Hölle, Busen und viele Termine ...

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

wir waren Ihnen noch etwas schuldig: die Übergabe des Hölle-Preises 2012 an die Siegerredaktion „Sonntag aktuell". Jetzt ist es vollbracht, am vergangenen Mittwoch waren der FREISCHREIBER-Vorsitzende Benno Stieber und seine Stellvertreterin Kathrin Hartmann in Stuttgart, um die Skulptur zu übergeben. Den Chefredakteur konnten sie zwar nicht antreffen, dafür empfing sie der Stellvertreter und nahm den Preis mit den Worten, er werde zwar keinen Ehrenplatz bekommen, aber wir nehmen ihn entgegen, an. Mehr dazu in Kürze auf unserem Blog.

 

„Brüderles Blick" (...) wandert auf meinen Busen. „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Im Laufe unseres Gesprächs greift er nach meiner Hand und küsst sie. „Ich möchte, dass Sie meine Tanzkarte annehmen." „Herr Brüderle", sage ich, „Sie sind Politiker, ich bin Journalistin." „Politiker verfallen doch alle Journalistinnen", sagt er. Ich sage: „Ich finde es besser, wir halten das hier professionell." „Am Ende sind wir alle nur Menschen."

Nein, das ist nicht Teil unserer neuen Fortsetzungsschmonzette „Die Journalistin und der Politiker" sondern ein Zitat von stern.de. In dem kurzen Artikel geht es um einen längeren Beitrag, der aktuell im „Stern" zu lesen ist und in dem die Journalistin Laura Himmelreich als eine der wenigen ihrer Branche ein Tabu bricht. In dem sie von ihrer Begegnung mit FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle berichtet, wirft sie ein Schlaglicht auf den alltäglichen Sexismus in der Politik.

Und wo wir schon beim „Stern“ sind: Achtung 180 Grad-Wende! „Es ist so, als würde man eine neue Stadt bauen. Und jeder, ganz gleich, welche Aufgabe er künftig übernehmen wird, verhält sich wie ein guter Bürger – mit Gemeinsinn und Verantwortung." So hat „Stern“-Chefredakteur Andreas Petzold versucht, den anstehenden Umbau der Redaktion zu vermitteln. Wir finden: Platz eins für die dreisteste Kündigungsbeschönigung des noch jungen Jahres 2013.

 

Wie es ist, wenn man von den so beschönigten Maßnahmen direkt betroffen ist, das beschreibt die Journalistin Angelika Beuter auf ihrem Blog „Ein Leben nach der Westfälischen Rundschau". „Es ist immer noch kein Wunder passiert. Bisher kein Job in Sicht." So wie der Kollegin geht es gerade vielen Festangestellten. Wir sagen: Nicht auf ein Wunder warten! Selbst aktiv und Freischreiber werden! Unser Angebot zur Probemitgliedschaft gilt noch bis zum 31.März.

 

Bei uns kann man nicht nur viel lernen, sich austauschen und gemeinsam für seine Rechte eintreten, man kann auch feiern (Fünf Jahre Freischreiber, Lu Yen Roloff braucht für die Planung der Geburtstagsparty noch Ihre Unterstützung: info-ätt-luyenroloff.de), schlimme und gute Redaktionen küren (Jakob Vicari wartet auf zahlreiche Bewerbungen für die Besetzung der Vorjury des nächsten Himmel- und Hölle-Preises: post-ätt-jakobvicari.de) und zum Wissensaustausch unter Freien beitragen (das Handbuch für Freie sucht noch Autoren: marike_frick-ätt-web.de).

Während bei uns die Redaktionen geschlossen werden, geht Dänemark ganz neue Wege, um zumindest die prekären Bedingungen  im Online-Journalismus zu mildern. Die „TAZ“ berichtet: "In Kopenhagen will man nämlich endlich berücksichtigen, dass die demokratische Debatte schon lange nicht mehr allein in Printmedien stattfindet", aber auch, dass die Printmedien um ihre Besitzstände fürchten. Interessantes Konzept und zugleich ein interessanter Test für Sie: Sind Sie bereit, für den Online-Artikel auf Taz.de Geld zu zahlen? Wir sind gespannt.

Und wenn wir schon in Dänemark sind: Mundtot gemacht hat die dänische Staatsbahn Danske Statsbane den kritischen freien Journalisten Lars Abild, indem sie ihn verdeckt über eine PR-Agentur mit lukrativen Aufträgen eingedeckt hat, sodass Abild keine Zeit mehr für investigativen Storys blieb. Mehr dazu hier.

 

Derweil hat sich Giovanni di Lorenzo wieder einmal zur Zukunft der Zeitungen in Deutschland geäußert, ob Leser bald alle auf elektronischen Geräten umsteigen und welche Art von Zeitung überleben wird. Hören Sie selbst bei WDR5.

 

Nun noch ein kleiner Lesetipp: Matthias Onken beschreibt in seinem Buch "Bis nichts mehr ging", warum er nach einem rasanten Aufstieg zum Redaktionsleiter von Bild das Handtuch schmiss. Ein kurzes Interview mit dem Autor finden Sie hier.

 

SEMINARE

 

Ab Montag sind auf www.reporterforum.de wieder die begehrten Feedback-Seminare ausgeschrieben. In kleiner Gruppe wird eine Ihrer Reportagen gemeinsam mit einem erfahrenen Kollegen diskutiert. Die Seminare finden im Februar und März statt, in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 100 Euro.

 

TERMINE

 

MÜNCHEN

Der nächste Stammtisch findet am Montag, den 4.Februar statt. Genauere Infos zu Zeit und Ort folgen. Unter anderem wird Kathrin Hartmann von der Klausur des Vorstands berichten.

 

BERLIN

Das Berliner Regionaltreffen hat zu seinem ersten Termin Wolfram Eilenberger, den Chefredakteur des Magazins „Philosophie“, eingeladen. Damit nicht genug: Es kommt auch Oliver Gehrs von „Dummy“. Das Treffen an Gemmas Wohnzimmertafel ist am Dienstag, 29. Januar 2013 um 19.30 Uhr. Carola Dorner vom neuen FREISCHREIBER-Vorstand berichtet außerdem von dessen Start und stellt die geplanten Aktivitäten für dieses Jahr vor. Anmeldung bitte bei gemma.poerzgen(ätt)gmx.net.

 

Und schon mal vormerken: Am 26. Februar findet das nächste Berliner Regionaltreffen statt. Dann wird es um die Entwicklung lokaler Blogs gehen. Eingeladen sind Philipp Schwörbel von den „Prenzlauerberg Nachrichten“ und Max Büch von Neuköllner.net. Anmeldung auch hierfür unter gemma.poerzgen(ätt)gmx.net.

 

HAMBURG

Die Hamburger Freischreiber bleiben ihrer Tradition treu und treffen sich wie gehabt am letzten Montag des Monats, und das ist diesmal der 28. Januar. Es geht um 19.30 Uhr in die Modern Life School, in der die großen und kleinen Fragen des Alltags behandelt und zuweilen auch geklärt werden. Einblicke erlaubt „Headmaster“ Pia Schaf. Hinterher ist noch Raum und Zeit für Bier, Wein oder Kamillentee. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen. Anmelden bitte unter kontakt(ätt)ruth-hoffmann.de.

 

FRANKFURT

Das offizielle FREISCHREIBER-Treffen findet im Besprechungsraum bei Christian Preiser statt. Er wird von seiner Initiative „Forum Qualitätsjournalismus" erzählen. Termin: (Rosenmontag (ohne Bütt), 11. Februar, 19 Uhr, Ostbahnhofstraße 15. Bitte kurz rückmelden, wer kommt und wer Lust hat, etwas zu Trinken oder zu Essen mitzubringen. Kontakt: Sylvia.Meise(ätt)t-online.de

 

Der Journalistinnenbund lädt am 12.2. alle FreischreiberInnen und Interessierten zum Treffen mit mit Sonja Eismann, eine der Macherinnen des Missy-Magazins, ein. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr in der Luther-Gemeinde Frankfurt, Martin-Luther-Platz 1, Frankfurt-Nordend (U-Bahn-Haltestelle Merianplatz, U4). Nichtmitglieder zahlen fünf Euro Unkostenbeitrag. Kontakt: Dorothee Beck (jb(ätt)dorothee-beck.de).

 

KÖLN

Freischreiber Rheinland trifft sich endlich wieder und zwar in Köln am 5. Februar um 19.30 Uhr im Medienbüro der Kollegen Armin Himmelrath und Britta Mersch in der Kaesenstraße 30. Anmeldung bei briBaetz(ätt)aol.com. Die Themenliste ist lang, unter anderem weil sich so lange nicht getroffen wurde. Letzteres soll geändert werden, auch mit Unterstützung des neuen FREISCHREIBER-Vorstands Michael Schomers, der frisch von der Vorstandklausur berichten wird.


Und zu guter Letzt noch ein nicht ganz unwichtiger Hinweis: Am 31. Januar endet die Frist für die VG-Wort-Meldung. Also nicht wieder alle gleichzeitig am letzten Tag auf die Seite. Das funktioniert nicht, wie die vergangenen Jahre bewiesen haben. ;)

 

Es grüßen ganz herzlich, Ihre Freischreiber