„Freischreiber“ heißt weiterhin „Freischreiber“ – das hat die Mitgliederversammlung am 2. Oktober entschieden. Der Verbandsname „Freischreiber e.V. – Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten“ bleibt demnach so bestehen, wie er am 15. November 2008 vergeben wurde. Damals trafen sich in Berlin etwa 140 freie Journalist*innen, um ihre Idee von einem Verband von Freien zu verwirklichen. „Freie kann man nicht zähmen und in einen Verband packen“, raunten bereits im Vorfeld die Skeptiker. Aber Freischreiber hat gezeigt: Doch, es geht!

Knapp 900 Mitglieder zählt der Verband in diesem Herbst, und er wächst stetig. Das ist nicht selbstverständlich, die Corona-Pandemie traf vor allem die Freien mit voller Wucht. Auch darüber wurde auf der Mitgliederversammlung gesprochen, und in guter Freischreiber-Manier sogar über den einen oder anderen Tagespunkt diskutiert und gestritten.

Auf die Arbeit folgte das Vergnügen. Im ganzen Land feierten Freischreiber*innen in ihren Regiogruppen: Die Berliner schlürften Cocktails, die Hamburger Brotbier; Rhein-Main traf sich – mit grüner Soße – unter Palmen und in München gab es Bier ohne Waldmeister. Für #grüneLaune bzw. #grueneLaune sorgte zudem Grüne Post, die die Regiogruppe „Provinz“ an Menschen abseits der Metropolen verschickte. NRW musste schieben, zwar keine Fahrräder, aber den Termin; kurz darauf ging es in die Bonner Kinemathek.

Wahlen, Wahlen, Wahlen


Außerdem haben die Mitglieder am 2. Oktober gewählt. Acht Kandidat*innen haben sich um einen Platz im Vorstand von Freischreiber beworben, alle acht wurden mit großer Zustimmung gewählt: Joachim BuddeOliver EberhardtRegine MarxenSigrid MärzKatharina Müller-GüldemeisterAnja ReiterJan Schwenkenbecher und Katharina Wojczenko. Auf gute Zusammenarbeit!

Gleichzeitig verließen Carola DornerJakob Vicari und Jens Eber nach vielen Jahren engagierten Ehrenamts den Vorstand. An dieser Stelle danken wir euch – erneut – für all die Zeit und Energie, die ihr in den Verband investiert habt.

Der Aufnahmeausschuss entscheidet im Zweifelsfall, wer Freischreiber-Mitglied werden darf oder eben nicht. Weiterhin dabei sind Frank Keil, Jörg Spaniol, Steve Przybilla und Carolin Wilms. Sie erhalten Verstärkung vom neu gewählten Stefan Mey. Benno Stieber – langjähriges Ausschuss-Mitglied – trat nicht erneut an. Vielen Dank für euren Einsatz!

Wenige Tage später, am 6. Oktober, versammelte sich der neue Vorstand zu konstituierenden Sitzung. Es wurde erneut gewählt; das erste Mal in der Verbandsgeschichte gibt es eine Doppelspitze: Sigrid März und Oliver Eberhardt werden Freischreiber gemeinsam vertreten. Stellvertreterin ist Regine Marxen. Um die Finanzen wird sich zukünftig Jan Schwenkenbecher kümmern. In den kommenden Tagen und Wochen wird sich der neue Vorstand sortieren und schon bald mit altbekannter Schlagkraft in neue Projekte starten.

Freischreiber-Termine


Der Oktober bereitet uns langsam beziehungsweise – bei einem Blick aus dem Fenster – eher in Schallgeschwindigkeit auf den Herbst vor. Vielleicht ist jetzt wieder mehr Zeit für Projekte, die wir schon lange vor uns herschieben? Oder für den einen oder anderen Freischreiber-Crashkurs:

  • Crashkurs: Besser Schreiben mit Ariel Hauptmeier. Na klar bist du ein Text-Profi. Du kennst die Regeln guter Sprache, du hast deinen Wolf Schneider gelesen, weißt, wie Wörter wirken. Aber – ist da vielleicht noch mehr drin? Finde es am 15. Oktober oder 19. November heraus.

 

  • Crashkurs: Frei im Kopf. Ständig kreativ sein, einen Text nach dem anderen schreiben, immer das Beste geben: All das lässt allmählich die Quelle versiegen, aus der wir gute Stücke schaffen. Irgendwann liest sich jeder Satz, als hätten wir ihn aus Blei gegossen. Höchste Zeit, sich auf die Suche zu machen: nach neuen Inspirationen. Die verstecken sich überall, nur nicht da, wo wir sie vermuten.
    Bei „Frei im Kopf“ am 19. und 20. Oktober geht es mit Freischreiberin Katharina Jakobab ins Dickicht, mitten hinein in den Unfug. Denn Inspirationen brauchen vor allem eines: Spaß.

Außerdem:

Ihr habt es sicherlich gemerkt – einige Angebote sind für Freischreiber-Mitglieder deutlich günstiger. Du bist noch kein Freischreiber-Mitglied? Kein Problem – hier kannst du dich anmelden.

Freischreiberiges


Freischreiberin Katharina Mau sucht Lokaljournalist*innen und Lokalredaktionen, die Interesse an Klimaberichterstattung mit lokalem Bezug haben – was bedeutet es ganz konkret für euren Landkreis, wenn es bis Mitte des Jahrhunderts bis zu drei Grad heißer sein wird als bisher? Gemeinsam mit den Journalisten Nick Reimer und Toralf Staud arbeitet sie daran, Wissenschaftler*innen mit Lokalredaktionen zusammenzubringen. Wenn ihr selbst Interesse habt oder Redaktionen kennt, die Interesse haben könnten, meldet euch bei katharina.mau@posteo.de.

Förderung/Stipendien/Preise


Neustarthilfe Plus – noch bis zum 31. Oktober 2021 beantragen! Die Neustarthilfe Plus entspricht weitestgehend der Anfang des Jahres gestarteten Neustarthilfe, mit dem Unterschied, dass der Bemessungszeitraum drei statt sechs Monate beträgt und die maximale Fördersumme etwas höher liegt. Gerechnet wird wieder nach dem Umsatz aus 2019 (im Regelfall); ausgezahlt werden 50 Prozent des sogenannten Referenzumsatzes (2019 geteilt durch 12) für – wie gesagt – drei Monate bis zu einem Höchstbetrag von 4.500 Euro. Neu ist auch, dass die Selbstständigkeit nicht mehr schon vor März 2020, sondern erst vor dem 1. November 2020 aufgenommen worden sein muss. Dies ermöglicht auch jenen, die sich nach März 2020 selbstständig gemacht haben, die Antragstellung. Die weiteren Kriterien entsprechen denen der Neustarthilfe, wie wir sie auf der Homepage beschreiben.

Die Reporterakademie Berlin vergibt Stipendienan Nachwuchsjournalist*innen, um Qualitätsjournalismus zu fördern und zentrale demokratische Werte zu stärken. Bewerbt euch noch bis zum 10. Oktober.

Nicht nur die VG WORT (ihr könnt euch auch hier immer noch um ein Stipendium bewerben!), auch der Deutsche Literaturfonds vergibt im Rahmen von NEUSTART KULTUR Gelder an Autor*innen. Ab sofort können manche Verlagsautorinnen und -autoren über die Sonderförderung „Ausgefallen!“ einmalig 4.000 Euro beantragen.

„Medium Magazin“ sucht Hidden Stars: also Textchef*innen, CvD, Fact-Checker, Social-Media-Redakteur*innen usw. – all diejenigen, die mit ihrer exzellenten und unverzichtbaren Arbeit dafür sorgen, dass es in den Redaktionen rundläuft und andere glänzen können. Diesen Menschen könnt ihr jetzt ganz einfach eure Wertschätzung zeigen: Macht mit und nominiert noch bis zum 11. Oktober euren Hidden Star 2021.

Reisen


Eine der wenigen Informationsreisen des Pressenetzwerks führt vom 11. bis zum 17. Dezember nach Tel Aviv, Jerusalem und Haifa, wo ihr euch aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Themenschwerpunkt „Jugendmedien und Medienkompetenz“ beschäftigen könnt. Informationen findet ihr auf der Website.

Workshops


Das Reporter:innen-Forum lädt zum Super-Workshop-Tag am 30. Oktober von 10 bis 18 Uhr. In bis zu 30 Workshops diskutieren sie online über Themen wie „Journalismus vs. Aktivismus“, „Reportagen ohne Zeitdruck“ oder – hört, hört – „Besser leben als Freier“. Ab sofort könnt ihr euch anmelden.

Vom 27.–28. Oktober erklärt Michael Obert von der Reporterakademie Berlin unter dem Titel „Gut leben als freie/r Journalist/in“, wie du für deine journalistische Arbeit gute und faire Honorare erzielst. Im Rahmen unserer Kooperation erhalten Freischreiber*innen einen Rabatt von 20 Prozent. Das Angebot gilt bis zum 10. Oktober.

Und zum Ausklang erneut „Selfcare für Freischreiber*innen“


Die Freischreiberinnen Verena Carl und Anne Ottohaben kürzlich ein Buch zum Thema Selbstfürsorge bei Beltz veröffentlicht: „Ich bin dann mal bei mir“. Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es oft ist, die eigenen Bedürfnisse im hektischen Alltag zu achten und die eigenen Grenzen zu wahren. Für euch haben sie ihre Trickkiste geöffnet und geben jeden Monat eine Anregung für den besseren Umgang mit euch selbst (und dadurch auch mit anderen!)

Heute #3: Slow Art: Entschleunigung für Schnelldenker*innen
Als Journalist*innen sind wir die Champions der Oberflächlichkeit. Nein, das ist keine Nestbeschmutzung und kein „Lügenpresse“-Geschrei aus der eigenen Mitte, sondern beschreibt im Gegenteil eine Begabung, die uns alle eint: Wir schaffen es spielend, viele Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten und uns schnell einen Überblick zu verschaffen. Es liegt in unserer DNA, uns teils völlig fremde Fachgebiete in so kurzer Zeit wie möglich draufzuschaffen, und zwar genau in der maßgeschneiderten Tiefe, die wir für unseren jeweiligen Auftrag brauchen; wir schaffen es während einer Aufzugfahrt, ein paar Kernaussagen eines Gesprächspartners einzusammeln und lesen ein dickes Fachbuch in zwei Stunden quer, wenn wir ein Interview vorbereiten. Damit passen wir ziemlich gut in eine Umwelt, die von ständig wechselnden Reizen, einer permanent wachsenden Menge von Kommunikationskanälen und einer immer höheren Drehzahl gekennzeichnet ist.


Doch das, was eine unserer Stärken und Kernkompetenzen ist, kann uns gleichzeitig auch schaden – sowohl beruflich wie privat. Denn wer ständig mit High Speed unterwegs ist, der riskiert eine große Erschöpfung, einen dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel, und verlernt anderes, das wir nicht minder gut gebrauchen können: das genaue Hinsehen, die vorurteilsfreie Wahrnehmung, die Fähigkeit, uns überraschen, inspirieren, bezaubern zu lassen. Dinge, Worte, Eindrücke nachwirken zu lassen, statt sofort zack-zack zum Nächsten überzugehen. Deshalb sind Achtsamkeitsübungen nicht nur privat hilfreich, sondern auch eine gute Vorbereitung auf das nächste Interview oder ein Redaktionsmeeting, bei dem es um wichtige Entscheidungen geht: Sie helfen uns, mehr bei uns selbst anzukommen, in hektischen Zeiten ruhig zu bleiben und empathisch auf unsere Liebsten, auf Kinder oder Freund*innen zu reagieren, genauso wie auf Arbeitspartner*innen.


Ehe jetzt jemand aufschreit: Nee, bloß nicht, jetzt soll ich zehn Minuten lang eine Rosine kauen und wahrnehmen, was ich dabei empfinde: Es gibt weitaus angenehmere Methoden. Etwa „Slow Art“, eine Technik, die ursprünglich von einem US-amerikanischen Kreativberater stammt: Der setzte sich schon vor einigen Jahren einfach mal 20 Minuten lang vor ein abstraktes Bild, ohne zu werten, ohne zu analysieren, und beobachtete, was das mit ihm machte. Der augenöffnende Instant-Erholungseffekt war so eindrücklich, dass mittlerweile eine richtige Bewegung daraus geworden ist, inklusive weltweitem „Slow Art Day“ (slowartday.com). Das Prinzip: Man geht in ein Museum (oder nimmt sich wahlweise einen Kunstband zur Hand), sucht sich intuitiv drei Werke aus und lässt jedes ausführlich auf sich wirken, nach dem Prinzip: see, think, wonder – also hinschauen, reflektieren, eigene Gedanken weiterspinnen. Wenn Kunst nicht euer Ding ist: auch Slow Sport (etwa Yoga, Qi Gong und Co), Slow Reading (etwa von Lyrik) oder Slow Food (im Sinne von: achtsam eine Mahlzeit zu sich nehmen) können solche erholsamen Gedankenbremsen sein. Wetten, hinterher habt ihr einen ganz neuen, wachen Blick auf vieles und fühlt euch wie nach einer Woche Urlaub? Enjoy!

In diesem Sinne:
Bleibt gesund und frei.
Eure Freischreiber*innen

Ihr wisst es bereits, am 2. Oktober wählen wir bei der Mitgliederversammlung unseren neuen Vorstand. Nach der Arbeit kommt das Vergnügen: Unsere Regio-Gruppen laden unter dem Motto #grueneLaune „in echt“ ein zum Feiern, Radeln, Kochen und Schnacken. Bitte meldet euch rechtzeitig an und beachtet die 3G-Regeln:

Regio-Gruppe NRW

2.10., 14 Uhr, Radtour von Trinkhalle zu Trinkhalle, ab Bahnhof Herne, Anmeldung auch kurzfristig noch möglich, und zwar hier

„Auch wir wollen natürlich die Mitgliederversammlung am 2. Oktober der Freischreiber gebührend mit dem einem oder anderen Kalt- oder Heißgetränk feiern und das werden wir uns sportlich erarbeiten: Wir machen eine Fahrradtour á la Ruhrpott, nämlich von Trinkhalle zu Trinkhalle. Wir starten um 14 Uhr am Bahnhof, in Herne und da werden wir nach harter Beinarbeit auch wieder ankommen. Steve hat beschlossen, dass das Wetter großartig wird. Ich werde also nur zur Beschwichtigung Thors eine Regenjacke mitnehmen… Bitte sagt uns Bescheid, ob ihr mitfahren wollt. Wir freuen uns auf euch!
Renate, Denise & Steve“

Regio-Gruppe Berlin: Kochen mit grünen Zutaten

2.10., ab 18.30 Uhr, Anmeldung bis zum 16.9. hier

„Wir, die Berlin-Orgas, besorgen alles, was wir für die Fabrikation von Nudeln und Zubehör (Soße, Pesto, Parmesan, etc.) benötigen. Und ihr bringt mit, was ihr trinken möchtet – plus vielleicht 1-2 Bier mehr. Dann kann nichts schiefgehen.“ (Christoph & Katja)

Küche & Foyer von n-ost 
Alexandrinenstraße 2-3, Aufgang C 
10969 Berlin

Regios in der ProvinzEs grünt so grün am Lieblingsort

2.10., Anmeldung inkl. Anschrift bis 21.9. hier

Die Regiogruppe „Provinz“ trifft sich überall dort, wo’s schön (und grün) ist: beim Sonnenaufgang in der Berghütte, beim Spaziergang über Felder, beim Sonnenuntergang am Strand. Vielleicht werden wir nicht alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein, aber wir werden Grüße aus der Provinz in die Welt schicken. 

Und so geht’s: Ab dem 23.9. bekommt ihr Post von Sigrid und Tomma mit einer grünen Überraschung. Mit dieser könnt ihr am 2. Oktober (oder vorher, falls ihr an dem Tag keine Zeit habt) an eurem Lieblingsort eine „grüne Stunde“ verbringen: abhängen oder laut „Freischreiber“ gegen die Bergwand brüllen – wonach immer euch ist. Dann schickt ihr ein Foto/Video à la „Ich & mein Lieblingsort & mein grünes Freischreiber-Ding“, damit wir es in den sozialen Medien und auf der Website in der Provinzgruppe teilen können (#grueneLaune). Schreibt uns bitte, wie wir euer Bild verwenden dürfen. Für alle, die ein paar bekannte Gesichter im kleinen Kreis sehen wollen, gibt es am Abend auch ein Zoom-Meeting. 

Regio-Gruppe Hamburg: Per Fahrrad in die Brauerei

2.10., ab 15.30 Uhr, Anmeldung bis zum 22.9. hier

Die Regio-Leiterinnen Regine Marxen und Anne Klesse laden euch ein zur Radtour an der Elbe. Am Ziel wartet eine Perle unter den Bier-Manufakturen: das Wildwuchs Brauwerk in Wilhelmsburg.

„Braumeister Fiete wird uns ein Bier präsentieren und uns dabei seine Brauerei vorstellen. Wie wird aus Malz, Wasser, Hopfen und Hefe ein gutes Bio-Bier? Und weshalb ist gerade Bier für HH so wichtig, historisch gesehen?“, fragt Regine, die übrigens nicht nur Freischreiberin ist, sondern auch „International Beer Sommelière“.

Treffen mit Rad: 15.30 Uhr, Hauptbahnhof
Dauer Brauerei-Führung: ca. 1,5 Std.
Kosten Führung: 15€/Person

Regio-Gruppe Rhein-MainUnter Palmen

2.10., ab 15 Uhr, Anmeldung bis zum 24.9. hier

Die Regio-Chefin Alice lädt ein in den Frankfurter Palmengarten. Am Abend gibt es grüne Sauce in der Apfelweingaststätte Atschel.

Der Palmengarten feiert dieses Jahr 150. Geburtstag. Zu diesem Anlass gibt es zwei Ausstellungen zwischen den Palmen: imd_plant transistor und Transformationen. Nach dem Genuss von Natur und Klanginstallationen geht es in die Apfelweingaststätte Atschel, einem der ältesten Apfelweinlokale der Stadt.

Treffen nachmittags: 15 Uhr, Eingang Palmengartenstraße (Station Bockenheimer Warte)

Treffen abends: 18.30 Uhr, Apfelweingaststätte Atschel, Wallstraße 7, 60594 Frankfurt-Sachsenhausen (Haltestelle Südbahnhof / Lokalbahnhof / Affentorplatz)

Regio-Gruppe München: Bier ohne Waldmeister

2.10., ab 15 Uhr, Anmeldung bis zum 27.9. hier

Königlich lasst ihr euch am 2. Oktober in München bewirten: Eure Regio-Leiterinnen Lucia und Astrid laden ein in den „Königlichen Hirschgarten“. „Bei gutem Wetter ist der Tisch draußen im Biergarten unter den nicht mehr so grünen Kastanienbäumen reserviert, bei Regen drinnen in der Stube (mit 3G-Regeln). Da man in Bayern glücklicherweise kein Bier mit Waldmeister bestellen kann, müsst ihr die #grueneLaune einfach selbst mitbringen.“

Der Tisch ist auf „Freischreiber/de Paulis“ reserviert.

Königlicher Hirschgarten, Hirschgarten 1, 80639 München

Mit frischem Wind geht es jetzt, nach der Sommerpause, wieder los: Am 2. Oktober laden wir unsere Mitglieder ein zur Wahl eines neuen Vorstands. Er wird die nächsten zwei Jahre über die Geschicke des Vereins und seiner Freien lenken und bestimmen.

Da derzeit niemand guten Gewissens sagen kann, was am 2. Oktober in Sachen Pandemie los ist, wird die Versammlung von 9:30 Uhr bis maximal 12 Uhr digital stattfinden. Am Abend treffen wir uns an verschiedenen Orten im Land „in echt“, zum Beispiel zum Radfahren ins Grüne und Brauerei-Erkunden in Hamburg und zum Kochen mit allerlei grünen Zutaten in Berlin.

Wir freuen uns und haben schon #grueneLaune. Weitere Details folgen und werden bald hier bekannt gegeben, die Einladung erfolgte bereits per Mitgliedermail. Ach, du bist noch kein Freischreiber-Mitglied? Das kann sich ändern. Übrigens: Um Fördermitglied zu werden, musst du nicht mal freie*r Journalist*in sein.

Selfcare und Wasser

Unsere Mitglieder waren auch in den Sommermonaten fleißig. Freischreiberin Verena Carl und ihre Kollegin Anne Otto etwa, Psychologin und Autorin, haben ein Buch zum Thema Selbstfürsorge bei Beltz veröffentlicht: „Ich bin dann mal bei mir“. Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es oft ist, die eigenen Bedürfnisse im hektischen Alltag zu achten und die eigenen Grenzen zu wahren.

Die vier Freischreiberinnen Julia Neumann, Simone Schlindwein, Katharina Wojczenko und Natalie Mayroth sowie die freie Kollegin Ilona Eveleens haben im vergangenen Jahr vom European Journalism Center (EJC) ein einjähriges Stipendium erhalten, für das sie sich als freie taz-Korrespondentinnen beworben hatten. Die Ergebnisse in Form von 27 Artikeln, die unter anderem nach Indien, in den Sudan oder nach Indonesien führen und alle um das Thema „Ressource Wasser“ kreisen, kannst du nun hier betrachten. Demnächst wird ein Podcast hinzukommen, weitere Ideen warten darauf, umgesetzt zu werden.

Freie gesucht

Freischreiberin Christiane Neubauer ist neue freiberufliche Chefredakteurin von „RADtouren“, einem Magazin für Radreisen mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren und Sitz in Köln. Wer sich mit diesem Thema befasst, ist eingeladen, sich bei ihr mit entsprechenden Ideen zu melden: „Das Seitenhonorar beträgt 100 Euro. Das ist nicht viel, aber da die Strecken bis zu 10 Seiten lang sind, kommt oft ein ganz nettes Sümmchen zusammen. Zweitverwertung ist möglich.“ Einen Wunsch hat sie noch: „Autoren sollten mitreißende Reisereportagen schreiben und überdurchschnittlich gut fotografieren können.“ Und so erreicht man sie: Christiane.Neubauer-at-radtouren-magazin.com.

Auch Freischreiberin Iris Hinneburg wirbt um freie Mitarbeiter*innen. Und zwar für das Magazin „Gute Pillen – Schlechte Pillen“, zu dessen Redaktionsteam sie gehört: „Die unabhängige Zeitschrift bietet für Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse unabhängige, verständliche und evidenzbasierte Informationen zu Themen rund um Gesundheit und Krankheiten. Besonders beschäftigen wir uns mit neuen Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln, fragwürdigen Gesundheitsprodukten und begleiten kritisch die Entwicklungen in der Medizin und auf dem Arzneimittelmarkt. Um unsere Unabhängigkeit zu bewahren, vor allem von der Pharmaindustrie, finanzieren wir uns ausschließlich über unsere Leser*innen und verzichten auf Werbung.“ Wen das anspricht und wer in diesem Bereich unterwegs ist, möge sich mit drei Arbeitsproben und Ideen bei Jörg Schaaber unter der E-Mail Redaktion-at-GP-SP.de melden.

Dies & das

„Es ist gefährlich zu glauben, eine Geschichte verstanden zu haben, bevor man sich ans Schreiben macht. Man muss sie im Gegenteil so erzählen, als ob man es das erste Mal täte.“ Sagt Stefan Keller, langjähriger Redakteur der Schweizer Wochenzeitung „WOZ“, der kurz vor dem Ruhestand steht. Und weil es ja nie verkehrt sein kann, mal einem zuzuhören, der viel Erfahrung gesammelt hat; und der auch zu bedenken gibt, warum die Reportage sich hüten sollte, sich zu sehr ins zu Kunstfertige zu flüchten, wo das ‚Fälschen‘ bald allzu nah liegt, legen wir euch die Lektüre eines lesenswerten Interviews mit ihm ans Herz – besonders dann, wenn ihr mal ins Nachdenken kommen möchtet.

Nach Norddeutschland führt der Dokumentarfilm „Die letzten Reporter“ von Jean Boué, den Silvia Hallensleben auf der Kinoseite im Freitag empfiehlt: „Unter den Anwesenden ist auch Thomas Willmann, der seit 25 Jahren in der Sportredaktion der ,Schweriner Volkszeitung‘ arbeitet und mit Handschlag begrüßt wird, wenn er als Berichterstatter mit Fotokamera und Notizblock zu einem Wettkampf in der Region antritt. Weil Willmann die Menschen, über die er schreibt, so gut kennt, verbietet er sich selbst zu deutliche Stellungnahmen. Jetzt soll auch er seine ,Geschichten‘ zusätzlich für Tablet und Smartphone und als Videos aufarbeiten. Dabei telefoniert er bis jetzt noch mit einem alten Knochen-Handy.“ Hört sich doch gut an, oder? Und dann schaut euch zusätzlich noch den Trailer an und ihr werdet euch auf die Suche machen, in welchem Kino der Film läuft …

Seminare & Kurse

Keinen Kurs im eigentlichen Sinne, aber einen Abend voller Tipps und Tricks gibt’s in Leipzig: Unsere tollen Regioleiterinnen Insa van den Berg und Carolin Wilms laden am 1. September, 19:30 Uhr, ins Volkshaus, Karl-Liebknecht-Straße 30-32. Thema: „Honorar-Empfehlungen und wie wir sie umsetzen“. Weitere Infos demnächst hier. Wer regelmäßig über Treffen in Leipzig informiert werden möchte, meldet sich hier an. Gäste sind willkommen.

„,Der Zauber vom Baumwall ist verflogen‘, sagte sinngemäß ein ehemaliger Nannen-Schüler von mir, der wie alle anderen voller Begeisterung und mit großen Träumen in den Journalismus gestartet war“, so beginnt Freischreiber Uwe H. Martin die Ausschreibung für seinen Workshop „Vision Lab – How to build a sustainable media practice, reach new audiences, and initiate change“. Und weiter: „Doch Journalismus kann noch immer ein Traumberuf sein. Dafür muss man ihn aber neu denken, an seinen Rändern und im Kern weiterentwickeln.“ Also hat er einen „Coaching Workshop“ entwickelt, der sich an Einsteiger und alte Häsinnen wendet. Dafür geht es vom 20.-24. September ins luxemburgische Centre national de l’audiovisuel (CNA). Die Kosten: für Profis 150 Euro, für Studierende nur 75 Euro. Weil: Der Staat Luxemburg fördert.

Preise & Stipendien

Der Hessische Journalistenpreis kommt einerseits sehr allgemein, andererseits sehr speziell daher: Es geht thematisch um die Pandemie – in Hessen. Dazu werden „journalistische Beiträge aller Genres und Sparten gesucht, die in herausragender Art und Weise darstellen, welchen Herausforderungen sich Menschen, Organisationen und Unternehmen in Hessen stellen mussten und welche Lösungen sie erarbeitet haben, um die Krise für die Gesellschaft, aber auch für den eigenen Fortbestand zu bewältigen.“ Bewerbungsschluss ist der 6. September, zu vergeben sind 10.000 Euro und man muss nicht aus Hessen kommen, möchte man sich bewerben.

14 Millionen Katzen leben in Deutschland, denen noch mal zehn Millionen Hunde zur Seite stehen. Und wer kümmert sich medizinisch gesehen und vor allem impfend um sie? 12.000 niedergelassene Tierärzt*innen. Wessen journalistisches Herz jetzt höher schlägt, der sollte sich für den Medienpreis Tiergesundheit interessieren. Noch bis zum 31. August kann man sich bewerben; vergeben werden drei Preise in Höhe von 5.000, 3.000 und 1.000 Euro und damit in Gold, Silber und Bronze.

So. Das war‘s schon wieder. Also fast. Denn auch diesmal halten wir eine kleine Kleinigkeit parat: einen schmalen, schönen Roman für den Strandkorb, für die Liegewiese, für den Balkon: „Vater und ich“ von Dilek Güngör. Erzählt wird von einer jungen Frau, die das Schweigen zu ihrem einst so vertrauten Vater durchbrechen möchte und ihn deshalb daheim besucht, wo er doch sagt: „Du musst nicht kommen.“

Was das mit uns zu tun hat? Wie die Autorin ist auch die Roman-Heldin als Journalistin unterwegs und so überlegt sie: Vielleicht sollte ich einfach ein Mikrophon auf den Küchentisch stellen und meinen Vater wie einen ganz normalen Protagonisten interviewen. Ob das eine gute Idee wäre?

In diesem Sinne:
Kommt weiterhin gut durch die Tage!

Eure Freischreiber*innen

Vom 7. bis zum 24. August entspannt die Geschäftsstelle im Urlaub. Wir wünschen euch fröhliche Sommerwochen und freuen uns auf’s Wiedersehen mit Frischluft im Kopf!

Nach der Pause geht es wieder los mit Freischreiber-Terminen: Am 7. September etwa lernt ihr von und mit Katharina Jakob, Honorare zu verhandeln. Am 2. Oktober steht die Vorstandswahl mit #grüneLaune-Treffen in ganz Deutschland an. Weitere Webinare von Online-Moderation-Training bis hin zu Texteinstiegen findet ihr hier.

Die Frist zur Registrierung ist abgelaufen.

Am 2. Oktober kommt es auf euch an: Sagt uns, was ihr von unserer Arbeit haltet, wählt einen neuen Vorstand und einen neuen Aufnahmeausschuss.

Ohne diese Gremien und vor allem die Menschen dahinter kann Freischreiber nicht existieren. Kurz: Ohne Wahl, nix Freischreiber. Deshalb kommt von 9.30 bis 12 Uhr zu unserer digitalen Mitgliederversammlung.
Achtung: Die Frist zur Anmeldung ist inzwischen abgelaufen! Es ist keine Registrierung mehr möglich.

Nachmittags und abends laden wir euch zu Treffen der Regio-Gruppen ein. Wir bitten alle, sich an die 3G-Regeln zu halten. Wer abseits von Städten wohnt oder nicht live dabei sein kann, bekommt grüne Post – lasst euch überraschen… Wir freuen uns und haben schon #grueneLaune.

Regio-Gruppe Köln: Der Pott radelt zur Trinkhalle

2.10., ab 14 Uhr, Anmeldung hier

Auch die Kölner Regio-Leiter*innen Steve, Denise und Renate wollen die Mitgliederversammlung feiern – „und das werden wir uns sportlich erarbeiten: Wir machen eine Fahrradtour à la Ruhrpott, nämlich von Trinkhalle zu Trinkhalle. 

Wir starten um zwei am Bahnhof in Herne, dort werden wir nach harter Beinarbeit auch wieder ankommen. Steve hat beschlossen, dass das Wetter großartig wird. Ich (Renate) werde also nur zur Beschwichtigung Thors eine Regenjacke mitnehmen. Bitte sagt uns Bescheid, ob ihr mitfahren wollt. Wir freuen uns auf euch!“

Regio-Gruppe Berlin: Kochen mit grünen Zutaten

2.10., ab 18.30 Uhr, Anmeldung bis zum 16.9. hier

„Wir, die Berlin-Orgas, besorgen alles, was wir für die Fabrikation von Nudeln und Zubehör (Soße, Pesto, Parmesan, etc.) benötigen. Und ihr bringt mit, was ihr trinken möchtet – plus vielleicht 1-2 Bier mehr. Dann kann nichts schiefgehen.“ (Christoph & Katja)

Küche & Foyer von n-ost
Alexandrinenstraße 2-3, Aufgang C
10969 Berlin

Regios in der Provinz: Es grünt so grün am Lieblingsort

2.10., Anmeldung inkl. Anschrift bis 21.9. hier

Die Regiogruppe „Provinz“ trifft sich überall dort, wo’s schön (und grün) ist: beim Sonnenaufgang in der Berghütte, beim Spaziergang über Felder, beim Sonnenuntergang am Strand. Vielleicht werden wir nicht alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein, aber wir werden Grüße aus der Provinz in die Welt schicken. 

Und so geht’s: Ab dem 23.9. bekommt ihr Post von Sigrid und Tomma mit einer grünen Überraschung. Mit dieser könnt ihr am 2. Oktober (oder vorher, falls ihr an dem Tag keine Zeit habt) an eurem Lieblingsort eine „grüne Stunde“ verbringen: abhängen oder laut „Freischreiber“ gegen die Bergwand brüllen – wonach immer euch ist. Dann schickt ihr ein Foto/Video à la „Ich & mein Lieblingsort & mein grünes Freischreiber-Ding“, damit wir es in den sozialen Medien und auf der Website in der Provinzgruppe teilen können (#grueneLaune). Schreibt uns bitte, wie wir euer Bild verwenden dürfen. Für alle, die ein paar bekannte Gesichter im kleinen Kreis sehen wollen, gibt es am Abend auch ein Zoom-Meeting.

Regio-Gruppe Hamburg: Per Fahrrad in die Brauerei

2.10., ab 15.30 Uhr, Anmeldung bis zum 22.9. hier

Die Regio-Leiterinnen Regine Marxen und Anne Klesse laden euch ein zur Radtour an der Elbe. Am Ziel wartet eine Perle unter den Bier-Manufakturen: das Wildwuchs Brauwerk in Wilhelmsburg.

„Braumeister Fiete wird uns ein Bier präsentieren und uns dabei seine Brauerei vorstellen. Wie wird aus Malz, Wasser, Hopfen und Hefe ein gutes Bio-Bier? Und weshalb ist gerade Bier für HH so wichtig, historisch gesehen?“, fragt Regine, die übrigens nicht nur Freischreiberin ist, sondern auch „International Beer Sommelière“.

Treffen mit Rad: 15.30 Uhr, Hauptbahnhof
Dauer Brauerei-Führung: ca. 1,5 Std.
Kosten Führung: 15€/Person

Regio-Gruppe Rhein-Main: Unter Palmen

2.10., ab 15 Uhr, Anmeldung bis zum 24.9. hier

Die Regio-Chefin Alice lädt ein in den Frankfurter Palmengarten. Am Abend gibt es grüne Sauce in der Apfelweingaststätte Atschel.

Der Palmengarten feiert dieses Jahr 150. Geburtstag. Zu diesem Anlass gibt es zwei Ausstellungen zwischen den Palmen: imd_plant transistor und Transformationen. Nach dem Genuss von Natur und Klanginstallationen geht es in die Apfelweingaststätte Atschel, einem der ältesten Apfelweinlokale der Stadt.

Treffen nachmittags: 15 Uhr, Eingang Palmengartenstraße (Station Bockenheimer Warte)

Treffen abends: 18.30 Uhr, Apfelweingaststätte Atschel, Wallstraße 7, 60594 Frankfurt-Sachsenhausen (Haltestelle Südbahnhof / Lokalbahnhof / Affentorplatz)

Regio-Gruppe München: Bier ohne Waldmeister

2.10., ab 15 Uhr, Anmeldung bis zum 27.9. hier

Königlich lasst ihr euch am 2. Oktober in München bewirten: Eure Regio-Leiterinnen Lucia und Astrid laden ein in den „Königlichen Hirschgarten“. „Bei gutem Wetter ist der Tisch draußen im Biergarten unter den nicht mehr so grünen Kastanienbäumen reserviert, bei Regen drinnen in der Stube (mit 3G-Regeln). Da man in Bayern glücklicherweise kein Bier mit Waldmeister bestellen kann, müsst ihr die #grueneLaune einfach selbst mitbringen.“

Der Tisch ist auf „Freischreiber/de Paulis“ reserviert.

Königlicher Hirschgarten, Hirschgarten 1, 80639 München

Ja, zumindest einmal kurz. Oder besser noch: anhaltend über die Feiertage. Das wünschen wir euch allen nach diesem sehr, sehr anstrengenden Jahr. Nehmt eine Weile den Druck raus, denkt bei Leise rieselt der Schnee nicht „toll, wann hat es hier das letzte Mal ordentlich geschneit?“ und bei Ihr Kinderlein kommet nicht an Homeschooling. Verkneift euch bei Stille Nacht, heilige Nacht einen Kommentar zum Böllerverbot. Singt die alten Weihnachtslieder – so richtig oder schief ihr eben könnt. Schenkt euch Punsch nach und schnuppert am O Tannenbaum.

Auch wenn wir Weihnachten in diesem Jahr nicht so feiern können, wie wir eigentlich wollten: Machen wir das Beste draus. Das immerhin haben wir alle in dem Jahr gelernt. Irgendwie das Beste draus zu machen. Schöpfen wir etwas Kraft aus den Tagen. Es könnte sein, dass wir sie noch brauchen. Alle Jahre wieder. Und jetzt: 

Fröhliche Weihnacht überall

Eigentlich wollten wir an einem November-Wochenende mit euch feiern und tanzen. In einem wunderschönen, grün dekorierten Raum in Hamburg. Wir wollten Reden halten, uns auf Podien fetzen, alte Bekannte und Freundinnen so richtig feste in die Arme nehmen, Sekt und grüne Cocktails mit euch trinken, mit schweren Beinen, einem Kopf voller Ideen und viel, viel Wumms nach Hause wanken.

Eigentlich wollten wir Preise verleihen! Den Himmelpreis für vorbildlich faires und den Höllepreis für ekliges Verhalten. Unsere schönen Skulpturen aus Porzellanpapier, die immer im Atomkoffer unendlich vorsichtig durch Deutschland transportiert werden müssen. Sonst gibt es Scherben ohne Glück.

Erst haben wir uns überlegt, ob wir eine andere Präsenz-Veranstaltung planen wollen. Irgendwo draußen mit grünen Masken im Gesicht. Aber dafür die Freischreiber zweimal durch die Republik schicken? Nein. Irgendein neues Digitalformat ausprobieren? Eine Preisverleihung ohne Publikum, ohne Reden, ohne Applaus? Nee. Das wollen wir nicht. Wir brauchen die Veranstaltung, wir brauchen euch alle an einem Ort. Wir brauchen die Freischreiberinnen und die Freischreiber. Es ist großartig, euch in den digitalen Mittagspausen und in den Webinaren zu sehen, Freie in ganz Deutschland und auf der ganzen Welt. Aber eine Preisverleihung? Digital? Das ist wie doppelt aufgegossener Tee, dünner Kaffee, Reden durch Filter. Wir brauchen die Preisverleihung in ECHT.

Das Besser-als-Nichts-Jahr
Ihr ahnt es schon: Es ist – wie alles – anders in diesem Jahr. Als wir euch um eure Vorschläge gebeten haben, dachten wir noch, das könnte klappen mit einer Preisverleihung im Herbst. Der Optimismus stirbt beim Freischreiber bekanntermaßen zuletzt. Nun fragt ihr euch: „Was ist aus meinem Vorschlag geworden?“ Keine Sorge. Er war nicht umsonst.
Wir haben uns eure Vorschläge genau angesehen. Wir haben sie daraufhin überprüft, ob sie einen Corona-Bezug haben, denn das war in diesem Jahr das Thema. Wir haben keinen Vorschlag vergessen. Wir haben nachgefragt und Beweise gesucht. Immer wieder nachgefragt und immer wieder gemerkt: Wenn es darum geht, dass noch jemand die Hand hebt und einen Vorwurf bekräftigt, dann kam ganz, ganz wenig.

Wir können eine Hölle-Nominierung nicht auf einer einzigen Beschwerde aufbauen. Wir brauchen zweite und dritte Quellen, Beweise, Veröffentlichungen. Wir haben unseren Quellen zugesichert, dass niemand ihren Namen erfährt. Aber wieder kam da nichts bis wenig. Keine freien Kolleg*innen, die gesagt hätten, bei mir war das auch so.
Wir kennen das Problem. Uns ist schon so mancher Höllekandidat von der Schaufel gesprungen, weil die Vorwürfe stark und die Beweise mau waren. Das ist jedes Mal schade und frustrierend – für uns und für euch. In diesem Jahr stehen viele Freie in einem ganz anderen Maß als sonst mit dem Rücken zur Wand. Viele Kolleginnen und Kollegen haben Auftraggeber und sehr viele Aufträge verloren. Weniger Präsenztermine, weniger Seminare, weniger Geld auf dem Konto. Dafür mehr Druck.

Zum Teufel mit ihnen?
Viele halten gerade jetzt zu Auftraggebern, die sie eigentlich zum Teufel schicken sollten. Es ist nicht an uns, das zu verurteilen. Wir verstehen, dass viele ihren Bestand mit allen Mitteln sichern müssen. Auch wenn es den Höllepreis kostet.
Einige hoffnungsvolle Höllekandidaten haben sich im Laufe dieses Höllejahrs wohl auch gebessert. Auch das gibt es. Vielleicht nicht vom Saulus zum Paulus, aber dennoch aus der Hölle Richtung Fegefeuer. Einige Redaktionen und Auftraggeber hatten sich am Anfang der Corona-Krise von ihrer miesesten, höllischen Seite gezeigt. Da wurden Aufträge eingefroren, Honorare gedeckelt, Tagessätze unterboten, Freie abgewickelt, die nicht einmal gesagt bekamen, was da läuft. Als wir später noch ein paar Mal nachfragten, um Höllekandidat*innen nominierungsfein zu machen, hieß es: Die Lage hat sich entspannt, es läuft wieder. Das freut uns natürlich für jeden Auftrag und für jede Zusammenarbeit, die euch über Wasser hält. Aber das bedeutet für dieses bizarre Jahr:

2020, in diesem durchweg höllischen Jahr, wird es keinen Höllepreis geben!

Ein Blick in den Himmel
Wir hatten euch um Einreichungen gebeten zu Redaktionen und Redakteur*innen, die im Laufe der Krise zu euch gestanden haben, die euch unterstützt haben, die gezeigt haben, dass der Freie nicht der Sandsack ist, der schnell mal abgeworfen werden kann, wenn es eng wird. Wir kommen durch dieses Jahr nur, wenn wir zusammenhalten. Freie und Freie. Freie und Feste. Das klingt nach Himmel? Das sollte nach Normalität klingen.

Wir haben Himmelpreis-Einreichungen bekommen, da ging es um Dinge, die so selbstverständlich sind, dass wir wirklich manchmal Angst bekommen; wenn das schon himmelpreiswürdig ist. Redaktionen, die pünktlich bezahlen wurden genannt, Redaktionen, die freundlich sind, Redaktionen, die auf Mails antworten oder ans Telefon gehen. Herrjeh. Wir freuen uns um jeden guten und unkomplizierten Umgang. Aber ist das schon der Himmel?

Zwei Einreichungen fanden wir dann doch himmlisch herausragend. Deshalb gibt es in diesem verrückten Jahr zwei Himmelpreise.

Dem Himmel so nah
Ein Himmelpreis geht an eine Zeitung, die sich von jeher der Solidarität und der Loyalität verschrieben hat. Schon oft haben wir Gutes gehört, schon oft mussten wir sagen, Himmel geht trotzdem nicht, weil das Honorar, mit dem Freie abgespeist werden, unterhalb jeder Grenze liegt. Oder wie es ein Kollege in unserem Honorartool auf den Punkt brachte: Nette Betreuung, mieses Honorar.

Ihr wisst, um wen es geht? Klar. Es geht um die taz. Denn die taz hat in diesem Jahr etwas gemacht, was in Krisenzeiten unschätzbar wertvoll ist: Sie hat an ihre freien Korrespondent*innen und an einige regelmäßige Autor*innen einen dicken fetten Bonus ausgezahlt. Ein dreizehntes Monatshonorar. Nicht zu Weihnachten, sondern zur Krise. Weil die Unsicherheit groß und die Motivation nötig war.

Die ersten Fragen im „Pandemie-Stab“ des Hauses hätten gelautet: „Wie geht es wem? Wie unterstützen wir unsere Freien?“, sagt Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Andreas Marggraf. Die Redaktion schrieb daraufhin an ihre Freien: „Niemand weiß, wie lange die Corona-Krise noch andauern wird. Fest steht nur, dass sie noch lange nicht überstanden ist. Fest steht allerdings auch, dass es die taz in und nach der Krise weiter braucht. Und das heißt auch: Die taz braucht Euch! Vielen Dank für Eure tolle Arbeit in der Vergangenheit, in der Gegenwart – und in der Zukunft!“

Wow. So etwas wollen wir öfter lesen. Und dann auch noch eine Extra-Zahlung. Wenn die Honorare nicht so mau wären, müssten wir alle jetzt zusammenpacken und auf geht’s zur taz. Aber da gibt es noch ein Problem: Etwa 40 Euro für 1.000 Zeichen? taz, ihr seid so gut. Da gibt es – eigentlich – noch etwas Luft bis zum Himmel. Aber ihr bekommt für diesen Schritt dennoch den Himmelpreis der Freischreiber. Herzlichen Glückwunsch!

Himmel!
Den anderen Himmelpreis bekommt in diesem Jahr mal wieder ein Einzelner. Manchmal ist es so; da funkeln die Solitäre mehr als das Ganze. Besonders ist uns das Funkeln in diesem Jahr bei einem Redakteur der Welt aufgefallen. Klaus Geiger wurde gleich mehrfach in den Himmel gelobt. Der Chef der Politik Ausland „antwortet schnell und ausführlich“ (sollte normal sein), „zahlt immer pünktlich“ (sollte auch normal sein), „bietet regelmäßig Feedbackgespräche an und nimmt sich dafür eine Stunde Zeit“ (Holla), „dankt seinen Freien regelmäßig“ (ok), „zahlt extra Geld für minimale Mehrarbeit“ (Potzblitz).

Da mussten wir doch mal nachfragen. Klaus Geiger meint selbst, dass das, was vielen so auffällt, doch eigentlich normal sein sollte. „Vertrauen und Fairness“ müssten stets die Prinzipien sein. Sein ganzes Team handle nach ihnen. „Wir haben schon immer nach Aufwand honoriert.“ Mit und ohne Krise. Zudem sei es für seine Redaktion und ihn wichtig, „im Gespräch zu bleiben über die aktuelle persönliche Lage jedes Mitarbeiters und die Frage, was gerade leistbar ist. Das war in der Corona-Situation noch zentraler“. Das denken wir auch.
Deshalb haben wir mal ausprobiert, ob das auch wirklich so stimmt mit dem tollen Umgang. Es stimmt. Der Auftrag kam prompt, fair, klar. Himmlisch. Gerade in einer Zeit, in der sich viele um ihre Verantwortung drücken und Freie weit von sich schieben, brauchen wir solche Solitäre. Deshalb verleihen wir Klaus Geiger den Himmelpreis 2020. Herzlichen Glückwunsch!

Klaus Geiger von der Welt und Andreas Marggraf aus dem Vorstand der taz: Im Sommer erscheint unser neuestes Werk, die Freienbibel 2. Sie wissen schon so viel über die Freien, sonst hätten Sie den Himmelpreis nicht bekommen. Wenn im Sommer das Buch erscheint, wartet auf Sie die schönste, edelste und persönlichste Ausgabe unserer Freiebibel. Mit gedruckter Widmung, mit Gedicht, gebunden in Leinen. Sobald sie gedruckt ist, treffen wir uns zu einer Veranstaltung im Freien. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir unsere Preise nicht auch noch in echt verleihen könnten.

Und jetzt: Zur Hölle mit dem ganzen Jahr 2020 – und in den Himmel mit unseren Himmelpreisträgern, die uns zeigen, dass es im Höllenjahr auch noch etwas Positives geben kann.

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Freischreiber-Himmel-Preis 2020 from Freischreiber on Vimeo

9. Dezember 2020

Wer Journalismus fördern will, muss Journalistinnen und Journalisten fördern.

In der vergangenen Woche ist etwas Erstaunliches geschehen: Aus heiterem Himmel hat der Haushaltsausschuss des Bundestages im Entwurf für einen Nachtragshaushalt 220 Millionen Euro für „die Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens, zur Förderung des Absatzes und der Verbreitung von Abonnentenzeitungen, -zeitschriften und Anzeigenblättern“ vorgesehen. So unerwartet kam der Geldsegen für die Presseverlage, dass selbst deren Verbände davon überrascht wurden.

Und wir Freischreiber auch.

Zu Beginn der Corona-Krise hatten wir die Verlage gebeten: „Seid solidarisch!“. Bekommen haben wir stattdessen „gestraffte Honorare“. Vor einigen Wochen haben wir dann unseren Honorarreport 2020 veröffentlicht; der Inhalt: ein Horror, für alle, die glauben, dass Kompetenz und Leistung Geld wert sind. Vor allem für Lokalberichterstattung erhalten freie Journalist*innen nicht mehr als ein Taschengeld. Auf das tarifliche Gehalt von Redakteur*innen kommen die meisten nur dann, wenn sie deutlich mehr arbeiten als gesund ist oder fachfremd unterwegs sind. Natürlich könnte man jetzt sagen: Dann macht eben was anderes. Aber wer macht dann den nächsten Termin, erzählt den Menschen, was in ihrem Umfeld passiert? Aus Pflichtgefühl den Menschen, der Demokratie gegenüber machen viele freie Journalist*innen trotzdem weiter, oft weit über die Grenze der Selbstausbeutung hinaus – ein Verantwortungsbewusstsein, dass die Ippens, die Funkes, die Madsacks dieses Landes ganz offensichtlich nicht teilen. Die Krise hatte gerade erst begonnen, als Verlage schon Kurzarbeit anmeldeten, Aufträge stornierten, den Umfang von Zeitungen und Zeitschriften zurückfuhren. Journalismus, so scheint es, ist wie Schweinefleisch: Er muss möglichst billig produziert werden, möglichst hohe Renditen erzielen – auch wenn dies auf Kosten der Menschen und der Allgemeinheit geschieht.

Wir werden oft von Ministerien gebeten, Stellung in Gesetzgebungsverfahren zu beziehen. Dieses Mal, wo wir ein paar wirklich deutliche Worte zu sagen gehabt hätten, wurden wir nicht gefragt.

Deswegen richten wir uns auf diesem Wege an die Politik:

– Denken Sie zuerst an die Journalist*innen, wenn Sie sich um den Erhalt der Informationsvielfalt bemühen. Denn ohne Journalist*innen werden Zeitungen, Zeitschriften und Online-Plattformen leer bleiben.

– Schauen Sie sich an, was außerhalb der Verlage passiert: Journalismus braucht Innovation – jenseits der klassischen Medien ist sie längst im Gange. Fördern Sie nicht nur die großen Verlagshäuser, sondern auch die kleinen, verlagsunabhängigen journalistischen Projekte wie Medwatch, Riffreporter, Krautreporter und andere.

– Sorgen Sie dafür, dass Verlage dazu verpflichtet werden, Honorare zu zahlen, von denen freie Journalist*innen leben können; schaffen Sie ein Urheber*innenvertragsrecht, das für Augenhöhe zwischen Journalist*innen und Verlagen sorgt.

– Schließen Sie Verlage von der Zuteilung der nun bewilligten Gelder aus, deren Geschäftsmodell auf niedrigen Honoraren und restriktiven Vertragsbedingungen aufgebaut ist.

– Sprechen Sie mit uns. Wir Freischreiber vertreten einen großen Teil derjenigen, die journalistische Inhalte produzieren, nicht die Verlage und auch nicht die Gewerkschaften.

Hamburg 6. Juli 2020

Nennt es nicht Honorar! Taschengeld für freie Lokaljournalist*innen.

Hamburg, 19.06.2020: Freischreiber sammelt seit Oktober 2018 über das Honorartool www.wasjournalistenverdienen.de anonyme Angaben zu Honoraren und Gehältern von Journalist*innen. Die aktuelle Auswertung der Daten mit Fokus auf den lokalen Tageszeitungsjournalismus ergab: In einem der wichtigsten Ressorts unserer Branche gibt es für rund ein Viertel der freien Journalist*innen kein Honorar, sondern ein Taschengeld. Zudem hat sich das unterirdische Brutto-Stundenhonorar freier Journalist*innen aus dem vergangenen Jahr bestätigt: 22,73 Euro im Mittel[1] – vor Abzug von Steuern und ohne die Kosten von Arbeitsmitteln, Akquise- und Recherchezeit sowie Urlaubs- und Krankheitstage.

Über Geld zu sprechen ist für freie Journalist*innen existenzentscheidend. Deshalb haben wir unser Honorartool entwickelt, in dem freie Kolleg*innen und Festangestellte ihre Honorare und Gehälter eintragen können – anonym, aber für alle einsehbar. Das Projekt ist eine Kooperation des Freischreiber-Verbands und der beiden Journalisten Haluka Maier-Borst, freier Wissenschafts- und Daten-Journalist unter anderem beim rbb, und Michel Penke, ebenfalls Daten-Journalist bei Correctiv.

Im diesem Jahr erlauben uns die 2064 Datenspenden einen tieferen Einblick in das, was die Branche zahlt. Die Grundlage des ersten Reports 2019 waren noch 1443 Datensätze. Mehr zum Making-of finden Sie hier. Den Report vom vergangenen Jahr finden Sie hier.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

– Unterirdische Bezahlung für freie Journalist*innen: Im Mittel sind es 22,73 Euro brutto pro Stunde.

– Extreme Bandbreite der Honorare: Für 1000 Zeichen können Freie zwischen acht und 200 Euro bekommen, abhängig vom Medium, für das sie arbeiten.

– Immer noch mehr Geld für Print: Am schlechtesten werden die Kolleg*innen bezahlt, die Inhalte digital und analog liefern.

Schwerpunkt lokale Tageszeitungen:

– Taschengeld für Lokaljournalist*innen: 26,2 Prozent aller freien Lokaljournalist*innen verdienen maximal 10 Euro brutto pro Stunde, bei überregionalen Tageszeitungen sind es 22,4 Prozent.

– Insgesamt weniger Geld für Lokaljournalist*innen: Im Lokalen liegt der Honorar-Median noch unter dem Wert, den wir für alle freie Journalist*innen ermittelt haben: bei 18,64 Euro.

– Und es geht noch schlechter: 8,1 Prozent der Freien bei überregionalen Tageszeitungen arbeiten für unter 5 Euro brutto die Stunde, 4,8 Prozent tun das bei den regionalen Tageszeitungen.

Im vergangenen Jahr schrieben wir: „Ein Brutto-Stundensatz von 22,50 Euro – das ist widerwärtig. Davon sollten Journalist*innen nicht leben müssen. Und es auch gar nicht erst versuchen.“

Die Ergebnisse in diesem Jahr sind ein einziger Skandal. Dabei ist der Lokaljournalismus systemrelevant für die Demokratie. Unsere Städte und Gemeinden brauchen gut ausgebildete Journalist*innen, die kritisch über die Geschehnisse vor Ort berichten. Und sie brauchen Verleger*innen, die sich ihrer Verantwortung stellen:

“Sie sind das Problem, Herr Schoo (Funke Mediengruppe), Herr Ippen (Verlagsgruppe Ippen), Herr Döpfner (Axel Springer SE), Herr Wegner (Südwestdeutsche Medien Holding), Herr Bauer (DuMont Schauberg), Herr Düffert (Madsack) und alle Ihre Kolleg*innen, die darüber entscheiden können, ob dieses Land eine Nachrichtenwüste wird. Investieren Sie in einen starken Lokaljournalismus, seien Sie mutig (Sie sind Unternehmer*innen), zahlen Sie anständige Honorare, ernten Sie. Sie könnten sich einen Namen machen.”

Katharina Jakob, stellvertr. Vorsitzende Freischreiber e. V., Autorin des Honorarreports

Daher fordert Freischreiber e. V.:

Von den Auftraggeber*innen: Sie wollen Qualität, die eierlegende Wollmilchsau als Reporter*in, handfeste Dokumentationen unserer Arbeitsweise, alle Rechte an unseren Werken – dann zahlen Sie Honorare, die diese Bezeichnung verdienen. Zahlen Sie anständig! An all die, die das jetzt schon tun, an dieser Stelle ein großer Dank.

Von den Politiker*innen: Schaffen Sie endlich Rahmenbedingungen, die uns freie Journalist*innen davor schützen, ausgenutzt und ausgenommen zu werden: Setzen Sie ein Verbot von Total-Buy-out-Verträgen um, sorgen Sie für den Erhalt des freien Journalismus, besonders im Lokalen.

Von den freien Journalist*innen: Hört auf, für Medien zu arbeiten, die euch unterirdisch bezahlen, verhandelt – immer! – und akzeptiert nicht die unverschämten Verträge, die euch die Auftraggeber*innen zur Unterschrift zusenden. Wir alle müssen uns bei denen bedanken, die das bereits machen. Es sind aber immer noch viel zu wenige.

Den Honorarreport in voller Länge finden Sie hier. Die Pressemitteilung als pdf hier.

[1] Gleitender Median: Wir haben nicht den Durchschnitt unserer Daten errechnet, sondern das mittlere Honorar pro Stunde, den sogenannten gleitenden Median. Der Unterschied besteht darin, dass wir nur die mittigsten Werte berücksichtigt haben, große Ausreißer nach oben und unten fielen so aus der Berechnung heraus. Bei der Durchschnittsberechnung zählen hingegen alle Werte, was zu größeren Verzerrungen führen kann.

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Über Freischreiber: Freischreiber wurde 2008 von freien Journalist*innen gegründet. Heute hat der Verband rund 800 Mitglieder. Wir engagieren uns gegen eine Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der VG Wort, für bessere Arbeitsbedingungen freier Journalistinnen und Journalisten und bieten unseren Mitgliedern ein professionelles Netzwerk für Austausch auf Augenhöhe und berufliche Weiterbildung. Wir arbeiten an einer neuen Auflage der Freienbibel – dem Handbuch für freie Journalist*innen; wir fordern von unseren Auftraggebern Solidarität ein – nicht nur, aber besonders jetzt in der Corona-Krise; und wir setzen uns mit diesem Manifest gegen den Hass gegenüber Journalist*innen ein. Unterstützen Sie unsere Arbeit, werden Sie (Förder-)Mitglied.

Dem Vorstand gehören an: Dr. Carola Dorner (Berlin), Katharina Jakob (Hamburg), Dr. Jakob Vicari (Lüneburg), Jens Eber (Heidenheim), Oliver Eberhardt (Gross-Zimmern), Anna Heidelberg-Stein (Lüneburg) und Nicola Kuhrt (Hamburg).