Verband

Freischreiber im Frühjahr 2010

Mitunter macht ein solcher Verband ja ordentlich Arbeit. Die unzählige Emails, die jeden Tag eintrudeln, wollen verarbeitet, Aktionen koordiniert und Ideen weitergesponnen werden. Und nebenbei hat jeder einzelne derer, die die Geschicke von Freischreiber verantworten, ja noch einen Job: Gerade weil wir allesamt freie Journalisten sind und diesen Beruf so gerne ausüben, haben wir Freischreiber ja einst gegründet. Da freut man sich umso mehr, wenn eine der unzähligen Emails folgenden Inhalt hat:
 

„Ein fettes Lob und Dankeschön an die engagierten Freischreiber! Hab mich gerade erinnert, wie das ohne euch war - ohne Lobby, ohne Netzwerk, ohne Solidarität. Schon spitze so.“
 

Das schreibt eine Kollegin Ende April, bezugnehmend auf eine Aktion, die Mitte April startete: Wir haben den Vertrag veröffentlicht, den die ZEIT seit einigen Wochen an ihre Autoren verschickt, weil wir finden: Eine Zeitung, die sich ihrer Qualität rühmt und ihrer stetig steigenden Auflage

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                                                                                   Quelle: turi2 am 27. April

Freischreiber im Januar 2010: der Monatsbericht

Was zum Ende des Jahres 2009 begann, hat uns auch den ganzen Januar hindurch begleitet: die Kampagne „Ohne Freie fehlt was“. Am Beispiel der Stuttgarter Zeitung, von PM, brand eins und dem Feinschmecker haben wir gezeigt, was von der Vielfalt in der deutschen Presse übrig bliebe, wenn die Freien nicht ihren Anteil dazu beitrügen. Wer sich die einzelnen Ausgaben der Kampagne nochmal anschauen möchte bzw. jeweils genau wissen möchte, wie hoch der Anteil der Freien an den jeweiligen Blättern ist, kann dies hier tun. Gabriele Fischer, Chefredakteurin von brand eins, sagte bei uns im Interview übrigens: „Viele Freie sind genau die, die es geschafft haben – nämlich wirklich unternehmerisch zu arbeiten.“ Das Interview wurde in mehreren Branchendiensten verlinkt und über Twitter verbreitet. „Endlich mal nette Worte über die Freien“, schrieb jemand in den Kommentaren. Es sei an dieser Stelle aber auch nicht verschwiegen, dass in den Kommentaren Kritik auch an brand eins laut wurde, etwa an der Politik, nur den gedruckten Umfang zu bezahlen.

Am 6. Januar haben wir auf unserer Seite eine Stellungnahme veröffentlicht mit unserer Kritik an den Ergebnissen der Verhandlungen um die Vergütungsregeln für Tageszeitungs-Freie. Wir haben darin Forderungen formuliert, die nach unserer Überzeugung erfüllt sein müssen, wenn die Vergütungsregeln tatsächlich als das gelten wollen, was sie laut Gesetzgeber sein sollen, nämlich angemessen. Sie lauten:

Freischreiber bei Podiumsdiskussion über Leistungsschutzrecht

Freischreiber hat die Interessen freier Journalisten in der Diskussion um ein Leistungsschutzrecht für Verlage vertreten: Auf einer Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung am 20.1.2010 in Berlin diskutierte Eva-Maria Schnurr (stellvertretende Freischreiber-Vorsitzende) mit Christoph Keese (Head of Public Affairs, Axel Springer AG), Malte Spitz (Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen) und Till Jäger (Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht). Die Diskussion wurde von carta.info live im Netz gestreamt, man kann sich die Aufzeichnung hier anschauen.

Freischreiber-Serie "Freie Köpfe" im Medium-Magazin

In der Serie "Freie Köpfe – Ideen für die Selbständigkeit" stellen wir freie Journalisten und ihre Geschäftsmodelle vor, ihre Erfahrungen, Schwierigkeiten, Erfolge. Denn der Strukturwandel der Medienbranche birgt für Freie auch die große Chance, eigene Ideen zu entwickeln und realisieren. Mit unserer Serie wollen wir Mut machen - denn: Die beste Idee ist nutzlos, wenn sie nicht den eigenen Kopf verlässt.

Bisher sind erschienen:

Freelens-Magazin mit Schwerpunkt Buy Out

Als Gemeinschaftsproduktion der Verbände freier Fotografen (Freelens), Journalisten (Freischreiber) und Illustratoren (IO) erschien im November 2009 das Freelens-Magazin mit Themenschwerpunkt Buy Out. Darin „enthüllen“ die Autoren, wie Verlage heute mit den Kreativen umgehen – und verdeutlichen, warum die Freien eine Antwort darauf finden müssen.

Das Magazin enthält folgende Beiträge, die wir in Zusammenarbeit mit Freelens zum Download bereit halten – kostenlos!
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Der Jahresrückblick 2009: Die Geschichte eines medizinischen Wunders

Man kann es nicht anders sagen: Es ist ein medizinisches Wunder geschehen. Nachdem wir Freischreiber im November 2008 gegründet hatten, sprachen einige Leute immer wieder davon, dass in Berlin 140 Kollegen ein Kind zur Welt gebracht hätten. Schließlich hatte es ziemlich genau neun Monate gedauert, bis aus einer Idee ein Verband wurde. Und um im Bild zu bleiben: Voller Stolz können wir heute vermelden, dass das Kind inzwischen nicht nur sprechen kann: Es kann sogar lesen – und das im Alter von 13 Monaten.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Jahresrückblick.

Rechtsberatung für Mitglieder

Freischreiber bietet seinen Mitgliedern eine kostenlose Rechtsberatung an. Mitglieder finden alle Informationen dafür unter Service/Rechtsberatung.

Netzwerk-Recherche-Tagung – die Nachlese

Freischreiber war mit mehreren Veranstaltungen bei der Netzwerk-Recherche-Tagung im Juni in Hamburg vertreten. Jetzt liegen die kurzen Zusammenfassungen der Veranstaltungen vor, wir halten sie hier mit freundlicher Genehmigung des Netzwerks Recherche zur Ansicht bereit.

Markus Wanzeck blickt auf den Workshop "Navigation im Freien-Dschungel" mit Wolfgang Kiesel zurück; Manuel Berkel besuchte die Podiumsdiskussion "Rendite statt Recherche – Ist der Journalismus noch zu retten?"; Selina Byfield gehörte zu denen, die es in den völlig überfüllten Raum zu Christian Sauers Seminar "Viel Lob, wenig Kohle – Wie Freie besser verhandeln können" geschafft haben. Die Dokumentation der gesamten Tagung findet sich hier.

Freischreiber und das Urheberrecht

Am 13. März 2009 hat sich der Freischreiber-Vorstand in Berlin mit der für das Urheberrecht zuständigen Referentin aus dem Bundesjustizministerium zu einem Hintergrundgespräch getroffen.

Unser Gast, den wir in der Bundespressekonferenz mit Kaffee und Wasser einigermaßen anständig bewirteten, hörte vor allem den Ausführungen von Lars Reppesgaard, der die AG gegen Buy-Out organisiert, über die Praxis der Buy-Out-Verträge mit großem Interesse zu. Sie animierte uns dazu, unsere Forderungen in den Prozeß der Novellierung des Urheberrechts einzubringen. Gemeinsam mit mehreren Juristen arbeitet der Vorstand daran, eine Position und konkrete Forderungen zu formulieren. Insbesondere wird es genau um diese Buy-Out-Klauseln gehen, mit denen sich mittlerweile fast alle Verlage umfassende Rechte an den Beiträgen freier Autoren zum Pauschalbetrag sichern. Freischreiber, die dazu noch etwas beitragen möchten, können sich direkt an die AG gegen Buy-Out wenden.

Das Gespräch mit der Urheberrechtsreferentin war das erste in einer Reihe von Hintergrundgesprächen, die der Freischreiber-Vorstand nach und nach in Berlin und anderswo führen wird.

Neues aus den Regionalgruppen Berlin und München

Sie sind bereits jetzt ein wichtiger Bestandteil des Verbandes geworden: die Regionalgruppen in Städten wie Hamburg, München und Berlin. In ihnen treffen sich Freischreiber-Mitglieder und Interessenten, tauschen sich untereinander aus und diskutieren gemeinsam darüber, wie sich die Arbeit freier Journalisten verändert, wo sie hakt und wie jeder einzelne darauf reagieren kann. In München zum Beispiel trafen sich am 21. April 14 Freischreiber, um gemeinsam mit Tobias Zick, Redakteur bei Neon, Georg Cadeggianini, Redakteur bei Brigitte (Dossier), und Dr. Petra Thorbrietz, freie Wissenschaftsjournalistin und zuvor Gründungsredakteurin bei „Die Woche“ und stv. Chefredakteurin von Focus Schule, über die Zusammenarbeit zwischen Freien und Redakteuren zu diskutieren. Wo drückt der Schuh bei den Freien, was wünschen sich die Redakteure? Eine Woche später trafen sich die Berliner an der bereits jetzt legendären Wohnzimmertafel von Gemma Pörzgen-Hoffmann. Zu Gast war Corinna Emundts, Leiterin des Berliner Büros von tagesschau.de und etwa 20 Freischreiber. Der Abend entwickelte sich zu einer sehr spannenden Diskussion über die Zukunft unseres Berufs und darüber, wie wir Freien auf diese Entwicklung reagieren müssen. Fazit: Es gibt keine Trennung mehr in Journalismus hier und Online-Journalismus dort. Gerade wir Freien sind gefordert, uns zu überlegen, in welche Kanäle wir künftig welche Inhalte packen. Die Protokolle der Treffen finden alle Freischreiber-Mitglieder im Forum in der Rubrik "Verband" (Berlin wird in den kommenden Tagen veröffentlicht).