article | Pauline Reinhardt

Seemannsmission verteilt Weihnachtsgeschenke an Seeleute

Der Weihnachtsmann arbeitet bei der Seemannsmission in Brunsbüttel und verteilt dort Geschenke an 1.850 Seeleute, die an den Feiertagen auf dem Meer unterwegs sind.

Der Weihnachtsmann arbeitet bei der Seemannsmission in Brunsbüttel und verteilt dort Geschenke an 1.850 Seeleute, die an den Feiertagen auf dem Meer unterwegs sind.

Es ist windig, es ist kalt und es nieselt am Hafen in Brunsbüttel. Der Weihnachtsmann lässt sich weder von dem Wetter noch von dem Geruch von Diesel beirren: Er steigt in einen kleinen Kran, um an Bord des Frachters “Starnes” Geschenke zu verteilen. Natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften: Über dem roten Gewand trägt er eine leuchtende Warnweste. Sein Gesicht wird nicht nur von einem weißen Vollbart, sondern auch von einem Helm umrahmt.


Spendenfinanzierte Geschenke

In dem Kostüm steckt Moritz Peeren, der derzeit einen Bundesfreiwilligendienst bei der Seemannsmission in Brunsbüttel absolviert. Zu seinen Aufgaben gehört es im Laufe des Dezembers 1.850 kleine Geschenke an Seeleute zu verteilen. In diesem Jahr bestehen die spendenfinanzierten Geschenke aus einem Thermobecher, einer Tafel Schokolade und einer Karte mit einem Gruß. Ob Weihnachten an Bord des Schiffes gefeiert werde, sei vom Kapitän abhängig, erzählt Peeren. Auf der “Starnes” wird es auf jeden Fall eine Feier geben, wie Kapitän Simon berichtet: “Wir wissen nicht, wo genau wir Weihnachten feiern werden – manchmal feiern wir auf dem Meer, wenn wir Glück haben in einem Hafen.”

Schneemanngirlanden und ein bunt geschmückter Baum

Die 21 Männer, die auf dem Schiff arbeiten, sind alle Filipinos. Sie haben ihren Gemeinschaftsraum, wie auf den Philippinen üblich, bereits Anfang September bunt geschmückt: mit Schneemanngirlanden und einem voll behängten Weihnachtsbaum, unter dem Weihnachtsmann Peeren die Geschenke platziert. Dort liegen bereits einige Päckchen, unter anderem von der deutschen Reederei.

Das Leben auf See leichter machen

Die Seemänner sind zu beschäftigt, um die Geschenke persönlich entgegenzunehmen, denn in einer Stunde legen sie ab. Nächster Halt ist ein Hafen in Norwegen, zuvor waren sie in Polen. Dennoch freuen sie sich merklich über den Besuch und rufen “Santa Claus is here!”. Der Kapitän wendet sich noch mit einer anderen Bitte an Peeren: Ob er das Gepäck eines Seemanns mitnehmen könne, der hier im Krankenhaus operiert werden muss. Auch das gehört zu den Aufgaben der Seemannsmission. Wie Peeren betont: “Wir machen das Leben der Seeleute leichter.”

Hummeressen dank Extrabudget

Und schon geht es weiter zum nächsten Schiff, der Fidelio, die Chemikalien zwischen Brunsbüttel und Antwerpen transportiert. Die 14-köpfige Crew besteht zur Hälfte aus Filipinos und zur anderen Hälfte aus Polen. Man kennt sich, schließlich legt das Schiff mehrmals pro Monat in Brunsbüttel an. So kann Weihnachtsmann Peeren auch einigen Seemännern die Geschenke persönlich in die Hand drücken – in einem Raum neben der Kombüse, in dem einige grad zu Mittag essen. Apropos Essen: Was wird es zu Weihnachten an Bord geben? Kapitän Simon von der “Starnes” berichtet, dass sie Glück haben mit ihrer Reederei: “Eine sehr großzügige Gesellschaft, die ein Extrabudget für Weihnachten einplant.” Deswegen wird es Hummer geben – so auch auf der “Fidelio”.

Ein Stück Heimat in der Fremde schaffen

Zwischendurch machen einige Seeleute Fotos mit Weihnachtsmann Peeren oder kaufen dem jungen Mann im Weihnachtsmannkostüm SIM-Karten ab. Das ist eines der wichtigsten Produkte an Bord, denn so können die Seeleute, die meistens ein halbes Jahr lang auf dem Meer unterwegs sind, Kontakt zu ihrer Familie halten. Ein Stück Heimat in der Fremde schaffen – das ist das Ziel der Seemannsmission. Es deckt sich auch mit dem, was Kapitän Simon über die Arbeit an den Feiertagen berichtet: “Weihnachten an Bord ist auf der einen Seite sehr einsam, weil alle ihre Familie vermissen. Auf der anderen Seite haben wir wenigstens einander.”

via www.ndr.de