Neues von Freischreiber: Sprießender Spargel, milde Gaben und einige Hinweise
Liebe Leserinnen und Leser,
hier kommen neueste Lesetipps und einige Hinweise von Freischreiber, dem Berufsverband der freien Journalistinnen und Journalisten.
Zunächst unsere allwöchentliche Lektüreschau:
André Hellmann hat sich Gedanken über den Wert dessen gemacht, was jetzt immer mal content genannt wird. (Na? Spüren Sie die leise Distanzierung?) Hellmann fragt auf relevantmedianow, ob sich die Bezahlung für Artikel nicht über die Nachfrage regeln ließe, ganz so, wie wir Konsumenten es gewohnt sind: Sprießt der Spargel in Massen aus der Erde, wird er billiger. Bleibt er lieber unter der Erde, steigt der Preis. Hellmanns Überlegungen stehen hier.
Die taz ist über die Phase des Nachdenkens hinaus und hat für seine online-Ausgabe kürzlich das Mikrobezahlsystem Flattr eingeführt. In ihrem Hausblog verrät sie, was die Leserinnen und Leser ihrer online-Ausgabe ihr für die Lektüre der Artikel zu zahlen bereit waren. Immerhin: Die Erwartungen wurden erfüllt.
Neulich war mal wieder Reporter-Forum in Hamburg. Workshops und Vorträge von Reportern für Reporter. Kathrin Passig war dort und hat auf Einladung der Veranstalter das Forum beobachtet. Was sie darüber geschrieben hat, räumt mit einer romantischen Vorstellung vom Reporter-Dasein im Jahr 2010ff. auf, macht skeptisch (falls man es nicht eh längst ist), und zeigt, dass noch viel Wasser die Elbe (oder jeden anderen Fluss) herunter fließen wird, eh wir Klarheit darüber haben werden, was aus dem Journalismus einmal wird.
Da wir die Zukunft ja auch selbst in die Hand nehmen wollen, lädt Freischreiber für den 18. September zum Zukunftskongress nach Hamburg. Wer sich schon jetzt einlesen will, klicke zur ZEIT. Dort werden verschiedene Programme diskutiert, die das Geben milder Gaben im Netz einfacher machen sollen.
Und damit kommen wir zu den Terminen und Hinweisen für die kommenden Wochen:
Der Juni-Stammtisch der Freifunker, der Radioleute unter den Freischreibern, findet am Montag, 14. Juni, 20 Uhr, in der Böse-Buben-Bar, Marienstraße, Berlin-Mitte statt.
Statt eines Stammtisches bieten die Bremer Freischreiber im Juni einen Workshop an, der den vielversprechenden Titel "Souverän schreiben" trägt.
Manchmal wird Schreibarbeit zur Qual. Warum das so ist, das hat der Journalist und Schreibcoach Christian Sauer erforscht. Und viel wichtiger: Er bietet Wege aus dem Labyrinth des Stockens und Zagens, des Grübelns und Nichtweiterkommens. Einen Abend lang wird es mit Sauer um die Schreibarbeit gehen: Was passiert in unserem Hirn, während unsere Finger die Tastatur bearbeiten? Wo hakt es, wenn die Ideen fehlen? Wie setzt man neu an, wenn es gar nicht mehr voran geht? Wie findet man das richtige Verhältnis zwischen Analyse und Intuition? Die Teilnehmer erkunden mit kurzen Übungen die Stärken und Schwächen ihres Schreibprozesses. Wer mag, kann in offener Runde seine Schreib- und Arbeitsgewohnheiten mit Sauer diskutieren. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 20 Leute begrenzt, damit dieses Konzept aufgehen kann. Also: Flugs anmelden!
Das Seminar "Souverän schreiben" mit Christian Sauer findet statt am Dienstag, 15. Juni, 18:45 bis 21.30 Uhr in den Räumen der Agentur vierplus, Vagtstraße 48/49, 28203 Bremen. Es kostet sieben Euro für Freischreiber-Mitglieder und zehn Euro für Nicht-Mitglieder. Anmeldungen nimmt Tanja Krämer entgegen unter 0421/792 83 14 oder info(at)tanjakraemer(.)de
Das nächste Regionaltreffen der Berliner Freischreiber ist am Dienstag, 22. Juni, um 19.30 Uhr an Gemma Pörzgens Wohnzimmertafel. Stefan Schomann wird von den Erfahrungen mit dem im Januar gestarteten Webmagazin www.magda.de erzählen. Das Projekt ist der Versuch freier Autoren, im Internet selbst, ohne Verlage, zu publizieren – und trotzdem den Qualitätsjournalismus hochzuhalten. Zu lesen ist bei Magda unter anderem eine Serie über die Zukunft des Schreibens, die mit einem Text von Freischreiber-Mitglied Tom Schimmeck ihren Abschluss findet. Anmeldungen bei gemma.poerzgen(at)gmx(.)net.
Die Hamburger Akademie für Publizistik – der Geburtsort der Freischreiber-Initiative, aus der unser Verband wurde – wird 40 und feiert das Jubiläum mit Filmen, die vom Journalismus erzählen. Den Beginn macht der Thriller „State of Play“ am 7. Juni; am 14. Juni folgt „Frost/Nixon“. Die Filmabende starten jeweils um 19:30 Uhr im Abaton-Kino, Hamburg. Das Programm der Akademie zum Jubiläum steht hier.
Das Medienmagazin Message plant eine Themenstrecke "Plagiat im Journalismus" und ist auf der Suche nach Fallbeispielen für die klassische Art des Plagiats, das Abschreiben. Wer hat Erfahrungen damit gemacht und kann Message berichten? Wenn gewünscht, wird Anonymität zugesichert. Baldige Rückmeldungen bitte an Andreas Raabe: redaktion(at)message-online(.)com
Mit herzlichen Grüßen,
die Freischreiber