Der :Freischreiber-Newsletter

Gemeinheiten, Gesetze, Gefälligkeiten

Liebe Leserin, lieber Leser,

-safe the date - safe the date - safe the date - 24. November 2012, Mitgliederversammlung - Himmel-und-Hölle-Preisverleihung - Party - München - safe the date - safe the date - safe the date...

Und damit herzlich willkommen zu unserem dieswöchentlichen Newsletter.

Hölle, Hölle, Hölle

Liebe Leserin, lieber Leser,

the show goes on! Der Freischreiber Himmel-und-Hölle-Preis wird am 24. November zum zweiten Mal verliehen, und wir haben die Ehre, die erste Nominierung zu verkünden, tatatataaaa: „Sonntag aktuellfür den verweigerten Dialog mit seinen freien Mitarbeitern über den merkwürdigen Umgang mit Autorenrechten. Wir gratulieren recht herzlich.

Ist ja schon ziemlich höllisch, aber ist das noch zu toppen? Wir präsentieren in den nächsten Wochen mehr Nominierte – und sammeln weiter Vorschläge. Auch für den Himmel-Preis können Sie noch Redaktionen nominieren. Das Reglement und die Adresse, an die Sie himmlische und höllische Vorkommnisse melden können, finden Sie hier.

Natürlich sollten Sie die Preisverleihung und die anschließende Party in München nicht verpassen – für Freischreiber-Mitglieder gibt es noch einen Grund, schleunigst ein Ticket für den 24. November nach München zu reservieren: Die Mitgliederversammlung, bei der ein neuer Vorstand gewählt, über die Zukunft von Freischreiber diskutiert und entschieden wird.

Um das vorzubereiten, trafen sich 25 Freischreiber am Wochenende im Wendland zu einer Sommerklausur. Die Köpfe rauchten, die Ideen stoben nur so durch den Raum und wir kehrten mit einem Strauß an Vorschlägen zurück, die wir bis zur Mitgliederversammlung ausarbeiten und den dort Versammelten vorstellen wollen. Wir versprechen: es lohnt sich, zu kommen!

Von Problem-Schreibern und Problem-Redakteuren



Liebe Leserin, lieber Leser,

bevor wir anfangen, kurz die Erinnerung: SAVE THE DATE: 24. November Mitgliederversammlung, Himmel-und-Hölle Preisverleihung und Freischreiber-Party in München.

Lobbyisten, Ausbeuter, Multifunktionswaffen

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir Journalisten sind ja schnell dabei, auf die bösen Lobbyisten zu schimpfen. Allerdings ist das für uns Freischreiber manchmal ein doppelschneidiges Schwert: Denn auch wir selbst sind in Lobbydingen unterwegs, um in Berlin die Sache der Freien zu vertreten. Schließlich kann man mit Verlagen und Redaktionen noch so viel verhandeln und reden, am Ende hilft halt doch nur ein ordentliches Gesetz, um das Machtgefälle zwischen Freien und ihren Auftraggebern einigermaßen abzumildern. Und da gibt es noch viel Verbesserungspotenzial... Viel Aufwand haben wir in den vergangenen Jahren investiert, um zu verhindern, dass ein von den Verlagen gefordertes Leistungsschutzrecht Freien schadet. Bislang sah alles ganz gut aus, nach einem furchtbaren ersten Referentenentwurf legte das Justizministerium einen zweiten vor, der Freie nicht mehr betroffen hätte. Nun aber soll es offenbar doch noch eine dritte Fassung geben, meldet der Branchendienst Meedia.

Wir werden natürlich wieder ganz genau hinschauen.

Bilanzen, Bulgarien und Buntes

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute haben wir ein bunte Mischung für Sie zusammen gestellt: Halbjahresbilanzen, Berichte aus dem Web, journalistische Ausstellungen und Kollegen, die sich über Crowdfunding finanzieren wollen. Viel Spaß mit unseren Themen:

Minus 5,4 Prozent lautet das Halbjahresergebnis der Bild-Zeitung bei den verkauften Exemplaren. "Bild ist ein "Krisenmedium", erklärte Vorstandschef Mathias Döpfner allerdings nicht den Auflageschwund, sondern die Funktionsweise der Zeitung: Bild sei trotz allem eine Zeitung, die von der Krise profitiere und so setzt die Springer AG weiter auf ihr altes Zugpferd. Das im Übrigen auch online Geld verdient, wie die neuesten Jubelergebnisse des Hauses Springer zeigen. Und auch die Werbeerlöse der inländischen Zeitungen wachsen offenbar. War da was mit Krise?

Davon ist bei den Konzernlenkern ohnehin nichts zu spüren, deren Gehälter sind nämlich, sagen wir, durchaus üppig. Das stellt Till Wäscher auf carta.info fest: "Die Medienkonzerne werden immer größer, die Gehälter respektive Abfindungen ihrer Vorstände auch. Wer glaubt, zwangsläufig müsse auch Journalismus ordentlich bezahlt werden, irrt: Ganze Redaktionen werden entlassen." Die ganze traurige Wahrheit schlüsselt er hier auf.

Kein Sommerloch!

Liebe Leserin, lieber Leser,

jetzt hat auch das letzte Bundesland Schulferien, viele Politiker machen Pause und auch sonst ist wenig los. Was die Belange der Freischreiber angeht, ist von einem Sommerloch jedoch immer noch keine Spur.

Muss ja nicht schlecht sein: Gefreut haben wir uns, dass es  einen neuen Referentenentwurf des Leistungsschutzrechts gibt. Wir sind damit ganz zufrieden, denn offenbar wurde unser Protest gehört: Die Gefahren für freie Journalisten - zusätzliche Kosten und Rechtsstreitigkeiten mit Verlagen - wären damit vom Tisch. Allerdings richtet sich der neue Entwurf jetzt nur noch gegen Suchmaschinen, von denen Verlage Geld bekommen sollen. Deshalb hat  Google in dieser Woche mit der Forderung nach einem runden Tisch im Kanzleramt reagiert. Mehr dazu und über die Argumente von Google gibt es hier zu lesen.

Auch die VG Wort bleibt aktiv und hat am 14. August zu einer Sondersitzung einberufen. Einziger Tagesordnungspunkt: Hauptausschüttung 2011 in 2012. Wir sind gespannt, was dabei herauskommt und halten unsere Mitglieder auf dem Laufenden, wie weiter zu verfahren ist!

Grillduft, Olympialuft und Schreib-Maschinen

Liebe Leserin, lieber Leser, 

auch, wenn der Grillduft des Nachbarn verführerisch durch die offene Balkontür hereinzieht - ein Freischreiber-Newsletter kennt kein Hitzefrei! Also mitten rein in die interessantesten und wichtigsten News für Freie. Wobei, viel los ist nicht in dieser Woche, das gleich vorhergeschickt, vermutlich war das Wetter einfach zu gut.

Soll ja ohnehin Menschen geben, die ab kommendem Wochenende erst mal nur ein Thema kennen: Olympia. Wen abseits der Rekorde auch Hintergrundinfos und -recherchen interessieren, oder wer die ganze Veranstaltung ohnehin für korrupt und dopingverseucht hält, dem sei ganz dringend der hervorragende Blog des Sportjournalisten und Freischreiber-Förderers Jens Weinreich ans Herz gelegt: Er weilt in London und hat für die olympischen Spiele eine eigene Themenrubrik angelegt.

Wir bleiben in London und empfehlen einen Artikel über den dort erscheinenden "Guardian", den ja viele für eine der besten Zeitung der Welt halten. Das Blatt wartet immer wieder mit journalistischen Glanzleistungen auf und wird für sein Online-Konzept gefeiert - und trotzdem klappt das mit dem Geldverdienen nicht richtig, die Auflage sinkt. "At the heart of the Guardian's problems is a crucial question: how much does good journalism matter? Or rather: how much is it worth?" heißt es in einem lesenswerten Artikel aus der britischen GQ.

Von Journalisten, Verlegern und einer Zukunft ohne beide?

Liebe Leserin, lieber Leser,

hört, hört, den Verlegern geht´s gut. Kann man das glauben, wo sie doch ständig so viel jammern? Alles nur Show: "Die Not ist gar nicht so groß. In der Tat: Die Gesamtumsätze der im BDZV organisierten Zeitungsverlage sanken 2011 um nur 0,1 Prozent auf 8,509 Milliarden Euro. Wochen- und Sonntagszeitungen konnten ihre Umsätze um 0,5 Prozent auf 423,7 Millionen Euro steigern," steht bei meedia.de. Fragt sich nur, warum die Honorare dann trotzdem seit Jahren sinken...

Vielleicht mal wieder ein Grund, zu überlegen, was man selbst auf die Beine stellen könnte. Und wie man den ganzen Ätzkram mit Verlagen umgehen kann. Georg Giersberg beschreibt, warum die Aufgaben von Verlagen künftig überflüssig werden könnte - zumindest im Buchsektor: Verlegen an Verlagen vorbei. "In Amerika [gemeint ist die USA , Anm. d. Red.] sprechen Marktbeobachter bereits vom Goldenen Zeitalter des Selbstverlegens. Dort hat schon 2008 die Zahl der auf Bestellung erschienenen Titel (285.400) die der „normal“ in Großauflagen gedruckten neuen Titel (275.200) überstiegen." In Deutschland sei es noch nicht ganz so weit, aber eine Tendenz erkennbar. Die passende Preisausschreibung dazu gibt es hier. Auf zu neuen Ufern?

Nervendes, Motivierendes und Aktuelles

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

"Das alles geht mir ziemlich auf die Nerven", gibt Medienrechtler Thomas Hoeren in einem Interview mit Brand Eins zu und meint damit natürlich was? Genau: die Debatte um´s Urheberrecht. Zu gerne würde man ihm zustimmen, sich zurücklehnen und lieber die Sommersonne genießen. Von uns fordert Hoeren aber das Gegenteil: wir sollen offen sein, selbst aktiv werden und das Netz als Chance verstehen! Das ganze Interview gibt´s hier.

 

Neun nicht sehr motivierende Fakten zum Journalismus hat derweil die Redaktion von carta.info auf Grundlage der Forschungsergebnisse des Medienwissenschaftlers Horst Röper zusammengestellt. Für uns besonders deprimierend: Zeitungen ohne Journalismus feiern Rekordumsätze. Noch nicht genug? Die restlichen acht Fakten finden Sie hier.

 

Nachdenken übers Sommerloch

Liebe Leserin, lieber Leser,

Fussball vorbei, Olympia noch nicht dran - ein herzliches Hallo hinein ins Sommerloch! Zeit, sich zurückzulehnen und intensiv darüber nachzusinnen, was wir Journalisten da eigentlich so tun, wie es weitergeht und unter welchen Vorzeichen. Dachten sich offenbar auch verschiedene Blogger und Redner in der vergangenen Wochen, deren Erkenntnisse wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten.

Da ist zum einen Constantin Seibt, im Hauptberuf Redakteur beim Schweizer Tagesanzeiger, der meint: "Wer ernsthaft für seine Zeitung arbeiten will, arbeitet gegen sie". Durchaus auch eine Option für freie Journalisten, die allerdings mit Fingerspitzengefühl gehandhabt sein will.

Zehn Überlebenstipps für junge Journalisten hat der Österreichische Journalistenausbilder Reinhard Christl zusammengetragen. Natürlich wissen wir, dass nicht alle freien Journalisten jung sind - sind wir ja selbst nicht mehr. Kann ja trotzdem ganz spannend sein, welche Flausen dem Nachwuchs da ins Ohr gesetzt werden.

Bleiben wir bei Zahlen: Nicht zehn, sondern sieben "Wege zum Digitalen Qualitätsjournalismus" hat Medienprofessor Stephan Weichert kartographiert. Und die machen durchaus Lust, loszumarschieren und sich selbst mal in der Zukunft umzutun.

Inhalt abgleichen