Eine neue Studie hat die Situation von freien Mitarbeiter*innen bei bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten untersucht.

Freiberufler*innen, die für öffentlich-rechtliche Sendeanstalten tätig sind, seien gegenüber festangestellten Mitarbeiter*innen schlechter gestellt. Sie hätten „(teilweise) schlechtere Arbeitsbedingungen (zum Beispiel Wochenend- und Feiertagsarbeit), erhielten (teilweise) geringere Vergütung, hätten eine schlechtere soziale Absicherung sowie (teilweise) unzureichenden Kündigungsschutz.“ So lauten die Kernaussagen einer umfangreichen Untersuchung, die die Bundestagsfraktion der Linken und die Rosa-Luxemburg-Stiftung gemeinsam in Auftrag gaben. Die Ergebnisse stellten sie Freitag vergangener Woche während einer abendlichen Podiumsrunde in Berlin vor. Die Studie lässt sich hier als PDF herunterladen.

Die ermittelten Zahlen und Aussagen sprechen eine deutliche Sprache: So würden sich 94 Prozent der befragten Freien gegenüber Festangestellten benachteiligt fühlen. Der Autor der Studie,  Jörg Langer (unter anderem als Produzent, Lehrbeauftragter für Medienökonomie und Berater für Medienfirmen und Verbände tätig), konstatiert, dass es bei den Öffentlich-Rechtlichen eine Dreiklassengesellschaft gebe: neben den Angestellten und den festen, „arbeitnehmerähnlichen“ Freien (nach §12a des Tarifvertragsgesetzes) noch die „sonstige freien Mitarbeiter*innen“. Diese Dreiteilung werde unter anderem darin deutlich, dass für gleiche oder vergleichbare Tätigkeiten drei Formen der Vergütung beziehungsweise der sozialen Absicherung vorzufinden seien.  Die Unterschiede zwischen den beiden Freien-Gruppen zeigen sich insbesondere hinsichtlich der angemessenen Vergütung und der Altersvorsorge, wo sich die sonstigen Freien jeweils schlechter gestellt sehen (siehe Grafiken). Mehr noch: „Freiberufler*innen, die für die Öffentlich-Rechtlichen tätig sind, leben bisweilen prekär“, heißt es im zusammenfassenden Vorwort.

Trotz dieser deutlichen Untersuchungsbefunde verlief die begleitende Talkrunde dann eher enttäuschend, weil sich Diskutant*innen und Moderatorin seltsamerweise darauf einigten, über die „sonstigen Freien“ nicht sprechen zu wollen. Diese seien zu divers, um sie zu erfassen – ein „unüberschaubarer Personenkreis“, wie Jan Metzger, Intendant des Senders Radio Bremen meinte. Für diese Unüberschaubarkeit scheinen allerdings die Sender eine Mitverantwortung zu tragen. Wie Studienautor Langer erläuterte, erhielt er von den Anstalten gar keine oder zu wenige Angaben über die sonstigen freien Mitarbeiter*innen und deren Tätigkeiten. Deshalb konnte er für sie keine Grundgesamtheit definieren und infolgedessen nicht sagen, wie repräsentativ die ermittelten Aussagen der 447 befragten sonstigen Freien sind. (Die 1.617 befragten arbeitnehmerähnliche Freien würden dagegen 12 Prozent der Grundgesamtheit ausmachen und diese Gruppe auch repräsentieren.)

So thematisierte die Podiumsrunde hauptsächlich die – angeblich seit Jahren systematisch verbesserte – Lage der festen Freien beim Rundfunk-Berlin-Brandenburg (rbb), denn Vize-Personalchef Nicolas Bielefeld und Freienrat-Mitglied Dagmar Bednarek führten eine Art öffentliches Tarifgespräch. Immerhin, könnte man sagen.

So oder so: die Untersuchungsergebnisse bieten ordentlich evaluierte Zahlen und Erkenntnisse. Im übrigen auch zum real existierenden Gender-Pay-Gap und zu Diskrimierungen und Mobbing von freien Mitarbeiter*innen bei den Anstalten.

Auch deshalb: Lese-Empfehlung und nützlicher Rohstoff für Diskussionen.

28. Januar 2019, Henry Steinhau

Mobile Reporting – schon mal gehört und für spannend befunden, aber keine Ahnung, was sich dahinter eigentlich genau verbirgt? Hier gibt´s die Antwort.

Dank Smartphones hat heute jeder Journalist die Möglichkeit, Videos zu drehen. Längst laufen auf den Fernsehsendern Bilder, die ohne kiloschwere Kamera aufgenommen wurden, ohne großes Equipment. Doch was genau ist Mobile Journalism – kurz Mojo? Für wen eigenet es sich? Welche Ausrüstung und welche Apps brauche ich dafür? Bei einem dreistündigen Einführungsworkshop in Nürnberg geben die Mojo-Experten Astrid Csuraji und Wytse Vellinga Einblicke in diese neue journalistische Arbeitswelt.

Wann: 22. August, 16:00 Uhr-19:00 Uhr
Wo: Nürnberg, Jugendherberge (Burg 2, 90403 Nürnberg)

Programm:
16:00-17:00 Uhr: Mobile Reporting – Worum geht´s da eigentlich?
17:00-19:00 Uhr: Visuelles Storytelling im digitalen Zeitalter

Die Trainer:
Astrid Csuraji (aus Lüneburg) – freie Journalistin, Chefredakteurin des Mojo-Manuals.
Wytse Vellinga (aus den Niederlanden) – Mojo-Experte und  -Trainer

Was sonst noch wichtig ist:
Bitte Handy mitbringen und – wenn vorhanden – auch Mikrofon und/oder Plugin-Kopfhörer (Handy-Kopfhörer bzw. das Handy Headset).
– Achtung: Die Veranstaltung findet in Englischer Sprache statt!
– Anmeldungen bitte bis spätestens 20. August an orga-franken@freischreiber.de.

in Kooperation mit der Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung

Wie nutzt man eigene Recherchen geschickt für mehrere, unterschiedliche Medien? Wie stellt man gewinnbringende Synergieeffekte zwischen Lang- und Kurzzeitprojekten her?
Darüber werden wir beim nächsten Freifunkertreffen im Berliner Biergarten Prater (bei Regen auf der überdachten Terrasse) mit Freischreiber Caspar Dohmen diskutieren. Caspar Dohmen ist freier Print-/ Radiojournalist (u.a. ARD-Radiofeature) und Buchautor mit Schwerpunkt Finanz- und Wirtschaftsthemen. In seinem neuesten Buch Profitgier ohne Grenzen geht es um die gesellschaftlichen Folgen von billiger Arbeit.Wg Tischreservierung: Anmeldung bitte bei agnes.steinbauer-at-gmx.de

Um einen kurzen Film in professioneller Qualitität zu drehen, zu schneiden, zu vertonen und online zu stellen, braucht man nur noch ein Smartphone oder iPad. Dadurch ergeben sich für Reporter ganz neue Möglichkeiten.

Für Kollegen, die bisher mit Text und Bildern oder fürs Radio gearbeitet haben, ist das „mobile reporting“ eine Chance, ihre Geschichten künftig um bewegte Bilder zu ergänzen: Als flexibles Ein-Mann-Team, dessen Equipment in die Hosentasche passt.

Angeleitet von einem Profi (Max von Klitzing, freeeye.tv), werdet ihr während des freischreiber/freifunker-Workshops Euren ersten kleinen Film produzieren. Der Schwerpunkt liegt auf den praktischen Übungen. Der Referent wird aber auch eine Einführung ins Storytelling und Kameraeinstellungen geben sowie zusätzliches Equipment (externes Mikro, Aufstecklinsen u.ä.) vorstellen, das je nach Filmprojekt sinnvoll sein kann.

Das Seminar kostet 60 Euro und findet am Freitag, den 1. Juli von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Helmholtz Gemeinschaft-Deutscher Forschungszentren, Anna-Louisa-Karsch-Straße 2 (Berlin Mitte), statt.

Für die Teilnahme wird ein Smartphone oder iPad benötigt sowie eine App, die bereits vor dem Workshop installiert sein sollt.

Bitte, gebt bei Eurer Anmeldung an, auf welchem Gerät ihr arbeiten werdet.

Die Teilnehmerzahl ist auf maximal zehn Freischreiber/Freifunker beschränkt. Die Vergabe der Plätze erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldung bei: kontakt-at-julia-schoon.de

Zu Gast ist der Konzertagent und Autor Berthold Seliger . Seliger hat einen Traum: Er möchte das gebührenfinanzierte Staatsfernsehen abschaffen.
„I Have a Stream“ (edition tiamat) heißt sein neues Buch. Darin gibt Seliger einen interessanten Einblick in öffentlich-rechtliche Strukturen und deren von der Politik gesteuerten „Irrwege“. Konsum statt Kultur, Ablenkung statt Bildung, Propaganda statt Information – für Seliger kommen die Öffentlich-Rechtlichen ihrem gesetzlich festgeschriebenen Bildungsauftrag, die „demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen“, schon längst nicht mehr nach. Stattdessen versickerten unsere Gebühren in undurchsichtigen Strukturen und einem „hochsubventionierten Beamtenapparat“.
Ich freue mich auf eine spannende Diskussion. Anmeldungen bitte bei agnes.steinbauer-at-gmx.de

 

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Ergebnisprotokoll des Berliner Freifunker Treffens am 20. April 2015  im „Schleusenkrug“. Gast war Franziska Walser, Mitglied der Freienvertretung beim rbb.

 

Seit Oktober 2014 gibt es beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) eine Vertretung für die festen freien Mitarbeiter, den sogenannten „12a-Freien“. (Benannt nach dem Tarifvertragsgesetz, § 12a Arbeitnehmerähnliche Personen.) Sie soll sich auch um die Interessen aller anderen Freien (Autoren etc.) kümmern.  Franziska Walser gehört zu den 7 Mitgliedern der rbb-Freienvertretung.Zzt. gibt es beim Rundfunk Berlin-Brandenburg rund 1.500 feste Freie. Und wahrscheinlich mehrere tausend freie Freie; die genau Zahl ist unbekannt.  Im November 2003 wurde beim rbb unter dem Motto „Respekt und Rechte für Freie“ die Freienvertretung rbbpro gegründet. rbbpro ist eine Art „Graswurzelorganisation“, die über keine Rechte verfügt. (Homepage: www.rbbpro.de)  Während in einigen anderen ARD-Anstalten (z.B: WDR, SR, Radio Bremen) feste Freie über die Erweiterung des Personalrates eingebunden wurden, beschloss der rbb auf der Grundlage des 2014 verabschiedeten „Freienstatuts“ die Einrichtung einer offiziellen Freienvertretung.

Welche Rechte hat die rbb-Freienvertretung?

Kurz gesagt: Mehr Rechte als rbbpro (die weiterhin besteht), aber deutlich weniger Rechte als der Personalrat. Der Personalrat hat deutlich mehr sogenannte „Mitbestimmungsrechte“ während die Freienvertretung in den meisten Fällen nur in der „Mitwirkung“ ist, d.h. ihre Anliegen müssen gehört, aber nicht zwingend umgesetzt werden. Weitere Akteure im Bereich Mitbestimmung sind die Gewerkschaften (z.B. bei der Aushandlung des Tarifvertrags) und der Redakteursausschuss. Dass es sich beim rbb um eine Mehrländeranstalt handelt, macht die Frage der Machtverteilung nicht leichter.

 

Welche Ziele hat die rbb-Freienvertretung?

Da die Freienvertretung eine neue Institution ist, besteht ihr Ziel im Moment vor allem daran, Forderungen zu sammeln und dafür einzutreten, dass die Rechte der festen Freien beim rbb besser verankert werden (Stichwort: Wertewandel). Der Abstand zwischen festen und festen freien Mitarbeiter spiegelt sich bislang im Verhältnis der Rechte des Personalrats und der Freienvertretung wider.Die Freienvertretung bietet feste Ansprechpartner, die zu den üblichen Bürozeiten zu erreichen sind. im Keller: Raum 04.91.810 im UG 1 des FSZ Berlin,per Telefon: 030 / 97993 – 80503,per mail: freienvertretung@rbb-online.de

Protokollant: Patrick Conley

 

 

Wir treffen uns am 20. 4. um 19.30 Uhr im „Schleusenkrug“ im Tiergarten (200 Meter vom Bahnhof Zoo).
Unser Gast ist Franziska Walser. Sie ist Mitglied der Freienvertretung beim rbb. Dieses Gremium besteht aus sieben arbeitnehmerähnlichen Freien (Funk & TV)und kümmert sich auch um die Belange der frei-freien KollegInnen.

Franziska Walser wird uns über die Situation der Freien beim rbb berichten. Themen sind u.a.: Der Aufbau einer Freien-Info-Infrastruktur (Verteiler, Frei-Blog,Sub-Freienvertreter für alle Bereiche), Kürzungen bei Kulturradio & Inforadio, Umstrukturierung bei „Funkhaus Europa“. Außerdem geht es um das neue „Freienstatut“ und welche Rechte damit verbunden sind – genug Stoff für einen regen Austausch.

Anmeldung bei agnes.steinbauer-at-gmx.de

Einen Termin, den Liebhaber herausragender Filmkomödien auf keinen Fall verpassen sollten, präsentiert der Journalist, Autor und Freifunker Christian Blees am 23. Februar
auf Großleinwand in der Berliner Urania.

Zum 50. Todestag Stan Laurels stehen zwei „Perlen“ aus dem umfangreichen Schaffen der beiden Schauspieler auf dem Programm, die noch 2011 bei einer Umfrage zu den „beliebtesten Komiker-Duos der Deutschen“ auf dem 2. Platz landeten – geschlagen nur von Loriot und Evelyn Hamann.In ihrem wohl bekanntesten Film DIE WÜSTENSÖHNE versuchen Stan und Ollie ohne das Wissen ihrer Ehefrauen am Jahrestreffen ihres Männerbundes teilzunehmen. Als Vorprogramm gibt es den 1932 mit einem „Oscar“ ausgezeichneten, berühmten Kurzfilm DER ZERMÜRBENDE KLAVIERTRANSPORT zu sehen. Tickets 10/8 Euro. kontakt@urania-berlin.de, 030/2189091 (Tickethotline Urania) oder über www.laurel-hardy-abend.de

Während es hierzulande um die tödliche Seuche Ebola still geworden ist, herrscht in Westafrika immer noch Ausnahmezustand. Claudia Antony – Radiojournalistin aus Sierra Leone – wird beim Berliner Freifunker Treffen über die jüngsten Entwicklungen in Ihrem Land berichten.

Wie wird der Umgang mit der tödlichen Seuche in den lokalen Medien reflektiert? Wie frei ist die Berichterstattung darüber? Welche Arbeitsmöglichkeiten haben Journalisten in einem Land im Ausnahmezustand? Diese und andere Fragen wollen wir mit Claudia Anthony diskutieren. Nach mehreren Auslandsaufenthalten – u.a. mit einem PEN-Stipendium in Deutschland – lebt sie seit einigen Jahren wieder in ihrer Heimat in Freetown/Sierra Leone. Dort arbeitete sie als Chefredakteurin des staatlichen Radiosenders Sierra Leone Broadcasting Corporation (SLBC), entwickelte ein Radioformat mit Reportern, die aus allen Teilen des Landes berichteten, bildete Journalisten aus und organisierte Medienprojekte für die BBC.

Anmeldung bitte bei agnes.steinbauer@gmx.de

Um den soll es bei unserem Freifunkertreffen im Dezember gehen – diesmal ist nicht technische Qualitität gefragt, sondern Inhalt.

Jeder, der Lust hat (man kann auch nur zum Zuhören kommen), kann seinen Lieblings-O-Ton mitbringen – und die Geschichte, die mit ihm verbunden ist.
Willkommen sind lustige, traurige, überraschende, skurrile, technisch auch durchaus schlechte (aber trotzdem hörenswerte) O-Töne. Wichtig ist der besondere Platz, den er in Eurem journalistischen Leben eingenommen hat ( z.B. unter welch widrigen Umständen wurde er aufgenommen oder warum – falls das der Fall ist – konnte er dann doch nicht gesendet werden …etc.). Wir treffen uns in meiner Wohnung in Berlin-Wedding. Ich freue mich auf Euer Kommen. Anmeldung bitte unter agnes.steinbauer-@-gmx.de