Wir hoffen, ihr genießt gerade den Sommer, zum Beispiel am Strand unter Palmen oder am heimischen Badesee. Zwar spielt das Wetter nicht immer mit. Und auch die aktuelle politische Lage erlaubt vielen Journalist*innen derzeit kaum, einen langen Urlaub zu planen – oder zu genießen.

Heute wählt Großbritannien ein neues Parlament. Am 7. Juli ist Frankreich wieder dran – eventuell gibt es dort bald einen rechtsextremen Premierminister. Dann sind da noch die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im September. In allen drei Ländern liegt die AfD laut Umfragen vorn. Und im November wählen die USA wohl einen neuen (alten) Präsidenten  – die Chancen für Donald Trump stehen nicht schlecht. Währenddessen verschärft sich die Situation für Journalist*innen, die über eben solche Wahlen berichten.

Das heißt umso mehr, dass wir jetzt auf uns achtgeben sollten, müssen. Dass wir freie Tage unter Palmen regelmäßig einplanen. Vor allem ist jetzt aber die Zeit, sich zusammenzutun, zu vernetzen und auszutauschen.

Dazu gibt es in den nächsten Monaten für Freischreiber*innen allerlei Gelegenheit. Zum Beispiel auf einem virtuellen Verbandstreffen im August. Oder bei der Himmel-und-Hölle-Preisverleihung im November inklusive Barcamp. Vielleicht sehen wir ja auch den einen oder die andere Freischreiber*in bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche (NR) in zwei Wochen?

NR-Jahreskonferenz 2024

Zwei ehemalige Vorsitzende der Freischreiber: Sigrid März und Carola Dorner bei #nr22. Foto: ahs

Am 19. und 20. Juli lädt Netzwerk Recherche Journalist*innen zur Jahreskonferenz beim NDR in Hamburg ein. Auch :Freischreiber wird in drei verschiedenen Panels präsent sein. Wir werden dort etwa unseren aktuellen Honorarreport vorstellen, den unser Arbeitskreis in den letzten Monaten ausgewertet hat. Wer zahlt die höchsten Honorare, wer die niedrigsten? Mehr Infos zu den Panels findet ihr im Termine-Teil weiter unten.

In unserem Honorartool könnt ihr jederzeit eintragen, wie viel ihr für einen Auftrag bekommen habt oder abfragen, wie viel andere pro Medium erhalten. Daran könnt ihr euch bei Honorarverhandlungen orientieren – oder es als Motivation nehmen, mehr zu fordern. Ab sofort mit neuen Features: Ihr könnt jetzt auch eintragen, ob ihr euch als weiblich/männlich/divers lest und ob eure Datenspende sich auf eine Erst- oder Mehrfachverwertung bezieht. So werden wir beim Honorarreport 2025 noch genauer analysieren, wie die Branche in Sachen Bezahlung tickt. Jetzt mitmachen!

Kommt ins virtuelle Sommerbootcamp!

Wissen ist Macht. Und nichts stärkt uns Freie mehr als regelmäßiger Austausch. Live und in Farbe ist das immer am tollsten – etwa bei den Regio-Treffen, bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche oder unserem Barcamp der Freien. Leider kann keiner von uns überall gleichzeitig sein. Darum möchten wir euch am 13. August, 13 Uhr online sehen – egal, wo ihr euch befindet. Ein digitales Verbandstreffen auf Zoom, damit wir uns gegenseitig besser kennenlernen.

Worüber wir sprechen werden? Das entscheidet ihr! Schnappt euch Käffchen oder Kaltgetränk und ab mit euch in die Themen-Büdchen aka Zoom-Break-out-Rooms. Und dann diskutiert, lacht, referiert oder hört einfach nur zu und genießt. Jede*r von uns weiß irgendetwas, das andere nicht wissen, aber wissen sollten. Lasst uns das miteinander teilen – Geiz ist nämlich sowas von ungeil unter Freien. Wir freuen uns auf euch. Bitte hier anmelden!

Engelchen und Bengelchen

Und noch einmal bitte den Kalender zücken: Am Abend des 23. November verleihen wir den geliebten und gefürchteten Himmel-und-Hölle-Preis. Damit ehren wir jedes Jahr Personen und Institutionen aus der Medienbranche, die sich als besonders fies (Hölle) oder besonders fair (Himmel) hervorgetan haben. 

Dafür brauchen wir eure Unterstützung: Reicht Vorschläge für Preisträger*innen ein. Wer hat euch im vergangenen Jahr unterstützt und damit euren Freien-Arbeitsalltag gen Himmel erhoben? Wer hat euch unfair behandelt und damit das Freien-Dasein zur Hölle gemacht? Schickt eure Vorschläge gerne per E-Mail an die Geschäftsstelle. Eure Infos bleiben natürlich anonym.

Barcamp der Freien 2023. Foto: Jörg Modrow

Parallel zur Preisverleihung wollen wir am selben Tag wieder ein Barcamp veranstalten. Wann? Ab 12 Uhr. Wo? Im SPACE in der Hamburger Hafencity.

In geselliger Runde könnt ihr hier Gleichgesinnte kennenlernen und euer Netzwerk ausbauen. Bei Vorträgen und Workshops erweitert ihr eure Tools und Techniken und seid up to date über aktuelle Trends im Journalismus. Weitere Infos und den Link zur Anmeldung gibt’s hier.

Barcamp und Preisverleihung finden in diesem Jahr mit freundlicher Unterstützung von next.mediaHamburg statt. Übertragung der Preisverleihung: TIDE.tv. Sponsoring: Presseversorgungswerk, Hamburg Media School & Institut für Bildungscoaching.

Freischreiberiges

Webinar-Kooperation mit der Süddeutschen

Wir haben eine neue Webinar-Serie mit Dozent*innen der Süddeutschen Zeitung gestartet! Exklusiv und kostenlos für :Freischreiber-Mitglieder. 

Zum Hintergrund: Vor einem guten Jahr waren unser damaliger Co-Vorsitzender Joachim Budde und der Bonner Regio-Leiter (und SZ-Autor) Steve Przybilla zu Besuch bei der Süddeutschen. Im Gespräch mit den Chefredakteur*innen Judith Wittwer und Wolfgang Krach ging es um unsere Forderung nach 15 Prozent mehr Honorar für freie Kolleg*innen. In der Sache blieb die SZ aus unserer Sicht leider hart. Aber unsere Idee, über kostenlose Seminare für Freie nachzudenken, trug Früchte. 

Der erste Termin am 5. August zum Thema „Gut redigieren” mit Annette Zoch, der Politikredakteurin der SZ, ist bereits ausgebucht. Aber keine Sorge – es sind zwei weitere Webinare in Aussicht: 

  • Was macht ein gutes Interview aus? 
  • mit Katharina Riehl, Politik-Chefin SZ
  • Datenjournalistischer Workflow 
  • mit Marie-Louise Timcke, Daten-Chefin SZ

Sobald wir Termine gefunden haben, erfahrt ihr es über Website, Slack und Social Media, damit ihr euch schnell anmelden könnt.

Freien-Haushalt = Freienbibel 

Kennst du schon die Freienbibel 2? Dieser Ratgeber hilft dir dabei, dich durch den Dschungel des freien Journalismus zu kämpfen. Zum Beispiel, wie das genau geht mit Künstlersozialkasse, VG Wort, Urheberrecht und der Grundsicherung. Oder welche neuen Geschäftsmodelle es im freien Journalismus gibt. Die Freienbibel versorgt dich mit Guidelines, Zahlen und Fakten. Ob als Einsteigerin, die die Bibel von vorne bis hinten direkt durchliest, oder als alter Hase, der immer mal wieder reinschaut – die Freienbibel darf in keinem Freien-Haushalt fehlen!

Von der aktuellen Auflage sind nur noch wenige Exemplare vorhanden. Du hast noch kein Exemplar? Hier bekommst du eins. Solange der Vorrat reicht.

Es hat Klick gemacht

Ihr habt eine tolle Idee für eine Reportage, ein Buch etc. und fragt euch: Wo krieg ich nur die Fotos her? Unser Tipp: Fragt bei den Kolleg*innen von Freelens nach. Was :Freischreiber für Journalist*innen ist, ist Freelens für Fotograf*innen und Fotojournalist*innen. Faire Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist Programm. Auch deshalb sind wir seit langem Kooperationspartner. Wer Profis hinter der Kamera sucht, wird bei unserem Kooperationspartner fündig. Und umgekehrt haben die Kolleg*innen immer mal wieder Bedarf an Texten. Probiert es aus! Hier kommt ihr direkt zu Freelens.

Tipp des Monats

Jeden Monat geben wir euch an dieser Stelle einen Tipp aus einem unserer zahlreichen Fortbildungsangebote.

Diesmal geht es um die Gefahr von Rechts – wie schützen sich freie Journalist*innen? Darüber sprach die Leipziger Regio-Gruppe mit Autor Michael Kraske. Demo-Berichterstattung zum Beispiel sei in manchen Regionen Deutschlands nicht mehr gefahrlos möglich – vor allem für Freie. Wie also damit umgehen? Erstmal ein Realitätscheck: Die Situation für Freie wird bei AfD-Wahlsiegen nach den Landtagswahlen mit Sicherheit schlechter. Dessen muss man sich bewusst sein. Aber auch, dass es jetzt wichtiger denn je ist, dort präsent zu sein und zu berichten.

Was wir aktiv tun können: 

  • weniger Wortlaut-Interviews verfassen und Rechtsextremen keine Talkshow-Bühne bieten
  • mehr Berichte über Inhalte und Demokratieprojekte
  • auf kleine Orte schauen
  • Mut haben und Mut machen
  • von Auftraggebern bezahlte Security für Demos fordern sowie Rechtsschutz für Freie durch Redaktionen
  • Notfallnummern parat haben

Und: zur Regio-Gruppe kommen, sich austauschen, Frust ablassen, füreinander da sein!

:Freischreiber-Mitglieder finden hier noch mehr Tipps rund ums Freisein im internen Bereich „Nur für Mitglieder”. Zum Beispiel die Mitschrift zur Rechtsberatung in Sachen Mehrfachverwertung oder die Mitschrift der digitalen Mittagspause zu „Pressereisen – ja oder nein?”

Dieses Foto entstand in Guatemala bei der Recherche in einem Indigena-Dorf. Foto: Florian Kopp

Frei heraus: Drei Antworten von …

Freie Kolleg*innen bekommen zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 

Dieses Mal: Freischreiberin Sandra Weiss. Die studierte Politikwissenschaftlerin lebt derzeit in Mexiko. In ihren Reportagen und Porträts gibt sie Einblicke in Lebensrealitäten in Lateinamerika. Sie arbeitet für Print, TV, Hörfunk und Podcasts und spricht fließend Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Englisch.

Wo arbeitest du am liebsten?

Als leidenschaftliche Reporterin bin ich am liebsten mittendrin, im Wahlkampfgetümmel, auf dem Silberberg von Potosí, bei Indigenen im Amazonas oder in den Armenvierteln von San Salvador.

Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?

Das Handy. Und viele Bücher über das Land, aus dem ich gerade berichte.

Was ist das Ärgerlichste, was dir im Job passieren kann?

Dass ich die besten Sätze meist nicht aufs Band kriege. Die Menschen sind gehemmt oder reden gestelzt, sobald ein Aufnahmegerät oder eine Kamera läuft.

Hast du Lust, dem „Frei heraus“-Team auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier (redaktion@Freischreiber.de).

Landkarte der Freien

Seid ihr schon auf der Landkarte der Freien markiert? Dort suchen Auftraggeber*innen euch je nach Standort. Wir nehmen euch aber nur auf Anfrage auf, weil Mitglieder in sensiblen Themenbereichen (wie zum Beispiel Rechtsextremismus) naturgemäß nicht gefunden werden möchten. Meldet euch auf Wunsch bei uns in der Geschäftsstelle (mailto kontakt@freischreiber.de), dann fügen wir eure GPS-Daten ein. (Sie führen nicht zu eurer genauen Adresse, sondern nur zum jeweiligen Ort.) https://freischreiber.de/autorinnen-finden-landkarte/

Es gibt etwas zu gewinnen

Du bist Freischreiber*in und hast gerade ein neues Buch geschrieben? Oder umgekehrt, du würdest gerne mal ein Buch von Freischreiber*innen lesen? Dann macht mit bei unserer neuen Buchverlosungs-Aktion. Ab dem nächsten Newsletter wollen wir nicht nur Bücher von Freischreiber*innen vorstellen, sondern auch das eine oder andere Werk verlosen. Autor*innen, bitte meldet euch bei der Geschäftsstelle, wenn  Buch von euch erscheint, das wir verlosen können. Wir freuen uns schon auf die erste Verlosung!

:Freischreiber-Termine

Am Freitag, 5. Juli, sprechen wir mit Heike Faller über das Schreiben von Sachbüchern und wie sich damit Geld verdienen lässt. Diese digitale Mittagspause findet von 13 bis 14 Uhr statt und steht exklusiv Freischreiber*innen zur Verfügung. Zur Anmeldung bitte hier lang.

Nach einer kurzen Sommerpause ist der Auslands-Stammtisch wieder am Start! Am 5. Juli treffen sich die Auslandsfreien um 17 Uhr, deutsche Zeit, via Zoom. Diesmal auf dem Plan: Speeddating! Wer lebt wo, was sind eure Themen, wie arbeitet ihr? In kleinen Break-out-Rooms habt ihr die Zeit, euch mal in Ruhe auszutauschen. Vielleicht entsteht ja die eine oder andere Idee für eine zukünftige Cross-Border-Geschichte! Anmeldung bitte hier.

An alle Stuttgarter*innen: Am 10. Juli ist die Regio-Gruppe Stuttgart ab 19 Uhr zu Besuch bei der Wochenzeitung kontext. Geplant ist ein Austausch über Textvorschläge, Bezahlung und Zusammenarbeit mit Freien. Bringt gerne ein paar Fragen mit! Anmeldung bis 7. Juli unter orga-suedwest@freischreiber.de.

Wie hilft Dramaturgie gegen Schreibblockaden? Das erklärt Heike Faller in ihrem Crashkurs „Dramaturgie“ am Donnerstag, 11. Juli, von 13 bis 17 Uhr. Aufgrund der hohen Nachfrage ist der Kurs bereits ausgebucht. Ihr könnt euch aber als :Freischreiber-Mitglied hier in die Warteliste eintragen. Alle anderen nehmen bitte den Umweg über die Geschäftsstelle.

Ebenfalls am 11. Juli treffen sich die Freien in Freiburg. Nach längerer Stammtisch-Pause laden Georg und Thomas die Freiburger Freischreiber*innen um 19 Uhr ein zum Kennenlernen, Austauschen, Netzwerken. Der Ort wird noch kommuniziert, vermutlich Biergarten oder Bar. Bitte anmelden bis zum 7. Juli bei Thomas. (orga-suedwest@freischreiber.de

Am 20. Juli ist :Freischreiber in Hamburg bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche. Ihr findet uns an dem Samstag gleich dreimal auf der Bühne:

  1. um 12:15 Uhr im K6 zum Thema „Langzeitrecherchen als Freie”. Auf dem Podium sitzen Vorstandsmitglied Lisbeth Schröder und die Freischreiber*innen Astrid Viciano und Florian Sturm.
  2. um 14:15 Uhr im K7 gibt es Input über „Stipendien für investigative Recherchen” mit Lisbeth Schröder, Evangelista Sie, Stefanie Dodt und Christian Schweppe.
  3. um 15:30 Uhr wird im K7 der neue Honorarreport vorgestellt – inklusive Tipps für erfolgreiche Verhandlungen mit Freischreiber*innen Jan Schwenkenbecher, Nora Lessing und Vorstandsmitglied Karen Suender.

Tickets für die Konferenz gibt es leider nicht mehr.

Die Regiogruppe Franken trifft sich am 1. August um 19 Uhr, live und in Farbe im „Tellerrand” in Nürnberg.

Am 13. August treffen wir uns zum virtuellen :Freischreiber-Mitgliedertreffen über Zoom. Um 13 Uhr könnt ihr Lob und Kritik anbringen, neue Freischreiber*innen kennenlernen und voneinander lernen. Bitte hier anmelden.

War das schon alles? Schaut nach auf unserer Website. Vielleicht ist ja gerade eben noch etwas Spannendes dazugekommen …

Dies & Das

Torial hat eine Zukunft

Die Plattform torial hat mit der Steady-Mediengruppe einen neuen Träger gefunden – und damit eine Zukunft. Eure personenbezogenen Daten werden damit an Steady übertragen. Ansonsten ändert sich erstmal nichts. Solltet ihr mit der Übertragung nicht einverstanden sein, könnt ihr innerhalb von vier Wochen widersprechen. Herzlichen Glückwunsch an torial, wir freuen uns!

Wahlberichterstattung

Laut Reporter ohne Grenzen (RSF) sind Journalist*innen, die über eine Wahl berichten, besonders gefährdet – insbesondere vor und nach den Abstimmungen. „Es kommt zu Beschimpfungen, Gewalt und Festnahmen”, schreibt RSF in einem Report. Ein Versuch, unabhängige Berichterstattung zu verhindern. 

Wir hören immer öfter bei unseren Stammtischen, dass auch Freie zunehmend bedrängt und bedroht werden – bis hin zur Körperverletzung. Teilweise seien festangestellte Reporter*innen nicht mehr bereit, vor Ort zu recherchieren und zu berichten. Das wird dann an Freie ausgelagert. Wir fordern, dass Auftraggebende und Redaktionen sich mehr für den Schutz von Freien einsetzen! Auch die stellvertretende Vorsitzende von ProQuote Medien Sarah Stendel fordert mehr Schutz für Journalist*innen, zumal nach dem deutlichen Rechtsruck in Europa: „Es ist unsere Verantwortung als Medienschaffende, zu berichten, auch, um die Demokratie zu schützen. Die Medienhäuser sind in der Pflicht, dafür die Sicherheit zu gewährleisten.”

Wahlforen in Sachsen

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung bietet im Vorfeld der Landtagswahl am 1. September in allen Wahlkreisen in Sachsen ein Wahlforum an. Auf einem Podium sollen dort die Direktkandidat*innen vorgestellt werden und im Anschluss sowohl miteinander als auch mit den Bürger*innen vor Ort diskutieren, um ihnen eine informierte Wahlentscheidung zu ermöglichen. Eine gute Informationsquelle auch für Journalist*innen. Mehr Infos hier: https://www.slpb.de/veranstaltungen/veranstaltungsreihen/wahlforen

Zentralisierung von Lokalzeitungen

Die Mediengruppe Madsack will immer mehr Redaktionen zusammenlegen. In Sachsen beispielsweise sollen die Sächsische Zeitung (SZ) und die Leipziger Volkszeitung (LVZ) zukünftig in einer digitalen Redaktion arbeiten. Madsack versammelt etwa 20 Lokalzeitungen in mehreren Bundesländern im Norden und Osten des Landes.

Mit den Zusammenlegungen wolle die Mediengruppe den Journalismus stärken. Das Gegenteil ist wohl der Fall. Zumal der Unternehmenschef Thomas Düffert im Mai angekündigt haben soll, er wolle bald alle Nachrichten zentralisiert aus Hannover produzieren. Wie das alles zusammenpasst, das fragt sich auch die taz in ihrem Beitrag über die Zentralisierungspläne.

Solidarität statt Ellenbogen

Sechs freie Journalist*innen haben sich zu einem Kollektiv mit dem Namen „FYI: for your information” zusammengeschlossen, darunter auch Freischreiber*innen aus Österreich. Das Motto: Gegen die Ellenbogen-Mentalität und Selbstausbeutung von freien Journalist*innen, gemeinsam statt gegeneinander. Damit wollen sie nicht nur die eigenen Bedingungen verbessern, sondern auch andere Freie ermutigen, es ihnen gleichzutun. Wir wünschen viel Erfolg! Mehr Infos hier: Start | FYI-Kollektiv

Es geht um Menschen

Die Neuen deutschen Medienmacher*innen rufen uns Medienschaffende zu einer Vermenschlichung der Asyldebatte auf. Derzeit prägen vor allem rechtspopulistische Stimmen gegen Geflüchtete den politischen und medialen Diskurs. Doch auf gewaltvolle Debatten folgt oft reale Gewalt. 

Medienschaffende müssen sich deshalb ihrer demokratischen Verantwortung bewusst werden. Das heißt: Anstatt nach Klicks und Aufmerksamkeit zu jagen und ausgrenzende Debatten zu führen, sollten sich Journalist*innen auf die professionellen Grundlagen ihres Berufes besinnen, wenn es um Flucht und Migration geht. 

Viel zu selten geht es nämlich um die Geflüchteten selbst, ihre Fluchtursachen und Fluchtgeschichten, die sie als Individuen statt Menschenmasse zeigen. Auch :Freischreiber spricht sich deutlich für einen verantwortungsvollen Journalismus aus und gegen die Entmenschlichung. Als Hilfe kann euch das Glossar zur diskriminierungskritischen Berichterstattung der NdM dienen: https://glossar.neuemedienmacher.de/

Umfrage zu digitaler Gewalt

HateAid und die Technische Universität München rufen zur Teilnahme an einer Befragung über die Erfahrungen von politisch engagierten Personen mit digitaler Gewalt auf. Dazu zählen auch Journalist*innen, die politische Themen abdecken. Die Umfrage dauert 15 Minuten und ist anonym. Hier geht’s zur Umfrage.

Fortbildungen

Die aktuellen Weiterbildungen der Berliner Journalistenschule (BJS) findet ihr hier.

Um Innovationen im Lokaljournalismus und neue Formate im ländlichen Raum geht es bei der Digitalen Innovations- und Resilienz-Akademie. Durchgeführt wird sie vom gemeinnützigen Bildungsprogramm Vocer in Kooperation mit der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein von September bis Dezember. Wenn ihr aus Hamburg oder Schleswig-Holstein kommt, könnt ihr euch noch bis zum 12. Juli für die kostenlose Workshopreihe hier bewerben.

Chancen und Herausforderungen von KI lotet die vierteilige Weiterbildungsreihe „KI-Resilienz-Akademie“ aus, die Vocer in einer Förderkooperation mit der Stiftung Pressehaus NRZ durchführt. Angesprochen sind Medienprofis aus dem gesamten Bundesgebiet. Bewerbungsschluss für die kostenlose Teilnahme ist der 12. Juli. Mehr Informationen gibt es hier.

Vom 8. bis 10. Oktober könnt ihr kostenlos beim digitalen Mental Health in Journalism Summit teilnehmen. Medienschaffende aus der ganzen Welt werden sich zu dieser digitalen Konferenz zuschalten können und Vorträgen über eine gesunde Arbeitskultur im Mediensektor lauschen. Das Programm wird auf Englisch und Spanisch sein. Mehr Infos hier.

Stipendien und Preise

Links zu Preisen und Stipendien findet ihr hier und natürlich auf unserem :Freischreiber-Slack beispielsweise unter #stipendien. Haben wir eine Übersichtsseite mit gut honorierten Preisen oder großzügigen Stipendien übersehen? Dann schreibt uns.

Passt auf euch auf und habt einen angenehmen Sommer! 

Eure Freischreiber*innen

PS: Ihr kennt jemanden, die oder der diesen Newsletter noch nicht bekommt? Einfach weiterleiten und hier anmelden

Von Sommer ist vielerorts wenig in Sicht. Nicht verwunderlich daher, dass auch die Sommerpause und das Sommerloch noch auf sich warten lassen – wie die Themenfülle zeigt. KI und Pressefreiheit sind für freie Journalist:innen Dauerbrenner. Jetzt kommt mit der E-Rechnung auch noch Bürokratie hinzu. 

KI und wir

Woran erkenne ich, ob Inhalte von oder mit künstlicher Intelligenz erzeugt wurden? Wenn es nach dem kürzlich verabschiedeten AI Act der Europäischen Union geht: an der Kennzeichnung. Durch KI entstandene Töne, Bilder oder Texte sollen markiert werden. Das Gesetz ist zum Teil schon in Kraft und wird ab 2026 in vollem Umfang gelten. Schöne Idee, aber nur schwer kontrollierbar. Es gibt aber auch Unternehmen, die sich damit brüsten, dass sie die Inhalte ihrer Magazine komplett von KI erstellen lassen. Das soll etwa bei der Lufthansa künftig so sein. Die KI holt sich in Chats mit den Mitarbeitenden Informationen, die sie dann zu Reisetipps verarbeitet.

Hier spielt der Mensch nur noch eine untergeordnete Rolle im Entstehungsprozess. Was macht das mit dem Journalismus? Wie verändert sich die Situation für Freie? Darüber werden wir noch viel sprechen müssen.

E-Rechnung: Abwarten und Tee trinken?!

Rechnungen sollen künftig elektronisch verarbeitet werden können. Das soll den bürokratischen Aufwand reduzieren. Tatsächlich löst allein die Ankündigung, dass E-Rechnungen ab dem 1. Januar 2025 verpflichtend sind, Panik aus. Dann nämlich sollen Unternehmen von anderen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Also auch freie Journalist*innen. Allerdings: Erst ab 2028 müssen Rechnungen zwischen Unternehmen zwingend im elektronischen Format auch versendet werden.

Worum es geht? Um Software. Denn die E-Rechnung beruht auf dem maschinenlesbaren Dateiformat XML. Derzeit sind in Deutschland vor allem XRechnung, die von Behörden genutzt wird, und ZUGfERD bekannt, ein hybrides Format. Hybrid deswegen, weil die Rechnung zusätzlich als PDF erzeugt wird. Damit ist sie auch von Menschen lesbar.

Für die Verarbeitung der E-Rechnung werden sich Dienstleister anbieten, die sämtliche Rechnungsabläufe übernehmen wollen. Wer seine Buchhaltung inklusive Rechnungsstellung weiter selbst abwickeln möchte, wird sich bei Portalen und Apps umschauen müssen, über die Rechnungen nach wie vor selbst erstellt, versendet und empfangen werden können. Es gibt bereits einige Anbieter, auch Open Source. Zu einer staatlichen kostenlosen Plattform gärt es ebenfalls in der Gerüchteküche. Noch ist aber nichts entschieden.

Wir halten euch auf dem Laufenden und planen auch verschiedene Informationsveranstaltungen rund um die E-Rechnung. Vorab findet ihr eine gute Zusammenfassung beim Verband der Gründer und Selbstständigen

Habt ihr gefeiert?

Am 23. Mai hatte das Grundgesetz seinen 75. Geburtstag. Ein Geburtstag, den gerade freie Journalist*innen gar nicht hoch genug schätzen können. Denn hier ist die Pressefreiheit verankert. Und die schützen wir, indem wir Demokratie stärken, wo immer es geht. Auch am 9. Juni. Also: wählen gehen!

Frei heraus: Drei Antworten von…

Freie Kolleg*innen bekommen zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. 
Dieses Mal im Fokus: Robert B. Fishman. Er arbeitet unter anderem als Reporter und Fotograf zu den Themen nachhaltiges Wirtschaften und Leben, Klima, Stadt- und Regionalentwicklung sowie Reisen nach der Idee des konstruktiven Journalismus.

  • Wo arbeitest du am liebsten? 
  • Draußen auf Recherche mit inspirierenden Menschen.
  • Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?
  • Aufnahmegerät, Kamera, Handy (für schnelle Fotos) und iPad als Notizbuch.
  • Was ist das Ärgerlichste, was dir im Job passieren kann?
  • Redaktionen, die viel verlangen, nie zufrieden sind und dafür noch schlecht bezahlen.

Hast du Lust, dem „Frei heraus“-Team auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

Freischreiberiges

Mal weg vom Schreibtisch, hin zu den Kolleg*innen zwischen Rhein und Neckar. Felix Kunz, frisch gebackener Regio-Leiter für Rhein-Neckar, lädt alle Freischreiber*innen in der Gegend zwischen Hockenheim, Leimen, Schwetzingen, Sinsheim, Weinheim und Wiesloch zum Netzwerken ein. Wenn ihr euch austauschen wollt, kommt zu den Treffen. Wann die sind? Das erfahrt ihr direkt von Felix. Tragt euch dafür in den neuen Mailverteiler der Gruppe ein und schon entgeht euch kein Termin mehr.

Neue Köpfe für die Provinz-Gruppe gesucht. Online-Stammtische organisieren, Referent*innen einladen, Kontakte zu Freischreiber*innen in ganz Deutschland knüpfen – hört sich das für dich nach einem Ehrenamt an, das du gerne übernehmen möchtest? Dann melde dich in der Geschäftsstelle. Denn wir suchen eine neue Regio-Leitung für die Provinz-Gruppe. Hier kommen alle Freischreiber*innen zusammen, denen der Weg zu einer anderen Regio-Gruppe zu weit ist. Du übernimmst die Aufgabe von Sigrid März und Tomma Schröder, die die Gruppe jahrelang geleitet haben und denen wir herzlich für ihren tollen Einsatz danken.

Im letzten Newsletter hatten wir euch aufgerufen, an unserer Umfrage „Ein Verein für alle“ teilzunehmen. Allen, die sich schon beteiligt haben, ein herzliches Dankeschön von Elisa KautzkyLisbeth Schröder und Caroline Becker. Alle anderen können noch bis zum Ende des Monats ihre Wünsche hinsichtlich mehr Vielfalt bei :Freischreiber äußern. Also, nehmt euch fünf Minuten Zeit dafür. Hier geht’s zur Umfrage.

In :Freischreiber steckt viel KI-Expertise. Und die wird auch abgefragt, zum Beispiel von Journalist. Für die Titelgeschichte hat :Freischreiber-Fördermitglied Jakob Vicari Antworten auf die Frage gegeben: „Wie wird KI zur Superkraft für den Journalismus?” Zum Interview hier entlang.

Hat ein Nahrungsergänzungsmittel die Wirkung, die es verspricht?Das lässt sich mit Checker Evi, dem Chatbot für irreführende Wirkversprechen, herausfinden. An der Plattform haben mit Sigrid März, Jakob Vicari und Angela Bechthold gleich drei Freischreiber*innen mitgewirkt. Das Kooperationsprojekt von MedWatch und Tactile News hat auch die Wissenschaftspressekonferenz überzeugt, die es über ihren Innovationsfonds gefördert hat. Wir gratulieren zum erfolgreichen Start.

Deutschland, ein kinderfeindliches Land?“ fragt Freischreiberin Nathalie Klüver in ihrem Buch, mit dem sie derzeit auf Lesereise ist. „Mir geht es darum zu zeigen, dass die gesamte Gesellschaft von mehr Kinderfreundlichkeit profitiert – und dass eine nachhaltige, moderne Gesellschaft kinderfreundlich sein muss, um den Herausforderungen der Gegenwart von Klimawandel, Energiewende bis Generationenvertrag gerecht zu werden“, sagt Nathalie. Das Buch ist im Kösel Verlag erschienen.

Wie arbeiten eigentlich Journalist*innen? Diese Frage hat Freischreiberin Insa van den Berg so oft gehört, dass sie jetzt mit einem Newsletter darauf reagiert. Mit Newsgierig bereichert sie im Superwahljahr die Angebote zur Medienbildung um ein wertvolles Stück. 

Tipp des Monats

Jeden Monat geben wir euch an dieser Stelle einen Tipp aus einem unserer zahlreichen Fortbildungsangebote.

Diesmal geht es um das Thema Pitchen. Die Auslandsfreien hatten Freischreiber Steve Przybilla, Profi in Sachen Pitch und Mehrfachverwertung, eingeladen. Einer seiner Tipps: „Erzähl eine Geschichte. Aber kurz und knackig. Denn Redakteur*innen haben wenig Zeit. Wenn sie mehr wissen wollen, haken sie nach.“ Und wenn keine Rückmeldung kommt? Fragt nach und tauscht euch mit Kolleg*innen aus. :Freischreiber-Mitglieder finden hier noch mehr Tipps rund ums Pitchen.

Freischreiber-Termine

  • Am Mittwoch, 5. Juni, um 19.30 Uhr stellt die Regio-Gruppe Leipzig die für Journalist*innen im Superwahljahr super wichtige Frage: Fühlst du dich sicher? Zu Gast ist Autor Michael Kraske. Nur für :Freischreiber-Mitglieder. Anmeldung per E-Mail.

  • Welche Nebenjobs gibt es für freie Journalist*innen? Darum geht es beim Stammtisch der Regios in München am Montag, 10. Juni, ab 18.30 Uhr. Freischreiberin Andrea Mertes, Journalistin und Dozentin, und Mila Hanke, Journalistin, Coach und Mentaltrainerin, berichten von ihren Erfahrungen. Treffpunkt ist der Augustinerkeller. Anmeldung hier.
  • Pressereisen – ja oder nein? Darüber sprechen wir mit unseren Partner*innen von den Weltreportern in einer gemeinsamen digitalen Mittagspause am Donnerstag, 13. Juni, um 13 Uhr. Auch Noch-nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen. Verbindliche Anmeldung hier.

  • Die Berliner Regio-Gruppe trifft sich am Montag, 17. Juni, ab 19 Uhr zum Stammtisch. Thema ist die Berichterstattung über den Krieg in Gaza. Gastgeberin und zugleich Expertin ist Freischreiberin Hannah El-Hitami. Zu Gast sind Freischreiberin Anna-Theresa Bachmann sowie der freie Journalist Hanno Hauenstein. Den genauen Treffpunkt erfahrt ihr nach der Anmeldung.

  • Um das leidige Thema Steuern geht es im Webinar mit Jana Vierheilig am Donnerstag, 20. Juni, von 10 bis 13 Uhr. Freischreiber*innen melden sich bitte hier an. Wer noch kein Mitglied ist, kann ebenfalls teilnehmen und meldet sich dann bitte direkt bei der Geschäftsstelle.

  • Die Regio-Gruppe Schleswig-Holstein trifft sich am Donnerstag, 27. Juni, ab 18 Uhr im Restaurant Südbahnhof in Neumünster. Anmeldung bitte bei den drei Regio-Leiterinnen Jennifer, Sina und Pauline.

  • Am Freitag, 5. Juli, sprechen wir mit Heike Faller über das Schreiben von Sachbüchern und wie sich damit Geld verdienen lässt. Diese digitale Mittagspause findet von 13 bis 14 Uhr statt und ist exklusiv für Freischreiber*innen. Zur Anmeldung bitte hier lang.
  • Wie hilft Dramaturgie gegen Schreibblockaden? Das erklärt Heike Faller in ihrem Crashkurs „Dramaturgie“ am Donnerstag, 11. Juli, von 13 bis 17 Uhr. Für den Kurs gibt es derzeit eine Warteliste. Wenn ihr :Freischreiber-Mitglied seid, meldet euch direkt hier an. Alle anderen nehmen bitte den Umweg über die Geschäftsstelle.

War das schon alles? Schaut hier nach auf unserer Website. Vielleicht ist ja gerade eben noch etwas Spannendes dazugekommen …

Dies & Das

Am 1. Juni war VG-Wort-Mitgliederversammlung. Nach Aussage von Freischreiber und VG-Wort-Verwaltungsratsmitglied Oliver Eberhardt waren freie Journalist*innen mit 196 Stimmen „sehr stark vertreten“. Es wurden die Quoten für die nächsten Ausschüttungen bekannt gegeben. Bei den Buch- und Magazinbeiträgen geht es nach unten. Dafür ist die hohe Zahl an Meldungen und eine veränderte Verteilung der Einnahmen verantwortlich. Eine gute Nachricht: Die ersten Einnahmen aus dem Presseverleger-Leistungsschutzrecht werden im Herbst ausgezahlt.

MedWatch wird zum Redaktionsbüro. Nicola Kuhrt, Freischreiberin und Mitgründerin von MedWatch, hört nach sieben Jahren auf. Mit der Stabübergabe an Freischreiberin Sigrid März und Martin Rücker wird aus dem Magazin ein Redaktionsbüro, das Wissenschaftsjournalismus zu verbraucherrelevanten Themen in die Redaktionen bringt. Mitglieder der bisherigen MedWatch-Redaktion werden an den Recherchen auch künftig beteiligt sein. Zum Start fördert die Wissenschaftspressekonferenz (WPK) das Recherchekollektiv.

Mehr Mut im Lokaljournalismus fordert Johanna Bernklau in Das Altpapier, einer Medien-Kolumne des MDR. Statt nur auf KI zu setzen, sollten Lokalmedien dringend über ihre Struktur, ihre Kanäle und ihr Angebot nachdenken. Nicht zuletzt auch darüber, welche Perspektiven der Lokaljournalismus dem Nachwuchs bietet. Das gilt selbstverständlich auch für freie Journalist*innen, die von der teils desaströsen Situation im Lokalen auf vielfältige Weise betroffen sind.

Herzlichen Glückwunsch: Weltreporter wird 20! Wir gratulieren unserem Kooperationspartner zu 20 Jahren, in denen viel passiert ist, über die es viel zu erzählen gibt. Schaut vorbei bei „20 Geschichten aus 20 Jahren“. Jede Woche veröffentlicht Weltreporter eine Geschichte aus einem Jahr seines Bestehens.

Das ist aber noch längst nicht alles. Unter dem Motto (Was) interessiert uns die Welt? feiert Weltreporter am 13. Juli sein Jubiläum im Publix in Berlin mit einem öffentlichen Workshop-Tag. Wenn ihr wissen möchtet, wie Auslandsberichterstattung in Zeiten von Falschmeldungen und Desinformation funktioniert, kommt vorbei. Zur Anmeldung gelangt ihr hier. Und da findet ihr auch alle weiteren Infos.

Dem Anti-Fake-News-Blog Volksverpetzer wurde die Gemeinnützigkeitaberkannt. Das hat finanzielle Einbußen für den journalistischen Blog zur Folge, der sich über Crowdfunding finanziert. Sinkende Einnahmen treffen auf gleichzeitig mehr Abgaben an den Staat. Und das zu einer Zeit, in der es so unendlich viel zu tun gibt für alle, die Falschmeldungen aufdecken. Es ist aber auch eine Erinnerung daran, dass im Koalitionsvertrag steht, endlich Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus zu schaffen. Was könnt ihr tun? Unterschreibt die Petition, die das Forum Gemeinnütziger Journalismus gestartet hat. 

Fortbildungen

  • Der Verein Deutsche Gesellschaft lädt vom 1. bis 8. Oktober zur Recherchereise nach Jerewan/Armenien ein. Themen sind Kriegsberichterstattung, Informationssicherheit und Desinformation. Bewerbungsschluss ist der 16. Juni. Mehr Informationen gibt es hier.

  • „Vlog the Future“ – unter diesem Titel richtet das Pressenetzwerk für Jugendthemen (PNJ) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) einen Jugend-Medien-Workshop aus. Gefragt ist die Perspektive junger Menschen auf den UN-Zukunftsgipfel 2024. Wenn ihr zwischen 18 und 25 Jahre alt seid und vom 25. bis 27. Juli in Bonn dabei sein wollt, bewerbt euch. Die Bewerbungsfrist endet am 23. Juni. Mehr Informationen findet ihr hier.
  • „Wie wird politischer Journalismus seiner demokratischen Verantwortung gerecht?“ lautet die Frage, die die Neuen deutschen Medienmacher*innen gemeinsam mit Vertretern der Heinrich-Böll-Stiftung auf einer Podiumsdiskussion zu beantworten versuchen. Die hybride Veranstaltung findet am Montag, 24. Juni, von 18 bis 19.45 Uhr statt. Anmeldung hier.

  • Braucht es vielfältig besetzte Redaktionen oder mehr unterschiedliche Kanäle, um die Macht der Medien besser zu verteilen? Fragestellungen wie diese sind Thema einer Podiumsdiskussion, zu der die Neuen deutschen Medienmacher*innen gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung einladen. Die hybride Veranstaltung findet am 25. Juni ab 18 Uhr statt. Mehr Informationen, auch zur Anmeldung, gibt es hier.

  • Freischreiberin Verena Carl ist ganz begeistert vom berufsbegleitenden Master-Studiengang „Digitaler Journalismus“ der Hamburg Media School (HMS): „[…] die Qualität des Studiums und auch die Möglichkeiten für neue Kontakte, Inspiration, Auftraggeber*innen, Gründungsideen etc. etc. [sind] schier unermesslich. Klare Empfehlung von mir, wenn man es sich in irgendeiner Form leisten kann und digital draufsatteln mag.“ Das Ganze kostet allerdings eine Stange Geld. Die HMS unterstützt freie Journalist*innen mit einem Stipendium von 5000 Euro. Das entspricht etwa einem Viertel der Gesamtsumme. Wenn euch der hohe Restbetrag nicht abschreckt, bewerbt euch für das nächste Studienjahr noch bis 1. Juli. Weitere Infos hier.

  • Um Innovationen im Lokaljournalismus und neue Formate im ländlichen Raum geht es bei der Digitalen Innovations- und Resilienzakademie. Durchgeführt wird sie vom gemeinnützigen Bildungsprogramm Vocer in Kooperation mit der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein von September bis Dezember. Wenn ihr aus Hamburg oder Schleswig-Holstein kommt, könnt ihr euch noch bis zum 12. Juli für die kostenlose Workshopreihe hier bewerben.
  • Chancen und Herausforderungen von KI lotet die vierteilige Weiterbildungsreihe „KI-Resilienz-Akademie“ aus, die Vocer in einer Förderkooperation mit der Stiftung Pressehaus NRZ durchführt. Angesprochen sind Medienprofis aus dem gesamten Bundesgebiet. Bewerbungsschluss für die kostenlose Teilnahme ist der 12. Juli. Mehr Informationen gibt es hier.

Preise & Stipendien

Links zu Preisen und Stipendien findet ihr hier und natürlich auf unserem :Freischreiber-Slack beispielsweise unter #stipendien. Haben wir eine Übersichtsseite mit gut honorierten Preisen oder großzügigen Stipendien übersehen? Dann schreibt uns.

Und nicht vergessen: am 9. Juni ist Europawahl!

Eure :Freischreiber:innen

PS: Ihr kennt jemanden, die oder der diesen Newsletter noch nicht bekommt? Einfach weiterleiten und hier anmelden

Habt ihr schon euren Urlaub geplant? Wenn nicht, nutzt diese Zeilen doch als kleine Erinnerung der Selbstfürsorge. Als Freie sind wir nämlich (leider) nicht gesetzlich dazu verpflichtet, Überstunden abzubauen oder eine bestimmte Zahl an Urlaubstagen zu nehmen. 

Freisein ist ein Lebensstil. Wer sich darauf einlässt, profitiert von flexiblen Arbeitszeiten und Powernaps am Nachmittag. Braucht es da noch Urlaub? Wir sagen: JA! Freie Tage sollten wir unbedingt hin und wieder einplanen – und zwar ohne das Erlebte später in einen Reisebericht zu verwandeln. 

„Ich zwinge mich dazu, mindestens einen Tag in der Woche freizunehmen”, sagt :Freischreiber-Vorsitzende Eva Bodenmüller. Die stellvertretende Vorsitzende Elisa Kautzky bekommt an freien Tagen und auf Reisen oft die besten Ideen. „Man muss aber auch lernen, nicht jede interessante Person, die einem begegnet, und jeden schönen Ort, an dem man verweilt, in ein Stück umwandeln zu wollen”, sagt sie. Was dabei hilft? Ein Arbeits-Handy anschaffen, Benachrichtigungen ausschalten, eine automatische Antwortmail einrichten, Urlaub groß verkünden und den Laptop daheim lassen. 

Wie macht ihr das, legt ihr im Urlaub alles beiseite oder begleitet euch die Arbeit auch an freien Tagen? Wenn euch das Abschalten schwerfällt, könnt ihr bei unserer Kooperationspartnerin Helpline durchklingeln. Ihr erreicht sie Montag und Dienstag von 18 bis 20 Uhr, Donnerstag von 16 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 10 Uhr unter der +49 (0) 30 75 43 76 33. 

Wie es um die mentale Gesundheit von Journalist:innen steht, beschreibt Vorstandsmitglied Elisa Kautzky in ihrem Artikel „Arbeit im Haifischbecken” in der taz. Laut einer Studie des Hans-Bredow-Instituts aus dem Jahr 2023 leidet nahezu je­de:r zweite Jour­na­lis­t:in in Deutschland oft oder sehr oft unter Stress bei der Arbeit. Ein Grund mehr, schon mal den Sommerurlaub zu planen!

Frei heraus: Drei Antworten von …

Freie Kolleg:innen bekommen zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir deshalb jeden Monat ein :Freischreiber-Mitglied ins Rampenlicht. Heute heißt es: Bühne frei für Guillaume Amouret

Er kommt aus Frankreich und ist frisch bei :Freischreiber dabei. Guillaume schreibt Texte für deutsche und französische Medien und arbeitet mit einer Produktionsfirma an Dokus für öffentlich-rechtliche Sender.

  • Wo arbeitest du am liebsten? 
  • In meiner lokalen Bücherei, wo ich gerade sitze, während ich auf die Fragen antworte.
  • Was sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?
  • Ein Füller und selbst gebundene Hefte sind meine Werkzeuge. 
  • Was ist das Ärgerlichste, was dir im Job passieren kann?
  • Festzustellen, dass die Interview-Aufnahme kaputt ist und ich nicht genug oder sogar keine Notizen gemacht habe.

Hast du Lust, dem „Frei heraus“-Team auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.

Freischreiberiges

Neue Kooperation mit andererseits: Wir freuen uns sehr über unsere Kooperation mit andererseits, einem inklusiven Online-Magazin in leichter Sprache. 

„Behinderung“, „Beeinträchtigung“, „besondere Bedürfnisse“? Wisst ihr manchmal auch nicht so ganz, wie ihr über Behinderung sprechen oder schreiben sollt? Dann haben wir genau das Richtige für euch: Den Newsletter von andererseits – für alle, die Behinderung besser verstehen wollen. Mit dem Newsletter bekommt ihr jeden Freitagmorgen eine kleine Geschichte, einen Fakt über Behinderung und Neues aus der Redaktion, in der Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt und unabhängig zusammenarbeiten. Den Newsletter könnt ihr kostenlos hier abonnieren.

Ein Verein für alle! Freischreiber versteht sich als Netzwerk zur Selbsthilfe. Es ist uns wichtig, uns für die Belange aller freien Journalist:innen einsetzen zu können – auch derer, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder anderer Merkmale diskriminiert werden und es darum im Journalismus doppelt schwer haben.

Aber wie kann das gelingen? Dieser Frage möchten Elisa Kautzky und Lisbeth Schröder aus dem Vorstand gemeinsam mit :Freischreiberin Caroline Becker nachgehen. Dazu freuen sie sich über euren Input. Bitte füllt diese Umfrage aus. Die Beantwortung ist anonym und dauert nur 5 Minuten.

PS: Unser Arbeitskreis besteht bislang aus drei jungen weißen Frauen. Wir freuen uns, wenn ihr unsere Arbeit mit euren vielfältigen Perspektiven bereichert. Meldet euch gerne bei einer von uns. 

Tipp des Monats: Im März war Freischreiberin Sarah Tekath als Expertin zum Thema „Podcast“ zu Gast beim Treffen unserer Auslandsfreien. Einer ihrer Ratschläge: „Wenn du alles im Kasten hast und den Podcast an einem bestimmten Tag veröffentlichen willst, solltest du unbedingt etwas Vorlauf einplanen.” Die Anbieter brauchen teils Wochen, bis sie die erste Folge hochladen. Deshalb am besten vorab einen Trailer als Platzhalter vorbereiten. :Freischreiber-Mitglieder finden hier noch mehr Tipps zum Podcast-Einstieg.
Habt ihr Interesse an einem eigenen Webinar zum Thema „Quereinstieg in den Podcast-Journalismus”? Dann meldet euch bei unserer Geschäftsstelle.

Neue AG „Finanzen“: Freischreiberin Sofie Czilwik hat uns im Vorstand angesprochen: Sie möchte eine AG „Finanzen“ anstoßen und sich mit unserer Unterstützung für die Wiedereinführung der Vorsteuerpauschale und für Bürokratieabbau stark machen. Themen, die uns alle betreffen. In :Freischreiber steckt so viel Expertise – nutzen wir sie! Macht mit bei der neuen AG „Finanzen“ und meldet euch bei Sofie oder Johannes Klostermeier vom Vorstand.

Lesetipps

Katja Trippel hat ein neues Buch herausgebracht, zusammen mit dem Infografiker Ole Häntzschel. Erschienen ist die Sammlung von Porträts kurioser, ekliger und doch nützlicher Tiere im Kinder- und Jugendbuchverlag Tessloff. Ein lustig-lehrreicher Lesestoff für die ganze Familie: „Stinker, Sauger, Schleimer: 22 großartige Gruseltiere”.

Günther Wessel hat 100 Seiten über Mücken geschrieben: Als unerbittliche Plagegeister sind sie verhasst, als Überträger von mitunter tödlichen Krankheiten gefürchtet. Doch im großen Gefüge der Natur nimmt das kleine Insekt eine bedeutende Rolle ein und hat immer wieder den Verlauf der menschlichen Geschichte beeinflusst. Günther Wessel bringt den Leser:innen die fragilen Geschöpfe nahe, zeigt, was man gegen Stiche tun kann, und offenbart, was die Mücke mit der Globalisierung und der Klimakrise zu tun hat. „Die passende Lektüre für laue Abende im Garten, am See, auf der Terrasse…”, sagt er.

Melina Borčaks Buch „Mekka hier, Mekka da” ist gerade auf der Spiegel-Bestsellerliste gelandet. Es geht darum, wie Sprache und Framing (auch unwissentlich, trotz bester Absichten) antimuslimischen Rassismus schüren können. Gerade in Zeiten von AfD-Remigrations-Träumen, erneuten Brandanschlägen und explodierenden Zahlen antimuslimischer Angriffe ist es wichtig für uns Freischreiber:innen, bei diesem Thema Fehler zu vermeiden. Hier geht es zum Buch.

Sigrid März hat sich in „Let’s talk about Endometriose” ein Thema vorgenommen, das eine von zehn Frauen–  sowohl in der Welt als auch in Deutschland –  betrifft. Monat für Monat leiden sie unter teils unerträglichen Schmerzen, aber auch Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsproblemen. In ihrem Ratgeber fasst sie den aktuellen Forschungsstand gemeinsam mit der Endometriose-Expertin Stefanie Burghaus zusammen und zeigt Therapiemöglichkeiten auf.

Die Klimakrise verändert die Welt, und unser Wirtschaftssystem gerät an seine Grenzen. Wie eine Welt ohne Wachstum aussehen könnte, beschreibt Freischreiberin Katharina Mau in ihrem neuen Buch „Das Ende der Erschöpfung. Wie wir eine Welt ohne Wachstum schaffen”. 

Für manche ist es ein Bleistiftstrich, für andere eine Möglichkeit, mit ihrer Trauer, Angst oder Wut umzugehen. Kunst kann neue Wege zeigen, wie wir uns um unsere psychische Gesundheit kümmern können. Der Comic-Wissenschaftler Amadeo Gandolfo und Freischreiber-Vorstandsmitglied Lisbeth Schröder suchen im Fanzine „Cartooning for Health” eine Antwort auf die Frage: Wie kann Kunst unserer psychischen Gesundheit in diesen Zeiten helfen? Das Fanzine ist zu hundert Prozent ein Self-publishing- und Non-profit-Projekt.

Freischreiber-Termine

  • Die Regio-Gruppe Franken trifft sich am 2. Mai um 19 Uhr zum Online-Treffen mit der neuen Gruppenleiterin Lea Maria Kielmeier.
  • Der Wilde Osten trifft sich zum nächsten Stammtisch mit dem Thema Podcasten am 8. Mai um 19:30 Uhr auf Zoom. Zu Gast ist der erfahrene Podcaster, Produzent und Trainer Philipp Eins. Verbindliche Anmeldung bis zum 7. Mai.
  • Unsere Tandems treffen sich am 8. Mai zum Mentoring-Kick-Off um 17 Uhr via Zoom. Dort lernt ihr euch kennen und vereinbart gemeinsam Ziele für das Jahr. Exklusiv für Teilnehmer:innen des Tandem-Programms 2024.
  • (Wann) Darf ich Beiträge mehrfach verwerten? Am 14. Mai laden wir euch zur kostenlosen Rechtsberatung mit unserem neuen Verbandsjuristen Dr. Sebastian Rengshausen ein, von 12-13 Uhr auf Zoom. Das Format wollen wir in Zukunft zweimal pro Jahr anbieten. Dieses Mal wird auch Freischreiber Steve Przybilla von seinen Erfahrungen zum Thema Mehrfachverwertung berichten. Bitte hier vorab anmelden. Exklusiv für Freischreiber:innen!
  • Pressereisen – ja oder nein? Diese Frage stellen sich viele Freie. Welche Ziele verfolgen die Anbieter und wann ist die journalistische Unabhängigkeit gefährdet? Darüber sprechen wir mit unseren Partner:innen von den Weltreportern in einer gemeinsamen digitalen Mittagspause am 13. Juni um 13 Uhr. Verbindliche Anmeldung hier.

War das schon alles? Schaut nach auf unserer Website. Vielleicht ist gerade eben noch etwas Spannendes dazugekommen …

Dies & Das

Vlnr: Autorin Mina Saidze, Creative Director Binh Minh Herbst und :Freischreiber-Vorstandsmitglied Lisbeth Schröder. Foto: privat

Wie können wir KI in unserem Beruf nutzen, statt uns vor ihr wegzuducken? Eine Frage, die wir uns immer öfter stellen und um die es auch bei der Konferenz „Künstliche Intelligenz und Kreativwirtschaft” im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im April ging.

Für :Freischreiber war Lisbeth Schröder aus dem Vorstand dort. Spannend fand sie vor allem …

  • … dass gefordert wurde, KI auch mit unserer Kreativität anzureichern (auch wenn wir da etwas skeptisch sind)
  • … dass gerade größere Unternehmen aus dem Ausland von dem Wissen aller profitieren 
  • … dass es interessante Ideen für die Entlohnung von Menschen gibt, mit deren Texten oder anderen Beiträgen die KI trainiert wird (z. B. Tokenisierung).

Insgesamt kam das Thema Urheberrecht und die faire Entlohnung von Journalist:innen viel zu kurz. „Wir sind sehr gespannt, wie sich dieser Bereich weiterentwickeln wird und werden uns dafür einsetzen, dass freie Journalist:innen nicht auf der Strecke bleiben”, sagt Lisbeth.

Prekär und doch zufrieden?

Unter dem Titel „Prekarisierung im Journalismus“ kamen am 12. April Forschende und Journalist:innen aus verschiedenen Ländern in München zusammen. 

Thomas Hanitzsch und Jana Rick vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU München stellten die Ergebnisse einer Studie zum Thema „Prekarisierung im Journalismus“ vor. Dafür hatten sie in den vergangenen fünf Jahren knapp tausend Journalist:innen zu ihren Erfahrungen befragt, 44 Prozent davon waren Freiberufler:innen. Freischreiberin Sigrid März war für den Verband vor Ort.

Eine gute Nachricht: Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der befragten Journalist:innen waren mit ihrem Beruf grundsätzlich zufrieden. Immerhin 43 Prozent stufen ihre Arbeitssituation dennoch als prekär ein. Das liegt nicht nur an teils unsicheren Arbeitsverhältnissen, sondern auch an der eher bescheidenen Bezahlung. 

Sigrid März (r.) berichtet aus der Perspektive der Freien.
Credits: Mia Grünewald

Das durchschnittliche Nettoeinkommen unter allen Befragten lag bei monatlich 2337 Euro, mit einer beachtlichen Spannbreite. Festangestellte Journalist:innen in Vollzeit verdienen mit 2827 Euro netto rund 880 Euro mehr als hauptberuflich freie Journalist:innen (1942 Euro). 

Wenig überraschend: Nur knapp die Hälfte aller hauptberuflichen Journalist:innen gab an, mit den Einkünften aus journalistischer Tätigkeit den Lebensunterhalt abdecken zu können. Weitere Informationen zu den Studienergebnissen findet ihr hier.

Für :Freischreiber berichtete Sigrid März über die Lebensrealität freier Journalist:innen sowie über Projekte des Verbandes, mit denen wir auf die prekäre Situation freiberuflicher Journalist:innen aufmerksam machen. Zum Beispiel die 15-Prozent-Kampagne, der Tagessatz-Bierdeckel und das Honorartool, mit dem wir stets schauen können, welche Redaktion, welcher Verlag in den Himmel oder die Hölle gehört. 

By the way – tragt eure Honorare ein! Ein paar aktuelle Zahlen des Honorartools stellte Sigrid in München vor. Fazit: Eher durchwachsen.

Den neuen Honorarreport präsentiert :Freischreiber auf der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz im Juli 2024.

VG Wort-Mitgliederversammlung

Am 1. Juni treffen sich VG Wort-Mitglieder zur diesjährigen hybriden Mitgliederversammlung in Berlin. An diesem Tag werden ein paar Regularien präsentiert – wie zum Beispiel der Geschäftsbericht und der Transparenzbericht. Darin steht, kurz gesagt, was die VG Wort mit unserem Geld macht. Schließlich gehört dieses Geld uns, den Urheber:innen, und den Verlagen. Zurzeit arbeitet die VG Wort außerdem an einer Reform der METIS-Ausschüttung, um die Online-Verteilung gerechter zu machen. Bei dieser Ausschüttung gibt es zusätzlich „altes Geld” für die Meldung von rein online veröffentlichten Texten. Außerdem steht das Thema „KI und Urheberrecht” auf der Tagesordnung: Wie können Urheber:innen künftig für die Verwendung ihrer Werke für das Training von KI bezahlt werden? Wir halten euch auf dem Laufenden. Im Slack-Channel #vgwort bleibt ihr ebenfalls immer up to date. Dort berichtet unter anderem Freischreiber Oliver Eberhardt, der im VG Wort-Verwaltungsrat sitzt.

Happy Tag der Pressefreiheit!?

Am 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Ein Grund zum Feiern? Wohl kaum. An diesem Tag werden dieReporter ohne Grenzen (RSF) Meldung | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit (reporter-ohne-grenzen.de) ihre Rangliste der Pressefreiheit 2024 veröffentlichen, die die Situation von Journalist:innen in 180 Ländern und Territorien widerspiegelt. Dass die Ergebnisse alles andere als rosig aussehen werden, ist zu erwarten – bei all den Kriegen, Krisen und der Gewalt gegen Journalist:innen.

In Deutschland kritisiert die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland insbesondere den dramatischen Stellenabbau in Redaktionen: „Viele regionale Zeitungen sind in den letzten Jahren vom Markt verschwunden, Redaktionen wurden verkleinert, Journalisten entlassen”, sagt Ulrike Fröhling von Transparency Deutschland. Sie befürchtet negative Auswirkungen auf die Pressevielfalt und Demokratie. Ihre Forderungen: Gemeinnützigen Journalismus finanziell fördern und gesetzlich verankern – so wie es im Koalitionsvertrag vereinbart war.

Warnstreik im Westen

Der WDR bezeichnet die DJV-Forderung von 10,5 Prozent mehr Einkommen auf Anfrage des Online-Magazins DWDL  als „utopisch”. Man handle „wirtschaftlich verantwortungsvoll” und könne daher „nur das Geld ausgeben, das sicher zur Verfügung steht”. Durch den laufenden Warnstreik fallen Regionalnachrichten im Radio aus, auch einige „Lokalzeiten” könnten laut DJV nicht gesendet werden. 

Wir allerdings finden es „utopisch”, dass Journalist:innen von diesen Honoraren leben sollen. Deshalb sagen wir: Erhöht endlich unsere Honorare! Bereits im November 2022 haben wir einen offenen Brief an mehr als 370 Tages- und Wochenzeitungen, Online-Medien und Magazine in Deutschland verschickt mit der Forderung nach 15 Prozent mehr Honorar. Warum? Als Inflationsausgleich, aber auch, weil die meisten Zeilen-, Stunden- und Tagessätze seit Jahren nicht gestiegen sind. Was seitdem geschah, könnt ihr hier lesen.

Fortbildungen

  • Die Stiftung Forum für Verantwortung lädt vom 7. bis 9. November zu einem zweitägigen Journalismus-Seminar in die Europäische Akademie Otzenhausen / Saarland ein. Die Themen spannen sich von Klimawandel und Biodiversität über KI und eine neue geopolitische Weltordnung. Wenn ihr an dem kostenfreien Seminar teilnehmen möchtet, meldet euch hier an.
  • Wie gelingen überzeugende Förderanträge? Netzwerk Recherche bietet im Mai und Juni einen digitalen Fortbildungskurs zum Thema „Förderkosmos Journalismus” an. Anmeldung bis zum 21. Mai, mehr Infos gibt’s hier.
  • Zum Thema Altersvorsorge veranstaltet die Pensionskasse Rundfunk Schulungen und Info-Events am 24. April, 8. Mai und 29. Mai.
  • An der Berliner Journalistenschule (BJS) gibt es im Mai Onlinekurse zur künstlichen Intelligenz: Zum Thema „Recherchieren mit ChatGPT” am 14. Mai sowie zum Thema „KI und Text” am 28. Mai. Ein Modul kostet 20 Euro, mehr Infos findet ihr hier.
  • Die dpa bietet Schulungen zum Thema Faktencheck für OSINT-Neulinge und -Fortgeschrittene an. Es geht um Foto-Rückwärtssuche, Geolocation und Fake-Logiken, um Internet-Archive und einiges mehr. Mehr Infos gibt es hier: https://www.dpa.com/de/faktencheck24 
  • Außerdem bietet die dpa Schulungen zur produktiven Nutzung von künstlicher Intelligenz im journalistischen Alltag und zur Entlarvung von KI-Inhalten an. Mehr Infos hier.

Stipendien und Preise

Links zu Preisen und Stipendien findet ihr hier und natürlich in unserem :Freischreiber-Slack, beispielsweise unter #stipendien. Haben wir eine Übersichtsseite mit gut honorierten Preisen oder großzügigen Stipendien übersehen? Dann schreibt uns.

Genießt die sonnigen Tage!

Eure Freischreiber:innen 

PS: Ihr kennt jemanden, die oder der diesen Newsletter noch nicht bekommt? Einfach weiterleiten und hier anmelden

Wir haben ein wenig aufgeräumt im Newsletter: Preise und Stipendien sind dauerhaft auf die Website ausgelagert, dafür haben wir eine frische Rubrik einsortiert. Es zieht neuer Schwung ein! Den nehmen wir auch mit, wenn es ums Verhandeln von Honoraren geht, um neue Ideen für den Journalismus und das große Thema künstliche Intelligenz.

#JedesWortIstsWert – aber nicht jeder Auftrag

Im Freiendasein hören wir oft, dass uns der Spaß an der Arbeit Lohn genug sein soll. Wir sollten das Glück der Selbstverwirklichung doch genießen, statt höhere Honorare zu fordern. Dazu sagen wir: Nein! Denn auch wir müssen unsere Miete zahlen, Lebensmittel kaufen und für Notfälle und das Alter vorsorgen. Das geht nur, wenn wir für einen fairen Preis arbeiten.

Damit Redaktionen wissen, wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe aussieht, verweist gerne auf unseren „Code of Fairness“ – da steht alles drin. Zum Beispiel unter Punkt 6: Die Redaktion verpflichtet sich, „dass wir unsere Autoren entsprechend ihres Zeit- und Rechercheaufwands sowie ihrer Expertise angemessen bezahlen“.

Aber was tun, wenn Auftraggeber:innen partout nicht mehr zahlen wollen oder können? Dann hilft nur: absagen. Oft ist das keine leichte Entscheidung. Gemeinsam sind wir stärker im Kampf gegen schlechte Bezahlung und lassen das schlechte Gefühl, mies bezahlte Aufträge abzulehnen, erst gar nicht aufkommen. Unterstützt euch, tauscht euch aus und macht mit beim neuen :Freischreiber-Slack-Kanal #wirhabenabgesagt. Arbeitet mit an einer Sammlung der besten Absagen auf miese Honorare, damit diese bald Geschichte sind.

Foto: Wirtschaftsagentur Wien, Karin Hackl

Blick nach Wien: „Wir stärken die Position der Freien“

Im März-Newsletter haben wir die Presseförderung der Stadt Wien angesprochen. Vorstands-Mitglied Johannes Klostermeier hat nochmal genauer bei der Wiener Medieninitiative nachgefragt, was die Presseförderung Freien bringt. Eine Aussage von Evelyn Hemmer, die jahrelang für die Förderung bei der Wirtschaftsagentur Wien tätig war, freut uns sehr: „Wir achten sehr stark darauf, dass bei den Honoraren ordentliche Höhen vereinbart werden. Dumping unterstützen wir nicht.“ Kooperationen freier Journos aus Deutschland mit Medien in Wien sind kein Problem. Ihr könnt also von der Förderung indirekt profitieren. Noch schöner wäre es natürlich, wenn das Beispiel der Presseförderung Wien in Deutschland Schule machte.

Mehr Fragen als Antworten

Der KI-Gipfel im Bundesjustizministerium in Berlin Anfang März hat – wie nicht anders zu erwarten – wenig Erhellendes gebracht. Was bedeutet künstliche Intelligenz für den Journalismus und die gesamte Kreativbranche? Worauf müssen wir den Fokus legen? Freischreiber Oliver Eberhard war für uns vor Ort und hat vier Erkenntnisse mitgebracht:

  1. Die Gesetze sind nicht auf KI vorbereitet. Journalistische Recherche-Ergebnisse sind überhaupt nicht geschützt und können in großem Stil für das Training von KI benutzt werden.
  2. Die Politik will so wenig wie möglich regulieren, um maximale Spielräume für Innovationen zu nutzen.
  3. Verlage, Musik- und Filmindustrie sehen den Einsatz von KI als Weg zur Kostenersparnis und als zusätzliche Einnahmequelle. Die Urheber:innen wollen sie so wenig wie möglich beteiligen.
  4. Wissenschaftler:innen glauben, dass KI-generierte Kunst, Kultur und Information von künftigen Generationen als selbstverständlich akzeptiert wird.

Wo steht der Mensch im Verhältnis zur Technik? Wie wird unter diesen Bedingungen journalistische Arbeit honoriert, auch jenseits des produzierten Textes, Bild- oder Wortbeitrags? Wie können Urheber:innen daran beteiligt werden, wenn die KI aus ihren Beiträgen lernt? 

Fragen über Fragen. Wie wir sie klären, daran arbeiten wir als Verband, auch gemeinsam mit anderen Initiativen. So unterstützen wir etwa  „KI aber fair“. Es sind spannende Zeiten. Wir wollen sie positiv gestalten.

Frei heraus: Drei Antworten von…

Freie Kolleg:innen bekommen zu selten eine Bühne. In dieser neuen Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor. Den Anfang macht Martina Leißner, Freischreiberin und Agrarjournalistin.

Hast du Lust, dem „Frei heraus“-Team auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.
  • Wo arbeitest du am liebsten? 
  • Im Kuhstall oder auf der Weide.
  • Was sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?
  • Gummistiefel, Klemmbrett mit Papier und Stift, Kamera.
  • Was ist das Ärgerlichste, was dir im Job passieren kann? 
  • Wenn meine Aufzeichnungen runterfallen und im Mist landen. Da hilft nur Zettel säubern und digitalisieren ;)

Freischreiberiges

Kontakte knüpfen, Themenwünsche besprechen und übers Geld reden – das machen Freischreiber gerne und oft. So auch in Düsseldorf. Dort hat die Regiogruppe NRW bei der WirtschaftsWoche Hallo gesagt. Ergebnis: Freie sind gefragt beim Wirtschaftsmagazin. Schaut im :Freischreiber-Slack-Kanal #auftraggeber vorbei und informiert euch, was ihr am besten wie pitcht.

Was geht kulturell im hohen Norden? Darüber informiert seit März der Kulturkanal.sh. Mit Pauline Reinhardt ist eine Freischreiberin unter den sechs Gründer:innen. Das Konzept der Gruppe hat in einem Wettbewerb die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein überzeugt, so ist die Anschubfinanzierung gesichert. Langfristig setzen die sechs auf ein Mischmodell aus Anzeigen und einem freiwilligen Bezahlmodell. Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns, mehr über die vielfältige Kulturszene in Schleswig-Holstein und Hamburg zu lesen.

Oh my pod! – Freischreiberin Carolina Torres leitet nicht nur unsere Geschäftsstelle. Sie ist außerdem eine der größten Podcast-Expertinnen, die wir kennen. Folgerichtig hat sie mit ihrer Kollegin Anna Scholz den Podcast-Empfehlungs-Newsletter „Oh my pod!“ herausgebracht.

Auch Freie sitzen hin und wieder am Redaktionskonferenztisch, so wie hier bei der WirtschaftsWoche in Düsseldorf.

Hier erwarten euch: „… jede Woche liebevoll kuratierte Podcast-Empfehlungen, ein ausgewogener Mix aus brandneuen Produktionen und liebgewonnenen Klassikern, sowohl deutsch- als auch englischsprachige Formate, Tipps aus der Community und Einblicke hinter die Kulissen der Podcast-Produktion.“

Die ersten drei Ausgaben sind bereits erschienen und machen Lust auf mehr! Hier holt ihr euch euer Abo.

Eine aktive und genussreiche Auszeit gefällig? Dann haben wir den passenden Buchtipp für euch: „Wandern für die Seele: Wohlfühlwege Salzkammergut“. 20 Touren führen durch die Region, die sich über drei österreichische Bundesländer erstreckt und 2024 den Titel Kulturhauptstadt Europas tragen darf. Geschrieben hat den Wanderführer Freischreiberin Silke Feltes gemeinsam mit Anja Schriever. Erschienen ist er im Droste Verlag.

„Ausgehend von meinen eigenen Erfahrungen plädiere ich dafür, dass die Gesellschaft sich mehr mit der Psychiatrie befassen sollte – insbesondere als Gesellschaft, die sich Vielfalt auf die Fahne schreibt“, sagt Freischreiberin Lea de Gregorio. Unter dem Titel 

Unter Verrückten sagt man du“ beschreibt sie eigene Erfahrungen, lässt Psychiatrieerfahrene ebenso zu Wort kommen wie Menschen, die im psychiatrischen System arbeiten. Auch historische Aspekte und die menschenrechtliche Perspektive kommen nicht zu kurz. Das Erstlingswerk von Lea ist im Suhrkamp-Verlag erschienen.

Du bist Freischreiber:in und hast ein Buch, einen Podcast, einen Film zur Welt gebracht? Lass es uns wissen, wir teilen es gern im Newsletter. Schreib uns einfach eine E-Mail.

Zum Vormerken: Am Samstag, 1. Juni, heißt es wieder abstimmen für die Belange von Freien bei der ordentlichen Mitgliederversammlung der VG Wort. Die hybrid durchgeführte Veranstaltung findet dieses Jahr in Berlin im Meistersaal, Köthener Str. 38, statt. Weitere Informationen folgen.

Freischreiber-Termine

  • Um das Thema Altersvorsorge geht es in der digitalen Mittagspause am Mittwoch, 24. April, ab 13 Uhr. Niedrige Honorare und Altersarmut sind im freien Journalismus weit verbreitet. Das muss sich ändern! Aber wie? In einer digitalen Mittagspause macht Helge-Björn Meyer, Geschäftsführer für Politik und Gremien beim Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V. (BFDK), Vorschläge. Anmeldung hier.
  • Am Donnerstag, 25. April, ab 18 Uhr findet in Neumünster das erste Treffen der Freien in Schleswig-Holstein statt. Ihr wollt überregionale Journalist:innen kennenlernen? Oder sucht kollegiale Unterstützung? Dann kommt vorbei, Anmeldung hier.
  • Wie gelingt mein Pitch? Darum geht am 26. April ab 17 Uhr beim digitalen Stammtisch der Auslandsfreien. Freischreiber Steve Przybilla ist Experte im Pitchen. Bei unserem Treffen verrät uns der USA-Reporter seine besten Tipps und beantwortet eure Fragen. Anmeldung hier.
  • Zweites Standbein für Freie“ Welche Nebenjobs gibt es für freie Journalist:innen? Darüber tauschen sich unsere Regios in München mit Mila Hanke und Freischreiberin Andrea Mertes am 30. April ab 18:30 Uhr aus. Anmeldung hier.
  • Über den Dauerbrenner Mehrfachverwertung sprechen wir mit unserem neuen Verbandsjuristen Dr. Sebastian Rengshausen in der digitalen Mittagspause am Dienstag, 14. Mai, 12-13 Uhr via Zoom. Meldet euch hier verbindlich an. Exklusiv für Freischreiber:innen!
  • Der Wilde Osten trifft sich zum nächsten Stammtisch am 8. Mai. Infos zu Treffpunkt, Uhrzeit und Thema folgen.

War das schon alles? Schaut nach auf unserer Website. Vielleicht ist ja gerade eben noch etwas Spannendes dazugekommen …

Dies & Das

„Seid ihr sicher?“ – diese Frage stellte die Hamburg Kreativ Gesellschaft, die städtische Kreativwirtschaftsförderung, beim Creative Economy Summit am 7. März. :Freischreiber-Vorstandsmitglied Lisbeth Schröder diskutierte mit Helge-Björn Meyer vom Bundesverband Freie Darstellende Künste, Andre Batz vom Kreativnetz Neukölln und Bianca Creutz von der Prognos AG über Honorare und die finanzielle Absicherung in der Kreativbranche.

Foto: Bianca Creutz

Was wir dort erfahren haben:

  • Die Honorare sind im freien Journalismus ähnlich wie in anderen kreativen Bereichen.
  • 
Am Ende des Arbeitslebens in der Kreativbranche steht oft nur eine Minirente von wenigen hundert Euro.

  • Viele Kreative machen sich wenig Gedanken über ihre Altersabsicherung.

Lisbeth fordert daher: „Wir brauchen mehr Vernetzung und mehr Sichtbarkeit für das Thema Altersvorsorge.“ Also kommt am 24. April von 13–14 Uhr zur digitalen Mittagspause von :Freischreiber mit Helge-Björn Meyer.

Im rechten Licht“ – Woran liegt es, dass rechtspopulistische Inhalte auf TikTok so gut funktionieren und auf eine breite Akzeptanz stoßen? Wieso beherrscht die AfD diese moderne App scheinbar besonders gut? Welche Mechanismen der App macht sich die Neue Rechte zu Nutze, um gezielt junge Menschen anzusprechen? Diesen Fragen gehen Jungjournalist:innen der Kölner Journalistenschule in den kommenden Wochen nach. Neben Faktencheck und Analysen zu den Hintergründen des Erfolgs fremdenfeindlicher und populistischer Inhalte hat das zwanzigköpfige Team auch eine Kurzvideo-Serie gestartet. Auf TikTok (@im_rechten_Licht) und Instagram (@im.rechten.Licht) erscheinen täglich neue und informative Inhalte. Wir sagen: sehenswert.

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: torial hat eine Zukunft. Sie wird von der Busch Group des Kölner Verlegers Timo Busch gestaltet, der das Projekt von der Schwingsteinstiftung übernimmt. Kreative Nutzer:innen zahlen weiterhin nichts. Auftraggeber:innen, die nach Kreativen suchen, werden aber künftig für den Service aufkommen müssen.

Freie Talente: Das Medium Magazin sucht wieder die „Top 30 unter 30“, also jene jungen Kolleg:innen, die „durch herausragende Leistungen in Print, Web, Radio oder TV auffallen. Wer zieht wiederholt außergewöhnliche Geschichten an Land? Wer bringt mit frischen Ideen die Redaktion nach vorne? “ Na, wenn das nicht auf die jungen Freischreiber:innen unter uns zutrifft! Reicht eure Vorschläge noch bis einschließlich 1. Mai hier ein.

Nach New Orleans, einer Stadt voller Extreme und bedroht durch den steigenden Meeresspiegel, entführt uns die neue Foto-Ausstellung der Freelens Galerie in Hamburg. Fotografin Victoria Jung ist zur Eröffnung am Donnerstag, 11. April, ab 19 Uhr anwesend. Die Ausstellung geht bis 6. Juni.

Fortbildungen

  • Gründer:innen im Lokaljournalismus aufgepasst: Freischreiberin Pauline Tillmann hat einen Workshop für euch konzipiert, in dem ihr erfahrt, wie ihr euer Projekt startet, es voranbringt und davon leben könnt. Hier geht’s zum kostenfreien Online-Workshop „Community-Journalismus“ bei der Reporterfabrik.
  • Sicherheitstraining für Kriegs- und Krisengebiete (HEAT3/HEFAT): Der nächste Termin des Anbieters Actsafer ist vom 18. bis 21. April in Wiederau bei Leipzig. Preise und mehr Infos hier.
  • „Klimathemen spannend erzählen“ lautet der Titel eines Seminars der Berliner Journalistenschule. Die Teilnehmenden lernen, wie sie das allseits präsente Thema abseits der immer gleichen Bilder und Geschichten dem Publikum nahebringen können. Kosten für das zweitägige Seminar: 640 Euro. Nächster Termin: 15.-16. April. Anmeldung hier.
  • Die Stiftung Forum für Verantwortung lädt vom 7. bis 9. November zu einem zweitägigen Journalismus-Seminar in die Europäische Akademie Otzenhausen/Saarland ein. Die Themen spannen sich von Klimawandel und Biodiversität über KI und eine neue geopolitische Weltordnung. Wenn ihr an dem kostenfreien Seminar teilnehmen möchtet, meldet euch hier für die Interessentenliste an.

Stipendien & Preise

Links zu Preisen und Stipendien findet ihr hier und natürlich auf unserem :Freischreiber-Slack beispielsweise unter #stipendien. Haben wir eine Übersichtsseite mit gut honorierten Preisen oder großzügigen Stipendien übersehen? Dann schreibt uns.

Ganz zum Schluss die Frage: Habt ihr unsere neue Rubrik entdeckt? Schreibt uns gerne, wie ihr sie findet. Kommt gut durch den wetterwendischen April! Eure Freischreiber:innen

Liebe Kolleg:innen, liebe :Freischreiber:innen, Freundinnen und Freunde, der Frühling ist da! Diesen Schwung nehmen wir mit in den Verband. Im März wollen wir lauter und präsenter sein. Wir gehen neue Kooperationen ein, verschicken Pressemitteilungen und vertreten :Freischreiber auf Veranstaltungen. Wir haben auch einen neuen Verbandsjuristen. Obendrein laufen bereits die ersten Vorbereitungen für den Himmel-und-Hölle-Preis inklusive Barcamp am 16. November. Seid gespannt!

Neue Kooperation: Helpline

:Freischreiber ist jetzt Kooperationspartner:in der Helpline von Netzwerk Recherche e. V. (NR). Seit November 2023 können Journalist:innen bei mentaler Belastung dort kostenlos anrufen. Erst kürzlich hat die Helpline die Zusage für eine zweijährige Förderung der Bundesregierung erhalten. Wir sagen: Verdient! Und freuen uns über die neue Kooperation.

Malte Werner, Projektleiter der Helpline bei Netzwerk Recherche: „Wir freuen uns über die Kooperation mit :Freischreiber, weil sich die Helpline insbesondere als Hilfsangebot für freie Journalist:innen versteht. Freie sehen sich zusätzlich zu den Herausforderungen des Berufsalltags einer Vielzahl weiterer potenzieller Belastungen gegenüber: prekäre Arbeitsbedingungen, mangelnde soziale und rechtliche Absicherung, fehlender kollegialer Austausch. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Es ist gut, jemanden zu haben, mit dem man seine Sorgen teilen kann. Dieser Jemand möchte die Helpline sein.“

  • Die Helpline ist an vier Tagen in der Woche für dich da:
  • Mo & Di: 18-20 Uhr
  • Do: 16-18 Uhr
  • Fr: 8-10 Uhr

Außerhalb der Sprechzeiten kannst du Gesprächstermine per E-Mail vereinbaren. Mehr Infos findest du hier.

Wünsche III

Voilà, der dritte und letzte Teil der Auswertung unserer Wünsche-Kampagne mit Wünschen an Auftraggeber:innen. Zur Erinnerung: Wir haben euch im Dezember gefragt, was ihr euch vom Journalismus wünscht. Ein kleiner Realitätscheck: Viele eurer Wünsche werden leider Wünsche bleiben. Aber: Einige eurer Ideen gehen wir jetzt als Vorstand und Verband an. Für mehr Diversität im Journalismus fragt unser Arbeitskreis Diversität beispielsweise derzeit andere inspirierende Verbände für Kooperationen an. Und ihr könnt selbst aktiv werden. Verhandelt höhere Honorare und verwertet eure Themen mehrfach. Setzt Grenzen, traut euch, „Nein“ zu sagen. Teilt eure Erfahrungen mit guten und bösen Auftraggeber:innen auf Slack und vernetzt euch. Um es mit den Worten des amerikanisch-libanesischen Dichters Khalil Gibran zu sagen: „Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters.“ Nun zurück zu euren Wünschen an die Auftraggeber:innen.

Karina Scholz.

Karina Scholz wünscht sich mehr Respekt: „Hinter jedem Pitch steckt viel Mühe: Vorrecherche, Relevanz-Check, die Anpassung an das adressierte Medium. Wenn sich Redaktionen dann trotz mehrmaligen Nachhakens, per E-Mail und per Telefon, noch nicht einmal die Arbeit machen zu antworten, empfinde ich das als respektlos. Bedauerlich, dass ein solches Verhalten eher die Regel als die Ausnahme ist.“ 

Datenjournalistin Frauke Suhr wünscht sich ganz einfach faire Honorare: „Damit auch Menschen mit Care-Verantwortung Journalismus machen und trotzdem ihre Miete bezahlen können”. 

Vorstands-Mitglied Johannes Klostermeier wünscht sich „mehr interessante Aufträge von Auftraggebern, die am Ergebnis wirklich interessiert sind und die die Arbeit freundlich interessiert begleiten.” 

Und Vorstands-Mitglied Karen Suender wünscht sich „eine bessere Kommunikationskulturvon Redaktionen. Mehr WertschätzungMehr Mut, auch für neue, scheinbar nischige Themen.”

Freischreiberiges

Am 23. Februar trafen sich rund 20 Journalistinnen und Journalisten in München, um sich bei unserem ersten Stammtisch Klimajournalismus kennenzulernen. Von Klimaexpert:innen bis hin zu Reise- und Agrarredakteur:innen waren viele Metiers vertreten – Klima geht uns schließlich alle an. Ein großer Dank für die Organisation gilt den Freischreiberinnen Leonie Sontheimer und Katharina Mau vom Netzwerk Klimajournalismus.Am 23. Februar trafen sich rund 20 Journalistinnen und Journalisten in München, um sich bei unserem ersten Stammtisch Klimajournalismus kennenzulernen. Von Klimaexpert:innen bis hin zu Reise- und Agrarredakteur:innen waren viele Metiers vertreten – Klima geht uns schließlich alle an. Ein großer Dank für die Organisation gilt den Freischreiberinnen Leonie Sontheimer und Katharina Mau vom Netzwerk Klimajournalismus.

Lesetipps

  1. Das Fachdebattenportal Meinungsbarometer.info hat :Freischreiber-Vorsitzende Eva Bodenmüller zum EU-Medienfreiheitsgesetz interviewt: „Journalismus ist ein tragender Teil der Zivilgesellschaft und eine Säule der Demokratie. Vor diesem Hintergrund scheinen Regulierungen zum Schutz der Pressefreiheit überaus notwendig”. Das vollständige Interview inklusive Lob und Kritik an dem Gesetz könnt ihr hier lesen.
  2. In Kalia, einem Badeort am Toten Meer, vergnügen sich Israelis und Palästinenser Seite an Seite – wie selbstverständlich. Freischreiberin Agnes Fazekas hat mit ihrer Reportage über diese Utopie den diesjährigen Columbus-Medienpreis der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten in der Kategorie Beste Reportage gewonnen. „Strand der guten Hoffnung“ erschien in der Zeitschrift mare.
  3. „In Marrakesch war schon im November – kurz nach dem schweren Erdbeben im September – alles wieder tipptopp aufgeräumt und wiederhergestellt, sodass man die Stadt unbeschwert bereisen kann. Februar bis Mai ist die beste Reisezeit – also nix wie hin!“, schreibt uns Reise​​journalistin Astrid Därr. Sie hat das passende Buch dazu verfasst: Die neunte, komplett aktualisierte Neuauflage von „Marrakesch CityTripist gerade im Reise Know-How Verlag erschienen, mit WebApp und Ausflugstipps.
  4. Noch mal Astrid: Sie ist nicht „nur“ freie Journalistin, sondern auch Alleinerziehende und bereist mit ihrem Sohn die Welt. Ihr Leben zwischen „Wildlife und Mutterliebe“ war der Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins und aktuell der Süddeutschen Zeitungschon Porträts wert. Überschrift: „Die Abenteuer-Mütter“ – oder wie Astrid uns schreibt: „Mal etwas anderes als nur die schlechten Nachrichten über das Leben Alleinerziehender.“
  5. Mehrere Kinder teilen sich einen Kuchen. Ist es gerecht, wenn alle gleich viel bekommen? Was ist mit der Person, die gebacken hat, oder der, die besonders hungrig ist? Freischreiberin Assata Frauhammer erklärt Kindern in ihrem Ratgeber „Voll ungerecht!“ die großen Themen Gerechtigkeit und Fairness: was Gerechtigkeit mit Demokratie zu tun hat, was Kommunismus ist, wieso Generationengerechtigkeit wichtig ist und wie wir die Ungleichheit in der Welt betrachten können.
  6. Was Frauen für eine selbstbestimmte Geburt wissen müssen, hat Freischreiberin Lena Högemann in ihrem ersten Sachbuch aufgeschrieben. Lena hat selbst eine traumatische Geburtserfahrung hinter sich und erklärt, was sich in der medizinischen Geburtshilfe ändern muss. „So wollte ich mein Kind nicht zur Welt bringen!“ heißt das Buch. Es erscheint am 14. März. (Zeitungsente: Wir hatten im Februar-Newsletter den Geburtstermin aus Versehen vorverlegt.)
  7. Freischreiberin Monika Johna erzählt in ihrem neuen Buch „Alle an einem Tisch – Lebens- und Kochgeschichten aus der Vesperkirche Stuttgart“ von Menschen, die die Vesperkirche Stuttgart zusammengebracht hat. Kern des Kirchenprojekts sind das warme Mittagessen und ein Ort, an dem sich Menschen begegnen können. In dem Kochbuch stehen weniger die Rezepte im Vordergrund als vielmehr die Lebensgeschichten der Köche, der Gäste und Mitarbeitenden, die gemeinsam den Kochlöffel geschwungen und erzählt haben. Das Buch ist im Evangelischen Verlag Stuttgart erschienen.

Franken-frei

Auch in Franken tut sich was: Lea Maria Kiehlmeier hat sich im Slack als neue Leiterin gemeldet: „Tach, liebe Franken, weil die Regio-Gruppe Franken keine Leitung hatte, ich mich gerne in meiner Region noch mehr vernetzen möchte, hab ich mir gedacht, ich übernehme das mal“, schreibt sie. Die Wahl-Fränkin lebt seit fast 15 Jahren in Erlangen und ist seit 2023 Freie. Sie schreibt, moderiert, macht Podcasts, Radio und Video. Bald geht es also mit neuem Regio-Leben in Unter-, Mittel- und Oberfranken weiter. Hier findest du alle 12 Regio-Gruppen.

Vernetzt in Schleswig-Holstein

Ins Ostseebad Laboe im schönen Schleswig-Holstein hatten wir zur Gründung einer neuen Regionalgruppe eingeladen. :Freischreiber-Vorsitzende Eva Bodenmüller war im dortigen Freya-Frahm-Haus an der Ausstellung des Druckgrafikers Carsten Borck beteiligt. Mit wunderbarem Blick über die Kieler Außenförde haben wir gleich drei SH-Regio-Leiterinnen gefunden: Pauline ReinhardtJennifer Fizia und Sina Worm melden sich bald mit der ersten Einladung bei den Freischreiber:innen im hohen Norden. Wir freuen uns sehr und wünschen produktive Netzwerktreffen! Interesse? Dann trag dich in den neuen E-Mail-Verteiler für Schleswig-Holstein ein. So bleibst du stets up to date!

Buchmesse in Leipzig

Wer Ende März auf der Leipziger Buchmesse ist, kann Freischreiber-Mitglied Florian Sturm „Hallo“ sagen: Mit dem selbst verlegten Buch „Ein Leben für den Ozean. 10 Geschichten über die Helden der Meere“ sind Co-Autor Christian Weigand und Florian Sturm nämlich auf der Shortlist des Selfpublishing-Buchpreises 2023/2024 in der Kategorie Sachbuch/Ratgeber. Das heißt: Das Buch zählt für das Jahr 2023/2024 bereits jetzt zu den drei besten selbst verlegten Sachbüchern Deutschlands. Ob die beiden es bis ganz nach oben aufs Treppchen schaffen und den 1. Preis gewinnen, erfahrt ihr am 22. März (ab 16 Uhr) auf der Leipziger Buchmesse. Wir drücken die Daumen!

Direkt im Anschluss an diese Preisverleihung liest Florian im Rahmen der Leipziger Klimabuchmesse aus dem Werk. Die Veranstaltung findet allerdings nicht auf der Messe, sondern in der Innenstadt statt. Freitag, 22. März, um 19 Uhr, im Leipziger Institut für Meteorologie (Stephanstraße 3). Freier Eintritt.

:Freischreiber-Termine

Der Vorstand im Knüllwald. Foto: Anna HS
  • „Auf einen Kaffee mit dem Vorstand“ heißt es wieder am Dienstag, 12. März, von 12 bis 13 Uhr. Wer lenkt :Freischreiber? Wie fällen unsere Vorstandsmitglieder Beschlüsse, und welche Themen stehen aktuell auf ihrer Agenda? Beim Zoom-Schnack zur Halbzeit des aktuellen Vorstands erfahrt ihr es von Elisa, Caroline und Jan.  Anmeldung hier.
  • :Freischreiber trifft CORRECTIV, da muss es um investigative Recherche gehen! Wo fange ich mit der Recherche an? Was mache ich, wenn offizielle Stellen blocken? Wie funktioniert das mit dem Informationsfreiheitsgesetz und von wem brauche ich eidesstattliche Erklärungen? Am Donnerstag, 14. März, ab 19 Uhr könnt ihr mit CORRECTIV-Chefredakteur Justus von Daniels darüber sprechen. Das Treffen organisiert unser Team vom Berliner Regio-Stammtisch. Infos und Anmeldung hier.
  • Steuer-ABC für freie Journalist:innen: Welche Unterlagen muss ich bei der Steuererklärung einreichen? Habe ich Vorteile als Kleinunternehmer? Diese Fragen klärt unser Webinar „Steuer-ABC für freie . Plätze gibt es aktuell nicht mehr, deshalb gerne in die Warteliste eintragen. Bei großer Nachfrage planen wir eine Wiederholung des Webinars. Die Leute auf der Warteliste werden als Erste informiert, wenn es wieder freie Plätze gibt.
  • Zum Redaktionsbesuch bei der Wirtschaftswoche trifft sich die Regiogruppe-NRW am Dienstag, 19. März, um 10.30 Uhr. Neben einer kleinen Führung bleibt in den anderthalb Stunden auch Zeit für Fragen und zum gegenseitigen Kennenlernen. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt, das Angebot gilt nur für Mitglieder von :Freischreiber. Verbindliche Anmeldung bis zum 15. März direkt bei Steve.
  • Um Podcasten geht’s beim virtuellen Stammtisch der Auslands-Freien am Dienstag, 19. März, von 13 bis 14 Uhr. Die mehrsprachige Niederlande-Korrespondentin und Podcast-Produzentin Sarah Tekath gibt Tipps für den Einstieg und beantwortet eure Fragen. Mehr Infos und Anmeldung hier
  • Masterclass Recherchepodcast: Freischreiberinnen Pia Stenderaund Lena von Holt geben Einblicke in ihre Arbeit am Recherchepodcast „Boys Club – Macht und Missbrauch bei Axel Springer”. Termin: Dienstag, 9. April, 10-12 Uhr auf Zoom. Mehr Infos zum Programm und Anmeldung hier. Podcast-Erfahrungen sind keine Voraussetzung.
  • Niedrige Honorare und Altersarmut sind im freien Journalismus weit verbreitet. Das muss sich natürlich ändern! Aber wie? In dieser digitalen Mittagspause gibt es ein paar Vorschläge von Helge-Björn Meyer, Geschäftsführer für Politik und Gremien beim Bundesverband Freie Darstellende Künste e. V. Anmeldung hier.
  • Besser schreiben mit KI: Wie ChatGPT & Co. beim Texten helfen, zeigt Ariel Hauptmeier am Donnerstag, 16. Mai, von 9 bis 13 Uhr im Zoom-Workshop. Mehr Infos und Anmeldung hier.

Dies & Das

Gleichberechtigt? Das Ergebnis des aktuellen Rankings von Frauenanteilen in journalistischen Führungspositionen des gemeinnützigen Vereins ProQuote ist erschütternd. Demnach liegt der durchschnittliche Frauenmachtanteil in den neun ausgewerteten Redaktionen bei lediglich 39,5 Prozent. „Von echter Gleichberechtigung sind wir in den Leitmedien noch weit entfernt. […] Offenbar haben FocusWelt oder FAZ keine Ambitionen, mehr Frauen in Verantwortung zu nehmen”, sagt Edith Heitkämper aus dem ProQuote-Vorstand.

An der Spitze liegt unangefochten die taz, gefolgt von der Süddeutschen auf Platz 2, dem Spiegel auf Platz 3, der Stern bekommt den 4. Platz, die Zeit den 5. Platz, die Bild liegt auf Platz 6, Focus Platz 7, Welt Platz 8 und auf Platz 9 steht die FAZ. „Dass die Bild weiterhin mehr Frauen in der Leitungsebene beschäftigt als die FAZ, ist erschreckend”, sagt die stellvertretende Vorsitzende von :Freischreiber Elisa Kautzky.

Presseförderung: Es bewegt sich nicht viel – so lautet die ernüchternde Quintessenz einer Veranstaltung zur Presseförderung, die Vorstandsmitglied Johannes besucht hat. Organisiert hatten das Treffen das Kölner Institut für Medien und Kommunikationspolitik (IfM), der Deutsche Journalisten-Verband Berlin (DJV Berlin-JVBB) und das Wiener forum journalismus und medien (fjum).

Eine Förderung von Journalismus durch staatliche Stellen ist immer heikel. Wie der Spagat zwischen Förderung und Pressefreiheit gelingen kann, zeigt ein Ansatz aus Wien: Seit 2020 stellt die Stadt Millionen für innovative Medienprojekte bereit. Damit fördert sie Konzepte zur Entwicklung neuer journalistischer Formate und neuer Medienangebote.

Über die Vergabe entscheidet eine wechselnde, unabhängige, international besetzte Expert:innenjury. Förderkriterien sind unter anderem journalistische Qualität, Innovationsgrad und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Kolleg:innen aus Deutschland können sich zusammen mit österreichischen Antragsteller:innen bewerben. Also, worauf wartest du?

Zeitungsverlage: Insbesondere das Digitalgeschäft scheint ein Wachstumstreiber zu sein: In den nächsten fünf Jahren erwartet der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) laut einer Studie eine Verdreifachung der digitalen Umsätze. Das Werbegeschäft zieht ebenfalls wieder an.

Das ist unsere Chance, nach höheren Honoraren für Online-Texte zu fragen! „Top-Trends“, die wir als Freie besonders beobachten sollten: In den kommenden Jahren wollen sich die Zeitungsredaktionen stärker auf ihre Zielgruppen sowie auf die Erfüllung der Nutzer:innenbedürfnisse fokussieren. Außerdem sehen 52 Prozent der Befragten ein großes Potenzial in der Automatisierung der Arbeit, beispielsweise mit KI.

Fortbildungen

  • Steuerspartipps für Freie: Bei freien Journalist:innen gibt es unterschiedliche Einkommensarten, die alle individuell zu versteuern sind. In einem Online-Workshop der Reporterfabrik lernt ihr, worauf zu achten ist. Kostenfrei und jederzeit möglich. Nähere Infos hier.
  • Reportagen unter Zeitdruck: Das Schreiben von tagesaktuellen Reportagen bedeutet Zeitdruck. Wie Arbeitsschritte durchdacht werden sollten und wie trotz begrenzter Zeit und begrenztem Material eine gute Reportage entstehen kann, zeigt ein Online-Workshop der Reporterfabrik. Jederzeit möglich. Kosten: 10 Euro. Nähere Infos hier.
  • Texten im Internet: Wie schreibt man Überschriften und Vorspänne für Web-Artikel? Wie optimiert man seine Texte für Google? Wie betitelt man Bildstrecken und stellt Online-Videos vor? Das vermittelt ein Seminar der Berliner Journalistenschule am 21. und 22. März. Kosten: 680 Euro. Infos und Anmeldung hier.
  • Wie gestalte ich den digitalen Wandel im Lokalen? Wie nutze ich KI & Co. für den Austausch mit meinem Publikum? Darum geht es unter anderem in der neuen Lokaljournalismus-Akademie (kurz: Lina), die Vocer (Institut für digitale Resilienz) und die Bundeszentrale für politische Bildung jetzt starten. Das kostenlose Programm findet von April bis Juni statt und richtet sich an Lokaljournalist:innen in redaktionellen Schlüssel- und Führungspositionen. Sie sollen Innovationen und Wandel vorantreiben – und stecken oft in festgefahrenen Strukturen. Der Kurs umfasst vier Online-Module (Auftakt plus drei zweitägige Workshops) und eine dreitägige Präsenzveranstaltung in Mustin in Schleswig-Holstein. Mehr Infos hier. Bewerbung bis Donnerstag, 14. März.
  • Hintergrundgespräch „Geheimplan gegen Deutschland“: Bei den „Mindener Mediengesprächen“ am Mittwoch, 20. März, berichtet der CORRECTIV.Lokal-Leiter Jonathan Sachse, wie es zu der Recherche „Geheimplan gegen Deutschland“ kam. Die Publikation löste deutschlandweit Massenproteste gegen rechtsextreme Bestrebungen und für demokratische Grundwerte aus. Beginn ist um 19 Uhr im Ratsgymnasium Minden, Königswall 28, 32423 Minden. Anmeldung hier. Wer am 14. März in Berlin ist, kann auch zu der Veranstaltung unserer Berliner Regios mit CORRECTIV kommen.
  • Sicherheitstraining für Kriegs- und Krisengebiete (HEAT3/HEFAT): Der nächste Termin des Anbieters Actsafer ist vom 18. bis 21. April in Wiederau bei Leipzig. Preise und mehr Infos hier.
Übergabe Freischreiber Himmel-Preis 2019: Carola Dorner, Juan Moreno, Nicola Kuhrt (von links)
Juan Moreno mit dem Himmel-Preis.

März ist offenbar Hochsaison für Journalismuspreise und Stipendien. Die laaaange Liste findet ihr auf der unserer Website. Nichts wie ran an die Bewerbung(en)! 

Das war’s auch „schon“. Nun haut in die Tasten und bewerbt euch. Wir freuen uns schon drauf, über eure Erfolge zu berichten.

Eure Freischreiber:innen

PS: Ihr kennt jemanden, die oder der diesen Newsletter noch nicht bekommt? Einfach weiterleiten und hier anmelden

Habt ihr Vorsätze für 2024? Wir haben uns vor allem eins vorgenommen: :Freischreiber soll größer werden! Wir wollen mehr Mitglieder und Menschen für den freien Journalismus gewinnen. Auch 2024 werden wir wieder ein #BarcampDerFreien veranstalten, wieder den Himmel-und-Hölle-Preis verleihen. Wir bieten digitale Mittagspausen und Workshops zur Weiterbildung an und setzen uns ein für Honorarerhöhungen in Redaktionen.

Ganz neu: :Freischreiber-Mitglieder können auf unserer Website ab sofort ihre Profile aufpimpen und Arbeitsproben hochladen (inklusive Audio- und Video-Material), außerdem Sprachkenntnisse und Arbeitgeber angeben. Dafür geht ihr einfach in den Mitgliederbereich und wählt „Profil bearbeiten”.

Das mögliche Torial-Aus im Dezember hatten wir zum Anlass genommen, die :Freischreiber-Profile gründlich zu überarbeiten und aufzuwerten. Vielen Dank an unsere IT-lerin Claudia Berg für die fleißige Arbeit! Ab sofort präsentiert ihr euch also auf unserer Website noch besser. Viel Spaß beim Entstauben und Überarbeiten!

#WünschDichFrei

Im Dezember haben wir gefragt, was ihr euch allgemein vom freien Journalismus, von uns als Verband und von Auftraggeber:innen wünscht. Vielen Dank für eure Einsendungen! In einem Punkt wart ihr euch einig: Ihr wollt „mehr GELD” für eure Arbeit. Aber ihr wollt auch „mehr ANERKENNUNG” und Wertschätzung. Außerdem wünscht ihr euch, dass wir uns gegenseitig mehr Credits geben, wenn wir Beiträge von Kolleg:innen zitieren. In der Medienlandschaft selbst könnte ein bisschen mehr Vielfalt & Menschlichkeit sowie weniger „Schubladendenken” nicht schaden. Im Alltag wünscht ihr euch mehr Work-Life-Balance, mentale Kraft und Mut, Neues zu wagen. Ebenso, dass mehr Menschen ihren Weg in den freien Journalismus finden. Und zu guter Letzt: Ihr wollt mehr Austausch und Vernetzung, um zu sehen, dass ihr mit all diesen Wünschen nicht alleine seid. 

Derzeit besprechen wir im Vorstand, wie wir die Ideen kurz- und langfristig umsetzen. Dabei seid auch ihr gefragt! Joachim Budde, Vorsitzender von :Freischreiber, wünscht sich „von jeder und jedem Freien eine Stunde im Monat Einsatz für den freien Journalismus.“ Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Bildet Banden und startet einen neuen Regio-Stammtisch. Beteiligt euch aktiv im Slack-Channel und teilt euer Wissen über Steuern, Jobangebote und Erfahrungen mit Redaktionen. Füllt das Honorartool und steht bei Auftraggeber:innen für eine bessere Bezahlung ein. Wie ihr darüber hinaus aktiv werden könnt und welche Lösungen wir euch anbieten wollen, erfahrt ihr im nächsten Newsletter.

Tandem fahren: Bewirb dich bis zum 31. Januar

Ihr seid neu im freien Journalismus? Ihr wagt den Quer- oder Wiedereinstieg? Dann macht mit in unserem Mentoringprogramm! Bis zum 31. Januar könnt ihr euch noch bewerben. Dabei bringen wir euch mit erfahrenen Kolleginnen oder Kollegen zusammen, die euch beim Start begleiten. Das Programm richtet sich speziell an die Bedürfnisse freier Journalist:innen und ist exklusiv für unsere Mitglieder. 

Je nach Schwerpunkt und Interessen wird gematcht zwischen Mentee und Mentor:in – ein bisschen wie bei einer Dating-App. Anschließend lernt ihr euch bei einem virtuellen Kick-off-Treffen kennen und vereinbart gemeinsame Ziele für das Jahr. Hier könnt ihr euch bewerben. Ihr seid noch keine Mitglieder? Hier könnt ihr noch schnell eins werden.

Auslandsfreie

Wie gelingt der Einstieg in den Journalismus im Ausland? Beim Auslandsstammtisch im Dezember hatten wir einen besonderen Gast: Freischreiberin Sophia Boddenberg ging schon während des Journalistik-Studiums für ein Auslandssemester nach Chile. Sie machte ihren Master in Sozial- und Politikwissenschaft in der Hauptstadt Santiago. Seitdem berichtet Sophia als freie Journalistin aus Chile und anderen Ländern Lateinamerikas für Print, Online, Radio und TV – ganz ohne Volo. 

„Ich arbeite zu einem Drittel fürs Geld, einem Drittel für die Sichtbarkeit und einem Drittel aus Leidenschaft“, fasst Sophia ihren Arbeitsalltag zusammen. Das heißt, manchmal Jobs nur für die Mietzahlung anzunehmen, sich so oft wie möglich auf Stipendien und Preise zu bewerben und auch mal unbezahlte Arbeit zu machen, die einen aber begeistert und die Liebe zum Beruf erhält.

Beim Auslandsstammtisch hat Sophia uns ein paar Tipps für den Einstieg im Ausland mitgegeben:

  1. Bevor du gehst, solltest du die Grundlagen des journalistischen Handwerks beherrschen. Ob du ein Volontariat absolviert hast, interessiert Auftraggeber:innen aber in der Regel nicht.. Ein paar Redaktionskontakte und gute Arbeitsproben – beispielsweise durch Praktika in Deutschland – solltest du aber schon im Handgepäck haben.
  2. Aller Anfang ist schwer. Je nach Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land ist ein finanzieller Puffer nötig. Sprach- und Landeskenntnisse solltest du mitbringen. Sie werden aber vor Ort automatisch besser.
  3. Netzwerken! Baue Kontakte zu lokalen Journalist:innen auf. Werde Mitglied bei :Freischreiber oder internationalen Netzwerken wie Deine Korrespondentin, um dein eigenes Netzwerk zu erweitern, oder nimm an Pressereisen teil.
  4. Bilde dich regelmäßig durch Workshops weiter, probiere neue Formate und Medien aus. Am besten spezialisierst du dich auf einzelne Themen mit Deutschland-Bezug. Reportagen eignen sich besonders, insbesondere Radiobeiträge aus dem Ausland sind beliebt.
  5. Ganz wichtig: Selbstmarketing! Erstelle dir eine eigene Website und sei auf Social Media präsent. Haben dich die Redaktionen erst einmal im Hinterkopf, können sie sich bei einem akuten Ereignis im Land direkt bei dir melden. Zu Besuchen in Deutschland gerne mal bei den Redaktionen persönlich vorbeischauen, zum Beispiel zum Kaffee verabreden.

Mit der Zeit lernst du, Recherchen mehrfach zu verwerten (in verschiedenen Formaten, Medien und Sprachen). Ganz wichtig: Sei mutig. Sei geduldig. Auch wenn es mal nicht so gut läuft.

Der Auslandsstammtisch trifft sich einmal im Monat. Termine geben wir über diesen Newsletter, Social Media und den E-Mail-Verteiler bekannt. Logg dich einfach auf der Website ein und melde dich unter „Service” bei der Mailingliste an.

Freischreiber-Termine

  • Neujahrsgruß statt Weihnachtspunsch: Am Montag, 15. Januar, treffen sich die Berliner Freischreiber:innen um 18 Uhr im Prenzlauer Berg. Rund um die Feuerzangenbowle könnt ihr Wünsche und Projekte für 2024 besprechen.
  • VG Wort: Am 31. Januar ist Meldeschluss bei der VG Wort. Am Donnerstag, 18. Januar, gibt es daher ab 12 Uhr eine digitale Mittagspause zum Thema VG-Wort-Meldungen mit Andrea Mertes. Andrea ist Freischreiberin und seit 2023 Mitglied im Verwaltungsrat der VG Wort. Teilnahme nur für Freischreiber:innen. Zur Anmeldung bitte hier lang.
  • Fernsehfrei: Am Mittwoch, 24. Januar, treffen sich die Fernsehfreien zum digitalen Austausch. Los geht’s um 19 Uhr. Anmeldung bitte bei Stefanie und Lisbeth.
  • Auslandsjournalist:innen: Ebenfalls am Mittwoch, 24. Januar (13 Uhr deutscher Zeit) treffen wir uns zu unserem monatlichen Zoom-Auslandsstammtisch. Bringt gerne aktuelle Pitchideen mit, die wir gemeinsam besprechen können. Anmeldung demnächst auf der Website möglich.
  • KI: An einem Tag strukturiertes Prompten lernen und ein eigenes KI-Tool bauen – das verspricht der KI Makerday. Dazu lädt tactile.news am Donnerstag, 25. Januar, nach Lüneburg ein. Los geht’s um 9.30 Uhr. Kosten für Freischreiber:innen: 199 Euro. Also gleich anmelden, direkt bei Yvonne von tactile.news.
  • Wie schreibe ich ein Buch? :Freischreiber trifft wpk – in München. Am Dienstag, 30. Januar, haben wir zwei Expert:innen zum Stammtisch eingeladen, die euch alle Fragen zum Bücherschreiben beantworten. Anmeldung bis Sonntag, 21. Januar.
  • Leipzig-Stammtisch: Am Mittwoch, 7. Februar, trifft sich der Wilde Osten um 19 Uhr via Zoom, um mit Freischreiberin Stefanie Helbigüber Funk & Fernsehen zu quatschen. Anmeldung hier.
  • Bücher, Verlage, Honorare: Bei der digitalen Mittagspause am Montag, 12. Februar, erzählt Freischreiberin, Buch- und Hörspielautorin Verena Carl, wie’s geht. Mehr Infos und Anmeldung hier.
  • Jahres-Coaching „Erzählender Journalismus“: Ein Jahr für funkelnde Texte mit Austausch und Feedback von Profis. Das gibt’s vom 16. Februar bis 24. November beim Jahres-Coaching mit Ariel Hauptmeier und Heike Faller. Der Kurs richtet sich an Kolleg:innen, die hauptberuflich schreiben und nun in einer Gruppe ambitionierter Journalist:innen vorankommen wollen. Er findet hauptsächlich virtuell statt. Mehr Informationen zum Kursprogramm und Bewerbung hier. Kosten für Freischreiber:innen: 990 Euro.
  • Steuern: Am Freitag, 15. März, steht von 10-13 Uhr das Steuer-ABC für Freie auf dem Programm. Das Webinar ist als kompakte Einführung für Berufseinsteiger:innen oder zur Auffrischung für Erfahrenere geeignet.
  • Masterclass Recherchepodcast: Die Freischreiberinnen Pia Stendera und Lena von Holt geben Einblicke in ihre Arbeit am Recherchepodcast „Boys Club – Macht und Missbrauch bei Axel Springer”. Termin: Dienstag, 9. April, 10-12 Uhr auf Zoom. Mehr Infos zum Programm und Anmeldung hier.

„Keine Freiheit ohne Pressefreiheit“

Laut der Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023 von Reporter ohne Grenzen (RSF) sind im letzten Jahr 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das wären laut RSF „so wenige wie seit 2002 nicht mehr”. Unter anderem liege das an besseren Sicherheitsvorkehrungen sowie weniger Kampfhandlungen in Syrien und im Irak. Dennoch kein Grund zum Aufatmen. Zumal im letzten Jahr zudem 84 Journalist:innen verschwunden sind und 54 Medienschaffende entführt wurden. 

Nicht ohne Grund zählten 2023 die palästinensischen Gebiete sowie der Libanon zu den gefährlichsten Ländern für Medienschaffende. Allein 18 Journalist:innen wurden zwischen dem 7. Oktober und dem 22. Dezember während dern aktuellen Kriegshandlungen zwischen Israel und der Hamas getötet. 14 im Gazastreifen, drei im Libanon und einer in Israel. 

Insbesondere die Zahl der im Gazastreifen getöteten Medienschaffenden sei laut RSF „erschreckend hoch”: „Kein anderer Krieg im 21. Jahrhundert hat für Journalistinnen und Journalisten so gefährlich begonnen wie dieser”, schreibt Reporter ohne Grenzen.

In der Vergangenheit habe RSF unter anderem Schutzwesten und -helme in Kriegsgebiete gebracht. „Im Gazastreifen ist das derzeit nicht möglich, da Israel keine solchen ‚Dual-use‘-Güter ins Land lässt”, schreibt die Organisation auf ihrer Website. Die journalistische Arbeit wird zudem erschwert durch Ausfälle der Internet- und Telefonverbindungen. Dazu kommt die teils gewaltsame Einschränkung der Arbeit unabhängiger Medien durch die Hamas sowie gezielte Desinformationskampagnen.

Hunderte Medienschaffende sowie Nachrichtenagenturen aus aller Welt sind derzeit in Israel, um zu berichten. In Gaza sind nur die großen Nachrichtenagenturen wie AFP, AP und Reuters vertreten, außerdem al-Jazeera. Aus Israel kommen Journalist:innen nur im Ausnahmefalle in den Gazastreifen. „Zudem kam es vermehrt zu Schikanen internationaler und lokaler Medienteams durch mutmaßlich radikale, bewaffnete Siedler. Anfang November waren zum Beispiel mehrfach ein Team der ARD, aber auch Medienschaffende von CNN und ORF betroffen”, schreibt RSF

Dabei braucht es gerade in Kriegszeiten möglichst unabhängige Berichterstattung. Immerhin ist die Wahrheit bekanntlich das erste Opfer des Krieges. Reporter ohne Grenzen hat beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zuletzt am 22. Dezember eine Klage wegen Kriegsverbrechen eingereicht.

Aber es gibt auch positive Entwicklungen weltweit: In Lateinamerika sank die Zahl der getöteten Medienschaffenden von 26 auf sechs – gefährlich bleibt die Arbeit als Journalist:in in dieser Region dennoch. Auch die Zahl der inhaftierten Medienschaffenden ist 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent gesunken. Trotzdem: 521 Journalist:innen im Gefängnis sind 521 zu viel!

Zum Hintergrund: Seit 1995 veröffentlicht Reporter ohne Grenzen die Jahresbilanz der Pressefreiheit, um schwere Übergriffe auf Medienschaffende weltweit zu dokumentieren.

Tausch den Chef

Alexander Graf wird neuer Chefredakteur von Übermedien. Nach drei Jahren als Chefredakteur beim Medium-Magazin hat er sich entschieden, „eine neue Herausforderung anzunehmen”. Seinen Platz nimmt Frederik von Castell ein. Der Faktenchecker war seit 2021 als Redaktionsleiter bei Übermedien tätig – also dort, wo Alexander Graf sich nun neuen Herausforderungen stellt.

KI und Vertrauen

Künstliche Intelligenz als Zukunft der Medienbranche? Eine aktuelle Umfrage von nextMedia.Hamburg ergab, dass mehr als 80 Prozent der Befragten kein oder nur geringes Vertrauen in KI-erstellte Medieninhalte haben. Nur etwa drei Prozent der Befragten konnten sich zudem vorstellen, genauso viel für synthetische Medien zu bezahlen wie für rein von Menschen erstellte Inhalte. Es wird wohl noch etwas dauern, bis Leser:innen und Zuschauer:innen KI-generierte Inhalte im Journalismus akzeptieren.

Lokale Attacken

Angriffe auf Journalist:innen nehmen zu. Wie gefährlich ist die Arbeit im Lokalen? Um mehr zu erfahren, hat der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) gemeinsam mit dem European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) das Projekt „Feindbild Journalist” – Monitoring Lokaljournalismus gestartet. Für die 8. Auflage der Studie werden noch Daten benötigt. Wer Fälle melden möchte, kann dies über den Online-Fragebogen, per E-Mail oder telefonisch (0176 577 536 88) tun. Es geht um schwerwiegende Bedrohungen offline und online („Hate-Speech”), Tätlichkeiten, Cyberangriffe, Einschüchterungsversuche durch Doxxing, juristische Attacken sowie Zensurhandlungen. Mit den Ergebnissen wollen die Forschenden die Öffentlichkeit sensibilisieren und Gegenmaßnahmen entwickeln. Sie können auf Wunsch der Betroffenen anonymisiert erscheinen.

Nachwuchs gefragt

Wie attraktiv ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Arbeitgeber für euch? Welche Folgen haben Krisen im System ÖRR (Stichwort Causa Schlesinger) auf eure Einschätzung? Das will Leonie Kupferschmidt in ihrer Bachelorarbeit untersuchen. Wenn du zwischen 18 und 30 Jahre alt bist und sie unterstützen magst, geht’s hier zur anonymen Online-Umfrage. Sie läuft noch bis 15. Januar und dauert 5-8 Minuten. Unter allen Teilnehmenden verlost Leonie drei 30-Euro-Amazon-Gutscheine.

ÖRR – apropos

Die Krise im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat sich Peter Welchering in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Journalistik vorgeknöpft. Unter dem Titel „Reform oder Reparatur“ lässt er vor allem die festen-freien Mitarbeiter:innen zu Wort kommen, die im Maschinenraum des Riesentankers schuften. Auch die zehn Maßnahmen, die dju und Verdi zur Generalüberholung des Riesentankers vorschlagen, greift er auf. Viele davon betreffen uns Freie. Es lohnt sich, reinzulesen. Die Reformdebatte wird 2024 weitergehen.

Fortbildungen

  • Für Kurzentschlossene: Das nächste #MediaCampNRW findet am Samstag, 13. Januar, als Barcamp in Duisburg statt. Kai Rüsberg (MediaLab.NRW) und Christina Quast (Journalisten-Tools) laden zum Austausch über die Medienbranche in NRW, die Trends in der Medienszene und mehr ein. Die Themen der 45-minütigen Sessions legt ihr selbst zu Beginn fest. 9 bis 17 Uhr in der VHS Duisburg (Steinsche Gasse 26). Infos und kostenlose Tickets hier.
  • Besser schreiben mit KI: Ariel Hauptmeier zeigt im vierstündigen Kurs der wpk, wie du die neuesten Tools effizient einsetzt, um klarer, eleganter und verständlicher zu schreiben. Und er gibt Tipps, wie du einen persönlichen Chatbot mit eigenen Vorgaben fütterst, damit die KI für dich maßgeschneidert Texte ausspuckt. Termin ist am Freitag, 19. Januar, von 9-13 Uhr via Zoom. Mitglieder von :Freischreiber zahlen 49 Euro. Anmeldung per Mail an Christian Esser.
  • KI, die sexistische: Um Genderrepräsentation und Gleichstellung geht es beim 12. Medienlabor des Journalistinnenbunds. Die KI bedient sich für Texte und Fotos bei Daten aus vergangenen Jahrzehnten, in denen Frauen oft sexistisch dargestellt wurden. Wie können Journalistinnen das in Zukunft ändern? Und wie können wir mit Hilfe von KI bessere Inhalte erstellen? Unter dem Titel „Kollegin KI: hilfreich oder gefährlich für den Journalismus?“ diskutieren darüber die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Marlis Prinzing, die Journalistin und Medienwissenschaftlerin Prof. Christina Elmer, die investigative Tech-Journalistin Svea Eckert und die Fotografin Heike Ollertz. Es moderiert Diemut Roether, verantwortliche Redakteurin bei epd medien. Beginn ist um 18.15 Uhr an der Hamburg Media School. Anmeldung hier. Es wird einen Livestream auf YouTube geben.
  • Für Wissenschaftsjournalist:innen (und solche, die es werden wollen): Wie finde ich Ideen, pitche sie effizient und schreibe beeindruckende Geschichten? Darum geht es in den Science Journalism Master Classesder Organisation The Open NotebookDie Online-Kurse sind kostenlos, Start und Rhythmus der Lehreinheiten bestimmt ihr. Infos und Anmeldung hier.

Preise & Stipendien

  • Kreislaufwirtschaft statt Sackgasse: Wie kann die Kultur- und Kreativwirtschaft zum Erfolg der Kreislaufwirtschaft beitragen? Ab Mitte Februar können bis zu fünf Teams etwa drei Monate an ihren Ideen im Creative Lab #7 tüfteln. Es geht um neue Services, Ansätze und Ideen für Geschäftsmodelle. Mehr dazu hier. Bei der Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz werden die Teams von erfahrenen Unternehmer:innen begleitet und finanziell unterstützt. Bewerbung bis 21. Januar.
  • Bis zum 29. Januar können sich Nachrichtenmedien und gemeinnützige Jugendorganisationen um eine Projektförderung bei der Europäischen Kommission bewerben. Grenzüberschreitende Teams, die aus mindestens fünf europäischen Ländern kommen und an denen mindestens fünf verschiedene Organisationen beteiligt sind, können mit der Förderung neue Wege des Journalismus ergründen und gestalten.

Wir wünschen ein frohes, freies neues Jahr! Eure Freischreiber:innen

Wir wissen es schon seit Herbst, jetzt können wir dieses tolle Ergebnis unserer Arbeit endlich mit euch teilen: Die Zeit erhöht ihre Honorare für Freie bei der Wochenzeitung um zehn Prozent! Und zwar ab 1. Januar 2024. 
 „Unsere exzellenten freien Autorinnen und Autoren stehen ebenso für den erfolgreichen Zeit-Journalismus wie die festangestellten Redakteurinnen und Redakteure. Das wollen wir auch durch eine faire, angemessene Honorierung würdigen“, sagte der stellvertretende Chefredakteur Martin Machowecz, als Carola Dorner (auf dem Foto links zu sehen), Katharina Müller-Güldemeister (Mitte) und der :Freischreiber-Vorsitzende Joachim Budde sich am 1. Dezember mit ihm in Berlin trafen.

Katharina und Carola waren zuvor schon lange mit Verantwortlichen in der Chefredaktion im Gespräch. Wer im :Freischreiber-Slack ist, hat mitbekommen, dass wir dort nach Erfahrungen mit dem Haus gefragt haben. Tenor: tolles Medium, tolles Renommee, große Reichweite, die den Freien auch für andere Redaktionen etwas bringt. Für die Zeit zu schreiben, ist also eine gute Referenz. 

Doch diese Arbeit kostet ziemlich viel. Die Miete könne man davon nicht zahlen, schrieb jemand. Die Bezahlung sei „unangemessen“, „unterirdisch“, jemand nannte das Honorar „eine extreme Respektlosigkeit“. Der Ausreißer nach oben lautete: Das Honorar ist „ok“.

Diese Erfahrungen spiegelten die beiden der Zeit-Chefetage. Sie machten auf den Pay Gap zwischen Festen und Pauschalist:innen auf der einen Seite und Freien auf der anderen Seite aufmerksam. Der ist bei der Zeit frappierend. 

Katharina und Carola stießen auf offene Ohren, Verständnis und das Versprechen, sich für höhere Honorare für die hauptberuflich arbeitenden freien Journalist:innen einzusetzen. Die Verantwortlichen in der Redaktion besprachen dem Vernehmen nach die adressierten Punkte in großer Runde, und auch die Honorare bei Zeit Online und den Magazinen der Zeit habe man auf den Prüfstand gestellt. Diese seien in den vergangenen Jahren um 20 bis 30 Prozent angehoben worden, weshalb hier keine weitere Erhöhung in Aussicht gestellt wurde. 

Beim Treffen in Berlin versicherte uns Machowecz, er werde sich dafür einsetzen, dass die Honorarerhöhung in allen Redaktionen der Print-Ausgabe ankommt. Falls nicht: Meldet euch bei uns, dann haken wir nach. Ansonsten ist übrigens unsere Ombudsfrau Ansprechpartnerin bei der Zeit. Seit diesem Jahr ist das Dorothée Stöbener.

Insgesamt hat :Freischreiber für die 15-Prozent-Kampagne mit sechs Medien Gespräche geführt. Das Wirtschaftsmagazin Impulse hat sich von uns überzeugen lassen und jetzt die Zeit. Den Schwung daraus möchten wir ins nächste Jahr mitnehmen. Denn bei viel zu vielen Medien sind die Honorare viel zu niedrig.

Übrigens: Unser Eindruck aus den Gesprächen ist, dass ihr untereinander und mit den Redaktionen mehr über Geld reden solltet. Darum:

Holt euch euer Freihnachtsgeld!

2023 neigt sich dem Ende zu – die Zeit der hohen Inflation leider nicht. Im Rahmen unserer 15-Prozent-Kampagne spricht :Freischreiber weiterhin mit Verlagen und Redaktionen, um auf bessere Zeilen-, Stunden- und Tagessätze zu drängen. Ein zähes Geschäft, das einen langen Atem erfordert.

Doch es liegt auch an jeder und jedem Einzelnen von uns, ob sich unser Kontostand erhöht oder nicht: 

  • Rechnet euch die Summe aus, die ihr zum Leben braucht. Dafür haben wir das Bierdeckel-Tool entwickelt
  • Legt euch Argumente zurecht. 
  • Erklärt euren Redakteur:innen, wie lange ihr schon für den gleichen Honorarsatz schreibt und wie die Inflation euren Verdienst auffrisst (vorher genau checken!). 
  • Checkt unser Honorartool und tragt eure Honorare ein. 
  • Rechnet den Redaktionen vor, wie lange ihr für Recherche, Schreiben und Korrekturschleifen braucht.
  • Erinnert die festangestellte Person gerne freundlich daran, dass sie vermutlich schon mehrere Lohnerhöhungen erhalten hat.
     

Ihr habt Angst, ein Nein zu kassieren? Das Nein habt ihr schon – wenn ihr nicht fragt! Denn eins ist sicher: Eure Miete, eure Brötchen, eure Bustickets werden teurer. In den Verlagshäusern gibt es leider keinen Freihnachtsmann, der automatisch bessere Honorare verteilt. Sprecht deshalb mit euren Auftraggebern über Geld! Egal ob im Lokalen, online, bei Tages-, Wochen- oder Regionalzeitungen. Holen wir uns unser Freihnachtsgeld! Sonst tut es niemand. Und wenn die Kolleg:innen die Honorare partout nicht erhöhen wollen oder können: Auch Freie sollten mal „Nein“ sagen.

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Freihnachtsfeier der Regios NRW. Foto: privat

X: Should we stay or should we go

Aus bekannten Gründen überlegen wir schon lange, uns von X (Twitter) zu verabschieden. Wir haben uns dazu mit Partner-Verbänden wie den ndmausgetauscht und Ideen für eine alternative Social-Media-Strategie gesammelt. 

Bevor wir den Schritt womöglich gehen, möchten wir von euch wissen: Wie seht ihr das? Ist X beruflich sehr wichtig für euch und bietet unser Account dort einen Mehrwert, den kein anderer Kanal ersetzen kann? Nutzt ihr Xnach wie vor für Recherchen und Austausch, oder seid ihr selbst längst weg? Habt ihr einen Account bei Bluesky und würdet uns dort alternativ folgen? 

Heute ist der letzte Tag, um uns eure Meinung zu schicken! Gerne unter dem Slack-Post oder per E-Mail. Wir danken euch!

Torial: Deal or no Deal?

Wie ihr vermutlich mitbekommen habt, steckt torial finanziell in Schwierigkeiten – und damit stehen über 6000 Profile von Journalist:innen vor dem Aus, die bislang ihre Arbeit dort ausstellen: Arbeitsproben, Arbeitsschwerpunkte, Expertise. „Leider ist :Freischreiber e.V. als Verband zu klein, um eine Website wie torial stemmen zu können“, bedauerte Joachim Budde, Vorsitzender von :Freischreiberam 4. Dezember gegenüber der taz.

Am Nikolaustag schrieb Marcus Jordan, Geschäftsführer von torial, aufLinkedIn: „Die #torial-Achterbahn fährt erstmal weiter… Wir haben einen Großspender gefunden. […] Wie weit es trägt, weiß ich noch nicht genau, aber es gibt noch zwei andere Interessierte […] jedenfalls haben wir wieder etwas Zeit, um eine nachhaltige Lösung zu finden.“

Wir :Freischreibe drücken torial die Daumen! Trotzdem halten wir an unserem Plan fest, die Profilseiten unserer Mitglieder zu pimpen. Wir finden nämlich, dass man als Freie:r nie genug Werbung für sich machen kann. Wichtigstes Beispiel: Künftig werden Freischreiber:innen auch auf unserer Website Arbeitsproben hochladen können, inklusive Audio- und Video-Arbeitsproben. Ab dem neuen Jahr – bis Weihnachten wollen wir mit der Überarbeitung fertig sein – können potenzielle Kund:innen passende Journalist:innen (noch besser) finden – nämlich bei uns.

Für unsere Mitglieder erstellen wir sogar gerade noch ein Tool, mit dem ihr eure torial-Profile inklusive der Arbeitsproben mit wenigen Klicks in euer :Freischreiber-Profil laden können. Die Anleitung steht im internen Bereich der :Freischreiber-Website.

Freischreiberiges: Bewirb dich für’s Tandem 2024

Du suchst Unterstützung beim Start als Freie:r, bist Quereinsteiger:in oder planst den Wiedereinstieg in den Journalismus? Unser Mentoringprogramm bringt dich mit einer erfahrenen Kollegin oder einem erfahrenen Kollegen zusammen. Das Programm richtet sich speziell an die Bedürfnisse freier Journalist:innen. Je nach Schwerpunkt und Interessen matchen wir Mentee und Mentor:in. Bei einem virtuellen Kick-off-Treffen lernt ihr euch kennen und vereinbart gemeinsame Ziele für das Jahr.

Die Bewerbungsrunde für 2024 hat bereits begonnen! Bis zum 31.1.2024vkannst du dich hier bewerben. Das Programm ist exklusiv für unsere Mitglieder. Du bist noch kein :Freischreiber-Mitglied? Dann werde noch schnell eins!

Messenger-Magazine

Im :Freischreiber-Barcamp am 4. November konntet ihr bereits einen Einblick in das Thema „Messenger-Journalismus“ bekommen. Nun hat auch das Magazin Fachjournalist die beiden Freischreiber:innen Jakob Vicari (#Jakob Vicari – Freischreiber) und Yvonne Pöppelbaum (#Yvonne Pöppelbaum – Freischreiber) über Messenger-Medien interviewt.

Im Gespräch erklären die beiden, wie man am besten die Zielgruppe für sein Messenger-Magazin definiert, welche Themen sich überhaupt für WhatsApp, Telegram, Signal & Co. eignen und welche Herausforderungen ein solches Dialog-Format mit sich bringt.

Regios Stuttgart: Willkommen, Monika

Monika Johna ist die neue Regio-Leiterin Stuttgart. Foto: Markus Jahn

Wir haben Monika Johna, die neue Regiogruppenleiterin in Stuttgart, befragt:

Monika, du leitest jetzt die Regiogruppe Stuttgart. Was hat dich dazu bewogen? Markus Wanzeck hört ja auf, weil er schon lange in Hamburg wohnt. Und bevor es in Stuttgart keine Gruppe mehr gibt, habe ich mir gesagt: Dann mache ich es eben. 

Was magst du an :Freischreiber? Ich bin eine große Freundin von Vernetzung, dass man sich gegenseitig hilft und kollegial Tipps gibt. Viele schätzen es, allein im Büro oder von zu Hause zu arbeiten. Ich bin gerne auch mal im Team unterwegs. Ich finde, es beflügelt, wenn man sich austauschen kann. Für uns Freie ist es wichtig, eine Lobby zu haben. Deshalb schätze ich :Freischreiber und bin darum schon lange Freischreiberin.

Was hast du in und mit der Regiogruppe vor? Die Leute sollen gerne zu den Treffen kommen, es soll eine Atmosphäre herrschen, in der man sich gut austauschen kann und sich alle trauen, auch mal eine blöde Frage zu stellen. Interessante Themen, die uns alle weiterbringen, sind selbstverständlich wichtig. Ich bin gespannt darauf, was die Freischreiber:innen im Südwesten bewegt.

Medienpreis Münsterland: Glückwünsche, Sigrid

Freischreiberin Sigrid März hat am 6. Dezember den 2. Platz beim Medienpreis Münsterland belegt. Die Jury zeichnete sie für ihren Text „Kidane und Herr Schweitzer“ für das Online-Lokalmagazin RUMS aus. Darin beschreibt sie, wie ein Theaterprojekt dem zehnjährigen Jungen Kidane über die Corona-Zeit hilft. 

Professor Armin Scholl von der Universität Münster hielt die Laudatio auf Sigrid März (r.). Foto: Münsterland e.V./Arne Pöhnert

Der Vorstand bereitet sich gerade auf die Vorstandstagung im Knüllwaldvor. Das Wochenende steht schon fest: Vom 19. bis 21. Januar 2024 verschanzen wir uns in einem hessischen Dorf, um das alte Jahr zu reflektieren und neue Projekte für 2024 auszuhecken. 

Freischreiber-Termine

  • Für Kurzentschlossene: Am 13. Dezember findet von 13 bis 14 Uhr eine digitale Mittagspause mit Uli Köppen statt. Thema: KI und konkrete Anwendungsbereiche. Meldet euch bitte verbindlich und mit Klarnamen hier an.
  • In eigener Sache: Die Geschäftsstelle legt einen kurzen Winterschlaf ein. Vom 22. Dezember 2023 bis zum 2. Januar 2024 ist das Büro geschlossen.
  • Neujahrsgruß statt Weihnachtspunsch: Am 15. Januar treffen sich die Berliner Freischreiber:innen um 18 Uhr in Berlin-Prenzlauer Berg. Rund um die Feuerzangenbowle könnt ihr Wünsche und Projekte für 2024 besprechen. Bis 7. Januar 2024 anmelden, dann erfahrt ihr die genaue Adresse.
  • Beiträge bei der VG Wort melden, wie geht das? Das erfahrt ihr in der digitalen Mittagspause mit Andrea Mertes am 18. Januar 2024 ab 12 Uhr. Andrea ist Freischreiberin und seit 2023 Mitglied im Verwaltungsrat der VG Wort. Teilnahme nur für Freischreiber:innen. Zur Anmeldung bitte hier lang.
  • Am 24. Januar 2024 treffen sich die Fernsehfreien zum digitalen Austausch. Los geht’s um 19 Uhr. Anmeldung bitte bei Stefanie und Lisbeth.
  • An einem Tag strukturiertes Prompten lernen und ein eigenes KI-Tool bauen – das verspricht der KI Makerday. Dazu lädt tactile.news am 25. Januar 2024 nach Lüneburg ein. Los geht’s um 9.30 Uhr. Exklusiv für Freischreiber:innen. Kosten: 199 Euro. Also gleich anmelden, direkt bei Yvonne von tactile.news.

Dies & Das

  • Schon den Antrag beim Autorenversorgungswerk der VG Wort gestellt? Wer in diesem Jahr 50 wird oder schon älter ist und noch bis 31. Dezember den Antrag stellt – das geht ganz einfach per TOM – kann sich im nächsten Jahr über Geld freuen. 
     
  • Eine gute Nachricht für die Pressefreiheit: Der Deutsche Presserat bescheinigt der SZ-Redaktion saubere Arbeit in der „Flugblatt-Affäre“. Konkret ging es um ein antisemitisches Flugblatt, das der heutige Bundesvorsitzende der Freien Wähler und stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger als Schüler in Umlauf gebracht haben soll. Weder konnte das Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien inhaltliche Mängel erkennen noch einen Verstoß gegen den Pressekodex. Die Recherchen der SZ und die anschließende Berichterstattung hatten im bayerischen Landtagswahlkampf für Aufregung gesorgt.

Fortbildungen

Ariel & Heike. Foto: Anton Eigengrau
  • Erzählender Journalismus: Noch bis zum 31. Dezember könnt ihr euch für das Jahrescoaching von Heike Faller und Ariel Hauptmeier bewerben. Kostenpunkt für Freischreiber:innen: 990 Euro netto, alle anderen zahlen etwas mehr. Schickt ein kurzes Anschreiben und eine Arbeitsprobe direkt an Heike und Ariel.
  • „Beiträge von unterwegs produzieren“ ist einer von zwei Workshops beim Jahrestreffen des journalists.network, das am 6. Januar in Berlin stattfindet. Im zweiten Workshop dürft ihr mitdiskutieren, wohin die Reisen 2024 gehen sollen – wörtlich genommen. Wer bei den beiden Workshops und/oder dem anschließenden Pläneschmieden dabei sein möchte, muss bei der Anmeldung kurz begründen, warum.
  • Um Storytelling geht es am 10. und 11. Januar bei der Berliner Journalistenschule. Das zweitägige Online-Seminar kostet 310 Euro. Zur Anmeldung geht es hier lang.

Preise & Stips

  • Schnell sein: Bis zum 15. Dezember könnt ihr eure Arbeit für den European Magazine Award einreichen. Alles Wichtige zur Ausschreibung findet ihr hier.
  • Wer sich für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Journalismus interessiert, kann sich bis zum 8. Januar beim European Collaborative Journalism Programme (ECJP) bewerben.
  • Noch bis zum 10. Januar könnt ihr euch für die nächste Förderrunde des WPK-Innovationsfonds bewerben. Im Topf für innovative Ideen für den Journalismus und neue Wege im Wissenschafts- und Datenjournalismus sind bis zu 10.000 Euro für experimentelle und bis zu 75.000 Euro für langfristige Projekte.
  • Bis zum 29. Januar können sich Nachrichtenmedien und gemeinnützige Jugendorganisationen um eine Projektförderung bei der Europäischen Kommission bewerben. Grenzüberschreitende Teams, die aus mindestens fünf europäischen Ländern kommen und an denen mindestens fünf verschiedene Organisationen beteiligt sind, können mit der Förderung neue Wege des Journalismus ergründen und gestalten.

Wir wünschen euch erholsame und entspannte Feiertage mit euren Liebsten und ganz viel Kraft für 2024. Rutscht gut rüber!

Eure :Freischreiber:innen

Liebe Freischreiber:innen und Freund:innen von :Freischreiber, jetzt im Herbst ist die Zeit der Ruhe und Einkehr. Auch der :Freischreiber-Vorstand geht in sich. Immerhin gilt es, Kandidat:innen für den Himmel-und-Hölle-Preis 2023 zu nominieren. Der Zwillingspreis ist einmalig in der Medienlandschaft. Er soll einerseits auf Missstände und Ungerechtigkeiten im freien Journalismus aufmerksam machen – wer hat es sich in diesem Jahr mit uns besonders verscherzt? Und andererseits: Wer hat sich 2023 vorbildlich für Freelancer eingesetzt? Also: Wen schicken wir in die Hölle und wer hat sich einen Platz im Himmel verdient? 

In diesem Newsletter bekommt ihr alle Infos zur HiHö-Preisverleihung inklusive Barcamp für Freie. Außerdem erklärt uns die Künstlerin der Trophäen, wie sie auf das Design gekommen ist.

#HiHö23

Am 4. November ist es wieder so weit: :Freischreiber verleiht die Himmel-und-Hölle-Preise (#HiHö23)! Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Der Vorstand diskutiert gerade, wer die „Ehre“ hat, nominiert zu werden – auf Grundlage unseres Code of Fairness. Für beide Preise haben die Mitglieder von :Freischreiber Kandidat:innen vorgeschlagen.

Am Abend des 4. November seid ihr herzlich eingeladen, dabei zu sein, wenn wir fiese Personen und Redaktionen in die Hölle schicken. Und vorbildliches Verhalten loben. Hier gibt es mehr Infos zum Event.

HiHö trifft Barcamp

Auch in diesem Jahr wird die Himmel-und-Hölle-Preisverleihung von einem besonderen Event begleitet: einem Barcamp. Was euch da erwartet? Fachvorträge, Diskussionen und Workshops von Freien für Freie. Was bewegt euch? Wo können wir uns gegenseitig unterstützen oder zusammenarbeiten? Sendet uns eure Ideen und Wünsche für das Barcamp bis zum 30. Oktober.

  • 4. November von 12 bis 16.30 Uhr
  • SPACE von next.mediaHamburg, Am Sandtorkai 27, 20457 Hamburg (Speicherstadt)
  • Anmeldung: Mitglieder (Ticket: 10 Euro) sichern sich hier einen Platz. Kooperationspartner:innen (15 Euro) und Externe (20 Euro) melden sich in der Geschäftsstelle an. Die Plätze sind begrenzt.

Bei Fragen wendet euch an Caro und Anna in unserer Geschäftsstelle. HiHö23 findet statt mit freundlicher Unterstützung von next.mediaHamburg. Sponsoring: Hamburg Media School, Otto Brenner Stiftung & Parship.

Die Künstlerin hinter der Himmel-und-Hölle-Trophäe

Foto: Rainer Wohlfahrt

Die freie Künstlerin Kristina Wißling hat die Himmel-und-Hölle-Trophäe entworfen. Ein Gespräch über Materialprobleme und die Vorteile des Freiseins:

:Freischreiber: Seit der ersten Preisverleihung 2011 fertigst du die beiden HiHö-Preisskulpturen an. Wie ist das Design entstanden?

Kristina Wißling: Bei dem Namen „Himmel-und-Hölle-Preis“ lag es auf der Hand, mit der Form des klassischen Himmel-und-Hölle-Spiels zu arbeiten. Da meine Spezialisierung auf Falttechniken liegt, haben wir uns relativ schnell für dieses Design entschieden.

Mit welchen Materialien arbeitest du

Der Sockel des aktuellen Preises besteht aus fluoreszierendem Acrylglas, die Haube aus transparentem Acrylglas und das gefaltete Objekt aus synthetischem Papier. Anfangs habe ich noch Porzellanpapier verwendet. Das wurde bis vor zehn Jahren in England handgeschöpft. Die Produktion hat der Hersteller jedoch wegen der geringen Nachfrage eingestellt. Dann habe ich keramische Folien verwendet – das sorgte jedoch für einige Probleme. Denn weil man die sehr lange sehr heiß brennen muss und dabei giftige Dämpfe entstehen, weigerte sich ein Keramiker nach dem anderen, die Folien zu brennen. Jetzt arbeite ich mit synthetischem Papier.

Wie anspruchsvoll ist die Anfertigung des HiHö-Preises?

Da es eine Arbeit ist, die nur einmal im Jahr angefertigt wird, ist die Umsetzung natürlich keine Routine. Zudem muss ich sehr sauber und staubfrei arbeiten – auf dem Acrylglas sieht man jeden Fingerabdruck und jedes Staubkorn. Bei der Anfertigung verwende ich einen lichthärtenden Klebstoff, der seine Zeit benötigt.

Was bedeutet es dir, als Freie arbeiten zu können?
Ich habe mich direkt nach dem Kommunikationsdesign-Studium 2007 selbstständig gemacht. Seitdem hat mich meine Arbeit an so viele Orte gebracht. Meine Aufträge hätten unterschiedlicher nicht sein können. Zum Beispiel habe ich Designs und Faltobjekte für Messen und Ausstellungen sowie für die Verpackungs-, Automobil- und Raumfahrtindustrie erstellt. Und ich durfte Menschen verschiedener Disziplinen kennenlernen. Ich glaube nicht, dass ich das alles erlebt hätte, wenn ich mich nach meinem Studium nicht für die Freiberuflichkeit entschieden hätte.

Nicht jede:r traut sich direkt nach dem Studium zu, frei zu arbeiten. Welchen Tipp kannst du Einsteiger:innen mit auf den Weg geben?

Der Austausch und das Netzwerk unter Gleichgesinnten ist für Freiberufler sehr wichtig. Ich bin seit über zehn Jahren Mitglied der Allianz deutscher Designer (AGD). Das ist ein Berufsverband für selbständige Designer:innen aller Disziplinen – eine Art :Freischreiber für Designer:innen. Ich bin also bereits zu Beginn der Selbstständigkeit Mitglied geworden. Durch die Mitgliedschaft haben sich viele neue Kontake, Jobs und sogar Freundschaften ergeben, außerdem bin ich präsenter und bekannter geworden. Aber nicht nur als Berufsanfänger:in, auch danach bleibt es als Freiberufler:in wichtig, sich weiterzubilden und auszutauschen. 

Danke für das Gespräch, Kristina.

Freiheit für die Wahrheit

Ein Blick auf die aktuelle Rangliste der Informationsfreiheit von Reporter ohne Grenzen genügt, um zu sehen, wie schnell (Presse-)Freiheit abhanden kommen kann. Die 1. Hamburger Woche der Pressefreiheitvom 11. bis 16. September stand unter dem Motto „Freiheit für die Wahrheit”. Unser Vorstandsmitglied Lisbeth Schröder war bei der Auftaktveranstaltung vor Ort.

Zu Gast in Hamburg waren unter anderem Dmitry Muratov, Friedensnobelpreisträger und russischer Journalist. Er nennt das Schlagwort „Glasnost“, stellvertretend für „die Freiheit der Menschen, die immer über der Regierung stehen sollte“. Diese Freiheit, besonders im Sinne der Meinungsfreiheit, gebe es heute in Russland nicht mehr.

Manuel J. Hartung, der Vorstandsvorsitzende der ZEIT-Stiftung, findet im Gespräch mit Lothar Dittmer von der Körber-Stiftung ähnlich harte Worte für die Lage der Medien in Deutschland: „Die Situation für Journalisten ist schlecht, aber sie wird noch schlechter werden.“ Das liege unter anderem an der finanziellen Situation der Verlage und Sender, insbesondere im ländlichen Raum.

Auf der Paneldiskussion am Abend sind sich die ehemalige ZEIT-China-Korrespondentin Xifan Yang, die Chefredakteurin der Online-Zeitung Ukrainska Pravda Sevgil Musayeva und der türkische Exil-Journalist Can Dündar schnell einig: Sie fordern, dass Medien auf der ganzen Welt ihre Kompetenzen in der Auslandsberichterstattung ausbauen, Exil-Journalist:innen stärken und dass die internationale Gemeinschaft die zunehmende Gewalt gegen Journalist:innen eindämmt. „Wir verlieren nicht nur Journalisten – wir verlieren die Demokratie“, sagt Dündar.

Die Veranstaltung machte einmal mehr deutlich, mit welchen Privilegien wir in Deutschland arbeiten. Aber sie zeigte auch, dass diese gefährdet sind. Und was für eine Verantwortung, aber auch welchen Mut ihre Arbeit Journalist:innen in vielen Ländern abverlangt. Dass die Freien im Ausland eine große und wichtige Rolle einnehmen. Und dass auch wir uns als Gesellschaft für eine freie Meinungsäußerung einsetzen müssen.

Freischreiberiges

Stephan Mey bringt am 12. Oktober sein Buch „Der Kampf um das Internet. Wie Wikipedia, Mastodon und Co. die Tech-Giganten herausfordern“ (C.H.Beck) heraus: 

Es ist ein Sachbuch über digitale Alternativen, also über alles jenseits von GoogleAppleMetaAmazon & Co. Es gibt jede Menge Klagen über den Zustand der digitalen Welt. Lösungen sind Mangelware. Dabei bietet das Netz selbst eine Antwort. Neben der „großen“ Silicon-Valley-Welt gibt es einen Kosmos alternativer Digitalprojekte. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia zählt dazu, der Messenger Signal, die Betriebssystemfamilie Linux, die Twitter/X-Alternative Mastodon, der Browser Firefox, das WLAN-für-alle-Projekt Freifunk oder das Kartenprojekt OpenStreetMap. Aus dieser „digitalen Gegenwelt“ stellt Stephan Mey zehn der wichtigsten Projekte in ausführlichen Porträts vor und schaut sich an, wie die Projekte sich organisieren, finanzieren und wie sie mit Daten umgehen.

Freischreiber-Service

Wusstet ihr, dass :Freischreiber-Mitglieder eine Rechtsberatung bei unserem Verbandsjuristen bekommen können? Ihr erreicht ihn über die Geschäftsstelle. Darin sollte die aktuelle Sachlage möglichst verständlich beschrieben und die wichtigsten Dokumente müssen gut lesbar (PDF oder Word) beigefügt sein. Beachtet bitte außerdem, dass die Freischreiber-Pauschale nur Themen umfasst, die im Zusammenhang mit der Tätigkeit als freie:r Journalist:in stehen.

Es hilft uns, zu wissen, wie oft unser Experte angefragt wird und welche Themen ihr am häufigsten an ihn herantragt. Und: Sucht Rat nicht erst dann, wenn die Hütte brennt und alles innerhalb kürzester Zeit erledigt werden muss. Plant Vorlauf ein.

Steuern & Finanzen

Gut zu wissen: Am Montag war die Frist für die Steuererklärung 2022 – zumindest für diejenigen, die sich tapfer ohne Steuerberater:in durch ihre Dokumente kämpfen. Wenn der Schuh zukünftig drückt, könnt ihr eure Fragen zum Thema Steuern und Finanzen als :Freischreiber-Mitglieder gerne immer in unserem Slack-Channel #steuernundfinanzen stellen. Geteiltes Leid ist halbes Leid!

Dies & Das

  • Lesetipp: „Zweifel ist eine aus der Mode gekommene Grundvoraussetzung für guten Journalismus”, schreibt Frank Plasberg, langjähriger Moderator der Sendung Hart, aber fair in einem Gastbeitrag in der SZ. Journalisten sind nur noch eine Gruppe unter vielen, wenn es darum geht, Informationen zu verbreiten. Viele Kolleg:innen tendieren Plasberg zufolge zu Schnelligkeit vor Gründlichkeit. Sie zeigen lieber sofort Haltung – ein Begriff, der in die Orthopädie gehöre – statt etwas länger mit der Berichterstattung zu warten und dafür näher an der Wahrheit zu sein. Das bedrohe letztlich das höchste Gut für Journalist:innen: das Vertrauen in die Medien. Trotzdem würde er seinem Sohn raten, Journalist zu werden. „Jetzt erst recht, diese Gesellschaft braucht glaubwürdigen Journalismus dringender denn je.” 
  • Künstliche Intelligenz 2: KI ist nur so gut, wie die Daten, mit der sie lernt. Darum hat die Reporterfabrik sich für ihre KI bei einem der Besten bedient: Wolf Schneider. Dessen Schreibregeln sind die Grundlage für das neue Werkzeug, das die Reporterfabrik für Journalist:innen entwickelt hat. Die WSKI – die „Wolf-Schneider-KI“ – ist jetzt in der Beta-Version verfügbar, und ihr seid aufgefordert, sie unter https://wski.app zu testen. Und nicht vergessen: Feedback geben! Schreibt dafür an wski@correctiv.org.
  • Hohe Arbeitsbelastung und steigende Anforderungen aus den Redaktionen, Anfeindungen von außen und prekäre Arbeitsbedingungen prägen den journalistischen Alltag. Darunter leidet immer häufiger die Psyche. Netzwerk Recherche hat speziell für Journalist:innen ein Sorgentelefon eingerichtet. Ob fest oder frei – wer mit psychosozialen Problemen zu kämpfen hat, findet hier Hilfe. Start ist im November, als Beta-Version. Das kostenlose, anonyme Beratungstelefon ist als Safe Space konzipiert. Am anderen Ende der Leitung sitzen speziell geschulte Kolleg:innen, die bei der Suche nach Lösungen helfen oder Kontakt zu professioneller Hilfe vermitteln. Die Telefonnummer gibt Netzwerk Recherche zum Projektbeginn auf seiner Website bekannt. Wer das Projekt gut findet, kann es finanziell unterstützen. Mehr dazu ebenfalls auf der Website.
  • Künstliche Intelligenz 3: KI wird den Journalismus verändern. Fakt und Fakes lassen sich auch im Fotojournalismus nur noch schwer unterscheiden. Desinformation ist die Folge. Die Genossenschaft laif, Eigentümerin der Fotoagentur laif, reagiert darauf mit der Gründung der laif foundation. Die gemeinnützige GmbH soll dazu beitragen, dass die Gesellschaft besser informiert ist, und auf diese Weise die Demokratie stärken. Dementsprechend will die laif foundation die Medienkompetenz junger Menschen fördern, fotojournalistische Arbeiten sichtbar machen und die Einführung eines Qualitätssiegels vorantreiben, das die Herkunft und Glaubwürdigkeit eines Bildes verifiziert. „Wenn wir unseren Augen nicht mehr trauen können, brauchen wir zuverlässige und unabhängige Institutionen für die Glaubwürdigkeit von Bildern und Texten. Deshalb gründen wir die gemeinnützige laif foundation“, erklärt Ulf Schmidt-Funke, zukünftig Geschäftsführer der Stiftung. Mehr Informationen zur Kampagne gibt’s auf der Website www.laif-foundation.org.

Fortbildungen

  • Alle Freischreiber-Webinare findet ihr hier. Dieses Jahr findet etwa noch der Crashkurs „So moderierst du unbequeme Podien und Interviews“ statt (12.10.) und das Webinar zu „KI im freien Journalismus“ (17.11.).
  • Künstliche Intelligenz 4: Wie können ChatGPT und Co. sinnvoll den journalistischen Alltag erleichtern? Zu dieser Frage bietet die Berliner Journalistenschule am 12. Oktober ein Webinar an. In zwei Stunden erklärt Dozent Jobst Höche Chancen, Risiken, Rechtliches und sinnvolle Einsatzgebiete von KI für Journalist:innen. Preis: 100 Euro. Hier gehts zur Anmeldung
  • Nur für Frauen: Sicher und überzeugend kritische Themen und Positionen zu vertreten, fällt nicht immer leicht. Die Berliner Journalistenschule bietet mit ihrem Medientraining für Frauen einen geschützten Raum, um den eigenen Auftritt zu professionalisieren. Wie bekämpfe ich Lampenfieber? Was sagen Stimme und Körperhaltung aus? Wie bereite ich mich gut vor? Darum geht es bei den ganztägigen Workshops mit Moderations- und Medientrainerin Sandra Berndt. Kosten: 480 Euro. Nächster Termin ist der 13. Oktober, zur Anmeldung geht’s hier lang.
  • Eigenschutz und Quellenschutz für freie Journalist:innen: Um Sicherheit bei der digitalen Recherche geht es am Freitag, 20. Oktober, von 9.30–17.30 Uhr beim Training mit Daniel Moßbrucker. Der Workshop ist kostenlos und findet in den Räumen von Reporter ohne Grenzen in Berlin statt. Er ist mit einem Forschungsprojekt der Uni Hamburg verbunden. Mehr Infos hier. Auf Anfrage übernehmen die Veranstalter:innen Reisekosten bis zu 100 Euro. Verbindliche Anmeldung mit Kontaktdaten an Volker Lilienthal.
  • Desinformationskampagnen stellen im Journalismus tätige Menschen vor Herausforderungen. Mit ihrer Veranstaltungsreihe „No Hate Speech Talks“ wollen die Neuen deutschen Medienmacher:innenJournalist:innen für die Thematik sensibilisieren und Journalist:innen Wege aufzeigen, gezielter Desinformation zu begegnen. Am 7. November, von 18.00 bis 19.30 Uhr erklärt die Datenjournalistin Natalie Sablowski, wie wir mit Netzwerkanalysen Falschinformationen in Sozialen Netzwerken entlarven und ihre Verbreitungswege nachverfolgen können. Anmeldungen bis zum 2. November hier.
  • Neu im Journalismus? Dann sind die „Kickstarter-Workshops“ der Deutschen Journalistenschule (DJS) vielleicht etwas für dich. Damit möchte die DJS die Diversität im Journalismus fördern und Menschen mit verschiedenen Diversitätsmerkmalen den Quereinstieg erleichtern. Mehr Informationen zu den Workshops in zehn deutschen Städten findet ihr hier.

Preise & Stipendien

  • Für Kurzentschlossene: Noch bis zum 8. Oktober können sich Interessierte für eine Informationsreise nach Israel anmelden. Das Pressenetzwerk für Jugendthemen organisiert die Reise, die vom 19. bis 25. November 2023 nach Tel Aviv, Givatayim, Haifa und Jerusalem führt. Eingeladen sind Journalist:innen, die sich mit Jugendthemen befassen und diese redaktionell verwerten können. In der Teilnahmegebühr von 425 Euro für PNJ-Mitglieder und 475 Euro für Nicht-Mitglieder sind Flug, Unterkunft und Verpflegung während des Programms enthalten. Zur Anmeldung geht’s hier.
  • Auf nach Portugal! Junge Portugies:innen erregen durch ihr Engagement für den Klimaschutz immer wieder internationales Aufsehen. Was treibt die Jugend Portugals an, wie tickt sie? Bei der diesjährigen Informationsreise des „Pressenetzwerks für Jugendthemen“ (PNJ) #1 können die Teilnehmenden das herausfinden. Unter dem Motto „Jung, mobil und engagiert – Jugend in Portugal“ lädt das PNJ vom 20. bis 25. November 2023 nach Nordportugal in die Region um die Stadt Porto ein. Teilnehmen können Journalist:innen, die sich in ihrem beruflichen Alltag mit Jugendthemen beschäftigen. In der Teilnahmegebühr von 249 Euro (PNJ-Mitglieder) bzw. 289 Euro (Nicht-Mitglieder) sind der Flug nach Porto, Unterkunft in Jugendherbergen, Verpflegung und die Eintrittsgelder enthalten. Das PNJ zieht eine Kaution in Höhe von 150 Euro ein, die Teilnehmer:innen erst zurückerhalten, wenn sie über die Reise berichten. Anmeldung bis zum 17. Oktober 2023 hier.
  • Der Journalismfund Europe vergibt Gelder für investigative Projekte im Umweltjournalismus. Ihr braucht dafür eine gute Idee für ein europäisches Umweltthema, das ihr im Team mit mindestens einer weiteren Person aus dem europäischen Ausland umsetzen wollt. Für das Earth Investigations Programme – Investigation Grants for Environmental Journalism, in dessen Fördertopf eine Gesamtsumme von 400.000 Euro bereitliegt, könnt ihr euch noch bis 12. Oktober bewerben.
  • Ihr habt eine Idee für ein investigatives Journalismusprojekt, das über die Grenzen Deutschlands hinausgeht? Und ihr wollt das Projekt mit mindestens einer Kollegin, einem Kollegen aus dem europäischen Ausland umsetzen? Dann könnt ihr euch noch bis zum 26. Oktober bei der unabhängigen NGO Journalismfund Europe um finanzielle Unterstützung bewerben.
  • Recherchefonds: Das Schweizer Straßenmagazin ´Surprise #1 fördert mit einem neu aufgelegten Recherchefonds Geschichten rund um seine Kernthemen Armut, Ausgrenzung, Obdachlosigkeit und Migration. Ein Bezug zur Schweiz ist erwünscht, wichtiger aber ist, dass ihr die Geschichten nah an den Betroffenen erzählt. Die Förderung beträgt maximal 3000 Schweizer Franken. Bewerbungen sind jeweils zum 15. Oktober, 15. Februar und 15. Juni über dieses Formularmöglich.
  • Die Wiener Stadtwerke loben wieder den WINFRA-Preis aus. Noch bis zum 15. Oktober könnt ihr Beiträge einreichen, die sich mit der Infrastruktur der Hauptstadt Österreichs beschäftigen. Ob die Berichterstattung in Print, Hörfunk, TV oder Online stattgefunden hat, spielt keine Rolle. Die Beiträge müssen zwischen dem 1. November 2022 und dem 31. Oktober 2023 erschienen sein. In jeder Kategorie winkt ein Preisgeld von 4000 Euro. Mehr Informationen findet ihr hier.
  • Wirtschaftsjournalisten aufgepasst! Noch bis zum 15. Oktober könnt ihr Nominierungen für den „Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik“ einreichen. Die Beiträge können deutschsprachige Blogs, Kolumnen, Kommentare und Reportagen in Zeitungen und Zeitschriften, Artikel in Fachzeitschriften oder deutschsprachige Bücher sein. Die Veröffentlichung sollte zum Stichtag 15. Oktober nicht viel länger als zwölf Monate zurückliegen. Autor:innen können sich nicht selbst bewerben. Alle Details zur Nominierung gibt es hier
  • Noch bis zum 31. Oktober können sich hauptberufliche Radio-, Fernseh- oder Online-Journalist:innen für das RIAS USA-Journalistenprogramm bewerben. Das dreiwöchige Austauschprogramm sieht Gesprächstermine mit Vertreter:innen aus Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft in Washington und New York vor. In der dritten Woche können Teilnehmende zudem in einem kleinen amerikanischen Radio- oder Fernsehsender im Mittleren Westen, im Süden oder im Westen mehr über den Journalismus vor Ort erfahren. Reisetermin ist voraussichtlich vom 3. bis 16. März 2024.
Foto: Stephan Obel

Wenn ihr euch mal ganz doll mit einem Beitrag langweilt, könnt ihr ihn mit dem Nonsens-Satz „Die alten Sehnen neu zu dehnen, danach sehnen sich Slowenen“ aufpeppen. Ihr ahnt es, es geht um den Jieper23. Den Satz zum diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse hat sich wie immer die taz-Wahrheit ausgedacht. Noch bis zum 10. Oktober könnt ihr einreichen und eine Flasche Brandy gewinnen.

Feiert auch mit uns! Da die Plätze für die HiHö-Preisverleihung inkl. Barcamp begrenzt sind, empfehlen wir, sich schnell anzumelden. Wer an diesem Tag nicht nach Hamburg kommen kann und sich trotzdem gerne vernetzen und austauschen möchte, ist jederzeit herzlich zu den Regio-Stammtischen eingeladen.

Herbstliche Grüße von euren Freischreiber:innen

PS: Ihr kennt jemanden, die oder der diesen Newsletter noch nicht bekommt? Einfach weiterleiten und hier anmelden.

Liebe Kolleg:innen, liebe Freischreiber:innen und Freund:innen, ihr seid sicher gespannt darauf, was wir euch aus dem Knüllwald vom Vorstandstreffen mitgebracht haben. Das lest ihr demnächst in einer Mitgliedermail.

An dieser Stelle erfahrt ihr, was das Bundesministerium der Finanzen auf unsere Anfrage zur Vorsteuerpauschale geantwortet hat. Zudem berichten wir über die Themen, für die sich Freie bei der VG Wort einsetzen. Und zum Start in den Spätsommer haben wir für euch jede Menge Veranstaltungstipps.

Weniger Bürokratie, mehr Gewinn

Es gibt Hoffnung für alle, die sich die Vorsteuerpauschale bei der Umsatzsteuerberechnung zurückwünschen. Das zumindest geht aus der Antwort der Pressestelle des Bundesministeriums der Finanzen auf eine Anfrage von :Freischreiber hervor. 

Darin heißt es: „[…]Die Prüfung einer möglichen (Neu-) Regelung, die nicht einzelne Berufsgruppen bevorzugt, die Erfordernisse einer modernen Berufswelt abbildet und daher den damaligen Kritikpunkten von Bundesrechnungshof und Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages begegnen kann, dauert an. Derzeit werden die für eine Entscheidungsfindung erforderlichen Daten erhoben.[…]”

Hintergrund: Das Bundesfinanzministerium hat dieses Instrument der Steuererleichterung vom Steuerjahr 2023 an für zahlreiche Berufsgruppen, darunter Journalist:innen, abgeschafft. Begründung: Der Bundesrechnungshof und der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages hatten moniert, viele Steuerpflichtige, die diese „Besteuerung nach Durchschnittssätzen“ genutzt haben, hätten dadurch Steuern gespart – eine Subvention also. Der Aufschrei unter Journalist:innen war groß. 

Darum haben wir nachgehakt. Immerhin geht es um eine Erleichterung bei der Steuererklärung. Journalist:innen konnten von der Umsatzsteuer, die sie mit Honoraren und anderen Einnahmen eingezogen haben, pauschal 4,8 % ihres Nettoumsatzes (§ 23 Umsatzsteuergesetz) abziehen, um ihre Steuerschuld bei der Finanzkasse auszurechnen.

Freie können die vereinfachte Regelung letztmalig für die Umsatzsteuererklärung für 2022 anwenden. Seit Januar 2023 heißt es: Belege sammeln!

VG Wort 1: Ärmel hochkrempeln

Große Herausforderungen stehen vor dem neu gewählten Verwaltungsrat der VG Wort. Dass sich hier in den nächsten vier Jahren vor allem Verbesserungen für freie Journalistinnen und Journalisten ergeben, dafür setzen sich seit der VG-Wort-Mitgliederversammlung Ende Juni mit Oliver EberhardAndrea MertesBen Schwan und Pascal Hesse gleich vier Freischreiber ein, die zudem von Nora Bauer und Dr. Jasper Prigge unterstützt werden.

Was sie vorhaben? Darüber hat Oliver im August bei der digitalen Mittagspause berichtet: Erstens müsse die Umsetzung des Leistungsschutzrechts zwei Jahre nach dessen Einführung endlich in Gang kommen. Von den Einnahmen aus diesem Topf steht Urheber:innen immerhin ein Drittel zu. Zweitens brauche Metis – also die Ausschüttung für Texte im Internet – dringend eine Reform. Beispielsweise bekommen Rundfunkjournalist:innen für Online-Nutzungen ihrer Beiträge derzeit verhältnismäßig kleine Beträge. Aber auch bei allen anderen schrumpfen die Einnahmen aus den Ausschüttungen. 

Denn die Zahl der Meldungen steigt, die Summe im Metis-Topf aber bleibt gleich. Folglich müssen die Einnahmen wachsen. Das meiste Geld im Metis-Topf kommt aus Abgaben für Kopierer, Computer und andere Geräte, mit denen sich Texte vervielfältigen lassen. „Aber, Überraschung, natürlich wollen die Geräteindustrie und die anderen nicht mehr zahlen, lieber sogar weniger“, sagt Oliver.

Ihr habt Fragen zur VG Wort? Dann tauscht euch in unserem Vereinsheim auf Slack aus. (#vgwort) Für Einsteiger:innen sehr interessant: Die VG Wort bietet seit diesem Jahr eine Webinar-Serie zur Verwertungsgesellschaft selbst, aber auch zu den verschiedenen Meldeverfahren. Die Aufzeichnungen findet ihr hier online

VG Wort 2: OLG München stärkt Urheber:innen

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Dienstag ebenfalls in Sachen VG Wort: Das Oberlandesgericht München hat den Urhebern den Rücken gestärkt und erneut Martin Vogel Recht gegeben (Az. 29 U 7919/21).

Ihr erinnert euch: Das ist der Mensch, der damals die Verlagsbeteiligung gekippt hat. Jetzt hatte Martin Vogel moniert, dass auch Herausgeber:innen Geld aus der Geräteabgabe und den Bibliothekstantiemen erhielten. Auch wenn sie letztlich lediglich Texte anderer „zwischen zwei Buchdeckel geklemmt“ haben. Zwischen 2016 und 2019 haben Herausgeber:innen mehr als 20 Millionen Euro aus den besagten Töpfen bekommen. Die Ausschüttungen für alle anderen fielen entsprechend kleiner aus. 

Nun hat das OLG München entschieden: Herausgeber:innen müssen ein Minimum an eigener schöpferischer Leistung erbringen, um Anrecht auf VG-Wort-Ausschüttungen zu haben. Das Gericht folgt damit der Auffassung der Vorinstanz. Die VG Wort überlegt noch, ob sie Rechtsmittel einlegt. Große Nachzahlungen sind laut SZ aber kaum zu erwarten. Die meisten Ansprüche dürften verjährt sein, heißt es.

Wir brauchen euren Input!

Am 4. November ist es wieder so weit: Wir vergeben den begehrten und gefürchteten Himmel-&-Hölle-Preis. Merkt euch das Datum schon mal im Kalender vor! Es geht diesmal nach Hamburg. Und: Es wird ein Barcampgeben! Also plant mit einem ganzen Tag. Zu Ort und Programm erfahrt ihr demnächst mehr. 

Schon jetzt seid ihr gefordert: Reicht Vorschläge für die Preisträger:innen ein. Wer hat euch unterstützt und damit euren Arbeitsalltag zum Himmel werden lassen? Wer hat euch das Freiendasein zur Hölle gemacht? Auf eure Vorschläge freuen wir uns noch bis zum 15. September. Schreibt direkt im Slack oder per E-Mail an die Geschäftsstelle, warum ihr wen für welchen Preis nominiert. Wir sind gespannt!

Freischreiberiges

Gratulation: Gleich drei Freischreiber:innen sind auf der Shortlist des Georg von Holtzbrinck Preises für Wissenschaftsjournalismus 2023Bernd Eberhard und Florian Sturm in der Kategorie Text und Magdalena Schmude in der Kategorie Elektronische Medien. 1995 ins Leben gerufen, zeichnet der Preis jährlich herausragende Wissenschaftsjournalist:innen aus. Auch wenn in jeder Kategorie nur eine Person oder ein Team gewinnen kann: Wir drücken euch allen ganz fest die Daumen!

Tandem-Halbzeit: Dass es gemeinsam oft besser geht, zeigt unser Tandem-Programm. Beim virtuellen Halbzeittreffen war die Begeisterung zu spüren. Vor allem mit ihren Kontakten zu Redaktionen und durch Unterstützung bei Pitches und Zweitverwertungen erleichtern die Mentor:innen ihren Mentees den Einstieg ins Freiendasein. 
So ein Tandem funktioniert übrigens in beide Richtungen. Was mache ich bei einer Schreibblockade? Wie bringe ich Redaktionen dazu, meine Artikel zu veröffentlichen? Diese Fragen stellen sich schließlich nicht nur Einsteiger:innen in unseren spannenden, abwechslungsreichen und manchmal auch aufreibenden Beruf. Antworten auf die Fragestellungen ihrer Mentees helfen also zugleich auch den Mentor:innen und bringen vielleicht sogar neue Ideen hervor. Wir freuen uns, dass das :Freischreiber-Tandem-Programm so gut ankommt. Wer 2024 dabei sein will, kann sich schon jetzt informierenIm Januar startet die nächste Bewerbungsrunde.

Flutkatastrophe im Buch: Zum zweiten Jahrestag der Flut im Ahrtal hat Freischreiberin Gisela Kirschstein ihre Recherchen zur Chronologie der Katastrophe unter dem Titel „Flutkatastrophe Ahrtal – Chronik eines Staatsversagens“ veröffentlicht. Als Betroffene hat sie bereits wenige Tage nach den Ereignissen damit begonnen, Fragen zu stellen und nach Gründen zu suchen, wie es zu diesem Desaster kommen konnte. Mit ihrem Buch will sie einen Beitrag zu besserem Katastrophenschutz in Deutschland leisten. Das Buch ist im Verlag Frankfurter Allgemeine Buch erschienen. 

Menschwerdung im Buch: Freischreiber Michael Stang hat gemeinsam mit Susan Schädlich und Bea Davies eine kindgerechte Graphic Novel zur Evolution des Menschen veröffentlicht – als Roadtrip. Das Autor:innentrio beantwortet Fragen zu unseren Vorfahren und warum es nur noch eine Menschenspezies gibt. En passant gewähren sie Einblicke in die wissenschaftliche Forschung weltweit. Wer „auf die Zeitreise durch sieben Millionen Jahre Menschwerdung“ Lust hat, findet das Buch beim Carlsen Verlag.

Freischreiber-Termine

  • Für alle, die vormittags nie Zeit haben: Wir haben einen Nachmittagstermin für unseren Fortbildungsklassiker mit Ariel Hauptmeier organisiert. Der „Crashkurs: Besser schreiben“ findet Freitag, 8. September, von 13–17 Uhr auf Zoom statt. Zur Anmeldung geht’s hier lang.

  • McGyver auf Schalte – so rockst du als Korri im Radio & TV: Als Korrespondent:innen sollen wir alle Kanäle bespielen können. Das Expert:innen-Wissen ist kein Problem. Aber wie wuppe ich ein Kollegengespräch im Radio oder gar eine Live-Schalte im TV, wenn ich kurzfristig eine Anfrage bekomme? Wie bereite ich mich vor, was sind die technischen Voraussetzungen und Stolperfallen? Darum geht’s beim Stammtisch der Auslands-Freien am Montag, 11. September, um 19 Uhr deutscher Zeit auf Zoom. Zu Gast ist Nicole Ris, Lateinamerika-Korrespondentin der Deutschen Welle. Nicole arbeitet seit sechs Jahren frei auf Spanisch und Englisch fürs Fernsehen der DW, in der Regel als Ein-Frau-Show. Anmeldung hier für alle, die noch nicht im Auslands-Verteiler sind.

  • „Wenn du schon mal da bist …“: Um Portraitfotos beim Ortstermingeht’s beim :Freischreiber-Stammtisch in München am Mittwoch, 13. September, um 18 Uhr. Der Workshop mit Fotograf und Journalist Jörg Spaniol ist auf 10 Teilnehmer:innen begrenzt. Anmeldung schnellstmöglich noch hier.
  • Netzwerken via Zoom heißt es für die Fernsehfreien am 13. September. Los geht’s um 19 Uhr. Meldet Euch im Vereinsheim auf Slack #fernsehfreie.
  • Honorare verhandeln, von denen man gut leben kann:Freischreiber ist mit mehreren Mitgliedern beim diesjährigen Reporter:innen-Workshop des Vereins Reporter:innenforum dabei (Freitag, 15. und Samstag, 16. September, beim Spiegel in Hamburg). Vorsitzender Joachim Budde und Carolina Torres von unserer Geschäftsstelle rechnen mit euch in einem Honorar-Workshop am Freitag von 18-19.30 Uhr durch, was eure Arbeit wert ist und wie ihr realistisch kalkuliert. Mehr Infos hier. Wer schon mal üben will, dem/der empfehlen wir den jetzt schon legendären :Freischreiber-Bierdeckel für den Tagessatz! Und: Der #ReWo23 fällt in die Hamburger Woche der Pressefreiheit (siehe unten) – falls ihr vorher noch Zeit habt, Veranstaltungen in Hamburg zu besuchen.
  • Wie schaffe ich es, dass sich selbst langwierige Recherchen finanziell lohnen? Florian Sturm erklärt das im „Crashkurs: Mehrfachverwertung“ am Donnerstag, 28. September, 13–17 Uhr auf Zoom. Florians Spezialität sind „magazinige“ Recherchen. Leider gibt es keine Plätze mehr – wegen der großen Nachfrage werden wir den Crashkurs aber voraussichtlich im Frühjahr wieder anbieten! Mehr Infos hier.
Anna-Maria Kuricova
  • Wie moderiere ich unbequeme Podien & Interviews? Du bist perfekt vorbereitet, führst sicher durch Interview oder Podiumsdiskussion – bis dein Gegenüber eine Frage stellt, die dich völlig aus dem Konzept bringt. Oder: Ein Gesprächspartner schweift ständig ab, antwortet nicht auf Kritik, greift dich an. Was tun? Dozentin Anna-Maria Kuricová zeigt’s im Crashkurs am Donnerstag, 12. Oktober, von 9–13 Uhr auf Zoom. Das Webinar orientiert sich am Berufsalltag freier Journalist:innen, wechselt zwischen Gruppen-, Partner- und Einzelübungen. Mehr Infos und Anmeldung hier.
  • „Wissenswerter“ Regio-Stammtisch: Du fährst zur „Wissenswerte“ in Freiburg? Dann komm zum überregionalen :Freischreiber-Stammtisch am Donnerstag, 26. Oktober, ab 19.30 Uhr im Wirtshaus „Das Quartier“. Unter anderem zu Gast sind die ehemalige :Freischreiber-Vorsitzende Sigrid März, der aktuelle Vorsitzende Joachim Budde und Freischreiber:innen aus ganz Deutschland. Eine tolle Chance, mal was aus anderen :Freischreiber-Regionen zu erfahren – oder ein bisschen mehr hinter die Kulissen des Verbands zu schauen. Infos und Anmeldung (damit wir einen ausreichend großen Tisch bestellen können) hier.
  • Klimajournalismus – ist das was für mich? Das kannst du bei der digitalen Mittagspause am Freitag, 27. Oktober, von 12–13 Uhr herausfinden. Zu Gast sind die Freischreiberinnen Katharina Mauund Leonie Sontheimer. Sie engagieren sich im Netzwerk Klimajournalismus Deutschland für die Vernetzung von Journalist:innen und unterstützen so die Klimaberichterstattung. In dieser Mittagspause vermitteln sie eine kleine Dosis von dem Basiswissen, das alle Journalist:innen haben sollten, außerdem erzählen sie, wie sie den Newsletter „Onboarding Klimajournalismus“ entwickelt haben und beantworten all eure Fragen rund um das Netzwerk und die Klimaberichterstattung. Anmeldung hier.

Dies & Das

  • „Jeder dritte junge Mann findet es in Ordnung, wenn ihm im Streit mit der Partnerin die Hand ausrutscht.“ Diese Schlagzeile schaffte es im Juni in einige Medien. Dabei war die Studie, die angeblich zu diesem Ergebnis kam, methodisch schwach und keineswegs geeignet für diese Schlussfolgerung. Wie konnte das passieren? Die Wissenschaftsjournalistin Dr. Kathrin Kühn vom Deutschlandfunkanalysiert in einem Gastbeitrag auf dem Portal wissenschaftskommunikation.de, was Themenumfeld, Konkurrenz und Strukturen in Medienhäusern damit zu tun haben. Und sie gibt Tipps, hochgejazzte Meldungen zu entlarven. Bestes Beispiel: Die Meldung machte an einem Sonntag Furore.
  • Wie können Journalist:innen über die AfD berichten? Das Netzwerk Neue Deutsche Medienmacher*innen gibt fünf Tipps, wie Journalist:innen über die Partei berichten können, ohne sich für ihre Agenda einspannen zu lassen. Die Kurzversion: Perspektiven von marginalisierten Gruppen berücksichtigen, Transparenz schaffen, Kontext setzen, Vorsicht vor rechtem Agenda-Setting und Wording sowie AfD richtig einordnen. Die Langversion mit Beispielen findet ihr hier.
  • Internationaler Fotojournalismus: Am Donnerstag, 14. September, findet um 19 Uhr die Eröffnung der „Hamburg Portfolio Review“ statt. Die Ausstellung ist eine Kollaboration von Stern, Geo, Freelensund der University of Europe for Applied Sciences mit Hauptsitz in Potsdam und will Nachwuchsfotograf:innen Sichtbarkeit verschaffen. Die Arbeiten der internationalen Talente greifen beispielsweise die Stimmung in Armenien auf oder zeigen, wie sich eine junge Frau in Bosnien-Herzegowina aus der Familientradition des Müllsammelns zu befreien versucht, und die Besetzung und Räumung des Weilers Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier. Freelens präsentiert die Arbeiten bis zum 18. Oktober in der Freelens-Galerie (Alter Steinweg 15, Hamburg). Vom 15. September bis 11. Oktober ist außerdem eine Ausstellung im öffentlichen Raum auf dem Platz der Republik vor dem Altonaer Museum mit weiteren Arbeiten der „Hamburg Portfolio Review“ zu sehen.
  • Freischreiberin Pauline Tillmann arbeitet jetzt als Programm-Managerin fürs Better Leaders Lab. Das will herausfinden, welche Themen rund um gute Führung, strategisches Management und digitale Transformation freien Journalist:innen besonders unter den Nägeln brennen. Pauline freut sich, wenn ihr dafür diese kurze Umfrage ausfüllt. Wer mitmacht, bekommt zehn Prozent Rabatt auf das erste Better-Leader-Labs-Training (in Präsenz oder online) im Frühjahr 2024.

Fortbildungen

  • Die erste Hamburger Woche der Pressefreiheit steht unter dem Motto „Freiheit für die Wahrheit“. Vom 11. bis 16. September geht es in Diskussionen, Veranstaltungen, Fotoausstellungen und Workshops um Presse- und Informationsfreiheit in Deutschland und weltweit. Zu Gast sind internationale Expert:innen, Exiljournalist:innen und Korrespondent:innen. Das Programm findet ihr hier. Teils gibt es Livestreams der Veranstaltungen. Organisiert wird die Woche von Körber-Stiftung, ZEIT-Stiftung, der Behörde für Kultur und Medien der Stadt Hamburg, dem NDR, Netzwerk Recherche und weiteren Partner:innen wie RiffReporter und Correctiv.
Freischreiberin Eva Wolfangel
  • Von der Reportage zum Buch: Wie das gelingt, zeigen zwei parallele Masterclasses an der Reportageschule Reutlingen vom 18. bis 22. September. Wer aus journalistischen Recherchen einen Roman machen will, lernt das schreiberische Handwerk mit den Journalist:innen und Roman-Autor:innen Laura Cwiertnia, Alena Schröder, Alexander Osang und Jan Weiler. Die Lektorinnen Duygu Maus von Penguin und Martina Klüver von Luchterhand/btb zeigen, wie ihr erfolgreich Roman-Exposés verfasst. Oder ihr stürzt euch auf die Praxis des Sachbuch-Schreibens mit den Journalist:innen und Sachbuch-Autor:innen Eva Wolfangel, Ronald Reng, Anita Blasberg sowie Franziska Grillmeier und besprecht eure Exposés mit Martin Breitfeld von Kiwi und Kathrin Liedtke vom Berlin Verlag. Mehr Infos hier. Die Kurse kosten jeweils 749 Euro. :Freischreiber-Mitglieder bekommen 100 Euro Rabatt, wenn sie sich zuvor in der Geschäftsstelle melden.
  • Wissenschaft und computerunterstützte Recherche sind Thema der SciCAR-Konferenz. Sie will vom Freitag, 29. September, bis Samstag, 30. September, in Dortmund Daten, Journalist:innen und Wissenschaftler:innen zusammenbringen. Das CAR im Namen steht nämlich für „Computer Assisted Reporting“. Programm und Eintrittskarten gibt’s hier. Organisiert wird die SciCAR von Netzwerk Recherche, der TU Dortmund, der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) sowie dem Science Media Center Germany.
  • Es gibt noch Karten (ab 124 Euro) fürs Scoopcamp, die Konferenz für den Journalismus der Zukunft. Termin ist am Donnerstag, 14. September, im „Space“ im Kreativspeicher M28 in Hamburg (das ist auch während der „Woche der Pressefreiheit“, siehe oben).
  • Digitale Resilienz: Widerstandskraft und Selbstführung in Krisenzeiten sollen freie Journalist:innen beim kostenlosen Online-Workshop von Vocer lernen. Außerdem geht es darum, kreativer und zufriedener zu werden. Termine des zweitägigen Workshops sind Montag, 25. September, von 9-16 Uhr, und Dienstag, 26. September, von 9-13 Uhr. Trainer sind Leif Kramp, Alexander von Streit und Stephan Weichert plus Gäste. Mehr Infos und Anmeldung hier.
  • Beim „Inspiration Day“ wollen das Medieninnovationszentrum Babelsberg und Netzwerk Recherche frischen Wind in die Redaktionen bringen. Termin ist Donnerstag, 5. Oktober, von 9.30–17 Uhr. In den Workshops stellen sich sechs inspirierende Projekte vor. Es geht um KI für Podcaster:innen, animierte Videos aus Texten, Satellitendaten für Geschichten aus dem All, das unterhaltsame Erzählen von Recherchen im Reporter-Slam, Lokaljournalismus mit Tiefgang und ein Online-Magazin, bei dem Journalist:innen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammenarbeiten. Anschließend könnt ihr das alles auf Praxistauglichkeit prüfen. Mehr Infos und Anmeldung hier.
  • Eigenschutz und Quellenschutz für freie Journalist:innen: Um Sicherheit bei der digitalen Recherche geht es am Freitag, 20. Oktober, von 9.30-17.30 Uhr beim Training mit Daniel Moßbrucker. Der Workshop ist kostenlos und findet in den Räumen von Reporter ohne Grenzen in Berlin statt. Er ist mit einem Forschungsprojekt der Uni Hamburg verbunden. Mehr Infos hier. Auf Anfrage übernehmen die Veranstalter:innen Reisekosten bis zu 100 Euro. Verbindliche Anmeldung mit Kontaktdaten an Volker Lilienthal.

Preise & Stipendien

  • Auf nach Kenia: Das Journalists Network lädt vom 12. bis 25. November zur Recherchereise nach Afrika ein. Thema ist „Kenia – 60 Jahre nach der Unabhängigkeit“. Es geht um Klimaschutz, Ernährungssicherheit und die Rechte der LGBTIQ+-Community. Der Eigenanteil beträgt zwischen 550 und 750 Euro. Bewerbung bis 17. September.
  • Neue Förderrunde für Gründer:innen: Netzwerk Recherche und die Schöpflin Stiftung schreiben zum achten Mal die Grow-Stipendien für gemeinnützigen Journalismus aus. Förderwürdig sind Projekte, bei denen Gemeinwohl und die Recherche im Mittelpunkt stehen. Die Gründer:innen bekommen ein Jahr lang Beratung, Weiterbildungsangebote, Vernetzungsmöglichkeiten sowie eine Projektförderung in Höhe von 3000 Euro. Bewerbung bis 17. September.
  • Die Otto-Brenner-Stiftung schreibt erstmals eine „Auszeichnung für behinderte Journalist*innen“ aus. Sie will auf diese Weise die Perspektive in Medien und Berichterstattung weiten. Dafür vergibt sie zwei Recherchestipendien in Höhe von je 3000 Euro für Journalist:innen, die ein Thema mit gesellschaftlicher Relevanz beleuchten und Lösungsansätze recherchieren wollen. Für Beiträge, die bereits in Print, Fernsehen, Hörfunk oder online veröffentlicht wurden, gibt es zwei Auszeichnungen in Höhe von je 2000 Euro. Bewerbung bis einschließlich Samstag, 30. September. Mehr Infos hier.

Nun frisch ans Werk! Schaut bei unseren Veranstaltungen vorbei. Und vielleicht treffen wir uns ja auch beim einen oder anderen Workshop. Würde uns freuen! Eure spätsommerlichen Freischreiber:innen

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Auch Freie dürfen und sollen Urlaub machen. Habt ihr eure Auszeit für dieses Jahr schon genommen? War sie so nass wie die unsere? Was für ein „Sommer“! Seit heute ist die Geschäftsstelle zurück aus dem Urlaub. Wir starten direkt durch:

In diesem Newsletter berichten wir, wie ernst die Freien beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) den Urlaub nehmen. Das ist natürlich kein Selbstzweck, es geht ums (Über-)Leben im freien Journalismus. Genau darum drehen sich auch die ersten Zeilen dieses Newsletters.

Presseförderung: ja oder nein?

In fast 40 Prozent der deutschen Gemeinden wird es wohl 2025 keine Lokalzeitung mehr geben. Diese düstere Prognose des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) zitieren Leif Kramp und Stephan Weichert vom gemeinnützigen Think Tank Vocer in dem Gastbeitrag „Die Wüste wächst“ für die Süddeutsche Zeitung (SZ). Die beiden Medienexperten klopfen darin die Pläne der Bundesregierung für eine Presseförderung ab. 

Wie könnte die öffentliche Hand den Medien helfen, ohne Schaden anzurichten? Die Vocer-Chefs befragten dazu auch die damalige :Freischreiber-Vorständin Anja Reiter. Sie warnte im Namen des Vorstands, dass „staatliche Journalismusförderung auf keinen Fall mit der Gießkanne passieren“ dürfe, weil sie auf diese Weise wenig zukunftsweisende Unternehmungen am Leben hält. Auch direkte Subventionen lehnen die :Freischreiber ab, „um Einflussnahme zu vermeiden“.  

Es muss sich aber dringend etwas ändern. Anjas Analyse der aktuellen Situation: „Immer mehr Medienhäuser [begeben sich] auf Sparkurs oder verstricken sich in heikle Abhängigkeiten: Sie lassen Pressereisen von Unternehmen finanzieren, veröffentlichen als Journalismus getarnte PR-Beiträge und Advertorials oder verzichten gleich ganz auf zeitaufwendige und kostenintensive Recherchen.“ Dieser Kurs schwäche „das kostbarste Gut der Medien: die Glaubwürdigkeit“.

Gemeinsame Ferien beim rbb

Wie ernst das Thema Urlaub ist, zeigen die Freien beim rbb. Mit ihrer Aktion #wirsindnichtda haben sie für einigen (medialen) Wirbel gesorgt. 

Wir finden die Aktion so gut, dass wir sie hier unbedingt erwähnen wollen. Insgesamt 359 Kolleg:innen haben sich gemeinsam in die Ferien verabschiedet, offiziell mit Schreiben an die Interimsintendantin Katrin Vernau. Mit gemeinsamem Urlaub verleihen die Freien beim rbb ihren Forderungen nach Gehaltsangleichung und erweitertem Bestandsschutz Nachdruck. Um diese beiden Punkte geht es auch bei den seit zwei Jahren laufenden und derzeit ruhenden Tarifverhandlungen. 

Beim Sender konnten einige Sendeplätze mit Archivmaterial gefüllt werden, wie etwa der Tagesspiegel oder die taz berichten. Wie es bei den Verhandlungen mit der designierten Intendantin Ulrike Demmer weitergeht, werden wir voraussichtlich im September erfahren. Die Junge Welt und die FAZ geben schon mal einen Ausblick darauf.

Freischreiber-Termine

  • Mit dem Textverarbeitungs-Programm Scrivener sortierst du Gedanken, Recherchen und Pläne – und verarbeitest sie zu fertigen Texten vom Artikel bis zum Buch. Wissenschaftsjournalistin und :Freischreiber-Vorständin Caroline Ring zeigt im „Crashkurs: Scrivener“ an zwei Vormittagen, wie das geht. Termin ist Freitag, 18. August, von 9–12 Uhr und Freitag, 25. August, von 9–10 Uhr. Schnell sein bei der Anmeldung lohnt sich.
  • Auslands-Stammtisch: Nächster Termin ist am Donnerstag, 10. August, um 19 Uhr deutscher Zeit. Das Thema wird noch bekannt gegeben. Wer noch nicht im Auslands-Verteiler ist, schreibt bitte eine E-Mail an Katharina.
  • Wie nutzt du KI in deinem Alltag? Freischreiberin Pauline Tillmann sucht Antworten darauf – und diskutiert darüber mit uns und Expertin Marie Kilg in der digitalen Mittagspause am Mittwoch, 6. September, von 13–14 Uhr auf Zoom. Marie ist freiberufliche Journalistin und arbeitet hauptsächlich für das Lab der Deutschen Welle als technische Koordinatorin für Innovationsprojekte. Sie ist außerdem unterwegs als Dozentin, Speakerin und Beraterin rund um das Thema künstliche Intelligenz. Anmeldung hier
  • News von der VG Wort: Was tut sich bei der Verwertungsgesellschaft Wort, mit deren Ausschüttungen sich viele Freie den Urlaub finanzieren? Seit Juni ist :Freischreiber mit mehreren Mitgliedern im Verwaltungsrat vertreten. In der digitalen Mittagspause am Freitag, 11. August, 12–13 Uhr auf Zoom, berichtet Oliver Eberhardt, warum das so wichtig ist und was die aktuellen Herausforderungen in Sachen Urheberrecht sind. Falls ihr Fragen habt, schickt sie vorab an unser Büro. Das leitet eure E-Mails an Olli weiter. Anmeldung hier.
  • Vier Stunden für funkelnde Sätze: Schon mal vormerken für alle, die vormittags nie Zeit haben: Wir haben einen Nachmittagstermin für unseren Fortbildungsklassiker mit Ariel Hauptmeier organisiert. Der „Crashkurs: Besser schreiben“ findet Freitag, 8. September, von 13–17 Uhr auf Zoom statt. Zur Anmeldung geht’s hier lang.
  • Wie schaffe ich es, dass sich selbst langwierige Recherchen finanziell lohnen? Florian Sturm erklärt das im „Crashkurs: Mehrfachverwertung“ am Donnerstag, 28. September, 13–17 Uhr auf Zoom. Florians Spezialität sind „magazinige“ Recherchen. Mehr Infos und Anmeldung hier.

Freischreiberiges

Wir gratulieren Jan Rübel und Sandra Weiss zum Constructive World Award2023. :Freischreiber Jan Rübel hat gemeinsam mit Fotograf Sascha Montag den Preis in der Kategorie „Fundamental Survival“ erhalten. Die beiden beleuchten in ihrem Beitrag „Ein harmloses Geräusch kann für Kinder das Grauen zurückholen“ die Erforschung und Behandlung von Traumata bei Kleinkindern. Kern ihrer Reportage für Welt ist eine Studie, die Erzieher:innen, Therapeut:innen und Wissenschaftler:innen der Technischen Universität München und des Ulmer Uniklinikums mit geflüchteten Kindern in Deutschland durchgeführt haben.

In der Kategorie „Economic Life“ konnte :Freischreiberin Sandra Weissmit Freelens-Fotograf Florian Koop überzeugen. Gemeinsam haben sie Ernst Götsch begleitet. Der Schweizer Agronom setzt im brasilianischen Bundesstaat Bahia auf syntropische Landwirtschaft. Diese Form der Mischkultur aus Forstwirtschaft, Ackerbau und Tierhaltung ist das Gegenstück zu Monokulturen. Statt Böden auszulaugen, steigert sie den Ertrag ohne den Einsatz von Insektiziden, Dünger oder Pestiziden. Die Erfolge und Hindernisse der syntropischen Landwirtschaft dokumentieren Sandra und Florian auf der Projektplattform www.amazonian-future.de

Focus online will mit dem Constructive World Award den lösungsorientierten Journalismus fördern. Bewerben können sich Tandems aus Menschen, die gesellschaftliche Probleme anpacken, und Journalist:innen, die lösungsorientiert darüber berichten. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmals verliehen.

Florian Sturm ist überglücklich: „Unser Buch – bzw. dein Buch – ist da!!! Wären da nicht die müden Hände vom Signieren und die langen Oberarme vom Schleppen, wir könnten es noch immer nicht glauben. Vor fast zwei Jahren hatten Chris und ich diese – damals noch utopische – Idee: Ein Buch. Über Leute, die sich für unsere Meere einsetzen. Im Eigenverlag. Ein echtes, richtiges, wahrhaftiges Buch. Crazy…“ Es heißt „Ein Leben für den Ozean”.

Herzliche Glückwünsche, lieber Florian!

Dies & Das

  • Die „Kompakte Hilfe für Solo-Selbstständige“ (KOMPASS) soll fit machen für das Leben als Unternehmer:in, wozu auch freie Journalist:innen zählen. Das Programm des Europäischen Sozialfonds für Deutschland und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hilft mit Weiterbildung dabei, das eigene Geschäftsmodell auf stabile Füße zu stellen. Anträge sind ab sofort möglich. Mehr Infos, eine Liste der zugelassenen Anlaufstellen sowie Förderrichtlinien findet ihr hier. Das Ganze soll „unbürokratisch und niedrigschwellig“ sein, heißt es auf der Website. Es gibt aber noch einige offene Fragen, sagt der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland.
  • Was Freie gegen miese Honorare tun können erklärt unter anderem Silke Burmester in diesem Artikel im Medien-Magazin der Gewerkschaft Verdi. Mit Verweis auf das :FreischreiberVerhandlungsskript und unser Honorartool. Apropos: Schaut Honorare nach und tragt vor allem eure Sätze dort ein, damit wir endlich über Geld reden können! Eure anonymen Datenspenden sind wichtig, um das Tool aktuell zu halten.
  • Der Podcast Was mit Medien widmet sich im aktuellen Newsletter ebenfalls Mark Zuckerbergs möglichem Wandel vom Saulus zum Paulus, weil er bei seinem KI-Modell auf einmal auf Open Source setzt. Dazu gibt’s 20 lesenswerte Lehren zum 20. Geburtstag des Mediums Podcast. Der erste erschien am 9. Juli 2003 und hieß damals noch Audio-Blogging.

Fortbildungen

  • Schöner (und besser) berichten über queere Menschen: Das Queere Netzwerk NRW lädt am Samstag, 12. August, zur Queeren Pressewerkstatt nach Köln ein. Georgine Kellermann (WDR) und Johannes Kram (Autor) eröffnen die Veranstaltung. Nach einem „Speed-Dating“ zwischen Journalist:innen und Aktiven aus der queeren Community gibt es unter anderem einen speziellen Workshop für (gerne heterosexuelle) Journalist:innen, geleitet von Wissenschaftsjournalist Axel Bach (Vorstand des Bunds Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ). Mehr Infos und Anmeldung bis zum 4. August hier.
  • Wie melde ich korrekt meine Werke bei der VG Wort, damit’s Geld gibt? Diese Frage beantwortete die VG Wort in Juni in einer Webinar-Serie. Die Aufzeichnungen sind hier online zu finden.
  • Es gibt noch Karten (ab 124 Euro) fürs Scoopcamp, die Konferenz für den Journalismus der Zukunft. Termin ist am Donnerstag, 14. September, im „Space“ im Kreativspeicher M28 in Hamburg.
  • Zwischen Handwerk und KI – Zeitenwende im Journalismus?Unter diesem Motto steht der diesjährige Reporter-Workshop des Reporter:innen-Forums beim Spiegel in Hamburg. 42 Workshops und ein Coaching („Wie du aus deiner Recherche eine Insta-Story in 20 Minuten machst“) stehen am Freitag und Samstag (15. + 16. September) auf dem Programm. Die Themen gehen quer durch den Gemüsegarten. Die Referent:innen können sich sehen lassen – darunter Carolina Torres und Joachim Budde von :Freischreibermit einem Workshop zum Honorare-Verhandeln. Infos und Karten (149 Euro) hier.
  • Sei doch nicht so negativ! Das Bonn Institute lädt ebenfalls am 15. und 16. September zum „b° future festival“, dem „Festival für Journalismus und konstruktiven Dialog“Tickets (79 Euro, ermäßigt 49 Euro) und Infos gibt es hier. Die meisten Veranstaltungen am Samstag sind aber gratis und frei zugänglich.
  • Von der Reportage zum Buch: Wie das gelingt, zeigen zwei parallele Masterclasses an der Reportageschule Reutlingen vom 18. bis 22. September. Wer aus journalistischen Recherchen einen Romanmachen will, lernt das schreiberische Handwerk mit den Journalist:innen und Roman-Autor:innen Laura Cwiertnia, Alena Schröder, Alexander Osang und Jan Weiler. Die Lektorinnen Duygu Maus von Penguin und Martina Klüver von Luchterhand/btb zeigen, wie ihr erfolgreich Roman-Exposés verfasst. Oder ihr stürzt euch gleich auf die Praxis des Sachbuch-Schreibens mit den Journalist:innen und Sachbuch-Autor:innen Eva Wolfangel, Ronald Reng, Anita Blasberg sowie Franziska Grillmeier und besprecht dann eure Exposés mit Martin Breitfeld von Kiwi und Kathrin Liedtke vom Berlin Verlag. Mehr Infos hier. Die Kurse kosten jeweils 749 Euro. :Freischreiber-Mitglieder bekommen 100 Euro Rabatt, wenn sie sich zuvor in der Geschäftsstelle melden.
  • Digitale ResilienzWiderstandskraft und Selbstführung in Krisenzeiten sollen freie Journalist:innen beim kostenlosen Online-Workshop von Vocer lernen. Außerdem geht es darum, kreativer und zufriedener zu werden. Termine des zweitägigen Workshops sind Montag, 25. September, von 9-16 Uhr, und Dienstag, 26. September, von 9-13 Uhr. Trainer sind Leif Kramp, Alexander von Streit und Stephan Weichert plus Gäste. Mehr Infos und Anmeldung hier.
  • Beim „Inspiration Day“ wollen das Medieninnovationszentrum Babelsberg und Netzwerk Recherche frischen Wind in die Redaktionen bringen. Termin ist Donnerstag, 5. Oktober, von 9:30–17 Uhr. In den Workshops stellen sich sechs inspirierende Projekte vor. Es geht um KI für Podcaster:innen, animierte Videos aus Texten, Satellitendaten für Geschichten aus dem All, Recherchen unterhaltsam im Reporter-Slam erzählen, Lokaljournalismus mit Tiefgang und ein Online-Magazin, bei dem Journalist:innen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammenarbeiten. Anschließend könnt ihr das alles auf Praxistauglichkeit prüfen. Mehr Infos und Anmeldung hier.
  • Eigenschutz und Quellenschutz für freie Journalist:innen: Um Sicherheit bei der digitalen Recherche geht es am Freitag, 20. Oktober, von 9.30-17.30 Uhr beim Training mit Daniel Moßbrucker. Der Workshop ist kostenlos und findet in den Räumen von Reporter ohne Grenzen in Berlin statt. Er ist mit einem Forschungsprojekt der Uni Hamburg verbunden. Mehr Infos hier. Auf Anfrage können Reisekosten bis zu 100 Euro übernommen werden. Verbindliche Anmeldung mit Kontaktdaten bei Volker Lilienthal.
  • Wohin geht’s mit dem Lokaljournalismus? Das ist Thema der ersten CORRECTIV.Lokal Konferenz am Wochenende vom 21. und 22. Oktober in Erfurt. Programm und Karten hier.
  • True Crime: Was dürfen diese Formate? Wie gehen Journalist:innen sorgsam mit den Opfern der Verbrechen um, über die sie berichten? Das Magazin der „Opfervereinigung Weißer Ring“ hat einen Report zu den „Wa(h)ren Verbrechen“ herausgebracht. Nachzulesen hier.

Stipendien & Preise

  • Nachwuchsjournalistinnen, die zu einem Thema mit geschlechtergerechter und gesellschaftlicher Relevanz arbeiten wollen, können sich noch bis 1. September für das Hedwig-Dohm-Recherchestipendium des Journalistinnenbunds bewerben. Es ist mit 2000 Euro dotiert. 
  • Die Otto-Brenner-Stiftung schreibt erstmals eine „Auszeichnung für behinderte Journalist*innen“ aus. Sie will auf diese Weise die Perspektive in Medien und Berichterstattung weiten. Dafür vergibt sie zwei Recherchestipendien in Höhe von je 3000 Euro für Journalist:innen, die ein Thema mit gesellschaftlicher Relevanz beleuchten und Lösungsansätze recherchieren wollen. Für Beiträge, die bereits in Print, Fernsehen, Hörfunk oder Online veröffentlicht wurden, gibt es zwei Auszeichnungen in Höhe von je 2000 Euro. Bewerbung bis einschließlich Samstag, 30. September. Mehr Infos hier.
  • Deutsch-Mittelosteuropäisches Journalistenstipendium: In Redaktionen im Ausland mitarbeiten, für Heimatmedien schreiben und gleichzeitig Spezialwissen sammeln – dafür gibt es das IJP-Austauschprogramm. Die aktuelle Ausschreibung richtet sich an Journalist:innen aus Deutschland, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Slowenien und der Slowakei, die sich sechs bis acht Wochen Klima- und Energiethemen widmen wollen, gerne auch länderübergreifend. Die Stipendiat:innen erhalten eine einmalige Zahlung von 3800 Euro als Zuschuss zu Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft. Der Einführungstag ist voraussichtlich im Oktober. Der Aufenthalt beim Gastmedium in einem der Länder kann frühestens im Anschluss beginnen, sollte aber spätestens 2024 stattfinden. Bewerbungsschluss ist der 15. August 2023.
  • Neue Förderrunde für Gründer:innen: Netzwerk Recherche und die Schöpflin Stiftung schreiben zum achten Mal die Grow-Stipendienfür gemeinnützigen Journalismus aus. Förderwürdig sind Projekte, bei denen Gemeinwohl und die Recherche im Mittelpunkt stehen. Die Gründer:innen bekommen ein Jahr lang Beratung, Weiterbildungsangebote, Vernetzungsmöglichkeiten sowie eine Projektförderung in Höhe von 3000 Euro. Bewerbung bis 17. September.
  • Für die Umweltstipendien von Netzwerk Recherche sind laufend Bewerbungen möglich. Die maximale Höhe beträgt 5000 Euro. Mehr Infos hier.
  • Wer zu Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektorsrecherchieren will, kann sich fortlaufend für einen Gastaufenthalt am „Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung“ (Zevedi) der TU Darmstadt bewerben. Zusammen mit der Mercator-Stiftung vergibt das Zevedi jährlich bis zu fünf Stipendien. Für vier bis sechs Wochen erhalten die „Mercator-Journalists in Residence“ monatlich 3500 Euro, um sich ihrem Forschungs- oder Praxisvorhaben widmen zu können.

An dieser Stelle endet nicht nur der Newsletter. Auch die Urlaubszeit geht zu Ende, zumindest für das :Freischreiber-Büro. Ab sofort könnt ihr wieder Ideen und Fragen, Anregungen und Kritik loswerden. Allen, die ihren Urlaub noch vor sich haben, wünschen wir viel Erholung und schöne Erlebnisse. Allen anderen einen guten Start in den Arbeitsalltag. 

Entspannte Grüße!

Eure Freischreiber:innen