Freischreiber
25. August 2021

Nach dem Urlaub, vor der Wahl

Mit frischem Wind geht es jetzt, nach der Sommerpause, wieder los: Am 2. Oktober laden wir unsere Mitglieder ein zur Wahl eines neuen Vorstands. Er wird die nächsten zwei Jahre über die Geschicke des Vereins und seiner Freien lenken und bestimmen.

Da derzeit niemand guten Gewissens sagen kann, was am 2. Oktober in Sachen Pandemie los ist, wird die Versammlung von 9:30 Uhr bis maximal 12 Uhr digital stattfinden. Am Abend treffen wir uns an verschiedenen Orten im Land „in echt“, zum Beispiel zum Radfahren ins Grüne und Brauerei-Erkunden in Hamburg und zum Kochen mit allerlei grünen Zutaten in Berlin.

Wir freuen uns und haben schon #grueneLaune. Weitere Details folgen und werden bald hier bekannt gegeben, die Einladung erfolgte bereits per Mitgliedermail. Ach, du bist noch kein Freischreiber-Mitglied? Das kann sich ändern. Übrigens: Um Fördermitglied zu werden, musst du nicht mal freie*r Journalist*in sein.

Selfcare und Wasser

Unsere Mitglieder waren auch in den Sommermonaten fleißig. Freischreiberin Verena Carl und ihre Kollegin Anne Otto etwa, Psychologin und Autorin, haben ein Buch zum Thema Selbstfürsorge bei Beltz veröffentlicht: „Ich bin dann mal bei mir“. Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es oft ist, die eigenen Bedürfnisse im hektischen Alltag zu achten und die eigenen Grenzen zu wahren.

Die vier Freischreiberinnen Julia Neumann, Simone Schlindwein, Katharina Wojczenko und Natalie Mayroth sowie die freie Kollegin Ilona Eveleens haben im vergangenen Jahr vom European Journalism Center (EJC) ein einjähriges Stipendium erhalten, für das sie sich als freie taz-Korrespondentinnen beworben hatten. Die Ergebnisse in Form von 27 Artikeln, die unter anderem nach Indien, in den Sudan oder nach Indonesien führen und alle um das Thema „Ressource Wasser“ kreisen, kannst du nun hier betrachten. Demnächst wird ein Podcast hinzukommen, weitere Ideen warten darauf, umgesetzt zu werden.

Freie gesucht

Freischreiberin Christiane Neubauer ist neue freiberufliche Chefredakteurin von „RADtouren“, einem Magazin für Radreisen mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren und Sitz in Köln. Wer sich mit diesem Thema befasst, ist eingeladen, sich bei ihr mit entsprechenden Ideen zu melden: „Das Seitenhonorar beträgt 100 Euro. Das ist nicht viel, aber da die Strecken bis zu 10 Seiten lang sind, kommt oft ein ganz nettes Sümmchen zusammen. Zweitverwertung ist möglich.“ Einen Wunsch hat sie noch: „Autoren sollten mitreißende Reisereportagen schreiben und überdurchschnittlich gut fotografieren können.“ Und so erreicht man sie: Christiane.Neubauer-at-radtouren-magazin.com.

Auch Freischreiberin Iris Hinneburg wirbt um freie Mitarbeiter*innen. Und zwar für das Magazin „Gute Pillen – Schlechte Pillen“, zu dessen Redaktionsteam sie gehört: „Die unabhängige Zeitschrift bietet für Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse unabhängige, verständliche und evidenzbasierte Informationen zu Themen rund um Gesundheit und Krankheiten. Besonders beschäftigen wir uns mit neuen Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln, fragwürdigen Gesundheitsprodukten und begleiten kritisch die Entwicklungen in der Medizin und auf dem Arzneimittelmarkt. Um unsere Unabhängigkeit zu bewahren, vor allem von der Pharmaindustrie, finanzieren wir uns ausschließlich über unsere Leser*innen und verzichten auf Werbung.“ Wen das anspricht und wer in diesem Bereich unterwegs ist, möge sich mit drei Arbeitsproben und Ideen bei Jörg Schaaber unter der E-Mail Redaktion-at-GP-SP.de melden.

Dies & das

„Es ist gefährlich zu glauben, eine Geschichte verstanden zu haben, bevor man sich ans Schreiben macht. Man muss sie im Gegenteil so erzählen, als ob man es das erste Mal täte.“ Sagt Stefan Keller, langjähriger Redakteur der Schweizer Wochenzeitung „WOZ“, der kurz vor dem Ruhestand steht. Und weil es ja nie verkehrt sein kann, mal einem zuzuhören, der viel Erfahrung gesammelt hat; und der auch zu bedenken gibt, warum die Reportage sich hüten sollte, sich zu sehr ins zu Kunstfertige zu flüchten, wo das ‚Fälschen‘ bald allzu nah liegt, legen wir euch die Lektüre eines lesenswerten Interviews mit ihm ans Herz – besonders dann, wenn ihr mal ins Nachdenken kommen möchtet.

Nach Norddeutschland führt der Dokumentarfilm „Die letzten Reporter“ von Jean Boué, den Silvia Hallensleben auf der Kinoseite im Freitag empfiehlt: „Unter den Anwesenden ist auch Thomas Willmann, der seit 25 Jahren in der Sportredaktion der ,Schweriner Volkszeitung‘ arbeitet und mit Handschlag begrüßt wird, wenn er als Berichterstatter mit Fotokamera und Notizblock zu einem Wettkampf in der Region antritt. Weil Willmann die Menschen, über die er schreibt, so gut kennt, verbietet er sich selbst zu deutliche Stellungnahmen. Jetzt soll auch er seine ,Geschichten‘ zusätzlich für Tablet und Smartphone und als Videos aufarbeiten. Dabei telefoniert er bis jetzt noch mit einem alten Knochen-Handy.“ Hört sich doch gut an, oder? Und dann schaut euch zusätzlich noch den Trailer an und ihr werdet euch auf die Suche machen, in welchem Kino der Film läuft …

Seminare & Kurse

Keinen Kurs im eigentlichen Sinne, aber einen Abend voller Tipps und Tricks gibt’s in Leipzig: Unsere tollen Regioleiterinnen Insa van den Berg und Carolin Wilms laden am 1. September, 19:30 Uhr, ins Volkshaus, Karl-Liebknecht-Straße 30-32. Thema: „Honorar-Empfehlungen und wie wir sie umsetzen“. Weitere Infos demnächst hier. Wer regelmäßig über Treffen in Leipzig informiert werden möchte, meldet sich hier an. Gäste sind willkommen.

„,Der Zauber vom Baumwall ist verflogen‘, sagte sinngemäß ein ehemaliger Nannen-Schüler von mir, der wie alle anderen voller Begeisterung und mit großen Träumen in den Journalismus gestartet war“, so beginnt Freischreiber Uwe H. Martin die Ausschreibung für seinen Workshop „Vision Lab – How to build a sustainable media practice, reach new audiences, and initiate change“. Und weiter: „Doch Journalismus kann noch immer ein Traumberuf sein. Dafür muss man ihn aber neu denken, an seinen Rändern und im Kern weiterentwickeln.“ Also hat er einen „Coaching Workshop“ entwickelt, der sich an Einsteiger und alte Häsinnen wendet. Dafür geht es vom 20.-24. September ins luxemburgische Centre national de l’audiovisuel (CNA). Die Kosten: für Profis 150 Euro, für Studierende nur 75 Euro. Weil: Der Staat Luxemburg fördert.

Preise & Stipendien

Der Hessische Journalistenpreis kommt einerseits sehr allgemein, andererseits sehr speziell daher: Es geht thematisch um die Pandemie – in Hessen. Dazu werden „journalistische Beiträge aller Genres und Sparten gesucht, die in herausragender Art und Weise darstellen, welchen Herausforderungen sich Menschen, Organisationen und Unternehmen in Hessen stellen mussten und welche Lösungen sie erarbeitet haben, um die Krise für die Gesellschaft, aber auch für den eigenen Fortbestand zu bewältigen.“ Bewerbungsschluss ist der 6. September, zu vergeben sind 10.000 Euro und man muss nicht aus Hessen kommen, möchte man sich bewerben.

14 Millionen Katzen leben in Deutschland, denen noch mal zehn Millionen Hunde zur Seite stehen. Und wer kümmert sich medizinisch gesehen und vor allem impfend um sie? 12.000 niedergelassene Tierärzt*innen. Wessen journalistisches Herz jetzt höher schlägt, der sollte sich für den Medienpreis Tiergesundheit interessieren. Noch bis zum 31. August kann man sich bewerben; vergeben werden drei Preise in Höhe von 5.000, 3.000 und 1.000 Euro und damit in Gold, Silber und Bronze.

So. Das war‘s schon wieder. Also fast. Denn auch diesmal halten wir eine kleine Kleinigkeit parat: einen schmalen, schönen Roman für den Strandkorb, für die Liegewiese, für den Balkon: „Vater und ich“ von Dilek Güngör. Erzählt wird von einer jungen Frau, die das Schweigen zu ihrem einst so vertrauten Vater durchbrechen möchte und ihn deshalb daheim besucht, wo er doch sagt: „Du musst nicht kommen.“

Was das mit uns zu tun hat? Wie die Autorin ist auch die Roman-Heldin als Journalistin unterwegs und so überlegt sie: Vielleicht sollte ich einfach ein Mikrophon auf den Küchentisch stellen und meinen Vater wie einen ganz normalen Protagonisten interviewen. Ob das eine gute Idee wäre?

In diesem Sinne:
Kommt weiterhin gut durch die Tage!

Eure Freischreiber*innen


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