Abschied nehmen. Aufbrechen.
Der September steht im Zeichen des Übergangs: Wir verabschieden uns vom Sommer, den warmen Tagen und vielleicht auch von den Neujahrsvorsätzen, die wir bislang noch immer nicht eingehalten haben. (Kleiner Reminder, ab sofort wirklich ein besseres Honorar zu fordern, die eigene Website endlich einzurichten oder sich einem neuen Format zu widmen.) In diesem Jahr nehmen wir aber auch Abschied vom aktuellen :Freischreiber-Vorstand. Gleichzeitig freuen wir uns auf einen neuen, der die kommenden zwei Jahre gestalten wird. Und den ihr am 27. September in Berlin wählen könnt.
Was uns bewegt
See you soon!
Sehen wir uns am 27. September in Berlin? Auf euch warten ein Mini-Barcamp der Freien mit journalistischem Austausch, Tacos con Guacamole y Quesadillas dulces und eine muntere Mitgliederversammlung. Noch gibt es freie Plätze, kostenlos und exklusiv für Mitglieder. Bitte hier anmelden.
Wer es nicht schafft, aber zumindest bei der Mitgliederversammlung reinschnuppern möchte, kann per Zoom zuschauen und -hören. Meldet euch mit Klarnamen an!
Außerdem stehen die ersten Kandidat*innen fest. Dazu habt ihr bereits eine Mitgliedermail erhalten, auf Slack haben wir euch ebenfalls informiert.
Denkt dran: Ihr Mitglieder seid das oberste Organ von :Freischreiber und entscheidet, wer euch im Vorstand vertreten soll. Die Wahl wird jedoch nur vor Ort möglich sein. Daher hier noch einmal der Hinweis: Noch gibt es Plätze, jetzt anmelden!
Die Preise steigen, die Honorare nicht
Das kann doch nicht euer Ernst sein, liebe Redaktionen! Trotz Inflation gibt es für eure freien Autor*innen, die seit Jahren zuverlässig für euch arbeiten, keine Honoraranpassungen – im Gegenteil: Statt Erhöhungen stehen immer öfter Kürzungen an. Und die werden nicht selten still und feige von manchen von euch über die Rechnungsstellung kommuniziert. Sind wir Freien die neuen Tagelöhner?
Überraschen dürfte das kaum jemanden. Zu den ohnehin schon beschämend niedrigen Honoraren kommt hinzu, dass sich immer mehr Verlage auch noch weitreichende Rechte an unseren Texten sichern wollen.
Zur Klarstellung: Die Bezahlung erbrachter Leistungen darf im Nachhinein nicht gekürzt werden. Aber allein auf diesen rechtlichen Hinweis dürfen wir uns nicht verlassen.
Wir müssen lauter werden. Denn von ein paar hingeworfenen Brocken können wir nicht leben. Und wir müssen auch selbstkritisch sein: Als Verband liegt es an uns, noch entschlossener dafür zu kämpfen, dass freie Journalist*innen endlich angemessen bezahlt und respektiert werden. Wenn ihr Ideen habt, wie wir gemeinsam dagegenhalten können, wenn ihr Kampagnen starten wollt oder euch einbringen möchtet: Meldet euch gerne beim Vorstand.
Kooperation mit der Henri-Nannen-Schule
Freischreiber*innen bekommen ab sofort 10 Prozent Rabatt für die Seminare, Kompakt- und Intensivkurse der Henri-Nannen Schule. Dafür einfach bei der Geschäftsstelle melden.
:Freischreiberiges
:Frei heraus
Freie Kolleg*innen bekommen viel zu selten eine Bühne. In dieser Rubrik stellen wir euch deshalb Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen vor.
Dieses Mal: Stefanie Unbehauen. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin zu den Themenschwerpunkten Gesellschaft, Gesundheit und Psychologie.
Drei Fragen an Stefanie Unbehauen
Wo arbeitest du am liebsten?
Am liebsten dort, wo ich mich nicht ablenken lasse. Das kann zuhause am Schreibtisch sein, im Sommer auf der Terrasse oder auch unterwegs – in Cafés, im Zug, auf Recherche oder auch mal im Urlaub. Neue Umgebungen bringen mich auch oft auf neue Gedanken. Aber für konzentriertes Schreiben brauche ich Ruhe, da ist mein Schreibtisch zuhause unschlagbar: mit Blick ins Grüne, Kaffeetasse daneben und niemandem, der reinruft. Am produktivsten bin ich also zwischen Orten: Draußen entsteht die Idee, drinnen der Text.
Welche sind deine wichtigsten Arbeitsutensilien?
Mein Laptop natürlich – klar. Aber genauso wichtig: mein Notizbuch. Ich schreibe viel mit der Hand, gerade bei Interviews oder ersten Gedanken zu einem Thema. Und: eine ordentlich gepflegte Themenliste mit Ideen, die ich stetig erweitere. Außerdem: ein strukturierter Kalender – denn die größte Herausforderung im freien Arbeiten ist oft nicht das Schreiben, sondern das Jonglieren von Themen, Deadlines und Anrufen.
Was ist das Ärgerlichste, das dir im Job passieren kann?
Wenn ich merke, dass ich an einer Geschichte zu lange festhalte, obwohl sie inhaltlich nicht trägt. Oder wenn Menschen mir im Interview viel Persönliches anvertrauen, es dann aber kurz vor der Veröffentlichung zurückziehen. Passiert zum Glück selten. Und – das kennt wahrscheinlich jeder freie Journalist und jede freie Journalistin – wenn ich für eine aufwendige Recherche oder ein sorgfältig geführtes Interview ein Honorar angeboten bekomme, das dem Aufwand nicht im Ansatz gerecht wird. Dann lehne ich auch mal dankend ab.
Hast du Lust, uns auch drei Fragen zu beantworten oder mitzuarbeiten? Dann melde dich hier.
:Buchverlosung
Es gibt wieder ein Buch zu gewinnen. Diesmal: „Ausgeschlafen und mental stark” von Kneginja Richter und Freischreiberin Sina Horsthemke.
Um unsere Nachtruhe ist es schlecht bestellt. Doch gegen Schlafstörungen können wir etwas tun, wenn wir sie ganzheitlich angehen. In diesem Buch erfahrt ihr, wie man schlechtem Schlaf auf die Spur kommt und auch in stressigen Zeiten optimale Voraussetzungen für guten Schlaf schafft. Mit zahlreichen wertvollen Tipps, um Schlafproblemen auf den Grund zu gehen und wieder entspannte Nächte zu verbringen sowie zufriedener zu leben.
Interessiert? Schreib uns bis zum 30. September eine E-Mail an unsere Redaktion mit dem Betreff „Buchverlosung“ und deiner Adresse. Der oder die Gewinner*in wird im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!
Danke für eure Zusendungen im August. Das Buch „Soul Places Schottland“ von Freischreiberin Sandra Wickert geht an Zsaklin Diana Macumba. Herzlichen Glückwunsch!
Habt ihr gerade ein neues Buch veröffentlicht oder steht die Veröffentlichung kurz bevor? Dann meldet euch bei unserer Redaktion, damit wir es verlosen können. Ihr bekommt Reichweite und ein*e Freischreiber*in freut sich – Win-win!
:Tipp des Monats: Storytelling Podcast
Was braucht es für eine gute Podcast-Serie? Wie baue ich über mehrere Folgen hinweg Spannung auf? Welche Rolle nehme ich als Host ein? Ein wertvoller Tipp: Recherche kann Teil der Handlung sein.
All das lernten Freischreiber*innen im Webinar „Storytelling im Podcast“ mit Antonia Franz und Patrick Bauer am 24. Juni 2025. Es war Teil der kostenfreien Fortbildungsserie von :Freischreiber und Süddeutscher Zeitung.
Im Mitgliederbereich finden Freischreiber*innen das Handout. Außerdem gibt es dort viele weitere nützliche Informationen rund ums Frei-Sein, wie unseren Crashkurs für Anfänger.
:Dies & das
Aktion Media Blackout
„Kriegsberichterstattung ist der härteste Journalismus. Man berichtet vom Tod und hat ihn dabei ständig an der Seite“, schreibt taz-Autor Dominic Johnson. „Seriöse Medien arbeiten im Krieg immer mit Ortskräften zusammen – nicht nur, wenn es nicht anders geht, sondern auch, weil es richtig ist.“
Kein Krieg der Gegenwart ist für Journalisten und Journalistinnen härter als der im Gazastreifen. Doch wer berichtet aus dem Krieg, wenn alle Medienschaffenden tot sind? :Freischreiber unterstützte die Aktion Media Blackout von Reporter ohne Grenzen und Avaaz vom 1. September. Diese forderte Schutz für Medienschaffende in Gaza sowie unabhängigen Zugang für die internationale Presse. Über 270 Medien aus 70 Ländern – darunter auch die Frankfurter Rundschau – schwärzten dafür ihre Titelseiten, Websites und Sendungen, um auf den drohenden Informationsnotstand in Gaza aufmerksam zu machen.
50 Jahre Yps
Am 4. September 1975 erschien das erste Yps-Heft. Besonders an diesem Comic-Heft war ein kleines Spielzeug oder Extra, das jeder Ausgabe beilag. Zum 50. Jubiläum wird es die Sonderausgabe Yps: Forever Kult geben, inklusive Nachdruck der Originalnummer 1284.
Rassismuserfahrungen in deutschen Medienhäusern
Das KITT Kollektiv hat eine Umfrage zu Rassismuserfahrungen in Redaktionen gestartet. Ziel ist es, sichtbar zu machen, welche strukturellen Probleme BIPoC-Journalist*innen (also Black, Indigenous und People of Color) und Medienschaffende mit Migrationserfahrung belasten – und warum manche sogar den Beruf verlassen.
Macht mit! Die Umfrage ist anonym, dauert zehn Minuten und enthält sowohl geschlossene Fragen als auch Raum für persönliche Erfahrungen. Wer möchte, kann sich zusätzlich für ein vertiefendes Interview eintragen. Die Ergebnisse sollen als Report veröffentlicht werden und so eine breite Debatte in der Branche anstoßen. Zur Umfrage.
Berichten über queere Themen
Der Bund Lesbischer und Schwuler Journalist*innen (BLSJ) hat einen neuen Leitfaden zum Thema Berichten über queere Themen veröffentlicht. Als queerer Medienverband ist der BLSJ ein Netzwerk, das vor allen Dingen lesbische Journalistinnen und schwule Journalisten bundesweit verbindet und organisiert. Die Realität der Medien zeigt uns regelmäßig: Solch ein Verband ist immer noch bitter nötig. Mehr Infos gibt es hier.
:Externe Termine
Hamburger Woche der Pressefreiheit
Vom 2. bis 8. November heißt es wieder: Gemeinsam für die Pressefreiheit! Im Fokus stehen Angebote, die Nachrichten- und Medienkompetenz fördern, indem sie über Desinformation aufklären und zeigen, worauf es ankommt, um vertrauenswürdige Quellen und Medien zu erkennen. Das gesamte Programm findet ihr online.
BJS-Termine
Moderieren vor Publikum – Grundkurs
Wie gelingt es, Gesprächsrunden souverän und inspirierend zu gestalten? Das lernt ihr im Grundkurs Moderieren. Dazu gehören Rhetorik, Körpersprache – und auch der geübte Umgang mit Selbstdarstellern und Zwischenruferinnen. 24. bis 26. November von jeweils 9 bis 17 Uhr.
Crashkurs Online-Überschriften (Webinar)
Kurz, präzise und verständlich müssen die Titel von Online-Texten sein. Dieser zweistündige Online-Crashkurs zeigt, wie das gelingt, und auch, wie künstliche Intelligenz helfen kann. Am 6. Oktober von 9 bis 11 Uhr.
Exklusiv für Freischreiber*innen:
Dank unserer Kooperation buchst du Fortbildungen der Berliner Journalist*innenschule mit 30 Prozent Rabatt. Wie das geht, erfährst du bei der Geschäftsstelle.
b-Future Festival Bonn
Lust auf Zukunft? Vom 2. bis 4. Oktober trifft sich Bonn zum Festival für echten, unabhängigen Journalismus. Workshops, Diskussionen und Austausch stehen im Zeichen von konstruktivem Dialog und kreativen Ideen für die Medien von morgen. Sei dabei!
Klimajournalismus-Seminar
Vom 6. bis 8. November diskutieren Journalist*innen an der Europäischen Akademie Otzenhausen (Saarland) die Herausforderungen des Klimajournalismus in Zeiten multipler Krisen. Kosten, Unterkunft und Verpflegung werden übernommen, Bewerbungen sind bis zum 10. Oktober möglich über dieses Formular.
Spätsommerliche Grüße,
Euer Newsletter-Team
Elisa Kautzky und Eva Bodenmüller



