4. September 2013

Ohne Freie kein Feinschmecker

Gestern hat Madeleine Jakits, „Feinschmecker“-Chefredakteurin, den Stellenwert der Freien in ihrem Magazin erklärt. Heute sagt ein Medienforscher, was er über diesen Stellenwert denkt: Michael Meyen ist Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Die Stärke des Feinschmeckers sind seine Spezialisten. Wer für dieses Magazin arbeitet, muss eine besondere Expertise mitbringen. Er muss sich mit gutem Essen, mit Wein und ähnlichen Themen der Kulinaristik auskennen. Es ist ein Magazin, das sich ohne Freie gar nicht produzieren ließe. Denn das hieße ja, der Verlag müsste einen Stamm von spezialisierten Autoren als feste Redakteure vorhalten, was den Preis enorm nach oben treiben würde. Ein Beispiel für solches Spezialistenwissen ist im vorliegenden Feinschmecker die Geschichte über die Gastronomie in Berlin, „La dolce vita“: Hier hat sich der Autor offenbar lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Das kann zwar auch ein Redakteur leisten. Aber ich glaube, dass ein Freiberufler das besser macht. Einer, der möglicherweise auch in dieser Stadt lebt und seine ganze Lebenserfahrung mit einbringen kann. Ohne freie Journalisten würde es den Feinschmecker wahrscheinlich gar nicht geben.


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