Feature | Katrin Groth

Unter die Haut

Nach dem Hautkrebs-Screening noch Botox gegen die Zornesfalten spritzen – bei Dermatologen verschwimmt die Grenze zwischen Medizin und Ästhetik.

Nach dem Hautkrebs-Screening noch Botox gegen die Zornesfalten spritzen – bei Dermatologen verschwimmt die Grenze zwischen Medizin und Ästhetik.

Das Gift kommt in winzigen Dosen. Injiziert wird es mit einer hauchdünnen Nadel, zwischen die Augenbrauen und darüber. Schauen Sie noch mal streng, heißt es dann, und locker lassen! Danach dringt das Botolinumtoxin langsam in den Muskel. Es hemmt die Übertragung von Nervenimpulsen, entspannt den Muskel, lähmt ihn. Die Haut darüber knautscht nicht mehr. Vier Tage später ist die Zornesfalte weg.

„Botox ist schneller als der Anwalt“, sagt Tanja Fischer, 55. Die Fachärztin für Dermatologie kommt aus der Hautkrebsforschung. Sie leitet ein Haut- und Laserzentrum, gegründet vor mehr als 20 Jahren, als man im Sommer von „gesunder Bräune“ sprach und Hautkrebs-Screening noch keine Kassenleistung war. Vier Standorte in Berlin und Potsdam, 30 Ärztinnen und Ärzte, mehr als 100 Angestellte. Hautkrebs ist weiterhin ihr Schwerpunkt, 20 Prozent ihres Praxisalltags aber dienen der Schönheit. Mittels Botox, Hyaluron und Laserbehandlungen.

Volle Lippen, definierte Konturen, faltenfreies Gesicht: Immer mehr Menschen wollen ihr Aussehen durch minimalinvasive Verfahren verbessern und dafür vor allem den Alterungsprozess der Haut aufhalten, zumindest ein bisschen. Spritzen, lasern, liften – Hautärzte behandeln längst nicht mehr nur Akne, Schuppenflechte und Hautkrebs, sondern bedienen immer öfter die ästhetischen Wünsche ihrer Kundinnen und Kunden.

via www.brandeins.de