vom 24T05:50:49+00:00.03.2020

24. März 2020

Solidarität und Optimismus in Zeiten von Corona
 

Symbolbild Freischreiber Corona-FAQ

Liebe FreischreiberInnen, liebe KollegInnen, liebe FreundInnen von Freischreiber,

es folgt – Überraschung! – ein Corona-Newsletter. Wir werden versuchen, mit viel Freischreiber-Wumms und Freelancer-Nestwärme zu informieren – und das so aktuell und gründlich, wie es gerade eben möglich ist.

Verrückt, wie sich das Land, nein, wie sich die ganze Welt seit unserem letzten Newsletter verändert hat. Und natürlich schlägt diese Krise auch tief auf den Journalismus durch. Es ist nicht einmal zwei Wochen her, da übten sich viele JournalistInnen noch in der so vertrauten ironischen Distanz. „Corona? Joa, trink ich auch manchmal, haha.“ Das ist jetzt anders, weil Corona eben keine abstrakte Bedrohung mehr ist, sondern unser Leben erobert hat.

Wir geben jetzt nicht auf, nicht als Eltern, PartnerInnen, KollegInnen und schon gar nicht als Freie!

Und wir wären nicht die Freischreiber, die ihr alle hoffentlich kennt, wenn wir nun ängstlich wie die Mäuse vor der Schlange sitzen würden. Vielleicht ist es in dieser Ausnahmesituation wenig sinnvoll, lautstark auf unsere Interessen als Berufsgruppe zu pochen (was nicht heißt, dass wir das nicht an jeder sinnvoll erscheinenden Stelle mit Maß und Ziel tun!). Viel wichtiger erscheint uns jetzt, die Solidarität hochzuhalten, untereinander als freie JournalistInnen, innerhalb der Medienbranche, in der Gesellschaft insgesamt. Wenn wir einmal ganz optimistisch denken – vielleicht entsteht aus dieser Katastrophe ja auch etwas Gutes. Wir versuchen es, okay?

„Eigentlich“ ist unser geflügeltes Wort geworden. Eigentlich wollte sich der Freischreiber-Vorstand am Wochenende in Hamburg treffen (wir wichen auf Zoom aus); eigentlich wollten wir uns auf die Jahrestagung des Netzwerk Recherche vorbereiten (die ist jetzt verschoben worden). Und eigentlich wollten wir in den nächsten Wochen ein Crowdfunding für die „Freienbibel 2“ starten. Darin wollten wir erklären, wie schön es ist, frei zu sein. Wie freier Journalismus heute und in Zukunft bestehen kann. Wir wollten Verhandlungstipps für bessere Honorare geben. Und wir wollten unsere Erfahrungen teilen, wie wir am besten mit Blockaden im Kopf umgehen.

Aber: eine locker-fröhlich-freischreiberige Kampa in dieser Zeit? Nein, das geht eigentlich nicht. Daher haben wir beschlossen, einen Blog aufzusetzen: freienbibel.de. Ab sofort online. Der erste große Beitrag ist „Die große Freien-FAQ zur Corona-Krise“. Die Freischreiber-Vorstandsmitglieder Katharina Jakob und Oliver Eberhardt haben die aktuelle Lage zu Soforthilfen in Ländern und Bund, zu Krediten, Wohngeld, ALG II und vielem mehr durchforstet und mit dem Fokus auf freie JournalistInnen ausgewertet. Natürlich werden wir diese FAQ fortlaufend aktualisieren und auch den Freienbibel-Blog weiterfüttern. Wenn ihr diese ehrenamtliche Arbeit gut findet, freuen wir uns natürlich riesig über ein wenig Unterstützung via Steady.
 


 Mitmachen und Ärmel hochkrempeln: Jetzt :Freischreiberin (oder :Fördermitglied) werden! 


Unter dem Hashtag #seidsolidarisch haben wir außerdem einen Aufruf veröffentlicht. Ihr findet ihn hier, hier oder hier. Darin appellieren wir an unsere AuftraggeberInnen, den freien JournalistInnen in der Krise beizustehen, zum Beispiel durch schnelle und unkomplizierte Zahlungen (auch für Beiträge, die vorläufig durch Corona-Beiträge verdrängt werden), durch faire Ausfallhonorare (auch für ausgefallene Veranstaltungen).

Eine genauso wichtige Hilfe wäre es, den Freien gerade jetzt Aufträge zu geben, Ersatzaufträge für Ausgefallenes etwa. Wir könnten neue Formate entwickeln, spannende Reportagen schreiben, noch mehre Breite und Tiefe in die tägliche Berichterstattung bringen. Wir alle zusammen können diese Krise zu einer Chance für den Journalismus umwandeln, wenn wir genau jetzt unser Ideal von Qualitätsjournalismus leben. Und dazu gehören nach unserem Verständnis vollkommen untrennbar professionelle freie JournalistInnen. Also teilt bitte unseren Appell, sprecht eure AuftraggeberInnen an.
 


Jetzt anmelden zum Webinar am Freitag (03. April) um 12 Uhr mit Referentin Regine Marxen. Thema: How to… Podcast.

Regine Marxen und Webinar-Ankündigung
 


   
Apropos Qualitätsjournalismus: Bei RiffReporter beweist sich dieser Tage, welche Wucht freier Wissenschaftsjournalismus gerade jetzt entwickeln kann. Beim Blick auf die ungeheure thematische Vielfalt, mit der dem Corona-Virus in den Korallen begegnet wird, schlägt uns das Freischreiber-Herz bis zum Hals!

Das Krautreporter-Team hat am Wochenende alle Artikel zum Thema Covid-19 zum kostenlosen Lesen freigegeben.

Als wunderbares Medium zur Vermittlung von Nestwärme haben sich auch unsere ersten Freischreiber-Mittagspausen bei Zoom erwiesen. FreischreiberInnen treffen sich im virtuellen Café, plaudern ein bisschen, beraten sich gegenseitig. Ein kleines bisschen Lagerfeuerfeeling in Zeiten der Isolation. Uns ist schon klar, dass das allein die Krise nicht beenden wird, aber wenn solche KollegInnengespräche bei der einen oder beim anderen ein bisschen den Druck rausnehmen, haben wir viel gewonnen. Den nächsten Termin finden Mitglieder auf unserer Website.

 

Selbst wenn es zurzeit kaum zu glauben ist: Auch abseits von Corona dreht sich die Welt weiter. Vor gut zwei Wochen hat Freischreiber das Manifest der Freien über das Medium Magazin veröffentlicht.

In den zehn Punkten des Manifests appellieren wir an die Medienhäuser, freie MitarbeiterInnen zu schützen. Derzeit sind Freie, wenn sie für Verlage oder Sender arbeiten, oftmals ungeschützt Bedrohungen ausgesetzt, die sie schlimmstenfalls in ihren sensibelsten Bereichen erreichen – dem eigenen Zuhause. „Unser Smartphone ist fast immer an. Damit landet jede Drohung, jede Beleidigung, jeder gehässige Kommentar, jede Beleidigung auf unseren Küchentischen, in unseren Kinderzimmern, in unseren Betten“, heißt es in einem der Punkte. Daher fordern die UnterzeichnerInnen von den Medienhäusern Rückendeckung und Solidarität, die nicht aus Lippenbekenntnissen bestehen darf, sondern sich in konkreten Hilfen wie Anwaltsunterstützung beweisen muss.

Mittlerweile hat das Manifest rund 150 UnterzeichnerInnen, und natürlich steht es weiter zur Unterzeichnung offen: Eine Mail an manifest@freischreiber.de genügt. Auch etliche Branchenmedien haben das Manifest in ihrer Berichterstattung aufgegriffen.

 

Freischreiberiges

Dass international der Flugverkehr stark eingeschränkt ist und dadurch die Luftverschmutzung ein wenig abnimmt, mag ein positiver Effekt von Corona sein. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klimawandel auf lange Sicht ein extrem wichtiges Thema bleiben wird. Die Hamburger Autorin und Freischreiberin Anja Reumschüssel hat sich intensiv damit befasst und in der Klartext-Reihe des Carlsen-Verlags das Buch „Klima- und Umweltschutz“ veröffentlicht. Für Kinder und Jugendliche ab 13 Jahren erklärt sie auf 240 Seiten wichtige Aspekte dieser Themen und ermutigt die LeserInnen, sich aktiv mit dem Klimawandel zu beschäftigen.

Grünen Themen hat sich auch Autorin und Freischreiberin Kathrin Hartmann verschrieben. Nach „Die grüne Lüge“ (2018) hat sie im März das neue Buch „Grüner wird’s nicht“ (Karl Blessing Verlag) herausgebracht, Untertitel: „Warum wir mit der ökologischen Krise völlig falsch umgehen.“ Auf 176 Seiten verdeutlicht Kathrin Hartmann unter anderem, warum ein hohes ökologisches Bewusstsein nicht zwingend zu einem kleinen ökologischen Fußabdruck führt. Was jede/r Einzelne tun kann, wozu es aber auch die Politik braucht, hat die Journalistin in einem erfreulich ausführlichen Interview mit dem NDR-Format DAS! erklärt, das noch bis zum 9. Juni 2020 in der Mediathek steht:

Freischreiber und der Coach Michael Obert von der Reporter-Akademie Berlin veranstalten am 6. April 2020 ab 10 Uhr den „Crashkurs Positionierung. Wie du erfolgreich deinen Marktwert steigerst“. Obert erklärt kurz und knapp, warum Positionierung in vielen Branchen zwar ein Zauberwort ist, im Journalismus aber tief im Schatten steht – und wie JournalistInnen Positionierung für sich nutzen können. Aller Voraussicht nach wird der Crashkurs als Webinar stattfinden! Alle Infos dazu findet ihr hier.

Auch die MedienjournalistInnen von Übermedien haben sich vergangene Woche mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf freie JournalistInnen befasst. Autor Alexander Graf hat für den Beitrag „Corona-Krise: Welche Hilfen freie Journalisten beanspruchen können“ unter anderem mit Freischreiber-Vorstandsmitglied Oliver Eberhardt gesprochen, der beispielsweise aktuelle Kreditangebote von Landesbanken und KfW für „überhaupt nicht brauchbar“ hält.

Wie AuftraggeberInnen im Sinne des Freischreiber-Appells handeln können, hat übrigens Übermedien schon gezeigt: „Wir rufen freie Autor*innen dazu auf, sich mit ihren Themenangeboten an uns zu wenden. Wir möchten viele Aufträge rausgeben, auch um den Kolleg*innen zu helfen, und um Ihnen – unseren Übonnent*innen – gerade jetzt viele Beiträge zu bieten. Was ja alles nur möglich ist, weil Sie uns unterstützen“, schreibt die Übermedien-Redaktion in ihrem jüngsten Newsletter. Ein schönes Beispiel für Solidarität!

„Vergessene Frauen – Vertrags- und Gastarbeiterinnen heute“, die neue Doku von Freischreiberin Melina Borcak, lief am vergangenen Samstag auf RBB. Borcak untersucht die Lebensläufe und Schicksale von Frauen, die teils gegen ihren Willen zum Arbeiten nach Deutschland kamen – und oft für Jahrzehnte unter dem Radar der Gesellschaft blieben. Die Doku ist in der ARD-Mediathek zu sehen.
 


Crashkurs Positionierung: Wie du erfolgreich deinen Marktwert steigerst. Jetzt anmelden zum Crashkurs mit Michael Obert / Reporter Akademie Berlin am Montag (06. April) ab 10 Uhr, voraussichtlich als Webinar.

Ankündigung Crashkurs Positionierung mit Michael Obert
 


Dies & das

Eigentlich sollte Ende Mai unter dem Dach von RiffReporter die neue Masterclass Wissenschaftsjournalismus der Robert Bosch Stiftung unter dem Motto „JournalistInnen in die Bibliotheken“ beginnen. Aufgrund der allgemeinen Planungsunsicherheit wird sowohl der Bewerbungsschluss als auch der Projektstart verschoben. Alles Wissenswerte zur Masterclass gibt es hier.

Über Solidarität und Zusammenarbeit auch in Krisenzeiten haben wir in diesem Newsletter schon ausführlich geschrieben. Natürlich erschöpft sich das nicht in Corona, wer wüsste das besser als die KollegInnen von Reporter ohne Grenzen. Weil JournalistInnen in vielen Ländern der Erde nicht frei recherchieren können und bei ihrer Arbeit mit Repressalien rechnen müssen, hat Reporter ohne Grenzen in das Spiel „Minecraft“ eine virtuelle Bibliothek der Pressefreiheit hineingebaut, in der auch Bücher und Schriftstücke zugänglich sind, die in vielen Ländern der Zensur unterliegen. „Minecraft ist ein Online-Computerspiel, das in vielen Ländern der Welt eine große Anhängerschaft hat, insbesondere unter jungen Leuten. Mithilfe des Spiels bauen die Nutzer*innen digitale Welten, in denen sich auch Aufgaben lösen lassen. Minecraft ist auch in den meisten Ländern zugänglich, in denen unabhängige Medien unterdrückt werden“, schreibt Reporter ohne Grenzen dazu. Alles Infos zu „The Uncensored Library“ gibt es hier.

Und noch mal Solidarität: Sebastian Esser, Gründer von Krautreporter und Steady, bietet kostenlose Beratung darüber an, wie Interessierte ein Mitgliedschaftsprogramm bei Steady starten können. Terminreservierung läuft über doodle.com/sebastianesser


Die Branchenseite Turi2 hat Medienjurnalist Daniel Bouhs gefragt, wie sich die Corona-Krise auf die Arbeit von JournalistInnen bei den Sendern auswirkt. Im Interview geht Bouhs davon aus, dass sich die Branche stark verändern wird, auch weil nun zwangsläufig Innovationsprozesse angeschoben werden, die lange verschleppt worden waren. Das Interview gibt es hier zu sehen.

So, an dieser Stelle ist erst einmal Schluss mit Corona. Wir möchten noch rasch Bienchen und Blümchen ins Spiel bringen. Die falsche Zeit dafür? Da würde Freischreiber-Vize Jakob Vicari deutlich widersprechen. Als unser Experte für spontane, antizyklische und nicht selten vollkommen verblüffende Ideen wurde Jakob für reportagen.fm zum Projekt #bienenlive befragt. Dieses für den WDR produzierte und mit dem Reporterpreis 2019 ausgezeichnete Multimediaprojekt, so Jakob, sei gerade jetzt ideal fürs Homeschooling – interessierte Kinder und Jugendliche können ein Bienenjahr nacherleben und praktisch im Kinderzimmer zu Nachwuchsimkern werden. Wir nehmen das jetzt mal als Ermutigung für neue Ideen mit fürs kreative Spinnen, fürs Ausprobieren, Vernetzen und Erfinden. Wann, wenn nicht jetzt!?

 

Bleibt gesund und solidarisch!

 

Eure FreischreiberInnen

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Gendern aber wie? Ein digitaler Freischreiber-Abend mit Christine Olderdissen (genderleicht.de) – heute Abend (Dienstag, 24.03.) um 19 Uhr. Infos und Anmeldung hier.


Podcast-Webinar mit Regine Marxen am 03. April um 12 Uhr. Infos und Anmeldung für Mitglieder hier.


Crashkurs Positionierung mit Michael Obert / Reporter Akademie Berlin. Infos und Anmeldung hier.

Cover MediumMagazin
Das Freischreiber-Manifest der Freien
„Die Pressefreiheit kann daran gemessen werden, wie mit Freien umgegangen wird. Ohne sie funktioniert Journalismus heute nicht mehr“, sagt Ferda Ataman im aktuellen MediumMagazin. Unterzeichnen Sie jetzt das Freischreiber-#manifestderfreien. Mail an manifest@freischreiber.de genügt.

Freischreiber Manifest der Freien


Das Honorar-Tool für mehr Transparenz: Honorare hier eintragen: wasjournalistenverdienen.de


Mit Stipendium zur Geschichte: Die Aufzeichnung des Webinars mit Nicole Graaf können Mitglieder hier anschauen.


:Freiheit beginnt mit fairen Verträgen. Code of :Fairness


Nach der VGWort-Deadline ist vor der VGWort-Deadline. Alles was man dazu wissen muss, erfahren Mitglieder jederzeit im Slack-Kanal #vgwort.

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vom 10T04:45:00+00:00.03.2020

10. März 2020

Das Manifest der Freien
 

 

Liebe Freischreiberïnnen, liebe Kollegïnnen und liebe Freundïnnen von Freischreiber,

am Montag hat das Medium Magazin unser Manifest der Freien veröffentlicht. Wir appellieren darin an alle Medienhäuser, ihre freien Mitarbeiterïnnen vor Bedrohungen zu schützen, genauso wie sie es bei ihren Festangestellten tun. Es darf nicht sein, dass Freie ungeschützt dem Hass ausgesetzt sind, wenn sie für Sender und Verlage arbeiten. Hass und Hetze erreichen uns in unserem sensibelsten Bereich, unserem Zuhause. Uns fehlt die schützende Haut der Redaktion: Viele von uns arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus“, heißt es im Manifest. „Unser Smartphone ist fast immer an. Damit landet jede Drohung, jeder gehässige Kommentar, jede Beleidigung auf unseren Küchentischen, in unseren Kinderzimmern, in unseren Betten.“ Freie Journalistïnnen sind im Netz nicht nur privat unterwegs, sie werden auch stellvertretend für ihr Medium angefeindet, erhalten Beleidigungen, Beschimpfungen, Morddrohungen, ungefiltert, ungeschützt.

Deshalb fordern wir und die 30 Erstunterzeichnerïnnen des Manifests die Solidarität und Rückendeckung der Medienhäuser, für die wir arbeiten: Um uns gegen Drohungen und Anfeindungen zu wehren, brauchen wir Unterstützung und juristischen Beistand. Schickt uns eure Anwälte oder kalkuliert Anwaltspauschalen für den Fall der Fälle ein.“ Drohungen dürfen nicht folgenlos bleiben, nur weil uns die Mittel fehlen. Ab sofort steht das Manifest der Freien mit seinen zehn Punkten zur Unterzeichnung offen. Zeichnen Sie mit (Mail an manifest@freischreiber.de genügt) und tragen Sie das Manifest in Redaktionen und Verlage. 

Freischreiber-Manifest der Freien 01 Freischreiber-Manifest der Freien 02 Freischreiber-Manifest der Freien 03 Freischreiber-Manifest der Freien 04 Freischreiber-Manifest der Freien 05 Freischreiber-Manifest der Freien 06 Freischreiber-Manifest der Freien 07 Freischreiber-Manifest der Freien 08 Freischreiber-Manifest der Freien 09 Freischreiber-Manifest der Freien 10

Diese Debatte ist überfällig. Das sieht auch Doris Achelwilm so, medienpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag. Sie hat bei der Bundesregierung aktuelle Daten zu politisch rechts motivierten Angriffen auf Medienvertreterïnnen erfragt. Das dürftige Ergebnis: „Ob Straf- und Gewalttaten gegen Journalist*innen und Medien zu Strafverfahren führen oder doch überwiegend im Sande verlaufen, beschäftigt die Bundesregierung wenig“, so Achelwilm in ihrer Pressemitteilung. „Ob Strafverfolgungsbehörden zuletzt vermehrt für Pressefreiheit und die Rechte von Medienschaffenden sensibilisiert wurden, bleibt im Unklaren. Über die Anzahl möglicher Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Polizeibeamt*innen wegen der Nichtverfolgung von Straftaten hat die Bundesregierung keine Informationen.“ Dabei gehöre das Thema auf die Tagesordnung der Konferenz der Innenminister.

 


 Mitmachen und Ärmel hochkrempeln: Jetzt :Freischreiberin (oder :Fördermitglied) werden! 


Vier Tage dauerte die erste Anhörung im Prozess gegen Julian Assange. Sie wurde von vielen Seiten beobachtet, unter anderem von Christian Mihr, dem Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen (RSF). Mihr schreibt: „Noch immer bin ich über die Umstände der Anhörung schockiert. Denn Julian Assange wurde vorgeführt und behandelt wie ein schlimmer Gewalttäter. Während der ganzen Verhandlung saß er hinter einer Scheibe in einem Glaskasten, aus dem heraus er nicht direkt mit seinen Anwälten kommunizieren konnte. Am zweiten Tag der Anhörung wurde bekannt, dass Julian Assange am Vortag im Gefängnis offenbar misshandelt worden ist: Er wurde zweimal einer Leibesvisitation unterzogen, elf Mal mit Handschellen gefesselt, fünf Mal in andere Zellen verlegt – ihm verfahrensrechtlich zustehende Prozessunterlagen wurden beim Betreten und Verlassen des Gefängnisses beschlagnahmt.“ Auch die  Prozessbeobachterin und Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke) glaubt nicht an ein faires Verfahren. In einem Interview mit dem Spiegel sagt sie: „Alles bisherige deutet auf eine Vorverurteilung, auf einen reinen Schauprozess hin.“ Am 18. Mai wird der Prozess fortgeführt, dann werden die Zeugen gehört.

Inzwischen fordern Transparency Deutschland und Netzwerk Recherche Konsequenzen aus dem Fall Assange: Journalistïnnen dürften nicht länger als „Landesverräter“ verfolgt werden, wenn sie vom Staat als geheim eingestufte Dokumente veröffentlichten.
 

Freischreiberiges

Können wir eigentlich auch ohne sprachverunstaltende Sonderzeichen gendern? Wie vermeide ich Klischees, wenn ich über Menschen mit Behinderungen schreibe? Welche Formulierungen sind ungewollt rassistisch oder beleidigend? Und: Gibt es kein deutsches Wort für “People of Colour”? Um diese Fragen geht es am Donnerstag (12.03.) beim Freischreiber-Abend zum Thema diskriminierungssensibles Schreiben. Es diskutieren: Christine Olderdissen (genderleicht.de), Judyta Smykowski (leidmedien.de) und Melina Borčak (Freischreiber Berlin). Infos und Anmeldung hier.

Freischreiber und Klimareporter Raphael Thelen hat zusammen mit Theresa Leisgang, ebenfalls Klimareporterin, auf eigene Faust ein 20.000-Kilometer-Projekt gestartet, um über die Folgen der Klimakrise zu berichten. Startpunkt ist Südafrika. Von hier aus reisen die beiden über Land durch alle Klimazonen bis zum nördlichen Polarkreis. Das Projekt heißt „Am Puls der Erde“, nachzulesen im Medium Magazin. „Der Klimawandel ist kein Thema“, schreibt Thelen darin. „Er ist der Rahmen, der das Leben auf der Erde bestimmen wird, der Rahmen für unsere Zukunft.“ Lesen Sie auch sein eindringliches Essay „Verdammt, die Welt geht wirklich unter“.

Steve Przybilla, ehemaliges Vorstandsmitglied von Freischreiber, Amerika-Spezialist und Riffreporter, hat seine erste Video-Reportage bei den Riffreportern veröffentlicht: „On Patrol“ – unterwegs mit amerikanischen Streifenpolizisten in Colorado.

Freischreiber-Vorstand Jakob Vicari bringt weiter den Sensorjournalismus unter die Leute. Gerade war er in der Münchner Stadtbibliothek, um in zwei Workshops zu zeigen, wie sich mit selbstgebastelten Sensoren die Luftqualität messen lässt. Die Daten liefern die Grundlage für journalistische Berichterstattung. Wer Vicari nicht länger verpassen möchte: Vom 8. bis 10. Juni gibt es in Hannover ein Dreitagesseminar mit ihm an der Medienakademie von ARD und ZDF.

Freischreiberin Insa van den Berg hat an „Sachsen in Arbeit“ mitgeschrieben. Das Buch geht u. a. der Frage nach, wie sich die Arbeitswelt in Sachsen seit der Wiedervereinigung entwickelt hat. Erscheint am 12. März im Verlag edition überhand, Herausgeber Johannes Kiess, 12,95 Euro.

 


How to… Podcast: Jetzt anmelden zum Podcast-Webinar am Freitag (03. April) um 12 Uhr mit Referentin Regine Marxen.

Regine Marxen und Webinar-Ankündigung
 


Crashkurs Positionierung: Wie du erfolgreich deinen Marktwert steigerst. Jetzt anmelden zum Crashkurs mit Michael Obert / Reporter Akademie Berlin am Montag (06. April) ab 10 Uhr in Berlin.

Ankündigung Crashkurs Positionierung mit Michael Obert
 


 

Dies & das

Hurtig! Deadline für das transatlantische Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung ist schon am 15. März. Das Transatlantic Media Fellowship Program wendet sich an Journalistïnnen aus den USA, Kanada und Deutschland, die zum Beispiel zu Klima- und Energiepolitik recherchieren wollen. 3500 Dollar pro Person für Reisekosten und Honorar.

Die Langzeitstudie Medienvertrauen der Johannes Gutenberg Universität Mainz hat für 2019 neue Zahlen ermittelt. Sie sind ähnlich stabil wie in den Vorjahren. Demnach vertrauen 43 Prozent der befragten 1200 Bürgerïnnen den etablierten Medien (2018: 44 Prozent, 2017: 42 Prozent). Doch zugleich ist das Misstrauen gewachsen. 28 Prozent vertrauen den etablierten Medien nicht. Die Polarisierung nimmt also zu, die Gruppe derjenigen, die mit „teils, teils“ eine mittlere Position einnehmen, ist so geschrumpft wie noch nie. Erfreulich ist dagegen ein weiterer Befund: Lügenpresse-Vorwürfe sind zwar weiterhin verbreitet, aber sie werden weniger unwidersprochen hingenommen als noch 2018 oder 2017. 58 Prozent der Befragten weisen den Vorwurf zurück, Medien würden die Bevölkerung systematisch belügen (zum Vergleich: 51 Prozent waren es im Jahr 2018).

 Die Markenberaterin Maren Martschenko hat nach zehn Jahren Selbstständigkeit zehn Learnings für die Freiberuflichkeit extrahiert, die auch für Journalistïnnen lesenswert sind. Darunter ist die alles entscheidende Frage: Was ist es wert zu tun, auch wenn ich scheitern könnte? 

Und was wird aus Freischreiber-Vorständen, wenn sie nicht mehr Freischreiber-Vorstand sind? Dass es ein Leben danach geben kann, sogar ein sehr zukunftszugewandtes, beweist das Team um Kai Schächtele mit Vollehalle, „der Klimashow, die Mut macht“. Seit dem 6. März ist auch der Starpianist Igor Levit an Bord. Freischreiber-Vorsitzende Carola Dorner hat sich das Ganze angesehen: „Kai Schächtele wird zum Hausmeister Kartöngle, dessen Tochter mal eben aus der Zukunft anruft. Klingt durchgeknallt? Ist es auch. Vollehalle ist eine Collage aus Interviews, Gesprächen, Daten und Musik. Igor Levit begleitet das Programm zum ersten Mal. Musik kann Zustände beschreiben, sagt er, und genau das gelingt ihm bei Vollehalle.“ Empfehlung: unbedingt hingehen. Schon wegen des Mottos, wie es freischreiberiger nicht sein könnte: „Was kann man gegen die Klimakrise allein schon tun? Aufhören, allein zu sein.“   

Das war es wieder von uns. Bleiben Sie uns gewogen, bleiben Sie nicht allein.

 

Ihre Freischreiberïnnen
 

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Das Freischreiber-Manifest der Freien
„Die Pressefreiheit kann daran gemessen werden, wie mit Freien umgegangen wird. Ohne sie funktioniert Journalismus heute nicht mehr“, sagt Ferda Ataman im aktuellen MediumMagazin. Unterzeichnen Sie jetzt das Freischreiber-#manifestderfreien. Mail an manifest@freischreiber.de genügt.

Freischreiber Manifest der Freien


Das Honorar-Tool für mehr Transparenz: Honorare hier eintragen: wasjournalistenverdienen.de


Podcast-Webinar mit Regine Marxen am 03. April um 12 Uhr. Infos und Anmeldung für Mitglieder hier.


Crashkurs Positionierung mit Michael Obert / Reporter Akademie Berlin. Infos und Anmeldung hier.


Heute (10. März): Freischreiber-Abend in Fürth. Infos und Anmeldung hier.


Mit Stipendium zur Geschichte: Die Aufzeichnung des Webinars mit Nicole Graaf können Mitglieder hier anschauen.


:Freiheit beginnt mit fairen Verträgen. Code of :Fairness


Nach der VGWort-Deadline ist vor der VGWort-Deadline. Alles was man dazu wissen muss, erfahren Mitglieder jederzeit im Slack-Kanal #vgwort.

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