Mobile Reporting – schon mal gehört und für spannend befunden, aber keine Ahnung, was sich dahinter eigentlich genau verbirgt? Hier gibt´s die Antwort.

Dank Smartphones hat heute jeder Journalist die Möglichkeit, Videos zu drehen. Längst laufen auf den Fernsehsendern Bilder, die ohne kiloschwere Kamera aufgenommen wurden, ohne großes Equipment. Doch was genau ist Mobile Journalism – kurz Mojo? Für wen eigenet es sich? Welche Ausrüstung und welche Apps brauche ich dafür? Bei einem dreistündigen Einführungsworkshop in Nürnberg geben die Mojo-Experten Astrid Csuraji und Wytse Vellinga Einblicke in diese neue journalistische Arbeitswelt.

Wann: 22. August, 16:00 Uhr-19:00 Uhr
Wo: Nürnberg, Jugendherberge (Burg 2, 90403 Nürnberg)

Programm:
16:00-17:00 Uhr: Mobile Reporting – Worum geht´s da eigentlich?
17:00-19:00 Uhr: Visuelles Storytelling im digitalen Zeitalter

Die Trainer:
Astrid Csuraji (aus Lüneburg) – freie Journalistin, Chefredakteurin des Mojo-Manuals.
Wytse Vellinga (aus den Niederlanden) – Mojo-Experte und  -Trainer

Was sonst noch wichtig ist:
Bitte Handy mitbringen und – wenn vorhanden – auch Mikrofon und/oder Plugin-Kopfhörer (Handy-Kopfhörer bzw. das Handy Headset).
– Achtung: Die Veranstaltung findet in Englischer Sprache statt!
– Anmeldungen bitte bis spätestens 20. August an orga-franken@freischreiber.de.

in Kooperation mit der Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung

Zum Jagen tragen…

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Haben Sie es gesehen?

Da lief vor zwei Wochen ein großes und wirklich großartiges Projekt auf Arte: „24h Jerusalem“. Ein aufwändiges Projekt, noch aufwändiger und komplizierter als „24h Berlin“, bei dem70 Filmteams begleiteten rund 90 Protagonisten mit ihren unterschiedlichen Lebensgeschichten bei der Arbeit und in der Freizeit. 24 Stunden ungewöhnliches Fernsehen und durch die Fülle der unterschiedlichen Geschichten bestimmt für viele interessant. In Deutschland erreichte „24h Jerusalem“ insgesamt 6,25 Millionen Zuschauer (gerechnet auf 24 Stunden), in Frankreich zusätzlich 5,1 Millionen. Auch Online, bei facebook, twitter usw. erreichte das Projekt offenbar viele Menschen. Nun sollte man meinen, dass die Öffentlich-Rechtlichen Sender mit so einem völlig ungewöhnlichen Projekt in die Offensive gehen. Aber merkwürdigerweise ist nach meinem Eindruck genau das Gegenteil der Fall. Spontan kam mir der Gedanke: ein spannendes Projekt, alle ARD-Sender machen mit. Und dann wird kräftig die Werbetrommel gerührt. Etwa so, wie die Fernsehfilm-Zwei- oder Dreiteiler beworben werden, im Fernsehen, mit Plakaten und Anzeigen. In vielen Sendungen wird darauf hingewiesen, in Tagesthemen, Talkshows, eben so, wie man bei großen Events Werbung macht.Und wie war das hier? Fast nichts. Natürlich Werbung auf Arte, die das Publikum erreichte, das sowieso Arte sieht.Die Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks entblödete sich nicht, zu erklären: „Die Einschaltquote stand bei einem 24-stündigen und so außergewöhnlichen TV-Projekt nie im Vordergrund“. Warum eigentlich nicht? Bei einem Projekt, mit dem der Sender laut ARTE-Programmdirektor Alain le Diberder „neue Horizonte eröffnet und wichtige aktuelle Themen auf originelle Weise beleuchtet.“ Man stelle sich vor, die Einschaltquoten nach entsprechendem Getrommel wären erheblich besser, vielleicht sogar wirklich sehr gut gewesen? Die Chance war da, aber warum interessiert das keinen, warum wird sie nicht genutzt. Müssen wir die Öffentlich-rechtlichen Sender zum Jagen tragen? Eine große öffentliche Debatte über die Qualität kann hier vielleicht helfen.

Apropos Einschaltquote

mit welchen Formaten die Öffentlich-Rechtlichen dagegen hoffen, Quote zu machen (bei den über 70-jährigen?), merkt man, wenn man sich die „Highlights“ aus den Dritten Programmen betrachtet. Wollen die Zuschauer wirklich so ein Programm? Oliver welke: „Leider halten die Programmmacher ihr Publikum für zu doof. Das gilt auch für die Öffentlich-Rechtlichen.“ dwdl hat dieses „Vorurteil der Woche“ geprüft und fragt: „Hat Welke Recht? Hält uns das Fernsehen für doof? Und listet dann Beispiele für die Qualität des Öffentlich.Rechtlichen auf. Das sind zum Beispiel Sendungen wie „Die beliebtesten Stimmungslieder“ (HR), „Die beliebtesten Reiseziele der Hessen“ (HR), „Die beliebtesten Party-Hits“ (NDR), „Die beliebtesten Komiker des Nordens“ (NDR), „Die beliebtesten Talsperren“ (HR), „Die beliebtesten Kirchen in NRW“ (WDR), „Die beliebtesten Wintersportlegenden“ (HR), „Die beliebtesten Kurorte in NRW“ (WDR), „Die beliebtesten Traditionsunternehmen in NRW“ (WDR), „Die beliebtesten Fernsehpaare“ (NDR), „Die beliebtesten Wanderwege der Hessen“ (HR), „Die beliebtesten Musikshows in NRW“ (WDR), „Die beliebtesten Karnevalsshows der Nordrhein-Westfalen“ (WDR), „Die beliebtesten Popsongs“ (HR), „Die beliebtesten Mundarten“ (SWR), „Die beliebtesten Stimmungslieder“ (RBB), „Die beliebtesten Fastnachtslieder der Hessen“ (HR), „Die beliebtesten Klöster in NRW“ (WDR), „Die beliebtesten Flüsse in NRW“ (WDR), „Die beliebtesten Dialekte der Hessen“ (HR), „Die beliebtesten Luxus-Oldtimer“ (HR), „Die beliebtesten Naturschutzgebiete in NRW“ (WDR) und „Die beliebtesten Landschaften“ (HR), sehr beliebt sind auch Sendungen, bei denen wir Rhein, Donau und andere Flüsse „von oben“ sehen können. Besonders der Hessische Rundfunk tut sich da hervor, dort wird fast nichts anderes mehr gesendet. Angesichts dieser Flut von seichten Programminhalten hat Fritz Wolf in seiner Kolumne bei „Message“ richtigerweise gefragt: erfüllen die Sender mit solchen Programme eigentlich noch den Programmauftrag?Aber offenbar werden die Vorstellung von Programm immer abstruser. So will das ZDF mit Dokumentationen in der Primetime „die großen Entwicklungslinien in unserer Gesellschaft“ erklären (so ZDF Chefredakteur Frey) über das „dokumentarische“ Format „ZDFzeit“) und beglückt die Zuschauer im Jahr 2013 mit „Ein Baby für William und Kate“, „Prinz Charles – Der ewige Prinz“, „Von Fürsten, Schlössern und Manieren“, „Traumfabrik Königshaus“, „Die heimliche Königin“, „Zu Gast im Palast“, „Die kleinen Königinnen kommen“, „Bye-bye Beatrix“ und „Die Bilanz der Bourbonen“, alle zur Hauptsendezeit. – wie war das noch? „große Entwicklungslinien in unserer Gesellschaft“??(Übrigens: solche Inhalte zählen für die Öffentlich-Rechtlichen zum „Informationsproramm“.Nach einer bei weitem nicht vollständigen Aufzählung von Programminhalten stellt dwdl die Frage: „Können Sie noch? Oder einigen wir uns einfach schnell darauf: Das Vorurteil stimmt. http://www.dwdl.de/vorurteil/45610/hat_welke_recht_haelt_uns_das_fernsehen_fuer_doof/

Themenklau

Geklaut wird überall, siehe oben. Kein Format, dass nicht schnell von einem anderen Sender kopiert wird. Nach den Quotenerfolgen der ARD mit „Markencheck“ kam jetzt der „ZDF-Markencheck“ mit einem – wie originell – Duell „H&M gegen C&A“. Aber, davon abgesehen, Themenklau hat es immer schon gegeben. Ich habe das in dreißig Jahren vier- bis fünfmal erlebt.Aber er ist nur selten zweifelsfrei nachzuweisen. selten. Wer weiß, ob es stimmt, wenn die Redaktion auf einen Themenvorschlag antwortet: „Das Thema machen wir schon“, oder „das hat schon jemand anderes vorgeschlagen“. Aber ich habe auch schon Fälle erlebt,bei denen der Klau nachweislich war. Die Kollegin Petra Sorge von Cicero recherchiert zu diesem Thema: Für die Medienkolumne bei Cicero Online recherchiere ich über Themenklau bei öffentlich-rechtlichen Magazinen. Wie ich selbst am Beispiel eines freien Autors gesehen habe, kommt es offenbar immer wieder vor, dass Ideen abgegriffen werden, ohne die Urheber zu erwähnen oder gar zu vergüten. Teilweise werden sogar ganze Rechercheergebnisse und/oder Protagonisten übernommen. Sollte Ihnen oder einem Bekannten von Ihnen so etwas auch schon einmal passiert sein, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen: Wie stellte sich der Fall konkret dar? Haben Sie sich bei dem Sender beschwert und wenn ja, wie wurde Ihre Eingabe behandelt? Sollten Sie sich in Abhängigkeitsverhältnissen befinden, würden wir die Beispiele selbstverständlich anonymisieren. Kontakt Petra Sorge, sorge@cicero.de oder telefonisch 030 981 941-219

Und wie geht’s uns Filmschaffenden am 1.Mai?

Schlecht, sagt die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände in ihrem „Status Bericht 2013“ zur Situation der Film-Selbstständigen. Inzwischen arbeitet die Mehrheit in der Filmbranche selbständig. Das bringt zwar eventuell zunächst mehr Geld, denn viele arbeiten „ausschließlich auf Rechnung, weil es ihnen ‚lieber ist'“. Aber die Filmverbände warnen vor möglichen Fehlkalkulationen und Folgen: „Der finanzielle Vorteil, durch Rechnungsstellung einen höheren Betrag verhandeln zu können, ist trügerisch. Die Vertragspartner teilen praktisch die ‚eingesparten‘ Sozialbeiträge unter sich auf. Der Beschäftigte tauscht etwas Geld gegen den Verlust sozialer Sicherheit.“ – Anscheinend sind wohl 15 bis 20 Prozent aller Vertragsverhältnisse der Branche tatsächlich als ‚Zwangs-Selbstständigkeit‘ zu werten sind, denn knapp ein Drittel der Befragten arbeitet nur deshalb auf Rechnung, weil dies der Auftraggeber fordert. – Kein Wunder also, dass gerade im Filmbereich, wo die Sozialgesetze und -kassen die Anstellung auf Produktionsdauer als Normalbeschäftigung ansehen, die Unsicherheit über den tatsächlichen Status besonders groß ist:
Die düstere Bilanz: der Filmschaffenden-Verbände: die Produktionsbedingungen führen dazu, dass
„weit über die Hälfte der Kollegen versuchen, zumindest teilweise aus dem Netz der gesetzlichen Sozialversicherung auszusteigen“. Als Konsequenz wird gefordert, dass „die Sozialgesetzgebung für die Einzelnen wieder eine Relevanz bekommt“, damit diese bereit sind, ihren Anteil am Sozialsystem zu tragen. – Das aber steht und fällt wohl mit einer weiteren zentralen Forderung: Die derzeit stetig sinkenden Gagen und die Minutenpreise für Auftragsproduktionen müssen signifikant steigen. (Quelle: http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=534e5336dfb8f&akt=news_allgemein)

So, das war’s für heute, ich wünsche allen einen schönen 1. Mai, kämpferisch oder erholsam, am besten beides.

Michael Schomers

 

 

 

Unter dem Titel „Freischreibers Glotze“ sollen hier in lockerer Folge Themen aus dem Bereich Funk und Fernsehen angesprochen werden, die Freischreiber interessieren könnten. Aktuelle Themen, Fernseh-Ereignisse, Hinweise auf interessante Artikel und Sendungen.

1. Lanz: An die Wand gefahren

Die Meldung der vergangenen Woche, die die größten Wellen schlagen wird, ist sicherlich die baldige Einstellung von „Wetten dass“. Thomas Gottschalk kommentierte trocken: „Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können.“. Von Anfang an fand der selbstverliebte, überforderte Moderator mit dem Dauergrinsen und den zweifelhaften Witzchen, über die meistens nur er lachen konnte, nicht den richtigen Dreh. In den viel zu großen Schuhen von Thomas Gottschalk fand er einfach keinen eigenen Halt, so dass es so kommen musste. Angekündigt wurde das ganze übrigens schon einen Tag vorher, da hatte das ZDF den 1.April-Scherz getwittert, Markus Lanz würde der neue Chefsteward beim „Traumschiff“. Wie lustig. Einen Tag, bevor Lanz das Ende selbst verkünden durfte (?). Mobbing in Reinkultur. Wer einen solchen Arbeitgeber hat braucht wirklich keine Feinde. Auch in seiner Talkshow fällt Lanz seit langem eher durch Unfähigkeit auf. Nach dem skandalösen Interview mit Sarah Wagenknecht forderten über 230.000 Zuschauer in einer Online-Petion „Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag! Es wird Zeit. Warum sollen wir warten, bis Herr Lanz auch seine Talkshow vor aller Augen an die Wand gefahren hat.

2. Pirinçci und das ZDF: Jeder Depp darf heute daherschwadronieren

In seiner TAZ-Kolumne „der rote faden“ beschäftigte sich Robert Misik gestern mit dem „rechten Hassprediger und Hetzschreiber Akif Pirinçci“, der es „mit seiner Hassfibel gegen Frauen, Schwule und Zuwanderer jetzt sogar in eine ZDF-Mittagssendung geschafft, in der ihm eine trostlos dauerlächelnde Moderatorin Stöckchen geworfen hat für die Verbreitung seiner kruden Meinungen, die sie zu „interessanten Thesen“ adelte“. Dabei geht es Robert Misik nicht nur um die Auseinandersetzung mit dem Autor. Ausgehend von der Annahme, dass das ZDF oder die „mit der Moderation betraute Journalistendarstellerin die Thesen des Herrn Pirinçci wirklich teilt“, vermutet er, „hat sich die Redaktion wohl Folgendes gedacht: „Schräge, provokante Thesen, sicherlich das, was man einen Aufreger nennt. Das wäre doch ein spannender Gast.“ Was aber nichts anderes heißt als: Jeder Depp darf heute daherschwadronieren und erhält eine Bühne, wenn nur die Aussicht besteht, dass er nur ausreichend „spannend“ (also ausreichend deppert) ist und dass es für seine Einlassungen irgendeine Art von Markt gibt, also ein Publikum, das nicht wegzappt.“ Es lohnt sich wirklich, einmal darüber nachzudenken, warum das Fernsehen welchen Leuten Platz für Propaganda und Werbung gibt. Das fängt bei Sarrazin an und hört mit ihm noch lange nicht auf. Da fragt man sich zum Beispiel, warum beim letzten Kieler Tatort plötzlich der Autor Frank Schätzing auftritt. Das war nun wirklich noch nicht einmal Laienschauspieler-Niveau sondern nur noch peinlich. Aber der „Gast“ darf im Weggehen dann auch noch darauf hinweisen, dass er Krimis schreibt. Und das wird – öffentlich-rechtlich – ausgerechnet gesendet, wenn Schätzing landauf, landab sein neues Buch bewirbt. Ein Narr, wer Böses dabei denkt. Wenn ich im Rundfunkrat wäre, würde ich ein ernstes Wörtchen mit der Redaktion reden.

3. Stefan Niggemeier: Dominik Grafs Nachruf auf das Fernsehen

In dieser Woche wurde wieder der Grimme-Preis verliehen. Diesmal gab es Grund zum Feiern, denn es galt, das 50. Jubiläum zu feiern. Neben den üblichen Reden und Preisen aber gab es ein absolutes Highlight, auf das Stefan Niggemeier in seinem Blog hinweist: „Dominik Graf hat dem Grimme-Preis zum 50. Geburtstag einen Film geschenkt. Es ist ein Nachruf geworden. Ein Nachruf auf das Fernsehen. Und auf all die Träume und Versprechungen, die sich einst mit diesem Medium verbanden, seine Experimentierlust und seine Neugier, seinen Ehrgeiz und seinen Anspruch. Ein Nachruf auf all die Hoffnungen, die das Fernsehen und seine Zuschauer längst begraben haben.“
Ein trauriger Film, wie Stefan Niggemeier meint: „Das Traurigste sind die Sätze, die Fernsehmacher und Fernsehverantwortliche von heute über die Gegenwart des Fernsehmachens sagen… Der Film endet mit einer wunderbaren kleinen Szene, die man gesehen haben muss, und großem, verwegenem Pathos: „Es geht beim Fernsehen um Freiheit, um Offenheit, um das Niederlegen von Denkzäunen. Es geht um die Vernichtung von Bürokratie. Es geht um die Vermischung von Avantgarde und Popularität. Es geht schlicht und einfach um die Verbesserung der Welt. Haltet Euch ran, Freunde.
Wir.
Waren.
Schon.
Mal.
Mit.
Allem.
Wesentlich.
Weiter.

Also: unbedingt ansehen. Mehr dazu in Stefan Niggemeiers Blog.

Das wars für heute: Mehr zu Funk und Fernsehen bald an dieser Stelle.

Michael Schomers

„Überstunden, Lügen, Arschlöcher“, so ist der Blog-Beitrag von Anneli Botz überschrieben, in dem sie über die Arbeitsbedingungen in der Medienbranche , der „unterbezahlten Hölle“ schreibt.

Zunächst als Praktikantin (was sonst?), dann als festangestellte Redakteurin mit sage und schreibe 1.000 Euro im Monat stürzt sie sich mit Begeisterung in die Arbeit, dreht Beiträge über die Musikszene, macht Interviews, arbeitet rund um die Uhr. Ja, vieles an dem Beruf macht ihr, wie vielen, Spaß, wenn nur nicht die wirklich untragbaren Arbeitsbedingungen wären, die schließlich dazu führen, dass sie fristlos kündigt.

Mehr dazu: Die unterbezahlte Berliner Hölle.
Im Moment erlebe ich das bei vielen Kolleginnen und Kollegen: auch langjährig Beschäftige bekommen plötzlich immer weniger Aufträge, die Produktionen werden immer schlechter bezahlt, es gibt weniger Drehtage, weniger Schnitt…
Besonders hart trifft es die freien Kolleginnen und Kollegen, denen oft jegliche tarifliche Absicherung fehlt. Die bei den kleinen Produktionsunternehmen Beschäftigten müssen erleben, dass der finanzielle Druck auf sie weiter gegeben wird.

Wie schwierig die Situation gerade für freie Fernsehjournalisten ist, zeigen auch die vier Videos bei Vocer.
Es wird Zeit, dass wir uns gegen solche Arbeitsbedingungen wehren!
Und jetzt eine gute Nachricht, überall gärt es: Unter dem Motto: „Der Rundfunk brennt!“ haben Mitglieder von Freischreiber, Verdi (Deutsche Welle, WDR, connexx, Interessenvertretung der Medienschaffenden) und dem Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) in Köln die Initiative „Rundfunkretter“ gegründet, die mit Veranstaltungen und öffentlichen Aktionen auf die Arbeitsbedingungen in unserer Branche aufmerksam machen wollen. „Der Rundfunk brennt – wir wehren uns!“
(Michael Schomers)