Die Tage werden wieder heller ...

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
 
es ist ein alter Traum der Menschheit, dass sich die Arbeit von selbst erledigt. Das benutzte Geschirr wäscht sich allein in der Spüle ab, die eben noch knitterige Bluse wird auf den Bügel glatt, ein Roboter bringt ohne zu murren den Müll hinunter und Tageszeitungen entstehen ganz ohne Redakteure. So oder ähnlich hat wohl auch der WAZ Konzern gedacht und alle 120 Redakteure der „Westfälischen Rundschau“ (WR) entlassen. Die WR wird aber trotzdem weiter erscheinen: Den Mantel gibt’s vom  Content-Desk der WAZ Mediengruppe und die verschiedenen Lokalteile werden von den ehemaligen Konkurrenten „Westfalenpost“, den „Ruhrnachrichten“ sowie dem „Hellweger Anzeiger“ gestellt. Alles halb so wild, meint die Geschäftsleitung und gibt folgendes bekannt: „Unser Ziel ist es, die Westfälische Rundschau zu erhalten und damit die Medienvielfalt in dem Verbreitungsgebiet sicherzustellen.“ Ach, so! Nun, darüber müssen wir jetzt mal einen Moment lang nachdenken . . .
 
In Hamburg – dieser gewichtigen Medienstadt – lässt sich übrigens verwandtes seit dem ersten Januar beobachten: Dort wurde die Lokalredaktion des Hamburgteils der "Die Welt" mit der Lokalredaktion des "Hamburger Abendblattes" zusammengelegt (und nahezu alle Freien nicht weiter beschäftigt!). Der Clou: Wer jetzt die Hamburg-Welt liest, findet dort die Artikel aus dem Abendblatt – und umgekehrt. Das hat sich die Geschäftsführung wohl für Leute ausgedacht, die nicht warten können, bis ein Déjà-vu von selbst kommt ...
 
Dass lokale Medien für die Gestaltung der politischen Landschaft ungemein wichtig sind, hat erneut Alexandra Haderlein festgestellt. Sie ist seit 1. November 2012 Volontärin bei den „Nürnberger Nachrichten“ und  hat zuvor  Journalismus an der Hochschule Ansbach studiert. Für ihre Bachelor-Arbeit im Fach Ressortjournalismus hat sie die Lokalberichterstattung des „Nürnberger Stadtanzeigers“ sowie der „Nürnberger Nachrichten“ untersucht und deren Auswirkung auf das lokalpolitische Geschehen. Die Ergebnisse belegen, was schon lange kursiert: „Das Lokale ist ein Faktor, mit dem man die Leute für die Zeitung gewinnen kann.“ Denn: „In den vielen Gesprächen, die ich geführt habe, kam zum Ausdruck, dass die Menschen, je globaler die Probleme werden, sich umso mehr für die Probleme vor ihrer Haustür interessieren.“ Einen Überblick der Arbeit erhält man auf drehscheibe.org, überhaupt eine interessante Seite für alle Lokaljournalismusfans. Die ganze Untersuchung kann direkt bei der Autorin bestellt werden: alexandra.haderlein(ätt)yahoo.de.
 
 
Ja, die Krise! Die, die es gibt und die, die man manchmal kriegt. Da braucht es zuweilen eine Gefühlsdusche, unter der einem mal warm, mal wieder kalt und dann erneut warm wird. Wem solches gefällt, der möge beim Blogger Daniel Drepper vorbeischauen. Seine nicht unsteile These: „Es ist die geilste Zeit, um  Journalist zu werden, weil es endlich um den Journalismus geht.“ Wirklich? Also: Hemdsärmel hochgekrempelt und rein in die Debatte …
 
Wir selbst sind da etwas zurückhaltender, was keinesfalls heißt, dass wir nicht voller Tatendrang stecken! Immerhin wird Freischreiber dieses Jahr fünf Jahre alt! Und nicht nur deswegen brauchen wir Ihre tatkräftige Unterstützung: Wer Teil der großen Geburtstagsaktionen werden will, melde sich bei Lu Yen Roloff (info-ätt-luyenroloff.de). Wer schon immer einmal Jury-Mitglied sein wollte, hat bei uns in diesem Jahr erneut die Chance dies in der Vorrunde des Himmel-und-Hölle-Preises zu sein und wende sich an Jakob Vicari (post-ätt-jakobvicari.de). Beglücken wird uns bald auch ein Handbuch für Freie! Wer dafür sein Wissen einbringen möchte, der schreibe Marike Frick (marike_frick-ätt-web.de). 
 
 
 
PREISE: 
 
Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen schreibt zum 16. Mal den Felix-Rexhausen-JournalistInnen-Preis aus und sucht dafür besonders kluge und engagierte Beiträge aus der Berichterstattung über Lesben, Schwule und Bisexuelle.
Einen Medienpreis vergibt auch die Deutsche AIDS-Stiftung. Insgesamt sind 15.000 Euro zu vergeben; eingereicht werden können Beiträge aus den Jahren 2011 und 2012.
 
 
VERBAND:
 
MÜNCHEN
Der nächste Stammtisch findet am Montag, den 4.2. statt. Genauere Infos zu Zeit und Ort folgen. Schon jetzt wird aber gefragt: Haben Sie interessante Themenideen und Wünsche für unsere Treffen? Wer könnte als Gast in Frage kommen? Bitte haufenweise Ideen und Vorschläge an kontakt(ätt)esther-niederhammer.de senden mit Betreff "Freischreiber-Stammtisch 2013".
 
 
BERLIN
Das Berliner Regionaltreffen hat zu seinem ersten Termin Wolfram Eilenberger, den Chefredakteur des Magazins „Philosophie“, eingeladen. Damit nicht genug: Es kommt auch Oliver Gehrs von „Dummy“. Das Treffen an Gemmas Wohnzimmertafel ist am Dienstag, 29. Januar 2013 um 19.30 Uhr. Carola Dorner vom neuen Freischreibervorstand berichtet außerdem von dessen Start und stellt die geplanten Aktivitäten für dieses Jahr vor. Anmeldung bitte bei gemma.poerzgen(ätt)gmx.net.
Und schon mal vormerken: Am 26. Februar findet das nächste Berliner Regionaltreffen statt. Dann wird es um die Entwicklung lokaler Blogs gehen. Eingeladen sind Philipp Schwörbel von den Prenzlauerberg Nachrichten und Max Büch von Neuköllner.net. Anmeldung auch hierfür unter gemma.poerzgen(ätt)gmx.net.
 
HAMBURG
Die Hamburger Freischreiber bleiben ihrer Tradition treu und treffen sich wie gehabt am letzten Montag des Monats, und das ist diesmal der 28. Januar. Es geht um 19.30 Uhr in die Modern Life School, in der die großen und kleinen Fragen des Alltags behandelt und zuweilen auch geklärt werden. Einblicke erlaubt „Headmaster“ Pia Schaf. Hinterher ist noch Raum und 
Zeit für Bier, Wein oder Kamillentee. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen. Anmelden bitte unter kontakt(ätt)ruth-hoffmann.de.
 
FRANKFURT
Der Journalistinnenbund lädt am 12.2. alle FreischreiberInnen und Interessierten zum Treffen mit mit Sonja Eismann, eine der Macherinnen des Missy-Magazins, ein. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr in der Luther-Gemeinde Frankfurt, Martin-Luther-Platz 1, Frankfurt-Nordend (U-Bahn Haltestelle Merianplatz, U4). Nicht-Mitglieder zahlen 5 Euro Unkostenbeitrag.
Kontakt: Dorothee Beck (jb-ätt-dorothee-beck.de).
 
Das war es schon wieder. Mal sehen, was die nächste Woche bringt. Wer noch ein bisschen Trost braucht, der möge so gegen Nachmittag mal aus dem Fenster schauen und wird merken: so langsam werden die Tage wieder heller!
 
Ihre Freischreiber