Nur noch fast ein ganzes Jahr
Noch immer ganz beschwingt von unserem Klausur-Wochenende in Frankfurt am Main planen wir für euch und uns schon eine Million Dinge. Den 12. Dezember zum Beispiel solltet ihr euch bereits freihalten. Zum Glück seid ihr frei und kommt nicht in Verlegenheit, Weihnachtsfeiern absagen zu müssen. Und wenn doch: Sorry! Aber es wird sich lohnen.
Bis dahin müssen wir allerdings noch ein paar Jahreszeiten durchstehen. Und wahrscheinlich auch noch ein paar halbgare Vorschläge aus der Politik.
Na ja. Wir bleiben dran und freuen uns, dass es euch gibt!
Workshop zum Freisein bei der taz
Als Volontärin oder Praktikant schwirren oft Fragezeichen durch den Kopf, wenn es um die Option geht, in den freien Journalismus zu starten. Deshalb waren unsere Vorstandsmitglieder Hannah El-Hitami und Robert Hofmann im Februar zu Gast im „Hausunterricht“ der taz.
Und bekamen tiefe Einblicke in den freien Journalismus. Ein besonders wichtiger Ratschlag war, sich mit anderen für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen, Netzwerke zu bilden – eben nicht allein vor sich hin zu tüfteln. Bildet Banden! Am besten bei :Freischreiber.
Danke für die Einladung, liebe taz.
Zum ersten Mal trafen wir uns zu einer Vorstandsklausur mit Blick auf MainHattan. Und Frankfurt war gut zu uns! Neben Teambuilding im Ebbelwei-Express und am Karaoke-Mic (Hol den Vorschlaghammer!) ging es um das Programm der nächsten zwei Jahre.
Unsere klare Mission: Wir machen Festangestellte neidisch. Zum Beispiel, indem wir uns :Freischreiber als Restaurant mit Garten vorstellen. Unsere Mitglieder sind die Chefinnen und Chefs, sie füllen den Vorstand, leiten die Regio-Gruppen – und genießen als Gäste beste Kost. Grüne Sauce, grünes Eis und prickelndes Pils, interessante Menschen an der Bar, der freie Soundtrack schwingt im Raum. Caro und Anna aus der Geschäftsführung füllen ohne Luft zu holen Weinkeller und Bierfässer. Dazu: Halbschatten im Biergarten, während Festangestellte in der Redaktion schwitzen. Wir haben hier noch Platz, liebe Kolleg*innen, legt euch doch in die freien Hängematten!
Fehlt was auf der Speisekarte? Wir freuen uns immer über Input.
Beim Planen der nächsten Kampagne schwankten wir zwischen Grundsicherung für Freie, Tandem-Fahrten von Redaktion zu Redaktion und der großen Freiheits-BWL-Party. Was genau auf euch zukommt, erfahrt ihr bald hier, im Newsletter und auf allen Social-Media-Kanälen. Der Ohrwurm zum Plan geht auf jeden Fall eher in Richtung „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ und ist hier nachzuhören. Die Schulklassen aus unserer Jugendherberge kennen ihn jetzt auch ganz gut.
Wir unterstützen die Kampagne von FragDenStaat (FdS), die das Informationsfreiheitsgesetz in seiner aktuellen Form vor Angriffen aus der Politik schützen will.
Sabrina Winter ist Redakteurin bei FdS und erklärt, warum das wichtig ist.
„Gäbe es das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) nicht, wären einige meiner Recherchen kaum möglich gewesen. Über IFG-Anfragen bekam ich Dokumente, die zeigten, wie der Berliner Maßregelvollzug in sich zusammenfällt. Und ich erlangte Daten dazu, wie oft Menschen in deutschen Gefängnissen in Isolationszellen gesperrt werden.
Nun wollen mehrere Bundesländer das IFG ändern. In Berlin plant die schwarz-rote Regierung gerade, Ausnahmen in das Gesetz einzuflechten. Auch Schleswig-Holstein will den Zugang zu Akten erschweren. So würden die Länder die Transparenz einschränken, öffentliche Kontrolle erschweren und ein wichtiges Recherche-Werkzeug für Journalist*innen verschlechtern.“
Sabrina Winter arbeitet als Investigativjournalistin bei FragDenStaat und als freie Journalistin. Sie hat Internationale Kriminologie, Soziologie und Politikwissenschaft studiert. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie an der Henri-Nannen-Schule. Ihr findet sie auf LinkedIn und Torial
Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor.
Dieses Mal: Christina zur Nedden. Sie ist freie Journalistin und berichtet auf Deutsch und Englisch über Politik und Gesellschaft im asiatischen Raum.
Wo arbeitest du am liebsten?
Ich arbeite am liebsten zu Hause mit Blick auf die tropische Kulisse Singapurs. Von meinem Schreibtisch aus sehe ich oft gelbe Kanarienvögel von Palme zu Palme fliegen. Um die Ecke ist auch das älteste Café der Stadt. Wenn ich Inspiration brauche oder mir die Decke auf den Kopf fällt, gehe ich dorthin und bestelle Kopi und Kaya-Toast. Unterwegs arbeiten ist anstrengend, aber belebend. Ich liebe es, nach einem langen Tag abends meine Notizen und Aufnahmen bei einem lokalen Gericht zu ordnen und danach in mein Reisetagebuch zu schreiben, um die Eindrücke zu verarbeiten.
Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?
Es klingt unspektakulär, aber es ist: Mein Handy und eine Powerbank. Es ist erstaunlich, was man heute alles mit dem Handy machen kann: Ton-Aufnahmen, Filme drehen und schneiden, ganze Texte recherchieren und schreiben. Deswegen trage ich es meist griffbereit an einer Kette.
Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?
Neulich habe ich besagtes Reisetagebuch, in dem ich handschriftlich alle meine Reisen in Asien seit fünf Jahren festhalte, nicht mehr gefunden. Ich habe das ganze Haus durchsucht. Es ist dann schließlich auf einer Insel in Indonesien wieder aufgetaucht, wo ich zufällig im März wieder hinreise und es dann abholen werde. Ansonsten ist es ärgerlich, wenn ich ganze Texte schreibe und die Redaktion dann eine unpassende Überschrift dazu wählt, die ich nicht beeinflussen kann.
Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.
Journalismus ist manchmal ein einsames Geschäft. Man sitzt daheim, quält die KI und hofft auf einen Geistesblitz. Damit ist jetzt Schluss: Das neue Jahrescoaching mit Ariel Hauptmeier und Heike Faller ist im Februar gestartet. „Erstes Wochenende in Berlin: inspirierend, intensiv und handfest“, berichtet Ariel. „Wir reden nicht über abstrakte Theorie, wir röntgen Texte. In den nächsten zehn Monaten wird das Schwere leicht gemacht. Es geht um Dramaturgie, um den passenden Sound und darum, die Sicherheitszone des ‚soliden‘ Schreibens endlich mal zu verlassen.“
:Stellungnahme zu Urheberrechten
Das Bundesjustizministerium hat uns :Freischreiber bis Ende Februar 2026 um eine Stellungnahme gebeten. Im Fokus steht das Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG). Es regelt Urheber*innen- und ihnen verwandte Schutzrechte durch Verwertungsgesellschaften. Konkret geht es für uns freie Journalist*innen also um die Rechte an unseren journalistischen Werken.
Erreichen die Vorschriften des VGG ihre beabsichtigte Wirkung? Welche Punkte muss das Ministerium anpassen? Mehr Infos dazu findet ihr auf derentsprechenden Webseite des BMJV.
Unsere Stellungnahme, verfasst von Freischreiber Oliver Eberhardt, lest ihr hier. Sein Fazit: das VGG funktioniert, aber einige der Regelungen sollten nachgebessert werden. Danke für deine Unterstützung, Oli!
Buchverlosung
Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Was ist Was: Unter der Erde. Verborgene Welten“ von Florian Sturm.
In einer Handvoll Bodenerde tummeln sich mehr als 1,5 Milliarden Lebewesen – vom Bakterium bis zum Regenwurm. Es ist also ganz schön was los unter unseren Füßen. Wir seilen uns hinab in Höhlen, erkunden Minen, U-Bahn-Schächte und die Kanalisation. Dort stolpert man manchmal auch über Schuhe oder Einkaufswagen. Wir beobachten einen Tunnelbau und steuern die U-Bahn in einer Großstadt. Wir entdecken eine geheimnisvolle Welt, die viel über die Vergangenheit verrät und eine Menge Überraschungen bereithält. Eine spannende Reise in verborgene Welten für Kinder ab 8 Jahren.
Wie ihr an dem Gewinnspiel teilnehmen könnt, wisst ihr, wenn ihr Abonnent*innen des Newsletters seid. Gewinnen können nur Abonnentin*innen des Newsletters. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!
Danke für eure Zusendungen im Februar. Gewonnen hat Sara Meyer.
Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei uns (redaktion@freischreiber.de), damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich. Win-win!
:Lesetipp
Von freien Journalistinnen und Journalisten wird heute erwartet, dass sie eine Reichweite haben. Dabei sind Aufbau und Betreuung einer Community ein zweiter Vollzeitjob – die Trennlinie zum Content Creator verwässert. Wie sollen wir damit umgehen, dass heute alle ein bisschen berühmt sein müssen?
Kira Brück hat es im Journalist-Magazin aufgeschrieben.
:Hörtipp
Die Revolution ist das Ziel – aber was machen wir bis dahin? Am besten: Ferien! Josephine Apraku und Freischreiberin Mareice Kaiser sprechen in ihrem Podcast über kleine und große Revolutionen und die dringend nötigen Pausen zwischendurch. Hier könnt ihr ihn anhören.
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Verträge im freien Journalismus
Frei im Journalismus arbeiten und zugleich Verträge unterschreiben – wie passt das zusammen? Der Fokus der digitalen März-Mittagspause mit unserem Verbandsjuristen Dr. Sebastian Rengshausen liefert Antworten. Dort erfährst du die wichtigsten Infos rund um Verträge für freie Journalist*innen.
„Sip and Write“
WO: Berlin
WANN: 24.03. ab 19:00 Uhr
Für uns Journalist*innen gehört das Schreiben zum Arbeitsalltag. Mal geht es dabei trocken und sachlich zu, mal literarisch, persönlich, kreativ. Aber ganz frei von Regeln ist das journalistische Schreiben nie. Wir müssen Fakten genau überprüfen, möglichst objektiv bleiben, nur berichten, was wirklich passiert ist.
Mittagspause mit der ZEIT: So arbeiten Ressort X & ZEIT-Dossier
:Freischreiber, Süddeutsche Zeitung und DIE ZEIT bilden Freischreiber:innen gemeinsam kostenlos fort. Am 23. April gibt es für euch folgenden Input:
Das ZEIT-Dossier und das Ressort X sind bekannt für Reportagen, Porträts und Essays zu den großen Themen des Lebens. Viele freie Journalist*innen bedienen mit Vorliebe diese Formate. Wie kommen sie bei der ZEIT und bei X zum Zug? Welche Themen punkten bei der Redaktion, wen sprechen Freie an – und welchen Honorarrahmen setzt die ZEIT?
Starterpaket Freier Journalismus
Das Leben als freie Journalistin, freier Journalist kann wunderbar sein. Und doch fühlen sich anfangs viele Kolleg*innen lost. Unser Webinar „Starterpaket Freier Journalismus“ bietet einen Überblick an Tipps, die den Einstieg erleichtern.
Neuer Zusatztermin eines unserer beliebtesten Webinare: Gute Recherchen sind wie Kaugummi. Sie ziehen und ziehen und ziehen sich. Meist über Wochen, manchmal über Monate und Jahre. Da wäre es verschenkt, das Thema nach nur einer Veröffentlichung abzuhaken. Und mit einem einzigen Honorar, das all der Zeit und Energie, die wir in unsere Story investiert haben, vermutlich nicht gerecht wird.
Selbstständig & sicher: Welche Versicherungen brauchen wir?
Ob Reportage aus dem Ausland, TV-Dreh oder Recherche im Homeoffice – wer als freie*r Journalist*in arbeitet, trägt viele Risiken allein. Wir laden daher alle Freischreiber*innen zur „sicheren Mittagspause“ ein.
Das EU-Parlament hat eine Transparenzpflicht für KI-Unternehmen beschlossen
Mit großer Mehrheit haben die Abgeordneten „Empfehlungen“ verabschiedet, zu denen auch eine faire Vergütung von Presse und Kreativen gehört.
Nach dem Förderstopp durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend startet ProQuote Medien e. V. ein Crowdfunding, um seine zentrale Arbeit in den nächsten 12 Monaten fortzuführen. Ziel ist es, mindestens 30.000 Euro zu sammeln, um die Leitmedienzählung sowie die öffentliche Kommunikation des Vereins weiterhin zu ermöglichen. ProQuote Medien untersucht systematisch den Frauenanteil in Führungspositionen von überregionalen Print- und Onlinemedien.
Die Rheinische Post Mediengruppe will die Westfälische Medien Holding übernehmen
Zur Westfälischen Medien Holding gehören Westfälische Nachrichten, Münstersche Zeitung, Westfalen-Blatt und dessen Paderborner Ableger Westfälisches Volksblatt sowie die Allgemeine Zeitung Coesfeld.
30. März bis 1. April
International Conference on AI in Work, Innovation, Productivity and Skills
Die Konferenz bringt Fachpersonen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über die Auswirkungen von KI auf Beschäftigung, Qualifikationen, Produktivität und Innovation zu sprechen und anschließend zu erörtern, wie die Politik darauf reagieren kann. Von der Entwicklung agentenbasierter KI bis hin zur Steuerung algorithmischer Prozesse wird unter anderem auch das Potenzial zur Unterstützung neurodiverser Lernender diskutiert.
Mentoring-Programm und Stipendium des Journalistinnenbundes
Der Journalistinnenbund (jb) fördert sowohl junge Journalistinnen und Neueinsteigerinnen als auch Kolleginnen, die sich umorientieren wollen. Bewirb dich für das Mentoring-Programm oder für das Hedwig-Dohm-Recherchestipendium.
Tandems aus Mentees und Mentorinnen
Der neue Jahrgang des jb-Mentoring-Programms läuft von Ende Juni 2026 bis Juni 2027. Es gibt keine Altersbeschränkung, das Programm ist kostenlos. Bewerbungsschluss ist der 31. April. Hier gibt es weitere Infos und das Bewerbungsformular.
Anspruchsvolles Recherchestipendium
Das Hedwig-Dohm-Recherchestipendium für Nachwuchsjournalistinnen fördert ein journalistisches Vorhaben zu einem Thema mit geschlechterpolitischer Relevanz. Das Stipendium beträgt einmalig 2.000 Euro. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai. Hier gibt es mehr Infos zum Bewerbungsverfahren.
Exklusiv für Freischreiber*innen:
Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle. (mailto: kontakt@freischreiber.de)
KI-Tools wie ChatGPT in der Praxis – Einstiegskurs
Was bedeutet künstliche Intelligenz für meine Arbeit, meinen Arbeitsplatz, die Firma? Welche Chancen und Risiken birgt KI für Journalismus, PR und Kommunikation? Erfahre in diesem Einstiegskurs alles Wissenswerte zu den aktuellen Entwicklungen. 23. – 24.03.
Mit Witz und Pointe hervorragend schreiben (Webinar)
Humor erzeugt Aufmerksamkeit, Leichtigkeit und kann komplexe Sachverhalte verständlicher machen. Dieses Seminar vermittelt das Handwerk des Humors und beantwortet auch die Frage: Wann und wie hilft dabei künstliche Intelligenz (KI)? 23. – 24.03.
Sprache und Stil – einfach gut schreiben (Webinar)
Elegant in Texte einsteigen, eine stringente Struktur entwickeln und lebendig und dynamisch schreiben – das nötige Handwerkszeug mit und ohne künstliche Intelligenz bietet dieses Seminar. 23. – 24.03.
Datenjournalismus 2.0 – für starke Storys mit Code, KI und Visualisierungen (2)
Mühsame Handarbeit eine KI oder einen klassischen Algorithmus machen lassen, Daten selbst sauber analysieren, Geschichten visuell erzählen – Datenjournalismus eröffnet neue Methoden der Recherche und des Storytellings. Die erforderlichen Fertigkeiten vermittelt dieses Seminar.27.03.
Videos drehen mit dem Smartphone – Grundkurs
Mobil Videos aufzeichnen, professionell am Smartphone oder Tablet schneiden und gleich ins Internet hochladen: In Journalismus, PR und Öffentlichkeitsarbeit ist das Alltag. Die Besten werden mit Reichweite belohnt. Dieses Seminar macht aus euch einen besseren Mobile Reporter.30. – 31.03.
Wir hoffen, dass ihr nun freudig erregt dem Frühling entgegenblickt und euch von der Welt nicht unterkriegen lasst. Passt auf euch auf und freut euch auf den Dezember. Dann sind Frühling,Sommer und Herbst zwar vorbei, aber das Schönste, beziehungsweise die Schönsten, kommt und kommen, ihr kennt es, zum Schluss.
Elisa Kautzky & Robert Hofmann





