Was gibt es Neues?

vom 31.07.2018

Liebe Freischreiberinnen, liebe Kollegen und liebe Freundinnen von Freischreiber,
 
 
schon vor sieben Jahren (war es da auch so heiß?) meldete die Süddeutsche Zeitung:
„Wenn die Temperaturen auf 33 Grad steigen, arbeitet man nur noch halb so effizient.“ Deshalb machen wir es heute kurz: Was gibt es Neues?
 
Einen Erfolg von streikenden freien Journalistinnen:
 
Die 19 (!) tapferen freien Journalisten der Eßlinger Zeitung (EZ), die sich zu einem zweiwöchigen Streik entschlossen hatten, haben eine Erhöhung ihres Honorars durchgesetzt. Hintergrund war eine indirekte Honorar-Kürzung seit Anfang des Jahres (Verlängerung der Zeilen bei gleicher Bezahlung) und ergebnislose Gespräche mit der Geschäftsführung. Das Zeilengeld der Freien betrug seit acht Jahren 62 Cent. Zwei Wochen lang nahmen die Freien nun geschlossen keine Aufträge an, wo sie sonst rund die Hälfte der lokalen Beiträge lieferten. Und sie wandten sich per Flugblatt an ihre Leserinnen, die gar nicht wussten, wie wenig „ihre Journalisten“ verdienen. All das zeigte Wirkung.
 
„In einer zweiten Verhandlungsrunde haben sich die Freien Journalisten der Eßlinger Zeitung (EZ) heute mit dem Geschäftsführer der EZ, Andreas Heinkel, auf ein höheres Zeilenhonorar von 72 Cent geeinigt“, meldeten die Kollegen. „Zudem wurde verabredet, die Pauschalen für Straßenumfragen, Gerichtstermine und Interviews von bislang 80 bis 106 Euro auf 125 Euro zu erhöhen. Auch soll bei langen Gemeinderatssitzungen, die wenig Artikelthemen ergeben, eine Aufwandspauschale von 35 Euro gezahlt werden. Pro gefahrenem Kilometer erhalten die Freien nun 30 Cent (wie angestellte Redakteure) statt 27 Cent.“
 
Wir gratulieren den Eßlinger Freien herzlichst zum erfolgreichen Widerstand und freuen uns bärig über ihren Erfolg!
 
Von Gratistexten und Käsemonden
 
Wo es Texte quasi umsonst gibt, weiß die freie Journalistin Tatjana Kerschbaumer. Sie twittert unter dem Hashtag #textesindjaquasiumsonst Perlen aus der Honorardrücker-Zone, darunter das Bonmot eines Zeitungsmachers: „Also 35 Cent pro Zeile sind echt unser Spitzensatz.“
 
Auch wenn gerade noch allerorten vom Blutmond die Rede war: Für unsere Branche weit wichtiger ist sein bleicher Bruder. Sascha Lobo hat hier aufgeschrieben, was ein Käsemond mit gutem Journalismus zu tun hat. Dringend zu empfehlen.
 
 
Freischreiberiges
 
„Wir entwickeln was“, sagt unser kreativer Kopf im Vorstand, Jakob Vicari. Und meint damit die Kooperation zwischen dem Hamburger Start-up Authory und Freischreiber. Heraus kam „AuthoryPledge“, ein automatisiertes Archiv für Journalistinnen, das all ihre Texte aufspürt und bündelt, wo auch immer sie erschienen sind. Leser können dadurch auf den Spuren ihrer Lieblingsautoren bleiben, und Journalistinnen erfahren, wie erfolgreich ihre Texte auf Social-Media-Kanälen sind. Hier gibt es ein Interview zu lesen, das Jakob Vicari mit Erich Hauch geführt hat, einem der beiden Authory-Gründer.
 
Freischreiberin Katja Edelmann hat das Glück gesucht und gefunden, und zwar in Heidelberg. Am 13. August erscheint ihr Buch „Glücksorte in Heidelberg“. Wir gratulieren und wünschen viel Glück für den Verkaufsstart!
 
 
Stipendien und Preise
 
Extra für Freie: Wie schon im vorigen Jahr vergibt das SZ-Magazin drei Stipendien für aufwendige Recherchen (journalistisch, fotografisch und datenjournalistisch), je 5000 Euro. Einsendeschluss ist der 31. August.
 
Bei der Robert-Bosch-Stiftung ist das Projekt „Reporters in the field“ ausgeschrieben. Es fördert internationale Journalisten-Teams bei grenzüberschreitenden Recherche-Projekten mit bis zu 8000 Euro. Bewerbungen bis zum 16. September, hier gibt es weitere Infos.
 
Auch Hostwriter zeichnet Teamwork aus. Mindestens zwei Journalisten, die zusammen eine Geschichte produziert haben, können sich um den Story Prize bewerben. Das Stück muss bis zum 15. August 2018 (oder kurz danach) publiziert sein, außerdem sollen die Journalistinnen Hostwriter bei ihrer Arbeit genutzt haben. Einen weiteren Preis gibt es für eine Projekt-Idee. Näheres auf der Seite von Hostwriter und bei der Otto-Sprenger-Stiftung. Bewerbungsschluss ist der 15. August.
 
Journalistenschülerinnen, Studierende und Doktoranden können sich um ein Stipendium der Rudolf-Augstein-Stiftung bewerben. Bis zu 24 Monate können mit 800 bis 1000 Euro gefördert werden. Einsendeschluss: 30. August.
 
Dies & das
 
Das Campfire-Festival „für Journalismus und digitale Zukunft“ wird vom gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv organisiert. Programmpunkte sind u. a. das Darknet als journalistisches Tool, die Vernetzung von Medien in Deutschland, Security-Tipps für Journalistinnen, Reporter Slam und Sprechtraining. Vom 31. August bis zum 2. September in Düsseldorf.
 
Vom 7. bis 9. September findet in Hamburg die Indiecon statt, das Independent-Magazine-Festival. Gegründet 2014, will die Konferenz „Independent Publisher*innen aus dem In- und Ausland“ zusammenbringen. Es gibt Workshops und Podiumsdiskussionen zu neuen Formaten, Formen und Vertriebsideen. Und es gibt die Indiemagdays, eine Bühne für Magazine und Comics (kostenfreier Eintritt). Freischreiber-Mitglieder erhalten bei einer Anmeldung bis 21. August 20 Prozent Rabatt auf die Konferenzgebühr (Interessenten bitte bei kontakt@freischreiber.de melden). Mehr hier.
 
Um „Daten in der Demokratie“ geht es auf der diesjährigen SciCAR, der Konferenz für Wissenschaftsjournalisten, Datenjournalistinnen und Wissenschaftlern. Ausgerichtet wird sie vom 24. bis 26. September von der TU Dortmund. Diese Konferenz gab es erstmalig 2017, hat aber die Macher davon überzeugt, dass in der „Kooperation von Wissenschaftlern und Journalisten viel (mehr) Potenzial steckt“.
 
Kein Allheilmittel gegen hitzige Diskussionen, aber beim Runterkühlen helfen sie doch: Fakten. Die gemeinnützige Nemetschek-Stiftung zur Stärkung der Demokratie hat einen Fakten-Check aufgesetzt, der gefühlte Wahrheiten mit nüchternen Tatsachen kontert. Da kann man seine Ansichten überprüfen und feststellen, dass bei uns früher fast alles schlechter war, sogar die Zähne der Kinder. Und dass nicht Nigeria das Land ist, in dem man mit höchster Wahrscheinlichkeit einem Verbrechen zum Opfer fallen kann, sondern der Vatikan.
Bewahren Sie einen kühlen Kopf und bleiben Sie uns gewogen.  
 
Ihre Freischreiberinnen
 
 
 
 
 
 
 

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Urheberrechtsreform: Wir freuen uns über die Entscheidung des EU-Parlaments. Mehr dazu hier.


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[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 17.07.2018

Liebe Freischreiberinnen und Freischreiber,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit unaufhaltsamen Schritten nähern sich die schönsten Wochen des Jahres. Sommer, Sonne, Urlaubszeit! Da staunen manche Chefredakteure, weil es Freie tatsächlich wagen, den Notizblock auch mal zur Seite zu legen: „Wer es sich leisten kann…“ Eine ziemlich zynische Einstellung angesichts der Tatsache, dass Festangestellte einen verbrieften Urlaubsanspruch genießen und nicht im Traum daran denken würden, darauf zu verzichten. 

Da antworten wir gerne: Ja, wir können und wollen uns eine Auszeit leisten – und verweisen Mitglieder auf unsere Kampagne „Verkauf dich zum Höchstpreis“, die seit Anfang des Jahres läuft. Nach diversen Experten-Coachings und Infoabenden zum Thema „Honorare“ können wir stolz verkünden, dass sich die Mühe gelohnt hat. 

Klar, die Mega-Bezahlung fällt nicht plötzlich vom Himmel. Trotzdem lohnt sich das stete Nachbohren! Ein Freischreiber, der für mehrere Tageszeitungen arbeitet, brachte es nach seinem jüngsten Honorargespräch auf den Punkt: „O Wunder, obwohl die Etats bei allen seit Jahren gedeckelt sind, haben sich Verbesserungen ergeben.“

Freien-Streik in Esslingen

Kämpferisch gibt sich auch eine Gruppe von Freien in Baden-Württemberg. Wie die Kontext-Wochenzeitung berichtet, sind bei der „Eßlinger Zeitung“ alle freien Journalisten, die für den Lokalteil schreiben, in den Streik getreten. „Während die Abogebühren von 2010 (276,39 Euro im Jahr) bis 2017 (415,55 Euro) um 50 Prozent stiegen, blieb ihr Zeilenhonorar in diesem Zeitraum auf immer demselben Stand: 62 Cent“, schreibt Kontext. Besonders perfide: Auf dem Höhepunkt des Streiks veröffentlichte der Verlag ein Jobangebot. Gesucht: freie Mitarbeiter für den Lokalteil der Eßlinger Zeitung.

Freischreiberiges

Eva Wolfangel freut sich über den Titel „European Science Writer of the Year 2018“. Die Freischreiberin aus Stuttgart schreibt als Wissenschafts- und Reportage-Journalistin u. a. für Die ZEIT, Geo, Süddeutsche Zeitung, Spiegel, spektrum.de, Bild der Wissenschaft, NZZ, Technology Review und andere. Ihr neuestes Projekt: eine eigene Rubrik („Koralle“) zur Virtual Reality bei der Journalismus-Plattform Riffreporter. Wir gratulieren Eva ganz herzlich!

Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Unzählige Redaktionen, unterschiedliche Honorarmodelle, unklare Ansprechpartner: Die Situation für Freie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist verworren. Entsprechend diffus ist für Außenstehende die Situation der Freien. Eine aktuelle Studie, die u. a. von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Fraktion „Die Linke“ im Bundestag unterstützt wird, soll Abhilfe schaffen. Die Online-Umfrage dauert 15 bis 20 Minuten.

Knauserige Deutsche

„Deutsche glauben an Medieninnovationen, wollen aber nicht dafür zahlen.“ Zu diesem nicht ganz rosigen Schluss kommt eine Studie, die das Online-Portal Statista im Auftrag von „nextMedia.Hamburg“ durchgeführt hat. Demnach haben 51 Prozent der Befragten schon einmal einen Podcast gehört. Gerade einmal sechs Prozent sind jedoch bereit, auch Geld für ein solches Angebot auszugeben. Wir finden: Da geht noch mehr!

Stipendien und Preise

Die Förderung von Gründern im gemeinnützigen Journalismus durch Netzwerk Recherche und die Schöpflin-Stiftung geht in die dritte Runde. Die in diesem Jahr auf je 3.000 Euro aufgestockten „Grow“-Stipendien werden an journalistische Start-ups vergeben, die einen klaren Recherche-Schwerpunkt haben und nicht profitorientiert sind. Netzwerk Recherche vermittelt Know-how und Kontakte, damit der Start gelingen und das Projekt wachsen kann. Bewerbungen sind bis zum 15.08.2018 möglich. 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sucht die besten Filme rund ums Thema Wirtschaft: Der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis wird in diesem Jahr zum 51. Mal vergeben. Bewerben können sich wieder Filmproduzenten und Kreative, Nachwuchs-Filmschaffende, Agenturen und Unternehmen. Beiträge können bis zum 29. Juli eingereicht werden.

Eine Studienreise nach Moldau organisieren die Deutsche Gesellschaft e. V. und das moldauische Center for Independent Journalism (CIJ) im Herbst 2018. Dabei sollen (Nachwuchs-)Journalisten mit politischen Entscheidungsträgern und zivilgesellschaftlichen Akteuren ins Gespräch kommen, um das journalistische Arbeiten in den Partnerländern kennenzulernen. Bewerbungsschluss ist der 10. August. Weitere Informationen hier.

Dies und das

Sie gehören zusammen wie Pech und Schwefel: ZEIT-Kolumnist Harald Martenstein und Medien-Journalist Stefan Niggemeier. „Seit Jahren schreiben wir unfreundliche Artikel übereinander“, schreibt Niggemeier auf Übermedien. Nun haben sie sich zu einem persönlichen Interview getroffen. Martenstein teilte im Vorfeld des Treffens mit: „So schwierig wie der Gipfel zwischen Trump und Kim wird es nicht werden. Atomwaffen sind schon mal kein Thema!“

Das Urheberrecht treibt seine Blüten. Blöd nur, wenn ausgerechnet ein EU-Politiker, der sich genau mit diesem Thema befasst, urheberrechtlich geschützte Bilder auf seiner Facebook-Seite verwendet – und hinterher nicht sagen will, ob er dafür auch bezahlt hat. Die Bilder-Posse ist nachzulesen auf Buzzfeed.

Journalisten nehmen gern für sich in Anspruch, die nackte Wahrheit zu berichten. Aber nur selten meinen sie das auch wörtlich. In diesem Fall schon: Die „Atlantic“-Redakteurin Taylor Lorenz erläutert in ihrem jüngsten Artikel, warum Twitter besonders viele Nackedeis anzieht – und warum das Ganze nichts mit Angeberei zu tun hat. 

In diesem Sinne: Frohes Schaffen und eine gute Zeit!

Ihre
:Freischreiberinnen und :Freischreiber!

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Hamburg: Honorare zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Teil II am 30. Juli 2018 um 19:30 im Klippkroog in Altona. 
Anmeldung erwünscht an hamburg-orga@freischreiber.de


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[Der :Freischreiber-Newsletter]

vom 03.07.2018

Liebe Kollegen und Kolleginnen, liebe Freischreiberinnen und Freischreiber,

beginnen wir heute mal freundlich und fast froh gestimmt – ob des wunderbaren Wetters! Jedenfalls hier im Norden, wo der Newsletter diesmal geschrieben wird.
Ist das ein Sommer? Das ist ein Sommer! Wunderbar & herrlich …

Und so ergab sich nicht nur wettermäßig eine wunderbare Netzwerk-Recherche-Konferenz, wo Freischreiber ja Kooperationspartner ist.
Gute Themen, gute Workshops, guter Informationsaustausch und beste Gespräche nicht nur an unserem Freischreiber-Stand (und das nun fast schon obligatorische Freischreiber-Eis wurde auch wieder verteilt).

Wer die eine oder andere Veranstaltung nachverfolgen und nachgenießen möchte, auf YouTube sind diverse Mitschnitte zu finden. Eine gebündelte Übersicht gibt es hier.

Und schon wird es am Himmel dunkler und dunkel, denn der Blick schweift notgedrungen nach Brüssel, wo im dortigen EU-Parlament abgestimmt wurde und abgestimmt wird: über Änderungen beim Leistungsschutzrecht und beim Urheberrecht. Und schon wird es am Himmel dunkler und dunkel, denn der Blick schweift notgedrungen nach Brüssel, wo im dortigen EU-Rechtsausschuss Parlament abgestimmt wird: Über Änderungen beim Leistungsschutzrecht und beim Urheberrecht.
Im Rechtsausschuss wurde ein Kompromiss beschlossen, den wir für einen faulen halten. Warum das so ist, hat Freischreiberin Sonya Winterberg auf VG Info erklärt: „Die Rechtspolitiker des Europäischen Parlaments haben sich mehrheitlich für eine Regelung ausgesprochen, die es erlaubt, in Zukunft etwas legal zu tun, was bislang verboten war, wenn man denn bereits vor 2015 gegen das Verbot verstoßen hat.

Im Ergebnis wird diese Regelung zu zwei Klassen von Autoren in Europa führen: jene, die ihr Geld für sich behalten dürfen, und jene, die es mit ihren Verlagen teilen müssen. Dazu konnte es kommen, weil die skandinavischen Autoren laut genug gegen die Regelung protestiert haben, während die Interessenvertreter der deutschen Autoren sich auf die Seite der Verlage gestellt haben.“

Das haben wir Freischreiber natürlich nicht getan. Wir haben Petitionen unterschrieben, Abgeordnete mit unseren Positionen versorgt und uns einem Protestschreiben der C4C (Copyright for Creativity) angeschlossen. Morgen wird abgestimmt. Wer den Newsletter heute liest, kann sich gerne noch einbringen, wie es auch bei VG Info heißt: „Noch ist allerdings nicht aller Tage Abend: Das Plenum des Europäischen Parlaments wird voraussichtlich am 4. Juli 2018 über den Bericht des JURI-Ausschusses abstimmen. Bis dahin ist noch Zeit für Schreiben an alle Europa-Abgeordneten – insbesondere an die deutschen aus dem eigenen Bundesland. Je individueller diese Schreiben ausfallen, desto besser.“

Freischreiberiges

Die beiden Freischreiber Nicola Kuhrt und Hinnerk Feldwisch-Drentrup haben für ihr Projekt „MedWatch“ ein Crowdfunding bei Steady gestartet: „Das Team von MedWatch scannt das Netz nach gefährlichen und unseriösen Heilsversprechen. Wir recherchieren in Grauzonen, in denen selbsternannte Heiler und Gesundmacher ihre Wunder anbieten – und schreiben Reportagen, machen Interviews und verfassen Nachrichten zu aktuellen Entwicklungen. In einem Blog haben wir erste Recherchen veröffentlicht und ausprobiert, wie MedWatch funktioniert. Eine erste Spende hat uns ermöglicht, dieses Crowdfunding vorzubereiten.“ Mehr Informationen und vor allem die Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, findet man hier: https://steadyhq.com/de/medwatch

Eine ganz eigene Welt hat Freischreiberin Sonya Winterberg (man kennt sie als eine der Protagonistinnen der VG-Wort-kritischen Seite www.vginfo.org) erkundet und über diese zusammen mit ihrer Kollegin Sylvia Nagel einen Film gedreht: Im Mittelpunkt von „Väter hinter Gittern“ stehen inhaftierte Männer, die Kinder haben – und die den Kontakt zu ihren Kindern halten wollen, was alles andere als einfach ist: „Die Männer erzählen von ihren Gefühlen, verpassten Chancen und von der Sehnsucht, Vater sein zu dürfen – auch im Knast. Doch wie realistisch sind die Vorstellungen der Väter? Im Gespräch mit Seelsorgern, Gefängnismitarbeitern und Experten wird deutlich, wie schwierig es im Strafvollzug ist, die Bedürfnisse derer in den Mittelpunkt zu stellen, um die es eigentlich geht: die Kinder.“ Zu sehen ist die angenehm ruhige und genaue Dokumentation in der ARD-Mediathek.

Dies & das

Blogger und Journalisten – da liegt nicht unbedingt Freundschaft in der Luft. Doch sind sich die beiden Berufsgruppen mit und ohne Volontariat oder Studium doch vielleicht ähnlicher, als beide möchten? Eine Studie der Otto Brenner Stiftung hat sich da jetzt herangewagt und eine überraschende Ähnlichkeit in beiden Sphären erhoben. So würden etwa gleich viele Blogger wie Journalisten bezahlte Inhalte als eben bezahlte Inhalte kennzeichnen, womit das Vorurteil, Blogger nähmen es da nicht so genau, als eben waschechtes Vorurteil zu beschreiben sei. Eine andere Aussage: „Knapp 70 Prozent aller befragten Blogger verfügten laut Studie über keinerlei journalistische Qualifikation. Einer Vielzahl von politischen Journalisten stünden nur sehr wenige politische Blogger gegenüber. Bei dem Bereich Mode sehe es genau anders herum aus: Einer Vielzahl von Modebloggern stünden deutlich weniger Modejournalisten gegenüber.“

Ihre letzte Ausgabe hat die immer wieder zu empfehlende Sendereihe „Breitband“ auf Deutschlandfunk Kultur einer ihrer Meinung nach bedrohten Spezies gewidmet: den recherchierenden Journalisten und Journalistinnen: „Ohne tiefgründige Recherchen gibt es keine großartigen Artikel in Zeitschriften und Zeitungen. Doch eben diese Recherche wird den Journalistinnen immer schwieriger gemacht, denn statt Antworten erhalten sie von Promis und Unternehmen vermehrt anwaltliche Schreiben. Die Arbeit soll erschwert oder die Journalisten sogar mundtot gemacht werden.“
Auch immer wieder zu loben: die „Netzmusik-Playlist“ der Sendung.

„Ich habe Studien gewälzt, das Internet halb leer gegoogelt, Eselsohren in Bücherseiten geknickt, Leser und Freunde zu ihrer persönlichen innerdeutschen Liebe und ihren Kabalen befragt“, erzählt uns Christian Gesellmann. Denn den Journalisten treibt gerade eine Frage um: Gibt es den Ossi? Gibt es damit den Wessi? Oder ist das nicht alles eine Art – Medienerfindung? Aber halt! Da biegt gerade der „Ofri“ um die Ecke … Ein schönes, smartes Lesestück auf Krautreporter, wo man ja immer mal vorbeischauen sollte.

Seminare, Preise & Ausschreibungen

Rhetorik für Journalist_innen bietet die JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung im Juli an. Und zwar am 26. und 27. Juli und das in Berlin: „Rhetorische Fertigkeiten gehören zu den elementaren Fähigkeiten, die Journalist_innen für ihren Beruf brauchen. Diese Fähigkeiten lassen sich trainieren, denn die angestrebte optimale Wirkung eines professionellen Auftritts jeglicher Art unterliegt Regeln, die erlernt werden können. Mit einfachen Tricks und Techniken lassen sich auch schwierige Sachverhalte schnell auf den Punkt bringen, lassen sich Fragen und Diskussionsbeiträge präzise formulieren, sodass sich Nervosität oder Unsicherheit in eine positive Spannung ummünzen lassen.“
Hier kann man sich anmelden und mehr erfahren: https://www.fes.de/veranstaltung/veranstaltung/detail/220678/

Das Pressenetzwerk für Jugendthemen bietet eine Reise nach Israel an. Das thematische Schlagwort: Diversity. Und es geht dazu vom 2. bis zum 8. November erst nach Haifa und dann nach Tel Aviv. Bei Interesse sollte man sich beeilen: denn es gibt nur wenige Plätze.
Alles Weitere – findet sich hier.

Auch etwas weiter weg führt dieses Angebot, das sich gleichfalls an Nachwuchs„kräfte“ richtet: „Europa im Blick – deutsch-moldauisches Journalistennetzwerk geht online“. Wir bringen insg. 24 NachwuchsjournalistInnen aus Deutschland und der Republik Moldau im Rahmen zweier Studienreisen nach Chisinau und Berlin zusammen und fördern damit den grenzüberschreitenden journalistischen Austausch zu den Themen Europäische Nachbarschaftspolitik, deutsch-moldauische Beziehungen und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit. Beide Studienreisen sind kostenfrei. Bewerbungsschluss ist der 10. August 2018. Und hier findet man alle wichtigen Informationen: http://deutsche-gesellschaft-ev.de/veranstaltungen/bildungsangebote/853-medientage-2018.html

Das „Forschungsnetzwerk zu Überwachung, Technologie und Kontrolle“ schreibt seinen jährlichen Journalistenpreis aus und bittet um Zusendung bereits erschienener Beiträge zum Forschungsfeld des Netzwerkes. Ein Schwerpunktthema diesmal: die Polizei. „Dabei soll es nicht nur um Vorhersage-Technologien gehen, sondern auch um die Polizei und Geheimdienste ganz allgemein, um ihre Arbeit der Kontrolle, der Überwachung, der Steuerung von Gesellschaft, um die Wissensproduktionen, Strategien und ihren Einfluss auf die politische Diskussion zu den Themen Sicherheit, Überwachung und Kontrolle von Gesellschaft.“ Das Preisgeld beträgt 1000 Euro; Einsendeschluss ist der 15. September.

So. Das war’s schon wieder. Jedenfalls fast. Freischreiber-Newsletter klappt jetzt den Laptop zu, freut sich auf einen Abend auf dem Balkon, immer die grillenden Nachbarn im Blick, und murmelt ganz allein für sich: Ist das nicht ein wunderbarer Sommer? Also wann hatten wir mal so einen Sommer? Ach, herrlich …

In diesem Sinne, und genießen Sie weiterhin die Tage

Ihre

:Freischreiber und :Freischreiberinnen

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Anmeldung erwünscht an hamburg-orga@freischreiber.de


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