir unbedingt auf unsere Agenda setzen sollen, schreibt uns: vorsitz ät freischreiber.de

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 

Dieses Mal: Teresa Liesenfeld. Teresa liebt Reportagen und Audioformate. Sie berichtet über Asyl und Migration, Klima und soziale Ungleichheit. Sie hat in Münster, Mainz und im italienischen Cagliari studiert, in Brasilien gelebt und als Hospitantin aus Indien für die ARD berichtet. 

Wo arbeitest du am liebsten?

Ob auf den Kanaren zur westafrikanischen Migrationsroute, in Brasilien über Bildungsgerechtigkeit und Klimawandel oder in Indien zu Frauen*rechten[3] [4] : Von anderen Orten, aus anderen Blickwinkeln zu recherchieren, dafür mache ich Journalismus – am liebsten in der Sonne :)

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Mein kleines Aufnahmegerät, mein Kopf und meine Ohren.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Wenn ich bei Recherchen – insbesondere in Interviews – meine Intuition übergehe. Auf sie zu hören, hat bisher immer geholfen, Menschen besser zu verstehen und ihre Geschichten anschaulicher zu erzählen.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Live-Hörtipp

Erst die Weltwirtschaftskrise, dann der Zweite Weltkrieg – in diesen Zeiten leben zwei junge Friesen in New York. Inge und Hermann sind in die USA ausgewandert, hier verlieben sie sich 1938. Dann muss Hermann an die Front. Wird er als Deutscher auf Deutsche schießen? Davon erzählt Enkel[5] [6]  Bente Faust gemeinsam mit einem Team rund um Freischreiber Daniel Hautmann. Nach dem erfolgreichen Podcast „Föhr nach New York – Eine Auswanderergeschichte“ (2024) folgt nun die Bühnenfassung: Bente und die Honig & Gold-Crew bieten in -Viererbesetzung mit musikalischen Einlagen spür- und hörbare Geschichte.

Glückwünsche, Daniel! Tickets für den Live-Musik-Podcast im Ohnsorg-Theater in Hamburg gibt es hier.

:Tandem

Danke für eure zahlreichen Bewerbungen! Unser Tandem-Team stellt nun die perfekten Matches zusammen und kontaktiert euch dann. Zum Auftakt wird es ein gemeinsames Zoom-Treffen geben. Falls ihr euch beworben habt, überlegt euch gerne schonmal ein realistisches Ziel für das Jahr.

:Fehlerkultur

Lasst es raus. Was war euer schlimmster Patzer im Job? Schreibt uns an redaktion@freischreiber.de – wir sammeln die besten (und lehrreichsten) Fails, gern auch anonym, und teilen sie in den nächsten Newslettern.

Vorstandsmitglied Carolin Johannsen hat einen Fail für uns: „Im Sommer habe ich ein Interview geführt und danach eine Woche frei gemacht. Als ich mich wieder an den Schreibtisch gesetzt habe und meine Notizen digitalisieren wollte, konnte ich kaum noch etwas entziffern, und aufgenommen hatte ich das Interview auch nicht. Mit Müh und Not (und ein paar Rückfragen) konnte ich das Interview rekonstruieren.“ Was lernen wir daraus? Keinen Urlaub mehr machen? Nein! Sondern: Notizen immer sofort digitalisieren.  

:Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Wien mal anders” von Judith Weibrecht.

Der „mal andere“ Städteführer Wien beginnt dort, wo herkömmliche Reiseführer aufhören. Entdecke die Stadt an der Donau aus außergewöhnlichen Perspektiven und lass dich von besonderen Erlebnissen überraschen: Unternimm eine Tour zu den legendären Wiener Würstelständen oder wage einen Walzer-Blitztanzkurs, um den Dreivierteltakt dieser Stadt zu spüren.

Interessiert? Schreib uns bis zum 28. Februar eine E-Mail an redaktion@freischreiber.de mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! 

Danke für eure Zusendungen im Oktober. Das Buch „Fit und Gesund – für Frauen ab 50“ von Silke Jäger geht an Veronika Wengert. Herzlichen Glückwunsch!    

Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei uns (redaktion@freischreiber.de), damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich. Win-win!

:FREISCHREIBER-TERMINE

Einführung in KI-Tools, Berlin

Ja, die künstliche Intelligenz ist eine Gefahr für den Journalismus. Andererseits lassen sich KI-Tools durchaus für das journalistische Arbeiten nutzen – wenn man weiß wie. Daher laden wir euch zu einem Abend ein, der eine konstruktive Einführung gibt in das, was die KI für uns tun kann. Am 23. Februar um 19 Uhr in der Journalistenetage in Berlin-Kreuzberg erfährst du mehr. Anmeldung hier.

Recherche-Stipendien, Zoom

Immer häufiger stehen freie Journalist*innen vor der Herausforderung, ihre ambitionierten Rechercheprojekte zu finanzieren. Stipendien bieten die Möglichkeit, unabhängig zu arbeiten und tiefgehende Recherchen umzusetzen, die ohne finanzielle Unterstützung oft unmöglich wären. Doch wie findest du das passende Stipendium? Am 24. Februar von 9 bis 13 Uhr gibt Florian Sturm Tipps auf Zoom. Hier anmelden.

Familienplanung für Freie, Zoom

Als freie Journalistin oder freier Journalist eine Familie zu gründen, bringt Herausforderungen mit sich. In diesem Webinar  von der WPK diskutiert Verena Dias mit euch, wie die Familienplanung für Freie ohne finanzielle Nöte gelingt. Am 13. März um 10 Uhr. Freischreiber können für 15 Euro teilnehmen. Die Austausch-Stunde ist kostenlos. Anmeldung hier.

Regio-Austausch, Mainz

Wir hatten in den vergangenen Monaten wieder einige Neuzugänge in der Regio-Gruppe, klasse! Deshalb ist es Zeit für ein Treffen der Freischreiber*innen Rhein-Main. Wir laden ein zum zwanglosen Kennenlernen, zum Austausch von Erfahrungen und Knüpfen von neuen Kontakten. Am 10. März um 18 Uhr. Mehr Infos.

Bitcoin verstehen, Zoom

Bitcoin gibt es seit mehr als 17 Jahren. Doch so richtig verstanden hat „es“ noch kaum jemand. Dabei gibt es vor allem für freie Journalist*innen gute Gründe, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Verschoben auf den 11. März um 19:30 Uhr, mit Gast Friedemann Brenneis. Hier anmelden.

Steuer-ABC für Freie, Zoom

Welche Unterlagen muss ich bei der Steuererklärung einreichen? Habe ich Vorteile als Kleinunternehmer*in? Und kriege ich als freie*r Journalist*in den ganzen Steuerkram alleine hin – oder muss eine Steuerberaterin her? Dazu berät am 16. März von 9 bis 12 Uhr Steuerfachfrau und Dramaturgie-Assistentin Jana Vierheilig. Hier anmelden.

:Dies & Das

Support Desk Lokale Recherche

Der neue Support Desk Lokale Recherche von Netzwerk Recherche unterstützt Lokaljournalist*innen bei Fragen zu Handwerk und Herangehensweise, aber auch ethischen Fragen im lokalen Journalismus. Also etwa wie man an relevante Informationen kommt, welches Tool sich für eine lokale Recherche eignet und ob es überhaupt vertretbar ist, diese eine Geschichte zu recherchieren.

Kontakt aufnehmen könnt ihr per E-Mail supportdesk@nrch.de oder per Telefon +4930-41935563.

Dazu gibt es ein kostenfreies Playbook zum Thema Wahlberichterstattung. Dieses bündelt wichtige Fragen und führt in acht Schritten durch den Prozess der Community-zentrierten Wahlberichterstattung. Schaut mal rein! Mehr Informationen zum Support Desk und Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt es hier.

Führung bleibt männlich

Die aktuelle Studie von ProQuote Medien e. V. zeigt deutlich: Frauen sind zwar im Journalismus präsent – in Führungspositionen jedoch weiterhin stark unterrepräsentiert. Hinter den strukturellen Ungleichheiten in Redaktionen stehen individuelle Geschichten, Entscheidungen und Ausschlüsse. Die ProQuote-Kampagne „Weiblich geschrieben“ fängt Perspektiven ein. Sie sollen in einer Publikation veröffentlicht werden. Wir sind gespannt! Einreichungen sind leider nicht mehr möglich.

– Frauen im Sportjournalismus

Auch der Sportjournalismus ist noch immer überwiegend in Männerhand. Seit Jahren liegt der Anteil der Frauen zwischen zehn und 15 Prozent, in der Moderation jedoch sei er  überproportional hoch. Doch gerade bei Sportarten wie Fußball erleben Frauen besonders heftige Angriffe. Wenn Kommentatorinnen am Mikrofon seien, müsste dier Online-Redaktion deutlich mehr Community Manager einsetzen als sonst, sagte 2021 der damalige ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der dpa – so sehr stiege die Anzahl an Beleidigungen und sexistischen Kommentaren in den Sozialen Medien. Die Sportjournalistin Nora Hespers erzählt von eigenen Erfahrungen im Übermedien-Podcast „Holger ruft an“.

Epstein-Berichterstattung

Das US-Justizministerium hat Millionen neuer Dokumente zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Diese plötzliche Öffentlichkeit setzt Medien unter enormen Druck: Während Influencer*innen innerhalb weniger Minuten Videos in den Sozialen Netzwerken hochladen, kommen redaktionelle Faktenchecks kaum hinterher.

Die Folge ist eine Berichterstattung, die sich allzu oft in Namedropping und in billigem Clickbait verliert. Statt von „Vergewaltigung“ und „Mädchen“ ist in manchen Medien von „Sex-Partys“ oder „jungen Frauen“ die Rede – eine Verharmlosung, die Täter schützt und Betroffene unsichtbar macht.

Die Kritik an Journalist*innen ist entsprechend laut – und sie untergräbt erneut das Vertrauen in Medien insgesamt. Umso wichtiger ist es, sich weiterzubilden und kritisch zu hinterfragen, wie mit sensiblen Informationen umzugehen ist. Ein Impuls dazu gibt Übermedien.

Hohe Gewaltbereitschaft

Die Organisation Reporter ohne Grenzen warnt in ihrem aktuellen Report vor steigender Aggression gegen Medienschaffende in Deutschland. Besonders in den östlichen Bundesländern benötigen Reporter*innen für ihre Arbeit demnach oft Schutz durch private Sicherheitsdienste oder die Polizei. Trauriger Spitzenreiter in der Statistik ist Berlin mit 20 Fällen, was die Autor*innen des Reports mit der hohen Dichte an Medienhäusern in der Hauptstadt erklären. Lokaljournalist*innen berichten Reporter ohne Grenzen außerdem von körperlichen Angriffen und Bedrohungen bis in den privaten Raum hinein – insbesondere aus dem rechtsextremen Milieu. Freie Journalist*innen sind leider besonders vulnerabel, wenn sie keine ausreichende Unterstützung von ihrem Auftraggeber bekommen. Was würdet ihr euch von euren Auftraggebern an Support wünschen? Schreibt uns redaktion ät freischreiber.de

:Externe Termine

Preisverleihung FM-Reportagenpreis

Save the date! Einmal im Jahr wird der Reportagen.fm-Preis für lustige und humorvolle Reportagen verliehen. In diesem Jahr: am 13. Februar um 20 Uhr in der Ackerstraße 158, Berlin. Kosten: acht Euro, solange der Vorrat reicht. 

Schreibt dem Team, wenn ihr ein Ticket möchtet.

Ausstellung in der FREELENS Galerie

Unser Partner-Verband FREELENS lädt dich herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „In Love with Photography“ am Donnerstag, den 5. Februar, um 19 Uhr in der FREELENS Galerie in Hamburg ein. Zu sehen sind Porträts des Fotografen und langjährigen FREELENS-Mitglieds Volker Hinz (†18.10.2019). Wo? FREELENS Galerie, Alter Steinweg 15, 20459 Hamburg. 

Exklusiv für Freischreiber*innen:

Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle. (mailto: kontakt@freischreiber.de)

Vom Konzept zum erfolgreichen Podcast: So entwickelt ihr euer Podcast-Format, mit dem ihr eine Community aufbauen könnt. Praxisnah, kreativ und direkt umsetzbar. Am 25. und 26. Februar von 9 bis 17 Uhr.

Soziale Medien sind in der professionellen Kommunikation unerlässlich. Diffuse Erfahrungen mit Online-Communitys hat fast jeder – doch solide und systematische Kenntnisse sind Voraussetzung beim Einsatz von Social Media in PR, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Am 16. und 18. Februar von 9 bis 17 Uhr.

Künstliche Intelligenz erleichtert das Finden und Produzieren von Texten und Bildern. Aber der Umbruch in der digitalen Welt wirft juristische Fragen auf, gerade beim Urheberrecht. Am 13. März von 9 bis 13 Uhr.

Gemeinsam erinnern?

Wie lässt sich Erinnerungskultur in einer vielfältigen Migrationsgesellschaft integrativ gestalten? Welche Geschichten fehlen in der öffentlichen Geschichtsvermittlung – und wie können wir sie sichtbar machen? Diese Fragen werden vom 14. bis 21. Juni während der Akademiewoche „Gemeinsam erinnern?“ in Oerlinghausen, Friedland und Berlin besprochen. Eingeladen sind Multiplikator*innen aus Bildung, Medien, Wissenschaft, Gedenkstättenarbeit sowie aus zivilgesellschaftlichem Engagement. Alle Informationen hier.

Jugend-Fotowettbewerb 

„Jugend fotografiert Deutschland“ geht in die nächste Runde. Bis zum 17. April können Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren einzeln oder im Team eine Fotostory zu einem für sie wichtigen Thema einreichen.

Unter dem Motto „Be you. Be seen. Be heard.“ zeigen Teilnehmer*innen aus möglichst vielfältigen gesellschaftlichen Gruppen ihre Sicht auf die Welt – kreativ, kritisch, ausdrucksstark und ohne den Einsatz von KI. Die mit insgesamt 2.000 Euro dotierten Preise werden im Mai 2026 verliehen. Teilnahme: Allein oder im Team möglich. Thema: Eine Fotostory zu einem selbst gewählten Thema.

Und nun genießt euren Ingwer-Tee mit Zitrone und Honig,

Robert Hofmann & Elisa Kautzky

Das Jahr geht los, wie es endete: Mit Arbeit, Kälte und dem schleichenden Weltuntergang. Wir lassen uns aber die Laune nicht verderben und freuen uns lieber darüber, dass wir keine Vorgesetzten haben, deren Ziele für Q1 wir umsetzen müssen. Denn wir wissen: Wir wollen unter uns keinen Sklaven sehen und über uns keinen Herrn.

Ein Prost auf die Solidarität und das neue Jahr! :Was uns bewegt

Tandem-Programm

Ihr seid frisch ins Freisein gestolpert und möchtet jetzt wissen, welche Welten sich euch eröffnet haben? Oder ihr seid schon lange dabei, wollt aber in ein neues Format wie TikTok oder Podcasts einsteigen? Bei unserem Tandem-Programm stellen wir euch jemanden zur Seite, der oder die schon Erfahrungen gesammelt, Fehler begangen hat und nach Niederschlägen wieder aufgestanden ist. Wenn ihr Freischreiber*innen seid, könnt ihr euch bei uns melden. Nennt uns eure*n Wunsch-Mentor*in und wir schauen, was sich arrangieren lässt. Denn das Tolle ist: Freischreiber sind nicht nur wahnsinnig schlau, informiert und umtriebig. Sie sind auch meganett!

Fails

Wir wollen eine neue Rubrik in diesem Newsletter etablieren – mit den  größten Fails unserer journalistischen Laufbahn, eine Art Freien-fuck-up. Von „Das Aufnahmegerät nicht angestellt“ bis zu „Aus Versehen den Hund des Protagonisten überfahren“ geht alles. Habt ihr Lust, eure Geschichte zu teilen und zu sagen, was ihr daraus gelernt habt? Meldet euch.

VG Wort

Erinnerung: Bis zum 31. Januar könnt ihr eure Arbeiten bei der VG Wort zur letzten Sonderausschüttung anmelden. Dies betrifft ausschließlich Texte, die 2025 online erschienen sind und keine Zählmarke haben. Zählmarken sind kleine Zählcodes, die messen, wie oft ein Text aufgerufen wird.

Die VG Wort (Verwertungsgesellschaft Wort) ist eine Organisation, die dafür sorgt, dass Autor*innen sowie Journalist*innen Geld (Tantiemen) erhalten, wenn ihre Texte genutzt, kopiert oder verbreitet werden – etwa in Büchern, Zeitungen, Zeitschriften oder online.

Das ist alles ziemlich nervig – lohnt sich aber doch, wenn man einige Monate später auf sein Konto blickt.

  • Schritt 1: Hast du einen Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort und einen Zugang zu T.O.M.? Falls nicht: abschließen und registrieren.
  • Schritt 2: Frage deine Auftraggeber, ob sie Zählmarken verwenden.
  • Schritt 3: Prüfe, welche deiner Online-Texte (ab 1.800 Zeichen) von 2025 meldefähig sind. Erstelle ein Dokument mit einer Übersicht deiner Artikel und melde sie. Tipp: Genios.de zur Übersicht. 

Texte mit Zählmarke gehören übrigens nicht in diese aktuelle Frist für die Sonderausschüttung – sie werden wie immer erst zur regulären METIS-Ausschüttung, also bis zum 1. Juli gemeldet. 

Vorschlag: Wie wär’s, wenn ihr euch einen Freischreiber-Buddy sucht – und gemeinsam eine VG-Wort-Session einlegt? Online oder analog, mit Kaffee oder Wein, einmal konzentriert durchmelden. Oder mit uns über Zoom am 22. Januar um 10 Uhr. Zusammen geht’s leichter – und man schiebt es weniger lange vor sich her.

Zum Jahreswechsel 2026/27 wird METIS übrigens reformiert: Die Sonderausschüttung entfällt und wird durch eine Verbreitungsausschüttung mit höherem Budget ersetzt – vor allem für Online-Texte auf Seiten ohne Zählmarken (z. B. öffentlich-rechtliche, Presse- und Wissenschaftsverlage).

—————

Anzeige

Einladung für Freischreibende nach Straßburg ins Europäische Parlament (EP)

Vom 19. bis 22. Januar findet die erste EP-Plenarsitzung in Straßburg statt. Eine hervorragende Gelegenheit für freie Journalist*innen, hautnah dabei zu sein und über zentrale EU-Politikfelder zu berichten. Tipp für Freie: Es besteht die Möglichkeit, sich Reise- und Hotelkosten erstatten zu lassen. In der Plenarwoche stehen unter anderem diese Themen auf der Tagesordnung:

1. 28. Regime: Neuer EU-Rechtsrahmen für innovative Unternehmen

2. Verfügbarkeit kritischer Arzneimittel

3. Die Souveränität Grönlands

4. Ein neuer Kredit für die Ukraine

5. „Just Transition“ – faire Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik

6. Drohnen und neue Kriegssysteme

7. Europäische technologische Souveränität und digitale Infrastruktur

8. Humanitäre Hilfe in Zeiten ständiger Krisen

9. Reform des Europäischen Wahlrechts

10. EU-Maßnahmen gegen Drogenkriminalität

11. Passagierrechte im Luftverkehr

12. Menschenrechte & Demokratie – EU-Strategien intern und extern

Bonus: 40. Jahrestag der EU-Erweiterung mit dem spanischen König und dem portugiesischen Präsidenten

Meldet euch an und berichtet live aus dem Herzen der europäischen Politik! Am 27. Januar begeht das Europäische Parlament außerdem den Holocaust-Gedenktag in Brüssel in einer Feierstunde mit Überlebenden. Auch hier könnt ihr teilnehmen. Und im Februar tagt das Parlament vom 9. bis 12. in Straßburg. Themen sind u. a.:

1. EU-US-Handelsabkommen

2. Unlautere Handelspraktiken in der Landwirtschaft

3. Klimaneutralität EU-Erweiterungsstrategie

4. Strategische Verteidigungs- und Sicherheitspartnerschaften

5. Neue Definition von Vergewaltigung: Ja bedeutet Ja

6. Jahresbericht der EZB

7. Urheberrecht und generative KI – Chancen und Herausforderungen

———

:Frei heraus 

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. Dieses Mal: Simone Kamhuber.

Simone ist seit ihrem Global-Studies-Masterabschluss 2024 freie Journalistin. Ihre Artikel erschienen unter anderem in der ZEIT, der Süddeutschen Zeitung und fluter. Zurzeitlebt sie in München, ihre Recherchen führten sie aber immer wieder in die Türkei, nach Griechenland oder Uganda. Am liebsten arbeitet sie mit Kolleg*innen zusammen (meldet euch!) und schreibt Geschichten rund um soziale Gerechtigkeit, mentale Gesundheit und unterrepräsentierte Perspektiven auf aktuelle Themen. Momentan sammelt sie Erfahrung beim Radio und beim Podcasten. 

Wo arbeitest du am liebsten?

Am liebsten recherchiere ich im Ausland, komme mit ganz viel Material zurück und verschanze mich dann vor meinem Schreibtisch im Homeoffice, mit Kaffee und zweitem Bildschirm vor der Nase.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Laptop, Aufnahmegerät und auf den Tipp von Cornelia Funke hin ein guter Kugelschreiber, mit dem handschriftliche Notizen gleich doppelt Spaß machen.

Was ist das Ärgerlichste, was dir im Job passieren kann?

Wenn Redaktionen meinen Text über Wochen bis Monate nicht redigieren und dann nach Ewigkeiten eine Mail eintrudelt à la „Hier dein redigierter Text, die überarbeitete Version bräuchten wir bitte bis morgen früh“.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

Neue Ombudsleute beim Tagesspiegel

Gute Nachrichten für die Freiheit:

Wir haben zwei neue Ombudsleute gewonnen! Sascha Karberg und Birgit Herden vom Tagesspiegel stehen ab sofort bereit, falls ihr in der Kooperation mit der Zeitung Fragen oder Sorgen habt. Auch für ein vertrauliches Gespräch und Rat im Umgang mit der Redaktion des Hauses sprecht bitte die Kolleg:innen an. Beide kennen den Alltag im freien Journalismus aus eigener Erfahrung. Mittlerweile leitet Sascha das Wissensressort beim Tagesspiegel, Birgit ist seine Stellvertreterin.

Ihre Kontaktdaten und alle weiteren Ombudsleute von Freischreiber findet ihr hier.

Ihr vermisst bei einem eurer Auftraggeber eine ähnliche Anlaufstelle für freie Journalist:innen? Sagt uns Bescheid, wir gehen gern ins Gespräch.

:Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Fit und gesund – für Frauen ab 50” von Silke Jäger.

Eine heute 50-jährige Frau wird im Durchschnitt 88,2 Jahre alt. Sie kann mit einer 13-prozentigen Wahrscheinlichkeit überdies auch noch ihren 100. Geburtstag erleben. Doch wie sieht das Leben im vermeintlichen Alter aus, das noch so weit weg scheint? Der Ratgeber behandelt die Themen Physiologie, Bewegung, Ernährung, Behandlung von Schmerz, Stärkung des Immunsystems und geistige Fitness.

Interessiert? Schreib uns bis zum 31. Januar eine E-Mail mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! 

Danke für eure Zusendungen im Oktober. Das Buch „Let’s Talk about Endometriose“ von Stefanie Burghaus und Freischreiberin Sigrid März geht an Kathrin Boehme. Herzlichen Glückwunsch!          

Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei uns, damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich. Win-win!

:Website 

Wir werden unsere Website überarbeiten. Und wir freuen uns, wenn ihr uns dabei helfen möchtet. Viel tun müsst ihr gar nicht, es reicht komplett, wenn ihr uns im #technik-Slack-Channel sagt, was euch nervt, was ihr großartig findet und was ihr gerne einfacher hättet. 

:Freischreiber-Termine

  • 17. Januar 
  • Frei und sicher? Altersvorsorge mit ETFs
  • Geld sparen trotz mickriger Honorare ist nicht leicht. Und Möglichkeiten gibt es tausende. Hier erfahrt ihr alles, damit ihr zumindest bei einer davon keine Fehler macht.
  • 22. Januar 
  • Berliner Feuerzangenbowle
  • Happy happy, kommt vorbei, wir trinken und wir vernetzen uns. Das Berliner Social-Event des Jahres.
  • 29. Januar, 14:30 Uhr 
  • Auslandsstammtisch meets Publik Forum
  • Diesmal mit zwei besonderen Gästen: CvD Barbara Tambour und Chefredakteur Matthias Drobinski von Publik Forum.
  • 31. Januar
  • Tandem-Programm 2026
  • Deadline für eure Wünsche nach einer oder einem Tandem-Partner*in. Schreibt uns und wir schauen, was möglich ist.

Jahrescoaching

Heike und Ariel coachen dich in der Freiheit.

Ihr wollt besser schreiben lernen? Netzwerken? Von zwei ausgebufften Profis lernen, wie euer Erzähljournalismus die nächste Ebene erreichen kann? Heike Faller und Ariel Hauptmeier bieten auch dieses Jahr wieder ihr Jahrescoaching an. Das Versprechen: Ihr setzt ein großes Projekt mit ihnen um, zum Beispiel eine große Reportage, lernt dabei, besser zu schreiben und nebenher noch spannende Menschen kennen. Los geht es am 13. Februar. Hier gibt es mehr Infos.

:Dies & das

Studie zu Anfeindungen gegen Journalist*innen: Das European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) und das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld führen derzeit eine Studie zu Anfeindungen und Arbeitsbedingungen von Journalistinnen und Journalisten in Deutschland durch.

Ziel der Untersuchung ist es, ein fundiertes Bild der beruflichen Situation von Medienschaffenden in Deutschland zu gewinnen und Handlungsbedarfe für den Schutz journalistischer Arbeit zu identifizieren.

Hier könnt ihr teilnehmen.

:Externe TERMINE

15. Januar: Bucerius Lecture

  • Die diesjährige Bucerius Lecture hält Kathleen Reinhardt. Sie wurde jüngst zur Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Kunstbiennale Venedig 2026 ernannt, den sie zusammen mit den  Künstlerinnen Sung Tieu (Alumna der HFBK Hamburg) und Henrike Naumann (designierte Professorin für Bildhauerei an der HFBK) gestalten wird.
  • Die Lyrikerin und Performancekünstlerin Nora Gomringer, die sich mit ihren Texten und Beiträgen immer wieder so kritisch wie unterhaltsam zum gesellschaftsverändernden Potenzial von Kunst äußert, wird die Lecture mit einer lyrischen Intervention umrahmen. Den Abschluss bildet ein Gespräch über das Zusammenspiel von Kunst, Gesellschaft und Demokratie, moderiert von Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.
  • Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 15. Januar um 18 Uhr, im Helmut Schmidt Auditorium der Bucerius Law School (Jungiusstraße 6, 20355 Hamburg). Noch bis Dienstagabend könnt ihr euch hier anmelden. 

17. Januar: Fachkonferenz zur Situation in Israel und Palästina

  • Das Netzwerk Kritischer Journalismus organisiert am 17. Januar in Berlin eine Fachkonferenz über die deutsche Berichterstattung zu Gaza, Westbank & Israel. Eingeladen sind unter anderem Freischreiber Stefan Mey, Aktivistin Judith Scheytt und Bildungsreferent Christoph Dinkelaker von Alsharq.

29. Januar: Lokaljournalismus – zwischen Abwärtstrend und neuen Medienformen

  • Das Medienlabor des Journalistinnenbundes diskutiert in Essen mit Kolleginnen aus Ost und West, Stadt und Land über aktuelle Probleme des Lokaljournalismus, notwendige Veränderungen und die Chancen neuer Medienformen. Es wird Vorträge und Workshops geben und ihr seid herzlich zur aktiven Teilnahme eingeladen. Mehr Infos gibt es hier.

BJS-Termine

12. Februar: Sicher schreiben: Fehlerfrei über die Fallstricke der deutschen Sprache

16. – 18. Februar: Social-Media-Management / Kreative Themenfindung

Exklusiv für Freischreiber*innen: Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle.

Und jetzt raus mit euch in die Welt, liebe freien Freundinnen und Freunde! Über den Weltuntergang berichtet sich nicht von alleine. 

Elisa Kautzky und Robert Hofmann, euer Newsletter-Team aus dem Vorstand

Liebe alle,

Wenn ihr frei journalistisch arbeitet (oder davon träumt), seid ihr hier genau richtig. Dieser Newsletter ist für euch: für Freischreiber*innen und alle, die es noch werden wollen. Für frische ebenso wie für erfahrene Journalist*innen. Und für jene Momente, in denen ihr euch fragt, warum ihr das alles eigentlich noch macht. Das ist ganz normal. Trotz allem sind und bleiben wir frei – aus Überzeugung.

: Freie Weihnacht

Seid ihr noch auf der Suche nach einem Geschenk? Wie wäre es mit einer :Freischreiber-Mitgliedschaft für ein Jahr? Für hauptberuflich Freie kostet sie 240 Euro (20 Euro pro Monat), für Journalist*innen in Ausbildung oder in der Existenzgründung die Hälfte. Dafür könnt ihr einfach beim Aufnahmeantrag für die beschenkte Person ein anderes Konto angeben.

Mehr Infos findet ihr hier.

:Reporter:innen-Preis

Am 8. Dezember hat das Reporter:innen-Forum in Berlin den Reporter:innen-Preis vergeben. Natürlich gratulieren wir allen Preisträger*innen, weil man das erstens so macht und weil wir uns zweitens aufrichtig für sie freuen. 

Besonders toll finden wir  den Preis für Nik Afanasjew, der in der Kategorie „Freie Reportage“ ausgezeichnet wurde. Denn die meisten von uns wissen, dass festangestellte Kolleg*innen oft ganz andere Mittel zur Verfügung haben als Freie. Umso schöner, dass das Reporter:innen-Forum diese Arbeit mit einer eigenen Kategorie würdigt. 

Besonders freuen wir uns außerdem über den Preis an Ghada Alkurd. Sie ist freie Journalistin in Gaza. Ohne Menschen wie sie wäre es kaum möglich, zu erfahren, was dort wirklich geschieht. Sie unterstützt Journalist*innen aus verschiedenen Ländern bei ihren Recherchen und gerät dabei oft selbst in Lebensgefahr. 

:Reportagen.FM-Journalist*innenpreis

Wir wären nicht frei, wenn wir keinen Spaß daran hätten, richtig? Dabei ist Journalismus oft so seriös, dass es fast langweilig wird. Reportagen.FM hat deswegen einen Journalist*innen-Preis ausgelobt, der all das feiert, was manchmal fehlt. Die Freude, den Spaß, den Witz. 

Das Kollektiv junger und mitteljunger Journalist*innen vergibt diesen Preis für die lustigste Reportage des vergangenen Jahres. Einsendeschluss ist der 31. Dezember.

Was ihr einreicht, steht euch frei. Es muss nur deutschsprachig und eine Reportage sein. Hier findet ihr das Anmeldeformular. Und hier alle weiteren Informationen. Und wenn ihr mögt, abonniert gern den Newsletter, der empfiehlt jeden Freitag die drei besten Reportagen der vergangenen Woche.

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor.

Esther Niederhammer (Foto: privat)

Dieses Mal: Esther Niederhammer. Sie schreibt Fachartikel, Porträts und Reportagen. Inhaltliche Schwerpunkte sind der demografische Wandel, Pflege, das selbstbestimmte Leben und Biografiearbeit.

Wo arbeitest du am liebsten?

Am liebsten arbeite ich in meinem Homeoffice, mit viel Ruhe und zwischen meinen Büchern.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Ohne meine Notiz-App im Handy wäre ich verloren. Wenn ich unterwegs bin, nutze ich Notizbuch und Aufnahmegerät.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Es gibt zwei Dinge, die mich besonders ärgern: Auftraggeber, die mit jeder Einzelbeauftragung einen fünfseitigen Vertrag aus der Rechtsabteilung schicken, und Verlage, die keine Rechnung ohne Erinnerung begleichen.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Freischreiber analog

Freischreiber*innen sind überall. Zum Beispiel in Paris, wo sich Guillaume und Elisa aus dem Vorstand spontan getroffen haben. 

Oder in Südbaden – da traf sich die Regio-Gruppe bereits zum zweiten Mal im Reporterbüro Süd in Freiburg zur Weihnachtsfeier. Gastgeber Joshua und Jannik haben leckeren Flammkuchen gemacht, dazu gab’s Plätzchen, ein feines Dessert von Carolin und allerlei alkoholische und nichtalkoholische Getränke. Zu elft war die Gruppe, bis elf Uhr ging der Abend. Volle vier Stunden lebendiger Austausch – wunderbar. Und auch den Gästen vom DJV hat’s gefallen.

Freischreiber-Stammtisch in Südbaden (Foto: privat)

:Schreibübung

Auch wenn es schon der 17.Dezember ist: Freischreiberin Esther Niederhammer hat einen Adventskalender-Newsletter, in dem sie immer wieder auch Schreibübungen teilt. 

So wie diese:

Heute killen wir unsere Darlings: Füllwörter und Floskeln sind solche Kandidaten. Aber auch Sätze, an denen wir hängen und ewig herumgedoktert haben, die aber den Text nicht verbessern. Atme tief durch und streiche sie weg. Zack! Je öfter du das tust, desto leichter wird es dir fallen. 

Typische Darlings:

  • – Füllwörter, die sich immer wieder in deinen Text schleichen, die aber keine Funktion haben (z. B. also, aber, auch, sehr, eigentlich, wirklich, ziemlich, vielleicht, … )
  • – Wiederholungen (z. B. einzelne Wörter und inhaltliche Dopplungen)
  • – besonders schön ausgetüftelte Formulierungen, die sich vom Rest des Textes abheben, weil sie konstruiert sind 
  • – überlange Absätze und Textpassagen 
  • – schräge Metaphern, unpassende Bilder
  • – Beschreibungen ohne Funktion für den Text

Esther empfiehlt, die Bücher des Journalisten, Sachbuchautors und Sprachkritikers Wolf Schneider zu lesen. In „Deutsch für Profis“ widmet er den Füll- und Flickwörtern drei Seiten. Auch bei wiederholtem Lesen seiner Bücher könnt ihr noch etwas lernen.

Danke, liebe Esther, für diese Übung!

:Fehlerkultur

Freischreiber Steve Przybilla hat kürzlich einen wichtigen Post auf LinkedIn veröffentlicht – über Fehlerkultur im Journalismus. Denn ja: Wir alle machen Fehler. Nur sprechen wir selten darüber.

„Weil es uns peinlich ist, weil wir fürchten, uns damit angreifbar zu machen“, schreibt er. Aber wie sollen wir aus Fehlern lernen, wenn wir nicht über sie reden? Wenn mehr Journalist*innen offen mit dem Thema umgehen würden, könne genau das zu mehr Professionalität, Vertrauen und Solidarität führen.

Also: Lasst es raus. Was war euer schlimmster Patzer im Job? Schreibt uns an redaktion@freischreiber.de – wir sammeln die besten (und lehrreichsten) Fails, gern auch anonym, und teilen sie in den nächsten Newslettern.

:Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Let’s Talk about Endometriose“ von Stefanie Burghaus und Freischreiberin Sigrid März.

Eine von zehn Frauen ist von Endometriose betroffen – sowohl in der Welt als auch in Deutschland. Monat für Monat leiden sie unter teils unerträglichen Schmerzen, aber auch Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsproblemen. In ihrem Ratgeber fasst Freischreiberin Sigrid März den aktuellen Forschungsstand gemeinsam mit der Endometriose-Expertin Stefanie Burghaus zusammen und zeigt Therapiemöglichkeiten auf.

Interessiert? Schreib uns bis zum 31. Dezember eine E-Mail an redaktion@freischreiber.de mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! 

Danke für eure Zusendungen im Oktober. Das Buch „Die Arbeit. Wie wir sie mit KI neu erfinden … und was für uns übrig bleibt” von Stephan A. Jansen und Fabiola H. Gerpott geht an René Denzer. Herzlichen Glückwunsch!  

Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei uns (redaktion@freischreiber.de), damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich. Win-win!

:Lesetipp

Freischreiberin Elisa Kautzky schreibt den bilingualen Newsletter „Brezel meets Houmous“ über mehrsprachige Beziehungen. Seid ihr selbst in einer mehrsprachigen Partnerschaft und habt Lust, eure Erfahrungen zu teilen? Dann meldet euch gerne bei ihr über brezelmeetshoumous@outlook.com.

:Herzlichen Glückwunsch!

Die Freischreiber*innen Anne-Sophie Lang und Steve Przybilla haben den gif-Preis für Immobilienjournalismus 2025 gewonnen. Herzlichen Glückwunsch, ihr zwei! In der Kategorie „Geschriebenes Wort“ überzeugte Steve mit „Green Belts sollen zu Grey Belts werden“ – einem Beitrag, der zeigt, wie sich Stadtentwicklung, Flächendruck und Nachhaltigkeitsfragen politisch und planerisch verschieben.

In der Kategorie „Gesprochenes Wort“ wurde Anne-Sophie für „Umbau statt Abriss – Ideen für nachhaltiges Bauen“ ausgezeichnet. Ihre reportageartige Analyse verdeutlicht, welche Chancen im klugen Weiterbauen bestehen – und was wir tun müssen, um Ressourcen zu schonen und Klimaeffekte zu mindern. Fun Fact: Beim „Pokal“ handelt es sich um ein beschriftetes Stück Beton.

:Noch mehr Glückwünsche!

Benno Stieber (Foto: privat)

Angenommen, eine extreme Partei wie die AfD entscheidet irgendwann in Bundes- und Landesregierungen. (Wie) Hält die Demokratie das aus? Wie resilient ist unser Rechtsstaat? Und wie schützen andere europäische Länder ihre Verfassungen vor extremen Einflüssen – so sie es denn überhaupt tun?

Auf diese komplexen Fragen konzentriert sich Freischreiber Benno Stieber nächstes Jahr als Journalist in Residence am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg. Herzlichen Glückwunsch, lieber Benno!

Das Fellowship ist mit 3.500 Euro Honorar verbunden und verlangt ein bis drei Monate Präsenz vor Ort sowie ein Forschungsthema. Auch ein Vortrag für Wissenschaftler*innen über Medienarbeit ist Pflicht. Bemerkenswert: Ein Fellow muss weder Jurist*in sein, noch richtet sich die jährliche Ausschreibung speziell an den Nachwuchs. Vielleicht ermutigt das einige Freie, sich für 2027 ebenfalls zu bewerben?

Mehr über das Institut lest ihr hier.

:Website

Kennt ihr schon unsere Website? Wir starten aktuell in eine Runderneuerung. Nächstes Jahr wollen wir die Überarbeitung durch eine Förderung finanzieren. Schickt uns gern euer Feedback zur aktuellen Version an redaktion@freischreiber.de: Was läuft gut, was geht gar nicht?

_______________

:FREISCHREIBER-TERMINE

VG Wort für Anfänger

Digitale Mipa: Für viele freie Journalist*innen ist die VG Wort eine große Unbekannte. Weshalb ihr sie besser kennenlernen  solltet und welche Gesichter hinter der Verwertungsgesellschaft stecken, erfahrt ihr in dieser Sprechstunde mit Freischreiber Oliver Eberhardt und seiner Kollegin Andrea Mertes. Am 7. Januar 2026 ab 12 Uhr. Nur für Mitglieder.

VG Wort für Fortgeschrittene

Digitale Mipa: Für freie Journalist*innen ist die VG Wort eine stete Begleiterin – und bleibt vielen doch ein Mysterium. Kann ich auch Beiträge aus vergangenen Jahren melden? Wie sieht es mit Fotos aus? Diese Fragen beantworten Freischreiber Oliver Eberhardt und seine Kollegin Andrea Mertes in unserer Zoom-Sprechstunde für Fortgeschrittene am 14. Januar 2026 von 12 bis 13:30 Uhr.  Nur für Mitglieder.

KI clever nutzen

Zoom-Webinar: Wie setzen freie Journalist*innen KI gezielt ein, ohne den eigenen Stil zu verlieren? In diesem Webinar erfährst du, welche Tools dir im Joballtag helfen können – von der Ideensuche über das Verbessern von Texten bis zum Transkribieren von Interviews. Am 21. Januar 2026 von 9 bis 13 Uhr.

Regio-Gruppe Leipzig

Zoom-Treffen: Bitcoin gibt es seit mehr als 17 Jahren. Doch so richtig verstanden hat „es“ noch kaum jemand. Dabei gibt es vor allem für freie Journalist*innen gute Gründe, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Auch für Mitglieder aus anderen Regionen. Am 4. Februar 2026 um 19:30 Uhr. Anmeldung hier.

„Lebensmittel Praxis”

Digitale Mipa: Wen in der Redaktion spreche ich mit welchen Themen an? Wann störe ich die große Wochenkonferenz und sollte nicht anrufen, beziehungsweise zu welcher Tageszeit passt es besonders gut? :Freischreiber-Mitglieder dürfen Hendrik Varnholt mit ihren Fragen löchern – am 10. Februar ab 12 Uhr. Er ist Chefredakteur bei „Lebensmittel Praxis“. Anmeldung hier.

:Dies & Das

Sophie von der Tann

ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann wird derzeit scharf für ihre Berichterstattung aus Israel kritisiert und erfährt einen Shitstorm, der sich nicht nur auf Social Media beschränkt.

In einem offenen Brief von Nahost-Korrespondent*innen, den auch Freischreiber*innen unterzeichnet haben, heißt es: „Sophie von der Tann wird vorgehalten, sie habe in einem Hintergrundgespräch gesagt, der 7. Oktober 2023 habe ‚eine Vorgeschichte‘. Diesem Satz können wir als langjährige Nahostberichterstatter nur zustimmen. Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern reicht viele Jahrzehnte zurück.“

Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigt sich solidarisch und kritisiert die Rolle von Vertretern des israelischen Staates: Der Reserve-Armeesprecher Arye Shalicar schrieb, von der Tann sei „das Gesicht vom neu-deutschen Juden- und Israelhass“. Shalicar, aber auch Ron Prosor, der israelische Botschafter in Deutschland, nutzen Social Media immer wieder dazu, um einzelne Journalist*innen persönlich anzugreifen. 

„Wir stehen an der Seite von Sophie von der Tann. Selbstverständlich soll und darf journalistische Arbeit sachlich kritisiert werden. Wenn jedoch offizielle Vertreter*innen eines Staates ihre Rolle, ihre Reichweite und ihren Einfluss dazu nutzen, einzelne Medienschaffende namentlich zu diffamieren, überschreiten sie eine Grenze“, sagt RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus. „Solche Einschüchterungsversuche und Beleidigungen können schwerwiegende Folgen für das Ansehen bis hin zur Sicherheit der Betroffenen haben. Ziel scheint es zu sein, Medienschaffende von bestimmter Berichterstattung abzuhalten. Das ist inakzeptabel.“ 

Wir schließen uns dieser Solidaritätsbekundung an.

Mehr Geld für Radiofeatures

Die Feature-Offensive setzt sich für höhere Honorare für Radiofeature-Autor*innen durch die Öffentlich-Rechtlichen ein. Während Hörspiel-Autor*innen zuletzt deutliche Honorarsteigerungen durchsetzen konnten, stagniert die Bezahlung im Feature-Bereich seit Jahren – bei gleichzeitig wachsendem Arbeitsaufwand und schlechteren Rahmenbedingungen.

Um das zu ändern, haben sich ÖRR-Feature-Autor*innen zusammengeschlossen. Ende Januar ist ein erstes Sondierungsgespräch mit Vertreter*innen der ARD geplant. Zur Vorbereitung haben sie eine anonyme Umfrage gestartet, die den realen Arbeitsaufwand und die Honorarsituation sichtbar machen soll.

Feature- und Podcast-Autor*innen sind eingeladen, sich zu beteiligen und die Initiative zu unterstützen. Je mehr Menschen mitmachen, desto stärker ist die gemeinsame Stimme für eine faire Bezahlung.

Zur Umfrage: https://www.survio.com/survey/d/Z9U5C9L8R2B1F6A6O

Wenn du über die Offensive informiert werden möchtest, sag kurz Bescheid, damit du in den Verteiler aufgenommen wirst.

RSF-Jahresbericht

Die Jahresbilanz 2025 von Reporter ohne Grenzen zeigt, wie dramatisch die Lage der Pressefreiheit weltweit bleibt. Mindestens 67 Journalist*innen wurden im vergangenen Jahr wegen ihrer Arbeit getötet, die meisten in bewaffneten Konflikten oder durch organisiertes Verbrechen. Besonders betroffen sind Gaza, die Ukraine, Sudan und Mexiko. Allein in Gaza kam fast die Hälfte der weltweit getöteten Medienschaffenden ums Leben.

Zugleich befinden sich weltweit 503 Journalist*innen in 62 Ländern in Haft, vor allem in China, Russland und Myanmar. Russland hält zudem so viele ausländische Journalist*innen fest wie kein anderes Land. 135 Journalist*innen gelten als vermisst, vor allem in Westasien und in Lateinamerika. Zusätzlich wurden 20 Journalist*innen entführt, etwa im Jemen, in Syrien und Mali.

Die Bilanz macht deutlich: Journalismus ist vielerorts lebensgefährlich, Pressefreiheit massiv unter Druck – und internationale Solidarität und Schutz für Journalist*innen dringender denn je. 

Aktivrente

Weil viele im Slack-Vereinsheim gefragt haben: Auch für KSK-versicherte Selbstständige soll es die Aktivrente nicht geben. Jedenfalls nach jetzigem Stand. 

Hier nochmal zur (bereits beendeten) Petition für mehr Infos.  

Anfeindungen & Arbeitsbedingungen 

Das European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) führt derzeit eine Studie zu Anfeindungen und Arbeitsbedingungen von Journalist*innen in Deutschland durch. Ziel ist es, die berufliche Situation von Medienschaffenden fundiert zu erfassen und Handlungsbedarfe zum Schutz journalistischer Arbeit zu identifizieren.

Besonders freut sich das ECPMF über die Teilnahme freier Journalist*innen. Da fehlen nämlich noch ein paar Stimmen. Die anonyme Online-Befragung dauert etwa 15 Minuten.

:Externe Termine

(Foto: Anna Heidelberg-Stein)

Exklusiv für Freischreiber*innen:

Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle. (mailto: kontakt@freischreiber.de)

Vom Konzept zum erfolgreichen Podcast: So entwickelt ihr euer Podcast-Format, mit dem ihr eine Community aufbauen könnt. Praxisnah, kreativ und direkt umsetzbar. Am 25. und 26. Februar 2026 von 9 bis 17 Uhr.

Autor*in eines Sachbuchs zu werden, kann die Karriere fördern und das Einkommen verbessern. Dafür braucht ihr ein gutes Thema. Dieses Seminar unterstützt euch dabei. Am 2. und 3. Februar 2026 von 9 bis 17 Uhr.

Das Seminar gibt Journalist*innen einen umfassenden Überblick über juristische Aspekte des Publizierens sowie Rechte und rechtliche Pflichten der Medien bei Recherche und Berichterstattung. Am 2. und 3. Februar 2026 von 9 bis 17 Uhr.

Mercator-Residence-Programm

Für das Jahr 2026 startet die Planung des Mercator-Journalist-in-Residence-Programms. Journalist*innen und andere Medienschaffende können sich für ein vierwöchiges Fellowship bewerben, das sich mit gesellschaftlichen und politischen Fragen der Digitalisierung des Finanzwesens auseinandersetzt.

Das Fellowship ist am ZEVEDI-Diskursprojekt „Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors“ an der TU Darmstadt angesiedelt, wird mit 4.000 Euro vergütet, ermöglicht bis zu zwei Wochen Remote-Arbeit und ist fortlaufend offen für Bewerbungen.

_____________

Na, wie sieht euer Jahresende aus? Drückt ihr noch schnell ein paar Deadlines rein – oder seid ihr schon im Urlaubsmodus? Wo auch immer ihr gerade seid: Nehmt euch wenigstens fünf Minuten Zeit, um auf das Jahr zurückzublicken. Und klopft euch ruhig einmal selbst auf die Schulter.

Frohe Festtage und einen guten Rutsch!

Robert Hofmann & Elisa Kautzky

Liebe Freischreiber*innen und alle, die es noch nicht sind, die es gern wären oder die hier nur heimlich mitlesen.

Wir mögen euch alle. Und weil man Menschen, die man mag, Leid ersparen möchte, fassen wir uns kurz: Der neue Vorstand lebt sich ein, versucht, sich von der Slack-Flut nicht davontreiben zu lassen und probiert sich am Newsletter. Was wichtig für euch und uns ist, findet ihr weiter unten. Ihr könnt zum Beispiel ein Buch gewinnen, eine Freischreiberin kennenlernen und Reporter ohne Grenzen feiern. 

Was uns bewegt

Foto: Frank Wilde

Glückwunsch!
Licht und Applaus für unsere Mitglieder Leon Kirschgens und Lisbeth Schröder. Sie haben zwei der diesjährigen Sir-Greene-Stiftung-Stipendien gewonnen. Großartig! Lisbeth bekam das mit 3.000 Euro dotierte Leibniz-Stipendium. Es fördert ihr wissenschaftliches Rechercheprojekt „The Body Business“. Darin wird sie via Social Media erklären, wie Abnehmspritzen und Co. unser Körperbild beeinflussen. Der Sonderpreis Fachmedien in Höhe von 2.000 Euro ging an Leon für seinen Beitrag „Grüner Wasserstoff aus der Wüste“ (P.M. 04/2025). Die Reportage verfolgt den Weg von Wasserstoff aus Namibia bis nach Deutschland, beleuchtet Möglichkeiten und Herausforderungen dieser Technologie. Wir freuen uns mit euch, ihr zwei!

Audio-Revival

Unsere Freifunker*innen-Gruppe ist zurück. Mit neuem Team, neuem Namen und regelmäßigen Events: „Wir wollen uns in Zukunft einmal im Monat für einen Austausch treffen und regelmäßig interessante Leute aus der Branche einladen. Egal, ob ihr schon Erfahrung habt oder mit Audio starten wollt, kommt gerne dazu, wir freuen uns auf euch. Ihr findet uns im Vereinsheim auf Slack unter #audio oder per Nachricht an Carolina Torres oder Sarah Tekath.“

Aus Knüllwald wird Skyline

It’s a date: Ende Februar trifft sich der frisch gewählte :Freischreiber-Vorstand in Frankfurt am Main. Dort nehmen wir uns Zeit, kommende Kampagnen zu planen, die Finanzen zu prüfen – und all das zu besprechen, was im Vorstandsalltag oft zu kurz kommt.

An alle Freischreiber*innen (und zukünftige Mitglieder) in und um Frankfurt: Vielleicht habt ihr ja Lust, danach mit uns auf den  Feierabend anzustoßen? Vom bisher beliebten Knüllwald – idyllisch im Nirgendwo, ohne Ablenkung und ohne Handyempfang – müssen wir uns leider verabschieden, weil der Betreiber schließt. Zudem brauchten wir einen Ort, der von Hamburg, Paris, Bremen, Konstanz, Hannover, Lüneburg und Berlin gut erreichbar ist.

Ei gude wie – auf nach Mainhattan!

Freischreiberiges

:Frei heraus 

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. Dieses Mal: Stefanie Witterauf @stefiminza

Stefanie ist freie Journalistin in München und arbeitet unter anderem für DIE ZEIT, das SZ-Magazin, den Spiegel und Bayerischen Rundfunk. Sie hat den München-Teil der Jüdischen Allgemeinen geleitet, als Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung gearbeitet und einige Magazinprojekte initiiert, konzeptioniert und realisiert. Sie redigiert Texte, berät bei Social Media, Storytelling und hilft bei der Themenentwicklung. 

Wo arbeitest du am liebsten?

Im Team. Als freie Journalistin tüftle ich oft alleine an meinen Artikeln, dabei macht der Austausch mit Kolleg*innen sie meist besser. Eine Struktur, in der das möglich ist, lässt sich auch ohne Redaktionskontext schaffen.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Laptop, Stift, Papier und ein Handy mit einer gut gepflegten Kontaktliste.

Was ist das Ärgerlichste, was dir im Job passieren kann?

Wenn männliche Kollegen für die gleiche Arbeit und gleichen Aufwand schon vor dem Verhandeln mehr Honorar angeboten bekommen. Was soll das?

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Lesetipp

Im Fair-Share-Newsletter hat die Investigativjournalistin Christiane Hawranek einen kleinen Tipp für freischaffende Journalist*innen dagelassen. Im Interview mit Antonia und Michèle von Fair Share sagte sie auf die Frage:

Viele Freelancer*innen arbeiten ohne große Redaktion im Rücken. Was rätst du freien Journalist*innen, die Missstände aufdecken wollen, aber weniger Schutz und Ressourcen haben?

Das ist leider wirklich schwierig. Ich habe das Glück, freie Mitarbeiterin im Team der Redaktion BR Recherche zu sein. Das heißt, ich werde nicht abhängig von meinem Output bezahlt, sondern bekomme eine Pauschale für meine Arbeitszeit. Ich würde Freelancer:innen raten, im Team zusammen zu arbeiten mit einer Person, die fest in einer Redaktion arbeitet. Oder: Mit einer Produktionsfirma, die einem den Rücken stärken kann.”

Das bedeutet also wieder einmal:  Bildet Banden! Am besten bei und mit :Freischreiber.

Den Newsletter Fair Share legen wir euch ausdrücklich ans Herz. Hier findet ihr regelmäßig Jobangebote, die speziell auf Freelancer*innen aus dem Medienbereich hin kuratiert sind. 

Hier könnt ihr ihn abonnieren.

:Slack-Vereinsheim

Kennst du schon unser Slack-Vereinsheim? Dort findest du geballte :Freischreiber-Power: Infos zu VG Wort, Rechtsfragen, Honorarverhandlungen, Jobangebote, Tipps für Einsteiger*innen und Kontakte zu Redaktionen. Nur für Mitglieder.

:Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Die Arbeit. Wie wir sie mit KI neu erfinden … und was für uns übrig bleibt” von Stephan A. Jansen und Fabiola H. Gerpott

Wie wird sich die Arbeitswelt im Zeitalter der künstlichen Intelligenz verändern? Wer arbeitet was, warum, wie und wie lange mit wem? Wie bilden wir uns – um, weiter, noch weiter? Wie führt man in der neuen Welt der Arbeitsteilung? Werden wir Cyborgs, Zentauren oder doch humanistische Künstler? 

Interessiert? Schreib uns bis zum 31. November eine E-Mail an redaktion@freischreiber.de mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! 

Danke für eure Zusendungen im Oktober. Das Buch „Sag zum Abschied leise … Yippieh!” von Nathalie Klüver geht an Eda Özbakay. Herzlichen Glückwunsch!  

Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei uns (redaktion@freischreiber.de), damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich. Win-win!

Foto von Ilya Pavlov auf Unsplash

:Webseite 

Wir werden unsere Webseite überarbeiten. Und wir freuen uns, wenn ihr uns dabei helfen möchtet. Viel tun müsst ihr gar nicht, es reicht komplett, wenn ihr uns im #technik-Slack-Channel sagt, was euch nervt, was ihr großartig findet und was ihr gerne leichter finden würdet. 

:Freischreiber-Termine

Regio-Gruppe NRW bei RUMS-Redaktion

Am 15. Dezember besucht die NRW-Crew die Redaktion des Münsteraner Online-Magazins RUMS. Und ihr seid herzlich eingeladen, mitzukommen. Ein bisschen Vernetzung, ein bisschen gute Laune und ein bisschen sehen, wie stressig es sein kann, jeden Tag in einem Redaktionsbüro sitzen zu müssen.

So beschreibt sich RUMS auf seiner Website selbst:

„Wir interpretieren Lokaljournalismus neu, nutzen eine verständliche und möglichst floskelfreie Sprache. […] Im März 2020 haben wir den ersten RUMS-Brief verschickt. Seitdem kommt jeden Dienstag und jeden Freitag verlässlich ein Newsletter mit einem großen Thema und vielen kleinen. […] Dazu veröffentlichen wir Reportagen, Analysen und Podcasts. Bei unseren RUMS-Veranstaltungen diskutieren wir über die Themen, mit denen wir uns in unseren Recherchen beschäftigen. Außerdem organisieren wir Workshops für Jugendliche.“

Wie all das funktioniert, wie sich die Redaktion finanziert, was sie von klassischen Lokalmedien unterscheidet und wie freie Journalist*innen in dieses Konstrukt eingebunden sind, verrät Mitgründer Marc Andres vor Ort. 

Die Organisator*innen Renate und Steve schlagen außerdem vor, dass ihr danach noch etwas essen geht und/oder ein paar Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinkt. Denn auch das ist etwas, was nicht gern gesehen würde, wenn ihr danach wieder in euer Büro müsstet. Sagt bitte Bescheid, ob ihr dabei seid. orga-koeln@freischreiber.de

Weihnachtsfeier in Freiburg

Die Regio-Gruppe Baden-Württemberg lädt ein zu Flammkuchen und Getränken, zu guter Stimmung und Vernetzung. Kommt vorbei!

Starterpaket freier Journalismus (9. Dezember)

Hannah El-Hitami bietet erstmals einen Workshop zum Einstieg in die Welt des Freelancens an, nachdem ihre digitale Mittagspause bereits so erfolgreich war. Mit tausend guten Tipps aus sechs Jahren freiem Journalismus. Meldet euch an!

„Rechtssicher zitieren – was Journalist*innen wissen müssen“ (10. Dezember)

Wie viel (und was) darfst du aus Gesprächen wörtlich übernehmen? Wo beginnt, wo endet das Urheberrecht am gesprochenen Wort? Und was passiert bei aus dem Kontext gerissenen Verweisen?

Seid dabei, exklusiv und kostenfrei für :Freischreiber-Mitglieder

:Dies & das

Die Shady-Convento-Anfragen

Einige von euch haben E-Mails bekommen, die nicht ganz sauber wirken. Eine gewisse Convento GmbH will eure Daten nutzen und öffentlich zugänglich machen. Mit schmutzigen Themen kennen wir uns eigentlich aus. Aber ob das legal ist oder nicht, ob wir einschreiten müssen oder euer Widerspruch rechtlich bindend ist, können wir momentan noch nicht  einschätzen. Deshalb kümmert sich dank eines :Freischreiber-Mitglieds unser Anwalt Dr. Sebastian Rengshausen darum. Wir geben Bescheid, was er sagt.

Die SZ und die KI-Nutzung

Die Süddeutsche Zeitung mal wieder. Jetzt will sie die Arbeiten von Journalist*innen nutzen, um ihre KI zu trainieren. Finden wir erst mal nicht so toll. Andere Berufsverbände klagen auch bereits und das unterstützen wir natürlich erst mal. Uns würde aber interessieren, was ihr dazu denkt. Wie sinnvoll ist es, KI zu regulieren, obwohl sie doch eh schon überall ist? Warum sich mit Medien anlegen, die wahrscheinlich auch selbst nur gucken wollen, wo sie bleiben in einer Welt, die ihnen davonläuft?

Teilt gern eure Meinung!

Reporter ohne Grenzen

Alles Gute wünschen wir Reporter ohne Grenzen (RSF) zum 40. Geburtstag! Am Samstag, den 15. November, wurde in Paris gefeiert, inklusive der Verleihung der  Press Freedom Awards. Die Preise gehen an Journalist*innen und Medien, die die Pressefreiheit in diesem Jahr vorbildlich verteidigt haben. Hier findet ihr die Preisträger*innen.

Außerdem gab es Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen, darunter „Riverboom“ – das Projekt eines Teams freier Reporter, das 2002, kurz nach der amerikanischen Intervention, mit einem Auto durch Afghanistan reiste. Heute wäre so ein journalistischer Roadtrip vermutlich nicht mehr möglich. Berichterstattung aus dem Land gibt es dennoch:

„Es gibt noch immer Journalistinnen und Journalisten in Afghanistan, auch Frauen, die heimlich von zuhause aus arbeiten“, sagt Victoria Lavenue von RSF. „Der afghanische Journalismus lebt – und wir werden ihn so lange wie möglich unterstützen.“ RSF bietet Journalist*innen weltweit finanzielle, sicherheitstechnische und administrative Unterstützung, insbesondere, wenn diese frei arbeiten und/oder unter Repressionen stehen.

TikTok im Lokaljournalismus

„Wer heute zwischen 16 und 24 Jahre alt ist, […] besucht in den seltensten Fällen die Website der Heimatzeitung“, stellt unser Mitglied Pauline Tillmann fest. Stattdessen informierten sich junge Menschen nahezu ausschließlich über Soziale Medien. „Ohne TikTok kein Lokaljournalismus von morgen?“, heißt deshalb Paulines Report, den sie vor Kurzem vorstellte. Ermöglicht hatte dies das Future of News Fellowship 2025.

Paulines Fazit ist jedenfalls nicht die Frage, OB sich Medien Plattformen wie TikTok „mal anschauen“ sollten. Eher, wie schnell und wie gut sie die Angebote nutzten. „Wer TikTok ignoriert, riskiert, eine ganze Generation zu verlieren“, schreibt Pauline. Sie weist zugleich darauf hin, wie schwierig dieser Ansatz in der Realität umzusetzen ist.

Pauline selbst hatte 2024 die Geschäftsführung des digitalen Lokalmagazins „karla“ inne und „träumte davon, TikTok mit qualitativ hochwertigen Inhalten zu bespielen“. Aufgrund fehlender Ressourcen aber beschränkte sich die Redaktion auf Instagram, „wie es vermutlich viele Publisher machen“. Ein Fehler?

Antworten gibt Paulines Arbeit, ohne Bezahlschranke abrufbar unter :pfeil_rechts: https://www.pauline-tillmann.de/wp-content/uploads/2025/10/Pauline_Tillmann_Fellowship_Report.pdf

Wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, ist herzlich zu einer Session am 27. November um 12 Uhr eingeladen. Zu Gast sind Helen Geyer von der Augsburger Allgemeinen und Jolan Geusen, der seine Masterarbeit zu Datenjournalismus auf TikTok geschrieben hat.

Jetzt kostenfrei registrieren.

Foto von Eric Rothermel auf Unsplash

TERMINE

Haus der Selbstständigen – Honorare-Vernetzungstreffen

Honorare, nerviges Thema, oder? Wir brauchen mehr, unsere Auftraggeber verstehen nicht, wieso. Im Haus der Selbstständigen findet am 27. November ein Treffen statt, bei dem es primär um Austausch und Vernetzung geht. Von 14:30 Uhr bis 17 Uhr lernen die Teilnehmer*innen sich kennen und kriegen genug Raum, um gemeinsam über Auftraggeber*innen zu lästern. 

Konkret werden diese Fragen behandelt:

  • Wo liegen die Grenzen der eigenen Verhandlungsmacht als Solo-Selbstständige*r – und wie können Gruppen, Netzwerke oder Verbände gemeinsam strukturelle Impulse setzen?
  • Wie lässt sich das „Honorarbewusstsein“ branchenübergreifend stärken?
  • Welche Strategien und Best-Practice-Beispiele helfen, das Thema faire Honorare gegenüber Auftraggebern und der Öffentlichkeit wirkungsvoll zu adressieren?

Anmeldung und Infos hier

BJS-Termine

Mit Witz und Pointe hervorragend schreiben

Humor erzeugt Aufmerksamkeit, Leichtigkeit und kann komplexe Sachverhalte verständlicher machen. Dieses Seminar vermittelt das Handwerk des Humors und beantwortet auch die Frage: Wann und wie hilft dabei künstliche Intelligenz (KI)?

Kompakt: Sprache, Stil und Storytelling

Komplexe Themen kreativ, prägnant, verständlich und lebendig in Texte fassen, sei es auf der Website, im Newsletter oder in der Pressemitteilung – wie das geht, vermittelt dieses Seminar. Storytelling kann dabei ebenso helfen wie der Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Kreative Themenfindung

Journalist*innen, Blogger*innen, Autor*innen oder PR-Strateg*innen sind stets auf der Jagd nach ungewöhnlichen Themen und originellen Blickwinkeln. Wege zum Erfolg trotz Zeitdrucks vermittelt dieser Workshop.

Foto von Mariana B. auf Unsplash

Exklusiv für Freischreiber*innen:

Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle.

Und so bleibt nicht mehr viel übrig, als euch einen frohen Jahresabschluss zu wünschen, und Glühwein, Raclette und Kartoffelsalat mit Würstchen im Überfluss. Bis ganz bald!

Robert Hofmann und Elisa Kautzky, euer Newsletter-Team aus dem Vorstand

Freischreiber*innen wissen schon Bescheid: Wir haben einen neuen Vorstand! Mit frischen Gesichtern und noch frischeren Ideen starten wir in die nächsten zwei Jahre. Auf herbstliche Neuanfangs-Metaphern verzichten wir an dieser Stelle – wir setzen lieber gleich um, worauf wir Lust haben: Bewegung.

Was uns bewegt

Rückblick: Barcamp & Mitgliederversammlung

Schön war’s am 27. September: Mitgliederversammlung, Barcamp, grünes Bier und jede Menge Netzwerkmöglichkeiten. Als Freie ist es wichtig, dass wir nicht nur in unseren Lonely Offices und Co-Working-Spaces sitzen, sondern auch regelmäßig zusammenkommen. Uns austauschen und in den Arm nehmen.

Foto: Anna Heidelberg-Stein

Habemus einen neuen Vorstand. Den Vorsitz übernehmen Elisa Kautzky, Robert Hofmann und Konstantin Klenke, wobei wir an eine alte :Freischreiber-Tradition anknüpfen und mit Elisa und Robert eine Doppelspitze bilden. 

Die Co-Vorsitzende (und ehemalige Vorständin) Elisa ist freie Frankreich-Korrespondentin, der Co-Vorsitzende Robert lebt und schreibt in Berlin für die ZEIT, den SPIEGEL und alle, die seine Texte haben möchten. Konstantin lebt in Hannover. Als Schatzmeisterin fungiert Freischreiberin Stephanie van Loosen, die durch ihre eigene Tierarztpraxis mit Buchhaltung vertraut ist. Der Vorstand besteht außerdem aus: Guillaume Amouret, freier Journalist in Hamburg, Hannah El-Hitami, freie Journalistin in Berlin und Carolin Johannsen, freie Journalistin in Konstanz. Mehr über die neuen Vorstandsmitglieder erfahrt ihr hier.

Hier gibt es außerdem einen kleinen Einblick in unsere Bildergalerie vom Event.

Endlich könnt ihr auch die Mitschriften aus unseren Barcamp-Sessions lesen. Ihr findet etwa Infos zu: KI im (freien) Journalismus im internen Bereich der Website (notiert von Gabriele Meister und Dorothea Heintze, merci) und Bitcoin als Tool und Thema für (freie) Journalist:innen bei Google Docs und im Mitgliederbereich der Website (von Friedemann Brenneis, danke!)

Wir bedanken uns herzlich bei unseren ehemaligen Vorstandsmitgliedern Lisbeth Schröder, Johannes Klostermeier, Eva Bodenmüller und Karen Suender für ihren Einsatz in den vergangenen zwei Jahren!

Außerdem verabschieden wir uns von Frank Keil & Jörg Spaniol, die tatkräftig im Aufnahmeausschuss geholfen haben. Lieben Dank für die vielen wertvollen Jahre mit euch an der Seite. Neu im Ausschuss: Caroline Ring (ex Vorständin) und Felix Kunz. Dankbar sind wir auch für Christoph Lixenfeld, der uns als Kassenprüfer erhalten bleibt.

Sophie Schädel scheidet aus dem Orga-Team des Tandem-Teams aus. Lieben Dank für die Unterstützung! Neu dabei ab 2026: Freischreiberin Jana Hauschild. Infos dazu hier auf der Website.

Aktivrente

Seit einiger Zeit wandelt eine Idee durch den politischen Diskurs: Es geht um den Vorschlag, dass Menschen bei Erreichen des Rentenalters bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei dazuverdienen können. Der Gedanke dahinter ist klar: Das Sicherungssystem der Rente erodiert, also sollen die Deutschen angehalten werden, sich selbst zu kümmern. Konkret heißt das, dass wir länger arbeiten.

So fragwürdig das Konzept ist, so unfair ist der aktuelle Entwurf auch uns gegenüber, den freiberuflich Tätigen. Denn wir sollen keine Steuererleichterungen erhalten. Das Argument ist, dass wir ja ohnehin länger arbeiten würden, dass für uns kein Rentenalter gelte. Wir wollen das nicht akzeptieren und fordern deshalb gleiches Recht für alle. Aus dem Grund haben wir als Verband eine Petition unterschrieben und empfehlen euch, das auch zu tun.

Unsere Pressemitteilung dazu lest ihr hier.

ZEIT-Kooperation

Klasse Nachrichten: Wir führen unsere Kooperation mit der ZEIT in 2026 fort. Wir sind bereits in der Planung und starten vermutlich ab dem zweiten Quartal in die nächsten gemeinsamen digitalen Mittagspausen. 

:Freischreiberiges

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. Dieses Mal: Sarah Bioly.

Sie arbeitet als Journalistin für Gesellschaft und Wissenschaft. Am liebsten erzählt sie Geschichten, die man in der Provinz nicht vermutet – über Menschen, Orte und stille Wunder zwischen Allgäu und Alltag.

Drei Fragen an Sarah:

Wo arbeitest du am liebsten? 

An einem Frühlingstag auf dem Balkon, wenn die Sonne noch nicht zu heiß ist und sich mein Heuschnupfen noch nicht gemeldet hat. Leider sind diese Tage rar. Ich mag aber tatsächlich auch mein Büro ganz gerne, in dem ich mich ausbreiten und Erzählstränge nachbauen kann. 

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Laptop, Handy mit Aufnahmegerät, Zucker fürs Gehirn.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Ein Fehler – und sei er auch noch so klein. Gegenüber mir selbst habe ich eine Null-Fehler-Toleranz. Nicht unbedingt gesund. Bei anderen übrigens nicht. Fehler können schließlich passieren.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Slack-Vereinsheim

Kennst du schon unser Slack-Vereinsheim? Dort findest du geballte Freischreiber-Power: Infos zu VG Wort, Rechtsfragen, Honorarverhandlungen, Jobangebote, Tipps für Einsteiger*innen und Kontakte zu Redaktionen. Nur für Mitglieder.

:Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Sag zum Abschied leise … yippie!” von Freischreiberin Nathalie Klüver.

Jahrelang tun wir alles dafür, dass unsere Kinder irgendwann allein klarkommen. Doch wenn es so weit ist, wird uns bang ums Herz. Wenn Kinder größer werden, beginnt für viele Mütter ein Abschied auf Raten – und oft trifft er sie unvorbereitet. Dieses Buch richtet sich an Mütter, deren Kinder mitten in der Pubertät oder kurz davor stecken – und die sich fragen: Wer bin ich eigentlich noch, wenn ich nicht mehr dauernd gebraucht werde?

Interessiert? Schreib uns bis zum 7. November eine E-Mail an unsere Redaktion mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! 

Danke für eure Zusendungen im August. Das Buch Ausgeschlafen und mental stark” von Kneginja Richter und Freischreiberin Sina Horsthemke geht an Judith Weibrecht. Herzlichen Glückwunsch!                  

Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei unserer Redaktion, damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich – Win-win!

:Presseschau

Der Medieninsider hat unseren neuen Vorstand erwähnt. Hier findest du den Artikel: MedienInsider.

:Tipp des Monats

Newsletter von Freischreiber Manuel Stark

Wer von euch hat schon Geld ausgegeben für Seminare und Fortbildungen und saß dann da und dachte sich: „Wirklich gelernt habe ich nichts“? Freischreiber Manuel Stark ging das oft so, manchmal war er sogar kurz davor, den Beruf zu schmeißen. Also hat er einen Newsletter aufgesetzt. Alle 14 Tage kommen Tipps, Analysen, Hinweise und Regeln zu besserem Schreiben; basierend auf Erkenntnissen der Psychologie, Literaturwissenschaft, Erzählforschung und auch der Praxis. Hier ist der Link zur ersten Folge.

:Glückwunsch

Freischreiber Florian Sturm wurde im September gemeinsam mit seiner Tandempartnerin, der Forscherin Martyna Krajewska, für ihr Rechercheprojekt zur Verunreinigung von Trinkwasser in Deutschland mit dem ComLab#10 Award ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Credit: Mo Wüstenhagen/Alexander von Humboldt Foundation.

Glückwunsch II

Freischreiberin Lea Maria Kiehlmeier hat den Sparda Medienpreis für ihre Podcastfolge des Podcasts „Nürnberg Morgen” bekommen. Dort geht es um Gewalt gegen Frauen, und wie die Frauenberatung vor Ort Frauen hilft und Präventionsarbeit leistet. Der Sparda Medienpreis zeichnet journalistische Beiträge aus, die einen positiven Impuls in der Medienlandschaft setzen und Mut machen. Denn etwas mehr Mut brauchen wir alle. Wir freuen uns für dich! Gratulation!

:Freischreiber-Termine

Coaching: Dein eigenes Sachbuch

Unsere Dozentin Heike Faller.

Du hast schon lange eine Sachbuch-Idee und willst endlich auch einen Verlag finden? In diesem Webinar entwickelt unsere Dozentin Heike Faller mit dir gemeinsam dein Buchthema. Beginn: 3. November bis zum 1. Dezember.

Regiogruppe Leipzig

Auslandsjournalismus

Wie machst du das – im Ausland frei arbeiten? Deutsche Medien beliefern aus der Ferne? Zu Gast ist Marion Bergermann aus Leipzig, die Korrespondentin in Brüssel war und von ihrer Arbeit dort berichten wird. Am 11. November um 19:30 via Zoom.

Oli erklärt METIS

Die VG Wort hat METIS „neu gemacht“; Anfang 2026 geht das System an den Start. Was bedeutet das für freie Journalist*innen? Freischreiber Oliver Eberhardt, Mitglied des Verwaltungsrats der VG Wort, ist am 13. November ab 12 Uhr via Zoom zu Gast. Er hat die Reform mit ausgehandelt. Anmeldung hier.

Auslandsstammtisch

Wir treffen uns am 17. November, ab 18 Uhr deutsche Zeit, mit allen Auslandskorrespondent*innen und Journalist*innen, die ab und zu im Ausland arbeiten. Dabei berichten wir von der Mitgliederversammlung und tauschen uns über aktuelle Themenideen, Probleme und Erfolge als Freie aus.

Regiogruppe NRW: Kriegsberichterstattung

Bei Krisen- und Kriegsberichterstattung haben die meisten von uns ein bestimmtes Bild vor Augen. Wie läuft der Alltag in einem umkämpften Gebiet ab? Wie schützt man sich und seine Quellen? Zu diesen und vielen weiteren Fragen wird uns Joana Rettig am 21. November ab 19 in Köln etwas erzählen. Sie ist freie Auslandskorrespondentin in der Ukraine.

:Dies & das

taz digital

Am 17. Oktober 2025 erschien die taz werktags zum letzten Mal gedruckt. Bis auf die wochentaz, die gibt es weiterhin gedruckt. Aber, sagt die taz, sie bleibt Tageszeitung und erscheint jeden Tag. Nur eben digital. Muss der Duden bald seine Definition des Wortes “Tageszeitung” anpassen?

Journalist*in des Jahres 

Das Medium-Magazin sucht die Journalist:innen des Jahres. Wir finden, dass es wunderschön wäre, wenn nicht nur die berücksichtigt würden, deren Redaktionen sie nominieren. Sondern auch wir Freie. Deshalb: Nominiert die Freien, die ihr toll findet (und gern auch euch selbst, denn toll seid ihr alle!). Nominierungen sind noch bis zum 1. November möglich.

US-Pressefreiheit

Dutzende Journalist*innen in den USA haben am 15. Oktober 2025 ihre Zugangsausweise abgegeben und das Pentagon verlassen, um gegen neue, restriktive Berichterstattungsregeln von Verteidigungsminister Pete Hegseth zu protestieren. Diese verlangen, dass nur von ihm freigegebene Informationen veröffentlicht werden dürfen – andernfalls droht Ausschluss. Donald Trump unterstützt das, obwohl nicht nur Journalist:innen die Regeln als Angriff auf die Pressefreiheit kritisieren. Fast alle großen US-Medien lehnten sie ab und kündigten an, ihre Arbeit nun von außerhalb fortzusetzen. 

Jetzt hat das Verteidigungsministerium einen Neuanfang angekündigt. Von nun an gebe es eine „neue Generation“ zugelassener Reporter:innen, der mehr als 60 Journalistinnen und Journalisten aus sogenannten neuen Medienhäusern sowie „unabhängige Journalisten“ angehörten. Wir beobachten diese Entwicklungen mit Sorge. Und an unsere Freischreiber*innen in den USA: Wie können wir euch unterstützen? Wie geht es euch?

Abschied von ZEIT-CEO Rainer Esser

Zum 1. Februar 2026 übergibt Esser nach 27 Jahren an der Spitze der ZEIT Verlagsgruppe die Position des CEO an Nils von der Kall. Esser übernimmt neue Aufgaben im Haus.

Lie Detectors

Die gemeinnützige Organisation Lie Detectors setzt sich gemeinsam mit Journalist*innen für Medienkompetenz in Schulen ein. „Dafür suchen wir Journalist*innen, die Lust haben, interaktive 90-minütige Workshops für Schüler*innen im Alter von 10-15 Jahren zu geben. Pro Klassenbesuch ist eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 150 Euro möglich. In einem eintägigen Seminar bereiten wir Interessierte auf die Klassenbesuche vor. Das nächste Seminar wird im April 2026 in Magdeburg stattfinden.“

Bei Interesse oder Nachfragen meldet Euch bitte bei Anika von den Lie Detectors.

:Externe Termine

Neue Studie von ProQuote Medien

Ob Investitionsgipfel oder Ausschusssitzung im Bundestag – in vielen entscheidenden Runden sitzen vor allem Männer. Der deutsche Journalismus bildet da keine Ausnahme: Je höher die Position, desto seltener sind Frauen vertreten. Um diese Machtverhältnisse sichtbar zu machen, zählt ProQuote Medien seit 13 Jahren nach. Die Ergebnisse der aktuellen Studie werden am 8. November ab 11 Uhr im Publix Haus in Berlin vorgestellt.

Verleihung der Free Media Awards 2025

Am 6. November bekommen sechs herausragende Journalist*innen und Redaktionen die Free Media Awards für ihre Verdienste um die Pressefreiheit. Die Verleihung findet um 17 Uhr im Hamburger Rathaus statt und ist Teil der „Hamburger Woche der Pressefreiheit”.

BJS-Termine

Moderieren vor Publikum – Grundkurs

Wie gelingt es, Gesprächsrunden souverän und inspirierend zu gestalten? Das lernt ihr im Grundkurs Moderieren. Dazu gehören Rhetorik, Körpersprache – und auch der geübte Umgang mit Selbstdarstellern und Zwischenruferinnen. 24. bis 26. November von jeweils 9 bis 17 Uhr.

Schreiben auf den Punkt

In der Kürze liegt die Würze – schön und gut. Aber wie geht das, sich kurzzufassen? Dieser Workshop vermittelt euch, wie ihr kurz und verständlich formulieren könnt. 18 und 19. Dezember von 9 bis 17 Uhr.

Klimathemen spannend erzählen

Die Herausforderung im Klimajournalismus: Die Klimakatastrophe ist das relevanteste Thema unserer Zeit, bloß wie erzählt man die immer gleiche Story, ohne das Publikum zu langweilen oder zu verschrecken? Am 4. und 5. November von 9 bis 17 Uhr in Präsenz.

Exklusiv für Freischreiber*innen: Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle.

Herbstlich-bunte Grüße, euer neues Newsletter-Team

Elisa Kautzky & Robert Hofmann

Der September steht im Zeichen des Übergangs: Wir verabschieden uns vom Sommer, den warmen Tagen und vielleicht auch von den Neujahrsvorsätzen, die wir bislang noch immer nicht eingehalten haben. (Kleiner Reminder, ab sofort wirklich ein besseres Honorar zu fordern, die eigene Website endlich einzurichten oder sich einem neuen Format zu widmen.) In diesem Jahr nehmen wir aber auch Abschied vom aktuellen :Freischreiber-Vorstand. Gleichzeitig freuen wir uns auf einen neuen, der die kommenden zwei Jahre gestalten wird. Und den ihr am 27. September in Berlin wählen könnt.

Was uns bewegt

See you soon!

Sehen wir uns am 27. September in Berlin? Auf euch warten ein Mini-Barcamp der Freien mit journalistischem Austausch, Tacos con Guacamole y Quesadillas dulces und eine muntere Mitgliederversammlung. Noch gibt es freie Plätze, kostenlos und exklusiv für Mitglieder. Bitte hier anmelden.

Wer es nicht schafft, aber zumindest bei der Mitgliederversammlung reinschnuppern möchte, kann per Zoom zuschauen und -hören. Meldet euch mit Klarnamen an!

Foto: Jörg Modrow

Außerdem stehen die ersten Kandidat*innen fest. Dazu habt ihr bereits eine Mitgliedermail erhalten, auf Slack haben wir euch ebenfalls informiert.

Denkt dran: Ihr Mitglieder seid das oberste Organ von :Freischreiber und entscheidet, wer euch im Vorstand vertreten soll. Die Wahl wird jedoch nur vor Ort möglich sein. Daher hier noch einmal der Hinweis: Noch gibt es Plätze, jetzt anmelden

Die Preise steigen, die Honorare nicht

Das kann doch nicht euer Ernst sein, liebe Redaktionen! Trotz Inflation gibt es für eure freien Autor*innen, die seit Jahren zuverlässig für euch arbeiten, keine Honoraranpassungen – im Gegenteil: Statt Erhöhungen stehen immer öfter Kürzungen an. Und die werden nicht selten still und feige von manchen von euch über die Rechnungsstellung kommuniziert. Sind wir Freien die neuen Tagelöhner?

Überraschen dürfte das kaum jemanden. Zu den ohnehin schon beschämend niedrigen Honoraren kommt hinzu, dass sich immer mehr Verlage auch noch weitreichende Rechte an unseren Texten sichern wollen. 

Zur Klarstellung: Die Bezahlung erbrachter Leistungen darf im Nachhinein nicht gekürzt werden. Aber allein auf diesen rechtlichen Hinweis dürfen wir uns nicht verlassen.

Wir müssen lauter werden. Denn von ein paar hingeworfenen Brocken können wir nicht leben. Und wir müssen auch selbstkritisch sein: Als Verband liegt es an uns, noch entschlossener dafür zu kämpfen, dass freie Journalist*innen endlich angemessen bezahlt und respektiert werden. Wenn ihr Ideen habt, wie wir gemeinsam dagegenhalten können, wenn ihr Kampagnen starten wollt oder euch einbringen möchtet: Meldet euch gerne beim Vorstand.

Kooperation mit der Henri-Nannen-Schule 

Freischreiber*innen bekommen ab sofort 10 Prozent Rabatt für die Seminare, Kompakt- und Intensivkurse der Henri-Nannen Schule. Dafür einfach bei der Geschäftsstelle melden.

:Freischreiberiges

:Frei heraus

Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 

Dieses Mal: Stefanie Unbehauen. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin zu den Themenschwerpunkten Gesellschaft, Gesundheit und Psychologie.

Drei Fragen an Stefanie Unbehauen

Foto: Thomas Geiger

Wo arbeitest du am liebsten? 

Am liebsten dort, wo ich mich nicht ablenken lasse. Das kann zuhause am Schreibtisch sein, im Sommer auf der Terrasse oder auch unterwegs – in Cafés, im Zug, auf Recherche oder auch mal im Urlaub. Neue Umgebungen bringen mich auch oft auf neue Gedanken. Aber für konzentriertes Schreiben brauche ich Ruhe, da ist mein Schreibtisch zuhause unschlagbar: mit Blick ins Grüne, Kaffeetasse daneben und niemandem, der reinruft. Am produktivsten bin ich also zwischen Orten: Draußen entsteht die Idee, drinnen der Text.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Mein Laptop natürlich – klar. Aber genauso wichtig: mein Notizbuch. Ich schreibe viel mit der Hand, gerade bei Interviews oder ersten Gedanken zu einem Thema. Und: eine ordentlich gepflegte Themenliste mit Ideen, die ich stetig erweitere. Außerdem: ein strukturierter Kalender – denn die größte Herausforderung im freien Arbeiten ist oft nicht das Schreiben, sondern das Jonglieren von Themen, Deadlines und Anrufen.

Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?

Wenn ich merke, dass ich an einer Geschichte zu lange festhalte, obwohl sie inhaltlich nicht trägt. Oder wenn Menschen mir im Interview viel Persönliches anvertrauen, es dann aber kurz vor der Veröffentlichung zurückziehen. Passiert zum Glück selten. Und – das kennt wahrscheinlich jeder freie Journalist und jede freie Journalistin – wenn ich für eine aufwendige Recherche oder ein sorgfältig geführtes Interview ein Honorar angeboten bekomme, das dem Aufwand nicht im Ansatz gerecht wird. Dann lehne ich auch mal dankend ab.

Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

:Buchverlosung

Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Ausgeschlafen und mental stark” von Kneginja Richter und Freischreiberin Sina Horsthemke.

Um unsere Nachtruhe ist es schlecht bestellt. Doch gegen Schlafstörungen können wir etwas tun, wenn wir sie ganzheitlich angehen. In diesem Buch erfahrt ihr, wie man schlechtem Schlaf auf die Spur kommt und auch in stressigen Zeiten optimale Voraussetzungen für guten Schlaf schafft. Mit zahlreichen wertvollen Tipps, um Schlafproblemen auf den Grund zu gehen und wieder entspannte Nächte zu verbringen sowie zufriedener zu leben. 

Interessiert? Schreib uns bis zum 30. September eine E-Mail an unsere Redaktion mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! 

Danke für eure Zusendungen im August. Das Buch „Soul Places Schottland“ von Freischreiberin Sandra Wickert geht an Zsaklin Diana Macumba. Herzlichen Glückwunsch!

Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei unserer Redaktion, damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich – Win-win!

:Tipp des Monats: Storytelling Podcast

Was braucht es für eine gute Podcast-Serie? Wie baue ich über mehrere Folgen hinweg Spannung auf? Welche Rolle nehme ich als Host ein? Ein wertvoller Tipp: Recherche kann Teil der Handlung sein.

All das lernten Freischreiber*innen im Webinar „Storytelling im Podcast“ mit Antonia Franz und Patrick Bauer am 24. Juni 2025. Es war Teil der kostenfreien Fortbildungsserie von :Freischreiber und Süddeutscher Zeitung.

Im Mitgliederbereich finden Freischreiber*innen das Handout. Außerdem gibt es dort viele weitere nützliche Informationen rund ums Frei-Sein, wie unseren Crashkurs für Anfänger.

:Dies & das

Aktion Media Blackout

„Kriegsberichterstattung ist der härteste Journalismus. Man berichtet vom Tod und hat ihn dabei ständig an der Seite“, schreibt taz-Autor Dominic Johnson. „Seriöse Medien arbeiten im Krieg immer mit Ortskräften zusammen – nicht nur, wenn es nicht anders geht, sondern auch, weil es richtig ist.“

Kein Krieg der Gegenwart ist für Journalisten und Journalistinnen härter als der im Gaza­streifen. Doch wer berichtet aus dem Krieg, wenn alle Medienschaffenden tot sind? :Freischreiber unterstützte die Aktion Media Blackout von Reporter ohne Grenzen und Avaaz  vom 1. September. Diese forderte Schutz für Medienschaffende in Gaza sowie unabhängigen Zugang für die internationale Presse. Über 270 Medien aus 70 Ländern – darunter auch die Frankfurter Rundschau – schwärzten dafür ihre Titelseiten, Websites und Sendungen, um auf den drohenden Informationsnotstand in Gaza aufmerksam zu machen.

50 Jahre Yps

Am 4. September 1975 erschien das erste Yps-Heft. Besonders an diesem Comic-Heft war ein kleines Spielzeug oder Extra, das jeder Ausgabe beilag. Zum 50. Jubiläum wird es die  Sonderausgabe Yps: Forever Kult geben, inklusive Nachdruck der Originalnummer 1284. 

Rassismuserfahrungen in deutschen Medienhäusern

Das KITT Kollektiv hat eine Umfrage zu Rassismuserfahrungen in Redaktionen gestartet. Ziel ist es, sichtbar zu machen, welche strukturellen Probleme BIPoC-Journalist*innen (also Black, Indigenous und People of Color) und Medienschaffende mit Migrationserfahrung belasten – und warum manche sogar den Beruf verlassen.

Macht mit! Die Umfrage ist anonym, dauert zehn Minuten und enthält sowohl geschlossene Fragen als auch Raum für persönliche Erfahrungen. Wer möchte, kann sich zusätzlich für ein vertiefendes Interview eintragen. Die Ergebnisse sollen als Report veröffentlicht werden und so eine breite Debatte in der Branche anstoßen. Zur Umfrage.

Berichten über queere Themen

Der Bund Lesbischer und Schwuler Journalist*innen (BLSJ) hat einen neuen Leitfaden zum Thema Berichten über queere Themen veröffentlicht. Als queerer Medienverband ist der BLSJ ein Netzwerk, das vor allen Dingen lesbische Journalistinnen und schwule Journalisten bundesweit verbindet und organisiert. Die Realität der Medien zeigt uns regelmäßig: Solch ein Verband ist immer noch bitter nötig. Mehr Infos gibt es hier.

:Externe Termine

Hamburger Woche der Pressefreiheit

Vom 2. bis 8. November heißt es wieder: Gemeinsam für die Pressefreiheit! Im Fokus stehen Angebote, die Nachrichten- und Medienkompetenz fördern, indem sie über Desinformation aufklären und zeigen, worauf es ankommt, um vertrauenswürdige Quellen und Medien zu erkennen. Das gesamte Programm findet ihr online.

BJS-Termine

Moderieren vor Publikum – Grundkurs

Wie gelingt es, Gesprächsrunden souverän und inspirierend zu gestalten? Das lernt ihr im Grundkurs Moderieren. Dazu gehören Rhetorik, Körpersprache – und auch der geübte Umgang mit Selbstdarstellern und Zwischenruferinnen. 24. bis 26. November von jeweils 9 bis 17 Uhr.

Crashkurs Online-Überschriften (Webinar) 

Kurz, präzise und verständlich müssen die Titel von Online-Texten sein. Dieser zweistündige Online-Crashkurs zeigt, wie das gelingt, und auch, wie künstliche Intelligenz helfen kann. Am 6. Oktober von 9 bis 11 Uhr.

Exklusiv für Freischreiber*innen:

Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle.

b-Future Festival Bonn

Lust auf Zukunft? Vom 2. bis 4. Oktober trifft sich Bonn zum Festival für echten, unabhängigen Journalismus. Workshops, Diskussionen und Austausch stehen im Zeichen von konstruktivem Dialog und kreativen Ideen für die Medien von morgen. Sei dabei! 

Klimajournalismus-Seminar

Vom 6. bis 8. November diskutieren Journalist*innen an der Europäischen Akademie Otzenhausen (Saarland) die Herausforderungen des Klimajournalismus in Zeiten multipler Krisen. Kosten, Unterkunft und Verpflegung werden übernommen, Bewerbungen sind bis zum 10. Oktober möglich über dieses Formular.

Spätsommerliche Grüße,

Euer Newsletter-Team

Elisa Kautzky und Eva Bodenmüller