4. Juni 2010

Der neue Rahmenvertrag der ZEIT ist vom Tisch

DJV und dju werden immer besser. Jetzt haben unsere beiden Journalistengewerkschaften per Einstweiliger Verfügung durchgesetzt, dass der ZEIT-Verlag seine etwas unverschämte „Rahmenvereinbarung für freie Autoren“ wieder zurücknehmen muss. Zwar hatte ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die Vereinbarung in einem Brief an uns Freischreiber bereits zurückgezogen, doch doppelt genäht hält bekanntlich besser. Und ein Gerichtsbeschluss macht deutlich mehr her! DJV und dju sind also zu loben. Wir finden überhaupt, dass sich unsere Gewerkschaften in letzter Zeit äußerst verdienstvoll für freie Journalisten einsetzen. Genauer gesagt, seit unserer Gründung. Und das ist eine wirklich schöne Sache: Wir organisieren schnell einen Protestbrief von über 50 ZEIT-Autoren, sorgen für die nötige Öffentlichkeit – und die starken Gewerkschaften legen dann juristisch noch einmal nach. „Die juristische Auseinandersetzung mit der ZEIT und anderen Verlagen“, betonte der DJV-Vorsitzende Michael Konken anlässlich des ZEIT-Urteils, „zahlt sich für unsere Kolleginnen und Kollegen aus“. Aber die stolze Pressemitteilung vergisst auch nicht, einen kleinen, nickeligen Seitenhieb gegen die erfolgreiche Freischreiber-Aktion unterzubringen: „Die Urteile“ heißt es da, „schafften eine weit größere Rechtssicherheit als in Briefen angedeutete Zugeständnisse, die nicht einklagbar seien.“ Wir sind da überhaupt nicht eitel. Wir verneigen uns vor den Taten des DJV. Wir bewundern ja auch, dass der DJV die in sechsjähriger Kleinarbeit mühevoll ausgehandelten Mindestvergütungen für freie Journalisten an Tageszeitungen nun mit aller Härte und notfalls per Gerichtsbeschluss durchsetzen will. Das kann zwar noch ein paar Jahre dauern (denn viele Verlage denken nicht daran, ihre in den Vergütungsregeln angedeuteten Zugeständnisse einzuhalten), aber „einklagbar“ sind die Mindestvergütungen tatsächlich – eines Tages.


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