Neues von Freischreiber: Wahrheiten, Kopfschütteln und der Kreislauf des Flattrns

Liebe Fußballfr... äh Freischreiberfreunde,

 

in Zeiten wie diesen liegt die Wahrheit ja angeblich auf dem Platz. Was dran ist, sehen wir dann ja heute abend. Aber ein paar Wahrheiten über den Journalismus sollte man auch nicht vergessen. Der "Kopfzeiler" hat sie in seinem Blog zusammengetragen, und es lohnt sich, in diesem Fall tatsächlich mal das Internet auszudrucken. Dann kann man sich die Wahrheiten nämlich an die Wand hängen. Hier entlang, bitteschön.

Eher bitter die Wahrheiten, die die Modezeitschrift Achtung aufgeschrieben hat. Um die Käuflichkeit im Mode-Journalismus geht es da, und wer sich dabei vergegenwärtigt, wie einige Verlage, die auch große Modezeitschriften herausgeben, gerade das Wort "Qualität" im Munde führen, der schüttelt den Kopf und wundert sich.

Auch nicht sehr erfreulich sind diese Wahrheiten über freie Journalisten in den USA – die ihren Job inzwischen notgedrungen eher als Hobby betreiben.

Wer ob solcher Berichte aus den USA, die uns ja angeblich immer ein bisschen voraus sind (außer in manchen Sportarten, aber das lassen wir jetzt mal), trübe in die Zukunft blickt, möge innehalten. Und sich den 18. September im Kalender ankreuzen. "Mach's dir selbst – wie freie Journalisten in Zukunft arbeiten und Geld verdienen werden" ist der Titel des Freischreiber-Zukunftskongresses in Hamburg, und der soll natürlich Programm sein. Selbiges ist so gut wie fertig, und in kurzer Zeit werden wir mit den Anmeldungen beginnen. Mehr dann an dieser Stelle.

Zur Vorbereitung empfehlen wir auch in dieser Woche schon einmal zwei Artikel:

Zum einen ein Stück von Hans Leyendecker über das Fußball-Magazin 11 Freunde, das als Garagenproduktion begann und in der vergangenen Woche zumindest zur Hälfte von Gruner & Jahr gekauft wurde. Eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass das Selbst-Machen funktionieren kann, sogar auf Papier – wenngleich sich erst weisen muss, wie sich der Großverlag auf das liebevoll gemachte Magazin auswirken wird.

Zum anderen empfehlen wir einen Blogeintrag von Sascha Lobo. Der sinniert nämlich über das Geldverdienen im Netz. Und wirft die interessante Frage auf, ob Nutzerspenden in Blogs via Flattr nicht vor allem eine Umverteilungsmaschine sind: Blogger (und Journalisten, Ergänzung der Red.) reichen Geld an andere Blogger (und Journalisten, die Red.) weiter, ohne dass neues Geld in den Kreislauf kommt. Profitieren werden von solchen Systemen vor allem die großen Blogs, meint Lobo. Nachdenkenswert.

Nun gut, es hat ja niemand gesagt, dass die Sache einfach werden würde. Aber manchmal klappt ja doch mehr, als man anfangs so denkt. Was irgendwie eine gute Überleitung ins echte Leben ist. Viel Spaß beim Fußballgucken wünschen

die Freischreiber.
 

P.S. Es klappte so schön mit dem Schluss, weshalb wir einen Termin hier nachreichen:

Die Berliner Freischreiber-Regionalgruppe trifft sich das nächste Mal am Mittwoch, 28. Juli, um 19.30 Uhr an der schon bekannten Wohnzimmertafel von Gemma Pörzgen. Zu Gast ist diesmal Markus Lips, Leiter der Abteilung Presse der VG Wort. Er kommt extra aus München, um den Freischreibern und allen übrigen Gästen Fragen zum Thema VG Wort zu erläutern, vor allem könnte der schwierige Umgang mit den Zählmarkern bei der Auswertung von Veröffentlichungen im Internet thematisiert werden. Anmeldungen bitte an  gemma.poerzgen(a)gmx(.)net