4. September 2013

Der Trend geht zum Ehrenjournalismus

Das Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft schreibt heute über die Situation bei unseren Nachbarn: „Die freien Journalisten sind die großen Verlierer der derzeitigen Krise.“ Ein Beispiel: „Beim Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) wurden im November die Zeilenhonorare von 2,10 auf 1,40 Franken reduziert. Feuilleton-Chef Martin Meier kommentierte: ‚Für das NZZ-Feuilleton zu schreiben ist eine Ehre, kein Broterwerb.’ Eine Aussage, die sein Vorgesetzter, Chefredakteur Markus Spillmann, im Interview mit ‚persoenlich.com’ verteidigte… Die Entlohnung entspricht einer Spesenentschädigung. Für Interviews oder Artikel, die in der Zeitung fast eine Seite einnehmen, werden 180 bis 200 Franken bezahlt.“ Dazu kommt, dass Mehrfachverwertungen für freie Journalisten kaum noch möglich sind, weil immer mehr Zeitungen und Verlage die Artikel untereinander austauschen, wie etwa Basler Zeitung und Aargauer Zeitung oder Tamedia und Espace Media. Müssen wir uns bald in „Berufsverband der Ehrenjournalisten“ umbenennen?


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