4. September 2013

Journalistenpreisforschung

Vor einiger Zeit haben wir hier gefragt, warum freie Journalisten selten Journalistenpreise bekommen. Die Frage bleibt aktuell, wie man hier oder da sieht. Unsere Umfrage, die wir seinerzeit gestellt haben, ist deshalb auch weiterhin freigeschaltet. Sie ist sozusagen für die Ewigkeit gemacht, aber vielleicht ändert sich ja auch etwas, Anzeichen dafür gibt es ja, zumindest beim Preis des Reporter-Forums, während man beim Nannen-Preis immerhin darüber nachdenkt, auch mal „andere Herstellungsbedingungen“ von Texten zu berücksichtigen, damit nicht nur immer SpiegelsternZEIT gewinnen. Zwar sind laut stern -Chefredakteur Thomas Osterkorn nur „klassische Tageszeitungsreportagen“ gemeint, aber man könnte das ja noch weiterdenken. Denn welcher Freie kann sich schon mehrere Monate Zeit nehmen für seine Recherchen, wie es Hania Luczak von GEO konnte, um ihre Gewinnerreportage zu recherchieren und zu schreiben? Auf, auf, Ihr Preisverleiher, reformiert Eure Preisvergaben, denkt weiter als immer nur in den engen Grenzen Eurer eigenen Häuser und der dort vorherrschenden Arbeitsbedingungen! Weil wir uns auch ganz grundsätzlich für das Thema interessieren, verweisen wir an dieser Stelle auf eine Umfrage, die Arne Orgassa zur wissenschaftlichen Untersuchung der Frage erarbeitet hat, wie sich Journalistenpreise auf die Medienlandschaft auswirken. Orgassa ist Student der Ludwig-Maximilians-Universität und Schüler der Deutschen Journalistenschule. Er schrieb uns: „Da dieses Thema bisher kaum wissenschaftlich bearbeitet wurde, brauche ich die Mithilfe vieler Journalisten, die einen von mir konzipierten Online-Fragebogen beantworten. Ich weiß, dass es nicht gerade die schönste Aufgabe ist, sich 15 Minuten mit Fragen auseinanderzusetzen und immer wieder anzugeben, ob man der Aussage zustimmt oder nicht. Aber ich habe mich bemüht einen recht kurzweiligen Fragebogen aufzusetzen und das Thema ist zudem ziemlich spannend.“ Wir wünschen also gute Unterhaltung. Arne Orgassa wird das Ergebnis seiner Studie am 9. Juli auf der Netzwerk Recherche-Tagung vorstellen, wir werden hier ebenfalls gelegentlich berichten. Und hier geht’s zur Umfrage, sie ist bis zum 16. Juni freigeschaltet.


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