Wann wir schreiten Zeit’ an Zeit’...

Einen Tag nach der Freischreiber-Aktion haben die Journalisten-Gewerkschaften dju und DJV mitgeteilt, dass sie wegen der neuen Verträge „eine Einstweilige Verfügung gegen die Wochenzeitung Die Zeit beantragt“ haben. Damit, so der DJV in seiner Pressemitteilung, „soll dem Zeit-Verlag untersagt werden, von freien Journalistinnen und Journalisten die maßlose Einräumung der Rechte an ihren Texten zu verlangen.“

Zuvor hatte die Gewerkschaft nach Angaben des DJV bereits eine Abmahnung geschickt, auf die der ZEIT-Verlag aber nicht reagiert habe. Wozu auch? Es braucht eben doch immer ein bisschen Öffentlichkeit.

Wir finden, dies könnte durchaus ein Modell für effektive Kooperation im Interesse der freien Journalisten sein.

Und weil die Gelegenheit grad günstig ist, möchten wir uns auch gleich noch an die festangestellten Redakteure der ZEIT wenden und höflich anfragen, ob es nicht auch an der ZEIT wäre, sich mal für die freien Kollegen einzusetzen. Schließlich schreiben sich die Redakteure doch jede Woche die Finger wund für die Entrechteten und Geknechteten dieser Welt...

Kommentare

Liebe Freischreiber,

nun bin ich kein Journalist, aber intensiver Leser, manchmal auch der Zeit, wenn denn Zeit dafür ist. Ihre Berichte bezüglich des Umganges mit freien Journalisten haben mich tief beeindruckt, eben weil sich doch die Zeit für Freiheit, kritische Haltungen, Werte usw. einsetzt. Nun habe ich wieder eine Illusion weniger, was ja auch befreiend wirken kann, und eine Story mehr, für meine Welt. Ich hoffe, dass die Zeit den Umgang  mit freien Journalisten verändert.

Wäre ja schade, wenn es zukünftig mal weniger Schreiber für die Zeit und dafür dann vielleicht das Blatt "Freischreiber" von kritischen Journalisten gäbe. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Erfolg und freue mich über weiteren guten Journalismus. Danke!

Ein schönes Wochenende wünscht

Torsten Radtke

 

Das Zeit-Pamphlet hat etwas länger gedauert, bis es auch bei mir (Freie Autorin) im Ausland eingetroffen ist. Nach dem ersten Durchlesen habe ich es sofort im Müll entsorgt. Vielen Dank, dass ihr die einstweilige Verfügung erreicht habt. Ich halte solche Verträge schlicht und ergreifend für sittenwidrig und habe noch nie unterschrieben.

 

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