Netzlos
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
Journalist sein ohne Internet, das kann sich heutzutage kaum noch einer vorstellen: Wie hieß nochmal der Zuständige für das und das? Schau ich mal eben online nach! Heute muss unbedingt noch der Artikel an xy raus. Schick ich schnell per Email. Was für Thema ist gerade in der und der Gruppe relevant? Muss ich gleich ´mal in einem Social Network recherchieren...
Wie abhängig der heutige Journalist vom Netz ist, merkt er besonders, wenn er versucht, den Internetanbieter zu wechseln und trotzdem er alles in seiner Macht Stehende getan hat, um den Übergang reibungslos zu gestalten, mit einem mal drei Wochen ohne Internetanschluss dasteht. Natürlich hat er zu allem Überfluss kaum Rechte, weil er sich auf Anraten der Telefongesellschaft als Solo-Selbstständiger für den günstigeren Privattarif entschieden hat. Oder er merkt es, wenn er unterwegs auf Recherche in Deutschlands Provinz abends im örtlichen Gasthaus sitzt, das eigentlich mit einer Internetleitung ausgestattet ist, diese aber schon seit Wochen inaktiv ist und auch sein Smartphone nur fünf Gehminuten entfernt irgendwo in stockdunkler Nacht bei drei Grad Nieselregen Verbindung zum All aufnimmt.
Letzterem Umstand ist geschuldet, dass es im heutigen Newsletter kaum Verweise auf Blogs oder andersartige online-Angebote geben wird, sondern um ganz altmodische Dinge wie Aufrufe, Preise und reale Treffen geht.
AUFRUFE
Via DJV über den "Journalist" haben wir erfahren, dass der letztjährige Höllepreisträger scheinbar Nachahmer gefunden hat. Auch die WAZ soll ähnlich wie Sonntag Aktuell Texte ohne Zusatzhonorar weiterverbreiten. Haben Sie eine solch unschöne Erfahrung gemacht? Dann lassen Sie es uns wissen und schreiben Sie uns an kontakt(ätt)freischreiber.de. Wir sammeln die Beschwerden, vernetzen Betroffene und treten mit der Redaktion in Kontakt - und behandeln Ihre Vorwürfe natürlich vertraulich.
Über das FREISCHREIBER-Forum sind wir zudem darauf aufmerksam gemacht worden, dass ein Verlag ausstehende Honorare nicht zahlt, teilweise trotz richterlichem Beschluss. Konkret geht es um das Magazin "Quality". Uns sind bisher drei FREISCHREIBER bekannt, die in diesem Zusammenhang negative Erfahrungen sammeln mussten. Sind Sie auch betroffen? Dann wenden Sie sich bitte auch in diesem Fall vertrauensvoll an uns (kontakt(ätt)freischreiber.de).
Wir bitten aber auch diejenigen, die keine negativen Erfahrungen gemacht haben, sondern dank des Jahreswechsels voller neuem Elan sind, sich an uns zu wenden. Für 2013 hat sich FREISCHREIBER nämlich viel vorgenommen. Es soll drei große Aktionen geben: Wer Interesse hat, unser Wissen in ein Handbuch für Freie zu bringen, wende sich bitte an Marike Frick (marike_frick(ätt)web.de). Wer unsere große Geburtstagsaktion zum 5. mit planen will, melde sich bei Lu Yen Roloff info(ätt)luyenroloff.de). Und wer sich für die Jury-Arbeit unseren dritten Himmel-und-Hölle-Preis interessiert, melde sich bitte bei Jakob Vicari (post(ätt)jakobvicari.de).
PREISE
Die French-American Foundation lädt ein, sich für ihr Stipendium zum Thema Immigration zu bewerben. Einsendeschluss ist der 14. Januar 12 Uhr. Auf die ausgewählten Stipendiaten warten bis zu 10 000 Dollar in einer Zeitspanne von vier bis sechs Monaten. Mehr Informationen gibt es auf deren Website.
Bis zum 15. Januar sind noch der Hansel-Mieth-Preis 2013 und das Gabriel-Grüner-Stipendium 2013 ausgeschrieben. Der Hansel-Mieth-Preis zeichnet im Sinne des Lebenswerks der Namensgeberin Johanna „Hansel“ Mieth engagierte Text- und Bildreportagen aus. Für das Gabriel-Grüner-Stipendium können sich Teams aus Fotograf und Autor mit einem Exposé für eine Reportage bewerben; es warten 6000 Euro Fördergeld. Weitere Infos unter www.zeitenspiegel.de.
Ebenfalls am 15. Januar endet der Einsendeschluss für den Deutsch-Polnischen Journalistenpreis. Gesucht werden Beiträge aus den Bereichen Print, Hörfunk und Fernsehen, die im Zeitraum zwischen 1. Januar bis 31. Dezember 2012 veröffentlicht oder gesendet worden sind, und die sich differenziert und lebendig mit dem jeweiligen Nachbarland auseinandersetzen, das bisweilen komplexe deutsch-polnische Verhältnis erklären oder beide Länder aus einer europäischen Perspektive betrachten. Der Preis ist in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen jeweils mit 5000 Euro dotiert. Die vollständigen Bewerbungsbedingungen und -unterlagen finden Sie hier.
Für den Deutsch-Französischer Journalistenpreis können sich Journalistinnen und Journalisten sowie Redaktionen mit Arbeiten bis 1. März bewerben, in denen sie deutsche Themen aus deutscher Sicht oder deutsch-französische Themen im europäischen Kontext aufgearbeitet haben. Der DFJP wird in den Kategorien Video, Audio, Textbeitrag und Multimedia vergeben und ist mit insgesamt 28 000 Euro dotiert.
ERGEBNISSE
Vor einiger Zeit hatten wir Sie aufgefordert, an der online-Umfrage von Jost Broichmann teilzunehmen: “Wie häufig nutzen Journalisten Blogs?” Das Ergebnis: Blogs sind fester Bestandteil der Redaktionsarbeit. Zwei von drei Journalisten nutzen sie für Recherchen. Die knapp 500 Kollegen gaben auch zu, dass sie gerne in privaten Blogs stöbern. Die Ergebnisse werden unter www.cmblogger.de veröffentlicht. Jost Broichmann bedankt sich bei allen Teilnehmern.
Außerdem gibt es Neuigkeiten vom Journalistinnenbund, der die Rundfunkräte der öff.-rechtl. Sendeanstalten mit Blick auf die Frauenquote untersucht hat. Die Hälfte dieser wichtigen Aufsichtsgremien ist demnach mit weniger als 30 Prozent Frauen besetzt; das Schlusslicht bildet der Rundfunkrat des MDR. Die detaillierten Ergebnisse gibt es hier.
NEUES |
Eine neue Medien-Initiative, „Forum Qualitätsjournalismus“, will der Frage nachgehen, wie die Zukunft des Journalismus aussieht und wie der Journalismus der Zukunft. Es soll eine journalistisch neutrale und unabhängige Plattform für den Dialog über relevante Themen, Trends und Tendenzen des Qualitätsjournalismus werden und unterschiedliche Projekte initiieren. Gefördert und finanziert wird das FQJ von Paten aus Wirtschaft und Industrie, Politik und Gesellschaft, die Jahres- bzw. Veranstaltungs- und Projektpatenschaften unterstützen. Das ganze soll hier passieren.
Außerdem gibt es auf der FREISCHREIBER-Hompage eine neue Rubrik. Unter dem Punkt "Positionen" haben wir die Ansichten unseres Verbandes einmal schriftlich zusammengefasst. Und ja, die Renovierung der Internetseite steht beim neuen Vorstand ganz oben auf der to-Do-Liste ;)
Und nicht zuletzt möchten wir Sie dazu animieren, doch mal wieder in der Lindenstraße via Fernseher vorbeizuschauen. Warum? Nun ...
REGIONALGRUPPEN
HAMBURG
Die Hamburger Freischreiber treffen sich (wie gehabt am letzten Montag im Monat) am 28. Januar 2013 um 19.30 Uhr. Diesmal besuchen wir zusammen die Modern Life School – eine neue und absolut geniale Einrichtung, in der die großen Lebens- und kleinen Alltagsfragen in Diskussionen, Vorträgen und Kursen mit philosophischen Mitteln behandelt werden. Natürlich geht es dabei immer wieder auch um Freiheit – was sie mit sich bringt und wie sie gelingen kann. Genau unser Thema also. Pia Schaf, eine der beiden "Headmaster" wird uns an diesem Abend exklusiv in die Modern Life School einführen und sicherlich inspirierende Inputs geben. Schaut es Euch an, schon die Website ist super! Auf zu den Freidenkern!
Hinterher ist natürlich noch Zeit für den Austausch bei Bier/Wein/Kamillentee. Wie immer sind auch Nicht-Mitglieder herzlich willkommen! Anmeldung bei: kontakt(ätt)ruth-hoffmann.de
MÜNCHEN
Der nächste Stammtisch wird am Montag, den 4.2., stattfinden. Genauere Infos folgen Ende Januar. Außerdem soll der Münchner Stammtisch wieder mehr mit Veranstaltungen belebt werden. Angedacht ist, dass jeweils ein Gast organisiert wird, für den etwa anderthalb Stunden Zeit eingeplant werden. Danach soll dann noch genug Zeit für einen Austausch in der Kneipe bleiben. Haben Sie interessante Themenideen? Wer könnte als Gast in Frage kommen? Bitte haufenweise Ideen und Vorschläge an kontakt(ätt)esther-niederhammer.de senden und zwar mit dem Betreff "Freischreiber-Stammtisch 2013".
BERLIN
Das erste Berliner Regionaltreffen startet optimistisch in das neue Jahr und widmet sich hoffnungsvollen Innovationen auf dem Zeitschriftenmarkt. Eingeladen ist der Chefredakteur des Magazins "Philosophie" (http://philomag.de), Wolfram Eilenberger, der dieses interessante Zeitschriftenprojekt vorstellt. Das Treffen an Gemmas Wohnzimmertafel ist am Dienstag, 29. Januar 2013 um 19.30 Uhr. Vorstandsmitglied Carola Dorner berichtet außerdem von dem Start des neuen Freischreiber-Vorstands und den geplanten Aktivitäten für dieses Jahr. Anmeldung bitte bei gemma.poerzgen(ätt)gmx.net.
Möge das Netz immer mit Ihnen sein oder alternativ: Sie so gut organisiert, dass Sie es nicht benötigen.
Trotz allem: Online-Grüße von den FREISCHREIBERN
