4. September 2013

Die ZEIT überarbeitet Rahmenvereinbarung

Lohnt es sich, sich über Freischreiber zusammenzuschließen und Einspruch zu erheben, wenn ein Verlag unannehmbare Verträge an freie Journalistinnen und Journalisten verschickt? Im Falle der ZEIT deutet sich das an: Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hat jetzt auf ein Protestschreiben reagiert, das mehr als 50 Autorinnen und Autoren, die für die ZEIT arbeiten, an den Verlag gesandt hatten, und kündigt an, die vielfach kritisierte Rahmenvereinbarung zu überarbeiten. Erst einmal bleibt anzuerkennen, dass der Verlag konstruktiv auf die Einwände der Autorinnen und Autoren reagiert hat. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, ist aber leider nicht die Regel. In anderen Häusern herrschen rauere Sitten: Da werden Autoren damit konfrontiert, auf einer Schwarzen Liste zu landen, solange sie nicht unterschreiben. Oder sie erfahren, dass Honorare erst überwiesen werden, wenn sie den Vertrag unterzeichnet haben Auch das Aushungern von Unterschriftsunwilligen durch Auftragsentzug ist keine Seltenheit. Erst ein Blick auf den neuen Vertragsentwurf wird allerdings zeigen, ob es die ZEIT mit diesem Vorstoß ernst meint und ob ein neuer Entwurf akzeptable Spielregeln für eine Zusammenarbeit setzt – oder ob alte Buy-Out-Wünsche nur in neue Formulierungen gepackt werden. Freischreiber wird sich auch den neuen Entwurf genau ansehen. „Sie sollen das Gefühl haben, dass sie bei der ZEIT fair behandelt werden“, schreibt di Lorenzo an die Freien. Wir nehmen ihn beim Wort.


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