vom 01T05:30:00+00:00.12.2020

 

Trotzdem.
Zeit zu feiern.

Liebe Kolleg*innen, liebe Freischreiber*innen und Freischreiber-Freund*innen,

was für ein Jahr! Die COVID-19-Pandemie hatte – und hat uns erneut – fest im Griff. Der Blick zurück ist für viele von uns schmerzhaft: Verdiensteinbußen, weggebrochene Aufträge, Unsicherheit, wie es weitergehen soll. Wir Freischreiber haben versucht, euch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Mit digitalen Mittagspausen und virtuellen Stammtischen, mit Tipps zu Fördermöglichkeiten und natürlich mit den großen Freien-FAQ zur Corona-Krise.

Aber gleichzeitig: Was für ein Ausblick auf das kommende Jahr! Denn inzwischen ist klar – die Freienbibel 2 wird Wirklichkeit. Vor einigen Tagen haben wir das zweite Fundingziel von 15.000 Euro geknackt. Damit können wir die Freienbibel 2 nicht nur schreiben, illustrieren lassen, setzen und als Hardcover drucken. Auch spannendes Bonusmaterial wird es geben, lasst euch überraschen! Danke an alle Unterstützer*innen. 

Deshalb feiern die Freischreiber-Mitglieder – also ihr und wir – heute die Freienbibel 2, das Bibel-Team, euch und uns: X-mas mit dem Team Freienbibel. Also heizt schon mal den Glühwein vor, um 20 Uhr sehen wir uns auf Zoom. Natürlich lernt ihr auch noch etwas: Braucht es Gummibärchen, um die Crowd zu binden? Und wie bereitet man eine Crowdfunding-Kampagne vor? Dazu gibt es Tipps von den Spezialist*innen aus dem Bibel-Team. Du bist noch kein Freischreiber-Mitglied? Kein Problem – hier findest du alle Infos

Das Crowdfunding auf Startnext läuft übrigens bis morgen; noch ist es also nicht zu spät. Beschenkt euch oder eure Freund*innen mit phänomenalem Freien-Wissen, etwa über hilfreiche Tech & Tools, Selbstständigkeit oder KSK, VG WORT und Urheberrecht.

Bitte nachbessern! 

Apropos: Nach langem Warten und vielen Diskussionen haben sich die Gesetzgeber*innen mitten in der Pandemie an die Umsetzung von großen Teilen der europäischen Urheberrechtsrichtlinie in deutsches Recht gemacht. Mit dabei: Die Verlagsbeteiligung, das Leistungsschutzrecht und das Urhebervertragsrecht. Unsere Meinung zum aktuellen Entwurf kurz und knapp:

Das Urhebervertragsrecht – alt wie neu – geht an den Bedürfnissen von freien Journalist*innen vorbei; wir appellieren deshalb an die Gesetzgeber*innen, (jetzt) auch die Besonderheiten von journalistischen Werken zu berücksichtigen:

  • Es muss klargestellt werden, dass sich die angemessene Vergütung von freien Journalist*innen nach Zeit und Aufwand zu richten hat und nicht, wie es bisher der Fall ist, nach der Auflage oder der Reichweite von Auftraggeber*innen. 
  • Gemeinsame Vergütungsregeln, das zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, ergeben nur Sinn, wenn Verhandlungen und deren Ergebnisse für alle Beteiligten verpflichtend sind. 
  • Zudem fordern wir ein Verbandsklagerecht, damit wir zusammen gegen unrechtes Verhalten von Auftraggebern vorgehen können.

Mehr dazu liest du hier, die ausführliche Stellungnahme hier als PDF

 


Mitmachen und Ärmel hochkrempeln: Jetzt :Freischreiber*in (oder :Fördermitglied) werden! 


 

Freischreiberiges

Am 6.11. haben die Freischreiberinnen Katharina Wojczenko, Hildegard Willer und Sophia Boddenberg gemeinsam mit Ulrike Prinz das Online-Magazin „Südamerika-Reporterinnen“ auf RiffReporter gegründet. „Wir zeigen Ihnen Seiten Südamerikas, die in der Berichterstattung zu kurz kommen: Wissen, Umwelt, Technologie und Gesellschaft“, schreiben die Journalistinnen. Schaut doch mal hier vorbei, wenn ihr mehr über die neue Riff-Koralle und die großartigen Reporterinnen erfahren wollt.

Netzwerken und Austausch – für uns Schreiberlinge unverzichtbar. Welcher Auftraggeber fällt mal wieder durch abgrundtief schlechte Vertragsklauseln auf? Wie muss ich was auf Rechnungen ausweisen? Denkt dran: Freischreiber hat für Mitglieder einen Raum auf Slack. Dort können wir uns unkompliziert austauschen, Fragen stellen und Antworten geben, Regio-Gruppen finden und Jobs anbieten. Wir sehen uns dort! 

„Wenn wir gestresst sind, helfen uns Achtsamkeit und Übungen aus der kognitiven Verhaltenstherapie“, schreibt Freischreiberin Carola Kleinschmidt. Sie hat einen Jahresbegleiter, einen persönlichen Mitmachkalender für das Jahr 2021 entworfen. „Mit 52 einfachen Übungen für jede Woche lernst du Schritt für Schritt mehr Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Resilienz. Gute Balance wird so für dich zu einer festen Routine.“

Die Berliner Freischreiberin Barbara Schaefer hat – schon wieder – ein Buch veröffentlicht. Diesmal geht es um Literaturhotels. Wo hat Agatha Christie den „Orient Express“ geschrieben? Wo begann das Exil von Thomas und Katia Mann? Und wo beendete J. K. Rowling den letzten Harry-Potter-Band? Wer das Buch rezensieren möchte (worüber sich die Autorin freuen würde!), bitte hier entlang

Eiskaltes und Wohligwarmes aus Hamburg: „Tofte verarbeitet Früchte, die in Wildhecken wachsen, zu leckerem Eis am Stiel. Hagebutte, Holunder, Schlehe und Brombeere enthalten als heimische Superfruits viele Vitamine und Antioxidantien.“ Passend zur Vorweihnachtszeit gibt es zudem den Punsch-Sirup Holunder. Gegründet hat die Lebensmittelmarke Tofte Freischreiberin Alexandra Werdes.

Einst war Corgarff Castle ein Stützpunkt gegen Whiskyschmuggler in den schottischen Highlands. Auch heute noch beeindruckt die einsame Festung mitten in den Bergen. Sie schmückt das Titelbild des neuen „Scotland-Land of Whisky“- Kalenders. In diesem Jahr veröffentlicht der Fotojournalist und Freischreiber Michael Schmidt aus Langen (bei Frankfurt a. M.) seinen zehnten Bildkalender in dieser Reihe.

Dies & das

Die VG WORT ist ja nicht unbedingt bekannt für generöse Finanzbekundungen uns Journalist*innen und Autor*innen gegenüber. Aber aktuell will sie offenbar Geld loswerden und trommelt dafür mit erstaunlicher Intensität. Da trommeln wir doch mit: „Das Autorenversorgungswerk gewährt satzungsgemäß freiberuflichen Autoren Zuschüsse zu eigenen freiwilligen Beiträgen für eine private Altersversorgung.“ Wahrnehmungsberechtigte oder Mitglieder der VG WORT ab 50 Jahren können einmalig einen Zuschuss zu Kapital-Lebensversicherungen, Rentenversicherungen oder Sparverträgen beantragen – immerhin bis zu 7.500 Euro. Ran da. 

Bereits im November haben wir euch eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München vorgestellt: „Prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind zunehmend auch im journalistischen Berufsfeld zu finden“, heißt es dort. Wissen wir natürlich und haben es mit dem Freischreiber-Honorarreport 2020 herausgeschrien. Im Jahr 2020 hat sich die Situation vieler Freien nicht unbedingt verbessert. Toll ist, dass schon viele aktive Journalist*innen an der Umfrage teilgenommen haben. Die Studienleiterin sucht aber dringend noch Ex-Journalist*innen. Warum haben sie den Journalismus verlassen? Motiviert also gern Ex-Kolleg*innen und Bekannte. Je mehr, desto lauter. 

Preise & Stipendien

Das Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen lobt mehrere Stipendien aus, für die ihr euch noch bis Ende Januar 2021 bewerben könnt. Zum Beispiel die Milena Jesenská Fellowships for Journalists. Gesucht werden Kulturjournalist*innen, „wobei der Begriff ‚kulturell‘ in einem weiten Sinne interpretiert wird […]. Die Arbeiten der Bewerber können sich […] auch mit gesellschaftlichen Fragen von europäischer Relevanz befassen.“

Und noch mehr Stipendien: Der Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ ist ein Forschungszentrum zum Thema soziale Ungleichheit an der Universität Konstanz. Der Cluster hat ein Journalist-in-Residence Fellowship ins Leben gerufen, das nun jährlich ausgeschrieben wird und Journalist*innen für sechs Wochen bis drei Monate die Möglichkeit gibt, am Cluster einem eigenen thematisch einschlägigen Projekt nachzugehen.

Das Goethe-Institut ruft Journalist*innen und Korrespondent*innen auf, sich auf den Deutsch-Portugiesischen Journalismus-Preis zu bewerben. „Er soll dazu beitragen, das Wissen über das jeweils andere Land zu vertiefen, die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal weiter zu stärken und einen professionellen und freien Journalismus als Basis der europäischen Demokratie zu würdigen und zu fördern.“

Zum Schluss noch etwas über mutige Menschen, die schwere Missstände nicht verschweigen, sondern öffentlich machen und damit auch unsere Arbeit oftmals erst ermöglichen. Whistleblower werden in Deutschland kaum geschützt, sind Aggressionen ausgesetzt, verlieren ihren Job oder werden verklagt. „Im Oktober 2019 hat die Europäische Union eine Richtlinie zum Schutz von Personen verabschiedet, die in ihrem Arbeitsumfeld Verstöße gegen geltendes EU-Recht melden – die EU-Whistleblowing-Richtlinie“, schreibt das Whistleblower-Netzwerk. Deutschland muss diese Richtlinie nun umsetzen. Und das ist dringend nötig. Viele Skandale kommen nie ans Licht, weil Menschen aufgrund der aktuellen Gesetzeslage davor zurückschrecken, zu Whistleblowern zu werden. Das ist ein Problem für die ganze Gesellschaft“, sagt Annegret Falter aus dem Netzwerk-Vorstand gegenüber dem Wirtschafts-Newsletter Flip. Denken wir nur an Edward Snowden und die NSA, Eckart Seith und Cum-Ex oder Martin Porwoll, der die Krebsmittelpanscherei in NRW aufdeckte. Sie alle benötigen gesetzlichen Schutz und staatlichen Rückhalt.

In diesem Sinne
Kommt gut ins neue Jahr, bleibt gesund und frei

Eure Freischreiber*innen

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Coworking ist für Freelancer – und für Freischreiber *innen – eine spannende Alternative zum Home Office oder dem eigenen Büro. Das „Neues Amt Altona“ (NAA) verbindet diesen Ansatz mit der Idee einer Genossenschaft. Digitale Mittagspause mit Christina Veldhoen und Feena Fensky am 7.12. um 12 Uhr. Infos und Anmeldung hier


Hier geht´s zum Freienbibel-Blog, der Vorform der nächsten komplett neuen Freienbibel mit aktuellen Infos zur Recherche in Zeiten von Corona, Inspirations-Camp und vielem mehr. 


Für Mitglieder: Digitaler Jottwede-Abend am 19. November 2020 um 20 Uhr. Thema: Leben und Arbeiten in der Provinz mit Fokus auf Aufnahmetechnik für Telefoninterviews. Infos hier. #teamfreischreiber #gemeinsamstatteinsam #coronakannunsmal 


Was steht drin im Honorarreport 2020? Hier online nachlesen



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vom 04T10:12:29+00:00.11.2020

 

Ein physischer Begleiter für harte Tage
#DurchDieKriseNurGemeinsam

Liebe Kollegen und Kolleginnen, liebe Freischreiberinnen und Freischreiber,

ja, schwierig gerade. Zum zweiten Mal in diesem Jahr, auch wenn es voraussehbar war. Wir haben gestern diesen Appell mit drei Forderungen zur besseren Unterstützung von Solo-Selbständigen und Freiberufler*innen unterzeichnet. Initiiert von Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, wird die Bundesregierung aufgefordert, die Belange der Solo-Selbstständigen und Freiberufler endlich ernst zu nehmen. „Deswegen fordern wir die Bundesregierung auf:  

  1. Die Belange der Solo-Selbständigen und Freiberufler endlich ernst zu nehmen und sie auch auf höchster Ebene gleichberechtigt mit anderen Wirtschaftsverbänden bei der Ausgestaltung und Nachbesserung von Hilfsprogrammen zu konsultieren. 
  2. Die bestehenden Überbrückungshilfen nicht erst im Januar sondern unverzüglich zu entbürokratisieren und diese wie auch die Notfallhilfen für mehr Betroffene zugänglich zu machen. 
  3. Den Weg für einen Unternehmer*innenlohn endlich frei zu machen. Betroffenen damit Unterstützung bei den Kosten ihres Lebensunterhalts zukommen zu lassen und drohende Altersarmut zu verhindern.“ 

Wir wünschen diesem Appell den Erfolg, den es braucht, damit die Belange der Soloselbstständigen endlich ernst genommen werden. Teilt diesen Appell! #DurchDieKriseNurGemeinsam 

Wir kümmern uns in der Zwischenzeit weiter mit Hingabe um die Belange der Freischreiberinnen und Freischreiber und aller anderen Freischreibenden. Womit wir bei der Freienbibel wären. Der neuen Freienbibel, der „Freienbibel 2“. Für diese haben wir jetzt auf Startnext das Crowdfunding gestartet, damit wir sie auf den Weg bringen, mit Inhalt füllen und nicht zuletzt ordentlich drucken und binden lassen können. Mindestens 308 Unterstützer*innen brauchen wir! Die schon mal eine der neuen Freienbibel bestellen (und bezahlen) oder die uns finanziell unter die Arme greifen wollen – wo wir doch mit so schönen Angeboten locken: vom Privat-Webinar ,Besser Verhandeln‘ bis zur Möglichkeit, einen Klassensatz der „Einsteiger-Bibel“ an die Journalistenschule der Wahl schicken zu lassen. Warum sich der Einsatz mehr als lohnt und warum alles, was mit der „Freienbibel 2“ zu tun hat, eine coole Sache ist, das verrät uns jetzt in einem kurzen Interview Katharina Jakob vom Redaktionsteam, die wie Jakob Vicari vom Freischreiber-Vorstand schon zum Team der ersten Freienbibel gehörte.

Katharina, wir machen jetzt mal eine Art Pitch und du hast eine Minute Zeit zu erzählen, was der Clou an der neuen Freienbibel ist – und los!
Die Freienbibel enthält geballtes Wissen, das alle freien Journalisten und Journalistinnen absolut brauchen und das sonst nirgendwo verfügbar ist. Es gibt zwar hier ein Handbuch für Freie und da ein Handbuch, aber was wir schreiben, kommt direkt aus der Praxis. Wir als Freischreiber sind die Einzigen, die wirklich die Praxis bis ins Kleinste kennen. Und das bedeutet, wenn wir die Freienbibel schreiben, kommt hier das Wissen aus wahnsinnig vielen Jahren Berufserfahrung von freien Journalisten zusammen. Wir wissen, was wir brauchen und wir sind die Einzigen, die es aufschreiben können. Wir haben es im März gesehen, beim ersten Lockdown, die Leute standen absolut auf dem Schlauch … 

Die Minute ist leider um …
Du bist aber streng … jedenfalls: Was damals ab März bei uns online in den Freienbibel-FAQ stand, das wussten die Leute nicht, das gab es nirgendwo sonst zu erfahren, wir aber konnten es liefern …

Überall heißt es: ‚Die Welt wird digitaler‘. Warum wird es ein Buch? 
Es ist zum einen der Nachfolger der ersten Freienbibel, die es auch als Buch gegeben hat, und dass wir digitaler werden, heißt ja nicht, dass die analogen Medien vom Rand der Welt verschwinden. Ein Buch zu haben, in dem man mal eben etwas nachschlagen kann und das auch im Spessart oder im Thüringer Wald, wo es vielleicht keinen guten Internetanschluss gibt, – das ist es, was wir uns vorstellen: einen physischen Begleiter für harte Tage. Nur unter uns: Ich habe seit zwei Jahren das Digital-Abo einer Wochenzeitung, vorher hatte ich das Print-Abo. Und ich bin gerade schwer am Überlegen, ob ich das nicht wieder rückgängig mache, weil ich wirklich bis zu zwölf Stunden am Tag am Rechner sitze, auf den Bildschirm starre und das nicht gesund finde. Lieber würde ich abends auf dem Sofa liegen, die Zeitung lesen und nicht den Rechner wieder hochfahren, und so stelle ich mir das mit der Freienbibel auch vor. Außerdem: Analog ist nicht langsam, analog kann wahnsinnig schnell sein. Ein Buch in der Tasche zu haben, einfach etwas nachschlagen, ohne sich irgendwo einzuwählen, das hat was. 

Für Nicht-Freischreiber-Gemeindemitglieder: Warum heißt es „Freienbibel“?
Es folgt einmal der Tradition der ersten Freienbibel, die damaligen Autoren und Autorinnen haben sich ‚Bibelkreis‘ genannt. Wir mussten uns damals anhören: „Das ist doch Mist, nennt es wenigstens ‚Fibel‘ und nicht ‚Bibel‘“. Aber wir sind wie aus Trotz dabeigeblieben und es war großartig und es hat uns total inspiriert. ‚Bibel‘ auch, weil dieses Buch wichtig ist. ‚Am Anfang war das Wort‘, das ist bei uns genauso. Von daher tun wir einen Teufel und weichen nicht von der Tradition ab. Wir bekommen immer noch Bestellungen für unsere erste Freienbibel – nach sieben Jahren!

Du gehörst zum Autoren- und Autorinnen-Team. Worauf freust du dich, wenn die Freienbibel geschrieben ist?
Ich freue mich auf die geballten Ideen und das geballte Wissen meiner Mit-Redakteure und -redakteurinnen, was ich ja selbst als Einzelne auch nicht habe. Also: die Innovationen im Journalismus, die sich ja auch dauernd verändern und die Jakob Vicari kennt, der hat da den Finger am Puls. Ich freue mich auf das, was Anja Reiter alles weiß über Tech&Tools und wie Jan Schwenkenbecher übers Geldverdienen schreiben kann; ich freue mich auf das unfassbar lexikalische Wissen eines Oliver Eberhardt und dann die tolle Schreibe von Jens Eber – das sind alles Preziosen, auf die ich selber brenne. Ich freue mich wirklich auf dieses Wissen, das zusammengefasst wird und ein Kompendium ergibt, von dem ich sage: ‚Wow!‘ Im Prinzip bin ich unsere erste Kundin.

Liebe Katharina, danke für das Interview und alle Newsletter-Leser wissen ja, was jetzt zu tun ist. Hier geht es zum Crowdfunding „Freienbibel 2“
 

Crowdfunding: Freienbibel 2 from Freischreiber on Vimeo.

 

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Freischreiberiges

Gratulieren können wir und das tun wir gerne und von Herzen: Und zwar wurden Freischreiberin Gesa Steeger in der Kategorie „Nachwuchs“ und Freischreiber Nikolaus Fecht in der Kategorie „Fachbeitrag“ beim Wettbewerb „Grüne Reportage 2020“ des VDAJ ausgezeichnet. Der VDAJ ist der Verband Deutscher Agrarjournalisten – auch den gibt es.

Ein weiterer Preis ist zu vermelden: Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz hat den „Bundespreis Verbraucherschutz 2020“ in der Kategorie „Engagement für Verbraucherschutz“ an das Online-Magazin MedWatch verliehen. Mitgegründet wurde es von Freischreiberin Nicola Kuhrt, die die Chefredakteurin ist. Entstanden ist auch ein kleiner Film, der die Arbeit von MedWatch kurz und kompakt vorstellt.

„Aufstand im Kupferwald“ ist der Titel eines Radio-Features von Freischreiberin Elisabeth Weydt (zu hören am 15.11., um 11:05 Uhr oder in der NDR-Mediathek): „Unter dem Nebelregenwald von Ecuador liegt ein milliardenschwerer Kupferschatz verborgen. Autorin Elisabeth Weydt ist mittendrin im Konflikt zwischen Mega-Firmen und Klima- und Umweltschützern.“ Schon ein Blick auf die beeindruckenden Bilder lohnt … 

„Wie spreche ich Sterben und Tod an, wenn ein nahestehender Mensch nicht mehr lange zu leben hat oder ich selbst betroffen bin? Welche Themen sind überhaupt wichtig für die Angehörigen – seien es Partner, Freunde, Kollegen, Kinder oder Geschwister – und für den sterbenskranken Menschen selber? Was ist überhaupt ein gutes Gespräch?“ Fragen, denen sich ein neues Buch von Freischreiberin Anke Nolte nähert: „Einfühlsame Gespräche am Lebensende“. 

Verwandtes

Eigentlich wollten wir vermelden, dass unser Partnerverband „Freelens“ der freien Fotojournalist*innen seine Galerie wieder eröffnet und mit einer famosen Ausstellung bestückt hat – aber nun ist ja erstmal wieder geschlossen. Aber wir weisen gerne darauf hin, dass ein neuer Vorstand gewählt wurde, der „jünger, weiblicher, hoch motiviert“ sei. Wir wünschen viel Erfolg! 

Dies & das

„Prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind zunehmend auch im journalistischen Berufsfeld zu finden“, schreibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Und schiebt dazu eine Studie zum Thema Prekarisierung im Journalismus an: „Zielgruppe der Studie sind alle Journalist*innen Deutschlands unabhängig von ihrem jeweiligen Beschäftigungsverhältnis, seien sie hauptberuflich oder nebenberuflich im Journalismus tätig. Dazu zählen auch Volontär*innenund Fotojournalist*innen. Außerdem befragen wir ehemaligehauptberufliche Journalist*innen, die ihren Beruf in den letzten fünf Jahren gewechselt haben und nun nicht mehr im Journalismus arbeiten.“ Hier geht es zum Fragebogen, der selbstverständlich anonymisiert ist, und wir bitten freundlich um Teilnahme. 

Veranstaltungen

„Normaler Notstand? Leben und Arbeiten in Zeiten der Pandemie“ ist eine digitale Veranstaltung der Weltreporter überschrieben: „Lassen Sie sich von unseren Weltreporter*innen mitnehmen an Orte rund um den Erdball. Orte, an denen sie seit Jahren leben und arbeiten. Lassen Sie sich erzählen, was in den USA jenseits von Trump passiert. Wie Corona Gesellschaften verändert und wie man als Journalist*in damit umgeht – und wie gefährlich es für uns alle ist, wenn aus manchen Regionen oder Ländern gar nicht mehr oder nur im Krisenfall berichtet wird.“ Der zweite Termin der Reihe „Weltreporter Live: Unterwegs in der neuen Zeit“ ist am 19. November, um 18 Uhr geht es los. Infos, Mitschnitte und Anmeldung hier

Preise & Stipendien

Noch kann man sich bewerben, bis zum 15. November. Für den #Netzwende-Award. „Prämiert werden digitale Projekte, Initiativen, Organisationen und Startups, die einen Unterschied machen wollen. An erster Stelle steht nicht das wachstumsstärkste Geschäftsmodell, sondern der gesellschaftliche ‚Impact‘. Ausgeschlossen vom Bewerbungsverfahren sind einzelne Artikel oder Beiträge.“ Im Topf liegen 10.000 Euro, außerdem gibt es einen Sonderpreis und die Möglichkeit, sich für Workshops zu bewerben.

So. Das war‘s schon wieder. Also fast. Denn weil wir mit einem Buch (der Freienbibel!) begonnen haben, wollen wir auch mit einem Buch enden und dazu gibt es folgende Einleitung: „Kennen Sie Freddy Lounds? Den schmierigen, eitlen Tabloid-Reporter aus der Thomas-Harris-Verfilmung ‚Roter Drache‘ von 2002? Diesen journalistischen Brandstifter, der die Ermittlungen des FBI gefährdet und selbst als menschliche Fackel endet? Dieser Freddy Lounds war die erste filmische Reporterfigur, die ich bewusst wahrgenommen habe. Als ich den Film sah, verdiente ich mir meine ersten Sporen als Lokaljournalist. Ich wusste sofort: So wie Lounds will ich niemals sein. Und schon gar nicht enden.“ So schreibt Kollege Patrik Torma, der den Blog www.journalistenfilme.de ins Leben holte, dem wir manchen Newsletter-Rausschmeißer verdanken. Weshalb wir uns nun gerne revanchieren und auf sein erstes Buch hinweisen möchten, erschienen in der Edition Popkultur: „SCOOPS, SKANDALE, SENSATIONEN – 50 Journalistenfilme von Almost Famous bis Zodiac“.

In diesem Sinne
Kommen Sie gut durch die Tage

Ihre Freischreiber*innen

 

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Hier geht´s zum Freienbibel-Blog, der Vorform der nächsten komplett neuen Freienbibel mit aktuellen Infos zur Recherche in Zeiten von Corona, Inspirations-Camp und vielem mehr. 


Für Mitglieder: Digitaler Jottwede-Abend am 19. November 2020 um 20 Uhr. Thema: Leben und Arbeiten in der Provinz mit Fokus auf Aufnahmetechnik für Telefoninterviews. Infos hier. #teamfreischreiber #gemeinsamstatteinsam #coronakannunsmal 


Digitaler Freischreiber-Weihnachtsabend am 1.12. mit dem wunderbaren Team #Freienbibel2. Infos in Kürze auf www.freischreiber.de 


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Was gibt es Neues?

vom 31.07.2018

Liebe Freischreiberinnen, liebe Kollegen und liebe Freundinnen von Freischreiber,
 
 
schon vor sieben Jahren (war es da auch so heiß?) meldete die Süddeutsche Zeitung:
„Wenn die Temperaturen auf 33 Grad steigen, arbeitet man nur noch halb so effizient.“ Deshalb machen wir es heute kurz: Was gibt es Neues?
 
Einen Erfolg von streikenden freien Journalistinnen:
 
Die 19 (!) tapferen freien Journalisten der Eßlinger Zeitung (EZ), die sich zu einem zweiwöchigen Streik entschlossen hatten, haben eine Erhöhung ihres Honorars durchgesetzt. Hintergrund war eine indirekte Honorar-Kürzung seit Anfang des Jahres (Verlängerung der Zeilen bei gleicher Bezahlung) und ergebnislose Gespräche mit der Geschäftsführung. Das Zeilengeld der Freien betrug seit acht Jahren 62 Cent. Zwei Wochen lang nahmen die Freien nun geschlossen keine Aufträge an, wo sie sonst rund die Hälfte der lokalen Beiträge lieferten. Und sie wandten sich per Flugblatt an ihre Leserinnen, die gar nicht wussten, wie wenig „ihre Journalisten“ verdienen. All das zeigte Wirkung.
 
„In einer zweiten Verhandlungsrunde haben sich die Freien Journalisten der Eßlinger Zeitung (EZ) heute mit dem Geschäftsführer der EZ, Andreas Heinkel, auf ein höheres Zeilenhonorar von 72 Cent geeinigt“, meldeten die Kollegen. „Zudem wurde verabredet, die Pauschalen für Straßenumfragen, Gerichtstermine und Interviews von bislang 80 bis 106 Euro auf 125 Euro zu erhöhen. Auch soll bei langen Gemeinderatssitzungen, die wenig Artikelthemen ergeben, eine Aufwandspauschale von 35 Euro gezahlt werden. Pro gefahrenem Kilometer erhalten die Freien nun 30 Cent (wie angestellte Redakteure) statt 27 Cent.“
 
Wir gratulieren den Eßlinger Freien herzlichst zum erfolgreichen Widerstand und freuen uns bärig über ihren Erfolg!
 
Von Gratistexten und Käsemonden
 
Wo es Texte quasi umsonst gibt, weiß die freie Journalistin Tatjana Kerschbaumer. Sie twittert unter dem Hashtag #textesindjaquasiumsonst Perlen aus der Honorardrücker-Zone, darunter das Bonmot eines Zeitungsmachers: „Also 35 Cent pro Zeile sind echt unser Spitzensatz.“
 
Auch wenn gerade noch allerorten vom Blutmond die Rede war: Für unsere Branche weit wichtiger ist sein bleicher Bruder. Sascha Lobo hat hier aufgeschrieben, was ein Käsemond mit gutem Journalismus zu tun hat. Dringend zu empfehlen.
 
 
Freischreiberiges
 
„Wir entwickeln was“, sagt unser kreativer Kopf im Vorstand, Jakob Vicari. Und meint damit die Kooperation zwischen dem Hamburger Start-up Authory und Freischreiber. Heraus kam „AuthoryPledge“, ein automatisiertes Archiv für Journalistinnen, das all ihre Texte aufspürt und bündelt, wo auch immer sie erschienen sind. Leser können dadurch auf den Spuren ihrer Lieblingsautoren bleiben, und Journalistinnen erfahren, wie erfolgreich ihre Texte auf Social-Media-Kanälen sind. Hier gibt es ein Interview zu lesen, das Jakob Vicari mit Erich Hauch geführt hat, einem der beiden Authory-Gründer.
 
Freischreiberin Katja Edelmann hat das Glück gesucht und gefunden, und zwar in Heidelberg. Am 13. August erscheint ihr Buch „Glücksorte in Heidelberg“. Wir gratulieren und wünschen viel Glück für den Verkaufsstart!
 
 
Stipendien und Preise
 
Extra für Freie: Wie schon im vorigen Jahr vergibt das SZ-Magazin drei Stipendien für aufwendige Recherchen (journalistisch, fotografisch und datenjournalistisch), je 5000 Euro. Einsendeschluss ist der 31. August.
 
Bei der Robert-Bosch-Stiftung ist das Projekt „Reporters in the field“ ausgeschrieben. Es fördert internationale Journalisten-Teams bei grenzüberschreitenden Recherche-Projekten mit bis zu 8000 Euro. Bewerbungen bis zum 16. September, hier gibt es weitere Infos.
 
Auch Hostwriter zeichnet Teamwork aus. Mindestens zwei Journalisten, die zusammen eine Geschichte produziert haben, können sich um den Story Prize bewerben. Das Stück muss bis zum 15. August 2018 (oder kurz danach) publiziert sein, außerdem sollen die Journalistinnen Hostwriter bei ihrer Arbeit genutzt haben. Einen weiteren Preis gibt es für eine Projekt-Idee. Näheres auf der Seite von Hostwriter und bei der Otto-Sprenger-Stiftung. Bewerbungsschluss ist der 15. August.
 
Journalistenschülerinnen, Studierende und Doktoranden können sich um ein Stipendium der Rudolf-Augstein-Stiftung bewerben. Bis zu 24 Monate können mit 800 bis 1000 Euro gefördert werden. Einsendeschluss: 30. August.
 
Dies & das
 
Das Campfire-Festival „für Journalismus und digitale Zukunft“ wird vom gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv organisiert. Programmpunkte sind u. a. das Darknet als journalistisches Tool, die Vernetzung von Medien in Deutschland, Security-Tipps für Journalistinnen, Reporter Slam und Sprechtraining. Vom 31. August bis zum 2. September in Düsseldorf.
 
Vom 7. bis 9. September findet in Hamburg die Indiecon statt, das Independent-Magazine-Festival. Gegründet 2014, will die Konferenz „Independent Publisher*innen aus dem In- und Ausland“ zusammenbringen. Es gibt Workshops und Podiumsdiskussionen zu neuen Formaten, Formen und Vertriebsideen. Und es gibt die Indiemagdays, eine Bühne für Magazine und Comics (kostenfreier Eintritt). Freischreiber-Mitglieder erhalten bei einer Anmeldung bis 21. August 20 Prozent Rabatt auf die Konferenzgebühr (Interessenten bitte bei kontakt@freischreiber.de melden). Mehr hier.
 
Um „Daten in der Demokratie“ geht es auf der diesjährigen SciCAR, der Konferenz für Wissenschaftsjournalisten, Datenjournalistinnen und Wissenschaftlern. Ausgerichtet wird sie vom 24. bis 26. September von der TU Dortmund. Diese Konferenz gab es erstmalig 2017, hat aber die Macher davon überzeugt, dass in der „Kooperation von Wissenschaftlern und Journalisten viel (mehr) Potenzial steckt“.
 
Kein Allheilmittel gegen hitzige Diskussionen, aber beim Runterkühlen helfen sie doch: Fakten. Die gemeinnützige Nemetschek-Stiftung zur Stärkung der Demokratie hat einen Fakten-Check aufgesetzt, der gefühlte Wahrheiten mit nüchternen Tatsachen kontert. Da kann man seine Ansichten überprüfen und feststellen, dass bei uns früher fast alles schlechter war, sogar die Zähne der Kinder. Und dass nicht Nigeria das Land ist, in dem man mit höchster Wahrscheinlichkeit einem Verbrechen zum Opfer fallen kann, sondern der Vatikan.
Bewahren Sie einen kühlen Kopf und bleiben Sie uns gewogen.  
 
Ihre Freischreiberinnen
 
 
 
 
 
 
 

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Urheberrechtsreform: Wir freuen uns über die Entscheidung des EU-Parlaments. Mehr dazu hier.

Lieblingsjournalisten unterstützen. Wir entwickeln was. Die Google Digital News Initiative fördert Innovationen im Journalismus. In der aktuellen Runde hat es die Idee „AuthoryPledge“ geschafft. Was Freischreiber damit zu tun hat lesen Sie hier.

20 % Rabatt für das Independent Magazine-Festival von 7. bis 8. September 2018 in Hamburg, Freischreiber-Mitglieder bitte bei kontakt@freischreiber.de melden. 

Freischreiber feiert am 17.11. in Berlin!
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[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 17.07.2018

Liebe Freischreiberinnen und Freischreiber,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit unaufhaltsamen Schritten nähern sich die schönsten Wochen des Jahres. Sommer, Sonne, Urlaubszeit! Da staunen manche Chefredakteure, weil es Freie tatsächlich wagen, den Notizblock auch mal zur Seite zu legen: „Wer es sich leisten kann…“ Eine ziemlich zynische Einstellung angesichts der Tatsache, dass Festangestellte einen verbrieften Urlaubsanspruch genießen und nicht im Traum daran denken würden, darauf zu verzichten. 

Da antworten wir gerne: Ja, wir können und wollen uns eine Auszeit leisten – und verweisen Mitglieder auf unsere Kampagne „Verkauf dich zum Höchstpreis“, die seit Anfang des Jahres läuft. Nach diversen Experten-Coachings und Infoabenden zum Thema „Honorare“ können wir stolz verkünden, dass sich die Mühe gelohnt hat. 

Klar, die Mega-Bezahlung fällt nicht plötzlich vom Himmel. Trotzdem lohnt sich das stete Nachbohren! Ein Freischreiber, der für mehrere Tageszeitungen arbeitet, brachte es nach seinem jüngsten Honorargespräch auf den Punkt: „O Wunder, obwohl die Etats bei allen seit Jahren gedeckelt sind, haben sich Verbesserungen ergeben.“

Freien-Streik in Esslingen

Kämpferisch gibt sich auch eine Gruppe von Freien in Baden-Württemberg. Wie die Kontext-Wochenzeitung berichtet, sind bei der „Eßlinger Zeitung“ alle freien Journalisten, die für den Lokalteil schreiben, in den Streik getreten. „Während die Abogebühren von 2010 (276,39 Euro im Jahr) bis 2017 (415,55 Euro) um 50 Prozent stiegen, blieb ihr Zeilenhonorar in diesem Zeitraum auf immer demselben Stand: 62 Cent“, schreibt Kontext. Besonders perfide: Auf dem Höhepunkt des Streiks veröffentlichte der Verlag ein Jobangebot. Gesucht: freie Mitarbeiter für den Lokalteil der Eßlinger Zeitung.

Freischreiberiges

Eva Wolfangel freut sich über den Titel „European Science Writer of the Year 2018“. Die Freischreiberin aus Stuttgart schreibt als Wissenschafts- und Reportage-Journalistin u. a. für Die ZEIT, Geo, Süddeutsche Zeitung, Spiegel, spektrum.de, Bild der Wissenschaft, NZZ, Technology Review und andere. Ihr neuestes Projekt: eine eigene Rubrik („Koralle“) zur Virtual Reality bei der Journalismus-Plattform Riffreporter. Wir gratulieren Eva ganz herzlich!

Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Unzählige Redaktionen, unterschiedliche Honorarmodelle, unklare Ansprechpartner: Die Situation für Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist verworren. Entsprechend diffus ist für Außenstehende die Situation der Freien. Eine aktuelle Studie, die u. a. von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Fraktion „Die Linke“ im Bundestag unterstützt wird, soll Abhilfe schaffen. Die Online-Umfrage dauert 15 bis 20 Minuten.

Knauserige Deutsche

„Deutsche glauben an Medieninnovationen, wollen aber nicht dafür zahlen.“ Zu diesem nicht ganz rosigen Schluss kommt eine Studie, die das Online-Portal Statista im Auftrag von „nextMedia.Hamburg“ durchgeführt hat. Demnach haben 51 Prozent der Befragten schon einmal einen Podcast gehört. Gerade einmal sechs Prozent sind jedoch bereit, auch Geld für ein solches Angebot auszugeben. Wir finden: Da geht noch mehr!

Stipendien und Preise

Die Förderung von Gründern im gemeinnützigen Journalismus durch Netzwerk Recherche und die Schöpflin-Stiftung geht in die dritte Runde. Die in diesem Jahr auf je 3.000 Euro aufgestockten „Grow“-Stipendien werden an journalistische Start-ups vergeben, die einen klaren Recherche-Schwerpunkt haben und nicht profitorientiert sind. Netzwerk Recherche vermittelt Know-how und Kontakte, damit der Start gelingen und das Projekt wachsen kann. Bewerbungen sind bis zum 15.08.2018 möglich. 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sucht die besten Filme rund ums Thema Wirtschaft: Der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis wird in diesem Jahr zum 51. Mal vergeben. Bewerben können sich wieder Filmproduzenten und Kreative, Nachwuchs-Filmschaffende, Agenturen und Unternehmen. Beiträge können bis zum 29. Juli eingereicht werden.

Eine Studienreise nach Moldau organisieren die Deutsche Gesellschaft e. V. und das moldauische Center for Independent Journalism (CIJ) im Herbst 2018. Dabei sollen (Nachwuchs-)Journalisten mit politischen Entscheidungsträgern und zivilgesellschaftlichen Akteuren ins Gespräch kommen, um das journalistische Arbeiten in den Partnerländern kennenzulernen. Bewerbungsschluss ist der 10. August. Weitere Informationen hier.

Dies und das

Sie gehören zusammen wie Pech und Schwefel: ZEIT-Kolumnist Harald Martenstein und Medien-Journalist Stefan Niggemeier. „Seit Jahren schreiben wir unfreundliche Artikel übereinander“, schreibt Niggemeier auf Übermedien. Nun haben sie sich zu einem persönlichen Interview getroffen. Martenstein teilte im Vorfeld des Treffens mit: „So schwierig wie der Gipfel zwischen Trump und Kim wird es nicht werden. Atomwaffen sind schon mal kein Thema!“

Das Urheberrecht treibt seine Blüten. Blöd nur, wenn ausgerechnet ein EU-Politiker, der sich genau mit diesem Thema befasst, urheberrechtlich geschützte Bilder auf seiner Facebook-Seite verwendet – und hinterher nicht sagen will, ob er dafür auch bezahlt hat. Die Bilder-Posse ist nachzulesen auf Buzzfeed.

Journalisten nehmen gern für sich in Anspruch, die nackte Wahrheit zu berichten. Aber nur selten meinen sie das auch wörtlich. In diesem Fall schon: Die „Atlantic“-Redakteurin Taylor Lorenz erläutert in ihrem jüngsten Artikel, warum Twitter besonders viele Nackedeis anzieht – und warum das Ganze nichts mit Angeberei zu tun hat. 

In diesem Sinne: Frohes Schaffen und eine gute Zeit!

Ihre
:Freischreiberinnen und :Freischreiber!

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[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 03.07.2018

Liebe Kollegen und Kolleginnen, liebe Freischreiberinnen und Freischreiber,

beginnen wir heute mal freundlich und fast froh gestimmt – ob des wunderbaren Wetters! Jedenfalls hier im Norden, wo der Newsletter diesmal geschrieben wird.
Ist das ein Sommer? Das ist ein Sommer! Wunderbar & herrlich …

Und so ergab sich nicht nur wettermäßig eine wunderbare Netzwerk-Recherche-Konferenz, wo Freischreiber ja Kooperationspartner ist.
Gute Themen, gute Workshops, guter Informationsaustausch und beste Gespräche nicht nur an unserem Freischreiber-Stand (und das nun fast schon obligatorische Freischreiber-Eis wurde auch wieder verteilt).

Wer die eine oder andere Veranstaltung nachverfolgen und nachgenießen möchte, auf YouTube sind diverse Mitschnitte zu finden. Eine gebündelte Übersicht gibt es hier.

Und schon wird es am Himmel dunkler und dunkel, denn der Blick schweift notgedrungen nach Brüssel, wo im dortigen EU-Parlament abgestimmt wurde und abgestimmt wird: über Änderungen beim Leistungsschutzrecht und beim Urheberrecht. Und schon wird es am Himmel dunkler und dunkel, denn der Blick schweift notgedrungen nach Brüssel, wo im dortigen EU-Rechtsausschuss Parlament abgestimmt wird: Über Änderungen beim Leistungsschutzrecht und beim Urheberrecht.
Im Rechtsausschuss wurde ein Kompromiss beschlossen, den wir für einen faulen halten. Warum das so ist, hat Freischreiberin Sonya Winterberg auf VG Info erklärt: „Die Rechtspolitiker des Europäischen Parlaments haben sich mehrheitlich für eine Regelung ausgesprochen, die es erlaubt, in Zukunft etwas legal zu tun, was bislang verboten war, wenn man denn bereits vor 2015 gegen das Verbot verstoßen hat.

Im Ergebnis wird diese Regelung zu zwei Klassen von Autoren in Europa führen: jene, die ihr Geld für sich behalten dürfen, und jene, die es mit ihren Verlagen teilen müssen. Dazu konnte es kommen, weil die skandinavischen Autoren laut genug gegen die Regelung protestiert haben, während die Interessenvertreter der deutschen Autoren sich auf die Seite der Verlage gestellt haben.“

Das haben wir Freischreiber natürlich nicht getan. Wir haben Petitionen unterschrieben, Abgeordnete mit unseren Positionen versorgt und uns einem Protestschreiben der C4C (Copyright for Creativity) angeschlossen. Morgen wird abgestimmt. Wer den Newsletter heute liest, kann sich gerne noch einbringen, wie es auch bei VG Info heißt: „Noch ist allerdings nicht aller Tage Abend: Das Plenum des Europäischen Parlaments wird voraussichtlich am 4. Juli 2018 über den Bericht des JURI-Ausschusses abstimmen. Bis dahin ist noch Zeit für Schreiben an alle Europa-Abgeordneten – insbesondere an die deutschen aus dem eigenen Bundesland. Je individueller diese Schreiben ausfallen, desto besser.“

Freischreiberiges

Die beiden Freischreiber Nicola Kuhrt und Hinnerk Feldwisch-Drentrup haben für ihr Projekt „MedWatch“ ein Crowdfunding bei Steady gestartet: „Das Team von MedWatch scannt das Netz nach gefährlichen und unseriösen Heilsversprechen. Wir recherchieren in Grauzonen, in denen selbsternannte Heiler und Gesundmacher ihre Wunder anbieten – und schreiben Reportagen, machen Interviews und verfassen Nachrichten zu aktuellen Entwicklungen. In einem Blog haben wir erste Recherchen veröffentlicht und ausprobiert, wie MedWatch funktioniert. Eine erste Spende hat uns ermöglicht, dieses Crowdfunding vorzubereiten.“ Mehr Informationen und vor allem die Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, findet man hier: https://steadyhq.com/de/medwatch

Eine ganz eigene Welt hat Freischreiberin Sonya Winterberg (man kennt sie als eine der Protagonistinnen der VG-Wort-kritischen Seite www.vginfo.org) erkundet und über diese zusammen mit ihrer Kollegin Sylvia Nagel einen Film gedreht: Im Mittelpunkt von „Väter hinter Gittern“ stehen inhaftierte Männer, die Kinder haben – und die den Kontakt zu ihren Kindern halten wollen, was alles andere als einfach ist: „Die Männer erzählen von ihren Gefühlen, verpassten Chancen und von der Sehnsucht, Vater sein zu dürfen – auch im Knast. Doch wie realistisch sind die Vorstellungen der Väter? Im Gespräch mit Seelsorgern, Gefängnismitarbeitern und Experten wird deutlich, wie schwierig es im Strafvollzug ist, die Bedürfnisse derer in den Mittelpunkt zu stellen, um die es eigentlich geht: die Kinder.“ Zu sehen ist die angenehm ruhige und genaue Dokumentation in der ARD-Mediathek.

Dies & das

Blogger und Journalisten – da liegt nicht unbedingt Freundschaft in der Luft. Doch sind sich die beiden Berufsgruppen mit und ohne Volontariat oder Studium doch vielleicht ähnlicher, als beide möchten? Eine Studie der Otto Brenner Stiftung hat sich da jetzt herangewagt und eine überraschende Ähnlichkeit in beiden Sphären erhoben. So würden etwa gleich viele Blogger wie Journalisten bezahlte Inhalte als eben bezahlte Inhalte kennzeichnen, womit das Vorurteil, Blogger nähmen es da nicht so genau, als eben waschechtes Vorurteil zu beschreiben sei. Eine andere Aussage: „Knapp 70 Prozent aller befragten Blogger verfügten laut Studie über keinerlei journalistische Qualifikation. Einer Vielzahl von politischen Journalisten stünden nur sehr wenige politische Blogger gegenüber. Bei dem Bereich Mode sehe es genau anders herum aus: Einer Vielzahl von Modebloggern stünden deutlich weniger Modejournalisten gegenüber.“

Ihre letzte Ausgabe hat die immer wieder zu empfehlende Sendereihe „Breitband“ auf Deutschlandfunk Kultur einer ihrer Meinung nach bedrohten Spezies gewidmet: den recherchierenden Journalisten und Journalistinnen: „Ohne tiefgründige Recherchen gibt es keine großartigen Artikel in Zeitschriften und Zeitungen. Doch eben diese Recherche wird den Journalistinnen immer schwieriger gemacht, denn statt Antworten erhalten sie von Promis und Unternehmen vermehrt anwaltliche Schreiben. Die Arbeit soll erschwert oder die Journalisten sogar mundtot gemacht werden.“
Auch immer wieder zu loben: die „Netzmusik-Playlist“ der Sendung.

„Ich habe Studien gewälzt, das Internet halb leer gegoogelt, Eselsohren in Bücherseiten geknickt, Leser und Freunde zu ihrer persönlichen innerdeutschen Liebe und ihren Kabalen befragt“, erzählt uns Christian Gesellmann. Denn den Journalisten treibt gerade eine Frage um: Gibt es den Ossi? Gibt es damit den Wessi? Oder ist das nicht alles eine Art – Medienerfindung? Aber halt! Da biegt gerade der „Ofri“ um die Ecke … Ein schönes, smartes Lesestück auf Krautreporter, wo man ja immer mal vorbeischauen sollte.

Seminare, Preise & Ausschreibungen

Rhetorik für Journalist_innen bietet die JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung im Juli an. Und zwar am 26. und 27. Juli und das in Berlin: „Rhetorische Fertigkeiten gehören zu den elementaren Fähigkeiten, die Journalist_innen für ihren Beruf brauchen. Diese Fähigkeiten lassen sich trainieren, denn die angestrebte optimale Wirkung eines professionellen Auftritts jeglicher Art unterliegt Regeln, die erlernt werden können. Mit einfachen Tricks und Techniken lassen sich auch schwierige Sachverhalte schnell auf den Punkt bringen, lassen sich Fragen und Diskussionsbeiträge präzise formulieren, sodass sich Nervosität oder Unsicherheit in eine positive Spannung ummünzen lassen.“
Hier kann man sich anmelden und mehr erfahren: https://www.fes.de/veranstaltung/veranstaltung/detail/220678/

Das Pressenetzwerk für Jugendthemen bietet eine Reise nach Israel an. Das thematische Schlagwort: Diversity. Und es geht dazu vom 2. bis zum 8. November erst nach Haifa und dann nach Tel Aviv. Bei Interesse sollte man sich beeilen: denn es gibt nur wenige Plätze.
Alles Weitere – findet sich hier.

Auch etwas weiter weg führt dieses Angebot, das sich gleichfalls an Nachwuchs„kräfte“ richtet: „Europa im Blick – deutsch-moldauisches Journalistennetzwerk geht online“. Wir bringen insg. 24 NachwuchsjournalistInnen aus Deutschland und der Republik Moldau im Rahmen zweier Studienreisen nach Chisinau und Berlin zusammen und fördern damit den grenzüberschreitenden journalistischen Austausch zu den Themen Europäische Nachbarschaftspolitik, deutsch-moldauische Beziehungen und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit. Beide Studienreisen sind kostenfrei. Bewerbungsschluss ist der 10. August 2018. Und hier findet man alle wichtigen Informationen: http://deutsche-gesellschaft-ev.de/veranstaltungen/bildungsangebote/853-medientage-2018.html

Das „Forschungsnetzwerk zu Überwachung, Technologie und Kontrolle“ schreibt seinen jährlichen Journalistenpreis aus und bittet um Zusendung bereits erschienener Beiträge zum Forschungsfeld des Netzwerkes. Ein Schwerpunktthema diesmal: die Polizei. „Dabei soll es nicht nur um Vorhersage-Technologien gehen, sondern auch um die Polizei und Geheimdienste ganz allgemein, um ihre Arbeit der Kontrolle, der Überwachung, der Steuerung von Gesellschaft, um die Wissensproduktionen, Strategien und ihren Einfluss auf die politische Diskussion zu den Themen Sicherheit, Überwachung und Kontrolle von Gesellschaft.“ Das Preisgeld beträgt 1000 Euro; Einsendeschluss ist der 15. September.

So. Das war’s schon wieder. Jedenfalls fast. Freischreiber-Newsletter klappt jetzt den Laptop zu, freut sich auf einen Abend auf dem Balkon, immer die grillenden Nachbarn im Blick, und murmelt ganz allein für sich: Ist das nicht ein wunderbarer Sommer? Also wann hatten wir mal so einen Sommer? Ach, herrlich …

In diesem Sinne, und genießen Sie weiterhin die Tage

Ihre

:Freischreiber und :Freischreiberinnen

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Hamburg: Honorare zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Teil II am 30. Juli 2018 um 19:30 im Klippkroog in Altona. 
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[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 08.05.2018

Liebe Freischreiberinnen, liebe Kollegen und liebe Freundinnen von Freischreiber,

heute starten wir mal ohne Umschweife in den Newsletter. Wo die Sonne allerorten vom Himmel knallt, erübrigen sich sämtliche Bemerkungen zum Wetter. Außer: Gehen Sie raus, lesen Sie draußen weiter.

Etwa über den Verlauf unserer Honorar-Kampagne, die Anfang März an den Start ging. Freischreiber will sich die branchenweiten Dumping-Honorare nicht länger bieten lassen und macht seine Mitgliederinnen fit für Verhandlungen. So hängen die acht eisernen Regeln unseres Freiclubs nun an diversen Schwarzen Brettern von Journalistenschulen. Darunter Regel Nummer eins, mit Abstand am wichtigsten: „Du arbeitest nicht für zu wenig Honorar!“ Man kann es nicht oft genug sagen, daher lautet auch Regel Nummer zwei: „Du ARBEITEST NICHT für zu wenig Honorar!“

Honorare können ja nur aus einem Grund gedrückt werden: weil sich zu wenige Kollegen an diese zwei eisernen Regeln halten. Und weil Angst im Spiel ist, nicht nur bei Berufseinsteigerinnen, sondern oft genug auch bei erfahrenen Freien. Dabei wird Verhandeln vom Auftraggeber oftmals sogar erwartet, schreibt die freie Wissenschaftsjournalistin Rachel Zamzow in ihrem Stück für TheOpenNotebook. Und nicht nur das: Wer um Honorare verhandelt, sei damit in 95 Prozent der Fälle erfolgreich.

Deshalb haben wir für Mitglieder und alle, die zu uns kommen wollen, drei weitere Verhandlungs-Crashkurse mit Michael Obert organisiert (siehe auch unseren Newsletter vom Samstag) – mithilfe der Unterstützung der torial academy. On top kommen zwei Kurse mit der Verhandlungstrainerin Tanja Peters, die den Mut von Freien stärken will. Und da es gerade bei den Hamburger Freischreibern in Sachen „Auftraggeber, die sich zweieinhalb Monate Zeit lassen, ihre Rechnungen zu bezahlen“ hoch herging, steht der Hamburger Freischreiber-Stammtisch Ende Mai unter dem Motto: „Honorare zwischen Anspruch und Wirklichkeit“.

Unser Fernziel: Über Meldungen wie diese nur noch lachen zu können, denn etwas anderes als Hohn und Spott haben sie nicht verdient: „Springers Bilanz.de bezahlt nur die fünf meistgeklickten Kolumnen des Tages.“ Da werden, so heißt es bei Turi2, „die fünf Kolumnen mit den meisten Visits ermittelt – für jede Platzierung gibt es 30 Euro“.

Freischreiberiges

Freischreiberin Verena Carl hat uns Freuschreiber-Grüße geschickt. Denn gerade ist ihr neuer Roman im Fischer-Verlag erschienen. Er heißt „Die Lichter unter uns“ und erzählt von einer lebensverändernden Begegnung. Verena Carl nennt dieses Werk „ihr Herzensprojekt“. Und wir gratulieren von Herzen!

Neulich hatten wir es schon von Henry Steinhaus Langzeitprojekt. Der Freischreiber und Medienjournalist will ein Buch über das „Quartier Latin“ veröffentlichen, einen berühmten Berliner Music Club der 70er-Jahre. Jetzt ist das Crowdfunding gestartet. Für Unterstützer gibt es Quartier-Latin-Quartette und Originalfotos, etwa von Chi Coltrane oder den drei Tornados in Streifenhosen.

Preise & Seminare

Einsendeschluss für den Felix-Rexhausen-Preis 2018 ist der 19. Mai 2018. Wer sich dafür bewerben will, muss sich zunächst online hier anmelden. „Mit dem Felix-Rexhausen-Preis zeichnet der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen seit 1998 Journalistinnen und Journalisten mit einem besonderen publizistischen Engagement bei der Berichterstattung über Lesben, Schwule und Bisexuelle aus“, heißt es auf der Website des BLSJ. Die Beiträge müssen zwischen dem 1. April 2017 und dem 30. April 2018 erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht worden sein und können aus allen Mediengattungen stammen.

An der Hamburger Akademie für Publizistik gibt es noch Plätze in einigen Frühjahrs-Seminaren, so etwa bei: „Der eigene Blog“ vom 11. bis 12. Juni. Seminarinhalte sind u. a. die sichere Bedienung von WordPress, Mobile Reporting und das Erstellen von interaktiven Inhalten.

Weiterhin gibt die Profilagentin Kixka Nebraska am 30. Mai einen Crashkurs zu LinkedIn und Xing, mehr Infos hier. Und am 7. und 8. Juni veranstaltet Maike Dugaro eine Schreibwerkstatt zu Servicetexten. Besonderer Luxus für Freie aus Hamburg: Die Akademie für Publizistik und die Stiftung der Hamburger Presse bieten wieder ihre Aktion Halbe Miete für alle Kurse an, das heißt: bis zu 50 Prozent Ermäßigung auf die Seminargebühr.

Im Medienbüro Hamburg lehrt Heike Klovert multimediales Storytelling, und zwar vom 26. bis zum 27. Mai. Dabei trainiert die Spiegel-Online-Redakteurin Klovert mit den Teilnehmern den Umgang mit mehr als einem Medium. Infos hier.

Ebenfalls im Medienbüro Hamburg: Das Schreibcoaching mit Amelie Gräf am 2. und 3. Juni verspricht Wege aus der Schreibroutine.

Neues aus dem Vorstand

Am 5. Mai kam der Vorstand zu einer Arbeitssitzung in Hamburg zusammen. Auf der Tagesordnung stand u. a. die Organisation der Zehn-Jahres-Feier von Freischreiber am 17. November 2018. Ort, Zeit und erste Infos zur Sause finden Sie hier.

Da uns hin und wieder zugeflüstert wird, der Freischreiber-Newsletter sei doch mitunter arg lang (stimmt das???), wollen wir so rasch schließen, wie wir begonnen haben. Die EU-Entscheidung zum Urheberrecht ist ein weiteres Mal vertagt worden, da können wir uns jetzt auch in die Sonne legen. Bald mehr von uns,

Ihre :Freischreiberinnen

PS. Regel Nummer fünf des Freiclubs: Weder Reichweite noch Renommee eines Mediums sind Gründe für zu wenig Honorar!

 

 

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Digitale Selbstverteidigung: Verschlüsseln für Journalisten am 16. Mai 2018 in Leipzig. Mehr dazu hier

Moderierte Diskussionsrunde in Hamburg zum Thema „Honorare zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ am 28. Mai 2018.

MUTmuskel-Training im Mai in Düsseldorf und Frankfurt für mehr Mut beim Verhandeln.

Franken bekommt eine eigene Freischreiber Regiogruppe. Kickoff-Treffen ist am 6. Juni 2018 in Würzburg. Mehr dazu hier.

Neue Termine für den Crashkurs Verhandeln: In Berlin gibt es schon eine Warteliste, aber in Nürnberg und Stuttgart sind noch Plätze frei.
Fortsetzung für den Neuschreiber-Crash-Kurs: In Teil 2 gibt es zwölf Wochen lang die besten Tipps von erfahrenen Freischreiberinnen. Hier anmelden.
Jetzt Mitglied werden und das letzte Honorar verdoppeln. Mehr dazu hier.

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[Der :Freischreiber Newsletter] Verhandeln lernen von den Besten!

vom 05.05.2018

Liebe Freischreiber, liebe Kolleginnen und liebe Freunde von Freischreiber,

Das ist eine kurze Sonderausgabe des Freischreiber-Newsletters. Denn es gibt fünf besondere Freischreiber-Veranstaltungen, die wir euch heute außer der Reihe ans Herz legen möchten. Wir konnten dafür zwei der besten Verhandlungstrainer verpflichten, die wir kennen: Tanja Peters und Michael Obert.

Die Verhandlungs-Crashkurse (Zweite Runde):

Berlin, Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt & Düsseldorf

Feste Zeilensätze und nicht mehr drin? Von wegen! Honorare lassen sich durchaus nach oben verhandeln. Wie das gelingt, hat der grandiose Michael Obert (Gründer der Berliner Reporterakademie) im März in Leipzig und Köln gezeigt.  Das Teilnehmer-Feedback der Verhandlungs-Crashkurse war überwältigend:„Großartiger Workshop!“ „Gerne mehr davon!“

Gerne mehr davon? Euer Wunsch sei uns Befehl: Das Erfolgskonzept kommt im Juni auch nach Berlin (25.6., ausgebucht!), Stuttgart (19.6., 18-21 Uhr) und Nürnberg (18.6., 18-21 Uhr). Wer dabei sein will, sollte sich besser schnell anmelden: Der Berliner Kurs war nur wenige Minuten nach der ersten Ankündigung im regionalen Mailverteiler ausgebucht! Wer drei Stunden dabei sein möchte: hoechstpreis@freischreiber.de.

Wir bedanken uns bei der Torial Academy für die finanzielle und ideelle Unterstützung der Verhandlungs-Crashkurse mit Michael Obert.

Nürnberg, Berlin oder Stuttgart sind euch zu weit? Dann kommt doch zum Mutmuskel-Training nach Düsseldorf (16.5., 18-21 Uhr) oder Frankfurt (28.5., 18-21 Uhr). Dort trainieren wir mit Verhandlungstrainerin Tanja Peters (www.diemutberaterin.de) selbstbewusst in eine Honorarverhandlung zu gehen. Auch hier sind die Plätze begrenzt und um Anmeldung wird gebeten: hoechstpreis@freischreiber.de

Die Kurse sind auch für Nichtfreischreiber offen. Freischreiber zahlen nur 10 Euro. Für Nichtmitglieder beträgt der Eintritt 50 Euro. Aber aufgepasst: Wer noch am Seminarabend den Mitgliedsantrag ausfüllt, bekommt nach seiner Aufnahme in den Verband die Differenz von 40 Euro erstattet. Wer noch bis zum 31. Mai Mitglied wird, kann sogar eine Honorarverdopplung gewinnen.

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen findet ihr auf unser Website unter „Termine“.

Wir freuen uns auf euch!

Eure

Vanessa Köneke

[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 24.04.2018

Liebe Freischreiber, liebe Kolleginnen und liebe Freunde von Freischreiber,

es ist doch jedes Jahr aufs Neue ein Phänomen: Kaum guckt man mal zwei Tage nicht richtig hin, stehen plötzlich alle Bäume in Blüte. Auch bei uns schießen die Nachrichten ins Kraut, wenngleich weniger lieblich. Zwar war gestern noch der Welttag des Buches und des Urheberrechts, heute jedoch wird es finstere Gesichter geben. Einige Hundert Amazon-Mitarbeiter wollen in Berlin dagegen protestieren, dass ihr Chef Jeff Bezos einen Preis bekommt: den Axel Springer Award 2018. Dieser wird laut Pressemitteilung des Springer-Verlags an „herausragende Persönlichkeiten“ verliehen, „die in besonderer Weise innovativ sind … und sich gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen“. Dabei kämpfen Verdi und ein Bruchteil (!) der Beschäftigten seit geschlagenen fünf Jahren darum, dass Bezos sich für diese gesellschaftliche Verantwortung nicht nur loben lässt, sondern sie auch mal wahrnimmt: etwa in Form eines Tarifvertrags für seine Mitarbeiterinnen.

Morgen, am 25. April, können sich Schnellentschlossene noch zum Berliner Mediensalon ins taz-Café begeben. Da geht es um eine „Reform ohne Freunde“ – das kann nur die Neugestaltung des EU-Urheberrechts sein. Und so ist es (zur Erinnerung: Diese Reform will unter anderem die bei Urheberinnen unbeliebte Verlegerbeteiligung an VG-Wort-Tantiemen festschreiben). Auf dem Podium sitzen die Europa-Parlamentarierin Julia Reda von der Fraktion Grüne/EFA, der Urheberrechtsanwalt Dr. Till Kreutzer und weitere illustre Gäste. Die Journalistin Tina Groll von Zeit online moderiert. Für Freischreiber will Ex-Vorstand Henry Steinhau Augen und Ohren offen halten.

Wo wir gerade bei Daten sind: In einem Monat, also ab dem 25. Mai, gilt ja unwiderruflich die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die alle betrifft, die eine Website betreiben. Wer sich noch einmal gründlicher informieren möchte, kann sich die Sendung „Neue Regeln für den Journalismus“ bei Deutschlandfunk Nova anhören. Da beantwortet Rechtsanwalt Philip Lüghausen aus Düsseldorf eine Stunde lang Fragen, die freie und angestellte Journalistinnen zur DSGVO bewegt. Einiges lässt sich auch auf dem Blog der freien Journalistin und Buchautorin Bettina Blaß aus Köln nachlesen. Und am Mainzer Medieninstitut gibt es am 27. April eine Nachmittagsveranstaltung zum sogenannten Medienprivileg, das Journalisten und Redaktionen weitgehend von Datenschutzbestimmungen freihält, um unabhängige Pressearbeit überhaupt erst zu ermöglichen.

Unter dem Motto „Wir sind so frei“ haben sich Freie, die für die ARD arbeiten, am 20. und 21. April bei Radio Bremen getroffen. Dabei ging es vor allem um die Themen Honorare, Absicherung und Mitbestimmung. Denn Freie arbeiten bei den öffentlich-rechtlichen Sendern oft nicht selbstständig, sondern als „arbeitnehmerähnliche Mitarbeiter“ – die ähnliche oder sogar die gleichen Aufgaben, dabei aber weniger Rechte als die Angestellten haben. Diese Rechte unterscheiden sich bei den einzelnen Sendern erheblich. Daher ist es wichtig, sich auszutauschen. Trotz allem haben nur rund 100 ARD-Freie an dem Kongress in Bremen teilgenommen – bei immerhin rund 18.000 arbeitnehmerähnlichen Mitarbeiterinnen und zusätzlich mehreren Tausend Selbstständigen. Ein Grund mehr, sich im nächsten Jahr beim MDR in Leipzig zu treffen und „mehr Respekt und Rechte für Freie“ zu fordern, wie hier auf der Website der ARD-Freien.

Vom „kommunikativen Klimawandel“ handelt ein Interview auf boersenblatt.net mit dem Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen, der ein Buch über „Die große Gereiztheit“ geschrieben hat. Darin geht es um die Utopie einer „redaktionellen Gesellschaft“, in der die Leitlinien des Qualitätsjournalismus – sei skeptisch! Prüfe deine Quellen – zu einem gesellschaftlichen Wertegerüst werden. Aber der Weg dahin ist lang und beschwerlich, denn Pörksen sagt auch: „Wir sind unseren Medienmöglichkeiten mental noch nicht gewachsen.“

Vom Wachsen spricht auch das Schweizer Onlinemagazin Republik in einer ersten Bilanz an seine rund 18.500 Verleger (= Abonnenten) drei Monate nach dem Startschuss. „Wir sind – wahrscheinlich aus Nervosität – ein wenig zu erwachsen auf die Welt gekommen“, heißt es da selbstkritisch. Einen kritischen Blick von außen auf die Republik gibt es hier.

Freischreiberiges

Das frühere Freischreiber-Vorstandsmitglied Henry Steinhau hat seine Jugendliebe nie vergessen: das „Quartier Latin“ in der Potsdamer Straße. Das war ein legendärer Musikladen in den Siebziger- und Achtzigerjahren, in dem die Eurythmics spielten, Nena und auch Chet Baker. Nach vielen Jahren der Planung, des Verwerfens und Doch-nicht-vergessen-Könnens bringt Steinhau mit dem Fotografen Marco Saß nun endlich das Buch zum „Quartier Latin“ heraus. Die Release-Party findet im September statt, das Crowdfunding zu Buch und Party startet Anfang Mai.

Wir drücken die Daumen: Freischreiberin Sonya Winterberg ist mit ihrer Partnerin Sylvia Nagel für den Deutsch-Französischen Journalistenpreis nominiert, in der Kategorie Video für die Dokumentation „Kinderhandel – mitten in Europa“. Der Beitrag, der im Februar auf Arte lief, begibt sich auf die Spuren von Menschenhändlern, die Kinder aus Osteuropa und Afrika in der EU verkaufen.

Preise & Stipendien

Ein ungewöhnliches Stipendium vergibt das Dart Center for Journalism and Trauma: 16 freie Journalisten können sich in einem Vier-Tage-Seminar beibringen lassen, wie man einigermaßen gesichert aus Krisengebieten berichtet: „Reporting safely in crisis zones“ heißt der gebührenfreie Kurs, der vom 18.–21. Oktober in New York City stattfindet. Die Teilnehmerinnen müssen allerdings ihre Reise- und Unterbringungskosten selbst tragen. Bewerbungsschluss ist am 4. Mai, Bedingung: fließend Englisch beherrschen. Näheres hier

Das Deutsch-Osteuropäische Journalistenstipendium, auch Marion-Gräfin-Dönhoff-Stipendium genannt, sucht noch deutsche Bewerberinnen, die allerdings Russischkenntnisse haben sollten. Auch wenn schon Bewerbungsschluss war: trotzdem versuchen. Fünf deutsche Journalisten bis 35 Jahre erhalten die Möglichkeit, zwei Monate lang in einer osteuropäischen Redaktion zu arbeiten. Hier geht’s zur Bewerbung.

Die Deutsche Telekom Stiftung vergibt auch in diesem Jahr ihren Medienpreis Bildungsjournalismus. Bewerben können sich bis zum 31. Mai alle freien und festangestellten Journalisten deutschsprachiger Medien, die über Bildung und Bildungspolitik berichten. 

Der Otto-Brenner-Preis will kritischen Journalismus fördern und vergibt dafür Preise in mehreren Kategorien sowie drei Recherchestipendien. Die Beiträge müssen zwischen dem 1. Juli 2017 und dem 30. Juni 2018 zum ersten Mal publiziert oder ausgestrahlt worden sein. Der Bewerbungszeitraum endet am 30. Juni. Weitere Infos und Bewerbungsformulare finden sich hier.

Das war’s schon wieder von uns. Auch wenn der Tag der Fehler noch in weiter Ferne liegt – die Amerikaner feiern ihn am 15. August –, kommt hier schon mal eine Kostprobe, eine Art Dinosaurier-Version von #MeinGrössterFail. Denn die Versprecher-Serie um eine Örbohl-, nein Orböhlinsel ist wirklich nicht mehr die Jüngste, aber immer noch unerreicht gut. 

Bis bald

Ihre :Freischreiber

 

 

 

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Heute Abend ab 19 Uhr: „Honorar und Bier – das geb‘ ich mir“ – Freischreiberabend in Freiburg. Infos hier
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Freischreiberabend in Hamburg am 30. April 2018. Infos hier.

MUTmuskel-Training in Düsseldorf für mehr Mut beim Verhandeln. Am 16. Mai. 2018 ab 18 Uhr.
Noch mehr MUTmuskel-Training ist in Planung für Ende Mai. Diesmal in Frankfurt/Main. 

Freischreiber Jubiläum am 17.11. in Berlin!
Save the date! Weitere Infos

Zu „Herr Reporter Frei“, Teil 3, bitte hier entlang.
Der Neuschreiber-Crash-Kurs
Für Mitglieder: Du bist neu im freien Journalismus? Willst dich sofort in aufregende Recherchen stürzen? Hier gehts mitten rein. Vorstandsmitglied Steve Przybilla hat diesen Crash-Kurs für dich. In sieben E-Mails bekommst du beste Informationen für deinen Einstieg in den freien Journalismus.
Altersvorsorge und Versicherungen
Beratung für Mitglieder: Nach gründlicher Suche haben wir ein tolles Berater-Gespann für euch gefunden – Christian Grüner und Matthias Francke. Weitere Infos

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[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 10.04.2018

Liebe Kollegen und Kolleginnen, liebe Freischreiberinnen und Freischreiber,

Freischreiber-Newsletter hat seine Handyhülle verbummelt. Eben war sie noch da, nun ist sie verschwunden und bisher nicht wieder aufgetaucht. Sie ist schwarz, und auf der einen Seite ist ein Muster aus ineinanderfließenden Rhomben aufgedruckt, das eine Anmutung von Dynamik erzeugt, wenn man diese Seite schräg gegen das Licht hält.

Das Problem: In der Handyhülle fürs Handy ist noch ein extra Fach, da steckt die Nahverkehrsmonatskarte drinne, damit Freischreiber-Newsletter sie immer zur Hand hat. Und wenn es nun morgens per Bus und Bahn ins Büro gehen soll … Nee, Schwarzfahren kommt nicht infrage. In Hamburg – wo Freischreiber-Newsletter gerade wohnt – gibt es mittlerweile Fahrkartenkontrolleure, die sind wie Hipster oder wie Obdachlose gekleidet. Und zack! – ist man dran. 

Jede freie Journalistin und jeder freie Journalist kennt das: Man hat den Kopf voll, es passt nichts mehr rein, aber es muss noch was reingestopft werden. Eine Idee für eine Artikelserie, ein Anruf, der nicht vergessen werden darf, ein Link, den man noch öffnen muss – und noch was und noch was und noch was. Und dann legt man das Handy oder die Handyhülle oder den Autoschlüssel oder den kleinen Schnipsel mit dem persönlichen Passwort für die Umsatzsteuervoranmeldung aus der Hand, legt es kurz (!) irgendwohin – und dann … 

Als Festangestellter würde man jetzt einen Tag Urlaub beantragen. Und würde – mit Bezügen und krankenversichert und allem – einen Tag lang seine Handyhülle suchen oder was immer fehlt. 
Aber will man festangestellt sein? Mit Chefin* und täglichen Konferenzen, die einem die Zeit stehlen, und schon ruft jemand „Hallo! Kommt jemand mit – mittagessen?“ Nee. Und selbst wenn: Die Handyhülle taucht auch dann nicht wieder auf … 

Wachstum

Freischreiber will wachsen. Und das heißt: Mitgliederinnen, Mitgliederinnen, Mitglieder! Die wir gewinnen wollen. Also: eben noch kein Mitglied, nun Mitglied. Und Freischreiber oder Freischreiberin. Eigentlich nicht weiter kompliziert. Nur – warum? Weshalb, wieso? Damit das geklärt werden kann, haben wir die zehn besten Gründe, Mitglied zu werden, aufgelistet: ein Netzwerk aus 700 Mitgliedern, das man nutzen und anzapfen kann … die Freienbibel zum Lesen und Klugwerden … unsere Regionaltreffen … oder auch: unser Freien-Service …

Und weil wir wissen, dass man zuweilen am Ende auch so richtig was Materielles haben möchte, verlosen wir unter allen, die bis zum 31. Mai eintreten, die Verdopplung des letzten Honorars. Maximaler Verdopplungsbeitrag: immerhin 2000 Euro! Also: die haben oder nicht haben …

Freischreiberiges

Freischreiber Clemens Bomsdorf hat sich derweil in Norwegen umgeschaut und darüber ein Buch geschrieben. Nicht nur, aber auch weil die Norwegerinnen als das glücklichste Volk der Welt gelten. Was nicht ganz unwesentlich daran liegt, dass sie pickepackedicke reich sind. Aber so richtig reich! „Pro Kopf haben die Norweger 160 000 Euro angespart. Dahin sollten wir Freiberufler auch kommen, um die dünnen Versorgungsleistungen ergänzen zu können. Mit dem norwegischen Ansatz kann das bei regelmäßigem Sparen und Investieren ohne großen zeitlichen und finanziellen Aufwand gelingen, und das auch noch ethisch korrekt. Wie das jeder Kleinanleger erreichen kann und wie der Ölfonds es über 20 Jahre geschafft hat, den Dax zu schlagen und dabei weniger Risiko einzugehen, steht in ,So werden Sie reich wie Norwegen‘“, schreibt uns Clemens Bomsdorf. Und nun kommt’s, denn der Clemens legt vor: Wer sich innerhalb von drei Tagen nach Verschickung dieses Newsletters unter norwegen-at-reichwie.de meldet, nimmt an der Verlosung eines von drei Exemplaren teil!

Überall in Redaktionen sitzen große Männer, die entsprechend große Gedanken haben. Also – so richtig große! Und so hat sich Freischreiber Frank Keil den neuesten (kalkulierten) Wutausbruch von ZEIT-Redakteur Jens Jensen vorgenommen, der im Zuge von #MeToo den totalen Feminismus heraufziehen sieht, so dass die kleinen Männern hoffnungslos unter die Räder kommen. Und beschreibt wie es zuweilen kommt, dass man sich so mit Schmackes verrennt: „Da hat man seiner Redaktion eine heiße Geschichte versprochen, mit einer 1A-Fallhöhe garniert, tippt sich in Rage. Absatz für Absatz schreibt sich fast wie von alleine, alles passt, nichts liegt einem quer, eine knackige Überschrift liegt längst in 24er-Schrift-Fett vor und gibt das Tempo vor. Und man legt noch eine Schippe drauf, schmiedet ironische Sprachfiguren hart, findet Belege für das Behauptete noch und noch – und so vergeht der Tag. Am nächsten Tag dann, bei Tageslicht, sieht alles schon ein wenig anders aus: irgendwie nüchterner, unschärfer, grauer, weit weniger dramatisch jedenfalls, als man es in Erinnerung hat. Und hier und da stimmt die Argumentation nicht so ganz, Wiederholungen haben sich eingeschlichen, die eigene, innere Stimme zupft einem am Ohr und sagt: Mach‘ mal halblang, Alter!“

Verwandtes

Freischreiberinnen, die schon etwas länger mit an Bord sind, werden sich bestimmt an Freischreibers erste Geschäftsführerin erinnern: Barbara Heine. Sie hat uns damals auf den ersten Wegen in die notwendige Professionalität begleitet und immer dann, wenn wir leichtfüßig dachten, „ach, irgendwie wird das dann schon gehen“ (die Tagung, die Presseerklärung, der Flyer), uns sanft beigebracht, dass gute Planung alles ist oder zumindest die Hälfte. Nun hat Barbara Heine zu ihrem Hamburger Büro eine Dependance in Berlin-Kreuzberg aufgemacht und überhaupt ihr Angebot als freie (!) Kulturmanagerin noch mal erweitert. Wir wünschen gutes Gelingen und empfehlen einen Gang auf ihre aufgefrischte Homepage

Dies & das

Man dachte schon, er ist wieder verschwunden, ist abgetaucht: der konstruktive Journalismus. Eine Art Geheimwaffe gegen schlechte Nachrichten und damit schlechte Laune und mehr noch gegen sinkende Verkaufszahlen und niedrige Einschaltquoten und was es noch so Negatives gibt.

Aber wie das so ist, plötzlich ist der KJ wieder in vielen Mündern. Für die Taz hat sich René Martens umgeschaut, was in der konstruktiven Szene so los ist, besonders im Fernsehen: „Zu den Themen, die beliebt sind im konstruktiven Journalismus, gehören Maßnahmen gegen den Bevölkerungsschwund auf dem Land, für Regionalzeitungen drängen sie sich geradezu auf. In der Plan-B-Reportage ,Landlust statt Landfrust – Wie sich Dörfer neu erfinden‘ berichtet das ZDF über crashkursartige Workshops im französischen Cantal, die mit dem urbanen Leben fremdelnde Städter animieren sollen, sich eine neue Existenz auf dem Land aufzubauen. Leider ist dieser Plan-B-Film – bei anderen ist das ähnlich – derart mit Gute-Laune-Musik zugekleistert, dass man beim Zuschauen zeitweilig von destruktiven Gefühlen übermannt wird.“ 

Der Deutschlandfunk hat dem KJ neulich eine ganze Sendung gewidmet und dabei besonders das Projekt „Perspective Daily“ beleuchtet: „Dabei geht es nicht darum, nur Positives zu berichten“, sagt Gründerin Maren Urner. Es gehe vielmehr um das Lösungsorientierte. „Also es geht beim Konstruktiven nicht darum, dass am Ende immer eine oder zwei oder x konkrete Lösungen vorgestellt werden. Es kann sein, dass es bei einigen Problemen oder Herausforderungen keine oder mehrere konkrete Lösungen gibt, die wir dann miteinander vergleichen, und das machen natürlich auch andere Medien. Also das heißt nicht, dass wir das jetzt erfunden haben oder die Einzigen sind, die das machen. Wir machen das halt immer.“

Eher nicht so konstruktiv findet Freischreiberin Kathrin Hartmann den KJ und sagte in besagter Sendung: „Es kriegt eine Schieflage, wenn wir plötzlich ‚Konstruktiven Journalismus‘ haben, der einfache Lösungen für komplexe Probleme vorschlägt. Das kann gesellschaftliches Ungleichgewicht oder die Probleme möglicherweise sogar noch verstärken.“ Die Debatte geht also weiter.

Seminare, Preise & Ausschreibungen

Und da lassen wir man kurz raushängen, warum es sich immer wieder lohnt, Mitglied bei Freischreiber zu werden: Denn bei folgendem Seminar bekommen Freischreiber und Freischreiberinnen – Rabatt. Das Thema: „Auslands-Reporter/Reporterin – Wie Sie im Ausland exzellentes Material für eine packende Reportage recherchieren.“ Schwerpunkte des Intensiv-Workshops unter anderem: Arbeit mit Fixern, Fahrern, Übersetzern; interkulturelle Kommunikation & Kompetenz, Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten. Veranstalterin ist die Reporter-Akademie Berlin, Referent ist Michael Obert. Termin: 9. und 10. Mai. Und Freischreiber bekommen zusätzlich zum Frühbucherrabatt 15 Prozent Ermäßigung. 

PUNKT nennt sich ein Journalistenpreis, der für Beiträge vergeben wird, die „Technik fundiert, verständlich, kreativ und kritisch auf den Punkt bringen und damit eine offene und differenzierte Diskussion über Technik fördern“. Zugelassen sind Autorinnen, Autoren und Teams. Im Topf liegen 5000 Euro. Einsendeschluss ist der 24. April. Mehr findet sich hier.

Außerdem sucht die Deutsche Telekom Stiftung ab sofort Journalistinnen und Journalisten, „denen es in den zurückliegenden zwölf Monaten besonders gut gelungen ist, komplexe Bildungsthemen in ihren Medien verständlich und interessant aufzubereiten.“ Und weiter: „Der Medienpreis Bildungsjournalismus“ wird in den Hauptkategorien „Text“ sowie „Audio/Video/Multimedia“ verliehen. Ausgezeichnet werden journalistische Stücke, die sich „auf herausragende Weise mit Aspekten der Bildungspolitik, der Bildungspraxis oder auch der Bildungskritik beschäftigen“. Vergeben werden können insgesamt 29 000 Euro. Nicht uninteressant: Gesucht werden auch zwei Preise in der Kategorie „Kurzbeitrag“.
  
Und dann schweift der Blick noch nach Österreich: „Manche müssen in sie, manche wollen in sie – in die Freiheit als journalistischer Einzelkämpfer. Erfahren Sie, wie Sie sich dabei selbst als Produkt in Verlagen, Unternehmen, Akademien positionieren. Und wie Sie eine eigene Medienmarke starten, die dabei hilft, sich mit einem journalistischen Markenzeichen zu versehen.“ So lautet das Intro für das Seminar „Überleben als Selbstständige/r“ vom Kuratorium für Journalistenausbildung mit Sitz in Wien. Das Ziel der Veranstaltung, die Anfang Mai startet: „Der dreiteilige Intensiv-Workshop will dabei unterstützen, als Ich-Start-up zu reüssieren.“ 

So. Das war’s schon wieder. Jedenfalls fast. Freischreiber-Newsletter bestellt sich jetzt das neue NZZ-Folio. Weil sich das nämlich einem besonderen, Freischreiber-affinen Thema widmet: „Wie viel sind Sie wert?“ Es geht ums Geldverdienen und Bezahltwerden und wer da gut wegkommt und wer die Arschkarte zieht und was man dann macht. Von einem Tipp, der da verhandelt wird, haben wir schon gehört und geben ihn gleich weiter: niemals Gehalts- oder Honorarverhandlungen im Sitzen führen. Sondern im Stehen!

In diesem Sinne und von nun an immer aufrecht stehend
Ihre

:Freischreiber und :Freischreiberinnen

*Inspiriert vom Schweizer Projekt „R“ benutzen wir mit Absicht mal die weibliche, mal die männliche „Form“ …

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Jetzt Mitglied werden und das letzte Honorar verdoppeln. Mehr dazu hier.

Stammtisch der Freischreiber in Berlin am 14. April 2018. Infos hier

Freischreiberabend in Hamburg am 30. April 2018. Infos hier.

Zu „Herr Reporter Frei“, Teil 3, bitte hier entlang.

Freischreiber Jubiläum am 17.11. in Berlin!
Save the date! Weitere Infos
Altersvorsorge und Versicherungen
Beratung für Mitglieder: Nach gründlicher Suche haben wir ein tolles Berater-Gespann für euch gefunden – Christian Grüner und Matthias Francke. Weitere Infos
Der Neuschreiber-Crash-Kurs
Für Mitglieder: Du bist neu im freien Journalismus? Willst dich sofort in aufregende Recherchen stürzen? Hier gehts mitten rein. Vorstandsmitglied Steve Przybilla hat diesen Crash-Kurs für dich. In sieben E-Mails bekommst du beste Informationen für deinen Einstieg in den freien Journalismus.

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[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 27.03.2018

Liebe Freischreiberinnen, liebe Kollegen und liebe Freundinnen von Freischreiber,

Wetterkundige haben uns einen Eisfrühling vorausgesagt. Also genau das, was wir derzeit vor der Haustür haben, auch wenn der Kalender längst was anderes behauptet. Das passt zu unseren Meldungen. Denn bald wird es wieder stürmisch für die Urheberinnen, also für uns. Die Verabschiedung der EU-Richtlinie über einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt steht bevor. Was sich sperrig anhört, bringt für Urheber jede Menge Ungemach mit sich, vor allem finanzielle Einbußen. Denn die EU-Richtlinie will via Artikel 12 (Ausgleichsansprüche) eine pauschale Verlegerbeteiligung aus Verwertungsrechten festzurren. Just jene Verlegerbeteiligung, die der Bundesgerichtshof 2016 für unrechtmäßig befunden hat – nach einer Klage unseres Himmelpreisträgers Martin Vogel. Jetzt soll es also die EU für die Verlage richten. Dann könnte die VG Wort sie wieder an unseren Tantiemen beteiligen wie in den guten alten Zeiten, und zwar bis zu 50 Prozent. Bislang verzögert sich der Abstimmungstermin allerdings. Und geräuschlos geht das Ganze auch nicht vonstatten: Verbände aus 20 Mitgliedsstaaten haben per Petition gegen das Vorhaben protestiert. Für Deutschland unterzeichneten im Übrigen allein Freelens und Freischreiber im Sinne der Urheberinnen.

Wer sich auf Stand bringen will, was da auf uns zukommt, dem sei Martin Vogels lesenswertes Essay ans Herz gelegt. Darin erfährt man auch, warum es nicht die Verlage sind, die die VG Wort stark machen, sondern nur wir: die Urheberinnen.

Weiter geht’s mit der EU: Am 25. Mai wird es endgültig ernst mit der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung, und die betrifft auch Freiberuflerinnen. Der Verband der Gründer und Selbstständigen hat zur Frage: „Welche konkreten Pflichten entstehen aus der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für Selbstständige?“ am 15. März eine Expertinnen-Telefonkonferenz veranstaltet. Die Aufzeichnung der Telko steht Mitgliedern des VGSD hier zur Verfügung. Wer kein Mitglied ist und auch keines werden möchte: Eine sehr gute Auflistung, was Freiberufler bis zum 25. Mai tun sollten, findet sich auch bei der Netzbloggerin Dr. Katja Flinzner. Mit dem beruhigenden Einstieg: „Kein Grund zur Panik.“

Den gibt es dafür anderswo umso mehr. Wie man als Journalistin vom Boten zur Beute wird, beschreibt Juliane Metzker von perspective daily in ihrem Stück „So viel riskieren Journalisten für deine Nachrichten“. Darin geht es um den ermordeten Investigativ-Reporter Ján Kuciak, aber auch um Mexiko als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten sowie um die Amerikanerin Anna Therese Day, die seit sechs Jahren aus Syrien berichtet und das Frontline Freelance Register (FFR) gegründet hat. Die Initiative will erreichen, dass auch freiberufliche Krisenreporterinnen die Möglichkeit bekommen, an Sicherheitstrainings teilzunehmen. So sagt Day: „Medienorganisationen weltweit sparen an Kosten. Wir wollen sicherstellen, dass sie ihre Sicherheitsstandards, die sie jahrzehntelang zur Verfügung gestellt haben, weiterentwickeln und diese auch für freiberufliche Journalisten geltend machen.“

Freischreiberiges

Die Fraktion von Bündnis 90/die Grünen hat pünktlich zum Frühlingsbeginn ins Berliner Reichstagsgebäude geladen, um mit Medien- und Kulturschaffenden über das Thema „Schon wieder GroKo – wie weiter in Kultur und Medien?“ zu diskutieren. Aus dem Freischreiberinnen-Vorstand war Katharina Jakob dabei und berichtete dem Plenum, wie sich der Koalitionsvertrag auf Urheberinnen auswirkt: Erfreulich ist das klare Bekenntnis zur Künstlersozialkasse. Allerhöchst unerfreulich dagegen das Eintreten der Koalition für eine, ja genau, Verlegerbeteiligung bei den Verwertungsgesellschaften. Da wird’s dann wieder frostig für Urheber.

Preise und Ausschreibungen

Blicken wir auf die lichte Seite, auf die warmen Ausschüttungen und heißen Preise. Die Robert-Bosch-Stiftung und das Reporterforum schreiben zum dritten Mal die „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“ aus. In diesem Jahr geht es um das Thema: „Mittendrin! Zuhören und Beteiligen – Community-Building im Wissenschaftsjournalismus“. Als Leiter der Masterclass hat die Bosch-Stiftung den bienenfleißigen RiffReporter-Gründer und Freischreiber Christian Schwägerl gewonnen. Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 15. April 2018. Alles Weitere hier.

Wer herausragende Beiträge aus der Arbeitswelt veröffentlicht und sich um die Lebenswirklichkeit von Beschäftigten verdient gemacht hat (Zeitraum: 1. Juni 2017 bis zum 31. Mai 2018), kann sich um den Willi-Bleicher-Preis 2018 der IG Metall Baden-Württemberg bewerben. Es gibt drei Kategorien (Fernsehen, Hörfunk und Print/Online), einen Nachwuchspreis für Journalisten bis 30 Jahre sowie eine Kategorie für Kurzbeiträge. Und Preisgelder. Mehr dazu hier.

„Don’t be evil“ war mal der Leitspruch von Google. Ist allerdings ziemlich lang her. Nicht ganz so alt sind die Digital-Journalismus-Stipendien des Unternehmens. Damit sollen Projekte unterstützt werden, die „neue Ansätze für digitalen Journalismus aufzeigen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unterstützen oder die Art und Weise ändern, wie Nutzer digitale Nachrichten konsumieren“. Auf geht’s. Und weil Google schon mal in Fahrt war, hat man für Nachwuchsjournalistinnen noch Fellowship-Programme aufgelegt, mehr dazu hier.

Sehr schnell entschlossene Jungjournalistinnen können sich um Jahresstipendien bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes bewerben, Einsendeschluss ist der 31. März 2018.

Workshops & Tagungen

Noch fixer sein müssen Freischreiberinnen und ihre Freundinnen, die am 27. März in Leipzig und am 28. März in Köln dem Verhandlungs-Guru Michael Obert zuhören wollen. Der Berliner gibt in beiden Städten seinen Crash-Kurs „Verhandeln“. 10 Euro für Mitglieder, 50 Euro für Nichtmitglieder. Und wer am Abend noch Freischreiberin wird, kriegt 40 Euro zurück. So geht das. Hier weitere Infos.

In Bonn findet am 24. April eine Deutsch-Französische Medienfachtagung statt, initiiert u. a. vom Gustav-Stresemann-Institut in Bonn. Die Teilnehmer erwartet ein intensiver Blick auf die Rolle der Medien in Europa mit dem Titel: „Europa strauchelt – was machen die Medien?“ Anmeldungen bis zum 14. April 2018.

Und dann verweisen wir auf eine Umfrage bzw. Studie, die im Auftrag des Deutschen Bundestags herausfinden will, wie sich Roboterjournalismus auf die Mediennutzung auswirkt. Die Studie heißt „Chancen und Risiken automatisch personalisierter Nachrichten im Internet“. Die Umfrage soll etwa acht bis zehn Minuten in Anspruch nehmen. Hier entlang.

Auch die Hamburger Akademie für Publizistik hat Fragen und stellt sie in ihrer Talk-Reihe „Medien. Ideen. Macher“. Am 4. April ab 19 Uhr will die Akademie wissen: „Wie geht Wandel?“ Was heißt: Wie profitieren Medienschaffende von der Digitalisierung und welche Fähigkeiten brauchen sie? Interessenten sollten sich bis zum 28. März 2018 hier anmelden.

Und hier gibt’s was zu tun

Freischreiberin Pauline Tillmann von Deine Korrespondentin sucht wieder ein, zwei neue Korrespondentinnen, die über Frauen weltweit berichten. Bewerbungen mit Motivationsschreiben, Lebenslauf und Arbeitsproben bitte an pauline@deine-korrespondentin.de

Das Sciences Notes Magazin ist ein neu gegründetes monothematisches Magazin für Wissenschaftsjournalismus, das noch Autorinnen sucht. Die erste Ausgabe ist bereits gedruckt, die zweite in Arbeit. Sie dreht sich um das Thema „Gefahr“. Bewerbungsschluss ist der 6. April 2018: „mit oder ohne eigenen Themenvorschlag (max. 100 Wörter), kurze Vita, journalistische Arbeitsproben“, heißt es aus der Redaktion.

Das war’s wieder von uns. Fast, denn eine Anmerkung zu unserer Leserinnen-Ansprache haben wir noch. Auf die Idee, weibliche und männliche Plural-Endungen quasi mit dem Salzstreuer über den Text zu werfen, sind leider nicht wir gekommen. Das waren mal wieder die blitzgescheiten Schweizer Redaktoren der „Republik“, die das in ihrem Magazin mit wachsendem Vergnügen so handhaben. Wir versuchen das jetzt auch mal. Und sind auf Ihre Reaktionen gespannt.

Apropos Reaktionen. In der Kommentar-Spalte von taz.de hat sich ein User schon mal Luft gemacht. Das war am 13. März, dem Tag, an dem Marlies Krämer ihren Prozess gegen die Sparkasse verlor, weil sie nicht mehr „Kunde“ genannt werden wollte. Daraufhin schrieb ein gewisser „Janus“:

Und eines kann ich nicht mehr höhren (sic!): Ja wäre es dir denn egal, wenn ab morgen das generische Femininum gelten würde??? Nein! Weil ich seit Jahrzehnten ans generische Maskulinum gewohnt bin und die Umstellung ein gigantischer Aufwand für mich und die gesamte Gesellschaft wäre!

Das kann niemand wollen. Daher wünschen wir Ihnen und uns eine sehr geschmeidige Umstellung, ganz ohne gigantischen Aufwand.

Ihre :Freischreiberinnen

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Zu „Herr Reporter Frei“, Teil 3, bitte hier entlang.

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Für Mitglieder: Du bist neu im freien Journalismus? Willst dich sofort in aufregende Recherchen stürzen? Hier gehts mitten rein. Vorstandsmitglied Steve Przybilla hat diesen Crash-Kurs für dich. In sieben E-Mails bekommst du beste Informationen für deinen Einstieg in den freien Journalismus.

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