Der :Freischreiber-Newsletter

Geht es ... äh ... vielleicht ums Geldverdienen?

 

Liebe Freischreiber,

liebe Freischreiberinnen,

 

ja, Katja Riemann. Haben Sie auch schon den YouTube-Clip gesehen? Nun, wir werden darauf zurückkommen. Aber vorher das Wichtigste, das Ernste: das Leistungsschutzrecht (LSR). Während diese Zeilen unterwegs sind, dürfte im Bundesrat über dieses unsägliche Gesetz debattiert worden sein und wir haben die Hoffnung, dass es von dort in den Vermittlungsausschuss weitergereicht wurde – und sich doch noch etwas ändert. Wir sind mit unserer Haltung natürlich nicht alleine: 40 sogenannte Netzpromis fordern jetzt die Politik auf, das Gesetz umgehend zu blockieren und noch mal nachzudenken.

Mit dabei ist auch Stefan Niggemeier, der auf seinem Blog das LSR so kommentiert: „Was bleibt, ist nun im Wesentlichen ein Recht, mit dem die Verlage leichter gegen das vorgehen, was sie „Raubkopieren“ nennen – vorausgesetzt, die entsprechenden Anbieter sind überhaupt von der deutschen Justiz erreichbar. Dagegen wäre im Grunde nichts zu sagen, wenn es nicht verbunden wäre mit einer offenbar gewollten Rechtsunsicherheit.“

Geht es ... äh ... vielleicht ums Geldverdienen?

 

Liebe Freischreiber,

liebe Freischreiberinnen,

 

ja, Katja Riemann. Haben Sie auch schon den YouTube-Clip gesehen? Nun, wir werden darauf zurückkommen. Aber vorher das Wichtigste, das Ernste: das Leistungsschutzrecht (LSR). Während diese Zeilen unterwegs sind, dürfte im Bundesrat über dieses unsägliche Gesetz debattiert worden sein und wir haben die Hoffnung, dass es von dort in den Vermittlungsausschuss weitergereicht wurde – und sich doch noch etwas ändert. Wir sind mit unserer Haltung natürlich nicht alleine: 40 sogenannte Netzpromis fordern jetzt die Politik auf, das Gesetz umgehend zu blockieren und noch mal nachzudenken.

Mit dabei ist auch Stefan Niggemeier, der auf seinem Blog das LSR so kommentiert: „Was bleibt, ist nun im Wesentlichen ein Recht, mit dem die Verlage leichter gegen das vorgehen, was sie „Raubkopieren“ nennen – vorausgesetzt, die entsprechenden Anbieter sind überhaupt von der deutschen Justiz erreichbar. Dagegen wäre im Grunde nichts zu sagen, wenn es nicht verbunden wäre mit einer offenbar gewollten Rechtsunsicherheit.“

Das Klickern fleißiger Finger ...

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

die Technik, sie ist nicht immer unser Freund. Manchmal stehen wir ratlos vor ihr, sind überrascht, was es zwischen uns und ihr für Missverständnisse gibt. Wie letzte Woche: Wir schicken den Newsletter prall gefüllt los – aber er kommt nur als leere Hülle an. Entschuldigung dafür! Andererseits haben wir uns über die vielen E-Mails Ihrerseits gefreut, die da riefen: „Oh, schade, ich lese den Newsletter so gerne, aber nun steht da gar nichts drinne!“ Wir nehmen beides als Ansporn.

Und schon wird es wieder ernst: das Leistungsschutzgesetz. Gilt es schon, oder wird es noch ratifiziert, und was bedeutet das im Detail? Wir haben uns im Justizministerium umgehört und folgendes erfahren: Das Gesetz wird jetzt zunächst dem Bundesrat vorgelegt und der könnte es mit seiner derzeitigen Mehrheit von SPD und Rot-Grün regierten Ländern ablehnen. Geschieht dies, wandert es in den Vermittlungsausschuss weiter. Wenn nicht, wird es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht – und ist drei Monate später gültig. Nun – wir bleiben dran.

Umgehört hat sich auch Blogger Robert Basic – und zwar bei den Verlagen: beim „Spiegel“, bei der „Zeit“, bei der „FAZ“. War dabei auch nicht sehr erfolgreich: „Anstatt Sicherheit für Blogger verkünden zu können, stelle ich fest, wie extrem verunsichert die Großmedien sind.

LEISTUNG, SCHUTZ und RECHT

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

"Poltische Netzposse" nennt es Blogger Sascha Lobo in seiner Spiegel-Kolumne , einen "Zaubertrick" der Freischreiber Stefan Niggemeier und "Lex Google" Johannes Boie in der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung vom vergangenen Wochenende.

Offiziell heißt das neue Gesetz "Leistungsschutzrecht", kurz LSR, und es wurde zu unserem großen Bedauern vergangenen Freitag im Bundestag verabschiedet.

Da half es auch nicht, dass die ehemalige Justizministerin Brigitte Zypries im Bundestag FREISCHREIBER als eine wichtige Urheberstimme gegen das verkrüppelte Gesetz anführte. Abschließend bleibt mit den Worten Boies festzuhalten: "Wer sich mangels Interesse über den Inhalt bislang nicht echauffiert hatte (gemeint ist natürlich das LSR, Anm. d. Red.), kann jetzt darüber irritiert sein, wie im Bundestag offenbar Gesetze zustande kommen."

Denn wofür brauchen die Verlage nochmal dieses neue Recht, für das sie drei Jahre lang die Lobby-Maschine angeworfen haben? Das fragt man sich anlässlich der aktuellen Meldungen aus dem Hause Springer: "EBITDA steigt auf EUR 628,0 Mio", heißt es da. Die Gewinne kommen aus dem digitalen Geschäft.

LEISTUNG, SCHUTZ und RECHT

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

"Poltische Netzposse" nennt es Blogger Sascha Lobo in seiner Spiegel-Kolumne , einen "Zaubertrick" der Freischreiber Stefan Niggemeier  und Lex Google   Johannes Boie in der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung vom vergangenen Wochenende.

Offiziell heißt das neue Gesetz "Leistungsschutzrecht", kurz LSR, und es wurde zu unserem großen Bedauern vergangenen Freitag im Bundestag verabschiedet.

Es half natürlich nicht, dass die ehemalige Justizministerin Brigitte Zypries im Bundestag FREISCHREIBER als eine wichtige Urheberstimme gegen das verkrüppelte Gesetz anführte. Das Gesetz ist durch, Abschließend bleibt mit den Worten Boies festzuhalten: "Wer sich mangels Interesse über den Inhalt bislang nicht echauffiert hatte (gemeint ist natürlich das LSR, Anm. d. Red.), kann jetzt darüber irritiert sein, wie im Bundestag offenbar Gesetze zustande kommen."

Denn wofür brauchen die Verlage nochmal dieses neue Recht, für das sie drei Jahre lang die Lobby-Maschine angeworfen haben? Das fragt man sich anlässlich der aktuellen Meldungen aus dem Hause Springer: "EBITDA steigt auf EUR 628,0 Mio", heißt es da. Die Gewinne kommen aus dem digitalen Geschäft.

Uups! Wird das eine Woche ...

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

ja, das ist eine harte Woche: Das Bundeskartellamt genehmigte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Übernahme der „Frankfurter Rundschau“. Damit scheint deren Zukunft entschieden - und auch, dass von den 450 Mitarbeitern wahrscheinlich nur 28 übernommen werden. Wie wird die FR danach aussehen, was sind die Auswirkungen auf den Berliner Verlag und vor allem: was ist mit den Freien? Es bleibt spannend. Schauen Sie mit uns in die Zeitungen der kommenden Tage und ins Netz.

Neun Fragen an den Journalismus und an Sie ...

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

heute wollen wir uns nicht zu sehr mit der Gegenwart aufhalten, also nicht mit dem Leistungsschutzrecht auch wenn sich erfreulicherweise die neue rot-grüne Koalitionsregierung in Niedersachsen dagegen gestellt hat und es laut Koalitionsvereinbarung für „überflüssig“ hält und nicht mit den Tänzern, bei denen die Arbeitsbedingungen noch schlechter zu sein scheinen als bei uns. Wir wollen uns auch nicht lange um unser täglich Brot, dem Vereinfachen von komplexen Zusammenhängen, kümmern , sondern gleich neun Fragen an den Journalismus der Zukunft stellen und uns an Sie, liebe Leser, wenden:

 

Blick in die Zukunft 1: Ist es die Zukunft des Journalismus, über eine App das Abonnement eines Journalisten statt einer Zeitung zu bieten?

 

Blick in die Zukunft 2: Steckt in dem Konzept des amerikanischen Bezahlsenders HBO das Zeitungsmodell der Zukunft?

 

Blick in die Zukunft 3: Bietet Software-Engeneering ein Muster für einen Journalismus der Zukunft ?

 

Der Termin steht!

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

ja, der Termin steht fest. Und jetzt bitte die Notizkalender – digital und die aus Papier – zücken: Es ist – der 16. November. Dann findet in Berlin die Verleihung unseres Himmel- und Höllepreises statt. Erneut werden somit Kandidaten gesucht, denen wir einen Platz im Himmel und einen in der Hölle anbieten: Wer also geht besonders gut und daher lobenswert mit uns freien Journalisten um? Wer zahlt angemessen, wer zahlt wie bestellt und wer geht überhaupt fair mit uns um? Und wer tut das genau nicht? Eine Vorjury formiert sich dieser Tage, bereit auszuschwärmen und Ihre Einsendungen zu überprüfen – denn kritisch sind wir ja zuallererst mal selber. Also: Schicken Sie uns Ihre Kandidaten, im Guten wie im Schlechten. Zum Aufwärmen empfehlen wir die Lektüre der Statuten, unseres Code of Fairness und natürlich einen Rückblick auf die Kandidaten der letzten beiden Jahre. Das alles auf unserer Seite.

 

Dort informieren wir auch über eine interessante Gründung eines Verbandes freischaffender Fernsehleute: die Interessengemeinschaft Freie Fernsehschaffende. Denn auch den Fernsehmachern steht das Wasser bis zum Hals, hat doch eine Studie der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok) festgestellt, dass bei Cuttern, Kameramännern und -frauen sowie Drehbuchautoren Stundenlöhne von zehn Euro keine Seltenheit sind. Anlass für die Gründung war ein gemeinsamer Protestbrief von 100 Fernsehleuten an den MDR, der sich gerne als cooler Sender darstellt, aber Überstunden nicht selbstverständlich zahle und es auch mit den Urheberrechten nicht ganz so genau nehme.

 

Termin steht fest

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

ja, der Termin steht fest. Und jetzt bitte die Notizkalender – digital und die aus Papier – zücken: Es ist – der 16. November. Dann findet in Berlin die Verleihung unseres Himmel- und Höllepreises statt. Erneut werden somit Kandidaten gesucht, denen wir einen Platz im Himmel und einen in der Hölle anbieten: Wer also geht besonders gut und daher lobenswert mit uns freien Journalisten um? Wer zahlt angemessen, wer zahlt wie bestellt und wer geht überhaupt fair mit uns um? Und wer tut das genau nicht? Eine Vorjury formiert sich dieser Tage, bereit auszuschwärmen und Ihre Einsendungen zu überprüfen – denn kritisch sind wir ja zuallererst mal selber. Also: Schicken Sie uns Ihre Kandidaten, im Guten wie im Schlechten. Zum Aufwärmen empfehlen wir die Lektüre der Statuten, unseres Code of Fairness und natürlich einen Rückblick auf die Kandidaten der letzten beiden Jahre. Das alles auf unserer Seite.

Krapfen, Berliner oder Pfannkuchen ...

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

jetzt werden auch die Fernseh-Freien aktiv, nicht nur dank unseres neuen Vorstandsmitglieds Michael Schomers, der sich innerhalb der FREISCHREIBER künftig verstärkt für die Belange der freien Rundfunkjournalisten einsetzen wird, sondern auch dank der Interessengemeinschaft Freie Fernsehschaffende, die sich vergangenes Jahr gegründet hat und sich jetzt verstärkt der Probleme freier Fernsehjournalisten, vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem, annehmen will. Aktuell geht es um den MDR: "Die, die einen großen Teil des Programms liefern, müssen seit über 15 Jahren gleichbleibende oder sogar sinkende Honorare und unbezahlte Überstunden hinnehmen und müssen sich gegen die ständige Verletzung ihrer Urheberrechte wehren" ist hier zu lesen.

 

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