4. September 2013

Wahres aus Heilbronn

Manche Worte überdauern den Tag. Stehen wie in Stein gemeißelt da, behalten ihre Gültigkeit, sind einfach wahr. Manchmal kommen solche Geistesblitze aus Heilbronn. Hier haben wir so etwas, aufgeschrieben am 19. Mai 2008 vom Chefredakteur der Heilbronner Stimme. Das ist die dortige Zeitung. In Stadt und Landkreis Heilbronn und noch dazu im Kreis Hohenlohe sorgt die Stimme für publizistische Ein Vielfalt. Was Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer damals aufgeschrieben hat, stimmt noch heute, wenn auch die Zahlen „vom Arbeitsmarkt und beim Wirtschaftswachstum“ nicht mehr ganz so top sind. Aber da wollen wir – angesichts der Größe des Textes – mal nicht kleinlich sein. Lassen wir ihn also auf uns wirken. Das, worauf es ankommt, haben wir für Sie markiert: Der Kollege, der uns diesen Text geschickt hat, dürfte sich fast täglich überlegen, ob er vielleicht besser einen Minijob annehmen sollte. Und das nicht, weil er findet, die Stadt Heilbronn müsse ihren Ehrentitel als „Hauptstadt der Minijobber“ verteidigen. Nein, er arbeitet als freier Journalist für die Heilbronner Stimme. Wie einige seiner Kollegen hat er den Chefredakteur gebeten, dass es für die Nutzung der Artikel der freien Autoren in der Internetausgabe der Zeitung einen Aufschlag aufs Honorar gibt. Das hat der Chefredakteur abgelehnt, weil er meint, die Onlinenutzung sei mit dem Printhonorar abgegolten. Jetzt wollen Sie bestimmt wissen, was die Stimme an Honorar zahlt. Es sind um die 35 Cent pro Zeile, manche kriegen mehr, andere weniger. Insgesamt ist das nicht schlecht, denn andere Lokalzeitungen zahlen noch viel weniger. Aber das Zeilenhonorar der Stimme verharrt seit Jahren auf diesem Niveau. Auch in Zeiten, in denen noch niemand ans Internet dachte, zahlte das Blatt nicht mehr – bzw. nicht weniger, denn wenn die Zweitnutzung in der Online-Ausgabe bereits in den 35 Cent drinsteckt, dann müsste das Honorar in Nur-Print-Zeiten geringer gewesen sein. Oder waren die Honorarhöhenbestimmer Propheten? Um auf ein Netto-Honorar von 781 Euro im Monat zu kommen, muss ein Stimme-Freier jedenfalls einiges schreiben. Ein Online-Aufschlag würde wenigstens etwas dazu beitragen, die soziale Schieflage, gegen die Heer anschreibt, gerade zu rücken. Wenn auch nur einige seiner Schreiberlinge davon profitieren würden. Aber: Immerhin, Heer hätte ein gutes Werk getan – direkt vor seiner eigenen Haustüre.


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