8. Juni 2009

Verleger (endlich) für faire Beteiligung am Ertrag!

Heute haben sechs große Verlage (Springer, Bauer, Jahreszeiten, Gruner & Jahr, Spiegel und Zeit) eine gemeinsame Internet-Resolution veröffentlicht (die auch wir gern unterschreiben würden). Sie ist gut formuliert, einfach und klar. Großes Kompliment! Wir bringen diese Resolution deshalb im Wortlaut (mit einigen kursiven Anmerkungen unsererseits): „Das Internet ist für den Journalismus eine große Chance (Erzählen Sie das mal Ihren Feuilleton-Redakteuren, Herr di Lorenzo!). Aber nur, wenn die wirtschaftliche Basis auch in den digitalen Vertriebskanälen gesichert bleibt. Das ist derzeit nicht der Fall (Ja, warum denn nicht?). Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen (möglicherweise, weil die Verlage die journalistische Arbeit kostenlos im Web anbieten?). Das bedroht auf die Dauer die Erstellung von Qualitäts-Inhalten und von unabhängigem Journalismus. Wir treten deswegen entschieden dafür ein, den Schutz geistigen Eigentums im Internet weiter zu verbessern. Freier Zugang zu Webseiten bedeutet nicht zwingend kostenlosen Zugang. Wir widersprechen all jenen, die behaupten, dass Informationsfreiheit erst hergestellt sei, wenn alles kostenlos zu haben ist. Der freie Zugang zu unseren Angeboten soll erhalten bleiben, zum Verschenken unseres Eigentums ohne vorherige Zustimmung möchten wir jedoch nicht gezwungen werden. (Wir Freischreiber möchten auch nicht gezwungen werden. Aber ausgerechnet Eure Verlage zwingen uns mit Buy-Out-Verträgen zu dieser Verschenkerei. Fällt Euch Eure Doppelmoral eigentlich gar nicht auf?) Wir begrüßen deshalb die wachsende Entschlossenheit von Bundesregierung, Landesregierungen und den im Bundestag vertretenen Parteien, die Rechte von Urhebern und Werkmittlern weiter an die Bedingungen des Internets anzupassen (das heißt wohl, die Rechte von uns Urhebern einzuschränken, und die von Euch Werkmittlern auszudehnen). Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben. Gesetzgeber und Regierung auf nationaler wie internationaler Ebene sollten die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern besser schützen. Ungenehmigte Nutzung fremden geistigen Eigentums muss verboten bleiben (Sehr richtig! Dabei wollen wir künftig mitreden). Am Ende muss auch im World Wide Web gelten: Keine Demokratie gedeiht ohne unabhängigen Journalismus. Kein Wissen entsteht ohne faire Beteiligung an seinem wirtschaftlichen Ertrag. “ (Genau! Über Fairness wollten wir schon lange mal mit Euch reden).


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