WO: Zoom
WANN: 06.08.2026 - ab 12:00 UHR
Wir schreiben über Sex: Warum klingt weibliche Lust in Texten männlich?
Wir leben in einer Zeit, in der über Sex, Beziehungen und Körper so viel geschrieben wird wie nie zuvor. Und trotzdem klingen viele Texte über weibliche Lust erstaunlich „männlich“, sagt Nadin Schley. Der Grund liegt der Journalistin zufolge oft nicht im Talent der Autor*innen, sondern in den Narrativen, mit denen wir aufgewachsen sind. Alte Skripte über weibliche Sexualität erzählten sich weiter, oft unbemerkt. Sie machten die Lust der Frau kleiner, unklarer oder unsichtbar.
„Wenn wir weibliche Sexualität autonom und eigenständig denken wollen, müssen wir diese Narrative erkennen und aufbrechen. Sprache formt Wahrnehmung. Viele Begriffe, die in Texten selbstverständlich verwendet werden, verschieben den Blick. Ein Wort wie Vorspiel etwa vermittelt, dass ‚das Entscheidende‘ erst später kommt. Themen wie Unlust gelten als Defekt – auf Seiten der Frau.“
- Digitale Mittagspause mit Nadin Schley
- 6. August, 12-13 Uhr, Zoom
- Anmeldung für Mitglieder hier
In dieser Mittagspause geht es darum,
- warum Sprache weibliche Lust oft unsichtbar macht
- wie alte Narrative selbst in progressive Texte hineinwirken
- und wie Journalist*innen anders über Körper und Lust schreiben.
Unser Gast:
Nadin Anna Schley, Gründerin und Herausgeberin des Magazins Perfumed Garden, beschäftigt sich seit sechs Jahren journalistisch mit Intimität, Beziehungen und weiblicher Sexualität. „Wir schreiben über Lust nicht, um zu provozieren, sondern um Sprache zurückzugewinnen“, sagt sie. Nadin verbindet Körperwissen, Sprache und Narrative und zeigt, wie Autor*innen neue Perspektiven auf Lust entwickeln.
