Analysen, Qualität und Innovation

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die Wogen um die FREISCHREIBER Himmel- und Hölle-Preisverleihung sind geglättet. Zu Nikolaus besuchte der FREISCHREIBER-Vorstand unseren Himmel-Preisträger enorm.  In der aktuellen Ausgabe stellt das Magazin die Frage: "Was muss der Verbraucher bezahlen, wenn seine Produkte einigermaßen anständig hergestellt werden?" Eine Leseempfehlung (nicht nur) für die Leser von Sonntag Aktuell, unserem Hölle-Preisträger 2012.

Der neue FREISCHREIBER Vorstand hat seine Arbeit aufgenommen. Ende dieser Woche wird er sich das erste Mal in Klausur begeben, um über die zukünftige Aufgabenverteilung und die Projekte 2013 zu diskutieren. Anregungen? vorsitz@freischreiber.de.

Das Thema Zeitungssterben ist nach wie vor aktuell. Deswegen hat Jens-Uwe Meyer auf absatzwirtschaft.de seine Analyse der Lage veröffentlicht und behauptet: "Die Ansicht, dass sich Qualitätsjournalismus nicht mehr auszahle, stimmt nicht. Nur in seiner heutigen Form ist er das Relikt einer Zeit, in der es nichts besseres gab."

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger plant derweil eine große Kampagne für die eigene Branche. "Mit Anzeigen, Plakaten und Spots wolle die Branche die Stärken der Zeitung als universales Qualitätsmedium in einer digitalen Medienkultur stärker im Bewusstsein verankern" ist hier zu lesen. Sicher ist, dass das langfristig nicht die Lösung des Problems sein wird ...

Eine ganz innovative Idee hingegen kommt aus unseren FREISCHREIBER-Kreisen. Wer finanziert aufwändige Reportagen und wichtige Geschichten, wenn Verlage und Sender es nicht mehr können? Das fragte sich Mitglied Sebastian Esser und findet: Crowdfunding ist eine Antwort auf diese Frage und wird immer beliebter, auch in Deutschland. Und weil FREISCHREIBER nicht nur finden, sondern auch handeln, hat er die Journalismus-Crowdfunding-Plattform "Krautreporter" mitentwickelt und vor kurzem auf der FREISCHREIBER Mitgliederversammlung vorgestellt. Vor dem Start der Plattform sucht er nun Journalisten, die Geld für DIESE eine Geschichte brauchen, die sie schon immer machen wollten. Wer unter den ersten sein will, die Journalismus-Crowdfundig ausprobieren, kann sich diese Seite anschauen und mehr erfahren.

Benjamin O’Daniel fragt sich derweil, ob aus Blogs erfolgreiche Geschäftsmodelle werden können und für freie Journalisten zu alternativen Einnahmequellen. Am Ende seines, Textes, der hier nachzulesen ist, steht wenig Hoffnung: "Vielleicht liegt auch darin das Geheimnis erfolgreicher Blogger. Dass sie auf das Geld nicht angewiesen sind. Dass sie die nötige Lockerheit haben und genug Leidenschaft besitzen, um über Jahre am Ball zu bleiben. Und wenn die Leser kommen und bleiben, ergibt sich der Rest von selbst."

Zu einer anderen Dauerbaustelle, dem Leistungsschutzrecht, hat das Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht seine Stellungnahme zum Gesetzesentwurf für eine Ergänzung des Urheberrechtsgesetzes durch ein Leistungsschutzrecht für Verleger hier (pdf) veröffentlicht. Es schließt sich unseren Bedenken an: "Der Bedarf für ein solches Schutzrecht wurde bislang in keiner Weise nachgewiesen. Es besteht die Gefahr unabsehbarer negativer Folgen."


 
SONSTIGES:

Eine Gruppe Studierender aus dem Journalistik-Studiengang der Hochschule Bremen führen unter Leitung von Professorin Beatrice Dernbach eine Umfrage unter deutschen Journalisten zum Thema "Vorbilder im Journalismus" durch und bittet um Unterstützung unter www.q-set.de (bis 01. Februar 2013).

Jost Broichmann bittet ebenfalls Eure Mitarbeit bei seiner Umfrage "“Wie häufig nutzen Journalisten Blogs?”", die er im Zusammenhang mit seiner Masterarbeit erstellt hat. Zu den zehn Fragen bitte hier entlang. Die Ergebnisse werden unter anderem auf www.cmblogger.de veröffentlicht. Als Dankeschön wird unter den Teilnehmern sogar eine Notebooktasche verlost.

VERBAND:

Die Hamburger FREISCHREIBER treffen sich am 10.12.2012 zur traditionellen Weihnachtsfeier. Ab 19:30 Uhr gibts im Café Osterdeich in Eimsbüttel ein gemütliches Abendbrot. Anmeldung bei Björn Erichsen: bjoern.erichsen@gmail.com

 

Um Ghostwriter oder Co-Autoren" geht es beim letzten Berliner FREISCHREIBER-Treffen in diesem Jahr am Mittwoch, 12. Dezember 2012. Aus ihrer Praxis erzählen die Sachbuch-Autorin Nataly Bleuel und die Literatur-Agentin Rebekka Göpfert. Das Regionaltreffen beginnt um 19.30 Uhr an Gemmas Wohnzimmertafel. Anmeldungen bitte an: gemma.poerzgen@gmx.net

FREISCHREIBER München lädt zum Wochenend-Workshop „Strukturierte Internetrecherche“ mit Albrecht Ude ein. Die Devise ist, nicht stumpf zu versuchen, eine Frage bei einer Suchmaschine anzubringen, sondern zunächst zu überlegen, wer die Antwort wissen könnte und ob es ein spezielles Suchwerkzeug genau für diese Frage gibt. Interesse? Dann lernen Sie in Theorie und Praxis die verschiedenen Methoden und Hilfsmittel der Internet-Recherche kennen, bewegen Sie sich im „Deep Web“ (Datenbanken, an deren Inhalte Google nie herankommt) und machen Sie sich vertraut mit anonymer und analytischer Recherche. DATUM: 12./13. Januar 2013 ORT: Deutsche Journalistenschule, Hultschiner Straße 8 UHRZEIT Sa. ca. 17-21 Uhr (Theorie), So. ca. 9-17 Uhr (Praxis) PREIS Für Freischreiber-Mitglieder 90 Euro, für Nicht-Freischreiber 130 Euro ANMELDUNG bis 5. Januar bei Andrea Mertes (0170.2011540, mail(ätt)andreamertes.de).


 
Eine kuschelige Vorweihnachtszeit wünschen trotz allem die Freischreiber